Gold hat uns bereits gezeigt, in welche Richtung sich der Markt bewegt. Die entscheidende Frage ist jetzt, ob die Käufer das Blatt noch wenden können, bevor die nächste Abwärtsbewegung beginnt.
Ein Blick auf den H1-Chart zeigt, dass sich XAUUSD weiterhin in einer übergeordneten bärischen Marktstruktur befindet. Die vorherige Akkumulationszone zwischen 4.100 und 4.160 konnte nicht gehalten werden. Der anschließende Ausbruch nach unten löste eine starke Verkaufsbewegung in Richtung 4.000 aus.
Danach bildete sich eine neue Konsolidierung zwischen etwa 3.980 und 4.030. Den Käufern gelang es schließlich, den Preis bis in den Bereich von 4.065 zu treiben. Allerdings verliert diese Erholung unterhalb des fallenden Widerstands zunehmend an Dynamik.
Mit dem bevorstehenden FOMC befindet sich der Markt nun an einem besonders interessanten Entscheidungspunkt.
Meine aktuelle Einschätzung: Unter 4.055 bleibt die Tendenz bärisch. Ein alternatives bullisches Szenario habe ich dennoch vorbereitet.
Eine Erholung, die den Trend noch nicht verändert hat
Der Anstieg von 3.990 auf 4.065 sah auf den kleineren Zeiteinheiten durchaus beeindruckend aus. Eine starke Erholung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sich der Trend umgekehrt hat.
Der Preis hat die übergeordnete Struktur fallender Hochpunkte bisher nicht durchbrochen.
Der Bereich zwischen 4.050 und 4.065 bleibt besonders wichtig, da hier das jüngste Erholungshoch und der fallende Widerstand zusammenkommen.
Gleichzeitig stellt der rote Orderblock zwischen 3.990 und 4.005 die erste wichtige Zone dar, die wir bei einer erneuten Abwärtsbewegung beobachten sollten.
Drei Preisbereiche stehen aktuell im Mittelpunkt:
4.055–4.065: Widerstand und mögliche bärische Umkehrzone.
4.030: Kurzfristiges Entscheidungsniveau.
3.990–4.005: Orderblock und potenzielles Liquiditätsziel.
Anstatt jede einzelne Kerze vorherzusagen, möchte ich beobachten, wie der Preis an diesen Marken reagiert.
SELL-Szenario: Erst die Ablehnung abwarten
Mein bevorzugtes Szenario ist eine erneute Erholung in Richtung Widerstand, gefolgt von zunehmendem Verkaufsdruck.
SELL SETUP A: Ablehnung am Widerstand
Entry: 4.050–4.051
Stop Loss: 4.055
Take Profit 1: 4.040
Take Profit 2: 4.036
Einstiegsbedingungen:
Der Preis muss zunächst in den Widerstandsbereich zwischen 4.050 und 4.055 zurückkehren.
Nach dem Test dieses Widerstands muss eine M15-Kerze unterhalb von 4.050 schließen.
Ein Einstieg erfolgt nur dann, wenn der Preis anschließend 4.050–4.051 von unten erneut testet.
Sollte eine M15-Kerze vor dem Einstieg oberhalb von 4.055 schließen, wird dieses Setup verworfen.
Hierbei handelt es sich um einen kurzfristigen Trade auf eine Ablehnung am Widerstand. Das weiter entfernte bärische Ziel bei 4.005 gehört nicht zum ursprünglichen Risikoplan dieses Setups.
SELL SETUP B: Fortsetzung nach dem Unterstützungsbruch
Falls der Preis nicht mehr bis 4.050 zurückkehrt, gibt es eine weitere Möglichkeit.
Entry: 4.028–4.029
Stop Loss: 4.033
Take Profit 1: 4.018
Take Profit 2: 4.014
Aktivierung:
Zunächst muss eine H1-Kerze unterhalb von 4.030 schließen. Anschließend warte ich auf einen M15-Retest des Bereichs zwischen 4.028 und 4.030, bei dem es dem Preis nicht gelingt, die durchbrochene Unterstützung zurückzuerobern.
Ein klarer Bruch unter 4.030 würde das Szenario einer weiteren Abwärtsbewegung in Richtung des Orderblocks bei 4.005–3.990 unterstützen.
Allerdings würde ich einer großen bärischen Kerze nicht direkt bis in diese Zone hinterherlaufen.
BUY-Szenario: Die Käufer müssen Stärke beweisen
Die bullische Seite ignoriere ich keineswegs.
Sollte Gold die Marke von 4.055 zurückerobern und sich darüber halten, verliert das kurzfristige bärische Szenario seinen Vorteil.
BUY SETUP: Bullische Rückeroberung des Widerstands
Entry: 4.056–4.057
Stop Loss: 4.052
Take Profit 1: 4.066
Take Profit 2: 4.071
Einstiegsbedingungen:
Eine H1-Kerze muss oberhalb von 4.055 schließen.
Der Preis muss anschließend in Richtung 4.055 zurücksetzen, ohne dass eine M15-Kerze unterhalb von 4.052 schließt.
Vor dem Einstieg muss eine bullische M15-Kerze erneut oberhalb von 4.057 schließen.
Werden diese Bedingungen erfüllt, würde ich einen kurzfristigen BUY in Richtung des vorherigen H1-Swing-Hochs in Betracht ziehen.
Ein nachhaltiger H1-Schlusskurs oberhalb von 4.070 wäre ein stärkeres Zeichen dafür, dass sich die aktuelle Erholung zu einer bedeutenderen Aufwärtsbewegung entwickeln könnte.
Bis dahin betrachte ich jeden BUY lediglich als kurzfristige Gelegenheit gegen den bestehenden Abwärtstrend und nicht als Bestätigung eines neuen bullischen Marktes.
Was passiert am Orderblock zwischen 3990 und 4005?
Genau hier wird der Chart besonders interessant.
Der Bereich zwischen 3.990 und 4.005 hat zuvor Kaufinteresse angezogen und den anschließenden Anstieg bis 4.065 ermöglicht.
Sollten die Verkäufer erneut die Kontrolle übernehmen, könnte der Markt in diese Zone zurückkehren, um zu testen, ob dort weiterhin genügend Nachfrage vorhanden ist.
Dabei sind zwei Entwicklungen entscheidend.
Erreicht der Preis den Orderblock und zeigt eine deutliche bullische Ablehnung, könnte eine weitere Erholung folgen. Bevor ich jedoch eine neue Long-Position in Betracht ziehe, würde ich auf einen bullischen Strukturbruch im H1 warten.
Schließt dagegen eine H1-Kerze unterhalb von 3.990 und scheitert der anschließende Retest daran, dieses Niveau zurückzuerobern, verliert das Unterstützungsszenario deutlich an Glaubwürdigkeit.
In diesem Fall rücken 3.975 und 3.960 als nächste mögliche Abwärtsziele in den Fokus.
Ein Orderblock ist eine Zone, in der wir auf eine Reaktion achten, und kein automatisches Kaufsignal.
Der FOMC könnte alles verändern
Technische Marken helfen uns dabei, einen Handelsplan zu erstellen. Der FOMC kann jedoch darüber entscheiden, wie schnell dieser Plan ungültig wird.
Eine restriktivere Haltung der US-Notenbank als vom Markt erwartet könnte den US-Dollar stärken und Gold unter Druck setzen. Eine überraschend lockerere geldpolitische Haltung könnte dagegen die entgegengesetzte Reaktion auslösen.
Doch die erste Bewegung nach einer wichtigen Veröffentlichung ist nicht immer die tatsächliche Marktrichtung.
Meine Regel ist einfach: Keine neuen Positionen unmittelbar vor der Veröffentlichung und kein Hinterherlaufen bei der ersten starken Kursbewegung.
Ich warte lieber darauf, dass sich die Spreads normalisieren und eine neue H1-Kerze die Richtung bestätigt.
Die oben genannten Einstiege gelten ausschließlich unter normalen Handelsbedingungen, ohne übermäßige Spreads oder Slippage.
Fazit
Aktuell haben die Verkäufer aus struktureller Sicht weiterhin die Oberhand.
Unterhalb von 4.055 bevorzuge ich bärische Handelsmöglichkeiten, insbesondere wenn der Markt am Widerstand abgewiesen wird oder die Marke von 4.030 mit Bestätigung durchbricht.
Oberhalb von 4.055 werde ich bei Short-Positionen vorsichtiger und beobachte stattdessen eine mögliche Erholung in Richtung 4.065–4.070.
Der Orderblock zwischen 3.990 und 4.005 bleibt das entscheidende Abwärtsziel, falls die bärische Dynamik zurückkehrt.
Ein einziges Preisniveau kann einen Trade verändern. Ein einziger H1-Kerzenschluss kann die gesamte Markteinschätzung verändern.
Der FOMC rückt näher und Gold testet bereits einen wichtigen Entscheidungsbereich.
Was erwartet ihr zuerst: Eine Erholung über 4.055 oder einen erneuten Test der Marke von 4.000?
Teilt eure Einschätzung in den Kommentaren. Mich interessiert, wie andere Trader die aktuelle Marktstruktur interpretieren.
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