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DAX Tagesausblick 15. Mai – Starke Rejection am Jahreshoch 2025

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Nach dem starken Momentum der vergangenen Tage hat der DAX gestern die entscheidende Schlüsselzone im Bereich von 24.500 Punkten erreicht und dort eine deutliche Rejection gezeigt. Wir konnten uns zunächst dynamisch über die Hochs von Dienstag und Mittwoch durchsetzen, bevor der Markt exakt am Jahreshoch, Wochenhoch KW18 und der zentralen Widerstandszone abverkauft wurde. Insgesamt wurden vom Hoch bereits rund 333 Punkte bzw. etwa 1,4 % abverkauft. Damit wird heute extrem entscheidend, ob der Markt die 24.000er-Zone erneut verteidigen kann oder ob wir in eine größere Gewinnmitnahme übergehen.

Aktuelle geopolitische Lage

Geopolitisch bleibt die Lage weiterhin extrem angespannt. Das dominierende Thema bleibt unverändert der Iran-Konflikt sowie die Gefahr weiterer Eskalationen rund um die Straße von Hormus. Gleichzeitig versuchen die Märkte aktuell jedoch, die Situation über diplomatische Fortschritte zwischen China und den USA zu stabilisieren. Besonders das Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping steht dabei massiv im Fokus der Märkte.

Positiv bewertet wurde dabei vor allem, dass China signalisiert hat, die Straße von Hormus offen halten zu wollen und offenbar kein Interesse an einer weiteren militärischen Eskalation mit Iran hat. Zudem wurde über stärkere wirtschaftliche Kooperationen gesprochen, darunter mögliche zusätzliche chinesische Käufe von US-Öl sowie große Boeing-Deals. Auch die Aussagen rund um eine weitere wirtschaftliche Öffnung Chinas wurden kurzfristig positiv aufgenommen.

Gleichzeitig bleibt die Lage jedoch brandgefährlich. Reuters berichtete explizit, dass Xi Jinping vor einer Eskalation rund um Taiwan gewarnt hat. Rubio sprach erneut offen über Chinas militärisches Wachstum und auch die geopolitischen Fronten zwischen den USA, China, Iran und Russland verschmelzen zunehmend zu einem globalen Risiko-Thema.

Hinzu kommt das weiterhin extrem kritische Energie-Thema. OPEC+ hält zwar offiziell an symbolischen Produktionsanhebungen fest, dennoch bleibt das Angebot angespannt. Gleichzeitig wurden erneut Angriffe auf Schiffe in der Region gemeldet, die Lage rund um Hormus bleibt fragil und laut Reuters haben sich die Preise für Jet Fuel seit Beginn des Iran-Kriegs bereits nahezu verdoppelt. Die Lagerbestände in Europa befinden sich dabei auf extrem niedrigen Niveaus. Damit geht es inzwischen nicht mehr nur um hohe Ölpreise, sondern zunehmend um reale physische Engpässe.

Die Märkte handeln aktuell weiterhin Hoffnung auf Diplomatie und AI-getriebenes Wachstum, während sich unter der Oberfläche die strukturellen geopolitischen Risiken weiter verschärfen.

Fundamentale Daten

Die gestrigen US-Wirtschaftsdaten lieferten insgesamt eher ein schwächeres Bild der Wirtschaft und spielen klar in das aktuelle Risk-off-Narrativ hinein.

Die Retail Sales Month-over-Month für April lagen mit 0,5 % exakt auf Forecast, allerdings wurde der vorherige Wert von 1,7 % auf 1,6 % nach unten revidiert. Besonders wichtig dabei: Die Dynamik beim Konsum nimmt deutlich ab. Dasselbe Bild zeigte sich auch bei den Core Retail Sales. Diese kamen ebenfalls exakt auf Forecast bei 0,7 %, allerdings nach einem vorherigen Wert von 1,9 %. Auch hier sehen wir also einen massiven Rückgang im Vergleich zum Vormonat.

Noch interessanter waren allerdings die Initial Jobless Claims. Der vorherige Wert wurde von 200k auf 199k nach unten revidiert, der Forecast lag bei 205k und die tatsächlichen Claims kamen mit 211k deutlich höher rein als erwartet. Das zeigt erste signifikante Schwäche am Arbeitsmarkt und bestätigt zunehmend, dass die Wirtschaft an Dynamik verliert.

Normalerweise würden solche Daten dem Markt Hoffnung auf Zinssenkungen geben. Genau hier liegt aktuell allerdings das Problem: Die Inflation bleibt viel zu hoch. Die CPI-Daten vom Dienstag lagen weiterhin bei 3,8 % und damit massiv über dem 2 %-Ziel der FED. Das bedeutet, dass die FED die Wirtschaft kurzfristig nicht einfach durch aggressive Zinssenkungen stützen kann, ohne das Risiko einer erneuten Inflationseskalation massiv zu erhöhen.

Auch die Aussagen der FED und EZB gingen klar in eine hawkishe Richtung. Mehrere FED-Mitglieder betonten erneut:
- Inflation bleibt das größte Risiko
- Energiepreise könnten erneut Inflationsdruck erzeugen
- Die Wirtschaft zeigt weiterhin Resilienz
- Die Zinsen müssen länger restriktiv bleiben
- Der Arbeitsmarkt kühlt zwar leicht ab, ist aber weiterhin stabil genug

Auch von Seiten der EZB und der Bank of England wurde deutlich gemacht, dass Inflation weiterhin ein zentrales Problem bleibt. Besonders interessant war dabei die Aussage, dass Haushalte und Unternehmen inzwischen deutlich sensibler auf steigende Preise reagieren und langfristige Renditen zunehmend Inflationssorgen widerspiegeln.

Für heute stehen mit Industrial Production und dem New York Empire State Manufacturing Index lediglich sekundär wichtige Wirtschaftsdaten an. Damit dürften heute erneut vor allem geopolitische Headlines rund um Iran, China oder Taiwan marktentscheidend bleiben.

Märkte und Korrelationen im Überblick

US Oil hat gestern deutlich abgegeben und heute sogar mit einem Gapdown eröffnet. Wir sahen kurzfristig einen Downgriff bis auf 97,33 USD, welcher jedoch direkt wieder gekauft wurde. Aktuell handeln wir wieder bei rund 99,23 USD und damit weiterhin knapp unter der psychologisch extrem wichtigen 100-Dollar-Marke.

Jetzt wird entscheidend, ob wir in der Weekly Candle unterhalb von 98 USD schließen oder ob sich der Markt erneut stabilisieren kann. Solange Öl jedoch weiterhin oberhalb von 90 USD und insbesondere nahe der 100-Dollar-Zone handelt, bleibt die Energieinflation definitiv ein ernstes Thema für die Märkte.

Der Dollar zeigte gestern erneut deutliche Stärke und bestätigt weiterhin die aktuelle Safe-Haven-Demand. Der DXY notiert inzwischen bei 99,12 und konnte damit klar aus der vorherigen Range nach oben ausbrechen. Allein diese Woche konnte der Dollar bereits rund 1,3 % zulegen. Übergeordnet befinden wir uns zwar weiterhin in der großen Range zwischen 96,5 und 100,5, allerdings bewegt sich der Markt aktuell wieder klar Richtung oberes Ende dieser Zone. Sollte der Dollar in den kommenden Wochen tatsächlich über die 100,5 ausbrechen, wäre das ein deutliches Signal für zurückkehrende strukturelle Dollarstärke.

Der VIX bleibt mit aktuell 17,25 weiterhin relativ ruhig. Solange wir unterhalb von 20 handeln, sehen wir noch keine echte Panik oder erhöhte Volatilität am Markt.

Bei den Risk Assets zeigt sich weiterhin erstaunliche Stärke. Bitcoin hält sich stabil oberhalb von 80.000 USD und bleibt trotz der geopolitischen Unsicherheiten insgesamt robust.

Der S&P 500 markierte gestern erneut ein neues All-Time-High bei 7.500 Punkten. Das ist absolut beeindruckend und zeigt weiterhin die massive Stärke der US-Märkte, insbesondere getrieben durch AI- und Tech-Euphorie. Allein diese Woche konnte der SPX erneut rund 1,35 % zulegen. Jetzt bleibt allerdings abzuwarten, wie der Markt an dieser psychologisch extrem wichtigen 7.500er-Marke reagiert. Ich rechne hier durchaus mit ersten Gewinnmitnahmen Richtung Wochenende.

Der US30 zeigte dagegen bereits erste Schwäche. Zwar konnten wir gestern noch dynamisch über die 50.000 steigen und dort sogar schließen, was grundsätzlich extrem bullisch war, allerdings wurden die Futures in der Nacht wieder deutlich verkauft. Aktuell handeln wir wieder knapp unter 49.900 Punkten. Jetzt bleibt entscheidend, ob der Markt dieses neue Hoch verteidigen kann oder ob wir Richtung Wochenende weitere Gewinnmitnahmen und Flushouts sehen. Unterhalb von 49.800 steigt für mich das Risiko einer Ausweitung Richtung 49.500 deutlich an.

Charttechnische Analyse DAX

Charttechnisch bleibt die Lage im DAX extrem spannend. Wie bereits erwähnt, wurde die entscheidende Schlüsselzone im Bereich von 24.500 Punkten gestern exakt angelaufen und massiv verkauft. Dort lagen das Jahreshoch, Wochenhoch KW18 sowie eine starke technische Widerstandszone übereinander.

Aktuell wird entscheidend, ob wir im Bereich der 24.000er-Zone erneut Support finden können. Das Low vom gestrigen Daily Close bei 24.194 wurde bereits gebrochen, aktuell kommt allerdings wieder etwas Stärke in den Markt zurück. Jetzt wird insbesondere das London Open extrem wichtig.

Das bearishere Szenario entsteht für mich, wenn wir das aktuelle Tief bei 24.070 brechen. In diesem Fall wäre die nächste wichtige Zone die 24.000 bzw. das Tagestief vom Mittwoch bei 23.979 Punkten.

Trotzdem bleibe ich kurzfristig weiterhin bullisch, solange diese Zone verteidigt wird. Das wirklich bearishe Szenario entsteht für mich erst unterhalb des Tagestiefs vom Dienstag bzw. unterhalb des aktuellen Wochentiefs bei 23.925 Punkten. Sollten wir darunter schließen, sehe ich erhöhtes Potenzial für eine Fortsetzung Richtung Wochentief KW19 bei 23.850 oder sogar tiefer Richtung 23.600 Punkte.

Ohne größere geopolitische Eskalation halte ich dieses Szenario heute allerdings noch nicht für das wahrscheinlichste. Vielmehr rechne ich aktuell eher mit einem Ranging-Tag, insbesondere da wir bereits vor London Open rund 155 Punkte abgegeben haben und aktuell etwa 0,63 % im Minus handeln.

Mein wahrscheinlichstes Szenario für heute bleibt daher eine Range zwischen etwa 24.000 und 24.350 Punkten. Da heute keine wirklich marktbewegenden Wirtschaftsdaten anstehen, dürften erneut geopolitische Headlines das Momentum bestimmen.

Besonders wichtig bleiben dabei:
- Supportzone bei 24.000
- Tagestief Mittwoch bei 23.979
- aktuelles Wochentief bei 23.925
- sowie die Widerstandszone Richtung 24.300–24.500

Zusätzlich wichtig: Die aktuelle Wochenkerze ist momentan bearish. Damit sich das Bild wieder deutlich aufhellt, müssten wir heute wieder über 24.311 Punkte steigen und dort Stärke zeigen. Andernfalls beginnt sich das kurzfristige Bild zunehmend einzutrüben.

Bleibt heute also vor allem diszipliniert und gebt eure Wochenprofite nicht unnötig am Freitag wieder ab. In einem marktgetriebenen Umfeld wie aktuell kann Momentum jederzeit durch geopolitische Headlines entstehen – in beide Richtungen.

Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.

Wie seht ihr den DAX heute? Scheibt eure Meinung gerne in die Kommentare!

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