Was über Nacht passiert ist
Zwei der größten Konzerne der Welt haben nach Börsenschluss Zahlen
gemeldet – und sind in entgegengesetzte Richtungen gelaufen.
Microsoft plus 9 Prozent. Umsatz 90,01 Milliarden Dollar gegen
87,62 erwartet. Die Cloud-Sparte Azure wuchs um 43 Prozent statt
der erwarteten 40,2 und überschritt im Geschäftsjahr erstmals die
100-Milliarden-Marke.
Meta minus 9 Prozent. Der Gewinn je Aktie lag 1,04 Dollar unter den
Schätzungen, und die Umsatzprognose für das laufende Quartal fiel am
unteren Ende schwächer aus als erwartet.
Gleicher Tag, gleiche Frage – zahlen sich die gigantischen Ausgaben
für Künstliche Intelligenz aus? – und zwei entgegengesetzte
Antworten.
Dazu: Die USA haben am Mittwochabend eine neue Runde Angriffe gegen
Iran gestartet. Der Ölpreis bleibt ein Thema.
Netto stehen die S&P-Futures rund 0,35 Prozent im Plus. Nach dem
Absturz von gestern ist das eine Beruhigung, keine Erholung.
Wo wir stehen
7364,25. Das sind 13 Punkte über dem gestrigen Schlusskurs von
7351,25 und 41 Punkte über dem gestrigen Tief von 7323,25.
Über Nacht ging es langsam aufwärts, bis rund [7393], und
seit etwa fünf Uhr wieder etwas zurück.
Beide gleitenden Durchschnitte liegen jetzt über dem Kurs und
fallen: der blaue bei 7417,04, der orange bei 7418,29. Vor drei
Tagen war das umgekehrt.
Die Zahlen, auf die es ankommt
7501,00 Hoch vom 29.07.
7468,25 Widerstand, mehrere Zeiteinheiten
7418,29 oranger Durchschnitt
7417,04 blauer Durchschnitt
7409,00 Widerstand
7364,25 aktuell
7351,25 Schlusskurs gestern
7323,25 Tief gestern
Die Wand bei 7409
Das Wichtigste heute liegt über uns, und es ist kein Level, sondern
ein Stapel.
Zwischen 7409,00 und 7418,29 liegen drei Hindernisse in nur 9
Punkten: der Widerstand bei 7409, der blaue Durchschnitt bei 7417,04
und der orange bei 7418,29.
Warum das zählt: Ein einzelnes Level kann brechen, weil zufällig
gerade jemand grösser kauft. Drei Hindernisse übereinander brechen
nur, wenn tatsächlich Nachfrage da ist. Solche Häufungen halten
öfter – und wenn sie brechen, dann meistens deutlich.
Darüber wird es dünn: Bis zum nächsten Widerstand bei 7468,25 liegen
rund 50 Punkte fast ohne Zwischenstation.
Die Linie bei 7351,25
7351,25 ist der Schlusskurs von gestern. Das ist kein Widerstand und
keine Unterstützung – es ist die Trennlinie zwischen einem grünen und
einem roten Tag.
Für Einsteiger: Wenn im Fernsehen "der Markt steht 0,3 Prozent im
Plus" gesagt wird, ist damit immer der Abstand zum letzten
Schlusskurs gemeint. Diese Zahl ist deshalb kein Handelslevel, aber
sie ist der Bezugspunkt, an dem alle anderen die Stimmung messen.
Wenn es nach oben geht
Die Wand muss ganz durch. Bestätigung: zwei Schlusskurse im
2-Minuten-Chart über 7418,29 – nicht über 7409.
Darüber liegen rund 50 Punkte offener Raum bis 7468,25. Das sind
250 Dollar je Kontrakt.
Bis dahin sind es von hier aus 54 Punkte. Das ist weit.
Ungültig: Rückfall unter 7409,00.
Wenn es nach unten geht
Zuerst muss 7351,25 fallen, sonst ist es nur Rauschen innerhalb des
gestrigen Schlussbereichs.
Der eigentliche Auslöser ist 7323,25, das Tief von gestern.
Bestätigung: zwei Schlusskurse unter 7323,25.
Darunter habe ich keine markierte Unterstützung mehr. Der Chart wird
leer, und leere Bereiche laufen schnell.
Ungültig: Rückkehr über 7351,25.
Und jetzt ehrlich: Heute ist kein Auslöser in der Nähe
Das ist der ungewöhnlichste Teil der heutigen Lage.
Nach oben sind es 54 Punkte bis zur Bestätigung. Nach unten 41. Wir
stehen mitten in einer Spanne von rund 95 Punkten, und an keinem der
beiden Ränder passiert gerade etwas.
Das heisst nicht, dass heute nichts läuft. Es heisst, dass alles, was
zwischen diesen Rändern passiert, kein Signal ist – sondern Bewegung
ohne Aussage. Wer in der Mitte einer Spanne handelt, bezahlt beide
Ränder.
Ich rechne heute mit weniger Handel als an den letzten drei Tagen.
Und ich halte das nicht für ein Problem.
Was heute stört – und was mit offenen Positionen passiert
Nach US-Börsenschluss berichten Apple und Amazon. Das ist der
gleiche Test wie bei Microsoft und Meta, und man hat gestern
gesehen, dass er in beide Richtungen ausgehen kann.
Gestern hat mich das Geld gekostet, weil ich keine Regel dafür
hatte. Deshalb steht sie ab heute drin:
Jede Position, die ich vor einem angekündigten Termin offen habe,
wird vorher entweder ganz geschlossen oder halbiert – und beim Rest
ziehe ich den Stopp auf den Einstieg. Kein Halten "mal sehen".
Der Grund ist einfach: Vor einer Zahl kenne ich mein Risiko nicht
mehr. Ein Stopp schützt nur, solange der Kurs durch ihn hindurch
läuft. Bei einer Meldung springt er darüber hinweg.
Außerdem im Blick: Der Nasdaq Composite hat gestern mehr als
10 Prozent unter seinem Rekordhoch geschlossen. Und die
30-jährige US-Rendite steht auf dem höchsten Stand seit 2007 –
das war der eigentliche Auslöser des gestrigen Absturzes und ist
nicht verschwunden.
Für die Neuen
Microsoft plus 9 Prozent, Meta minus 9 Prozent. Gleiche Nacht,
gleiche Branche, gleiche Frage – zwei entgegengesetzte Antworten.
Im Index heben sich solche Bewegungen teilweise gegenseitig auf.
Deshalb wirkt der S&P 500 oft ruhiger als die Aktien, aus denen er
besteht. Wer den Index handelt, muss nicht wissen, welcher Konzern
gewinnt. Er muss nur wissen, ob sich die Summe bewegt.
Das ist kein Vorteil, sondern ein Tauschgeschäft: weniger Ausschlag
nach unten, dafür auch kein grosser Treffer nach oben. Wer den einen
richtigen Konzern erwischen will, ist im Index am falschen Platz –
und wer nachts ruhig schlafen will, am richtigen.
Zu den Linien im Chart
Blau ist ein EMA, orange ein ZLSMA – beides gleitende Durchschnitte,
also Mittelwerte der letzten Kurse in unterschiedlicher Berechnung.
Die waagerechten Level kommen von einem Support-&-Resistance-
Indikator über mehrere Zeiteinheiten.
Der Chart hier ist 15 Minuten, damit man den Zusammenhang sieht.
Meine Bestätigungsregeln beziehen sich auf den 2-Minuten-Chart –
dieselben Level, nur feiner aufgelöst.
Zum Schluss
Das ist mein Plan, kein Signal und keine Empfehlung. Er steht
vorher da, damit man morgen nachlesen kann, ob er getaugt hat.
Auch wenn nicht.
Zwei der größten Konzerne der Welt haben nach Börsenschluss Zahlen
gemeldet – und sind in entgegengesetzte Richtungen gelaufen.
Microsoft plus 9 Prozent. Umsatz 90,01 Milliarden Dollar gegen
87,62 erwartet. Die Cloud-Sparte Azure wuchs um 43 Prozent statt
der erwarteten 40,2 und überschritt im Geschäftsjahr erstmals die
100-Milliarden-Marke.
Meta minus 9 Prozent. Der Gewinn je Aktie lag 1,04 Dollar unter den
Schätzungen, und die Umsatzprognose für das laufende Quartal fiel am
unteren Ende schwächer aus als erwartet.
Gleicher Tag, gleiche Frage – zahlen sich die gigantischen Ausgaben
für Künstliche Intelligenz aus? – und zwei entgegengesetzte
Antworten.
Dazu: Die USA haben am Mittwochabend eine neue Runde Angriffe gegen
Iran gestartet. Der Ölpreis bleibt ein Thema.
Netto stehen die S&P-Futures rund 0,35 Prozent im Plus. Nach dem
Absturz von gestern ist das eine Beruhigung, keine Erholung.
Wo wir stehen
7364,25. Das sind 13 Punkte über dem gestrigen Schlusskurs von
7351,25 und 41 Punkte über dem gestrigen Tief von 7323,25.
Über Nacht ging es langsam aufwärts, bis rund [7393], und
seit etwa fünf Uhr wieder etwas zurück.
Beide gleitenden Durchschnitte liegen jetzt über dem Kurs und
fallen: der blaue bei 7417,04, der orange bei 7418,29. Vor drei
Tagen war das umgekehrt.
Die Zahlen, auf die es ankommt
7501,00 Hoch vom 29.07.
7468,25 Widerstand, mehrere Zeiteinheiten
7418,29 oranger Durchschnitt
7417,04 blauer Durchschnitt
7409,00 Widerstand
7364,25 aktuell
7351,25 Schlusskurs gestern
7323,25 Tief gestern
Die Wand bei 7409
Das Wichtigste heute liegt über uns, und es ist kein Level, sondern
ein Stapel.
Zwischen 7409,00 und 7418,29 liegen drei Hindernisse in nur 9
Punkten: der Widerstand bei 7409, der blaue Durchschnitt bei 7417,04
und der orange bei 7418,29.
Warum das zählt: Ein einzelnes Level kann brechen, weil zufällig
gerade jemand grösser kauft. Drei Hindernisse übereinander brechen
nur, wenn tatsächlich Nachfrage da ist. Solche Häufungen halten
öfter – und wenn sie brechen, dann meistens deutlich.
Darüber wird es dünn: Bis zum nächsten Widerstand bei 7468,25 liegen
rund 50 Punkte fast ohne Zwischenstation.
Die Linie bei 7351,25
7351,25 ist der Schlusskurs von gestern. Das ist kein Widerstand und
keine Unterstützung – es ist die Trennlinie zwischen einem grünen und
einem roten Tag.
Für Einsteiger: Wenn im Fernsehen "der Markt steht 0,3 Prozent im
Plus" gesagt wird, ist damit immer der Abstand zum letzten
Schlusskurs gemeint. Diese Zahl ist deshalb kein Handelslevel, aber
sie ist der Bezugspunkt, an dem alle anderen die Stimmung messen.
Wenn es nach oben geht
Die Wand muss ganz durch. Bestätigung: zwei Schlusskurse im
2-Minuten-Chart über 7418,29 – nicht über 7409.
Darüber liegen rund 50 Punkte offener Raum bis 7468,25. Das sind
250 Dollar je Kontrakt.
Bis dahin sind es von hier aus 54 Punkte. Das ist weit.
Ungültig: Rückfall unter 7409,00.
Wenn es nach unten geht
Zuerst muss 7351,25 fallen, sonst ist es nur Rauschen innerhalb des
gestrigen Schlussbereichs.
Der eigentliche Auslöser ist 7323,25, das Tief von gestern.
Bestätigung: zwei Schlusskurse unter 7323,25.
Darunter habe ich keine markierte Unterstützung mehr. Der Chart wird
leer, und leere Bereiche laufen schnell.
Ungültig: Rückkehr über 7351,25.
Und jetzt ehrlich: Heute ist kein Auslöser in der Nähe
Das ist der ungewöhnlichste Teil der heutigen Lage.
Nach oben sind es 54 Punkte bis zur Bestätigung. Nach unten 41. Wir
stehen mitten in einer Spanne von rund 95 Punkten, und an keinem der
beiden Ränder passiert gerade etwas.
Das heisst nicht, dass heute nichts läuft. Es heisst, dass alles, was
zwischen diesen Rändern passiert, kein Signal ist – sondern Bewegung
ohne Aussage. Wer in der Mitte einer Spanne handelt, bezahlt beide
Ränder.
Ich rechne heute mit weniger Handel als an den letzten drei Tagen.
Und ich halte das nicht für ein Problem.
Was heute stört – und was mit offenen Positionen passiert
Nach US-Börsenschluss berichten Apple und Amazon. Das ist der
gleiche Test wie bei Microsoft und Meta, und man hat gestern
gesehen, dass er in beide Richtungen ausgehen kann.
Gestern hat mich das Geld gekostet, weil ich keine Regel dafür
hatte. Deshalb steht sie ab heute drin:
Jede Position, die ich vor einem angekündigten Termin offen habe,
wird vorher entweder ganz geschlossen oder halbiert – und beim Rest
ziehe ich den Stopp auf den Einstieg. Kein Halten "mal sehen".
Der Grund ist einfach: Vor einer Zahl kenne ich mein Risiko nicht
mehr. Ein Stopp schützt nur, solange der Kurs durch ihn hindurch
läuft. Bei einer Meldung springt er darüber hinweg.
Außerdem im Blick: Der Nasdaq Composite hat gestern mehr als
10 Prozent unter seinem Rekordhoch geschlossen. Und die
30-jährige US-Rendite steht auf dem höchsten Stand seit 2007 –
das war der eigentliche Auslöser des gestrigen Absturzes und ist
nicht verschwunden.
Für die Neuen
Microsoft plus 9 Prozent, Meta minus 9 Prozent. Gleiche Nacht,
gleiche Branche, gleiche Frage – zwei entgegengesetzte Antworten.
Im Index heben sich solche Bewegungen teilweise gegenseitig auf.
Deshalb wirkt der S&P 500 oft ruhiger als die Aktien, aus denen er
besteht. Wer den Index handelt, muss nicht wissen, welcher Konzern
gewinnt. Er muss nur wissen, ob sich die Summe bewegt.
Das ist kein Vorteil, sondern ein Tauschgeschäft: weniger Ausschlag
nach unten, dafür auch kein grosser Treffer nach oben. Wer den einen
richtigen Konzern erwischen will, ist im Index am falschen Platz –
und wer nachts ruhig schlafen will, am richtigen.
Zu den Linien im Chart
Blau ist ein EMA, orange ein ZLSMA – beides gleitende Durchschnitte,
also Mittelwerte der letzten Kurse in unterschiedlicher Berechnung.
Die waagerechten Level kommen von einem Support-&-Resistance-
Indikator über mehrere Zeiteinheiten.
Der Chart hier ist 15 Minuten, damit man den Zusammenhang sieht.
Meine Bestätigungsregeln beziehen sich auf den 2-Minuten-Chart –
dieselben Level, nur feiner aufgelöst.
Zum Schluss
Das ist mein Plan, kein Signal und keine Empfehlung. Er steht
vorher da, damit man morgen nachlesen kann, ob er getaugt hat.
Auch wenn nicht.
Aviso legal
As informações e publicações não se destinam a ser, e não constituem, conselhos ou recomendações financeiras, de investimento, comerciais ou de outro tipo fornecidos ou endossados pela TradingView. Leia mais nos Termos de Uso.
Aviso legal
As informações e publicações não se destinam a ser, e não constituem, conselhos ou recomendações financeiras, de investimento, comerciais ou de outro tipo fornecidos ou endossados pela TradingView. Leia mais nos Termos de Uso.
