Fundamentale Lage & Technischer Überblick
Die vergangene Woche wurde deutlich stärker von Geopolitik als von klassischen Wirtschaftsdaten bewegt (erneut). Das dominante Thema war ganz klar der Nahostkonflikt rund um Iran, die Straße von Hormus, die US-Blockade sowie die Entwicklungen zwischen Israel, Libanon und Hezbollah.
Die Sorge um einen möglichen Angebotsschock im Energiesektor, insbesondere durch eine mögliche erneute Schließung der Straße von Hormus, hat den Markt über weite Strecken stark beeinflusst. Entsprechend sahen wir hohe Volatilität in Öl, starke Bewegungen im Dollar, ein aggressives Repricing bei den Zinserwartungen sowie deutliche Umschichtungen zwischen Risk-Off und Risk-On.
Zu Beginn der Woche lag der Fokus zunächst noch auf den klassischen Makrodaten.
Überblick:
Der US PPI fiel mit 0,5 % deutlich niedriger aus als erwartet (Forecast 1,1 %), was zunächst für etwas Entspannung auf der Inflationsseite sorgte.
Die Crude Oil Inventories kamen mit -0,913 Mio. ebenfalls deutlich unter den Erwartungen von +2,1 Mio., was auf eine stabile Nachfrage und weiterhin relevante Angebotsdynamik hindeutete.
Am Donnerstag folgten dann weitere wichtige Daten:
Die EU CPI lag mit 2,6 % leicht über den Erwartungen von 2,5 % und deutlich über dem vorherigen Wert von 1,9 %, was weiterhin Inflationsdruck signalisiert.
Der Philadelphia Fed Manufacturing Index überraschte mit 26,7 deutlich positiv gegenüber den Erwartungen von 10,3. Auch die Initial Jobless Claims lagen mit 207.000 unter den Erwartungen von 213.000.
Das Gesamtbild daraus:
Die Wirtschaft zeigt sich weiterhin robust, der Arbeitsmarkt bleibt stark und die Inflation ist noch nicht vollständig unter Kontrolle. Das spricht grundsätzlich eher gegen schnelle Zinssenkungen und ist zunächst eher belastend für Risk Assets.
Der eigentliche Gamechanger kam jedoch am Freitag.
Mit den Meldungen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus und den anschließenden Trump-Statements drehte das Sentiment massiv.
Iran signalisierte, dass kommerzielle Schiffe wieder passieren können, während militärische Durchfahrten weiterhin restriktiver behandelt werden. Kurz darauf folgten die Trump-Aussagen:
– ein Iran-Deal sei sehr nah
– die meisten Punkte seien bereits verhandelt
– ein Deal könne in ein bis zwei Tagen erfolgen
– Iran werde Hormus nicht erneut schließen
– Hauptbedingung bleibe, dass Iran keine Nuklearwaffen besitzt
Zusätzlich signalisierte Trump eine Entspannung in Richtung Libanon und erklärte, Israel werde den Libanon nicht weiter bombardieren.
Damit wechselte der Markt innerhalb weniger Stunden von maximalem Risk-Off zurück in ein starkes Risk-On Umfeld.
Die Reaktion war deutlich:
Öl wurde massiv abverkauft. Allein gestern verlor Öl knapp 10 %, auf Wochensicht rund 12,19 %. Aktuell notiert US Oil nur noch knapp unter 84 Dollar. Der Inflationsdruck nimmt damit spürbar ab.
Auch der VIX fiel weiter auf aktuell 17,47 und signalisiert einen deutlichen Rückgang der Unsicherheit und Volatilität.
Gleichzeitig wurden wieder erste Zinssenkungen für Ende des Jahres bzw. Richtung 2026 eingepreist. Selbst wenn es aktuell nur um kleinere Schritte wie 15 Basispunkte geht, zeigt das klar, wie stark sich das Sentiment gedreht hat.
Wichtig bleibt dennoch:
Ein finaler Deal ist noch nicht abgeschlossen. Auch aus Iran kamen Aussagen, dass weiterhin signifikante Differenzen bestehen, insbesondere bei Nuklearfragen und den Bedingungen rund um Waffenstillstand und Blockade. Das Event Risk ist also noch nicht vollständig vom Tisch und kann auch nächste Woche wieder schnell geändert werden.
Charttechnisch zeigte sich der DAX in dieser Woche extrem stark.
Zum Wochenstart sahen wir zunächst noch ein Gap Down aufgrund der Eskalation im Nahen Osten. Seitdem folgte jedoch keine einzige rote Tageskerze mehr.
Die 24.000er Schlüsselzone konnte nicht nur verteidigt werden, der Markt konnte sich klar darüber stabilisieren und inzwischen sogar die nächste wichtige Zone bei 24.500 nachhaltig zurückerobern.
Die von mir angesprochene Marke wurde gestern vollständig durchbrochen. Das Strukturhoch der Vorwoche bei rund 24.250 Punkten wurde ohne nennenswerte Reaktion überschritten, danach ging es nahezu direkt weiter nach oben. Ich denke hier kamen nicht nur die positiven News aus dem Nahen Osten als Treiber, sondern auch die massive Liquidation von Shot Positionen. Wer den Markt beobachten hat, konnte sehen wie schnell es nach oben ging und wie irrelevant charttechnische Level kurzfristig waren.
Das neue Hoch wurde bei rund 24.793 Punkten markiert, bevor zum Nachmittag ein kleiner Rücksetzer einsetzte. Der DAX schloss letztlich bei 24.645 Punkten.
Auf Wochensicht bedeutet das ein Plus von 3,44 %.
Seit dem klaren Bruch über die 24.500er Marke sind wir für mich auch auf Higher Timeframe wieder bullish.
Wenn man sich den Chart auf Wochenbasis anschaut, sieht man sehr deutlich, dass wir übergeordnet weiterhin ein Higher Low ausgebildet haben. Zwar kam der Rücksetzer bis in den Bereich um 22.000 Punkte, dieser wurde in den vergangenen Wochen jedoch stark aufgekauft.
Auch auf Tagesbasis haben wir inzwischen wieder ein starkes bullisches Leg aufgebaut. Die Struktur ist sauber, Momentum ist vorhanden und der Markt zeigt aktuell klare Stärke.
Für mich sind wir damit wieder klar im Bullen Modus.
Auch wenn Dienstag bis Donnerstag keine außergewöhnlich starken Trendtage vom Volumen her waren, war die Stabilisierung oberhalb der 24.000 bereits ein sehr starkes Signal. Der gestrige Ausbruch bestätigt dieses Bild nun deutlich.
Aktuell bleibt entscheidend, ob die Deeskalation im Nahen Osten Bestand hat, ob die Straße von Hormus nachhaltig offen bleibt und wie sich die kommenden Wirtschaftsdaten im Zusammenspiel mit den Zinserwartungen entwickeln.
Übergeordnet bleibt das Bild vorerst klar bullisch, auch wenn ich mir Gewinnmitnahmen und gesunde Rücksetzer sehr gut vorstellen kann und sogar begrüßen würde.
Den Wochenrückblick habe ich bewusst heute gepostet, da ich die Trump-Speech von gestern Nacht noch mit einfließen lassen wollte.
Den detaillierten Wochenausblick für die kommende Woche poste ich morgen Abend.
Wie siehst du den DAX für kommende Woche?
Schreib es mir gerne in die Kommentare.
Ansonsten wünsche ich euch ein schönes Wochenende!
Die vergangene Woche wurde deutlich stärker von Geopolitik als von klassischen Wirtschaftsdaten bewegt (erneut). Das dominante Thema war ganz klar der Nahostkonflikt rund um Iran, die Straße von Hormus, die US-Blockade sowie die Entwicklungen zwischen Israel, Libanon und Hezbollah.
Die Sorge um einen möglichen Angebotsschock im Energiesektor, insbesondere durch eine mögliche erneute Schließung der Straße von Hormus, hat den Markt über weite Strecken stark beeinflusst. Entsprechend sahen wir hohe Volatilität in Öl, starke Bewegungen im Dollar, ein aggressives Repricing bei den Zinserwartungen sowie deutliche Umschichtungen zwischen Risk-Off und Risk-On.
Zu Beginn der Woche lag der Fokus zunächst noch auf den klassischen Makrodaten.
Überblick:
Der US PPI fiel mit 0,5 % deutlich niedriger aus als erwartet (Forecast 1,1 %), was zunächst für etwas Entspannung auf der Inflationsseite sorgte.
Die Crude Oil Inventories kamen mit -0,913 Mio. ebenfalls deutlich unter den Erwartungen von +2,1 Mio., was auf eine stabile Nachfrage und weiterhin relevante Angebotsdynamik hindeutete.
Am Donnerstag folgten dann weitere wichtige Daten:
Die EU CPI lag mit 2,6 % leicht über den Erwartungen von 2,5 % und deutlich über dem vorherigen Wert von 1,9 %, was weiterhin Inflationsdruck signalisiert.
Der Philadelphia Fed Manufacturing Index überraschte mit 26,7 deutlich positiv gegenüber den Erwartungen von 10,3. Auch die Initial Jobless Claims lagen mit 207.000 unter den Erwartungen von 213.000.
Das Gesamtbild daraus:
Die Wirtschaft zeigt sich weiterhin robust, der Arbeitsmarkt bleibt stark und die Inflation ist noch nicht vollständig unter Kontrolle. Das spricht grundsätzlich eher gegen schnelle Zinssenkungen und ist zunächst eher belastend für Risk Assets.
Der eigentliche Gamechanger kam jedoch am Freitag.
Mit den Meldungen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus und den anschließenden Trump-Statements drehte das Sentiment massiv.
Iran signalisierte, dass kommerzielle Schiffe wieder passieren können, während militärische Durchfahrten weiterhin restriktiver behandelt werden. Kurz darauf folgten die Trump-Aussagen:
– ein Iran-Deal sei sehr nah
– die meisten Punkte seien bereits verhandelt
– ein Deal könne in ein bis zwei Tagen erfolgen
– Iran werde Hormus nicht erneut schließen
– Hauptbedingung bleibe, dass Iran keine Nuklearwaffen besitzt
Zusätzlich signalisierte Trump eine Entspannung in Richtung Libanon und erklärte, Israel werde den Libanon nicht weiter bombardieren.
Damit wechselte der Markt innerhalb weniger Stunden von maximalem Risk-Off zurück in ein starkes Risk-On Umfeld.
Die Reaktion war deutlich:
Öl wurde massiv abverkauft. Allein gestern verlor Öl knapp 10 %, auf Wochensicht rund 12,19 %. Aktuell notiert US Oil nur noch knapp unter 84 Dollar. Der Inflationsdruck nimmt damit spürbar ab.
Auch der VIX fiel weiter auf aktuell 17,47 und signalisiert einen deutlichen Rückgang der Unsicherheit und Volatilität.
Gleichzeitig wurden wieder erste Zinssenkungen für Ende des Jahres bzw. Richtung 2026 eingepreist. Selbst wenn es aktuell nur um kleinere Schritte wie 15 Basispunkte geht, zeigt das klar, wie stark sich das Sentiment gedreht hat.
Wichtig bleibt dennoch:
Ein finaler Deal ist noch nicht abgeschlossen. Auch aus Iran kamen Aussagen, dass weiterhin signifikante Differenzen bestehen, insbesondere bei Nuklearfragen und den Bedingungen rund um Waffenstillstand und Blockade. Das Event Risk ist also noch nicht vollständig vom Tisch und kann auch nächste Woche wieder schnell geändert werden.
Charttechnisch zeigte sich der DAX in dieser Woche extrem stark.
Zum Wochenstart sahen wir zunächst noch ein Gap Down aufgrund der Eskalation im Nahen Osten. Seitdem folgte jedoch keine einzige rote Tageskerze mehr.
Die 24.000er Schlüsselzone konnte nicht nur verteidigt werden, der Markt konnte sich klar darüber stabilisieren und inzwischen sogar die nächste wichtige Zone bei 24.500 nachhaltig zurückerobern.
Die von mir angesprochene Marke wurde gestern vollständig durchbrochen. Das Strukturhoch der Vorwoche bei rund 24.250 Punkten wurde ohne nennenswerte Reaktion überschritten, danach ging es nahezu direkt weiter nach oben. Ich denke hier kamen nicht nur die positiven News aus dem Nahen Osten als Treiber, sondern auch die massive Liquidation von Shot Positionen. Wer den Markt beobachten hat, konnte sehen wie schnell es nach oben ging und wie irrelevant charttechnische Level kurzfristig waren.
Das neue Hoch wurde bei rund 24.793 Punkten markiert, bevor zum Nachmittag ein kleiner Rücksetzer einsetzte. Der DAX schloss letztlich bei 24.645 Punkten.
Auf Wochensicht bedeutet das ein Plus von 3,44 %.
Seit dem klaren Bruch über die 24.500er Marke sind wir für mich auch auf Higher Timeframe wieder bullish.
Wenn man sich den Chart auf Wochenbasis anschaut, sieht man sehr deutlich, dass wir übergeordnet weiterhin ein Higher Low ausgebildet haben. Zwar kam der Rücksetzer bis in den Bereich um 22.000 Punkte, dieser wurde in den vergangenen Wochen jedoch stark aufgekauft.
Auch auf Tagesbasis haben wir inzwischen wieder ein starkes bullisches Leg aufgebaut. Die Struktur ist sauber, Momentum ist vorhanden und der Markt zeigt aktuell klare Stärke.
Für mich sind wir damit wieder klar im Bullen Modus.
Auch wenn Dienstag bis Donnerstag keine außergewöhnlich starken Trendtage vom Volumen her waren, war die Stabilisierung oberhalb der 24.000 bereits ein sehr starkes Signal. Der gestrige Ausbruch bestätigt dieses Bild nun deutlich.
Aktuell bleibt entscheidend, ob die Deeskalation im Nahen Osten Bestand hat, ob die Straße von Hormus nachhaltig offen bleibt und wie sich die kommenden Wirtschaftsdaten im Zusammenspiel mit den Zinserwartungen entwickeln.
Übergeordnet bleibt das Bild vorerst klar bullisch, auch wenn ich mir Gewinnmitnahmen und gesunde Rücksetzer sehr gut vorstellen kann und sogar begrüßen würde.
Den Wochenrückblick habe ich bewusst heute gepostet, da ich die Trump-Speech von gestern Nacht noch mit einfließen lassen wollte.
Den detaillierten Wochenausblick für die kommende Woche poste ich morgen Abend.
Wie siehst du den DAX für kommende Woche?
Schreib es mir gerne in die Kommentare.
Ansonsten wünsche ich euch ein schönes Wochenende!
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La información y las publicaciones no constituyen, ni deben considerarse como, asesoramiento o recomendaciones financieras, de inversión, de trading u otro tipo, proporcionadas o respaldadas por TradingView. Obtenga más información en Condiciones de uso.
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