MES Review 31.07.2026 – Zone gebrochen, dann 92 Punkte zurück

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Am Freitag habe ich die dichteste Zone beschrieben, die es in dieser
Reihe bisher gab: vier Marken auf 4,75 Punkten. Sie ist am selben
Tag gebrochen. Und danach lief der Kurs 92 Punkte in die
Gegenrichtung.

Beides gehört zusammen, und beides ist lehrreich.


Was ich geschrieben hatte

Kurs bei 7509,50. Unter uns der Stapel:

7472,50 Schlusskurs Donnerstag
7471,67 200er Durchschnitt auf dem Stundenchart
7469,39 50er Durchschnitt auf dem 4-Stunden-Chart
7468,25 Widerstandslevel aus 1H und 4H
7467,75 Tief der Nacht

Bestätigung nach unten: zwei Schlusskurse unter 7467,75 – nicht
unter 7472,50. Die Zone muss ganz durch.

Nach oben: über 7511,00 offener Raum bis 7524,50, dort der
eigentliche Test. Ungültig bei Rückfall unter 7496,25.


Was passiert ist

Vormittags passierte wenig. Der Kurs fiel unter 7496,25 – damit war
das Aufwärtsszenario nach meinen eigenen Regeln beendet, bevor es
begonnen hatte.

Um 15:30, mit der US-Eröffnung, kam der Bruch. Durch 7472,50, durch
7467,75. Und dann nicht nur ein Stück, sondern durch den gesamten
zweiten Stapel bei 7451,97 / 7448,05 / 7445,12 hindurch.

Tiefpunkt 7427,50.

Von der Bestätigungsschwelle bis dorthin: 40,25 Punkte. Beim
Micro-S&P sind das 201 Dollar je Kontrakt.

Und dann drehte es. Den ganzen Nachmittag und Abend aufwärts,
Schlusskurs 7519,25. Vom Tief aus 91,75 Punkte oder 459 Dollar –
und knapp 47 Punkte über dem Donnerstagsschluss.

Die ganze Spanne des Tages: 7427,50 bis 7540,50. 113 Punkte,
565 Dollar je Kontrakt. Einer der grössten Tage dieser Reihe – und
das an einem Freitag, an dem im Index unterm Strich 0,7 Prozent
standen.


Was ich am Freitag über die Zone geschrieben habe

Wörtlich: "Vier Berechnungsarten, die nichts miteinander zu tun
haben, landen an derselben Stelle." Und: "Es heisst nur, dass viele
Marktteilnehmer aus verschiedenen Gründen auf denselben Preis
schauen. Und genau deshalb liegen dort mehr Aufträge als anderswo."

Das war richtig beschrieben – und trotzdem missverständlich.

Denn die Zone hat nicht gehalten. Sie ist beim ersten ernsthaften
Test durchbrochen worden, und der Kurs ist 40 Punkte weiter
gelaufen.

Viele Aufträge an einer Stelle heissen nicht, dass der Kurs dort
umdreht. Sie heissen nur, dass dort etwas passiert. Ob es hält oder
bricht, sagt die Häufung nicht. Wenn sie bricht, geht es meistens
schnell – weil genau die Aufträge, die sie gebildet haben, dann
gegen den Markt stehen und aufgelöst werden.

Ich habe die Zone am Freitag als Schwelle beschrieben, nicht als
Wand. Das war richtig. Aber die Formulierung "vier Gründe an
derselben Stelle" klingt nach Stabilität, und das ist sie nicht.
Ich schreibe das ab jetzt anders.


Wo mein Plan getragen hat

Die Ungültigkeitsregel nach oben. 7496,25 fiel früh, damit war das
Aufwärtsszenario aus dem Rennen – Stunden bevor der Absturz kam.
Wer sich daran gehalten hat, war zum richtigen Zeitpunkt draussen.

Die Bestätigungsschwelle. Zwei Schlusskurse unter 7467,75, nicht
unter 7472,50. Der Unterschied sind 4,75 Punkte, und er hat
entschieden, ob man den Bruch mitgenommen hat oder in einem
Fehlausbruch sass.

Und ich habe diesmal keine Einschätzung dazugeschrieben, wie
wahrscheinlich ich etwas halte. Das war die Regel, die ich mir am
Donnerstag gegeben hatte, nachdem sie mir zweimal geschadet hatte.
Am Freitag hätte jede Richtungsansage falsch ausgesehen – erst die
eine, dann die andere.


Die Wochenendlücke, über die ich am Freitag geschrieben habe

Ich hatte im Plan stehen: "Über ein Wochenende halte ich nichts, was
ich nicht auch mit einem Sprung von 40 Punkten aushalten würde."

Der Sprung von Freitagabend bis heute Morgen beträgt 45,25 Punkte.
226 Dollar je Kontrakt, ohne dass irgendjemand handeln konnte.

Das war kein Hellsehen. 40 Punkte waren die Grössenordnung, die
diese Reihe schon am 27. Juli gezeigt hat. Der Punkt ist nicht, die
Zahl vorherzusagen – der Punkt ist, sie vorher hinzuschreiben und
die Position danach zu bemessen.


Was den Monat einordnet

Juli war für die Chiphersteller der schlechteste Monat seit 2008.
Gleichzeitig hat der S&P 500 am letzten Handelstag seinen
50-Tage-Durchschnitt zurückerobert, nach drei Tagen darunter.

Und die Rendite auf 30-jährige US-Staatsanleihen steht auf dem
höchsten Stand seit 19 Jahren – obwohl die Inflationsdaten vom
Donnerstag eher niedrig ausfielen und das Wirtschaftswachstum
schwächer als erwartet.

Das passt nicht zusammen, und genau das ist die Lage: Der
Anleihemarkt glaubt etwas anderes als der Aktienmarkt. Solange das
so bleibt, kommen weitere Tage wie der 29. Juli.


Für die Neuen

Am Freitag hat jemand, der sich an meine Regeln gehalten hat, den
Bruch der Zone mitgenommen und lag 40 Punkte richtig.

Und dann lief der Kurs 92 Punkte in die andere Richtung.

Richtig eingestiegen zu sein ist die eine Hälfte. Die andere ist,
zu wissen, wann man wieder raus muss. Dafür braucht es vorher eine
Regel – ein Ziel, einen nachgezogenen Stopp, eine Uhrzeit,
irgendetwas Geschriebenes.

Wer ohne Ausstiegsregel einsteigt, verlässt sich darauf, im
richtigen Moment das Richtige zu fühlen. Und das ist genau der
Moment, in dem man am wenigsten klar denkt: wenn Geld auf dem Tisch
liegt und der Kurs sich dreht.

Der Einstieg entscheidet, ob man dabei ist. Der Ausstieg
entscheidet, was es wert war.


Ein Nachtrag zum Wochenende

In meinem Freitagsplan stand 7524,50 als "der eigentliche Test"
nach oben. Der Kurs hat diese Marke am Freitagabend genommen und
steht heute Morgen bei rund 7565 – also gut 40 Punkte darüber.

Ein Teil dieser Strecke ist über das Wochenende entstanden, ohne
dass jemand handeln konnte. Wer freitags einen Widerstand als Ziel
im Kopf hat, sollte das mitdenken: Montags kann er längst
Geschichte sein.


Zu den Linien im Chart

Blau ist der 20er, gelb der 50er, lila der 200er EMA – gleitende
Durchschnitte über verschieden viele Kerzen. Dünn orange und rosa
ist der VWAP mit Bändern: der volumengewichtete Durchschnittspreis
des Tages. Rot ist das Tageshoch, grün das Tagestief.

Der Chart hier ist 15 Minuten, damit man den Zusammenhang sieht.
Meine Bestätigungsregeln beziehen sich auf den 2-Minuten-Chart –
dieselben Level, nur feiner aufgelöst.


Der Plan von Freitag ist unten verlinkt, mit Zeitstempel. Das hier
ist die Auswertung – inklusive der Stelle, an der meine eigene
Formulierung besser klang, als sie gedacht war.

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