Warten die Märkte auf die NFP-Daten? Deeskalation im Nahen Osten, schwacher ADP-Bericht und erste Gewinnmitnahmen
Guten Morgen zusammen,
nach vier sehr starken Handelstagen haben die Aktienmärkte gestern erstmals leichte Gewinnmitnahmen gesehen. Auslöser waren vor allem gemischte Konjunkturdaten aus den USA, allen voran der deutlich schwächer als erwartete ADP-Arbeitsmarktbericht. Gleichzeitig entspannt sich die geopolitische Lage rund um die Straße von Hormuz weiter, wodurch der Ölpreis innerhalb weniger Tage massiv nachgegeben hat. Heute dürfte der Fokus der Marktteilnehmer bereits klar auf den morgigen Non-Farm Payrolls liegen. Entsprechend erwarte ich einen eher ruhigeren Handelstag, bevor morgen mit den US-Arbeitsmarktdaten der nächste große Impulsgeber folgt.
Agenda
* Geopolitische Lage
* Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
* Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
* FedWatch Tool
* Earnings im Überblick
* Märkte und Korrelationen im Überblick
* Risk Assets im Überblick
* DAX charttechnischer Ausblick
* Fazit
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Geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt aktuell der wichtigste Einflussfaktor für den Ölmarkt. Insgesamt setzt sich die Deeskalation zwischen den USA, Oman und Iran weiter fort. Zahlreiche Meldungen deuteten gestern darauf hin, dass die Verhandlungen über eine Wiederaufnahme beziehungsweise kontrollierte Öffnung der Schifffahrtsroute in der Straße von Hormuz Fortschritte machen. Iran sprach mehrfach von einer Einigung mit Oman über einen möglichen Transitkorridor, während auch aus Washington und europäischen Staaten weitere diplomatische Signale kamen.
Gleichzeitig bleibt die Lage jedoch fragil. Die Huthi-Rebellen im Jemen bekräftigten erneut ihre Drohungen gegen saudische Öltanker und erklärten, sämtliche Schiffsbewegungen genau zu beobachten. Auch im Süden des Libanon kam es erneut zu militärischen Zwischenfällen zwischen Israel und der Hisbollah. Trotz dieser Einzelereignisse bewertet der Markt die Gesamtlage momentan deutlich entspannter als noch zu Wochenbeginn.
Die Folge sehen wir unmittelbar am Ölmarkt. Innerhalb weniger Handelstage verlor US Oil rund 13 %, da ein erheblicher Teil der zuvor eingepreisten geopolitischen Risikoprämie wieder aus dem Markt genommen wurde. Genau das zeigt erneut, wie schnell geopolitische Aufschläge sowohl aufgebaut als auch wieder vollständig ausgepreist werden können.
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Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
Der gestrige Handel wurde vor allem durch den US-Arbeitsmarkt geprägt.
Im Mittelpunkt stand der ADP Employment Change, der mit lediglich 44.000 neuen Stellen deutlich unter den Erwartungen von 68.000 lag. Auch gegenüber dem Vormonat mit 95.000 Stellen fiel das Ergebnis wesentlich schwächer aus. Der ADP-Bericht gilt als wichtiger Vorindikator für die morgigen offiziellen Non-Farm Payrolls. Ein schwacher ADP-Bericht bedeutet zwar nicht automatisch ebenfalls schwache NFP-Daten, erhöht aber die Unsicherheit erheblich.
Für die Märkte war diese Veröffentlichung zunächst positiv, da schwächere Arbeitsmarktdaten den Druck auf die Federal Reserve hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen reduzieren könnten.
Dem gegenüber standen jedoch überraschend starke Konjunkturdaten.
Der S&P Global Services PMI stieg auf 54,6 Punkte und lag damit sowohl über den Erwartungen von 53,6 als auch deutlich über dem Vormonat. Auch der Composite PMI überraschte positiv und kletterte auf 54,5 Punkte.
Damit zeigt sich weiterhin eine robuste US-Wirtschaft, insbesondere im Dienstleistungssektor.
Inflationstechnisch besonders interessant waren die ISM Prices Paid, welche mit 70,3 Punkten deutlich über den Erwartungen von 65,0 lagen. Dieser Wert signalisiert weiterhin erhöhten Preisdruck innerhalb des Dienstleistungssektors und dürfte der Federal Reserve kaum gefallen. Zwar schwächt sich der Arbeitsmarkt langsam ab, gleichzeitig bleiben die Inflationsrisiken aber bestehen.
Der eigentliche ISM Services PMI lag mit 54,1 Punkten leicht unter den Erwartungen von 54,5, allerdings weiterhin oberhalb des Vormonats und damit klar im Wachstumsbereich.
Auch die Rohöllagerbestände sorgten für Aufmerksamkeit. Statt eines erwarteten Rückgangs um 1,5 Millionen Barrel wurden die Lagerbestände um 2,48 Millionen Barrel aufgebaut. Nach dem starken Rückgang der Vorwoche stellt dies eine deutliche Entspannung auf der Angebotsseite dar und unterstützte zusätzlich den fallenden Ölpreis.
Abgerundet wurde der Handelstag durch eine Rede von US-Präsident Donald Trump, die zwar erneut handelspolitische Themen sowie mögliche Zölle aufgriff, kurzfristig jedoch keinen nachhaltigen Einfluss auf die Aktienmärkte ausübte.
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Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Bereits in den frühen Morgenstunden sprach FOMC-Mitglied Mary Daly. Ihre Aussagen unterstrichen erneut den vorsichtigen Kurs der Federal Reserve. Zwar sieht sie langfristig weiterhin stabile Inflationserwartungen, gleichzeitig betonte sie jedoch, dass neue Inflationsschübe nicht ausgeschlossen seien und die Geldpolitik datenabhängig bleiben müsse.
Im weiteren Tagesverlauf richtet sich der Blick auf das ECB Economic Bulletin, welches Hinweise auf die wirtschaftliche Lage innerhalb der Eurozone liefern dürfte.
Der wichtigste Termin des heutigen Tages sind jedoch die US Initial Jobless Claims.
Erwartet werden 203.000 Erstanträge, nach zuletzt 197.000.
Sollten die Anträge überraschend deutlich steigen, würde dies die These eines sich abschwächenden Arbeitsmarktes weiter stützen und die morgigen Non-Farm Payrolls zusätzlich in den Fokus rücken.
Der eigentliche Höhepunkt bleibt allerdings der morgige Freitag mit:
* Non-Farm Payrolls
* Average Hourly Earnings
* Arbeitslosenquote
Diese Daten werden voraussichtlich die Richtung für den gesamten Markt bis zum nächsten Fed-Meeting maßgeblich beeinflussen.
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FedWatch Tool
Seit den gestrigen Arbeitsmarktdaten hat sich die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer leicht verschoben.
Für die September-Sitzung preist der Markt aktuell noch eine Wahrscheinlichkeit von 54,7 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein. Die Wahrscheinlichkeit unveränderter Zinsen liegt inzwischen bei 45,3 %.
Damit wird deutlich, wie entscheidend die morgigen NFP-Daten werden. Sollten diese ebenfalls deutlich schwächer ausfallen als erwartet, könnte sich das Kräfteverhältnis weiter in Richtung einer Zinspause verschieben.
Bis zum September-Meeting stehen zwar noch zahlreiche wichtige Termine wie Jackson Hole, weitere Inflationsdaten sowie zusätzliche Arbeitsmarktdaten an. Kurzfristig werden die morgigen NFP-Zahlen jedoch den wichtigsten Einfluss auf die Zinserwartungen besitzen.
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Earnings im Überblick
Auch die laufende Berichtssaison liefert weiterhin wichtige Impulse.
Zu den positiven Überraschungen gehörten unter anderem Siemens, die sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz die Erwartungen übertreffen konnten. Ebenfalls solide präsentierten sich Infineon sowie Deutsche Post.
In den USA sorgten insbesondere Walt Disney sowie Realty Income für positive Überraschungen. Auch eBay konnte insgesamt überzeugende Quartalszahlen liefern.
Heute richtet sich der Blick unter anderem auf:
* Berkshire Hathaway
* Deutsche Telekom
* Rheinmetall
* Commerzbank
* Fresenius SE
* Vonovia
* Scout24
* Airbnb
* Warner Bros. Discovery
* Monster Beverage
* Merck
Gerade Rheinmetall, Deutsche Telekom, Commerzbank sowie Vonovia könnten heute zusätzliche Impulse für den DAX liefern.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölpreis setzte seine Korrektur auch gestern fort. Zwar fiel die Bewegung deutlich moderater aus als noch am Dienstag, insgesamt bleibt das Bild jedoch unverändert. Solange die geopolitische Deeskalation zwischen Iran, Oman und den USA anhält, dürfte die zuletzt eingepreiste Risikoprämie weiter aus dem Markt genommen werden.
Charttechnisch bleibt für mich das gestrige Tagestief entscheidend. Sollte dieses unterschritten werden, halte ich einen Rücklauf in den Bereich von 74 USD und perspektivisch sogar 72 USD für realistisch.
Auf der Oberseite würde sich das Bild erst wieder deutlich aufhellen, wenn wir das Monatstief vom April im Bereich um 79 USD nachhaltig zurückerobern. In Kombination mit einer erneuten Eskalation im Nahen Osten wären anschließend auch wieder Kurse im Bereich von 84 USD denkbar.
Allein in den ersten sechs Handelstagen dieses Monats verlor Öl aufgrund der geopolitischen Entspannung bereits rund 13 %. Das zeigt erneut eindrucksvoll, wie schnell geopolitische Risikoprämien aufgebaut, aber auch wieder vollständig ausgepreist werden können.
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US Bonds
Am Anleihemarkt verlief der gestrige Handel insgesamt ruhig.
Heute Morgen notieren die Renditen leicht im Plus:
* 3-jährige US-Bonds: +0,31 %
* 5-jährige US-Bonds: +0,28 %
* 10-jährige US-Bonds: +0,17 %
* 30-jährige US-Bonds: +0,15 %
Größere Bewegungen erwarte ich hier erst wieder mit den morgigen Non-Farm Payrolls. Diese dürften sowohl die Zinserwartungen als auch die Entwicklung am Anleihemarkt maßgeblich beeinflussen.
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US-Dollar Index (DXY)
Der US-Dollar zeigte sich gestern erneut schwächer und verlor rund 0,2 %.
Charttechnisch bleibt das Bild nahezu unverändert.
Kann sich der Dollar wieder über 100,10 Punkte etablieren und anschließend auch das Tageshoch vom Dienstag überwinden, sehe ich weiteres Potenzial bis in den Bereich von 100,50 Punkten.
Sollte dagegen das gestrige Tagestief unterschritten werden, rückt zunächst die Marke von 99,50 Punkten in den Fokus. Fällt anschließend auch das Montagstief, wären sogar Rücksetzer bis an die 99,00 Punkte möglich.
Die morgigen NFP-Daten dürften hierbei der entscheidende Impulsgeber sein. Schwächere Arbeitsmarktdaten würden den Dollar vermutlich zusätzlich unter Druck setzen, während überraschend starke Zahlen die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen erhöhen und den Dollar entsprechend stützen könnten.
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Volatilitätsindex (VIX)
Der VIX zeigte gestern zwar zwischenzeitlich einen deutlichen Anstieg, konnte dieses Niveau jedoch nicht halten und fiel im weiteren Handelsverlauf wieder deutlich zurück.
Aktuell notiert der Index bei rund 15,9 Punkten und signalisiert damit weiterhin ein vergleichsweise ruhiges Marktumfeld. Von echter Risikoaversion ist derzeit noch wenig zu erkennen.
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Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt einer der stärksten Werte am gesamten US-Markt.
Gestern konnte die Aktie erneut rund 3,4 % zulegen. Damit summiert sich der Wochengewinn inzwischen auf über 9 %.
Besonders wichtig ist dabei der Schlusskurs oberhalb des Monatshochs vom April bei rund 217 USD. Solange sich Nvidia über diesem Bereich behaupten kann, bleibt das technische Bild klar bullisch.
Die interessantesten Unterstützungszonen sehe ich aktuell zwischen 212 und 213 USD sowie direkt am Ausbruchsbereich bei 217 USD.
Sollten diese Bereiche verteidigt werden, bleiben für mich die nächsten Kursziele 230 USD sowie anschließend das Junihoch im Bereich um 232 USD.
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Bitcoin
Auch Bitcoin konnte zuletzt leichte Stärke zeigen.
An meiner Einschätzung hat sich allerdings wenig geändert.
Erst ein nachhaltiger Daily Close oberhalb von 65.700 USD würde das Chartbild wieder deutlich verbessern und Platz in Richtung 67.000 beziehungsweise 68.300 USD schaffen.
Scheitert Bitcoin dagegen erneut am Widerstand zwischen 65.000 und 65.700 USD, bleibt die Gefahr weiterer Rücksetzer bestehen.
Besonders wichtig bleibt dabei der Bereich um 62.200 USD. Sollte dieses Wochentief unterschritten werden, rücken anschließend auch 61.000 USD sowie die psychologisch wichtige Marke von 60.000 USD in den Fokus.
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S&P 500
Nach vier außergewöhnlich starken Handelstagen zeigte sich der S&P 500 gestern erstmals etwas schwächer und verlor rund 0,35 %.
Aus meiner Sicht handelt es sich bislang lediglich um normale Gewinnmitnahmen innerhalb eines weiterhin intakten Aufwärtstrends.
Für den heutigen Handel erwarte ich eher einen ruhigen Markt beziehungsweise leichtes Range-Trading vor den morgigen Arbeitsmarktdaten.
Sollte das gestrige Tagestief unterschritten werden, wäre ein Rücklauf bis etwa 7.650 Punkte durchaus denkbar. Dort würde ich jedoch eher nach neuen Long-Setups suchen als aggressiv auf fallende Kurse zu setzen.
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Nasdaq 100
Der Nasdaq verlor gestern rund 0,75 % und zeigte damit erstmals etwas deutlichere Schwäche.
Nachdem die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten knapp erreicht wurde, sehen wir nun eine erste technische Korrektur.
Heute wurde bereits das gestrige Tagestief unterschritten.
Die wichtigsten Unterstützungen liegen für mich nun im Bereich zwischen 29.200 und 29.000 Punkten.
Sollte sich dort erneut Kaufinteresse zeigen, wären Long-Positionen aus meiner Sicht wieder interessant.
Da der Nasdaq bislang allerdings kein neues Allzeithoch ausbilden konnte und gleichzeitig bereits tiefere Tiefs entstanden sind, sollte diese Korrektur zunächst aufmerksam beobachtet werden.
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Dow Jones
Der Dow Jones markierte gestern zwischenzeitlich erneut ein neues Allzeithoch bei rund 54.780 Punkten, wurde dort allerdings deutlich abverkauft und schloss anschließend wieder unter 54.500 Punkten.
Für mich stehen kurzfristig nicht neue Long-Einstiege im Fokus.
Interessanter werden vielmehr mögliche Rücksetzer in den Bereich von 54.000 Punkten beziehungsweise 53.500 Punkten, um dort nach neuen Long-Gelegenheiten innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends Ausschau zu halten.
DAX charttechnischer Ausblick
Auch der DAX hat gestern erstmals nach mehreren sehr starken Handelstagen etwas Luft abgelassen. Der Index schloss rund 0,58 % im Minus und zeigt heute Morgen zunächst weiteren leichten Verkaufsdruck. Das gestrige Tagestief wurde bereits unterschritten.
Aus charttechnischer Sicht ist diese Bewegung nach der starken Rally der vergangenen Tage jedoch vollkommen normal. Nach dem dynamischen Ausbruch auf neue Allzeithochs wären kleinere Gewinnmitnahmen sowie Rücksetzer in frühere Widerstandsbereiche sogar gesund und könnten neue Long-Gelegenheiten eröffnen.
Für mich bleibt die entscheidende Unterstützungszone unverändert der Bereich zwischen 26.000 Punkten und dem ehemaligen Allzeithoch beziehungsweise Wochenhoch der KW31 bei rund 25.920 Punkten. Dort würde ich den ersten größeren Kaufdruck erwarten.
Sollte dieser Bereich nicht halten, rückt anschließend das offene Gap zwischen 25.700 Punkten und dem Juli-Schlusskurs bei rund 25.650 Punkten in den Fokus. Auch diese Zone halte ich für einen sehr interessanten Bereich, um nach neuen Long-Setups innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends Ausschau zu halten.
Neue Long-Positionen auf aktuellem Niveau würde ich dagegen eher vermeiden. Nach der starken Aufwärtsbewegung der vergangenen Woche erscheint mir das Chancen-Risiko-Verhältnis für frische Käufe momentan nicht besonders attraktiv.
Sollte der DAX hingegen das heutige Tageshoch zurückerobern und gleichzeitig positive fundamentale Impulse – beispielsweise durch starke US-Arbeitsmarktdaten oder weitere geopolitische Entspannung – erhalten, wären neue Allzeithochs selbstverständlich jederzeit wieder möglich.
Kurzfristig rechne ich allerdings eher mit einer Konsolidierung beziehungsweise einer Seitwärtsphase, bevor der Markt seine nächste größere Richtung entscheidet.
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Fazit
Die Märkte befinden sich weiterhin grundsätzlich in einem konstruktiven Umfeld. Die geopolitische Lage hat sich gegenüber der Vorwoche deutlich entspannt, was sich insbesondere am kräftigen Rückgang des Ölpreises widerspiegelt. Gleichzeitig bleiben die Aktienmärkte trotz erster Gewinnmitnahmen insgesamt technisch stark.
Auf der fundamentalen Seite liefert der schwache ADP-Bericht erste Hinweise auf eine mögliche Abschwächung des US-Arbeitsmarktes. Gleichzeitig zeigen die Einkaufsmanagerindizes weiterhin eine robuste Wirtschaft, während die gestiegenen ISM-Preiskomponenten daran erinnern, dass der Inflationsdruck noch nicht vollständig verschwunden ist.
Damit rückt der morgige Arbeitsmarktbericht noch stärker in den Mittelpunkt. Die Non-Farm Payrolls, die durchschnittlichen Stundenlöhne sowie die Arbeitslosenquote dürften entscheidend dafür sein, wie sich die Zinserwartungen für die September-Sitzung der Fed entwickeln.
Charttechnisch bleibe ich übergeordnet weiterhin positiv für die Aktienmärkte. Nach den starken Kursanstiegen der vergangenen Tage halte ich kurzfristige Gewinnmitnahmen jedoch für völlig normal. Diese Rücksetzer sehe ich derzeit eher als potenzielle Einstiegsmöglichkeiten innerhalb des bestehenden Aufwärtstrends als als Beginn einer größeren Trendwende.
Entscheidend wird nun sein, ob die geopolitische Entspannung anhält und ob die morgigen Arbeitsmarktdaten die Erwartungen des Marktes bestätigen oder für eine Überraschung sorgen.
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Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markeinschätzung!
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Handelstag und wie immer:
Stabile Trades!
Guten Morgen zusammen,
nach vier sehr starken Handelstagen haben die Aktienmärkte gestern erstmals leichte Gewinnmitnahmen gesehen. Auslöser waren vor allem gemischte Konjunkturdaten aus den USA, allen voran der deutlich schwächer als erwartete ADP-Arbeitsmarktbericht. Gleichzeitig entspannt sich die geopolitische Lage rund um die Straße von Hormuz weiter, wodurch der Ölpreis innerhalb weniger Tage massiv nachgegeben hat. Heute dürfte der Fokus der Marktteilnehmer bereits klar auf den morgigen Non-Farm Payrolls liegen. Entsprechend erwarte ich einen eher ruhigeren Handelstag, bevor morgen mit den US-Arbeitsmarktdaten der nächste große Impulsgeber folgt.
Agenda
* Geopolitische Lage
* Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
* Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
* FedWatch Tool
* Earnings im Überblick
* Märkte und Korrelationen im Überblick
* Risk Assets im Überblick
* DAX charttechnischer Ausblick
* Fazit
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Geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt aktuell der wichtigste Einflussfaktor für den Ölmarkt. Insgesamt setzt sich die Deeskalation zwischen den USA, Oman und Iran weiter fort. Zahlreiche Meldungen deuteten gestern darauf hin, dass die Verhandlungen über eine Wiederaufnahme beziehungsweise kontrollierte Öffnung der Schifffahrtsroute in der Straße von Hormuz Fortschritte machen. Iran sprach mehrfach von einer Einigung mit Oman über einen möglichen Transitkorridor, während auch aus Washington und europäischen Staaten weitere diplomatische Signale kamen.
Gleichzeitig bleibt die Lage jedoch fragil. Die Huthi-Rebellen im Jemen bekräftigten erneut ihre Drohungen gegen saudische Öltanker und erklärten, sämtliche Schiffsbewegungen genau zu beobachten. Auch im Süden des Libanon kam es erneut zu militärischen Zwischenfällen zwischen Israel und der Hisbollah. Trotz dieser Einzelereignisse bewertet der Markt die Gesamtlage momentan deutlich entspannter als noch zu Wochenbeginn.
Die Folge sehen wir unmittelbar am Ölmarkt. Innerhalb weniger Handelstage verlor US Oil rund 13 %, da ein erheblicher Teil der zuvor eingepreisten geopolitischen Risikoprämie wieder aus dem Markt genommen wurde. Genau das zeigt erneut, wie schnell geopolitische Aufschläge sowohl aufgebaut als auch wieder vollständig ausgepreist werden können.
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Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
Der gestrige Handel wurde vor allem durch den US-Arbeitsmarkt geprägt.
Im Mittelpunkt stand der ADP Employment Change, der mit lediglich 44.000 neuen Stellen deutlich unter den Erwartungen von 68.000 lag. Auch gegenüber dem Vormonat mit 95.000 Stellen fiel das Ergebnis wesentlich schwächer aus. Der ADP-Bericht gilt als wichtiger Vorindikator für die morgigen offiziellen Non-Farm Payrolls. Ein schwacher ADP-Bericht bedeutet zwar nicht automatisch ebenfalls schwache NFP-Daten, erhöht aber die Unsicherheit erheblich.
Für die Märkte war diese Veröffentlichung zunächst positiv, da schwächere Arbeitsmarktdaten den Druck auf die Federal Reserve hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen reduzieren könnten.
Dem gegenüber standen jedoch überraschend starke Konjunkturdaten.
Der S&P Global Services PMI stieg auf 54,6 Punkte und lag damit sowohl über den Erwartungen von 53,6 als auch deutlich über dem Vormonat. Auch der Composite PMI überraschte positiv und kletterte auf 54,5 Punkte.
Damit zeigt sich weiterhin eine robuste US-Wirtschaft, insbesondere im Dienstleistungssektor.
Inflationstechnisch besonders interessant waren die ISM Prices Paid, welche mit 70,3 Punkten deutlich über den Erwartungen von 65,0 lagen. Dieser Wert signalisiert weiterhin erhöhten Preisdruck innerhalb des Dienstleistungssektors und dürfte der Federal Reserve kaum gefallen. Zwar schwächt sich der Arbeitsmarkt langsam ab, gleichzeitig bleiben die Inflationsrisiken aber bestehen.
Der eigentliche ISM Services PMI lag mit 54,1 Punkten leicht unter den Erwartungen von 54,5, allerdings weiterhin oberhalb des Vormonats und damit klar im Wachstumsbereich.
Auch die Rohöllagerbestände sorgten für Aufmerksamkeit. Statt eines erwarteten Rückgangs um 1,5 Millionen Barrel wurden die Lagerbestände um 2,48 Millionen Barrel aufgebaut. Nach dem starken Rückgang der Vorwoche stellt dies eine deutliche Entspannung auf der Angebotsseite dar und unterstützte zusätzlich den fallenden Ölpreis.
Abgerundet wurde der Handelstag durch eine Rede von US-Präsident Donald Trump, die zwar erneut handelspolitische Themen sowie mögliche Zölle aufgriff, kurzfristig jedoch keinen nachhaltigen Einfluss auf die Aktienmärkte ausübte.
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Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Bereits in den frühen Morgenstunden sprach FOMC-Mitglied Mary Daly. Ihre Aussagen unterstrichen erneut den vorsichtigen Kurs der Federal Reserve. Zwar sieht sie langfristig weiterhin stabile Inflationserwartungen, gleichzeitig betonte sie jedoch, dass neue Inflationsschübe nicht ausgeschlossen seien und die Geldpolitik datenabhängig bleiben müsse.
Im weiteren Tagesverlauf richtet sich der Blick auf das ECB Economic Bulletin, welches Hinweise auf die wirtschaftliche Lage innerhalb der Eurozone liefern dürfte.
Der wichtigste Termin des heutigen Tages sind jedoch die US Initial Jobless Claims.
Erwartet werden 203.000 Erstanträge, nach zuletzt 197.000.
Sollten die Anträge überraschend deutlich steigen, würde dies die These eines sich abschwächenden Arbeitsmarktes weiter stützen und die morgigen Non-Farm Payrolls zusätzlich in den Fokus rücken.
Der eigentliche Höhepunkt bleibt allerdings der morgige Freitag mit:
* Non-Farm Payrolls
* Average Hourly Earnings
* Arbeitslosenquote
Diese Daten werden voraussichtlich die Richtung für den gesamten Markt bis zum nächsten Fed-Meeting maßgeblich beeinflussen.
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FedWatch Tool
Seit den gestrigen Arbeitsmarktdaten hat sich die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer leicht verschoben.
Für die September-Sitzung preist der Markt aktuell noch eine Wahrscheinlichkeit von 54,7 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein. Die Wahrscheinlichkeit unveränderter Zinsen liegt inzwischen bei 45,3 %.
Damit wird deutlich, wie entscheidend die morgigen NFP-Daten werden. Sollten diese ebenfalls deutlich schwächer ausfallen als erwartet, könnte sich das Kräfteverhältnis weiter in Richtung einer Zinspause verschieben.
Bis zum September-Meeting stehen zwar noch zahlreiche wichtige Termine wie Jackson Hole, weitere Inflationsdaten sowie zusätzliche Arbeitsmarktdaten an. Kurzfristig werden die morgigen NFP-Zahlen jedoch den wichtigsten Einfluss auf die Zinserwartungen besitzen.
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Earnings im Überblick
Auch die laufende Berichtssaison liefert weiterhin wichtige Impulse.
Zu den positiven Überraschungen gehörten unter anderem Siemens, die sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz die Erwartungen übertreffen konnten. Ebenfalls solide präsentierten sich Infineon sowie Deutsche Post.
In den USA sorgten insbesondere Walt Disney sowie Realty Income für positive Überraschungen. Auch eBay konnte insgesamt überzeugende Quartalszahlen liefern.
Heute richtet sich der Blick unter anderem auf:
* Berkshire Hathaway
* Deutsche Telekom
* Rheinmetall
* Commerzbank
* Fresenius SE
* Vonovia
* Scout24
* Airbnb
* Warner Bros. Discovery
* Monster Beverage
* Merck
Gerade Rheinmetall, Deutsche Telekom, Commerzbank sowie Vonovia könnten heute zusätzliche Impulse für den DAX liefern.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölpreis setzte seine Korrektur auch gestern fort. Zwar fiel die Bewegung deutlich moderater aus als noch am Dienstag, insgesamt bleibt das Bild jedoch unverändert. Solange die geopolitische Deeskalation zwischen Iran, Oman und den USA anhält, dürfte die zuletzt eingepreiste Risikoprämie weiter aus dem Markt genommen werden.
Charttechnisch bleibt für mich das gestrige Tagestief entscheidend. Sollte dieses unterschritten werden, halte ich einen Rücklauf in den Bereich von 74 USD und perspektivisch sogar 72 USD für realistisch.
Auf der Oberseite würde sich das Bild erst wieder deutlich aufhellen, wenn wir das Monatstief vom April im Bereich um 79 USD nachhaltig zurückerobern. In Kombination mit einer erneuten Eskalation im Nahen Osten wären anschließend auch wieder Kurse im Bereich von 84 USD denkbar.
Allein in den ersten sechs Handelstagen dieses Monats verlor Öl aufgrund der geopolitischen Entspannung bereits rund 13 %. Das zeigt erneut eindrucksvoll, wie schnell geopolitische Risikoprämien aufgebaut, aber auch wieder vollständig ausgepreist werden können.
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US Bonds
Am Anleihemarkt verlief der gestrige Handel insgesamt ruhig.
Heute Morgen notieren die Renditen leicht im Plus:
* 3-jährige US-Bonds: +0,31 %
* 5-jährige US-Bonds: +0,28 %
* 10-jährige US-Bonds: +0,17 %
* 30-jährige US-Bonds: +0,15 %
Größere Bewegungen erwarte ich hier erst wieder mit den morgigen Non-Farm Payrolls. Diese dürften sowohl die Zinserwartungen als auch die Entwicklung am Anleihemarkt maßgeblich beeinflussen.
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US-Dollar Index (DXY)
Der US-Dollar zeigte sich gestern erneut schwächer und verlor rund 0,2 %.
Charttechnisch bleibt das Bild nahezu unverändert.
Kann sich der Dollar wieder über 100,10 Punkte etablieren und anschließend auch das Tageshoch vom Dienstag überwinden, sehe ich weiteres Potenzial bis in den Bereich von 100,50 Punkten.
Sollte dagegen das gestrige Tagestief unterschritten werden, rückt zunächst die Marke von 99,50 Punkten in den Fokus. Fällt anschließend auch das Montagstief, wären sogar Rücksetzer bis an die 99,00 Punkte möglich.
Die morgigen NFP-Daten dürften hierbei der entscheidende Impulsgeber sein. Schwächere Arbeitsmarktdaten würden den Dollar vermutlich zusätzlich unter Druck setzen, während überraschend starke Zahlen die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen erhöhen und den Dollar entsprechend stützen könnten.
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Volatilitätsindex (VIX)
Der VIX zeigte gestern zwar zwischenzeitlich einen deutlichen Anstieg, konnte dieses Niveau jedoch nicht halten und fiel im weiteren Handelsverlauf wieder deutlich zurück.
Aktuell notiert der Index bei rund 15,9 Punkten und signalisiert damit weiterhin ein vergleichsweise ruhiges Marktumfeld. Von echter Risikoaversion ist derzeit noch wenig zu erkennen.
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Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt einer der stärksten Werte am gesamten US-Markt.
Gestern konnte die Aktie erneut rund 3,4 % zulegen. Damit summiert sich der Wochengewinn inzwischen auf über 9 %.
Besonders wichtig ist dabei der Schlusskurs oberhalb des Monatshochs vom April bei rund 217 USD. Solange sich Nvidia über diesem Bereich behaupten kann, bleibt das technische Bild klar bullisch.
Die interessantesten Unterstützungszonen sehe ich aktuell zwischen 212 und 213 USD sowie direkt am Ausbruchsbereich bei 217 USD.
Sollten diese Bereiche verteidigt werden, bleiben für mich die nächsten Kursziele 230 USD sowie anschließend das Junihoch im Bereich um 232 USD.
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Bitcoin
Auch Bitcoin konnte zuletzt leichte Stärke zeigen.
An meiner Einschätzung hat sich allerdings wenig geändert.
Erst ein nachhaltiger Daily Close oberhalb von 65.700 USD würde das Chartbild wieder deutlich verbessern und Platz in Richtung 67.000 beziehungsweise 68.300 USD schaffen.
Scheitert Bitcoin dagegen erneut am Widerstand zwischen 65.000 und 65.700 USD, bleibt die Gefahr weiterer Rücksetzer bestehen.
Besonders wichtig bleibt dabei der Bereich um 62.200 USD. Sollte dieses Wochentief unterschritten werden, rücken anschließend auch 61.000 USD sowie die psychologisch wichtige Marke von 60.000 USD in den Fokus.
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S&P 500
Nach vier außergewöhnlich starken Handelstagen zeigte sich der S&P 500 gestern erstmals etwas schwächer und verlor rund 0,35 %.
Aus meiner Sicht handelt es sich bislang lediglich um normale Gewinnmitnahmen innerhalb eines weiterhin intakten Aufwärtstrends.
Für den heutigen Handel erwarte ich eher einen ruhigen Markt beziehungsweise leichtes Range-Trading vor den morgigen Arbeitsmarktdaten.
Sollte das gestrige Tagestief unterschritten werden, wäre ein Rücklauf bis etwa 7.650 Punkte durchaus denkbar. Dort würde ich jedoch eher nach neuen Long-Setups suchen als aggressiv auf fallende Kurse zu setzen.
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Nasdaq 100
Der Nasdaq verlor gestern rund 0,75 % und zeigte damit erstmals etwas deutlichere Schwäche.
Nachdem die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten knapp erreicht wurde, sehen wir nun eine erste technische Korrektur.
Heute wurde bereits das gestrige Tagestief unterschritten.
Die wichtigsten Unterstützungen liegen für mich nun im Bereich zwischen 29.200 und 29.000 Punkten.
Sollte sich dort erneut Kaufinteresse zeigen, wären Long-Positionen aus meiner Sicht wieder interessant.
Da der Nasdaq bislang allerdings kein neues Allzeithoch ausbilden konnte und gleichzeitig bereits tiefere Tiefs entstanden sind, sollte diese Korrektur zunächst aufmerksam beobachtet werden.
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Dow Jones
Der Dow Jones markierte gestern zwischenzeitlich erneut ein neues Allzeithoch bei rund 54.780 Punkten, wurde dort allerdings deutlich abverkauft und schloss anschließend wieder unter 54.500 Punkten.
Für mich stehen kurzfristig nicht neue Long-Einstiege im Fokus.
Interessanter werden vielmehr mögliche Rücksetzer in den Bereich von 54.000 Punkten beziehungsweise 53.500 Punkten, um dort nach neuen Long-Gelegenheiten innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends Ausschau zu halten.
DAX charttechnischer Ausblick
Auch der DAX hat gestern erstmals nach mehreren sehr starken Handelstagen etwas Luft abgelassen. Der Index schloss rund 0,58 % im Minus und zeigt heute Morgen zunächst weiteren leichten Verkaufsdruck. Das gestrige Tagestief wurde bereits unterschritten.
Aus charttechnischer Sicht ist diese Bewegung nach der starken Rally der vergangenen Tage jedoch vollkommen normal. Nach dem dynamischen Ausbruch auf neue Allzeithochs wären kleinere Gewinnmitnahmen sowie Rücksetzer in frühere Widerstandsbereiche sogar gesund und könnten neue Long-Gelegenheiten eröffnen.
Für mich bleibt die entscheidende Unterstützungszone unverändert der Bereich zwischen 26.000 Punkten und dem ehemaligen Allzeithoch beziehungsweise Wochenhoch der KW31 bei rund 25.920 Punkten. Dort würde ich den ersten größeren Kaufdruck erwarten.
Sollte dieser Bereich nicht halten, rückt anschließend das offene Gap zwischen 25.700 Punkten und dem Juli-Schlusskurs bei rund 25.650 Punkten in den Fokus. Auch diese Zone halte ich für einen sehr interessanten Bereich, um nach neuen Long-Setups innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends Ausschau zu halten.
Neue Long-Positionen auf aktuellem Niveau würde ich dagegen eher vermeiden. Nach der starken Aufwärtsbewegung der vergangenen Woche erscheint mir das Chancen-Risiko-Verhältnis für frische Käufe momentan nicht besonders attraktiv.
Sollte der DAX hingegen das heutige Tageshoch zurückerobern und gleichzeitig positive fundamentale Impulse – beispielsweise durch starke US-Arbeitsmarktdaten oder weitere geopolitische Entspannung – erhalten, wären neue Allzeithochs selbstverständlich jederzeit wieder möglich.
Kurzfristig rechne ich allerdings eher mit einer Konsolidierung beziehungsweise einer Seitwärtsphase, bevor der Markt seine nächste größere Richtung entscheidet.
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Fazit
Die Märkte befinden sich weiterhin grundsätzlich in einem konstruktiven Umfeld. Die geopolitische Lage hat sich gegenüber der Vorwoche deutlich entspannt, was sich insbesondere am kräftigen Rückgang des Ölpreises widerspiegelt. Gleichzeitig bleiben die Aktienmärkte trotz erster Gewinnmitnahmen insgesamt technisch stark.
Auf der fundamentalen Seite liefert der schwache ADP-Bericht erste Hinweise auf eine mögliche Abschwächung des US-Arbeitsmarktes. Gleichzeitig zeigen die Einkaufsmanagerindizes weiterhin eine robuste Wirtschaft, während die gestiegenen ISM-Preiskomponenten daran erinnern, dass der Inflationsdruck noch nicht vollständig verschwunden ist.
Damit rückt der morgige Arbeitsmarktbericht noch stärker in den Mittelpunkt. Die Non-Farm Payrolls, die durchschnittlichen Stundenlöhne sowie die Arbeitslosenquote dürften entscheidend dafür sein, wie sich die Zinserwartungen für die September-Sitzung der Fed entwickeln.
Charttechnisch bleibe ich übergeordnet weiterhin positiv für die Aktienmärkte. Nach den starken Kursanstiegen der vergangenen Tage halte ich kurzfristige Gewinnmitnahmen jedoch für völlig normal. Diese Rücksetzer sehe ich derzeit eher als potenzielle Einstiegsmöglichkeiten innerhalb des bestehenden Aufwärtstrends als als Beginn einer größeren Trendwende.
Entscheidend wird nun sein, ob die geopolitische Entspannung anhält und ob die morgigen Arbeitsmarktdaten die Erwartungen des Marktes bestätigen oder für eine Überraschung sorgen.
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Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markeinschätzung!
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Handelstag und wie immer:
Stabile Trades!
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