Fundamentale und geopolitische Lage
Die KW24 war eine der ereignisreichsten Wochen der letzten Monate und wurde vor allem von zwei großen Themen dominiert: den wichtigen Inflationsdaten aus den USA sowie den geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Während zu Wochenbeginn noch erhebliche Sorgen über eine weitere Eskalation zwischen Iran, Israel und den USA bestanden, änderte sich das Bild im Wochenverlauf deutlich.
Insbesondere gegen Ende der Woche verdichteten sich die Hinweise auf Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Mehrere Meldungen deuteten darauf hin, dass ein Memorandum of Understanding sowie weitere diplomatische Schritte näher rücken könnten. Gleichzeitig nahm die Wahrscheinlichkeit einer unmittelbaren Eskalation rund um die Straße von Hormus deutlich ab. Für die Märkte war dies von enormer Bedeutung, da die Sorge vor steigenden Energiepreisen und neuen Belastungen für die globale Inflation dadurch spürbar zurückging.
Parallel dazu sorgte der erfolgreiche Börsengang von SpaceX für zusätzliche Aufmerksamkeit. Der IPO entwickelte sich unmittelbar zu einem der wichtigsten Kapitalmarktereignisse des Jahres und unterstrich die weiterhin hohe Risikobereitschaft institutioneller Investoren. Auch die Entwicklungen rund um OpenAI, Anthropic und die zunehmende Regulierung von KI-Technologien blieben wichtige Themen, spielten für die unmittelbare Marktbewegung jedoch eine untergeordnete Rolle.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass die geopolitische Lage zum Ende der Woche deutlich entspannter bewertet wurde als noch zu Wochenbeginn. Genau diese Entspannung war letztlich einer der wichtigsten Gründe für die starke Erholung vieler Risk Assets.
Fundamentaldaten der Woche – Überblick
Auch aus fundamentaler Sicht hatte die KW24 einiges zu bieten. Bereits zu Wochenbeginn richtete sich der Fokus auf die US-Konjunkturdaten sowie die anstehenden Inflationsberichte.
Die Existing Home Sales konnten positiv überraschen und signalisierten weiterhin Stabilität im US-Immobilienmarkt. Gleichzeitig rückten die US-Verbraucherpreisdaten immer stärker in den Mittelpunkt.
Am Mittwoch standen dann die wichtigsten Inflationsdaten der Woche an. Veröffentlicht wurden:
- CPI Month-over-Month
- Core CPI Month-over-Month
- CPI Year-over-Year
- Core CPI Year-over-Year
Besonders positiv wurde aufgenommen, dass die Kerninflation erneut schwächer ausfiel als von vielen Marktteilnehmern befürchtet. Dies sorgte zunächst für Entspannung an den Zinsmärkten und unterstützte die Erwartung, dass der Inflationsdruck weiterhin langsam nachlässt.
Am Donnerstag folgte dann der nächste große Datenblock mit dem EZB-Zinsentscheid. Die Deposit Facility Rate wurde wie erwartet um 25 Basispunkte angehoben. Auch die EZB Interest Rate Decision bestätigte die bereits eingepreiste Straffung. Besonders aufmerksam verfolgten Marktteilnehmer das anschließende Monetary Policy Statement sowie die Pressekonferenz von Christine Lagarde.
Zusätzlich wurden die US-PPI-Daten veröffentlicht. Die Produzentenpreise bestätigten insgesamt das Bild einer sich abschwächenden Inflationsdynamik. Unterstützt wurde dies durch höher als erwartete Initial Jobless Claims und Continuing Jobless Claims, die auf erste leichte Abkühlungstendenzen am Arbeitsmarkt hindeuteten.
Zum Wochenausklang standen schließlich noch die Michigan Inflation Expectations sowie die Consumer Sentiment Daten im Fokus. Besonders die rückläufigen Inflationserwartungen wurden von den Märkten positiv aufgenommen.
Gesamtbild Wirtschaft, Inflation und Arbeitsmarkt
Das Gesamtbild hat sich im Vergleich zur Vorwoche deutlich verbessert.
Der Arbeitsmarkt bleibt weiterhin robust. Die starken NFP-Daten aus der Vorwoche, die stabile Arbeitslosenquote sowie die gestiegenen Average Hourly Earnings zeigen nach wie vor eine widerstandsfähige US-Wirtschaft. Gleichzeitig liefern die jüngsten Jobless Claims erste Hinweise darauf, dass sich der Arbeitsmarkt langsam etwas normalisieren könnte.
Besonders interessant war die Kombination aus starken Arbeitsmarktdaten und gleichzeitig nachlassendem Inflationsdruck. Genau diese Konstellation sorgt aktuell für Optimismus an den Finanzmärkten.
Der CPI-Bericht war dabei besonders aufschlussreich. Während die Gesamtinflation weiterhin durch Energiepreise beeinflusst wird, entwickelte sich die Kerninflation deutlich besser als erwartet. Dies deutet darauf hin, dass die strukturellen Inflationsprobleme zunehmend unter Kontrolle kommen.
Zusammen mit den rückläufigen Inflationserwartungen ergibt sich aktuell ein Umfeld, das für Risk Assets grundsätzlich konstruktiv bleibt. Die Wahrscheinlichkeit weiterer aggressiver Zinsschritte ist gesunken, während gleichzeitig keine unmittelbaren Rezessionssignale erkennbar sind.
Charttechnik und Märkte im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt zeigte in dieser Woche enorme Schwankungen. Zu Wochenbeginn wurde zunächst noch die Zone um 95 Dollar angelaufen. Im weiteren Verlauf setzte jedoch eine massive Korrektur ein.
Besonders wichtig war der nachhaltige Bruch des Monatstiefs aus dem Mai bei 86,30 Dollar. Zum Wochenschluss notierte US Oil bei rund 84,28 Dollar und damit deutlich unter der psychologisch wichtigen 90-Dollar-Marke.
Die Entspannung im Nahen Osten führte dazu, dass ein erheblicher Teil der geopolitischen Risikoprämie aus dem Ölpreis verschwand. Damit bleibt das Szenario einer weiteren Bewegung in Richtung 81 Dollar weiterhin aktiv.
US-Staatsanleihen
Auch am Anleihemarkt setzte sich die Entspannung fort. Die Renditen gingen über nahezu die gesamte Laufzeitenkurve zurück.
Dreijährige Staatsanleihen verloren rund 1,55 Prozent, fünfjährige etwa 1,50 Prozent, zehnjährige rund 1,10 Prozent und dreißigjährige knapp 0,60 Prozent.
Hintergrund bleibt die Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen nach den Inflationsdaten. Die Märkte preisen mittlerweile deutlich weniger Risiko weiterer restriktiver Maßnahmen ein.
DXY
Der US-Dollar zeigte nach seiner starken Vorwoche eine schwächere Entwicklung. Der DXY verlor rund 0,28 Prozent und schloss wieder unterhalb der wichtigen 100-Punkte-Marke.
Die Zone um 99,50 bleibt dabei weiterhin die wichtigste Unterstützung. Gleichzeitig bleibt die übergeordnete Jahresrange zwischen 99,50 und 100,50 intakt.
VIX
Der Volatilitätsindex konnte seine starken Anstiege aus der Vorwoche wieder vollständig abbauen. Trotz kurzfristiger Ausschläge vor den CPI-Daten schloss der VIX die Woche mit einem Minus von rund 18 Prozent bei 17,67 Punkten.
Die Volatilität befindet sich damit wieder in einem Bereich, der historisch eher mit stabilen Marktphasen verbunden ist.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia testete in dieser Woche erneut die wichtige Unterstützungszone zwischen 198 und 200 Dollar. Die Käufer verteidigten diesen Bereich erfolgreich.
Zum Wochenschluss notierte die Aktie bei 205,19 Dollar. Insgesamt veränderte sich das Wochenbild kaum. Die zentrale Frage bleibt weiterhin, ob die Aktie erneut über die Zone bei 212 Dollar ausbrechen kann.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich vergleichsweise ruhig. Nach den starken Bewegungen der Vorwochen etablierte sich rund um die 60.000-Dollar-Marke eine stabile Range.
Der Markt scheint aktuell auf neue Impulse zu warten. Die 60.000-Dollar-Zone bleibt dabei der wichtigste Unterstützungsbereich.
SPX
Der S&P 500 durchlief eine äußerst volatile Woche. Nach den Abverkäufen zu Beginn der Woche wurde die wichtige Unterstützungszone bei 7.250 Punkten erfolgreich getestet.
Mit zunehmender Entspannung im Nahen Osten und den positiven Inflationsdaten konnte sich der Index deutlich erholen und die Woche mit einem Plus von rund 0,5 Prozent bei 7.435 Punkten beenden.
Die 7.500-Punkte-Marke bleibt weiterhin die wichtigste Widerstandszone.
NASDAQ
Der Nasdaq zeigte erneut relative Stärke. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang unter 28.500 Punkte setzte ab Donnerstag eine starke Erholung ein.
Zum Wochenschluss notierte der Index bei 29.649 Punkten und konnte damit rund 2,8 Prozent zulegen. Das bullische Gesamtbild bleibt damit weiterhin vollständig intakt.
US30
Auch der Dow Jones konnte seine Verluste vollständig aufholen. Nach einem Rückgang unter 50.000 Punkte setzte eine kräftige Gegenbewegung ein.
Mit einem Wochenschlusskurs bei 51.210 Punkten und einem Wochenplus von rund 0,9 Prozent bleibt auch hier die übergeordnete Aufwärtsstruktur bestehen.
DAX charttechnischer Rückblick
Der DAX zeigte erneut enorme Widerstandsfähigkeit.
Nach den starken Arbeitsmarktdaten aus den USA sowie den Unsicherheiten rund um die Inflationsdaten geriet der Index zunächst deutlich unter Druck. Von der Zone um 24.800 Punkte aus setzte eine kräftige Korrektur bis an die zentrale Unterstützung bei 24.000 Punkten ein.
Diese Marke erwies sich erneut als entscheidender Kaufbereich. Die Käufer verteidigten die Zone konsequent und sorgten anschließend für eine starke Gegenbewegung.
Zum Wochenschluss gelang dem DAX die Rückeroberung der wichtigen 24.500-Punkte-Marke. Dieses Niveau besitzt aus charttechnischer Sicht hohe Relevanz, da hier mehrere Monats-, Quartals- und Jahreslevel zusammenlaufen.
Besonders bemerkenswert bleibt die weiterhin intakte Tagesstruktur. Höhere Hochs und höhere Tiefs dominieren weiterhin das Chartbild. Jeder größere Rücksetzer wurde bislang konsequent gekauft.
Solange die Zone um 24.000 Punkte verteidigt wird, bleibt die Wahrscheinlichkeit neuer Allzeithochs erhöht.
Fazit
Die KW24 begann mit Inflationssorgen, geopolitischen Spannungen und erhöhter Unsicherheit. Zum Ende der Woche präsentierte sich jedoch ein völlig anderes Bild.
Die Inflationsdaten fielen besser aus als befürchtet, die Produzentenpreise bestätigten den rückläufigen Inflationsdruck, die Inflationserwartungen gingen zurück und gleichzeitig entspannte sich die Lage im Nahen Osten deutlich.
Der Ölpreis fiel massiv zurück, die Volatilität normalisierte sich und die großen Aktienindizes konnten ihre Verluste wieder aufholen.
Insgesamt endet die Woche deutlich konstruktiver, als sie begonnen hat.
Die wichtigsten Erkenntnisse der Woche
Die wichtigste Erkenntnis der KW24 ist, dass geopolitische Entwicklungen aktuell mindestens genauso großen Einfluss auf die Märkte besitzen wie klassische Wirtschaftsdaten.
Zweitens bestätigt sich weiterhin das Bild einer robusten Wirtschaft bei gleichzeitig rückläufigem Inflationsdruck.
Drittens hat die deutliche Entspannung im Nahen Osten den Ölpreis massiv belastet und damit einen wichtigen Gegenwind für die Inflation entfernt.
Viertens bleiben die technischen Strukturen der großen Aktienindizes trotz der erhöhten Volatilität weiterhin bullisch.
Und fünftens zeigt die starke Reaktion der Märkte zum Wochenschluss, wie schnell sich die Marktstimmung aktuell verändern kann, sobald geopolitische Risiken aus dem Markt ausgepreist werden.
Morgen kommt mein Wochenausblick KW25!
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!
Die KW24 war eine der ereignisreichsten Wochen der letzten Monate und wurde vor allem von zwei großen Themen dominiert: den wichtigen Inflationsdaten aus den USA sowie den geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Während zu Wochenbeginn noch erhebliche Sorgen über eine weitere Eskalation zwischen Iran, Israel und den USA bestanden, änderte sich das Bild im Wochenverlauf deutlich.
Insbesondere gegen Ende der Woche verdichteten sich die Hinweise auf Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Mehrere Meldungen deuteten darauf hin, dass ein Memorandum of Understanding sowie weitere diplomatische Schritte näher rücken könnten. Gleichzeitig nahm die Wahrscheinlichkeit einer unmittelbaren Eskalation rund um die Straße von Hormus deutlich ab. Für die Märkte war dies von enormer Bedeutung, da die Sorge vor steigenden Energiepreisen und neuen Belastungen für die globale Inflation dadurch spürbar zurückging.
Parallel dazu sorgte der erfolgreiche Börsengang von SpaceX für zusätzliche Aufmerksamkeit. Der IPO entwickelte sich unmittelbar zu einem der wichtigsten Kapitalmarktereignisse des Jahres und unterstrich die weiterhin hohe Risikobereitschaft institutioneller Investoren. Auch die Entwicklungen rund um OpenAI, Anthropic und die zunehmende Regulierung von KI-Technologien blieben wichtige Themen, spielten für die unmittelbare Marktbewegung jedoch eine untergeordnete Rolle.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass die geopolitische Lage zum Ende der Woche deutlich entspannter bewertet wurde als noch zu Wochenbeginn. Genau diese Entspannung war letztlich einer der wichtigsten Gründe für die starke Erholung vieler Risk Assets.
Fundamentaldaten der Woche – Überblick
Auch aus fundamentaler Sicht hatte die KW24 einiges zu bieten. Bereits zu Wochenbeginn richtete sich der Fokus auf die US-Konjunkturdaten sowie die anstehenden Inflationsberichte.
Die Existing Home Sales konnten positiv überraschen und signalisierten weiterhin Stabilität im US-Immobilienmarkt. Gleichzeitig rückten die US-Verbraucherpreisdaten immer stärker in den Mittelpunkt.
Am Mittwoch standen dann die wichtigsten Inflationsdaten der Woche an. Veröffentlicht wurden:
- CPI Month-over-Month
- Core CPI Month-over-Month
- CPI Year-over-Year
- Core CPI Year-over-Year
Besonders positiv wurde aufgenommen, dass die Kerninflation erneut schwächer ausfiel als von vielen Marktteilnehmern befürchtet. Dies sorgte zunächst für Entspannung an den Zinsmärkten und unterstützte die Erwartung, dass der Inflationsdruck weiterhin langsam nachlässt.
Am Donnerstag folgte dann der nächste große Datenblock mit dem EZB-Zinsentscheid. Die Deposit Facility Rate wurde wie erwartet um 25 Basispunkte angehoben. Auch die EZB Interest Rate Decision bestätigte die bereits eingepreiste Straffung. Besonders aufmerksam verfolgten Marktteilnehmer das anschließende Monetary Policy Statement sowie die Pressekonferenz von Christine Lagarde.
Zusätzlich wurden die US-PPI-Daten veröffentlicht. Die Produzentenpreise bestätigten insgesamt das Bild einer sich abschwächenden Inflationsdynamik. Unterstützt wurde dies durch höher als erwartete Initial Jobless Claims und Continuing Jobless Claims, die auf erste leichte Abkühlungstendenzen am Arbeitsmarkt hindeuteten.
Zum Wochenausklang standen schließlich noch die Michigan Inflation Expectations sowie die Consumer Sentiment Daten im Fokus. Besonders die rückläufigen Inflationserwartungen wurden von den Märkten positiv aufgenommen.
Gesamtbild Wirtschaft, Inflation und Arbeitsmarkt
Das Gesamtbild hat sich im Vergleich zur Vorwoche deutlich verbessert.
Der Arbeitsmarkt bleibt weiterhin robust. Die starken NFP-Daten aus der Vorwoche, die stabile Arbeitslosenquote sowie die gestiegenen Average Hourly Earnings zeigen nach wie vor eine widerstandsfähige US-Wirtschaft. Gleichzeitig liefern die jüngsten Jobless Claims erste Hinweise darauf, dass sich der Arbeitsmarkt langsam etwas normalisieren könnte.
Besonders interessant war die Kombination aus starken Arbeitsmarktdaten und gleichzeitig nachlassendem Inflationsdruck. Genau diese Konstellation sorgt aktuell für Optimismus an den Finanzmärkten.
Der CPI-Bericht war dabei besonders aufschlussreich. Während die Gesamtinflation weiterhin durch Energiepreise beeinflusst wird, entwickelte sich die Kerninflation deutlich besser als erwartet. Dies deutet darauf hin, dass die strukturellen Inflationsprobleme zunehmend unter Kontrolle kommen.
Zusammen mit den rückläufigen Inflationserwartungen ergibt sich aktuell ein Umfeld, das für Risk Assets grundsätzlich konstruktiv bleibt. Die Wahrscheinlichkeit weiterer aggressiver Zinsschritte ist gesunken, während gleichzeitig keine unmittelbaren Rezessionssignale erkennbar sind.
Charttechnik und Märkte im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt zeigte in dieser Woche enorme Schwankungen. Zu Wochenbeginn wurde zunächst noch die Zone um 95 Dollar angelaufen. Im weiteren Verlauf setzte jedoch eine massive Korrektur ein.
Besonders wichtig war der nachhaltige Bruch des Monatstiefs aus dem Mai bei 86,30 Dollar. Zum Wochenschluss notierte US Oil bei rund 84,28 Dollar und damit deutlich unter der psychologisch wichtigen 90-Dollar-Marke.
Die Entspannung im Nahen Osten führte dazu, dass ein erheblicher Teil der geopolitischen Risikoprämie aus dem Ölpreis verschwand. Damit bleibt das Szenario einer weiteren Bewegung in Richtung 81 Dollar weiterhin aktiv.
US-Staatsanleihen
Auch am Anleihemarkt setzte sich die Entspannung fort. Die Renditen gingen über nahezu die gesamte Laufzeitenkurve zurück.
Dreijährige Staatsanleihen verloren rund 1,55 Prozent, fünfjährige etwa 1,50 Prozent, zehnjährige rund 1,10 Prozent und dreißigjährige knapp 0,60 Prozent.
Hintergrund bleibt die Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen nach den Inflationsdaten. Die Märkte preisen mittlerweile deutlich weniger Risiko weiterer restriktiver Maßnahmen ein.
DXY
Der US-Dollar zeigte nach seiner starken Vorwoche eine schwächere Entwicklung. Der DXY verlor rund 0,28 Prozent und schloss wieder unterhalb der wichtigen 100-Punkte-Marke.
Die Zone um 99,50 bleibt dabei weiterhin die wichtigste Unterstützung. Gleichzeitig bleibt die übergeordnete Jahresrange zwischen 99,50 und 100,50 intakt.
VIX
Der Volatilitätsindex konnte seine starken Anstiege aus der Vorwoche wieder vollständig abbauen. Trotz kurzfristiger Ausschläge vor den CPI-Daten schloss der VIX die Woche mit einem Minus von rund 18 Prozent bei 17,67 Punkten.
Die Volatilität befindet sich damit wieder in einem Bereich, der historisch eher mit stabilen Marktphasen verbunden ist.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia testete in dieser Woche erneut die wichtige Unterstützungszone zwischen 198 und 200 Dollar. Die Käufer verteidigten diesen Bereich erfolgreich.
Zum Wochenschluss notierte die Aktie bei 205,19 Dollar. Insgesamt veränderte sich das Wochenbild kaum. Die zentrale Frage bleibt weiterhin, ob die Aktie erneut über die Zone bei 212 Dollar ausbrechen kann.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich vergleichsweise ruhig. Nach den starken Bewegungen der Vorwochen etablierte sich rund um die 60.000-Dollar-Marke eine stabile Range.
Der Markt scheint aktuell auf neue Impulse zu warten. Die 60.000-Dollar-Zone bleibt dabei der wichtigste Unterstützungsbereich.
SPX
Der S&P 500 durchlief eine äußerst volatile Woche. Nach den Abverkäufen zu Beginn der Woche wurde die wichtige Unterstützungszone bei 7.250 Punkten erfolgreich getestet.
Mit zunehmender Entspannung im Nahen Osten und den positiven Inflationsdaten konnte sich der Index deutlich erholen und die Woche mit einem Plus von rund 0,5 Prozent bei 7.435 Punkten beenden.
Die 7.500-Punkte-Marke bleibt weiterhin die wichtigste Widerstandszone.
NASDAQ
Der Nasdaq zeigte erneut relative Stärke. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang unter 28.500 Punkte setzte ab Donnerstag eine starke Erholung ein.
Zum Wochenschluss notierte der Index bei 29.649 Punkten und konnte damit rund 2,8 Prozent zulegen. Das bullische Gesamtbild bleibt damit weiterhin vollständig intakt.
US30
Auch der Dow Jones konnte seine Verluste vollständig aufholen. Nach einem Rückgang unter 50.000 Punkte setzte eine kräftige Gegenbewegung ein.
Mit einem Wochenschlusskurs bei 51.210 Punkten und einem Wochenplus von rund 0,9 Prozent bleibt auch hier die übergeordnete Aufwärtsstruktur bestehen.
DAX charttechnischer Rückblick
Der DAX zeigte erneut enorme Widerstandsfähigkeit.
Nach den starken Arbeitsmarktdaten aus den USA sowie den Unsicherheiten rund um die Inflationsdaten geriet der Index zunächst deutlich unter Druck. Von der Zone um 24.800 Punkte aus setzte eine kräftige Korrektur bis an die zentrale Unterstützung bei 24.000 Punkten ein.
Diese Marke erwies sich erneut als entscheidender Kaufbereich. Die Käufer verteidigten die Zone konsequent und sorgten anschließend für eine starke Gegenbewegung.
Zum Wochenschluss gelang dem DAX die Rückeroberung der wichtigen 24.500-Punkte-Marke. Dieses Niveau besitzt aus charttechnischer Sicht hohe Relevanz, da hier mehrere Monats-, Quartals- und Jahreslevel zusammenlaufen.
Besonders bemerkenswert bleibt die weiterhin intakte Tagesstruktur. Höhere Hochs und höhere Tiefs dominieren weiterhin das Chartbild. Jeder größere Rücksetzer wurde bislang konsequent gekauft.
Solange die Zone um 24.000 Punkte verteidigt wird, bleibt die Wahrscheinlichkeit neuer Allzeithochs erhöht.
Fazit
Die KW24 begann mit Inflationssorgen, geopolitischen Spannungen und erhöhter Unsicherheit. Zum Ende der Woche präsentierte sich jedoch ein völlig anderes Bild.
Die Inflationsdaten fielen besser aus als befürchtet, die Produzentenpreise bestätigten den rückläufigen Inflationsdruck, die Inflationserwartungen gingen zurück und gleichzeitig entspannte sich die Lage im Nahen Osten deutlich.
Der Ölpreis fiel massiv zurück, die Volatilität normalisierte sich und die großen Aktienindizes konnten ihre Verluste wieder aufholen.
Insgesamt endet die Woche deutlich konstruktiver, als sie begonnen hat.
Die wichtigsten Erkenntnisse der Woche
Die wichtigste Erkenntnis der KW24 ist, dass geopolitische Entwicklungen aktuell mindestens genauso großen Einfluss auf die Märkte besitzen wie klassische Wirtschaftsdaten.
Zweitens bestätigt sich weiterhin das Bild einer robusten Wirtschaft bei gleichzeitig rückläufigem Inflationsdruck.
Drittens hat die deutliche Entspannung im Nahen Osten den Ölpreis massiv belastet und damit einen wichtigen Gegenwind für die Inflation entfernt.
Viertens bleiben die technischen Strukturen der großen Aktienindizes trotz der erhöhten Volatilität weiterhin bullisch.
Und fünftens zeigt die starke Reaktion der Märkte zum Wochenschluss, wie schnell sich die Marktstimmung aktuell verändern kann, sobald geopolitische Risiken aus dem Markt ausgepreist werden.
Morgen kommt mein Wochenausblick KW25!
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