USD/JPY: Die Zentralbanken sagen STOPP zum weiteren Yen-Verfall!

161
Der japanische Yen (JPY) befindet sich am Devisenmarkt (FX) seit mehr als 15 Jahren in einem Abwärtstrend (entspricht einem Aufwärtstrend beim USD/JPY). Ende Juli führte eine massive koordinierte Intervention der Fed und der BoJ zu einem Rückgang des USD/JPY-Wechselkurses um 800 Pips.

Tokio und Washington haben dem weiteren Verfall des Yen eine Grenze gesetzt. Wurde das endgültige Hoch bei 164 JPY erreicht?

Das wichtigste Ereignis am Devisenmarkt in diesem Sommer ist somit seit mehreren Jahrzehnten beispiellos: eine koordinierte Intervention der Vereinigten Staaten und Japans zur Unterstützung des Yen. Die zentrale Frage für Investoren lautet nun, ob es sich lediglich um eine technische Erholung des Yen handelt oder um den Beginn einer echten Trendwende beim USD/JPY.

Die Antwort hängt von drei Faktoren ab: dem politischen Willen, der zukünftigen Geldpolitik der Fed und der BoJ sowie dem Verhalten institutioneller Händler am USD/JPY-Markt.


1) Eine historische Intervention: Washington greift in die Yen-Debatte ein

Die Vereinigten Staaten und Japan haben koordinierte Yen-Käufe durchgeführt – die erste derartige Intervention seit mehreren Jahrzehnten.

Der Hintergrund war folgender:

• USD/JPY bewegte sich nahe 165, also auf Niveaus nahe den höchsten Ständen seit etwa 40 Jahren.
• Der Yen wurde vom US-Finanzministerium als deutlich unterbewertet angesehen.
• Japan befürchtete, dass eine weitere Schwäche des Yen folgende Risiken auslösen könnte:
• eine Beschleunigung der importierten Inflation,
• einen unkontrollierten Anstieg der japanischen Anleiherenditen,
• eine Ansteckung des US-Anleihemarktes.


Die Federal Reserve nutzte daher den US Exchange Stabilization Fund, um die Intervention der Bank of Japan zu unterstützen.

Die folgende Grafik zeigt die täglichen japanischen Candlesticks des USD/JPY-Wechselkurses.
Snapshot


2) Der Yen-Carry-Trade erzeugt einen strukturellen Verkaufsdruck auf die japanische Währung


Diese massive japanisch-amerikanische Intervention überraschte institutionelle Händler, die auf eine weitere Abwertung des Yen (und damit auf einen weiteren Anstieg des USD/JPY) gesetzt hatten.

Institutionelle Anleger waren massiv im Yen short positioniert. Werden sie diese Positionen beibehalten, obwohl Washington und Tokio nun einen niedrigeren USD/JPY-Wechselkurs und allgemein einen schwächeren US-Dollar (DXY) am Devisenmarkt anstreben?


3) Diese Doppelintervention wird jedoch nicht ausreichen: Die BoJ muss die Zinsen erhöhen und die Fed muss mindestens den Status quo beibehalten


Aus fundamentaler Sicht müssen zwei Faktoren zusammenkommen, um ein bedeutendes Hoch bei 164 JPY vom Donnerstag, dem 23. Juli, zu bestätigen.

• Die Bank of Japan muss die Zinsen bis Ende 2026 noch ein- oder zweimal erhöhen, insbesondere bei der kommenden Sitzung am 18. September.

• Die Federal Reserve muss ihren aktuellen Kurs beibehalten oder bis Jahresende höchstens noch eine weitere Zinserhöhung durchführen (dafür wären ein deutlicher Rückgang der Ölpreise und eine weiterhin kontrollierte Kerninflation erforderlich).


Die folgende Tabelle zeigt die Bloomberg-Konsensprognosen zur erwarteten Entwicklung des USD/JPY-Wechselkurses bis zum Jahresende.
Snapshot


4) Aus technischer Sicht muss der USD/JPY die wöchentliche Ichimoku-Wolke nach unten durchbrechen, um ein bedeutendes Hoch bei 164 JPY zu bestätigen

Aus Sicht der technischen Analyse ist es noch zu früh, um zu bestätigen, dass das endgültige Hoch bei 165 JPY erreicht wurde. Die wichtige Unterstützungszone bei 150/152 JPY müsste nach unten durchbrochen werden, um ein starkes bärisches technisches Signal zu erzeugen.

Die folgende Grafik zeigt die wöchentlichen japanischen Candlesticks des USD/JPY-Wechselkurses mit dem Ichimoku-System.
Snapshot







ALLGEMEINER HAFTUNGSAUSSCHLUSS:
Dieser Inhalt richtet sich an Personen, die mit Finanzmärkten und Finanzinstrumenten vertraut sind, und dient ausschließlich Informationszwecken. Die präsentierte Idee (einschließlich Marktkommentare, Marktdaten und Beobachtungen) ist kein Produkt einer Research-Abteilung von Swissquote oder einer ihrer Tochtergesellschaften. Dieses Material soll Marktbewegungen veranschaulichen und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Wenn Sie ein Privatanleger sind oder keine Erfahrung mit dem Handel komplexer Finanzprodukte haben, sollten Sie vor finanziellen Entscheidungen einen lizenzierten Berater konsultieren.
Dieser Inhalt zielt nicht darauf ab, den Markt zu manipulees oder ein bestimmtes finanzielles Verhalten zu fördern.
Swissquote übernimmt keine Gewähr für die Qualität, Vollständigkeit, Richtigkeit, Genauigkeit oder Rechtmäßigkeit dieses Inhalts. Die geäußerten Meinungen stammen vom Berater und dienen ausschließlich zu Bildungszwecken. Alle Informationen zu einem Produkt oder Markt stellen keine Empfehlung einer Anlagestrategie oder Transaktion dar. Frühere Wertentwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
Swissquote sowie deren Mitarbeiter und Vertreter haften in keinem Fall für Schäden oder Verluste, die direkt oder indirekt auf Entscheidungen basieren, die aufgrund dieses Inhalts getroffen wurden.
Die Verwendung von Marken oder Logos Dritter dient nur zu Informationszwecken und impliziert keine Billigung durch Swissquote oder eine Genehmigung durch den Markeninhaber zur Förderung seiner Produkte oder Dienstleistungen.
Swissquote ist die Marketingmarke der folgenden Unternehmen: Swissquote Bank Ltd (Schweiz) reguliert durch FINMA, Swissquote Capital Markets Limited reguliert durch CySEC (Zypern), Swissquote Bank Europe SA (Luxemburg) reguliert durch die CSSF, Swissquote Ltd (UK) reguliert durch die FCA, Swissquote Financial Services (Malta) Ltd reguliert durch die MFSA, Swissquote MEA Ltd. (VAE) reguliert durch die DFSA, Swissquote Pte Ltd (Singapur) reguliert durch die MAS, Swissquote Asia Limited (Hongkong) lizenziert durch die SFC und Swissquote South Africa (Pty) Ltd überwacht durch die FSCA.
Produkte und Dienstleistungen von Swissquote sind nur für Personen bestimmt, die diese gemäß den lokalen Gesetzen erhalten dürfen.
Alle Investitionen sind mit Risiken verbunden. Der Handel oder Besitz von Finanzinstrumenten kann mit erheblichen Verlusten einhergehen. Der Wert von Finanzinstrumenten wie Aktien, Anleihen, Kryptowährungen und anderen Vermögenswerten kann steigen oder fallen. Es besteht ein erhebliches Risiko finanzieller Verluste beim Kauf, Verkauf, Halten, Staken oder Investieren in diese Instrumente. SQBE spricht keine Empfehlungen zu bestimmten Investitionen, Transaktionen oder Anlagestrategien aus.
CFDs sind komplexe Instrumente mit hohem Verlustrisiko aufgrund von Hebeleffekten. Die Mehrheit der Privatanlegerkonten erleidet Verluste beim Handel mit CFDs. Sie sollten prüfen, ob Sie die Funktionsweise von CFDs verstehen und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen.
Digitale Vermögenswerte sind in den meisten Ländern nicht reguliert und es gelten möglicherweise keine Verbraucherschutzvorschriften. Aufgrund ihrer hohen Volatilität und spekulativen Natur sind sie für risikoscheue Anleger ungeeignet. Vergewissern Sie sich, dass Sie jeden digitalen Vermögenswert verstehen, bevor Sie handeln.
Kryptowährungen gelten in einigen Ländern nicht als gesetzliches Zahlungsmittel und unterliegen regulatorischen Unsicherheiten.
Die Nutzung internetbasierter Systeme kann erhebliche Risiken bergen, darunter Betrug, Cyberangriffe, Netzwerkausfälle, Kommunikationsprobleme sowie Identitätsdiebstahl und Phishing-Angriffe im Zusammenhang mit Krypto-Vermögenswerten.

Haftungsausschluss

Die Informationen und Veröffentlichungen sind nicht als Finanz-, Anlage-, Handels- oder andere Arten von Ratschlägen oder Empfehlungen gedacht, die von TradingView bereitgestellt oder gebilligt werden, und stellen diese nicht dar. Lesen Sie mehr in den Nutzungsbedingungen.