BTCUSD: Der nächste Anstieg könnte nach diesem Pullback beginnenDie jüngste Bewegung bei BTCUSD begann mit einer starken Reaktion an der unteren Begrenzung des steigenden Kanals. Dort griffen die Käufer entschlossen ein und trieben den Kurs zurück in den Bereich um 64.700, was bestätigt, dass die übergeordnete Aufwärtsstruktur weiterhin intakt ist. Allerdings scheint die nächste impulsive Aufwärtsbewegung noch nicht begonnen zu haben.
Jetzt richtet sich der Fokus auf die Unterstützungszone zwischen 63.830 und 64.120, die mit dem 0,5–0,618 Fibonacci-Retracement zusammenfällt. Ein kontrollierter Rücksetzer in diesen Bereich wäre kein Zeichen von Schwäche, sondern könnte dem Markt die Gelegenheit geben, neue Dynamik aufzubauen, solange der steigende Trendkanal verteidigt wird.
BTCUSD könnte sich zunächst seitwärts bewegen oder diese Unterstützungszone erneut testen, bevor die Käufer einen weiteren Angriff nach oben starten. Gelingt es ihnen, den Fibonacci-Bereich zu verteidigen und erneut bullische Kerzen zu bilden, würde das die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends deutlich erhöhen.
Mein Kursziel liegt bei 66.000, in der Nähe der oberen Begrenzung des steigenden Kanals.
Aus technischer Sicht behalten die Käufer derzeit die Kontrolle. Entscheidend wird nun sein, wie sich der Kurs während des Pullbacks verhält. Solange die Fibonacci-Zone hält, bleibt ein weiterer Aufwärtsschub das wahrscheinlichere Szenario. Ein klarer Bruch unter die steigende Trendlinie würde dieses bullische Bild jedoch deutlich abschwächen.
Harmonisches Muster
DAX Tagesausblick 21. Juli-Zwischen Hoffnung und Eskalation!Zwischen Hoffnung und Eskalation – Märkte warten auf den nächsten Impuls
Good Morning,
Die Märkte starten freundlich in den Dienstag, nachdem Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Nahen Osten den Ölpreis zuletzt etwas zurückkommen ließen. Gleichzeitig bleibt die geopolitische Lage äußerst angespannt: Die USA setzen ihre Angriffe auf iranische Ziele fort, während neue Handelskonflikte und die bevorstehenden Tech-Earnings die Unsicherheit hoch halten. Der Fokus richtet sich nun zunehmend auf die Quartalszahlen der kommenden Tage sowie auf die Entwicklung der geopolitischen Lage.
Agenda
* Geopolitische Lage
* Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
* Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
* Earnings im Überblick
* Märkte und Korrelationen im Überblick
* Risk Assets im Überblick
* DAX charttechnischer Ausblick
* Fazit
Geopolitische Lage
Die geopolitische Situation bleibt das dominierende Thema an den Finanzmärkten. Laut Reuters haben die USA in der vergangenen Nacht bereits den zehnten aufeinanderfolgenden Angriff auf iranische Militärziele durchgeführt. Ziel der Angriffe bleibt es, Irans militärische Fähigkeiten sowie Angriffe auf die Schifffahrt rund um die Straße von Hormus einzudämmen. Gleichzeitig verschärfte Donald Trump seine Rhetorik erneut und kündigte weitere harte Vergeltungsmaßnahmen nach den jüngsten Angriffen auf amerikanische Soldaten an.
Parallel dazu gibt es zwar weiterhin diplomatische Bemühungen um eine Waffenruhe, dennoch bleibt das Risiko einer weiteren Eskalation im Nahen Osten hoch. Reuters berichtet zwar von Vermittlungsgesprächen, gleichzeitig bleibt die militärische Lage äußerst fragil.
Positiv für die Märkte war hingegen, dass asiatische Aktien nach drei schwachen Handelstagen wieder zulegen konnten. Hintergrund war vor allem ein leicht rückläufiger Ölpreis sowie Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte. Reuters betont allerdings ausdrücklich, dass es sich aktuell eher um eine Erholungsbewegung als um ein nachhaltiges Entspannungssignal handelt.
Zusätzlich sorgt die Handelspolitik wieder für Unsicherheit. Die USA verhängten neue 50 %-Zölle auf kanadische Produkte im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Die Maßnahmen sollen ab dem 19. August in Kraft treten und stellen einen weiteren Belastungsfaktor im internationalen Handel dar.
Insgesamt bleibt die geopolitische Nachrichtenlage damit weiterhin der wichtigste Einflussfaktor auf die kurzfristige Marktstimmung.
Fundamentale Wirtschaftsdaten – Gestern
Der Wochenstart verlief fundamental ausgesprochen ruhig.
German PPI (Juni, MoM)
* Actual: -0,3 %
* Forecast: -0,2 %
* Previous: +0,3 %
Die deutschen Erzeugerpreise fielen stärker als erwartet und deuten weiterhin auf nachlassenden Inflationsdruck hin. Das ist grundsätzlich positiv für die EZB und unterstützt die Hoffnung auf eine weiterhin moderate Geldpolitik.
US Leading Index (MoM)
* Actual: -0,2 %
* Forecast: -0,1 %
* Previous: +0,1 %
Auch hier fiel der Wert etwas schwächer als erwartet aus. Insgesamt hatten die gestrigen Wirtschaftsdaten jedoch kaum Einfluss auf die Märkte.
Fundamentale Wirtschaftsdaten – Heute
Auch heute steht fundamental kein besonders ereignisreicher Handelstag bevor.
Wichtige Termine:
* ZEW Konjunkturerwartungen Deutschland
* ZEW Konjunkturerwartungen Eurozone
* Rede von Bundesbankpräsident Joachim Nagel
* ADP Employment Change Weekly
* API Weekly Crude Oil Stocks
Insgesamt dürfte der Fokus der Marktteilnehmer weiterhin deutlich stärker auf der geopolitischen Lage sowie der beginnenden Earnings-Saison liegen.
Earnings im Überblick
Gestern berichteten unter anderem:
* Steel Dynamics: EPS unter Erwartungen, Umsatz über Erwartungen
* WR Berkley: EPS und Umsatz über Erwartungen
* Domino’s Pizza: EPS leicht unter Erwartungen, Umsatz leicht über Erwartungen
Heute nimmt die Berichtssaison deutlich an Fahrt auf.
Unter anderem berichten:
* Charles Schwab
* Danaher
* Chubb
* Capital One
* Marsh McLennan
* 3M
* Northrop Grumman
* General Motors
* MSCI
* EQT
* Halliburton
* KeyCorp
* Hasbro
Zwar stehen heute noch keine absoluten Schwergewichte wie Alphabet oder Tesla auf dem Kalender, dennoch dürfte die Vielzahl an Quartalszahlen bereits wichtige Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung liefern.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil konnte das gestrige Gap vollständig schließen und erreichte kurzfristig erneut die Marke von 80 Dollar. Dort setzte allerdings direkt wieder Kaufinteresse ein, wodurch sich der Ölpreis oberhalb von 82 Dollar stabilisieren konnte.
Aktuell notieren wir bei 82,12 Dollar.
Für mich bleibt das Szenario unverändert.
Bullisches Szenario:
* Break über das gestrige Tageshoch bei 84,70 Dollar
* Ziel: 86,38 Dollar (Monatstief Mai)
* anschließend 87,86 Dollar
* darüber rücken der Bereich um 88 Dollar sowie die 90-Dollar-Zone in den Fokus.
Bärisches Szenario:
* Unter 78,70 Dollar
* Ziel 77 Dollar
* darunter 72 Dollar
Die weitere Entwicklung hängt nahezu vollständig von der geopolitischen Situation sowie möglichen Fortschritten oder Rückschlägen rund um den Nahost-Konflikt ab.
US-Staatsanleihen
Zum Wochenauftakt konnten die Renditen zunächst leicht zulegen.
Heute zeigen sich die Anleiherenditen dagegen wieder etwas schwächer:
* 3Y: -0,33 %
* 5Y: -0,28 %
* 10Y: -0,17 %
* 30Y: -0,16 %
Für die Woche liegen die Renditen insgesamt weiterhin im Plus. Entscheidend wird nun sein, wie sich Inflationserwartungen und geopolitische Risiken weiter entwickeln.
US-Dollar (DXY)
Der Dollar zeigte gestern erneut relative Stärke.
Das 100,60er-Level wurde erfolgreich verteidigt, ehe der Index bei rund 101 Punkten schließen konnte.
Bullisches Szenario:
* Break über das gestrige Tageshoch
* anschließend über 101
* Ziel 101,33
* danach 101,50
Bärisches Szenario:
Sollten 100,60 und anschließend 100.5 nicht verteidigt werden können, bleibt eine Korrektur zurück in Richtung 100 Punkte möglich.
Auch hier dürfte die weitere Entwicklung maßgeblich von der geopolitischen Nachrichtenlage abhängen.
VIX
Der Volatilitätsindex notiert aktuell bei 18,66 Punkten.
Damit bleibt die implizite Volatilität weiterhin unter der wichtigen Marke von 20 Punkten, zeigt jedoch seit zwei Handelstagen wieder eine leicht steigende Tendenz.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia profitiert aktuell von positiven Unternehmensnachrichten rund um einen größeren institutionellen Einstieg der Nevis Group.
Aktuell:
* Schlusskurs: 203,28 Dollar
* Vorbörse: rund 205 Dollar
Bullisches Szenario:
Solange 200 beziehungsweise 198 Dollar halten, bleiben folgende Ziele interessant:
* 213 Dollar
* 217 Dollar
* anschließend höhere Kurse
Bärisches Szenario:
Unter 198 Dollar
* 195 Dollar
* 190 Dollar
* 187 Dollar
Die anstehenden Tech-Earnings werden hier entscheidend sein.
Bitcoin
Bitcoin zeigt weiterhin relative Stärke.
Der Markt konnte erneut über das wichtige Monatstief aus April bei rund 65.700 Dollar ansteigen und notiert aktuell knapp unter 66.000 Dollar.
Ein Tagesschluss oberhalb von 65.700 Dollar wäre heute besonders wichtig.
Dann rückt als nächstes Ziel das Strukturhoch aus Mitte Juni bei rund 67.000 Dollar in den Fokus.
Sollten wir dagegen wieder unter 65.000 Dollar zurückfallen, würde ich verstärkt auf eine erneute Short-Bewegung achten.
S&P 500
Der S&P 500 zeigte gestern den erwarteten Retest am Drei-Monats-Schlusskurs bei 7.548 Punkten und schloss anschließend unter 7.500 Punkten.
Positiv bleibt allerdings, dass das Wochentief der KW 28 und KW 29 bei 7.465 Punkten bislang verteidigt werden konnte.
Bullisches Szenario:
Über
* 7.548
* 7.553
sehe ich Potenzial bis 7.595 Punkte.
Bärisches Szenario:
Unter 7.500 Punkten
zunächst Richtung 7.465 Punkte.
Darunter:
* 7.397 Punkte
* 7.358 Punkte
Nasdaq
Der Nasdaq wurde erneut an der 29.000-Punkte-Marke abgewiesen, konnte sich aber oberhalb von 28.500 Punkten behaupten.
Heute notiert der Markt bereits rund 1,5 % im Plus.
Bullisches Szenario:
Über 29.000 Punkte
* 29.500 Punkte
* anschließend 30.000 Punkte
Bärisches Szenario:
Kommt es erneut zu einer deutlichen Ablehnung an den Schlüsselzonen, könnte sich die laufende Korrektur zunächst noch ausweiten.
Übergeordnet bleibt der Trend allerdings weiterhin aufwärtsgerichtet.
US30
Der Dow Jones setzte die gestrige Short-Idee sauber um.
Nach der Reaktion an 52.500 Punkten fiel der Markt unter das Wochentief der KW 29 und schloss unter 52.000 Punkten.
Bullisches Szenario:
Unterhalb von
* 52.500
* 52.333
bleibt der Druck zunächst bestehen.
Fällt anschließend auch das gestrige Tagestief bei 51.828 Punkten, sehe ich Potenzial bis:
* 51.500 Punkte
* 51.181 Punkte (Monatshoch Mai)
DAX – Charttechnischer Ausblick
Auch der DAX zeigte gestern die erwartete relative Schwäche.
Nach einem erneuten Test der 25.000-Punkte-Marke fiel der Markt unter 24.800 Punkte, wurde in der asiatischen Sitzung jedoch wieder deutlich gekauft und notiert aktuell knapp 1 % im Plus.
Bullisches Szenario:
Gelingt der Break über das gestrige Tageshoch und anschließend nachhaltig über 25.000 Punkte, rückt zunächst die 25.200-Punkte-Zone in den Fokus.
Wird auch diese nachhaltig überwunden, wäre anschließend 25.500 Punkte das nächste Kursziel.
Bärisches Szenario:
Ich bleibe in der Zone um
* 25.000 Punkte
* 25.200 Punkte
weiterhin vorsichtig auf der Short-Seite, solange der Markt keinen nachhaltigen Ausbruch schafft.
Mein übergeordnetes Ziel bleibt weiterhin der Bereich um 24.500 Punkte.
Ich bin aber sehr vorsichtig vor Short Squeeze Szenarien in den Indizes, sollte hier ein Deal im Nahen Osten kommen, zünden wir direkt wieder nach oben mit den positiven Inflationszahlen von letzter Woche im Rücken!
Fazit
Die Märkte starten mit einer leichten Erholung in den Dienstag, das übergeordnete Bild bleibt jedoch unverändert fragil. Die geopolitische Lage im Nahen Osten dominiert weiterhin das Marktgeschehen, während gleichzeitig die Berichtssaison zunehmend an Bedeutung gewinnt. Mit den Quartalszahlen der großen Technologieunternehmen in den kommenden Tagen dürfte sich entscheiden, ob die hohen Erwartungen an den KI-Sektor bestätigt werden oder neue Volatilität entsteht. Bis dahin dürfte insbesondere die Entwicklung bei Öl, Renditen und den geopolitischen Schlagzeilen den Takt an den Märkten vorgeben.
Keine Anlageberatung. Alle dargestellten Szenarien spiegeln ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung wider.
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Handelstag und stabile Trades.
Goldanalyse und HandelsstrategieGold befindet sich derzeit in einer schwachen Seitwärtsbewegung, es gibt keine Impulse für einen starken einseitigen Aufwärtstrend. Der zentralste Grund für den Druck auf den Goldpreis sind die Zinserwartungen der Federal Reserve. Gold generiert keine Zinserträge, solange US-Staatsanleiherenditen und der US-Dollar auf hohem Niveau bleiben, bleibt Gold unter Druck.
Der zentrale Widerstandsbereich auf der Oberseite liegt bei 4040 bis 4060. Sobald der Preis in diesen Bereich steigt, kommt es häufig zu einem Widerstand und einem anschließenden Rückgang. Der kurzfristige schwache Trend lockert sich erst, wenn der Preis dauerhaft über 4120 schließt.
Die Marke von 4000 ist lediglich eine psychologische runde Zahl, der Kurs testet diesen Bereich wiederholt hin und her. Der wichtigste Unterstützungsbereich unten liegt bei 3960 bis 3980, bei jedem Rückgang in diesen Bereich treten Kaufaufträge auf. Bei einem dauerhaften Bruch unter 3940 erweitert sich der Abwärtspotenzial von Gold deutlich.
Handelsempfehlung: Short gehen bei Gegenbewegungen
Einstieg: Short zwischen 4030 und 4050
Ziel: 4000 bis 3980; bei Bruch der Unterstützung weiter bis 3960
XAUUSD: Der Markt steht vor seiner wichtigsten EntscheidungDer Goldpreis bewegt sich weiterhin innerhalb eines fallenden Keils, doch jetzt rückt die entscheidende Widerstandslinie immer näher. Nach der kräftigen Erholung vom unteren Bereich der Formation testen die Käufer erneut die obere Begrenzung – genau dort, wo die letzten Erholungsversuche mehrfach gestoppt wurden.
Das macht diese Zone so interessant: Jeder weitere Test der fallenden Trendlinie erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Verkäufer allmählich an Kontrolle verlieren. Gleichzeitig zeigt die jüngste Aufwärtsbewegung, dass die Kaufdynamik langsam zurückkehrt. Trotzdem ist der eigentliche Ausbruch noch nicht bestätigt.
Der entscheidende Moment kommt jetzt.
Gelingt den Käufern ein klarer Ausbruch über die Trendlinie und kann der Markt dieses Niveau anschließend als neue Unterstützung verteidigen, würde sich das technische Bild deutlich verbessern. In diesem Fall wäre ein Anstieg in Richtung 4.080 ein realistisches nächstes Ziel.
Doch Vorsicht...
Sollte der Ausbruch erneut scheitern und der Preis unter die Trendlinie zurückfallen, dürfte der Keil bestehen bleiben. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Gold erneut die untere Begrenzung der Formation im Bereich von 3.960 ansteuert, bevor ein neuer Ausbruchsversuch erfolgen kann.
Im Moment befindet sich XAUUSD in einer klassischen Kompressionsphase. Die nächste impulsive Kerze könnte darüber entscheiden, welche Marktseite die Kontrolle übernimmt – und damit die Richtung der nächsten größeren Bewegung vorgeben.
Kapital bewahren – Der Schlüssel zum Trading-ErfolgIm Trading sind viele Menschen davon besessen, immer höhere Gewinne zu erzielen, unterschätzen dabei jedoch eine noch wichtigere Fähigkeit: das zu schützen, was sie bereits verdient haben. Ein Trader kann über mehrere Wochen hinweg starke Gewinne erzielen. Fehlt jedoch die finanzielle Disziplin, können schon eine Phase mit Drawdown oder einige emotionale Entscheidungen sämtliche Erfolge zunichtemachen.
Der Markt funktioniert nicht wie ein festes Einkommen. Es gibt Phasen mit zahlreichen Chancen, aber auch Zeiten, in denen der Markt unruhig ist, starke Schwankungen zeigt und kaum klare Setups bietet. Wer jede Handelssitzung mit dem Druck beginnt, unbedingt Geld verdienen zu müssen, läuft Gefahr, Kursen hinterherzujagen, qualitativ schlechte Trades einzugehen oder lediglich aus Angst, eine Chance zu verpassen (FOMO), Positionen zu eröffnen.
Deshalb ist ein finanzielles Polster von unschätzbarem Wert. Sparen bedeutet nicht Geiz, sondern dient als psychologischer Schutz. Wer nicht unter finanziellem Druck steht, kann geduldiger auf hochwertige Setups warten, zweifelhafte Chancen ignorieren und nur dann handeln, wenn die Wahrscheinlichkeiten eindeutig für ihn sprechen. Ein Trader mit finanzieller Reserve handelt nach einem Plan – ein Trader unter finanziellem Druck handelt oft aus Angst.
Finanzielle Disziplin beginnt außerdem mit einer klaren Begrenzung des Risikos. Bevor man darüber nachdenkt, wie hoch der Gewinn in diesem Monat sein soll, sollte man wissen, wie viel Verlust maximal akzeptabel ist. Wie hoch darf der Drawdown sein? Wann ist es Zeit, den Handel zu stoppen? Liegt ein Verlusttrade noch innerhalb des Handelsplans? Sind diese Fragen im Voraus beantwortet, bleibt die Trading-Psychologie deutlich stabiler.
Darüber hinaus sollten Gewinne nicht als Geld betrachtet werden, das unbegrenzt erneut riskiert werden kann. Professionelle Trader verwalten ihre Gewinne wie ein Unternehmen: Ein Teil bleibt zur Vergrößerung des Handelskapitals, ein Teil wird gespart und ein weiterer Teil deckt persönliche Ausgaben. Dieser Ansatz macht Trading zu einem nachhaltigen System, anstatt zu einem endlosen Kreislauf aus Gewinnen und anschließenden Verlusten.
Fazit:
Ein reifer Trader erkennt nicht nur gute Einstiegsmöglichkeiten, sondern weiß auch, wie man Kapital schützt, Risiken kontrolliert und erzielte Gewinne bewahrt. Langfristig überlebt nicht derjenige, der am schnellsten Geld verdient, sondern derjenige, der über die stabilste finanzielle Struktur verfügt. Geld zu verdienen ist das Ziel – es zu behalten ist jedoch das Fundament für nachhaltigen Erfolg im Trading.
SPX500 H1: Hält die Unterstützung den Aufwärtstrend?Der SPX500 hat seine Korrektur vom jüngsten Hoch abgeschlossen und testet derzeit die Unterstützungszone bei 7.448. Der Kurs beginnt sich in diesem Bereich zu stabilisieren, was darauf hindeutet, dass der Verkaufsdruck nachlässt und die Käufer wieder die Kontrolle übernehmen könnten.
Bleibt die Unterstützung bei 7.448 bestehen, könnte sich der Index in Richtung des Widerstands bei 7.520 erholen. Schließt der H1-Kurs jedoch deutlich unter dieser Unterstützung, würde das bullische Szenario an Stärke verlieren.
Handelsplan:
Einstieg: Buy, sobald der Kurs bestätigt, dass die Unterstützung bei 7.448 hält.
Stop Loss: Unter dem letzten Tief.
Take Profit: 7.520.
Logik hinter dem AbwärtsdruckLogik hinter dem Abwärtsdruck
(Begrenzung des Erholungspotenzials und Dominanz langfristiger Markttrends)
🌐 Die fundamentalen Erwartungen, dass die Fed die Zinsen langfristig hoch hält, bleiben unverändert.
Am 18. Juli begann die Federal Reserve offiziell ihre Sperrfrist vor der Sitzung (bis zum 30. Juli). Zuvor hatten führende Vertreter – darunter Warsh, Logan und Jefferson – eine einheitliche Botschaft vermittelt: Ein einzelner Monat mit sinkender Inflation reicht nicht aus, um die Inflationsziele zu erreichen, und die Option, die Zinsen für den Rest des Jahres wieder anzuheben, bleibt bestehen. Die Zinsinstrumente der CME deuten auf eine Wahrscheinlichkeit von 53,5 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September hin, während die Erwartungen für eine Zinserhöhung im Dezember weiter steigen; die Annahme „längerfristig höhere Zinsen“ bleibt die Basis für globale Institutionen. Folglich steht Gold – ein zinsloses Gut – in einem Umfeld hoher Realzinsen unter anhaltendem Bewertungsdruck, und jegliche Markterholungen werden lediglich als „Bullenfallen“ innerhalb eines breiteren Abwärtstrends gewertet.
💠 Die US-Wirtschaft zeigt weiterhin robuste Widerstandsfähigkeit; es gibt keine zwingenden Gründe für Zinssenkungen. Hochfrequente Daten – darunter Einzelhandelsumsätze, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, der Frühindikator des Conference Board und Baubeginne – bestätigen die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft und einen sanften Erholungspfad. Da es keine Anzeichen für Massenentlassungen oder einen Einbruch der Konsumausgaben gibt, fehlt der Federal Reserve ein fundamentaler Grund, die Geldpolitik zu lockern; daher beschränken sich Aufwärtsbewegungen auf kurzfristige technische Korrekturen und stellen keine fundamentale Trendwende dar.
Wesentliche bärische BelastungsfaktorenWesentliche bärische Belastungsfaktoren
💌1. Erhebliche kurzfristige Gewinne haben bei Großanlegern zu geordneten Gewinnmitnahmen und Verkaufsdruck geführt.
Nach einer Erholung vom Tiefststand bei 59.100 $ auf 65.501 $ – einem Anstieg von über 10 % – werden kurzfristige Positionen mit nicht realisierten Gewinnen massenhaft aufgelöst. On-Chain-Daten zeigen, dass die Einzahlungsquoten der sogenannten „Wale“ (Großinvestoren) Extremwerte erreicht haben, wie sie seit 2015 nicht mehr verzeichnet wurden; über 67 % der BTC-Zuflüsse an Börsen stammten von den zehn größten Wal-Adressen. Dies deutet auf eine schrittweise Veräußerung von Beständen durch Großinvestoren auf hohem Niveau sowie auf einen deutlichen Mangel an nachhaltiger Kaufdynamik hin.
Die Zuflüsse in ETFs verliefen sporadisch und minimal; es gibt keine Anzeichen für eine nachhaltige Akkumulation in großem Stil, da Institutionen vorwiegend Gewinne mitnehmen und ihre Positionen reduzieren. Ohne frisches, langfristiges Kapital, das den Kurs nach oben treibt, ist jeder Kurssprung bei geringem Handelsvolumen anfällig für einen Rücksetzer.
🔆2. Die US-Notenbank (Fed) hat zwar keinen grundlegenden Wechsel zu einem Straffungszyklus vollzogen, doch der langfristige Abwärtsdruck bleibt bestehen.
Fed-Gouverneurin Cook hat öffentlich erklärt, dass Zinserhöhungen wieder aufgenommen werden könnten, sollte die Inflation erneut ansteigen, und dass das Hochzinsumfeld langfristig beibehalten werde. Die Realrenditen für US-Staatsanleihen verharren auf einem Drei-Jahres-Hoch, wodurch die Kosten für das Halten von Bitcoin – einem Vermögenswert ohne laufende Erträge – relativ hoch sind. Folglich scheuen sich die Bullen davor, blindlings neuen Höchstständen hinterherzulaufen, da an jedem darüber liegenden Widerstandsniveau beträchtliche „Underwater“-Positionen (Bestände von Anlegern, die derzeit im Minus liegen) auf eine Ausstiegsmöglichkeit warten.
🔻3. In den technischen Charts hat sich eine bärische Divergenz gebildet, während sich darüber mehrere Widerstandsebenen türmen.
Während der Stundenchart neue Höchststände markierte, konnten die Indikatoren RSI und MACD nicht folgen – ein klassisches Signal für einen bevorstehenden Rücksetzer aufgrund bärischer Divergenz. Der Bereich zwischen 65.300 $ und 65.500 $ markiert den Höhepunkt der aktuellen Erholung und birgt eine große Anzahl „gefangener“ kurzfristiger Positionen. Zudem stellt die Zone zwischen 66.000 $ und 66.900 $ einen Bereich mit hohem Handelsvolumen aus der Anfangsphase des vorangegangenen Kursrückgangs dar; ein Durchbruch durch dieses Widerstandsband in einem einzigen Schritt würde massive Kapitalzuflüsse erfordern. Im Tageschart notiert der Kurs weiterhin unter dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt; der von den langfristigen gleitenden Durchschnitten ausgehende Abwärtsdruck ist somit nicht gewichen. Die Erholung ist eher als Korrekturbewegung innerhalb eines Abwärtstrends zu werten denn als Trendwende vom Bären- zum Bullenmarkt.
DAX Tagesausblick 20.Juli-Leichter Risk-On-Start!Guten Morgen zusammen!
Die neue Handelswoche startet mit einem leicht positiven Sentiment an den Aktienmärkten. Trotz der anhaltenden Eskalation zwischen den USA und Iran zeigen sich die Risk Assets zum Wochenbeginn stabil, während ein Teil der anfänglichen Fluchtbewegung in Öl und Staatsanleihen bereits wieder zurückgenommen wurde. Dennoch bleibt die geopolitische Lage das dominierende Thema an den Finanzmärkten und dürfte auch in dieser Woche maßgeblich Einfluss auf Inflationserwartungen, Zinspolitik und die allgemeine Marktstimmung haben. Neben der EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag richtet sich der Fokus außerdem auf den Auftakt einer äußerst wichtigen Berichtssaison mit zahlreichen Schwergewichten aus dem Technologiesektor.
Agenda
* Geopolitische Lage
* Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
* Earnings im Überblick
* Märkte & Korrelationen
* Risk Assets im Überblick
* DAX charttechnischer Ausblick
* Fazit
Geopolitische Lage
Am Wochenende kam es zu keiner Entspannung im Nahen Osten. Stattdessen setzte sich die Eskalation zwischen den USA und Iran fort. Die USA führten inzwischen die neunte Nacht in Folge Angriffe auf iranische Militärziele durch, während aus mehreren Regionen Irans weitere Explosionen gemeldet wurden. Gleichzeitig bleibt auch die Lage rund um die Straße von Hormus angespannt.
Mehrere Meldungen deuten weiterhin auf Beeinträchtigungen im Schiffsverkehr hin. Gleichzeitig betonte der Iran erneut, dass seine Souveränität über die Straße von Hormus nicht verhandelbar sei. Zwar gibt es weiterhin diplomatische Gespräche über Vermittler, konkrete Fortschritte in Richtung einer Deeskalation sind bislang jedoch nicht erkennbar.
Für die Finanzmärkte bleibt damit vor allem eines entscheidend: der Ölpreis. Die Energiepreise bleiben aktuell der wichtigste potenzielle Inflationstreiber und damit auch einer der größten Unsicherheitsfaktoren für die kommenden Inflationsberichte sowie die weitere Zinspolitik der Notenbanken. Jede weitere Eskalation könnte erneut Druck auf Energiepreise und Inflationserwartungen ausüben.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Der heutige Wirtschaftskalender fällt vergleichsweise ruhig aus.
Bereits veröffentlicht wurden die deutschen Erzeugerpreise (PPI):
* German PPI (MoM): -0,3 %
* Erwartet: -0,2 %
* Vorher: 0,3 %
Der Producer Price Index misst die Preisentwicklung der von Herstellern verkauften Güter und gilt als früher Indikator für die Inflation. Die erneut schwachen Werte bestätigen den weiterhin rückläufigen Preisdruck auf Produzentenebene und sprechen dafür, dass sich die Inflation insgesamt weiter entspannt.
Mit Blick auf die EZB-Sitzung am Donnerstag bleibt das ein wichtiger Baustein. In meinem gestrigen Video bin ich bereits ausführlich auf die anstehende Zinsentscheidung eingegangen.
Am Nachmittag folgt lediglich noch der US Leading Index (MoM). Dieser dürfte heute jedoch nur begrenzten Einfluss auf die Märkte haben.
Earnings im Überblick
Auch heute beginnt die Berichtssaison langsam Fahrt aufzunehmen.
Vor Börsenbeginn melden unter anderem:
* Steel Dynamics
* W. R. Berkley
* Domino’s Pizza
Der eigentliche Fokus liegt allerdings auf den kommenden Tagen.
Besonders im Blick stehen:
* Alphabet
* Tesla
* Intel
* SAP
* Deutsche Börse
* Texas Instruments
Gerade Alphabet und Tesla dürften für erhöhte Volatilität im gesamten Technologiesektor sorgen.
Märkte & Korrelationen
US Oil
Der Ölpreis startete mit einem deutlichen Gap von rund 3,5 % in die neue Handelswoche und erreichte kurzfristig den Bereich um 84,70 USD, womit das offene Gap aus Mitte Juni geschlossen wurde. Dort setzte allerdings unmittelbar Verkaufsdruck ein, sodass der Markt inzwischen nahezu wieder auf dem Wocheneröffnungskurs notiert.
Jetzt wird entscheidend sein, ob sich der Ölpreis oberhalb der 79-Dollar-Marke stabilisieren kann. Gelingt dies, bleiben für mich weiterhin 86 USD sowie anschließend 88 USD realistische Ziele. Sollte sich das aktuelle Gap-Up hingegen als Fehlausbruch herausstellen, wäre ein erneuter Test der 79-Dollar-Zone durchaus denkbar.
US-Staatsanleihen
Auch bei den Staatsanleihen zeigte sich zunächst ein klassischer Risk-Off-Start mit einem deutlichen Gap-Up. Dieses wurde jedoch bereits im Laufe des Handels größtenteils wieder verkauft.
Aktuell notieren die Anleihen nahezu wieder auf ihrem Wocheneröffnungskurs. Das zeigt, dass die anfängliche Flucht in sichere Häfen bislang wieder etwas nachgelassen hat.
US-Dollar Index (DXY)
Beim DXY bleibt für mich weiterhin entscheidend, ob das Freitagstief bei rund 100,60 nachhaltig unterschritten wird.
Unterhalb von 100,50 rücken anschließend die Marken bei 100,00 sowie 99,50 in den Fokus.
Kann sich der Dollar dagegen wieder oberhalb des Freitagshochs bei 100,876 etablieren, wären zunächst 101,00 und anschließend 101,50 die nächsten relevanten Kursziele.
Volatilitätsindex (VIX)
Der VIX ist zum Wochenstart leicht zurückgekommen und notiert aktuell bei rund 18,5 Punkten.
Trotzdem sollte der Volatilitätsindex in dieser Woche besonders aufmerksam beobachtet werden. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, der EZB-Sitzung sowie zahlreichen Tech-Earnings kann jederzeit zu deutlich größeren Bewegungen an den Aktienmärkten führen.
Risk Assets im Überblick
Bitcoin
Bitcoin zeigt zum Wochenstart erneut relative Schwäche und notiert aktuell leicht im Minus.
Wie bereits im gestrigen Video angesprochen, reagiert der Markt weiterhin exakt an den Monatstiefs aus März.
Die entscheidenden Widerstände bleiben:
* 65.000 USD
* 65.700 USD
* anschließend 67.000 USD
Übergeordnet bleibe ich allerdings zunächst bearish. Diese Bereiche eignen sich aus meiner Sicht weiterhin eher für Short-Setups. Sollte es erneut zu einer Ablehnung kommen, wären zunächst 61.700 USD sowie anschließend 61.300 USD mögliche Kursziele.
S&P 500
Der S&P startet mit einem leichten Plus in die Woche.
Die erste entscheidende Zone bleibt 7.500 Punkte. Darüber rückt der wichtige Drei-Monats-Schlusskurs bei 7.548 Punkten in den Fokus.
Kann sich der Markt oberhalb dieser Marken etablieren, bleiben neue Hochs möglich.
Sollte dagegen erneut Verkaufsdruck einsetzen und die Wochentiefs der KW28 und KW29 bei rund 7.470 Punkten unterschritten werden, sehe ich zunächst Ziele bei 7.396 und anschließend 7.358 Punkten.
Nasdaq
Auch der Nasdaq startet leicht positiv.
Entscheidend bleibt für mich zunächst die Verteidigung der 28.500-Punkte-Marke.
Ein Schlusskurs oberhalb von 29.000 Punkten würde den Weg in Richtung 30.000 Punkte wieder öffnen.
Sollte der Markt jedoch unter 28.500 Punkte zurückfallen, bleiben zunächst 28.200, anschließend 28.000 und darunter 27.500 Punkte die nächsten Kursziele auf der Unterseite.
Dow Jones
Der Dow Jones notiert ebenfalls leicht im Plus.
Im Fokus steht aktuell der Drei-Monats-Schlusskurs bei 52.326 Punkten.
Die Zonen um 52.326 sowie 52.500 Punkte bleiben für mich zunächst Widerstandsbereiche.
Unterhalb des Wochentiefs bei rund 52.000 Punkten würde ich Short-Szenarien bis etwa 51.500 Punkte bevorzugen.
Sollte sich der Markt dagegen oberhalb von 52.500 Punkten stabilisieren, wäre ein Anstieg in Richtung 53.000 Punkte denkbar.
DAX charttechnischer Ausblick
Der DAX startet ebenfalls freundlich in die neue Handelswoche und notiert aktuell rund 0,26 % im Plus.
Für mich bleibt zunächst entscheidend, ob wir das Freitagshoch bei 24.881 Punkten überwinden und darüber schließen können. Gelingt dies, dürfte anschließend die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke erneut angelaufen werden.
Dort wird sich entscheiden, ob der Markt lediglich eine technische Gegenbewegung zeigt oder ob das Tief vom Freitag tatsächlich Bestand hat.
Kann sich der DAX oberhalb von 25.000 Punkten etablieren, rücken anschließend 25.200 bis 25.220 Punkte und darüber 25.500 Punkte in den Fokus.
Sollte dagegen bereits am Freitagshoch oder spätestens an der 25.000-Punkte-Marke deutlicher Verkaufsdruck einsetzen und der DAX anschließend wieder unter 24.800 Punkte fallen, bleibe ich unterhalb von 24.716 Punkten bearish. In diesem Fall wären zunächst das Wochentief bei rund 24.600 Punkten sowie anschließend die übergeordnete Unterstützung bei 24.500 Punkten die nächsten Ziele.
Fazit
Die neue Handelswoche beginnt trotz der anhaltenden Eskalation im Nahen Osten mit einem leicht positiven Risk-On-Sentiment. Auffällig ist, dass der Ölpreis nach seinem starken Gap-Up bereits wieder einen Großteil der Gewinne abgegeben hat. Gleichzeitig notieren Staatsanleihen ebenfalls wieder nahe ihrer Wocheneröffnungskurse, während Aktienmärkte und Risk Assets leicht zulegen.
Ob diese Stabilisierung anhält, dürfte in den kommenden Tagen maßgeblich von der geopolitischen Entwicklung, der EZB-Sitzung am Donnerstag sowie den ersten großen Quartalszahlen der US-Technologiekonzerne abhängen.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Handelstag und einen stabilen Start in die neue Woche!
Bärische Kräfte beherrschen die Marktstimmung und drücken auf diBärische Kräfte beherrschen die Marktstimmung und drücken auf die Preise
🌐1. Die restriktive Haltung der Fed hat sich gefestigt: Logan, Präsidentin der Dallas Fed (und in diesem Jahr stimmberechtigtes FOMC-Mitglied), erklärte öffentlich, dass ein einziger Monat mit verbesserten Inflationsdaten nicht ausreicht, um die Inflationsziele zu erreichen; sie sprach sich ausdrücklich für moderate Zinserhöhungen zur Sicherung der Preisstabilität aus und war damit die erste Entscheidungsträgerin, die weitere Erhöhungen unter dem Vorsitzenden Warsh öffentlich unterstützte. Unterdessen bekräftigten Fed-Vizepräsident Jefferson und der Vorsitzende Warsh, dass die Option auf Zinserhöhungen bis zum Erreichen des 2-Prozent-Inflationsziels bestehen bleibt und ein Zinspfad nach dem Motto „höher für länger“ (higher-for-longer) weiterhin das Basisszenario darstellt; folglich bleiben die Opportunitätskosten für das Halten von Gold, das keine Zinsen abwirft, hoch.
💠2. Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten liefern keine rezessionsbedingte Begründung für Zinssenkungen: Hochfrequenzdaten zu Einzelhandelsumsätzen, Beschäftigung und verarbeitendem Gewerbe belegen die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft und bieten der Fed keine fundamentale Rechtfertigung für eine Lockerung der Geldpolitik aufgrund einer Rezession in Form einer „harten Landung“ (Hard Landing). CME-Zinsinstrumente zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung um 25 Basispunkte im September auf 56,2 % gestiegen ist, während die kumulierte Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung vor Jahresende fast 75 % erreicht; einer Hausse (Bull-Rallye) fehlt es somit an einer langfristigen narrativen Stütze.
⛽3. Geopolitik und Ölpreise treiben die Inflation an und erzeugen Gegenwind für Gold: Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben im Hinblick auf zivile Ziele „rote Linien“ überschritten; US-Luftangriffe trafen iranische Atomanlagen und Hafeninfrastruktur, während der Iran kuwaitische Energieanlagen angriff. Der kommerzielle Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist auf ein Drei-Wochen-Tief gefallen, und die Rohölpreise sind innerhalb einer Woche um fast 16 % in die Höhe geschnellt. Die Übertragungslogik des Marktes ist klar: Rohölpreise schießen in die Höhe → energiebedingte Inflation zieht wieder an → die Fed ist gezwungen, die Straffung beizubehalten oder die Zinsen sogar weiter anzuheben → Kapital fließt als sicherer Hafen eher in den US-Dollar als in Gold. Geopolitische Konflikte wirken nicht mehr als klassischer Treiber für steigende Goldpreise; stattdessen schaffen sie Risiken künftiger Inflation, die den Aufwärtsimpuls der Preise dämpfen.
EURUSDEURUSD hatte zuvor bereits deutlich zugelegt, bevor die Dynamik nachließ und sich ein klarer fallender Keil bildete.
Dieser Rücksetzer ist nicht unbedingt ein Zeichen von Schwäche. Er wirkt eher wie eine technische Pause nach dem vorherigen Aufwärtsimpuls. Die Verkäufer versuchten, den Rückgang auszuweiten, doch die Käufer verteidigten weiterhin die untere Begrenzung und griffen im Bereich von 1,14240 entschlossen ein.
Nun bricht der Kurs mit Stärke über die fallende Trendlinie aus und zeigt damit, dass die Käufer zunehmend wieder die Kontrolle übernehmen. Die jüngsten bullischen Kerzen halten sich oberhalb des Ausbruchsbereichs, was der Bewegung zusätzliche Glaubwürdigkeit verleiht.
Ich erwarte nun die nächste impulsive Aufwärtsbewegung in Richtung 1,14750, solange der Kurs über 1,14238 bleibt.
XAUUSD | Widerstand erneut im FokusXAUUSD testet nach einer starken Aufwärtsbewegung einen wichtigen Widerstandsbereich. Der Kurs liegt weiterhin über den kurzfristigen gleitenden Durchschnitten. Solange die Unterstützung hält, bleibt die Marktstruktur positiv. Diese Analyse basiert auf Kursverhalten sowie Unterstützungs- und Widerstandszonen.
XAUUSD Kurzfristige korrektive ErholungsrallyeNach einem starken Kursrückgang befindet sich Gold in einer breiten technischen Korrekturbewegung. Der langfristige bärische Trend ist weiterhin intakt, während kurzfristig bullische Stimmungen aufkommen und den Spielraum für die Auseinandersetzung zwischen Bullen und Bären vergrößern.
Tageschart: Die Kerzen notieren oberhalb der kurzfristigen gleitenden Durchschnitte. Der MACD zeigt einen bullischen Schnittpunkt mit zunehmender Dynamik. Dennoch verlaufen die langfristigen gleitenden Durchschnitte abwärts; diese Erholung ist lediglich eine Korrektur innerhalb des Abwärtstrends und keine vollständige bullische Trendwende.
4-Stunden-Chart: Die bullische Dynamik ist ausgeprägt. Der RSI liegt bei 63 und befindet sich noch nicht im überkauften Bereich, sodass weiterer Aufwärtsschwung möglich ist. Sollte der Indikator jedoch auf hohem Niveau abflachen, kann ein Kursrückgang folgen.
Gesamtfazit: Breite korrektive Seitwärtsbewegung. Vermeiden Sie das Verfolgen einseitiger Bewegungen, setzen Sie stattdessen auf einen Handel mit niedrigem Einstieg zum Kaufen und hohem Einstieg zum Verkaufen innerhalb der Bandbreite.
Handelsstrategie
Kauf: 4020 – 4027
SL: 4003
TP: 4060 – 4070 – 4080
Verkauf: 4070 – 4080
SL: 4095
TP: 4055 – 4045 – 4035
letzter HüpferMeiner Meinung nach werden wir nun ca 67300 anlaufen, vermutlich auf wick-Basis, ein Doppeltop bilden bei ca 66200 in Bezug auf den close welcher das Doppelt Top zeigt und von da an ein Lower Low in Bezug auf den übergeordnet laufenden Bärenmarkt printen welcher mMn aktuell Bestätigungen über 75k bräuchte um, im ersten Anlauf, nicht mehr als dieser betitelt zu werden ;)
Nur meine Gedanken - keine Handlungsempfehlung.
Titel: XAUUSD: Seitwärtsstruktur nahe eines wichtigen WiderstandXAUUSD bewegt sich in einer Handelsspanne nahe eines wichtigen Widerstandsbereichs. Der Kurs reagiert an den gleitenden Durchschnitten. Ein bestätigter Ausbruch könnte weiteres Aufwärtspotenzial eröffnen, während eine Ablehnung die aktuelle Spanne erhalten könnte
XAUUSD Analyse für heuteGold befindet sich heute insgesamt in einer technisch bedingten Erholung nach Überverkauf innerhalb eines übergeordneten bärischen Seitwärtstrends. Geopolitische Sicherheitsströme sorgen lediglich für eine kurzfristige, impulsartige Erholung; die Erwartungen an eine restriktive Zinspolitik bleiben der maßgebliche Treiber. Der Tagesverlauf dürfte dem Muster „Erholung mit anschließender Gegenbewegung, Seitwärtsbewegung mit abwärtiger Tendenz“ folgen, ohne Spielraum für eine einseitige starke Aufwärtsbewegung.
Wichtige technische Niveaus:
Unterstützungsniveaus
Direkte kurzfristige Unterstützung: 3998–4000 (psychologische Marke, zentraler Wendepunkt zwischen Bullen und Bären am Tag)
Starke Unterstützung: 3970–3980 (Tiefbereich des heutigen Tageskurses; ein Bruch darunter bedeutet das Ende der Erholung)
Ultimative Sicherheitsunterstützung: 3950–3960 (wichtige Wochenuntergrenze; ein Bruch eröffnet Abwärtspotenzial bis 3900)
Widerstandsniveaus
Direkter kurzfristiger Widerstand: 4028–4030 (Tageshoch, aktuelle Obergrenze der Erholung)
Mittelfristiger starker Widerstand: 4045–4050 (dichte Bündelung gleitender Durchschnitte; heute kaum in einem Zug durchbrechbar)
Trendwendewiderstand: 4080 (erst ein dauerhafter Schlusskurs über diesem Niveau kehrt die kurzfristige Abwärtstrendstruktur um)
Handelsstrategie:
Verkauf 4025 – 4030
SL 4045
TP 4000 – 3995 – 3975
Kauf 3970 – 3980
SL 3950
TP 4000 – 4010 – 4025
TSLA: Ist diese Unterstützung bereit für die nächste Erholung?TSLA ist erneut in eine Unterstützungszone zurückgekehrt, die in den vergangenen Monaten mehrfach starke Käufer angezogen hat. Obwohl die Aktie zuletzt unter Druck stand, testet sie nun wieder einen Bereich, an dem die Nachfrage bereits mehrfach eine Erholung ausgelöst hat. Das könnte darauf hindeuten, dass die Verkäufer an Dynamik verlieren.
Sollten die Käufer hier eine klare Aufwärtsreaktion zeigen, könnte diese Unterstützung den Ausgangspunkt für eine neue Bewegung in Richtung 395 USD bilden. Im Moment beobachte ich vor allem die Reaktion des Marktes, denn sie wird zeigen, ob die Käufer wieder die Kontrolle übernehmen können.
Dies spiegelt ausschließlich meine persönliche Einschätzung auf Grundlage der aktuellen Kursstruktur wider und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte warten Sie auf eine Bestätigung und achten Sie stets auf ein angemessenes Risikomanagement.
EURUSD H4: Korrektur eröffnet neue KaufchanceEURUSD hält weiterhin an seiner Erholungsstruktur innerhalb eines aufwärts gerichteten Kanals fest, wobei jedes neue Tief höher liegt als das vorherige. Obwohl sich der Kurs derzeit im mittleren Bereich des Kanals bewegt, bleibt die Aufwärtsstruktur intakt und die Käufer behalten kurzfristig die Kontrolle.
Handelseinstieg:
Eine Long-Position wird bevorzugt, wenn der Kurs auf den Unterstützungsbereich bei 1,1395 zurücksetzt und dort ein klares bullisches Umkehrsignal bestätigt. In diesem Fall liegt das nächste Kursziel im Widerstandsbereich bei 1,1523.
Ungültigkeit des Szenarios:
Das bullische Szenario verliert seine Gültigkeit, wenn EURUSD die untere Begrenzung des Aufwärtskanals durchbricht und auf dem H4-Chart unter 1,1395 schließt. Dadurch wäre die Struktur höherer Tiefs nicht mehr gegeben.
XAUUSD | Wichtiger Widerstand im Fokus, Bestätigung abwartenXAUUSD testet nach einer starken Erholung einen wichtigen Widerstandsbereich. Die Kursreaktion in dieser Zone könnte den nächsten Schritt andeuten. Ein stabiler Anstieg über den Widerstand könnte weiteres Aufwärtspotenzial eröffnen, während eine Ablehnung zu einem Rückgang in Richtung der nächsten Unterstützung führen könnte. Diese Analyse dient ausschließlich Bildungszwecken.
Goldanalyse für den nächsten MontagDer übergeordnete Trend beim Gold ist derzeit schwach, kurzfristig lassen sich jedoch keine weiteren starken Kursverluste verzeichnen. Der grundlegende Grund dafür ist die wieder auflebende Erwartung an Zinserhöhungen der Federal Reserve. Die jüngsten Äußerungen der Fed-Vertreter waren insgesamt hawkish, die Märkte kalkulieren inzwischen eine deutlich gestiegene Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September ein, wodurch die Renditen der US-Staatsanleihen auf hohem Niveau verharren. Gold ist ein zinsloses Anlagegut – das ist der zentrale Grund dafür, dass alle jüngsten Aufwärtsbewegungen stets schwach blieben und bei jedem Anstieg Verkäufe einsetzten. Hinzu kommt der feste Ölpreis, der am Markt Sorgen vor einer wieder ansteigenden Inflation auslöst. Dadurch kann die Fed keine Zinssenkungen vornehmen, teilweise werden sogar weitere Zinserhöhungen erwartet. Die traditionelle Safe-Haven-Logik des Goldes funktioniert damit nicht mehr: Konflikte und steigende Rohstoffpreise wirken sich stattdessen negativ auf den Goldpreis aus – das ist die größte Auffälligkeit bei Gold in diesem Jahr.
Trotzdem gehe ich von einer kleinen Gegenbewegung nach oben aus, keine anhaltenden starken Abschläge. Die Kurse sind in den vergangenen Tagen zu schnell gefallen, kurzfristig herrscht ein starker Überverkauf. Die Spekulanten mit Short-Positionen realisieren ihre Gewinne, die großen Marktteilnehmer werden nicht endlos verkaufen. Gleichzeitig kaufen die Zentralbanken weltweit kontinuierlich Gold bei Kursrückgängen, wodurch eine stabile Nachfrage am unteren Preisbereich entsteht. Der Bereich von 3940 bis 3960 stellt eine solide starke Unterstützung dar, ein einmaliger Durchbruch nach unten ist unwahrscheinlich.
Für Montag sind keine wichtigen Wirtschaftsdaten geplant. Der Markt folgt lediglich der stabilisierenden Stimmung vom Freitag und vollzieht eine Korrektur nach oben, extreme starke Kursschwankungen sind nicht zu erwarten. Technisch gesehen findet eine seitliche Konsolidierung mit Aussiebungen statt. Während der asiatischen Handelsstunden dürfte der Kurs leicht ansteigen, die Obergrenze der Gegenbewegung sollte jedoch nicht zu hoch angesetzt werden: Bei 4040 bis 4060 liegt der Widerstand der kurzfristigen gleitenden Durchschnitte, zudem befinden sich hier zahlreiche festgefahrene Long-Positionen aus früheren Handelsabschnitten. Ein Anstieg bis in diesen Bereich wird höchstwahrscheinlich mit Druck nach unten beantwortet.
Auf der Unterseite stellt 4000 eine wichtige psychologische Marke dar, der Bereich von 3990 bis 4000 ist die kurzfristige Unterstützungslinie für Long-Positionen. Solange dieser Bereich nicht durchbrochen wird, verläuft der gesamte Tag als leicht aufwärts gerichtete Korrektur in einer Seitwärtsbewegung. Sollte der Kurs unerwartet weiter fallen, bildet 3960 die endgültige Untergrenze. Solange dieser Wert nicht unterschritten wird, bleibt das kurzfristige Seitwärtsmuster erhalten.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Am nächsten Montag ist Gold vor allem in einer seitlichen Korrektur mit leichter Aufwärtsneigung zu sehen, der übergeordnete Trend bleibt aber schwach. Es kommt zu wechselnden Kursschwankungen innerhalb einer Preisspanne. Die zentralen Marken sind der Widerstand bei 4060 und die Unterstützung bei 3960. Eine klare Richtungsentscheidung und ein Durchbruch aus der aktuellen Spanne lassen sich erst nach Veröffentlichung der Wirtschaftsdaten am Dienstag und Mittwoch erwarten. Trading ist letztlich eine Frage der mentalen Stabilität; kurzfristige Kursschwankungen sind normale Aussiebungen am Markt – lassen Sie sich nicht durch vorläufige Kursbewegungen aus Ihrem Handelsrhythmus bringen. Der übergeordnete kurzfristige Abwärtstrend ist unverändert, daher ist die Strategie, bei stabilen Aufwärtsbewegungen Short zu gehen, die empfehlenswerte Vorgehensweise. Vorsichtiges, überlegtes Handeln ist besser als übereilte Transaktionen. Lassen Sie sich nicht ständig von den Kurscharts in Anspruch nehmen, da dauernde Beobachtung Ihren Schlaf beeinträchtigt.
Pullback-Trading im DAX-Universum – Teil 7Trocknendes Angebot: Wie Volumen die Qualität eines Pullbacks verrät
Warum starke Aktien im Rücksetzer oft ruhiger werden, bevor sie wieder nach oben drehen
In Teil 6 dieser Serie ging es um die Anatomie eines gesunden Pullbacks.
Die wichtigste Aussage war:
Der Pullback ist ein Qualitätstest. Nicht jeder Rücksetzer besteht diesen Test.
Ein gesunder Pullback bleibt kontrolliert.
Ein schwacher Pullback zeigt zunehmenden Verkaufsdruck.
Heute gehen wir tiefer in einen der wichtigsten Bestandteile dieser Analyse:
Volumen.
Denn der Kurs allein erzählt nicht die ganze Geschichte.
Eine Aktie kann 5 % fallen und trotzdem konstruktiv aussehen.
Eine andere Aktie kann ebenfalls 5 % fallen und bereits echte Schwäche zeigen.
Der Unterschied liegt oft im Volumen.
Oder einfacher gesagt:
Wird die Aktie aktiv verkauft – oder trocknet das Angebot aus?
Genau darum geht es in diesem Teil.
1. WARUM VOLUMEN IM PULLBACK SO WICHTIG IST
Ein Pullback entsteht, weil eine Aktie nach einem starken Vorlauf pausiert.
Das ist normal.
Nach einer dynamischen Aufwärtsbewegung nehmen kurzfristige Trader Gewinne mit.
Einige Käufer warten ab.
Der Kurs kommt zurück.
Die Aktie testet Unterstützungen, gleitende Durchschnitte oder alte Ausbruchszonen.
Die entscheidende Frage lautet:
Wie aggressiv wird verkauft?
Wenn eine Aktie im Pullback stark fällt und das Volumen deutlich steigt, kann das ein Warnsignal sein.
Wenn eine Aktie dagegen moderat zurückkommt und das Volumen abnimmt, ist das oft konstruktiv.
Dann sieht es eher so aus, als ob der Verkaufsdruck nachlässt.
Das ist der Kern der Idee vom trocknenden Angebot.
Die Aktie wird nicht mehr aggressiv verkauft.
Die Verkäufer verlieren Druck.
Der Kurs wird ruhiger.
Die Handelsspannen werden enger.
Ein neuer Pivot kann entstehen.
Das ist genau die Art von Verhalten, die ich bei hochwertigen Pullbacks sehen möchte.
2. WAS BEDEUTET „TROCKNENDES ANGEBOT“?
Trocknendes Angebot bedeutet:
Immer weniger Marktteilnehmer sind bereit, die Aktie zu niedrigeren Preisen zu verkaufen.
Das zeigt sich im Chart häufig durch:
fallendes Volumen im Rücksetzer
kleinere rote Kerzen
engere Tagesranges
weniger aggressive Abverkäufe
Stabilisierung an einer Unterstützungszone
keine großen Verkaufstage
schnelle Rückeroberung kleiner Schwächephasen
relative Stärke bleibt stabil
Die Aktie wirkt nicht mehr schwer.
Sie wirkt eher so, als ob sie eine Pause macht.
Das ist wichtig, weil ein Pullback nicht nur eine Frage des Preises ist.
Ein guter Pullback ist eine Kombination aus:
vorheriger Stärke
kontrolliertem Rücksetzer
abnehmendem Verkaufsdruck
stabiler relativer Stärke
enger werdender Struktur
klarem Pivot
definierbarem Risiko
Volumen hilft uns, diesen Unterschied besser zu erkennen.
3. PREIS UND VOLUMEN GEHÖREN ZUSAMMEN
Viele Trader betrachten nur den Kurs.
Sie fragen:
Wie weit ist die Aktie gefallen?
Wo liegt die 50-Tage-Linie?
Ist der Kurs nahe einer Unterstützung?
Wie weit ist der Abstand zum Stop?
Das ist wichtig.
Aber ohne Volumen fehlt ein zentraler Teil der Analyse.
Denn Preis ohne Volumen zeigt nur das Ergebnis.
Volumen zeigt, wie viel Beteiligung hinter dieser Bewegung steht.
Ein Rücksetzer mit hohem Volumen bedeutet:
Viele Aktien wechseln den Besitzer.
Es gibt aktiven Verkaufsdruck.
Möglicherweise steigen größere Marktteilnehmer aus.
Ein Rücksetzer mit geringem Volumen bedeutet:
Die Aktie kommt zurück, aber ohne aggressive Abgabe.
Verkäufer wirken weniger entschlossen.
Der Markt testet niedrigere Kurse, aber Angebot bleibt begrenzt.
Für Pullback-Trading ist der zweite Fall deutlich interessanter.
4. WIE EIN KONSTRUKTIVER VOLUMENVERLAUF AUSSIEHT
Ein idealer Pullback zeigt häufig folgenden Ablauf:
Vorheriger Anstieg mit erhöhtem oder zumindest solidem Volumen
Aktie erreicht ein neues Hoch oder Mehrmonatshoch
Rücksetzer beginnt
Volumen nimmt im Rücksetzer ab
Tagesranges werden kleiner
Aktie hält oberhalb wichtiger Unterstützungen
Relative Stärke bleibt stabil
Kurz vor dem Pivot ist die Aktivität oft sehr ruhig
Beim Ausbruch über den Pivot nimmt das Volumen wieder zu
Das ist ein sehr konstruktives Muster.
Es zeigt:
Beim Anstieg war Nachfrage vorhanden.
Im Rücksetzer nimmt das Angebot ab.
Beim neuen Ausbruch kommt Nachfrage zurück.
Genau diese Kombination ist interessant.
Nicht nur fallendes Volumen allein.
Sondern:
Starkes Volumen beim Impuls.
Nachlassendes Volumen im Pullback.
Wieder anziehendes Volumen beim Pivot.
5. WAS EIN SCHWACHER VOLUMENVERLAUF ZEIGT
Ein schwacher Pullback sieht oft anders aus.
Typische Warnsignale sind:
hohes Volumen an roten Tagen
mehrere große rote Kerzen
Volumen steigt, während der Kurs fällt
Erholungen erfolgen nur mit schwachem Volumen
Aktie verliert wichtige gleitende Durchschnitte
alte Ausbruchszonen werden klar unterschritten
relative Stärke kippt
Sektor wird ebenfalls verkauft
Das zeigt:
Der Rücksetzer ist nicht nur eine Pause.
Es kommt echter Verkaufsdruck in den Markt.
In solchen Situationen möchte ich vorsichtig sein.
Denn ein Pullback mit zunehmendem Verkaufsdruck ist oft kein Pullback mehr.
Er kann der Beginn einer größeren Korrektur sein.
Oder der Übergang von Stage 2 in Stage 3.
6. VOLUMEN IM DAX-UNIVERSUM RICHTIG EINORDNEN
Im DAX-Universum muss man Volumen etwas differenziert betrachten.
Nicht jede Aktie verhält sich gleich.
DAX-Werte
DAX-Aktien sind meist liquide.
Volumensignale sind hier oft besser interpretierbar, weil viele Marktteilnehmer aktiv sind.
Bei DAX-Werten achte ich besonders darauf:
ob rote Tage deutlich überdurchschnittliches Volumen zeigen
ob Ausbrüche von Volumen begleitet werden
ob Rücksetzer zur 21- oder 50-Tage-Linie ruhiger werden
ob die Aktie trotz Marktstress stabil bleibt
Bei sehr liquiden Werten ist ein einzelner Volumentag aber nicht immer entscheidend.
Wichtiger ist die Serie mehrerer Tage.
MDAX-Werte
Im MDAX findet man viele gute Pullback-Kandidaten.
Hier ist Volumen oft besonders hilfreich.
Ich achte auf:
klare Volumenanstiege bei Impulsen
sinkendes Volumen im Pullback
keine auffälligen Verkaufsblöcke
saubere Reaktion an Unterstützungen
ausreichende Liquidität für den geplanten Stop
Ein MDAX-Wert mit starkem Trend und trocknendem Volumen im Pullback kann sehr interessant sein.
SDAX-Werte
Bei SDAX-Werten ist Vorsicht wichtiger.
Das Volumen kann unregelmäßig sein.
Einzelne Orders können den Chart stärker beeinflussen.
Deshalb bewerte ich SDAX-Volumen nicht nur absolut, sondern im Kontext:
Ist das Handelsvolumen regelmäßig genug?
Sind die Spreads akzeptabel?
Gibt es viele Gaps?
Ist der Rücksetzer wirklich ruhig oder nur illiquide?
Kann ich den Stop praktisch sauber umsetzen?
Ein niedriger Volumentag ist bei illiquiden Aktien nicht automatisch konstruktiv.
Manchmal bedeutet es nur:
Es handelt kaum jemand.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
TecDAX-Werte
TecDAX-Aktien können stark auf Nachrichten, Nasdaq-Bewegungen und Zinsen reagieren.
Hier achte ich besonders auf:
Volumen nach Quartalszahlen
Reaktion auf US-Tech-Schwäche
Stabilität während Nasdaq-Korrekturen
ob Rücksetzer gekauft oder verkauft werden
ob relative Stärke trotz Volatilität stabil bleibt
Bei TecDAX-Werten kann ein hohes Volumen im Pullback ein besonders wichtiges Warnsignal sein.
Vor allem, wenn gleichzeitig der Nasdaq oder der Technologiesektor unter Druck steht.
7. EIN GUTER PULLBACK WIRD OFT LEISER
Eine einfache Beobachtung:
Gute Pullbacks werden oft leiser.
Das bedeutet:
weniger Volumen
kleinere Kerzen
weniger Drama
weniger Verkaufsdruck
weniger Volatilität
engere Struktur
Die Aktie wirkt nicht mehr hektisch.
Sie sammelt sich.
Das ist oft genau der Bereich, in dem ein Pivot entstehen kann.
Ein schlechter Pullback wird dagegen oft lauter:
größere rote Kerzen
steigendes Volumen
stärkere Intraday-Schwankungen
mehr Gaps
mehr Unsicherheit
schnellere Brüche wichtiger Marken
Für Pullback-Trading suche ich nicht den lautesten Chart.
Ich suche kontrollierte Stärke.
8. WARUM WENIG VOLUMEN ALLEIN NICHT REICHT
Wichtig ist:
Wenig Volumen allein ist kein Kaufsignal.
Ein Rücksetzer mit geringem Volumen ist nur dann interessant, wenn auch der Rest der Struktur passt.
Dazu gehören:
Stage 2
relative Stärke
starker Vorlauf
Nähe zum Hoch
kontrollierte Korrektur
wichtige Linien halten
keine klare Distribution
klarer Pivot
definierbarer Stop
Wenn eine Aktie in Stage 4 ist und mit wenig Volumen fällt, ist das nicht automatisch bullish.
Es kann einfach Desinteresse sein.
Wenn eine Aktie weit unter der 200-Tage-Linie liegt und kaum Volumen zeigt, ist das kein hochwertiger Pullback.
Das ist vielleicht nur eine schwache Aktie ohne Käufer.
Deshalb gilt:
Trocknendes Angebot ist nur in einer starken Aktie relevant.
9. DER UNTERSCHIED ZWISCHEN „WENIG ANGEBOT“ UND „KEIN INTERESSE“
Das ist besonders wichtig.
Ein niedriger Volumentag kann zwei völlig unterschiedliche Dinge bedeuten.
Fall 1: Wenig Angebot
Die Aktie ist stark.
Sie ist in Stage 2.
Sie zeigt relative Stärke.
Sie kommt kontrolliert zurück.
Volumen nimmt ab.
Der Kurs bleibt nahe am Hoch.
Das ist konstruktiv.
Hier bedeutet wenig Volumen:
Verkäufer treten nicht aggressiv auf.
Fall 2: Kein Interesse
Die Aktie ist schwach.
Sie liegt unter wichtigen Durchschnitten.
Relative Stärke ist negativ.
Der Kurs bewegt sich träge.
Volumen ist niedrig.
Erholungen scheitern.
Das ist nicht konstruktiv.
Hier bedeutet wenig Volumen:
Es fehlt Nachfrage.
Der Kontext entscheidet.
Deshalb analysiere ich Volumen nie isoliert.
10. VOLUMEN UND DER VORHERIGE IMPULS
Ein Pullback ist interessanter, wenn der vorherige Impuls von Nachfrage begleitet wurde.
Ein guter Vorlauf zeigt häufig:
steigende Kurse mit erhöhtem Volumen
große grüne Tage mit klarer Nachfrage
mehrere Aufwärtstage mit überdurchschnittlichem Volumen
Ausbruch aus einer Base mit höherem Volumen
positive Reaktion auf Nachrichten oder Zahlen
relative Stärke verbessert sich gleichzeitig
Dann kommt der Rücksetzer.
Wenn dieser Rücksetzer mit weniger Volumen läuft, ist das konstruktiv.
Warum?
Weil vorher Käufer sichtbar waren.
Und im Rücksetzer keine starke Abgabe sichtbar ist.
Das ist eine bessere Ausgangslage als eine Aktie, die ohne Volumen steigt und dann mit hohem Volumen fällt.
11. VOLUMEN BEIM TEST EINER UNTERSTÜTZUNG
Viele Pullbacks laufen zu einer Unterstützung zurück.
Zum Beispiel:
21-Tage-Linie
50-Tage-Linie
alte Ausbruchszone
vorheriges Hoch
kleines Konsolidierungstief
kurzfristige Trendlinie
An diesen Punkten ist Volumen besonders wichtig.
Konstruktiv ist:
Kurs testet die Zone
Volumen bleibt moderat
keine große rote Kerze
Käufer kommen zurück
Aktie stabilisiert sich
nächster Aufwärtstag zeigt wieder Volumen
Problematisch ist:
Kurs fällt mit hohem Volumen durch die Zone
keine schnelle Rückeroberung
Erholung bleibt schwach
Volumen steigt bei weiteren roten Tagen
die Zone wird zum Widerstand
Die Unterstützung selbst ist also nicht entscheidend.
Entscheidend ist, wie die Aktie dort reagiert.
12. VOLUMEN UND DER PIVOT
Der Pivot ist der Punkt, an dem der Pullback wieder handelbar wird.
Vorher beobachte ich nur.
Der Pivot entsteht oft, wenn:
der Rücksetzer enger wird
Volumen im Rücksetzer abnimmt
die Aktie oberhalb einer Unterstützung bleibt
ein kleines Hoch entsteht, das überwunden werden kann
Käufer wieder aktiv werden
Beim Pivot möchte ich idealerweise wieder mehr Nachfrage sehen.
Das bedeutet:
Kurs bricht über einen kleinen Widerstand
Volumen zieht an
Aktie schließt stark
relative Stärke verbessert sich
Marktumfeld ist nicht klar negativ
Nicht jeder Pivot braucht extremes Volumen.
Aber ein Pivot ohne jede Nachfrage ist weniger überzeugend.
Besonders gut ist:
Leiser Pullback.
Dann lauter Pivot.
13. WANN HOHES VOLUMEN POSITIV IST
Hohes Volumen ist nicht automatisch schlecht.
Es kommt darauf an, wann es auftritt.
Hohes Volumen ist positiv, wenn es bei Stärke erscheint:
Ausbruch aus einer Base
starker Aufwärtstag
Rückeroberung einer wichtigen Linie
positive Reaktion nach Zahlen
Pivot aus engem Pullback
neue Hochs mit Nachfrage
Hohes Volumen ist negativ, wenn es bei Schwäche erscheint:
große rote Kerze
Bruch der 50-Tage-Linie
Rückfall in alte Base
Gap nach unten
starker Abverkauf nach Zahlen
mehrere Distributionstage hintereinander
Volumen ist also nicht gut oder schlecht.
Volumen verstärkt die Bedeutung der Kursbewegung.
14. WANN NIEDRIGES VOLUMEN POSITIV IST
Niedriges Volumen ist positiv, wenn es im richtigen Kontext erscheint.
Zum Beispiel:
Aktie ist in Stage 2
vorheriger Impuls war stark
Rücksetzer ist moderat
Kurs bleibt nahe am Hoch
wichtige Linien halten
Volumen nimmt im Pullback ab
Tagesranges werden enger
relative Stärke bleibt stabil
Dann bedeutet niedriges Volumen:
Verkäufer verlieren Druck.
Das ist konstruktiv.
Niedriges Volumen ist aber nicht positiv, wenn:
die Aktie schwach ist
der Kurs unter der 200-Tage-Linie liegt
Erholungen ohne Volumen stattfinden
Käufer fehlen
der Chart träge und uninteressant wirkt
relative Stärke negativ bleibt
Dann bedeutet niedriges Volumen eher:
Es fehlt Nachfrage.
15. VOLUMEN NACH QUARTALSZAHLEN
Im DAX-Universum sind Quartalszahlen besonders wichtig.
Nach Zahlen kann Volumen stark ansteigen.
Das ist normal.
Die Frage lautet:
Wie reagiert der Kurs auf das hohe Volumen?
Konstruktiv:
Aktie steigt nach Zahlen
Volumen ist hoch
Kurs hält die Gewinne
Rücksetzer danach bleibt kontrolliert
Aktie bildet einen neuen Pivot
Problematisch:
Aktie eröffnet höher, fällt aber stark zurück
hohes Volumen ohne Kursfortschritt
langer oberer Docht
Bruch wichtiger Linien
schwache Folgetage
relative Stärke kippt
Ein hoher Volumentag nach Zahlen ist also nicht automatisch gut.
Die Reaktion danach ist entscheidend.
16. VOLUMEN UND GAPS
Gaps sind im deutschen Markt wichtig.
Eine Aktie kann mit einer Kurslücke eröffnen.
Danach ist entscheidend:
Wird das Gap gehalten?
Wird das Gap schnell verkauft?
Entsteht hohes Volumen ohne Fortschritt?
Schließt die Aktie stark oder schwach?
Wird der Gap-Bereich später verteidigt?
Ein Gap nach oben mit hohem Volumen kann stark sein, wenn der Kurs die Bewegung hält.
Ein Gap nach oben, das sofort verkauft wird, kann ein Warnsignal sein.
Ein Gap nach unten mit hohem Volumen ist meistens kritisch, vor allem wenn wichtige Linien brechen.
Für Pullback-Trading möchte ich keine Aktie kaufen, die gerade mit hohem Volumen nach unten aus der Struktur fällt.
17. MEHRERE KLEINE HINWEISE SIND WICHTIGER ALS EIN EINZELNER TAG
Ein einzelner Volumentag kann täuschen.
Deshalb schaue ich nicht nur auf einen Tag.
Ich betrachte das Muster.
Fragen:
Sind die roten Tage lauter als die grünen Tage?
Werden Rücksetzer gekauft?
Gibt es mehrere Verkaufstage mit hohem Volumen?
Nimmt Volumen im Pullback wirklich ab?
Zieht Volumen beim Pivot wieder an?
Bleibt die Aktie nahe am Hoch?
Was macht die relative Stärke?
Ein guter Pullback entsteht selten durch einen einzigen perfekten Tag.
Er entsteht durch ein Muster aus kontrolliertem Verhalten.
18. BEISPIEL FÜR EINEN KONSTRUKTIVEN VOLUMEN-PULLBACK
Stellen wir uns eine MDAX-Aktie vor.
Die Aktie ist in Stage 2.
Sie läuft stärker als das DAX-Universum.
Der Kurs liegt über der 50- und 200-Tage-Linie.
Der vorherige Impuls war dynamisch.
Jetzt kommt der Pullback.
Tag 1: leichter Rücksetzer, normales Volumen.
Tag 2: weitere kleine rote Kerze, Volumen niedriger.
Tag 3: Seitwärtsbewegung, noch weniger Volumen.
Tag 4: enger Handelstag nahe der 21-Tage-Linie.
Tag 5: Aktie bricht über das Hoch der letzten Tage, Volumen zieht an.
Das ist konstruktiv.
Nicht weil die Aktie gefallen ist.
Sondern weil der Rücksetzer kontrolliert war und das Angebot sichtbar nachgelassen hat.
19. BEISPIEL FÜR EINEN SCHWACHEN VOLUMEN-PULLBACK
Jetzt eine SDAX-Aktie.
Auch hier gab es vorher einen Anstieg.
Dann beginnt der Rücksetzer.
Tag 1: große rote Kerze mit hohem Volumen.
Tag 2: Bruch der 21-Tage-Linie.
Tag 3: Erholung mit schwachem Volumen.
Tag 4: erneuter Abverkauf mit höherem Volumen.
Tag 5: Bruch der 50-Tage-Linie.
Relative Stärke fällt deutlich.
Das ist kein gesunder Pullback.
Auch wenn der Kurs optisch „günstiger“ aussieht.
Das Volumen sagt:
Hier wird verkauft.
In solchen Situationen warte ich lieber.
20. MEINE VOLUMEN-CHECKLISTE FÜR PULLBACKS
Bevor ich einen Pullback als hochwertig einordne, stelle ich mir folgende Fragen:
War der vorherige Impuls von konstruktivem Volumen begleitet?
Nimmt das Volumen im Pullback ab?
Gibt es keine großen roten Volumentage?
Bleibt das Volumen an schwachen Tagen moderat?
Werden Unterstützungen ohne starken Verkaufsdruck getestet?
Werden Erholungen von besserem Volumen begleitet?
Werden die Tagesranges kleiner?
Bleibt die Aktie nahe am Hoch?
Bleibt relative Stärke stabil?
Hält die Aktie wichtige gleitende Durchschnitte?
Gibt es keine auffällige Distribution?
Gibt es keine starken Gaps nach unten?
Zieht das Volumen beim Pivot wieder an?
Ist die Aktie liquide genug?
Ist der Spread akzeptabel?
Ist das Volumenmuster über mehrere Tage konstruktiv?
Passt das Verhalten zum Marktumfeld?
Passt das Verhalten zum Sektor?
Ist der Stop logisch definierbar?
Ist das Chance-Risiko-Verhältnis attraktiv?
Je mehr dieser Fragen positiv beantwortet werden, desto besser ist die Qualität des Pullbacks.
21. WIE ICH MEINE INDIKATOREN DABEI NUTZE
Für diese Serie nutze ich zwei eigene TradingView-Indikatoren als Filter.
Stock Stage Analysis
Dieser Indikator hilft mir, die Marktphase einzuordnen.
Ich möchte Pullbacks vor allem in Stage 2 sehen.
Wenn eine Aktie bereits Stage 3 oder Stage 4 zeigt, wird ein Rücksetzer mit hohem Volumen besonders gefährlich.
Dann kann aus einem vermeintlichen Pullback schnell echte Schwäche werden.
DAX Universe IBD-Style Relative Strength
Dieser Indikator zeigt mir, ob die Aktie stärker oder schwächer läuft als das breite deutsche Aktienuniversum.
Während eines Pullbacks achte ich darauf:
bleibt die RS-Linie über 0?
bleibt sie über ihrem gleitenden Durchschnitt?
fällt die Aktie weniger stark als der Markt?
bleibt die relative Stärke trotz Rücksetzer stabil?
Wenn Volumen trocknet und relative Stärke stabil bleibt, ist das ein gutes Zeichen.
Wenn Volumen steigt und relative Stärke kippt, ist das ein Warnsignal.
22. DIE KERNREGEL FÜR BLOG 7
Die wichtigste Regel für diesen Teil lautet:
Ein guter Pullback zeigt nachlassenden Verkaufsdruck, bevor er wieder Stärke zeigt.
Oder noch kürzer:
Erst trocknet das Angebot. Dann entsteht der Pivot.
Das bedeutet:
Ich kaufe nicht einfach, weil der Kurs gefallen ist.
Ich warte darauf, dass der Rücksetzer ruhiger wird.
Dann warte ich auf ein Zeichen neuer Stärke.
Erst dann wird der Trade interessant.
23. FAZIT
Volumen ist einer der wichtigsten Hinweise für die Qualität eines Pullbacks.
Ein gesunder Pullback zeigt oft:
abnehmendes Volumen
kleinere Kerzen
engere Tagesranges
wenig Verkaufsdruck
stabile relative Stärke
Halten wichtiger Unterstützungen
anziehendes Volumen beim Pivot
Ein schwacher Pullback zeigt dagegen:
hohes Verkaufsvolumen
große rote Kerzen
Bruch wichtiger Linien
fallende relative Stärke
schwache Erholungen
Gaps nach unten
fehlende Stabilisierung
Die wichtigste Erkenntnis lautet:
Ein Pullback ist nicht deshalb gut, weil der Kurs gefallen ist.
Er ist gut, wenn der Verkaufsdruck nachlässt und neue Nachfrage sichtbar wird.
Für Pullback-Trading im DAX-Universum suche ich daher keine fallenden Aktien.
Ich suche starke Aktien, bei denen das Angebot im Rücksetzer trocknet.
Die Reihenfolge bleibt:
Stage 2.
Relative Stärke.
Starker Vorlauf.
Gesunder Pullback.
Trocknendes Angebot.
Pivot.
Definiertes Risiko.
Im nächsten Teil geht es um ein eng verwandtes Thema:
Volatilitätskontraktion und enge Handelsspannen.
Denn je ruhiger und enger ein Pullback wird, desto klarer lässt sich oft der Einstieg und das Risiko definieren.
HILFREICHE TOOLS AUF TRADINGVIEW
Für diese Serie nutze ich unter anderem meine eigenen TradingView-Indikatoren:
Stock Stage Analysis
zur Einordnung der Marktphase in Stage 1, Stage 2, Stage 3 oder Stage 4.
DAX Universe IBD-Style Relative Strength
zur Messung relativer Stärke gegenüber einem gleichgewichteten Benchmark aus DAX, MDAX, SDAX und TecDAX.
Wichtig:
Diese Indikatoren sind keine Kaufsignale.
Sie sind Filter.
Der eigentliche Einstieg entsteht erst durch Pullback, Pivot und definiertes Risiko.
DISCLAIMER
Diese Analyse dient ausschließlich der Weiterbildung und stellt keine Anlageberatung, Kaufempfehlung oder Verkaufsempfehlung dar. Jeder Trader ist für seine eigenen Entscheidungen, sein Risikomanagement und seine Positionsgröße selbst verantwortlich.
Wochenausblick KW30– Fundamental,Makro und Technischer Ausblick!Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für die Handelswoche KW30
Willkommen zum Wochenausblick für die Handelswoche KW30.
Nach einer insgesamt schwächeren Vorwoche rücken die Finanzmärkte nun in eine entscheidende Phase. Während die zweite Quartalsberichtssaison zunehmend Fahrt aufnimmt, bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten der dominante Einflussfaktor auf das Marktgeschehen. Vor allem die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus sorgen weiterhin für erhebliche Unsicherheit an den Rohstoff- und Aktienmärkten.
Zusätzlich richtet sich der Blick der Marktteilnehmer in dieser Woche auf den EZB-Zinsentscheid, zahlreiche Einkaufsmanagerindizes (PMIs), wichtige US-Konjunkturdaten sowie auf einige der größten Technologieunternehmen der Welt. Besonders Alphabet, Tesla, Intel und SAP dürften entscheidend dafür sein, ob sich die zuletzt begonnene Korrektur im Technologiesektor fortsetzt oder lediglich eine gesunde Verschnaufpause innerhalb des langfristigen Aufwärtstrends darstellt.
Nachdem die Inflationsdaten in den USA und Europa zuletzt insgesamt positiv überraschten, stellt sich nun die entscheidende Frage, ob dieser Trend trotz wieder steigender Energiepreise Bestand haben wird. Genau hier treffen aktuell Makroökonomie, Geldpolitik und Geopolitik unmittelbar aufeinander.
Für Anleger bedeutet das eine Woche mit mehreren potenziellen Richtungsentscheidungen für Aktien, Anleihen, Öl, den US-Dollar und damit letztlich auch für den DAX.
Agenda
* Geopolitische Lage
* Earnings Season Q2
* Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW30 im Überblick
* EZB-Zinsentscheid
* Märkte & Korrelationen im Überblick
* Risk Assets im Überblick
* DAX charttechnischer Ausblick
* Fazit
Geopolitische Lage
Auch zu Beginn der KW30 bleibt die Lage im Nahen Osten der größte Unsicherheitsfaktor für die globalen Finanzmärkte.
Der Fokus liegt weiterhin klar auf der Straße von Hormus. Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass sich die Situation bislang keineswegs nachhaltig entspannt hat. Vielmehr bleibt das Risiko einer weiteren Eskalation erhöht. Bereits zuletzt kam es zu deutlich reduziertem Schiffsverkehr, mehreren Tankern mit deaktivierten AIS-Signalen, verstärkter militärischer Präsenz sowie einer zunehmenden Überwachung wichtiger Handelsrouten. Gleichzeitig mehren sich Hinweise darauf, dass auch die Aktivitäten im Roten Meer sowie rund um Bab al-Mandab wieder zunehmen.
Sollte sich diese Entwicklung weiter verschärfen oder sogar zeitweise zu stärkeren Einschränkungen des Schiffsverkehrs führen, hätte dies unmittelbare Auswirkungen auf den globalen Energiemarkt. Bereits in der vergangenen Woche reagierte US Oil mit einem kräftigen Anstieg von rund 14,5 %. Der Markt preist inzwischen wieder deutlich höhere geopolitische Risikoprämien ein.
Für die Kapitalmärkte ist dabei weniger die geopolitische Schlagzeile selbst entscheidend, sondern deren makroökonomische Konsequenz.
Steigende Ölpreise führen unmittelbar zu höheren Energiepreisen. Höhere Energiepreise wirken inflationsfördernd und erschweren den Notenbanken eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Dadurch steigen die Wahrscheinlichkeiten für länger anhaltend restriktive Zinssätze beziehungsweise spätere Zinssenkungen. Höhere Zinsen belasten wiederum die Unternehmensbewertungen, insbesondere wachstumsstarke Technologieunternehmen, und führen häufig zu einem Risk-Off-Sentiment an den Finanzmärkten.
Genau diese Kette beobachten Investoren derzeit sehr genau.
Ölpreis ↑ → Inflation ↑ → restriktivere Geldpolitik → höhere Zinsen → Druck auf Risk Assets.
Deshalb bleibt die geopolitische Entwicklung derzeit vermutlich der wichtigste externe Einflussfaktor für sämtliche Anlageklassen.
Neben dem Nahen Osten rückte zuletzt auch der Technologiesektor verstärkt in den Fokus.
Nach der außergewöhnlich starken Rally der vergangenen Monate setzte sich zuletzt eine deutliche Gewinnmitnahme im Halbleitersektor fort. Der Philadelphia Semiconductor Index verzeichnete seine stärkste Wochenkorrektur seit über einem Jahr und befindet sich mittlerweile mehr als 20 % unter seinem Rekordhoch. Viele institutionelle Investoren reduzieren aktuell ihre Gewichtung im KI-Sektor, nachdem die Bewertungen zuvor historisch hohe Niveaus erreicht hatten.
Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus innerhalb des KI-Marktes.
Während Nvidia weiterhin der größte Profiteur der weltweiten AI-Infrastruktur bleibt, rückt Apple zunehmend stärker in den Mittelpunkt der Anleger. Hintergrund sind die Fortschritte bei Apple Intelligence sowie die Integration künstlicher Intelligenz in das gesamte Apple-Ökosystem. Investoren bewerten inzwischen weniger den Aufbau eigener Foundation-Modelle, sondern vielmehr Apples Fähigkeit, KI über Hardware, Services und das bestehende Ökosystem zu monetarisieren.
Reuters beschreibt diesen Wandel treffend: Apple wird inzwischen nicht mehr als Nachzügler im KI-Wettlauf gesehen, sondern zunehmend als Unternehmen mit besonders nachhaltigen und profitablen Monetarisierungsmöglichkeiten.
Das bedeutet allerdings keineswegs, dass Nvidia seine Führungsrolle verliert. Vielmehr verbreitert sich der KI-Zyklus zunehmend. Neben Nvidia profitieren inzwischen auch Speicherchip-Hersteller, Halbleiterausrüster sowie weitere Infrastrukturunternehmen von den weltweit steigenden Investitionen in künstliche Intelligenz.
Kurzfristig bleibt dennoch Vorsicht angebracht. Nach der extremen Kursentwicklung der vergangenen Monate scheint sich der Markt aktuell in einer Phase der Neubewertung zu befinden. Gute Unternehmenszahlen allein reichen derzeit oftmals nicht mehr aus, um neue Allzeithochs auszulösen. Stattdessen reagieren Anleger zunehmend sensibel auf hohe Erwartungen, Bewertungen sowie zukünftige Prognosen der Unternehmen.
Gerade deshalb dürfte die nun anstehende Berichtssaison für den Technologiesektor eine entscheidende Rolle für die weitere Entwicklung der US-Indizes spielen.
Earnings Season Q2
Die Berichtssaison zum zweiten Quartal hat insgesamt einen sehr soliden Start hingelegt.
Besonders die großen US-Banken konnten in der vergangenen Woche überwiegend überzeugen und bestätigten erneut die robuste Verfassung des Finanzsektors. Gleichzeitig sorgten ASML sowie TSMC mit starken Quartalszahlen und einem weiterhin positiven KI-Ausblick für wichtige Impulse im Halbleiterbereich.
Dennoch konnten diese starken Ergebnisse die zuletzt zunehmenden Gewinnmitnahmen im Technologiesektor nicht vollständig verhindern. Der Markt befindet sich aktuell in einer Phase, in der nicht mehr allein gute Zahlen ausreichen. Vielmehr müssen Unternehmen die bereits sehr hohen Erwartungen der Investoren übertreffen und gleichzeitig einen überzeugenden Ausblick für die kommenden Quartale liefern.
Genau deshalb dürfte die KW30 eine der wichtigsten Wochen der bisherigen Berichtssaison werden.
Für den deutschen Markt stehen insbesondere die Zahlen von SAP, Deutsche Börse sowie Volkswagen im Mittelpunkt. Vor allem SAP besitzt aufgrund seiner hohen Gewichtung im DAX das Potenzial, den gesamten deutschen Leitindex spürbar zu beeinflussen.
International richtet sich der Fokus dagegen klar auf die großen US-Technologieunternehmen.
Besondere Aufmerksamkeit erhalten Alphabet und Tesla. Alphabet dürfte erneut wichtige Hinweise zur Entwicklung der weltweiten KI-Investitionen liefern, während bei Tesla neben den Fahrzeugauslieferungen insbesondere Aussagen zu Full Self Driving, Robotaxi sowie zukünftigen Wachstumsfeldern im Mittelpunkt stehen.
Ebenso spannend werden die Zahlen von Intel. Nach den zuletzt schwächeren Entwicklungen im klassischen Halbleitergeschäft wird der Markt genau beobachten, ob sich erste Verbesserungen im KI- und Foundry-Geschäft abzeichnen.
Daneben berichten zahlreiche weitere Schwergewichte wie Texas Instruments, ServiceNow, 3M, Capital One, General Motors, Thermo Fisher, RTX, Lockheed Martin, American Express, ExxonMobil oder Volkswagen.
Insgesamt dürfte die Berichtssaison damit zum wichtigsten fundamentalen Kurstreiber der kommenden Handelswoche werden
Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW30 im Überblick
Nachdem die Vorwoche insbesondere durch die Inflationsdaten geprägt wurde, fällt der makroökonomische Kalender in der KW30 insgesamt etwas ruhiger aus. Dennoch stehen mehrere Termine auf der Agenda, die insbesondere für die Zinserwartungen der Notenbanken sowie die Entwicklung an den Aktien- und Anleihemärkten relevant werden könnten.
Der absolute Schwerpunkt der Woche liegt dabei eindeutig auf dem EZB-Zinsentscheid am Donnerstag . Daneben stehen mehrere Einkaufsmanagerindizes (PMIs), die US-Arbeitsmarktdaten in Form der Initial Jobless Claims sowie die US-Rohöllagerbestände im Fokus der Anleger.
Montag
Zum Wochenauftakt werden die deutschen Erzeugerpreise (German Producer Price Index, PPI) veröffentlicht. Die Produzentenpreise gelten als Frühindikator für zukünftige Verbraucherpreise und liefern Hinweise darauf, wie sich der Inflationsdruck innerhalb der Lieferketten entwickelt.
Zusätzlich erscheint in den USA der Conference Board Leading Economic Index (LEI). Dieser Frühindikator fasst mehrere wirtschaftliche Kennzahlen zusammen und soll Hinweise auf die zukünftige Entwicklung der US-Konjunktur liefern. Beide Veröffentlichungen besitzen zwar keinen außergewöhnlich hohen Marktimpact, geben jedoch einen ersten Eindruck über den wirtschaftlichen Zustand zum Wochenbeginn.
Dienstag
Der Dienstag verläuft aus makroökonomischer Sicht vergleichsweise ruhig.
Im Mittelpunkt stehen lediglich einige Reden von EZB-Vertretern, darunter Bundesbankpräsident Joachim Nagel, sowie die wöchentlichen API-Rohöllagerbestände am Abend.
Die API-Daten liefern oftmals bereits einen ersten Hinweis auf die offiziellen US-Rohöllagerbestände, welche am Mittwoch veröffentlicht werden. Aufgrund der aktuell angespannten Lage im Nahen Osten könnte der Ölmarkt auf diese Daten empfindlicher reagieren als gewöhnlich.
Mittwoch
Am Mittwoch richtet sich der Fokus zunächst auf die offiziellen US Crude Oil Inventories.
Gerade vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormus dürften die Lagerbestände diesmal besonders aufmerksam verfolgt werden. Sinkende Lagerbestände bei gleichzeitig eingeschränktem Angebot könnten den Ölpreis zusätzlich unterstützen und damit den Inflationsdruck erneut erhöhen.
Daneben findet die Auktion 20-jähriger US-Staatsanleihen statt, welche Hinweise auf die aktuelle Nachfrage institutioneller Investoren nach langfristigen Staatsanleihen geben kann.
EZB-Zinsentscheid
Der Donnerstag stellt ohne Zweifel den wichtigsten Makrotag der gesamten Handelswoche dar.
Im Mittelpunkt stehen der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank, das Monetary Policy Statement sowie die anschließende Pressekonferenz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde.
Nach aktueller Marktbewertung rechnen rund 92 % aller Marktteilnehmer mit unveränderten Leitzinsen. Lediglich etwa 8 % erwarten überraschend eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte.
Der eigentliche Zinsentscheid gilt damit bereits weitgehend als eingepreist. Viel entscheidender dürfte daher erneut die Kommunikation der EZB werden.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Aussagen zur zukünftigen Inflationsentwicklung, zum wirtschaftlichen Ausblick innerhalb der Eurozone sowie zur weiteren geldpolitischen Strategie in den kommenden Monaten.
Vor allem die sogenannte Forward Guidance dürfte darüber entscheiden, wie sich Anleiherenditen, der Euro sowie europäische Aktien unmittelbar nach dem Entscheid entwickeln .
Interessant ist hierbei insbesondere der Blick auf die zukünftigen Zinserwartungen des Marktes.
Während für die Sitzung im Juli kaum Veränderungen erwartet werden, preisen die Geldmärkte für die September-Sitzung bereits eine Wahrscheinlichkeit von rund 78,6 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein.
Für die Sitzung Ende Oktober liegt die höchste Wahrscheinlichkeit aktuell ebenfalls bei einem Zinssatz von 2,50 %, allerdings steigt gleichzeitig bereits die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinsschritte deutlich an.
Bis Dezember erwartet der Markt mittlerweile mehrheitlich einen Einlagensatz von rund 2,75 %, was zeigt, dass Investoren trotz der zuletzt rückläufigen Inflationsdaten weiterhin von einer vergleichsweise restriktiven Geldpolitik ausgehen.
Damit bleibt die Kommunikation der EZB in dieser Woche wahrscheinlich wichtiger als der eigentliche Zinsschritt.
Initial Jobless Claims
Ebenfalls am Donnerstag erscheinen die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.
Diese Daten gelten als einer der aktuellsten Frühindikatoren für den amerikanischen Arbeitsmarkt und werden von der Federal Reserve besonders aufmerksam beobachtet.
Ein weiterhin robuster Arbeitsmarkt würde die Argumentation einer länger restriktiven Geldpolitik unterstützen. Deutlich schwächere Zahlen könnten dagegen erneut Hoffnungen auf zukünftige Zinssenkungen schüren.
EZB-Pressekonferenz
Nur wenige Minuten nach dem Zinsentscheid folgt die Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank.
Historisch betrachtet entstehen die größten Marktbewegungen häufig nicht durch den eigentlichen Zinssatz, sondern durch die Antworten der Notenbank auf Fragen zur zukünftigen Geldpolitik.
Besonders interessant dürfte werden, wie die EZB die zuletzt rückläufige Inflation bewertet und welchen Einfluss die wieder deutlich gestiegenen Energiepreise auf ihre weiteren Entscheidungen haben könnten.
Sollte die EZB einen restriktiveren Ton anschlagen als erwartet, könnte dies kurzfristig Druck auf europäische Aktienmärkte ausüben.
Freitag
Zum Wochenausklang stehen schließlich zahlreiche Einkaufsmanagerindizes aus Europa und den USA im Mittelpunkt.
Veröffentlicht werden unter anderem die HCOB Manufacturing PMI-, Services PMI- sowie Composite PMI-Daten für Deutschland und die Eurozone.
Am Nachmittag folgen anschließend die besonders marktbewegenden S&P Global Manufacturing PMI-, Services PMI- und Composite PMI-Daten für die USA.
Diese Frühindikatoren liefern einen sehr aktuellen Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes sowie des Dienstleistungssektors und besitzen häufig erheblichen Einfluss auf die Zinserwartungen der Märkte.
Abgerundet wird der Handelstag durch die Veröffentlichung der US New Home Sales, welche Rückschlüsse auf die Entwicklung des amerikanischen Immobilienmarktes zulassen.
Inflation, Geldpolitik und aktueller Makroausblick
Bereits in der vergangenen Woche veröffentlichten sowohl die USA als auch die Eurozone überwiegend erfreuliche Inflationsdaten.
In den USA fiel insbesondere der Produzentenpreisindex sowie die Kerninflation insgesamt moderater aus als noch in den Vormonaten. Auch in Europa setzte sich der rückläufige Inflationstrend fort. Die Gesamtinflation sank gegenüber dem Vorjahr auf 2,8 %, während die Kerninflation auf 2,4 % zurückging. Gleichzeitig fiel die monatliche Inflationsrate mit -0,1 % ebenfalls moderat aus.
Diese Entwicklung bestätigt grundsätzlich, dass der Inflationsdruck zuletzt weiter nachgelassen hat.
Dennoch bleibt Vorsicht angebracht.
Die aktuell wieder deutlich steigenden Ölpreise infolge der Eskalation im Nahen Osten könnten in den kommenden Monaten erneut spürbaren Druck auf die Verbraucherpreise ausüben. Energie bleibt einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Headline-Inflation und könnte den zuletzt positiven Trend teilweise wieder umkehren.
Sowohl die Federal Reserve als auch die Europäische Zentralbank haben in den vergangenen Wochen mehrfach betont, dass ein einzelner positiver Inflationsbericht nicht ausreicht, um den geldpolitischen Kurs grundlegend zu verändern.
Vielmehr benötigen beide Notenbanken mehrere aufeinanderfolgende Datenreihen, welche eine nachhaltige Rückkehr der Inflation in Richtung ihrer Zielmarken bestätigen.
Genau deshalb dürften neben den Inflationsdaten künftig insbesondere die Energiepreise sowie die geopolitische Entwicklung darüber entscheiden, wann erste Zinssenkungen beziehungsweise Lockerungen der Geldpolitik tatsächlich wieder realistischer werden.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt bleibt aktuell der wichtigste makroökonomische Indikator für die Entwicklung der kommenden Wochen.
Nachdem die geopolitische Lage im Nahen Osten erneut eskalierte und sich die Risiken rund um die Straße von Hormus deutlich erhöht haben, verzeichnete US Oil in der vergangenen Handelswoche einen kräftigen Anstieg von rund 14,5 %. Aktuell notiert der WTI-Preis wieder im Bereich von 81,78 US-Dollar und hat damit sämtliche Verluste seit Beginn der Eskalation wieder aufgeholt.
Aus charttechnischer Sicht konnte der Markt den wichtigen Widerstandsbereich um 79 US-Dollar nachhaltig überwinden. Dadurch rücken nun die nächsten Zielzonen in den Fokus. Die erste relevante Widerstandszone befindet sich im Bereich um 84 US-Dollar, wo gleichzeitig das offene Gap aus Mitte Juni verläuft. Darüber folgen die Bereiche um 86 US-Dollar sowie anschließend 88 bis 90 US-Dollar.
Sollte sich die geopolitische Lage weiter verschärfen oder es tatsächlich zu stärkeren Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus kommen, halte ich einen weiteren Anstieg in diese Preisregionen für durchaus realistisch.
Makroökonomisch wäre dies allerdings problematisch.
Steigende Ölpreise erhöhen die Energiekosten für Unternehmen und Verbraucher, treiben die Gesamtinflation nach oben und erschweren den Notenbanken eine Lockerung ihrer Geldpolitik. Genau deshalb beobachten Investoren den Ölpreis derzeit fast genauso aufmerksam wie Inflations- oder Arbeitsmarktdaten.
Sollte dagegen eine diplomatische Lösung gefunden werden und sich die Lage im Nahen Osten spürbar entspannen, könnte US Oil wieder unter die Zone um 76,50 US-Dollar zurückfallen. In diesem Fall würden für mich die Bereiche um 72 US-Dollar sowie später sogar 69 US-Dollar wieder in den Fokus rücken. Ein solcher Rückgang wäre gleichzeitig ein deutlich positives Signal für Risk Assets und würde den Inflationsdruck wieder reduzieren.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Staatsanleihen zeigte sich in der vergangenen Woche insgesamt ein gemischtes Bild.
Die kurzfristigen Laufzeiten gaben leicht nach, während sich die langfristigen Renditen weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau behaupten konnten. Trotz der zuletzt positiven Inflationsdaten waren bislang kaum nachhaltige Rückgänge bei den langfristigen Renditen zu beobachten.
Genau hierin liegt aktuell eine der wichtigsten Botschaften des Rentenmarktes.
Obwohl sowohl die USA als auch Europa zuletzt rückläufige Inflationszahlen veröffentlichten, preisen die Anleihemärkte bislang keine schnelle geldpolitische Lockerung ein. Vielmehr scheint der Markt davon auszugehen, dass die positiven Inflationsberichte zunächst lediglich eine Momentaufnahme darstellen könnten.
Vor allem die wieder deutlich steigenden Energiepreise sorgen dafür, dass Investoren weiterhin vorsichtig bleiben. Sollte Öl dauerhaft auf einem erhöhten Preisniveau notieren, könnten die kommenden Inflationsberichte wieder stärker ausfallen und damit weitere Zinssenkungen nach hinten verschieben.
Der Rentenmarkt signalisiert damit aktuell deutlich mehr Vorsicht als der reine Blick auf die jüngsten Inflationsdaten vermuten lässt.
US-Dollar (DXY)
Der US-Dollar zeigte sich in der vergangenen Woche etwas schwächer und verlor auf Wochenbasis rund 0,23 %. Hintergrund waren vor allem die insgesamt freundlichen Inflationsdaten aus den USA, welche kurzfristig Hoffnungen auf eine etwas lockerere Geldpolitik unterstützten.
Charttechnisch bleibt der Bereich zwischen 100,50 und 100,60 Punkten jedoch weiterhin eine zentrale Unterstützungszone.
Solange sich der Dollar oberhalb dieser Zone behaupten kann, bleibt eine Erholung in Richtung 101, anschließend 101,50 und später 102 Punkte durchaus möglich.
Sollte der Dollar dagegen nachhaltig unter 100,50 fallen, würden aus charttechnischer Sicht zunächst 100 Punkte und anschließend 99,50 Punkte als nächste Zielbereiche in den Fokus rücken.
Welche Richtung letztendlich eingeschlagen wird, dürfte maßgeblich von der geopolitischen Entwicklung, den anstehenden Konjunkturdaten sowie der Kommunikation der EZB und der Federal Reserve abhängen.
Volatilitätsindex (VIX)
Auch der Volatilitätsindex legte in der vergangenen Woche deutlich zu.
Mit einem Wochenanstieg von rund 26 % stieg der VIX zeitweise bis in den Bereich von 19,5 Punkten und schloss die Woche bei rund 18,8 Punkten.
Der Anstieg verdeutlicht, dass die Unsicherheit unter institutionellen Investoren wieder deutlich zunimmt.
Hierfür gibt es gleich mehrere Gründe:
* Eskalation im Nahen Osten
* steigende Ölpreise
* zunehmende Gewinnmitnahmen im KI- und Halbleitersektor
* Beginn der entscheidenden Phase der Berichtssaison
* EZB-Zinsentscheidung in dieser Woche
Historisch betrachtet führt ein steigender VIX häufig zu höheren täglichen Schwankungen an den Aktienmärkten. Anleger sollten deshalb auch in der KW30 mit einer erhöhten Volatilität rechnen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia verlor in der vergangenen Woche knapp 4 % und schloss bei rund 202,80 US-Dollar.
Nach der außergewöhnlich starken Rally der vergangenen Monate befindet sich die Aktie aktuell in einer gesunden Konsolidierungsphase. Gleichzeitig nimmt der gesamte Halbleitersektor derzeit Gewinne mit, nachdem die Bewertungen zuvor deutlich gestiegen waren.
Für mich bleibt kurzfristig insbesondere die Zone zwischen 198 und 200 US-Dollar entscheidend.
Solange Nvidia diesen Bereich verteidigen kann, bleibt das übergeordnete Aufwärtsbild intakt. Oberhalb dieser Unterstützung liegen die nächsten relevanten Widerstände bei 213, anschließend 217 und später wieder im Bereich der bisherigen Allzeithochs um 230 US-Dollar.
Sollte die Aktie dagegen nachhaltig unter 198 US-Dollar fallen, rücken zunächst 195 und anschließend 190 US-Dollar als nächste Unterstützungsbereiche in den Fokus.
Entscheidend dürfte hierbei insbesondere der weitere Verlauf der Berichtssaison sein. Gute Quartalszahlen allein werden vermutlich nicht ausreichen – vielmehr werden Investoren sehr genau auf den zukünftigen KI-Ausblick der Unternehmen achten.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich zuletzt deutlich robuster als viele Aktienmärkte und konnte die vergangene Woche sogar mit einem leichten Plus von rund 1,5 % abschließen.
Aktuell notiert Bitcoin im Bereich von 64.700 US-Dollar.
Charttechnisch bleibt die Zone zwischen 65.000 und 65.700 US-Dollar weiterhin der wichtigste Widerstandsbereich. Hier verlaufen mehrere markante Hoch- und Tiefpunkte der vergangenen Monate.
Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Zone könnte den Weg in Richtung 67.000 US-Dollar sowie später 69.000 bis 70.000 US-Dollar freimachen.
Sollte Bitcoin dagegen erneut an diesem Bereich scheitern, bleiben Rücksetzer in Richtung 61.000 beziehungsweise 60.000 US-Dollar durchaus möglich.
Übergeordnet bleibe ich kurzfristig weiterhin vorsichtig, bis dieser zentrale Widerstandsbereich nachhaltig überwunden werden kann.
S&P 500
Auch der S&P 500 musste in der vergangenen Woche eine spürbare Korrektur hinnehmen. Trotz der insgesamt positiven Inflationsdaten aus den USA dominierten letztlich die geopolitischen Risiken sowie die Gewinnmitnahmen im Technologiesektor das Marktgeschehen. Auf Wochenbasis verlor der Index rund 1,63 % und schloss knapp unter der wichtigen Marke von 7.500 Punkten.
Charttechnisch bleibt diese Zone für mich der entscheidende Orientierungspunkt für die kommende Handelswoche.
Kann sich der S&P 500 wieder nachhaltig über 7.500 Punkten etablieren, bleibt das übergeordnete bullische Bild weiterhin intakt. In diesem Fall wären neue Allzeithochs in den kommenden Wochen durchaus denkbar.
Sollte der Index dagegen nachhaltig unter dieser Marke bleiben, rücken zunächst 7.470 Punkte als erste Unterstützung in den Fokus. Darunter folgen 7.396 sowie anschließend 7.356 Punkte als nächste relevante Unterstützungsbereiche.
Trotz der aktuellen Korrektur befindet sich der Markt übergeordnet weiterhin in einer intakten Aufwärtsstruktur. Bislang sehen wir lediglich eine gesunde Konsolidierung innerhalb des langfristigen Aufwärtstrends. Entscheidend wird nun sein, ob die anstehenden Unternehmenszahlen sowie die geopolitische Entwicklung ausreichen, um neues Kaufinteresse zu erzeugen.
Nasdaq
Der Nasdaq verzeichnete in der vergangenen Woche die deutlichste Schwäche unter den großen US-Indizes und verlor rund 3,8 %. Hauptursache hierfür waren die starken Gewinnmitnahmen im Halbleiter- und KI-Sektor.
Besonders wichtig bleibt nun die Unterstützung im Bereich von 28.200 Punkten. Dort verläuft aktuell das übergeordnete Strukturtief der vergangenen Wochen.
Sollte diese Zone in der KW30 unterschritten werden, würde sich das charttechnische Bild zunächst weiter eintrüben. In diesem Fall wäre eine Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich von 27.500 Punkten durchaus realistisch.
Gelingt dagegen eine Stabilisierung und ein nachhaltiger Anstieg zurück über 29.000 Punkte, würde sich das kurzfristige Bild wieder deutlich verbessern. Anschließend wären zunächst 29.500 und später auch wieder die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten erreichbar.
Die Richtung dürfte in dieser Woche maßgeblich durch die Quartalszahlen von Alphabet, Tesla und Intel bestimmt werden. Gleichzeitig bleibt der Technologiesektor besonders sensibel gegenüber Veränderungen der Zinserwartungen sowie der geopolitischen Lage.
Dow Jones (US30)
Auch der Dow Jones konnte sich dem allgemeinen Risk-Off-Sentiment nicht entziehen und verlor auf Wochensicht rund 1,1 %.
Bemerkenswert ist dabei, dass selbst die überwiegend starken Quartalszahlen der großen US-Banken den Index nicht nachhaltig stützen konnten.
Der Grund hierfür liegt weniger in den Unternehmenszahlen selbst, sondern vielmehr im übergeordneten Marktumfeld. Die geopolitischen Spannungen, steigende Ölpreise sowie die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der Notenbanken führten dazu, dass viele Investoren trotz guter Fundamentaldaten ihre Risikoexponierung reduzierten.
Charttechnisch bleibt die Zone um 52.000 Punkte die wichtigste Unterstützung.
Sollte diese unterschritten werden, rücken 51.500 sowie anschließend 51.150 Punkte in den Fokus.
Für eine nachhaltige Verbesserung des kurzfristigen Chartbildes müsste sich der Dow Jones zunächst wieder oberhalb von 52.500 Punkten, idealerweise sogar über 53.000 Punkten, etablieren.
Dafür wären aus meiner Sicht allerdings mehrere Faktoren notwendig: eine Entspannung im Nahen Osten, rückläufige Ölpreise sowie eine insgesamt überzeugende Berichtssaison.
DAX charttechnischer Ausblick
Auch der DAX musste in der vergangenen Woche weiter korrigieren und verlor rund 1,18 %. Der Wochenabschluss erfolgte bei 24.814 Punkten.
Damit schloss der deutsche Leitindex zwar unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten, konnte jedoch die aus meiner Sicht entscheidende Unterstützungszone im Bereich von 24.800 Punkten zunächst verteidigen.
Genau diese Zone bleibt für mich der wichtigste Bereich der kommenden Handelswoche.
Hier verlaufen das Jahreshoch 2025 sowie das markante Monatshoch aus April. Entsprechend dürfte sich hier entscheiden, ob der DAX lediglich eine normale Korrektur innerhalb des langfristigen Aufwärtstrends vollzieht oder ob sich die Abwärtsbewegung zunächst weiter ausdehnt.
Für die KW30 ergeben sich für mich drei mögliche Szenarien:
Szenario 1 (bearish):
Der DAX fällt nachhaltig unter 24.800 Punkte, unterschreitet anschließend das Wochentief der KW29 im Bereich von 24.600 Punkten und setzt seine Korrektur bis zur Schlüsselunterstützung bei 24.500 Punkten fort.
Szenario 2 (neutral):
Der Markt stabilisiert sich zunächst oberhalb von 24.800 Punkten, startet eine technische Gegenbewegung zurück in Richtung 25.000 Punkte, bevor anschließend erneut Verkaufsdruck aufkommt.
Szenario 3 (bullish):
Der DAX gelingt eine nachhaltige Rückeroberung der 25.000 Punkte. Anschließend würde ein Ausbruch über 25.220 Punkte das kurzfristige Chartbild deutlich verbessern und weiteres Potenzial in Richtung 25.500 Punkte eröffnen.
Übergeordnet bleibe ich trotz der laufenden Korrektur weiterhin konstruktiv.
Vom bisherigen Allzeithoch beträgt der Rückgang aktuell rund fünf Prozent. Historisch betrachtet sind Korrekturen zwischen sechs und sieben Prozent innerhalb eines intakten Bullenmarktes keineswegs ungewöhnlich. Solange die zentrale Unterstützungszone im Bereich von 24.500 Punkten verteidigt werden kann, sehe ich den langfristigen Aufwärtstrend weiterhin als intakt an.
Für den DAX werden in dieser Woche insbesondere drei Faktoren entscheidend sein:
* Der EZB-Zinsentscheid inklusive der Pressekonferenz von Christine Lagarde.
* Die Quartalszahlen von SAP, Deutsche Börse und Volkswagen.
* Die weitere Entwicklung im Nahen Osten sowie deren Einfluss auf den Ölpreis.
Fazit
Die Handelswoche KW30 dürfte eine der spannendsten Wochen dieses Sommers werden.
Auf der einen Seite sprechen die zuletzt veröffentlichten Inflationsdaten sowohl in den USA als auch in Europa für eine weitere Entspannung des Preisauftriebs. Auf der anderen Seite sorgt die Eskalation im Nahen Osten wieder für steigende Ölpreise und damit für neue Inflationsrisiken. Genau diese beiden Kräfte dürften die Entwicklung an den Finanzmärkten in den kommenden Tagen maßgeblich bestimmen.
Hinzu kommt eine äußerst wichtige Phase der Berichtssaison. Vor allem die Quartalszahlen von Alphabet, Tesla, Intel und SAP werden zeigen, ob die hohen Bewertungen im Technologie- und KI-Sektor weiterhin gerechtfertigt sind oder ob die jüngste Korrektur zunächst noch weitergeht.
Aus charttechnischer Sicht befinden sich viele Indizes aktuell an entscheidenden Unterstützungszonen. Ob diese verteidigt werden können oder eine größere Korrektur eingeleitet wird, dürfte maßgeblich vom Zusammenspiel aus Geopolitik, Geldpolitik und Unternehmenszahlen abhängen.
Insgesamt bleibe ich übergeordnet weiterhin konstruktiv für die Aktienmärkte. Kurzfristig dürfte die Volatilität jedoch erhöht bleiben, weshalb insbesondere die Reaktionen auf den EZB-Zinsentscheid, die Berichtssaison und die geopolitischen Entwicklungen aufmerksam beobachtet werden sollten.
Keine Anlageberatung – dies stellt ausschließlich meine persönliche Marktanalyse und Einschätzung dar.
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Start in die Handelswoche KW30 und wie immer stabile Trades.






















