MES Review 29.07.2026 – Beide Zonen gebrochen, 168 Punkte

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Gestern war der größte Tag seit Beginn dieser Reihe: 168 Punkte
Spanne, 844 Dollar je Kontrakt. Beide Zonen aus meinem Plan wurden
gebrochen. Und trotzdem hat mein Plan an einer entscheidenden
Stelle geschwiegen.


Was ich geschrieben hatte

Kurs bei 7458,25, genau zwischen zwei Zonen.

Oben: 7465,25 bis 7468,25, bestätigt durch zwei Schlusskurse über
7468,25. Ziel 7501,00.
Unten: 7419,00 bis 7416,25, bestätigt durch zwei Schlusskurse unter
7411,75.

Dazu: "Um 20:00 mache ich gar nichts. In den ersten Minuten nach so
einer Meldung schiessen die Kurse in beide Richtungen, bevor sie
sich entscheiden. Wer da drin ist, handelt nicht mehr, der wird
gehandelt."


Was passiert ist

Vormittags lief das Aufwärtsszenario. Bruch über 7468,25 gegen neun,
danach fünf Stunden Plateau zwischen 7477 und 7486. Höchster Stand
rund 7487.

Das Ziel 7501,00 kam nicht. Wieder nicht. Rund 14 Punkte gefehlt.

Gegen 15 Uhr fiel der Kurs zurück unter 7465,25 – nach meinen
eigenen Regeln war das Aufwärtsszenario damit beendet.

Dann ging es abwärts, und diesmal richtig. Durch 7419,00. Durch
7416,25. Durch 7411,75 – die Schwelle, die zwei Tage lang gehalten
hatte. Weiter bis rund 7372.

Und dann drehte es. Zwischen 19 und 21 Uhr lief der Kurs 109 Punkte
nach oben, bis rund 7481. Wer den Short gehalten hat, war raus.

Um 21 Uhr kippte es endgültig. In zwei Stunden fiel der Kurs von
7481 auf 7323,25. Schluss bei 7351,25.


Was die Fed gemacht hat

Sie hat die Zinsen unverändert gelassen, bei rund 3,6 Prozent.
Genau das, was praktisch alle erwartet hatten.

Und der Markt brach ein. Der Dow verlor 1.153 Punkte oder 2,19
Prozent – der schlechteste Tag seit über einem Jahr. Der S&P 500
minus 1,52 Prozent.

Warum? Drei Dinge:

Erstens stimmten drei Notenbanker gegen die Entscheidung – sie
wollten die Zinsen erhöhen. Bei neun zu drei ist das keine
Einzelmeinung mehr.

Zweitens sagte der neue Notenbankchef Kevin Warsh, er habe "keine
Toleranz" für erhöhte Inflation. Das klingt entschlossen, wirft
aber die Frage auf, warum dann nichts passiert ist.

Drittens, und das war der eigentliche Auslöser: Der Anleihemarkt.
Die Rendite auf 30-jährige US-Staatsanleihen sprang über 5,2
Prozent – der höchste Stand seit 2007.

Für Einsteiger kurz erklärt: Wenn Anleger langfristigen Anleihen
weniger trauen, verlangen sie höhere Zinsen dafür. Steigende
Langfristzinsen bei gleichzeitig unveränderten Notenbankzinsen
heissen im Klartext: Der Markt glaubt, dass die Notenbank der
Inflation hinterherläuft.

Und das trifft Aktien doppelt – über die Bewertung und über die
Finanzierungskosten.

Der wichtigste Satz des Tages: Es war nicht die Entscheidung, die
den Markt bewegt hat. Es war, was sie über die Zukunft aussagt.


Wo mein Plan geschwiegen hat

Das ist der wichtigste Teil dieser Auswertung.

Mein Plan sagt, was ich um 20:00 nicht eröffne. Er sagt nichts
darüber, was mit einer Position passiert, die schon offen ist.

Wer nach Regeln short gegangen ist, hatte gegen 18:30 rund 40
Punkte Gewinn. Und wurde in den zwei Stunden danach rausgeworfen –
ausgerechnet zwei Stunden vor dem Absturz, den er richtig vorher-
gesehen hatte.

Recht gehabt und trotzdem verloren. Das ist die bittere Variante.

Was fehlt, ist eine Regel für offene Positionen vor einem
Termin: Entweder vorher schliessen, oder Teilgewinn mitnehmen und
den Stopp auf den Einstieg ziehen. Beides ist vertretbar. Nichts
zu entscheiden ist es nicht.

Ab morgen steht in jedem Plan mit Termin, was mit einer offenen
Position bis dahin passiert.


Ein Muster, das ich jetzt drei Tage sehe

27.07.: Bruch über 7512,5, gelaufen bis 7524,50. Ziel 7538 nicht
erreicht.
28.07.: Bruch über 7468,25, gelaufen bis rund 7489.
29.07.: Bruch über 7468,25, gelaufen bis rund 7487. Ziel 7501 nicht
erreicht.

Dreimal hielt ein Ausbruch nach oben stundenlang und lieferte
zwischen 12 und 20 Punkten, statt das gerechnete Ziel zu erreichen.
Dreimal drehte er anschliessend.

Ein einzelner Fall ist Zufall. Drei sind ein Hinweis. Ich weiss
noch nicht, ob es an dieser Marktphase liegt oder an meinen zu
weiten Zielen – aber ich notiere es hier, damit ich es in zwei
Wochen nachlesen kann.


Wo ich richtig lag

Der Satz über die ersten Minuten nach der Meldung. Der Kurs schoss
erst 50 Punkte hoch und fiel dann 158 Punkte. Wer die erste
Bewegung gekauft hat, ist überrollt worden.

Und die Bestätigungsschwelle bei 7411,75. Sie hatte zwei Tage
gehalten und ist gestern gebrochen – genau das soll eine Schwelle
leisten: nichts tun, solange nichts passiert, und deutlich sein,
wenn doch.

Auch die Zonenlogik hat getragen. Ich hatte geschrieben, zwischen
den beiden Zonen lägen 45 Punkte Niemandsland. Gestern hat der Kurs
beide durchlaufen, in einem Tag.


Noch etwas für Einsteiger

Drei Tage lang hat sich der S&P 500 kaum bewegt: plus 0,02 Prozent,
plus 0,21 Prozent. Darunter liefen Technologie und der breite Markt
in verschiedene Richtungen und hoben sich gegenseitig auf.

Gestern fiel alles zusammen, weil der Auslöser gewechselt hat.
Zinsen treffen jede Aktie, nicht nur eine Branche. Deshalb gab es
nichts mehr, was den Index oben halten konnte.

Wenn der Auslöser wechselt, wechselt auch die Struktur des Marktes.
Das ist keine Chartlehre, das ist der Grund, warum Level wichtiger
sind als Meinungen.


Der Plan von gestern ist unten verlinkt, mit Zeitstempel. Das hier
ist die Auswertung – inklusive der Lücke, die er hatte.

Pernyataan Penyangkalan

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