US 30Y yield
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Zinsen: die Schwelle des systemischen Risikos

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Seit Beginn der militärischen Operationen im Nahen Osten am 28. Februar sind die langfristigen Anleiherenditen stark gestiegen, insbesondere am langen Ende der Zinskurve. Dieser Anstieg der langfristigen Zinsen erklärt sich durch eine Kombination fundamentaler Faktoren, darunter steigende Energiepreise, höhere Inflation und steigende Inflationserwartungen.

Da die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe wieder ihre Höchststände von Oktober 2023 erreicht und die Marke von 5 % überschritten hat, stellt sich die Frage: Besteht ein systemisches Risiko für Wirtschaft, Staat und Unternehmen? Wird die Federal Reserve unter Kevin Warsh gezwungen sein, den Leitzins anzuheben oder zumindest eine längere Pause einzulegen?

Folgende Daten sind dabei zu beachten:

• Die Rendite der 30-jährigen US-Anleihe hat wieder das Niveau von 2007 erreicht

• Die Rendite der 10-jährigen US-Anleihe nähert sich 5 %

• Variabel verzinste Unternehmensschulden machen 40 % der gesamten Unternehmensverschuldung in den USA aus

• Die Schwelle eines systemischen Risikos ist jedoch noch nicht erreicht; sie liegt eher bei 6,5 %–7 %


In diesem Zusammenhang ist klar zwischen einem Zustand erhöhter finanzieller Spannungen und einem echten systemischen Risiko zu unterscheiden. Historisch gesehen können US-Anleihemärkte im Bereich von 4 % bis 5,5 % bei der 10-jährigen Rendite agieren, ohne eine globale Krise auszulösen, sofern das nominale Wachstum robust bleibt und die Finanzierungsströme intakt sind. Das aktuelle Niveau spiegelt vor allem eine Neubewertung des Risikos wider, ausgelöst durch anhaltende Inflation, geopolitische Unsicherheiten und eine wahrgenommene Verschlechterung der US-Haushaltslage.

Das folgende Chart zeigt die wöchentlichen japanischen Candlesticks der 30-jährigen US-Rendite und markiert die Risikozonen je nach Zinsniveau.
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Der Hauptübertragungskanal auf die Wirtschaft ist nicht unmittelbar, sondern schrittweise. US-Unternehmen sind überwiegend über den Anleihemarkt zu festen Zinsen finanziert, was bedeutet, dass steigende Zinsen nicht sofort den gesamten Schuldenbestand betreffen.
Allerdings steigen die Grenzfinanzierungskosten schnell bei jeder neuen Emission und Refinanzierung. Der Anteil von rund 40 % variabel verzinster Schulden beschleunigt jedoch die Transmission in bestimmten Segmenten, insbesondere bei Small Caps und kreditabhängigen Unternehmen.

Auch für den Bundesstaat ist die Lage restriktiver als in früheren Zyklen. Steigende Langfristzinsen erhöhen mechanisch die Refinanzierungskosten der Staatsverschuldung und verstärken die Sensibilität des Haushalts gegenüber Marktbedingungen. Dies erzeugt kein kurzfristiges Ausfallrisiko, führt jedoch zu einer fragileren mittelfristigen Schuldentragfähigkeit.

Damit gilt: Auch wenn die aktuelle Zone (10-jährige nahe 5 % und 30-jährige über 5 %) eine erhebliche Stresszone darstellt, liegt die echte systemische Bruchschwelle höher, bei etwa 6,5 % bis 7 %, wo die kumulativen Effekte auf Staatsverschuldung, Privatkredite und Immobilien gleichzeitig kritisch werden könnten.

Die folgende Tabelle beschreibt das US-Finanzrisiko in Abhängigkeit vom Niveau der 10-jährigen US-Rendite. Diese Werte gelten ebenfalls für langfristige US-Anleiherenditen, insbesondere die 30-jährige.
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