Kurz vorab:
Ich habe heute übrigens auch wieder ein ausführliches YouTube Video zum aktuellen Marktumfeld hochgeladen. Wer sich die komplette Analyse lieber im Detail mit Charts, Makrolage, Bonds, Öl, Nvidia und DAX ansehen möchte, kann dort gerne vorbeischauen 🤝
Fundamentale & geopolitische Lage
Die Märkte bleiben weiterhin extrem stark von der geopolitischen Lage im Nahen Osten beeinflusst. Über das gesamte Wochenende hinweg gab es nahezu im Stundentakt neue Schlagzeilen rund um Iran, die USA, mögliche Waffenruhen, neue Verhandlungen, potenzielle Angriffe sowie Diskussionen über Sanktionen und die Straße von Hormus. Genau diese widersprüchlichen Meldungen sorgen aktuell dafür, dass die Märkte praktisch jede einzelne Headline sofort einpreisen und dadurch extrem nervös und volatil reagieren.
Zeitweise gab es Meldungen über mögliche Fortschritte in den Gesprächen zwischen den USA und Iran. Diskutiert wurden unter anderem ein langfristiges Einfrieren des iranischen Atomprogramms, eine schrittweise Öffnung der Straße von Hormus sowie potenzielle Lockerungen von Öl-Sanktionen. Kurz darauf kamen allerdings wieder deutlich aggressivere Aussagen aus Washington. Mehrere US-Offizielle bezeichneten die iranischen Vorschläge weiterhin als unzureichend und machten klar, dass militärische Optionen weiterhin geprüft würden. Trump selbst sprach mehrfach davon, dass Iran bald wissen werde, „was passieren wird“, während zwischenzeitlich sogar Meldungen über mögliche Angriffsvorbereitungen kursierten.
Genau das ist aktuell das Problem für die Märkte: Wir befinden uns momentan in einer extrem headlinegetriebenen Marktphase. Innerhalb weniger Minuten wechseln die Märkte teilweise komplett die Richtung, je nachdem ob gerade eher deeskalierende oder eskalierende Schlagzeilen über die Ticker laufen.
Auch die Straße von Hormus bleibt dabei weiterhin einer der wichtigsten Faktoren überhaupt. Mehrere Berichte deuteten darauf hin, dass der Schiffsverkehr weiterhin eingeschränkt bleibt und die Lage dort extrem angespannt ist. Genau deshalb bleibt auch Öl aktuell so wichtig für die Märkte.
Zusätzlich sollte man diese Woche aber noch einen zweiten extrem wichtigen Punkt auf dem Schirm haben, über den meiner Meinung nach aktuell viel zu wenig gesprochen wird: Nvidia.
Viele Marktteilnehmer fokussieren sich aktuell fast ausschließlich auf Iran, Öl und Geopolitik und unterschätzen dabei komplett, wie wichtig die Nvidia Earnings morgen für den Gesamtmarkt werden könnten. Nvidia macht inzwischen rund 13–14% des gesamten Nasdaq aus und etwa 7–8% des gesamten SPX. Der gesamte Tech- und KI-Sektor liegt im SPX inzwischen sogar bei knapp 40% Gewichtung. Damit hängen inzwischen enorme Teile des gesamten US-Marktes indirekt am KI-Sektor und damit letztendlich auch an Nvidia.
Besonders interessant waren dabei die jüngsten Aussagen von Jensen Huang. Er sprach erneut davon, dass der Ausbau der AI-Infrastruktur vermutlich noch viele Jahre weitergehen wird und die Nachfrage nach Speicher- sowie Rechenkapazitäten aktuell deutlich schneller wächst als das Angebot überhaupt mithalten kann. Gleichzeitig erklärte er, dass die globale Chipproduktion zunehmend auch außerhalb Taiwans ausgebaut werden müsse. Genau diese Aussagen zeigen meiner Meinung nach sehr deutlich, dass der KI-Boom aktuell keineswegs vorbei ist und Nvidia weiterhin der absolute Schlüsselwert für den gesamten Technologiesektor bleibt.
Zusätzlich bleibt auch China und Taiwan weiterhin ein wichtiger geopolitischer Faktor. Huang äußerte sich zuletzt etwas optimistischer bezüglich China und sprach davon, dass sich der chinesische Markt langfristig möglicherweise weiter öffnen könnte. Trotzdem bleibt die gesamte Halbleiter- und Lieferketten-Thematik weiterhin hochsensibel.
Fundamentaldaten & Wirtschaftsdaten im Überblick
Fundamental bleibt der heutige Tag insgesamt eher ruhig. Größere Makrodaten stehen kaum an und der Fokus der Märkte liegt weiterhin hauptsächlich auf den geopolitischen Headlines sowie auf den Nvidia Earnings morgen.
Trotzdem sollte man heute einige Notenbanksprecher definitiv im Auge behalten. Besonders wichtig werden:
• Fed-Mitglied Waller,
• EZB-Mitglied Lane,
• sowie Bundesbank-Vizepräsident Buch.
Hier wird der Markt vor allem darauf achten, ob neue Aussagen kommen zu:
• Zinssenkungen,
• Inflation,
• Monetary Policy,
• dem allgemeinen monetären Umfeld,
• oder den Auswirkungen der steigenden Energiepreise auf die Geldpolitik.
Gerade weil Öl weiterhin so hoch notiert und die geopolitische Lage angespannt bleibt, könnten Kommentare zur Inflation oder zu möglichen Zinssenkungen heute durchaus wieder stärkere Bewegungen auslösen.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil notiert aktuell bei rund 102,77 USD und bleibt damit weiterhin auf einem extrem hohen Niveau. Gestern haben wir zunächst einen Spike bis etwa 105,40 USD gesehen, bevor der Markt wieder etwas abverkauft wurde. Trotzdem bleibt entscheidend, dass wir uns weiterhin klar oberhalb der psychologisch extrem wichtigen 100-Dollar-Marke befinden.
Damit bleibt auch das Inflationsrisiko weiterhin aktiv. Solange Öl auf diesem Niveau bleibt, gibt es aktuell kaum wirkliche Entspannung beim Thema Energiepreise und Inflation. Genau das ist aktuell auch einer der Hauptgründe dafür, weshalb die Bondrenditen weiterhin so hoch bleiben.
Besonders die langen US-Renditen bleiben aktuell extrem wichtig für die Märkte. Die US10Y notiert weiterhin bei rund 4,60%, während die US30Y sogar über 5,13% liegt. Damit signalisiert der Bondmarkt weiterhin:
• hohe Inflationserwartungen,
• enorme Staatsdefizite,
• hohe Refinanzierungskosten,
• und die Erwartung, dass Zinsen möglicherweise länger hoch bleiben müssen.
Zwar haben wir gestern erste kleinere Daily-Rejections gesehen, allerdings befinden sich die Renditen heute bereits wieder auf dem Weg nach oben. Eine echte Entspannung ist aktuell also weiterhin nicht sichtbar.
Auch beim Dollar bleibt das Bild insgesamt bullish. Beim DXY haben wir zuletzt zwar kleinere Rejections von den Hochs um 99,36 gesehen, allerdings laufen wir diese Bereiche aktuell bereits wieder an. Die kurzfristigen bearishen Kerzen lassen sich aktuell hauptsächlich auf kleinere Bewegungen am Bondmarkt zurückführen. Insgesamt bleibt der Dollar aber weiterhin stark unterstützt durch hohe Renditen, Safe-Haven-Demand sowie Kapitalzuflüsse in US-Anleihen.
Der VIX notiert weiterhin unter 20 bei rund 18,42 und signalisiert damit aktuell zwar noch keine echte Marktpanik, allerdings bleibt die Nervosität trotzdem deutlich erhöht. Der Markt wirkt aktuell insgesamt sehr sensibel und extrem headlineabhängig.
Risk Assets im Überblick
Bei Bitcoin sehen wir inzwischen ebenfalls die erste bearishere Reaktion, ähnlich wie bei vielen anderen Risk Assets. Das Wochentief wurde bereits unterschritten und nun bleibt entscheidend, ob sich das Short-Momentum fortsetzen kann. Bisher reagiert Bitcoin allerdings insgesamt noch relativ stabil im Vergleich zu anderen Risikoassets. Trotzdem bleibt das allgemeine Risk-Off-Umfeld weiterhin aktiv.
Auch der Nasdaq wirkt aktuell kurzfristig eher bearish. Besonders wichtig bleibt für mich die Zone um 28.500–28.600. Sollten wir diese Weekly-Lows unterschreiten, sehe ich zunächst weiteres Short-Momentum. Gleichzeitig bleibt aber extrem entscheidend, wie die Nvidia Earnings morgen ausfallen und wie viel davon aktuell bereits eingepreist ist.
Aktuell sehen wir bereits leichten Verkaufsdruck im Nasdaq. Trotzdem halte ich es aufgrund des hohen Short-Interests weiterhin für realistisch, dass wir bei starken Nvidia-Zahlen nochmals Richtung 30.000 laufen könnten. Sollte Nvidia jedoch enttäuschen oder die geopolitische Lage weiter eskalieren, dürften besonders Tech- und KI-Werte erneut deutlich unter Druck geraten.
Auch beim SPX bleibt Nvidia inzwischen ein enorm wichtiger Faktor. Der gesamte KI- und Techsektor macht mittlerweile knapp 40% des Index aus. Genau deshalb könnten die morgigen Zahlen enorme Auswirkungen auf den Gesamtmarkt haben. Starke Zahlen und bullish Guidance könnten den Markt erneut deutlich antreiben. Sollten die Zahlen jedoch enttäuschen, sehe ich unter dem Weekly Low zunächst weiteres Shortpotenzial.
Der US30 zeigt sich dagegen weiterhin deutlich stabiler. Dort ist die Tech-Gewichtung wesentlich geringer und Nvidia macht nur rund 3% des gesamten Index aus. Genau deshalb bewegt sich der US30 aktuell insgesamt deutlich ruhiger als Nasdaq oder SPX. Gestern konnten wir hier sogar einen bullishen Daily-Close über 49.500 sehen. Jetzt bleibt entscheidend, ob wir über das gestrige Tageshoch bei 49.805 ausbrechen können. Dann wäre weiteres Momentum Richtung 50.000 und möglicherweise sogar Richtung All-Time-Highs denkbar.
Charttechnischer Ausblick DAX
Der DAX zeigte gestern genau das Szenario, auf das ich bereits im Wochenausblick hingewiesen hatte: einen massiven Shortsqueeze. Für mich war relativ klar, dass oberhalb der 24.000er Zone nochmals erhebliche Kaufkraft in den Markt kommen könnte, vor allem aufgrund der aktuellen Short-Positionierung vieler Marktteilnehmer.
Genau das haben wir jetzt gesehen.
Der DAX konnte die 24.000 klar zurückerobern, den Freitags-Hochkurs der extrem bearishen Kerze brechen und damit weiteres bullisches Momentum auslösen. Besonders wichtig war dabei auch, dass wir sogar den Höchstkurs vom Freitag komplett engulfen konnten und dadurch erneut starke Kaufkraft in den Markt kam.
Aktuell bleibt für mich entscheidend, wie wir uns heute oberhalb dieser Zone verhalten. Wir haben bereits das gestrige Tageshoch überschritten und solange wir über 24.440 bleiben, bleibe ich kurzfristig bullish gestimmt.
Die nächste entscheidende Schlüsselzone liegt bei 24.500. Sollten wir dort ebenfalls Momentum aufbauen können, halte ich weitere Anstiege Richtung:
• 24.613,
• sowie anschließend 24.700–24.800
für realistisch.
Dort liegen wichtige Wochen- und Monatslevels sowie das bisherige Jahreshoch. Genau dort dürfte sich entscheiden, ob der DAX nochmals ernsthaft die 25.000er Zone angreifen kann.
Das bearish Szenario sehe ich kurzfristig erst wieder unterhalb der 24.100er Zone. Trotzdem halte ich mich mit Shorts aktuell eher zurück und achte momentan eher auf:
• Retest-Einstiege im Bereich 24.000–24.100
oder
• Momentum-Longs oberhalb der aktuellen Tageshochs.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Meinung und Marktanalyse.
Wie seht ihr die Lage aktuell?
Kann Nvidia die extrem hohen Erwartungen morgen erneut schlagen?
Und bleibt der KI-Boom stark genug, um Geopolitik, hohe Bondrenditen und Inflationssorgen weiterhin zu überdecken?
Wünsche euch erfolgreiche Trades und einen guten Handelstag!
Ich habe heute übrigens auch wieder ein ausführliches YouTube Video zum aktuellen Marktumfeld hochgeladen. Wer sich die komplette Analyse lieber im Detail mit Charts, Makrolage, Bonds, Öl, Nvidia und DAX ansehen möchte, kann dort gerne vorbeischauen 🤝
Fundamentale & geopolitische Lage
Die Märkte bleiben weiterhin extrem stark von der geopolitischen Lage im Nahen Osten beeinflusst. Über das gesamte Wochenende hinweg gab es nahezu im Stundentakt neue Schlagzeilen rund um Iran, die USA, mögliche Waffenruhen, neue Verhandlungen, potenzielle Angriffe sowie Diskussionen über Sanktionen und die Straße von Hormus. Genau diese widersprüchlichen Meldungen sorgen aktuell dafür, dass die Märkte praktisch jede einzelne Headline sofort einpreisen und dadurch extrem nervös und volatil reagieren.
Zeitweise gab es Meldungen über mögliche Fortschritte in den Gesprächen zwischen den USA und Iran. Diskutiert wurden unter anderem ein langfristiges Einfrieren des iranischen Atomprogramms, eine schrittweise Öffnung der Straße von Hormus sowie potenzielle Lockerungen von Öl-Sanktionen. Kurz darauf kamen allerdings wieder deutlich aggressivere Aussagen aus Washington. Mehrere US-Offizielle bezeichneten die iranischen Vorschläge weiterhin als unzureichend und machten klar, dass militärische Optionen weiterhin geprüft würden. Trump selbst sprach mehrfach davon, dass Iran bald wissen werde, „was passieren wird“, während zwischenzeitlich sogar Meldungen über mögliche Angriffsvorbereitungen kursierten.
Genau das ist aktuell das Problem für die Märkte: Wir befinden uns momentan in einer extrem headlinegetriebenen Marktphase. Innerhalb weniger Minuten wechseln die Märkte teilweise komplett die Richtung, je nachdem ob gerade eher deeskalierende oder eskalierende Schlagzeilen über die Ticker laufen.
Auch die Straße von Hormus bleibt dabei weiterhin einer der wichtigsten Faktoren überhaupt. Mehrere Berichte deuteten darauf hin, dass der Schiffsverkehr weiterhin eingeschränkt bleibt und die Lage dort extrem angespannt ist. Genau deshalb bleibt auch Öl aktuell so wichtig für die Märkte.
Zusätzlich sollte man diese Woche aber noch einen zweiten extrem wichtigen Punkt auf dem Schirm haben, über den meiner Meinung nach aktuell viel zu wenig gesprochen wird: Nvidia.
Viele Marktteilnehmer fokussieren sich aktuell fast ausschließlich auf Iran, Öl und Geopolitik und unterschätzen dabei komplett, wie wichtig die Nvidia Earnings morgen für den Gesamtmarkt werden könnten. Nvidia macht inzwischen rund 13–14% des gesamten Nasdaq aus und etwa 7–8% des gesamten SPX. Der gesamte Tech- und KI-Sektor liegt im SPX inzwischen sogar bei knapp 40% Gewichtung. Damit hängen inzwischen enorme Teile des gesamten US-Marktes indirekt am KI-Sektor und damit letztendlich auch an Nvidia.
Besonders interessant waren dabei die jüngsten Aussagen von Jensen Huang. Er sprach erneut davon, dass der Ausbau der AI-Infrastruktur vermutlich noch viele Jahre weitergehen wird und die Nachfrage nach Speicher- sowie Rechenkapazitäten aktuell deutlich schneller wächst als das Angebot überhaupt mithalten kann. Gleichzeitig erklärte er, dass die globale Chipproduktion zunehmend auch außerhalb Taiwans ausgebaut werden müsse. Genau diese Aussagen zeigen meiner Meinung nach sehr deutlich, dass der KI-Boom aktuell keineswegs vorbei ist und Nvidia weiterhin der absolute Schlüsselwert für den gesamten Technologiesektor bleibt.
Zusätzlich bleibt auch China und Taiwan weiterhin ein wichtiger geopolitischer Faktor. Huang äußerte sich zuletzt etwas optimistischer bezüglich China und sprach davon, dass sich der chinesische Markt langfristig möglicherweise weiter öffnen könnte. Trotzdem bleibt die gesamte Halbleiter- und Lieferketten-Thematik weiterhin hochsensibel.
Fundamentaldaten & Wirtschaftsdaten im Überblick
Fundamental bleibt der heutige Tag insgesamt eher ruhig. Größere Makrodaten stehen kaum an und der Fokus der Märkte liegt weiterhin hauptsächlich auf den geopolitischen Headlines sowie auf den Nvidia Earnings morgen.
Trotzdem sollte man heute einige Notenbanksprecher definitiv im Auge behalten. Besonders wichtig werden:
• Fed-Mitglied Waller,
• EZB-Mitglied Lane,
• sowie Bundesbank-Vizepräsident Buch.
Hier wird der Markt vor allem darauf achten, ob neue Aussagen kommen zu:
• Zinssenkungen,
• Inflation,
• Monetary Policy,
• dem allgemeinen monetären Umfeld,
• oder den Auswirkungen der steigenden Energiepreise auf die Geldpolitik.
Gerade weil Öl weiterhin so hoch notiert und die geopolitische Lage angespannt bleibt, könnten Kommentare zur Inflation oder zu möglichen Zinssenkungen heute durchaus wieder stärkere Bewegungen auslösen.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil notiert aktuell bei rund 102,77 USD und bleibt damit weiterhin auf einem extrem hohen Niveau. Gestern haben wir zunächst einen Spike bis etwa 105,40 USD gesehen, bevor der Markt wieder etwas abverkauft wurde. Trotzdem bleibt entscheidend, dass wir uns weiterhin klar oberhalb der psychologisch extrem wichtigen 100-Dollar-Marke befinden.
Damit bleibt auch das Inflationsrisiko weiterhin aktiv. Solange Öl auf diesem Niveau bleibt, gibt es aktuell kaum wirkliche Entspannung beim Thema Energiepreise und Inflation. Genau das ist aktuell auch einer der Hauptgründe dafür, weshalb die Bondrenditen weiterhin so hoch bleiben.
Besonders die langen US-Renditen bleiben aktuell extrem wichtig für die Märkte. Die US10Y notiert weiterhin bei rund 4,60%, während die US30Y sogar über 5,13% liegt. Damit signalisiert der Bondmarkt weiterhin:
• hohe Inflationserwartungen,
• enorme Staatsdefizite,
• hohe Refinanzierungskosten,
• und die Erwartung, dass Zinsen möglicherweise länger hoch bleiben müssen.
Zwar haben wir gestern erste kleinere Daily-Rejections gesehen, allerdings befinden sich die Renditen heute bereits wieder auf dem Weg nach oben. Eine echte Entspannung ist aktuell also weiterhin nicht sichtbar.
Auch beim Dollar bleibt das Bild insgesamt bullish. Beim DXY haben wir zuletzt zwar kleinere Rejections von den Hochs um 99,36 gesehen, allerdings laufen wir diese Bereiche aktuell bereits wieder an. Die kurzfristigen bearishen Kerzen lassen sich aktuell hauptsächlich auf kleinere Bewegungen am Bondmarkt zurückführen. Insgesamt bleibt der Dollar aber weiterhin stark unterstützt durch hohe Renditen, Safe-Haven-Demand sowie Kapitalzuflüsse in US-Anleihen.
Der VIX notiert weiterhin unter 20 bei rund 18,42 und signalisiert damit aktuell zwar noch keine echte Marktpanik, allerdings bleibt die Nervosität trotzdem deutlich erhöht. Der Markt wirkt aktuell insgesamt sehr sensibel und extrem headlineabhängig.
Risk Assets im Überblick
Bei Bitcoin sehen wir inzwischen ebenfalls die erste bearishere Reaktion, ähnlich wie bei vielen anderen Risk Assets. Das Wochentief wurde bereits unterschritten und nun bleibt entscheidend, ob sich das Short-Momentum fortsetzen kann. Bisher reagiert Bitcoin allerdings insgesamt noch relativ stabil im Vergleich zu anderen Risikoassets. Trotzdem bleibt das allgemeine Risk-Off-Umfeld weiterhin aktiv.
Auch der Nasdaq wirkt aktuell kurzfristig eher bearish. Besonders wichtig bleibt für mich die Zone um 28.500–28.600. Sollten wir diese Weekly-Lows unterschreiten, sehe ich zunächst weiteres Short-Momentum. Gleichzeitig bleibt aber extrem entscheidend, wie die Nvidia Earnings morgen ausfallen und wie viel davon aktuell bereits eingepreist ist.
Aktuell sehen wir bereits leichten Verkaufsdruck im Nasdaq. Trotzdem halte ich es aufgrund des hohen Short-Interests weiterhin für realistisch, dass wir bei starken Nvidia-Zahlen nochmals Richtung 30.000 laufen könnten. Sollte Nvidia jedoch enttäuschen oder die geopolitische Lage weiter eskalieren, dürften besonders Tech- und KI-Werte erneut deutlich unter Druck geraten.
Auch beim SPX bleibt Nvidia inzwischen ein enorm wichtiger Faktor. Der gesamte KI- und Techsektor macht mittlerweile knapp 40% des Index aus. Genau deshalb könnten die morgigen Zahlen enorme Auswirkungen auf den Gesamtmarkt haben. Starke Zahlen und bullish Guidance könnten den Markt erneut deutlich antreiben. Sollten die Zahlen jedoch enttäuschen, sehe ich unter dem Weekly Low zunächst weiteres Shortpotenzial.
Der US30 zeigt sich dagegen weiterhin deutlich stabiler. Dort ist die Tech-Gewichtung wesentlich geringer und Nvidia macht nur rund 3% des gesamten Index aus. Genau deshalb bewegt sich der US30 aktuell insgesamt deutlich ruhiger als Nasdaq oder SPX. Gestern konnten wir hier sogar einen bullishen Daily-Close über 49.500 sehen. Jetzt bleibt entscheidend, ob wir über das gestrige Tageshoch bei 49.805 ausbrechen können. Dann wäre weiteres Momentum Richtung 50.000 und möglicherweise sogar Richtung All-Time-Highs denkbar.
Charttechnischer Ausblick DAX
Der DAX zeigte gestern genau das Szenario, auf das ich bereits im Wochenausblick hingewiesen hatte: einen massiven Shortsqueeze. Für mich war relativ klar, dass oberhalb der 24.000er Zone nochmals erhebliche Kaufkraft in den Markt kommen könnte, vor allem aufgrund der aktuellen Short-Positionierung vieler Marktteilnehmer.
Genau das haben wir jetzt gesehen.
Der DAX konnte die 24.000 klar zurückerobern, den Freitags-Hochkurs der extrem bearishen Kerze brechen und damit weiteres bullisches Momentum auslösen. Besonders wichtig war dabei auch, dass wir sogar den Höchstkurs vom Freitag komplett engulfen konnten und dadurch erneut starke Kaufkraft in den Markt kam.
Aktuell bleibt für mich entscheidend, wie wir uns heute oberhalb dieser Zone verhalten. Wir haben bereits das gestrige Tageshoch überschritten und solange wir über 24.440 bleiben, bleibe ich kurzfristig bullish gestimmt.
Die nächste entscheidende Schlüsselzone liegt bei 24.500. Sollten wir dort ebenfalls Momentum aufbauen können, halte ich weitere Anstiege Richtung:
• 24.613,
• sowie anschließend 24.700–24.800
für realistisch.
Dort liegen wichtige Wochen- und Monatslevels sowie das bisherige Jahreshoch. Genau dort dürfte sich entscheiden, ob der DAX nochmals ernsthaft die 25.000er Zone angreifen kann.
Das bearish Szenario sehe ich kurzfristig erst wieder unterhalb der 24.100er Zone. Trotzdem halte ich mich mit Shorts aktuell eher zurück und achte momentan eher auf:
• Retest-Einstiege im Bereich 24.000–24.100
oder
• Momentum-Longs oberhalb der aktuellen Tageshochs.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Meinung und Marktanalyse.
Wie seht ihr die Lage aktuell?
Kann Nvidia die extrem hohen Erwartungen morgen erneut schlagen?
Und bleibt der KI-Boom stark genug, um Geopolitik, hohe Bondrenditen und Inflationssorgen weiterhin zu überdecken?
Wünsche euch erfolgreiche Trades und einen guten Handelstag!
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