XRP
Long

XRP-Analyse: absolute Struktur vs. 1.000 $ Prognose

333
Was eine Illusion ist und wo die wahren Ziele liegen.

Disclaimer: Dies ist eine reine technische Analyse, die das Potenzial des Charts anhand vergangener Strukturen in die Zukunft projiziert. Es handelt sich um keine Preisprognose.

Vorwort: Warum dieser Post? Der Auslöser für diese Analyse war ein aktuelles Interview auf Youtube und X, in dem gesagt wird, XRP könnte auf 1.000 $ steigen. Diese Aussage möchte ich annehmen und charttechnisch bewerten. Vor ca. 3 Jahren habe ich schon einmal eine große XRP Analyse erstellt und bin zu sehr hohen Zielen gekommen, die technisch möglich sind.


Snapshot

1. Allgemeine Struktur: Aufteilung in zwei nahezu identische Makro-Phasen

Betrachtet man den XRP-Chart auf der logarithmischen Skala, erkennt man sofort eine sehr identische Abbildung in zwei großen Zyklen. Ein solcher Zyklus besteht primär aus sehr langen Seitwärtsphasen. Es gibt ein markantes Hoch und ein Tief, danach konsolidiert der Kurs sehr lange, ohne weitere große Extreme zu bilden. Danach bricht der Kurs massiv aus und pumpt auf ein Niveau des Allzeithochs. Die folgenden starken Anstiege sind das, worauf alle XRP Halter warten und hoffen.
Ein ausschlaggebende Punkt ist hier die zeitliche Ausdehnung. Die Struktur stützt die Theorie, dass starke Preisanstiege und moderate Korrekturen sich über die zeitliche Ebene ausgleichen. Da diese beiden Phasen optisch und intern so identisch sind, kann davon ausgegangen werden, dass sich der Kurs auch beim nächsten Ausbruch sehr ähnlich verhalten könnte.Um realistische Ziele zu finden, müssen wir den Chart in seine Einzelteile zerlegen.


Snapshot

2. Interne Struktur: Das Akkumulations-Dreieck als Taktgeber

Die internen Strukturen beider Zyklen sind frappierend ähnlich. Sie werden wie folgt gebildet.
Am Anfang steht ein großes Basis-Dreieck: Base A, Top B (dem ATH) und ein Pullback zur Base C.
Besonders markant ist hier zu nennen, dass die Basis C nur leicht unter der Basis A liegt. Dieses Muster ist in beiden großen Phasen nahezu identisch vorhanden. Dieses Konstrukt bildet den Rahmen der kommenden Akkumulation.
Darauf folgen zwei weitere Dreiecke mit jeweils versagenden Hochs und versagenden Tiefs. Diese Strukturen liegen immer innerhalb der Range des vorherigen Dreiecks – es wird also kein neues Extrem gebildet.
Zusammengefasst besteht eine Phase aus vier Tiefs und drei Hochs. Nach dem letzten versagenden Tief bricht der Kurs massiv aus und bricht das ATH. Vor diesem Tief ist ein kleiner Downtrend nach dem drei Hoch zu beobachten, der intern tiefere Tiefs bildet. Auch wenn diese beiden Dreiecke in den Hauptphasen unterschiedlich sind, liegt das letzte Tief im gleichen Retrace Bereich.


Snapshot

3. Mathematische Verhältnisse: Symmetrie und Abweichungen

Legt man Fibonacci-Level über diese Strukturen, werden die feinen Unterschiede sichtbar.
Im ersten Zyklus sahen wir tiefere Tiefs und tiefere Hochs.
Im zweiten Zyklus sehen wir das genaue Gegenteil: Höhere Retracements auf der Downside und höhere Erholungen auf der Upside. Dies zeigt, dass der Chart phasenweise wenig Raum zur Erholung hatte.
Absolut identisch bleibt jedoch der Ausgangspunkt: Der finale Drops vor dem Ausbruch landet im exakt selben Fibonacci-Bereich, gemessen an dem Tief und dem Hoch des letzten Dreieckes.


Snapshot

4. Breakout, ATH und Pullbacks

Nach der langen Akkumulation folgt der Bruch des alten ATHs durch einen massiven Anstieg. Diese Bewegung verhält sich fast spiegelverkehrt zu der ursprünglichen Basis A/ Basis C. Das neue Hoch liegt nur minimal über dem alten ATH so wie beim gezeigten Basis-Dreieck. Auch hier ist dies kein einmaliges Chartbild, sondern ist in beiden Zyklen genau so zu erkennen.
Ein kurzer Exkurs zur Marktpsychologie: Ich erinnere mich genau an den Tag, als der historische Push zum ATH stattfand. Das war der Tag, an dem die SEC XRP fallen ließ und der Gerichtsprozess quasi vom Tisch war. Es war ein sehr euphorischer Moment, und alle dachten, XRP pumpt zum Himmel nur durch gute News. Die Wahrheit ist jedoch: Der Chart hatte diesen Ausbruch und die exakten Grenzen schon lange vorher strukturell angezeigt. Im Nachhinein ist es einfach, solche Zusammenhänge zu zeigen. Jedoch habe ich damals auf genau dieses letzte Low hingewiesen.
Bewertung des aktuellen Pullbacks: Schauen wir in die erste Phase, fand das Retracement nach dem Bruch des ATH am 0.382er Level statt. Aktuell befinden wir uns in genau dieser Retrace Bewegung, nur ist es zeitlich länger gezogen, und wir haben das 0.382er Level nach unten durchbrochen. Interessanterweise hat der Chart aber an dieser Stelle genau wie im ersten Zyklus reagiert (weißer Pfeil im Bild).
Übergeordnet liegt der Kurs noch in derselben Zone wie im Zyklus zuvor, auch wenn wir bereits die Unterkante erreicht haben.
Untergeordnet zeigt sich jedoch eine tiefere Erholung und ein Low des Pullbacks könnte im Bereich 0,97$ - 0,56$ liegen.
Aus diesem stärkeren Pullback müssen wir zwingend annehmen, dass neue Hochs tiefer gebildet werden könnten. Auch wenn die übergeordnete Struktur gleich ist. Die schwachen Erholungen in der Akkumulationsphase wirken sich wohl an dieser Stelle aus. Erster Zyklus, tiefe Lows in der Akkumulationsphase, kurzer Pullback nach dem Breakout. Der zweite Zyklus bildet genau das Gegenteil.


Snapshot

5. Ableitung neuer Hochs und Projektion der Target-Zonen
Gehen wir davon aus, dass XRP der Struktur treu bleibt. Bei einer exakten 1:1 Kopie der Phasen würden wir gewaltige Ziele sehen: ein zweites Hoch würde sich im Bereich um 24$ bilden und ein neues ATH um 210$.
Aber hier müssen wir realistisch bleiben. Wie oben schon beschrieben zeigen die internen Retrace Strukturen tiefere Level. Diese Ausgangslage beeinflusst oft die folgenden fraktalen Anstiege in der Berechnung und der Höhe. Wir müssen damit rechnen, dass in diesem Zyklus tiefere Ziele erreicht werden, die um ein Fibonacci Level niedriger liegen. Daher wären realistische Ziele für ein neues ATH eher um die 86,00 $ (77,00 $ – 86,00 $) und ein Zwischenhoch um die 8,00 $ (7,23 $ – 9,30 $).
Preise von über 1.000 $ pro XRP-Coin sind in diesem aktuellen Zyklus strukturell absolut nicht vertretbar. Dies würde eine massive Trend-Ausweitung ins Absurde bedeuten. Das ist charttechnisch schlichtweg nicht vertretbar.


Fazit
Der XRP-Chart folgt einer fast schon algorithmisch identischen Struktur nach Fibonacci. Die einzelnen Strukturen und das aktuelle Pullback-Verhalten deuten mathematisch darauf hin, dass wir im neuen Zyklus nicht mit einer endlos explosiven Bewegung rechnen können. Selbst wenn die hier erklärte Struktur identisch ist und die gleichen Fibonacci Ziele erreicht werden, sind 1000$ nicht vertretbar. Und wahrscheinlich auch nicht in einem weiteren Zyklus.


Haftungsausschluss

Die Informationen und Veröffentlichungen sind nicht als Finanz-, Anlage-, Handels- oder andere Arten von Ratschlägen oder Empfehlungen gedacht, die von TradingView bereitgestellt oder gebilligt werden, und stellen diese nicht dar. Lesen Sie mehr in den Nutzungsbedingungen.