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Wochenausblick KW20 – Fundamental, Makro & Technischer Ausblick

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Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick
(Fokus auf die US-CPI-Inflationsdaten am Dienstag)


Die neue Handelswoche startet erneut in einem extrem spannenden und gleichzeitig hochsensiblen Marktumfeld. Auch wenn sich die Märkte weiterhin bemerkenswert robust zeigen und viele Risk Assets nahe ihrer Hochs notieren, bleibt die geopolitische Lage weiterhin der dominante Treiber für nahezu alle Assetklassen.

Besonders die Entwicklungen im Nahen Osten bleiben aktuell der wichtigste fundamentale Faktor für die Märkte. Zwar gab es über das Wochenende erneut Meldungen über mögliche weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran, gleichzeitig wurden jedoch neue Sanktionen gegen iranische Netzwerke und China nahe Unternehmen verhängt. Die Märkte befinden sich damit weiterhin in einem Spannungsfeld zwischen möglicher diplomatischer Entspannung und dem Risiko erneuter Eskalationen.

Vor allem die Straße von Hormus bleibt dabei der zentrale geopolitische Risikofaktor für die globalen Märkte. Ein erheblicher Teil der weltweiten Ölversorgung läuft weiterhin durch diese Region. Genau deshalb reagieren Ölpreise, Inflationserwartungen und letztendlich auch die Zinserwartungen der Federal Reserve momentan extrem sensibel auf jede neue Schlagzeile.

Trotzdem zeigt sich aktuell weiterhin ein insgesamt starkes Risk-On Sentiment an den Märkten. Der S&P 500 notiert weiterhin auf beziehungsweise nahe neuer All Time Highs, der US30/Nasdaq bleibt extrem stark und auch der DAX handelt weiterhin nur knapp unter seinen Hochs. Besonders bemerkenswert ist dabei, wie aggressiv Rücksetzer aktuell gekauft werden. Schlechte Nachrichten führen momentan häufig nur noch kurzfristig zu Volatilität, bevor erneut Käufer in den Markt kommen.

Auch die Lage zwischen Russland und der Ukraine bleibt weiterhin angespannt, spielt aktuell jedoch aus Marktsicht eher eine untergeordnete Rolle gegenüber den Entwicklungen im Nahen Osten. Zwar gab es zuletzt erneut Berichte über Waffenstillstandsverhandlungen sowie diplomatische Gespräche, insgesamt bleibt die Lage jedoch weiterhin fragil.

Fundamental zeigt sich die US-Wirtschaft weiterhin überraschend robust. Die Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche fielen deutlich stärker aus als erwartet. Besonders die Non-Farm Payrolls lagen klar über den Erwartungen und signalisierten erneut einen stabilen Arbeitsmarkt. Gleichzeitig blieb die Arbeitslosenquote stabil, was ebenfalls gegen eine unmittelbare wirtschaftliche Schwäche spricht.

Das bedeutet allerdings gleichzeitig auch, dass die Zinssenkungsfantasie zuletzt erneut etwas zurückgedrängt wurde. Ein weiterhin robuster Arbeitsmarkt erschwert der Federal Reserve schnelle Zinssenkungen, insbesondere in Kombination mit den weiterhin hohen Energiepreisen und den anhaltenden Inflationsrisiken.

Genau deshalb richtet sich der Fokus der Märkte in dieser Woche zentriert auf die anstehenden Inflationsdaten, wichtig zu verstehen ist allerdings, das die Märkte nicht mehr so stark auf Datenberichte reagieren, sondern mehr auf die geopolitische Entwicklung schauen. Dies war am Freitag zu den NFP DAten sehr gut zu beobachten.

Überblick Wirtschaftsdaten KW20


Am Montag bleibt die Datenlage zunächst noch vergleichsweise ruhig. Im Fokus stehen die Existing Home Sales aus den USA. Erwartet werden 4,05 Millionen Verkäufe nach zuvor 3,98 Millionen. Diese Daten gelten als wichtiger Frühindikator für die Stärke des US-Immobilienmarktes und liefern gleichzeitig Rückschlüsse auf die allgemeine Wirtschaftsstärke sowie das Konsumverhalten der US-Verbraucher. Ein stärker als erwarteter Wert würde erneut die Robustheit der US-Wirtschaft bestätigen.

Der Dienstag wird anschließend mit Abstand der wichtigste Handelstag der Woche.

Bereits am Vormittag stehen die deutschen CPI-Daten an. Erwartet wird hier ein Wert von 0,6 % nach ebenfalls zuvor 0,6 %. Deutschland gilt weiterhin als wichtigste Volkswirtschaft innerhalb der Eurozone und entsprechend wichtig sind diese Inflationsdaten auch für den DAX und die europäischen Märkte insgesamt.

Am Nachmittag folgen dann die entscheidenden US-CPI-Daten.

Besonders die Year-over-Year Inflation steht hier extrem im Fokus. Erwartet wird ein Anstieg auf 3,7 % nach zuvor 3,3 %. Damit bleibt die Inflation weiterhin deutlich über dem offiziellen 2-%-Inflationsziel der Federal Reserve.

Und genau hier liegt aktuell der kritischste Punkt für die Märkte.

Sollten die Inflationsdaten zwar höher als zuvor, aber niedriger als die Markterwartungen ausfallen, könnte das vom Markt durchaus positiv interpretiert werden. In diesem Szenario könnte sich das aktuelle Risk-on-Umfeld weiter fortsetzen, insbesondere wenn die geopolitische Lage gleichzeitig eher Richtung Deeskalation tendiert.

Sollten die Inflationsdaten jedoch höher als erwartet ausfallen, könnte das extrem schnell zu einem deutlichen Shift Richtung Risk-off führen. In diesem Fall dürften Zinssenkungserwartungen erneut weiter nach hinten verschoben werden. Sogar erneute Diskussionen über potenziell restriktivere Geldpolitik könnten dann wieder stärker in den Vordergrund rücken. Genau das wäre kurzfristig klar negativ für Risk Assets.

Wichtig bleibt dabei weiterhin:
Die aktuellen Wirtschaftsdaten besitzen momentan nicht dieselbe Gewichtung wie die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Die Märkte reagieren aktuell vor allem deshalb so sensibel auf Inflation, weil Ölpreise und geopolitische Risiken direkten Einfluss auf Inflationserwartungen, Energiepreise und letztendlich auch auf die Geldpolitik haben.

Am Mittwoch folgen anschließend die PPI-Daten aus den USA. Erwartet wird hier ein Wert von 0,5 % nach ebenfalls zuvor 0,5 %. Der Producer Price Index misst die Preisentwicklung auf Herstellerebene und gilt als wichtiger Frühindikator für zukünftige Verbraucherpreise. Entsprechend relevant bleiben diese Daten ebenfalls für die Inflations- und Zinserwartungen der Märkte.

Zusätzlich stehen am Mittwoch die Crude Oil Inventories im Fokus. Die Entwicklung der US-Öllagerbestände bleibt aktuell aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten besonders relevant. Sinkende Lagerbestände könnten den Ölpreis erneut antreiben und damit zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen.

Ebenfalls relevant bleiben die 30-Year Bond Auctions. Die Nachfrage nach langfristigen Staatsanleihen liefert wichtige Hinweise darauf, wie institutionelle Marktteilnehmer Inflation, Wachstum und zukünftige Zinspolitik einschätzen.

Am Donnerstag folgen dann die Retail Sales Daten aus den USA. Erwartet wird hier ein Wert von 0,6 % nach zuvor 1,7 %. Diese Daten gelten als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Konsumstärke der US-Wirtschaft. Da der Konsum einen erheblichen Teil der gesamten Wirtschaftsleistung ausmacht, besitzen diese Daten entsprechend hohe Relevanz.

Stärkere als erwartete Retail Sales würden erneut die Robustheit der Wirtschaft bestätigen, könnten gleichzeitig jedoch auch Inflations- und Zinssorgen verstärken. Schwächere Werte hingegen könnten die Hoffnung auf zukünftige Zinssenkungen wieder etwas beflügeln.

Dasselbe gilt auch für die Core Retail Sales.

Zusätzlich folgen die Initial Jobless Claims. Diese liefern erneut Hinweise auf die aktuelle Verfassung des US-Arbeitsmarktes. Steigende Arbeitslosenanträge könnten erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Abkühlung liefern, während niedrige Werte weiterhin die Stärke des Arbeitsmarktes bestätigen würden.

Märkte im Überblick & Korrelationen

WTI-Öl bleibt weiterhin einer der wichtigsten Marktindikatoren überhaupt. Der Ölpreis hält sich nach wie vor oberhalb der kritischen 90-Dollar-Marke. Besonders auffällig war dabei zuletzt, dass Öl mehrfach aggressiv im Bereich um 90 Dollar gekauft wurde. Gleichzeitig notiert Öl aktuell jedoch mit einem eher bearischen Wochenschlusskurs.

Entscheidend bleibt jetzt, ob Öl nachhaltig unter die 90-Dollar-Marke zurückfallen kann. Das würde den Druck auf Energiepreise und Inflationserwartungen etwas reduzieren und könnte wiederum Risk Assets unterstützen. Sollten die Ölpreise hingegen erneut dynamisch ansteigen, würde das Inflationsängste und damit auch die Risiken für die Märkte deutlich erhöhen.

Der DXY notiert weiterhin innerhalb seiner großen übergeordneten Range und handelt aktuell im Bereich um 97,8 Punkte. Auffällig bleibt, dass wir bislang weiterhin keinen extremen Safe-Haven-Flow in den US-Dollar sehen. Das spricht aktuell weiterhin eher für ein insgesamt stabiles Risk-on-Umfeld.

Der VIX notiert weiterhin vergleichsweise niedrig bei rund 17 Punkten. Solange der VIX unter der 20er Marke bleibt, signalisiert das weiterhin keine extreme Marktpanik. Dennoch bleibt der Markt extrem Headline getrieben und geopolitische Nachrichten können jederzeit kurzfristig starke Volatilität auslösen.

Auch Gold bleibt weiterhin stark und konnte erneut bullisch schließen. Wer sich den ausführlichen Rückblick auf KW19 noch nicht angesehen hat, sollte dies unbedingt tun, da dort bereits detailliert auf die Entwicklungen der verschiedenen Assetklassen eingegangen wurde.

Bitcoin bleibt ebenfalls stark und notiert weiterhin oberhalb von 80.800 Dollar. Insgesamt bestätigen damit auch Kryptowährungen weiterhin das bestehende Risk-on-Sentiment.

Der S&P 500 handelt weiterhin nahe beziehungsweise auf neuen All-Time-Highs im Bereich um 7.400 Punkte. Kurzfristige Gewinnmitnahmen bleiben nach der extrem starken Rallye allerdings jederzeit möglich, insbesondere rund um Events wie die CPI-Daten.

Im US30 bleibt die große Range zwischen 49.500 und 50.000 Punkten weiterhin entscheidend. Ein nachhaltiger Ausbruch über die 50.000er-Marke könnte weiteres Momentum Richtung All-Time-Highs freisetzen. Gleichzeitig bleiben kurzfristige Gewinnmitnahmen nach der starken Rallye absolut realistisch.

Charttechnischer Überblick – DAX

Der DAX bleibt insgesamt weiterhin in einer intakten bullischen Marktstruktur.

Zwar sahen wir zuletzt einen extrem starken intraday Abverkauf, auf Wochenbasis konnte der Markt dennoch weiterhin bullisch schließen. Allerdings gelang es dem DAX nicht, nachhaltig oberhalb der wichtigen 24.500er-Zone zu schließen. Genau diese Zone bleibt aktuell extrem relevant, da sich dort unter anderem der Jahresschlusskurs 2025 sowie weitere wichtige technische Widerstände befinden.

Aktuell handelt der DAX im Bereich um 24.395 Punkte und damit unmittelbar an einer sehr wichtigen technischen Entscheidungszone. Gleichzeitig befinden wir uns hier auch in der Nähe des Monatscloses der April-Kerze, was diese Region zusätzlich relevant macht.

Das bullishe Szenario bleibt für mich weiterhin aktiv, solange die geopolitische Lage nicht erneut eskaliert und die CPI-Daten am Dienstag nicht deutlich über den Erwartungen liegen.

Der wichtigste Trigger auf der Oberseite bleibt aktuell ein sauberer Ausbruch über die Zone bei 24.530 Punkten, also dem Tageshoch von Freitag. Gelingt dieser Breakout mit Momentum, könnten anschließend relativ schnell die nächsten Widerstände angelaufen werden.

Besonders relevant bleiben dabei:
– das Wochenhoch von KW17 bei 24.620 Punkten,
– das Jahreshoch 2025 im Bereich um 24.770 Punkte bis 24.800 Punkte,
– sowie psychologisch die 25.000er-Marke.

Sollten wir zusätzlich einen CPI-Report sehen, der zwar höher als zuletzt, aber niedriger als erwartet ausfällt, halte ich einen weiteren Momentum-Push Richtung 25.000 Punkte durchaus für realistisch.

Unter den richtigen fundamentalen und geopolitischen Bedingungen sehe ich sogar neue All-Time-Highs in dieser Woche nicht als unrealistisch an.

Das bearishe Szenario aktiviert sich hingegen, wenn der DAX das Tagestief vom Freitag im Bereich um 24.260 Punkte nachhaltig unterschreitet.

In diesem Fall rechne ich zunächst mit einer kurzfristigen Korrektur Richtung 24.100 bis 24.000 Punkte.

Sollte dort kein stabiler Support entstehen, wären anschließend:
– das Wochentief von KW18 im Bereich um 23.850 Punkte,
– anschließend die Zone um 23.600 Punkte,
– sowie letztendlich die Schlüsselzone bei 23.500 Punkten die nächsten relevanten Supports.

Entscheidend bleibt damit aus meiner Sicht vor allem die Frage, ob der DAX zuerst das Tageshoch oder das Tagestief vom Freitag verlässt. Genau diese Bewegung dürfte kurzfristig den nächsten richtungsweisenden Impuls liefern.

Overall bleibe ich aktuell weiterhin eher bullish und insgesamt klar Risk-on eingestellt.

Der entscheidende Faktor bleibt jetzt die Kombination aus:
– geopolitischer Entwicklung im Nahen Osten,
– Ölpreis,
– sowie den CPI-Daten am Dienstag.

Sollten die Inflationsdaten unter den Erwartungen liegen und gleichzeitig weitere Deeskalationssignale aus dem Nahen Osten kommen, könnte das den Märkten erneut erheblichen Rückenwind liefern.

Wie seht ihr den DAX für diese Woche?

Erwartet ihr höhere Inflationszahlen oder eher eine positive Überraschung bei den CPI-Daten?

Schreibt eure Einschätzung gerne in die Kommentare – über den Austausch freue ich mich wie immer sehr.

Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag und einen erfolgreichen Start in die neue Handelswoche.

Ab morgen bin ich natürlich wieder mit den täglichen DAX-Tagesausblicken am Start!

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