Der gestrige Handelstag stand vollständig im Zeichen des US-Arbeitsmarktberichts (Non-Farm Payrolls). Die Daten fielen auf den ersten Blick gemischt aus, unter dem Strich überwog jedoch ein leicht bullisches Signal für die Finanzmärkte. Gleichzeitig bleibt die geopolitische Lage angespannt – sowohl im Nahen Osten als auch rund um Taiwan. Im heutigen Ausblick werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Entwicklungen und analysieren, welche Auswirkungen sie auf den DAX und die internationalen Märkte haben könnten.
Agenda
* Geopolitische Lage
* Fundamentaldaten gestern – NFP im Fokus
* Was bedeuten die Daten für die Fed?
* Heute im Fokus
* Märkte & Korrelationen
* Risk Assets im Überblick
* Charttechnischer DAX-Ausblick
* Fazit
Geopolitische Lage
Naher Osten
Die Lage zwischen Iran, Israel und den USA bleibt trotz ausbleibender neuer militärischer Eskalationen äußerst angespannt.
Im Mittelpunkt steht derzeit die Beisetzung des iranischen Obersten Führers. Die iranische Führung nutzt die landesweiten Trauerveranstaltungen gezielt zur Demonstration von Stärke und Geschlossenheit. Millionen Menschen werden zu Prozessionen erwartet, während Sicherheitskräfte im ganzen Land massiv präsent sind.
Gleichzeitig bekräftigte Teheran erneut, auf mögliche weitere Angriffe der USA oder Israels entschlossen reagieren zu wollen. Damit bleibt das Risiko einer erneuten Eskalation bestehen.
Auch die Straße von Hormus bleibt einer der wichtigsten Unsicherheitsfaktoren für den Ölmarkt. Bislang gibt es jedoch keinerlei Hinweise auf eine Blockade oder Einschränkungen des Schiffsverkehrs. Entsprechend blieb auch die Reaktion am Ölmarkt zuletzt vergleichsweise ruhig. Mehrere Europäische Nationen sehen zukünftig kein Ausweg mehr, an Iran und den Oman Zoll ähnliche Gebühren für den Transport der Tanker durch die Straße von Hormus zu bezahlen.
Für die Märkte bedeutet dies, dass die geopolitische Risikoprämie bestehen bleibt, aktuell jedoch nicht weiter zunimmt.
China & Taiwan
Auch in Asien bleiben die Spannungen hoch.
Taiwan führte in dieser Woche groß angelegte Zivilschutz- und Verteidigungsübungen durch. Erstmals wurden dabei nicht nur militärische Szenarien, sondern auch Cyberangriffe, Sabotage kritischer Infrastruktur, Desinformation sowie wirtschaftliche Krisenszenarien simuliert.
Parallel dazu setzte China seine Militärpräsenz rund um Taiwan fort und entsandte erneut Kriegsschiffe sowie Kampfflugzeuge in die Region.
Kurzfristig bleibt die Lage zwar stabil, dennoch zeigt sich immer deutlicher, dass beide Seiten ihre Vorbereitungen auf einen möglichen Krisenfall weiter intensivieren.
Für die Finanzmärkte ist dies vor allem hinsichtlich der globalen Halbleiterindustrie und internationaler Lieferketten ein wichtiger Risikofaktor.
Fundamentaldaten gestern – NFP im Fokus
Der gestrige US-Arbeitsmarktbericht lieferte insgesamt ein gemischtes Bild.
Non-Farm Payrolls
57.000
(Erwartung: 114.000 | Vormonat: 172.000 → auf 129.000 nach unten revidiert)
Die Beschäftigung fiel damit deutlich schwächer aus als erwartet.
Besonders wichtig war jedoch die Revision der Vormonate. Zusammen wurden April und Mai um insgesamt 74.000 Stellen nach unten korrigiert, wodurch sich das Bild eines sich weiter abschwächenden US-Arbeitsmarktes nochmals bestätigt.
Arbeitslosenquote
4,2 %
(Erwartung: 4,3 % | Vormonat: 4,3 %)
Auf den ersten Blick wirkt dieser Wert überraschend stark.
Allerdings sank gleichzeitig die Erwerbsquote (Participation Rate) von 61,8 % auf 61,5 %. Weniger Menschen nehmen aktuell am Arbeitsmarkt teil, wodurch die Arbeitslosenquote trotz schwächerer Beschäftigung sinken kann. Das relativiert den positiven Eindruck deutlich.
Durchschnittliche Stundenlöhne
+0,3 %
(genau im Rahmen der Erwartungen)
Die Lohnentwicklung bleibt stabil und signalisiert aktuell keinen neuen Inflationsdruck über den Arbeitsmarkt.
Initial Jobless Claims
215.000
(Erwartung: 219.000 | Vorwoche: 216.000)
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gingen leicht zurück und bestätigen weiterhin keinen abrupten Einbruch des Arbeitsmarktes.
Was bedeuten die Daten für die Fed?
Unter dem Strich ergibt sich ein insgesamt leicht dovishes Bild.
Der Arbeitsmarkt verliert weiter an Dynamik, gleichzeitig bleibt der Lohndruck unter Kontrolle. Genau diese Kombination interpretierten die Märkte letztlich positiv.
Besonders interessant war die Reaktion der Zinserwartungen. Nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten verschoben Marktteilnehmer den nächsten erwarteten Zinsschritt der Fed leicht nach hinten. Während zuvor ein weiterer Zinsschritt bereits verstärkt für September diskutiert wurde, verlagerte sich diese Erwartung nach den Daten auf einen späteren Zeitpunkt. Damit nahm der kurzfristige Zinserhöhungsdruck etwas ab.
Insgesamt bestätigen die Daten somit eher eine graduelle Abschwächung des Arbeitsmarktes, ohne gleichzeitig neuen Inflationsdruck entstehen zu lassen.
Rückblick auf meine NFP-Szenarien
Im gestrigen Spezialvideo hatte ich drei mögliche Szenarien vorgestellt.
Eingetreten ist letztlich überwiegend das bullische Szenario.
Zwar fiel die Arbeitslosenquote überraschend auf 4,2 %, allerdings wurden die schwachen Non-Farm Payrolls, die deutlichen Abwärtsrevisionen sowie die stabile Lohnentwicklung vom Markt insgesamt stärker gewichtet.
Genau deshalb konnten sich Risk Assets nach der ersten Reaktion stabilisieren und die Zinserwartungen verschoben sich leicht nach hinten.
Heute im Fokus
Nach den gestrigen NFP-Daten steht heute ein deutlich ruhigerer Handelstag bevor.
In den USA wird aufgrund des Independence Day kaum regulär gehandelt. Entsprechend dürfte das Handelsvolumen insbesondere am Nachmittag deutlich geringer ausfallen.
Fundamental stehen heute lediglich die europäischen Einkaufsmanagerindizes (PMIs) sowie einige Reden von Notenbankvertretern im Fokus. Insgesamt dürfte der gestrige Arbeitsmarktbericht jedoch das wichtigste Ereignis dieser Handelswoche bleiben.
Märkte & Korrelationen
US Oil
Am Ölmarkt kam es gestern zunächst zu einem deutlichen Abverkauf bis auf rund 67 US-Dollar je Barrel. Dieses Niveau wurde jedoch konsequent gekauft, wodurch Öl den Handelstag sogar leicht mit rund 0,55 % im Plus beenden konnte.
Heute wurde bereits das Tageshoch überschritten und der Markt testet aktuell den Bereich um 69 US-Dollar.
Aus charttechnischer Sicht bleibt diese Marke kurzfristig entscheidend. Erst oberhalb von 69 US-Dollar würde sich weiteres Potenzial in Richtung 72 US-Dollar eröffnen.
Sollte sich der Markt hingegen erneut unterhalb dieser Zone etablieren, halte ich weiterhin einen Rücksetzer bis in den Bereich um 65 US-Dollar für möglich.
Grundsätzlich bleibt Öl trotz der geopolitischen Risiken weiterhin unter der psychologisch wichtigen Marke von 70 US-Dollar. Damit haben sich die Energiepreise zuletzt deutlich entspannt, was auch aus Sicht der zukünftigen Inflation zunächst ein positives Signal darstellt.
Gleichzeitig bleibe ich jedoch dabei: Sollte sich die geopolitische Lage kurzfristig wieder verschärfen, kann es aufgrund der aktuell eingepreisten Deeskalation jederzeit zu einem sehr dynamischen Short Squeeze am Ölmarkt kommen.
US-Staatsanleihen
Am US-Anleihemarkt kam es nach den NFP-Daten zunächst zu fallenden Renditen. Ein Großteil dieser Bewegung wurde jedoch im weiteren Handelsverlauf bereits wieder ausgeglichen.
Da der US-Anleihemarkt aufgrund des heutigen Feiertages bereits seit gestern Abend geschlossen ist, lassen sich daraus aktuell nur begrenzt neue Rückschlüsse ziehen.
Unter dem Strich notieren die Renditen nahezu auf dem Niveau vor Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten.
US-Dollar (DXY)
Auch beim US-Dollar ist das im gestrigen Video beschriebene Szenario eingetreten.
Der Dollar-Index ist unter die Marke von 101 Punkten gefallen und testet aktuell den wichtigen Unterstützungsbereich um 100,5 bis 100,6 Punkte.
Hier dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden, ob der Dollar wieder innerhalb seiner langfristigen Jahresrange Stärke aufbauen kann oder ob der Ausbruch nach unten Bestand hat.
Die weitere Entwicklung dürfte maßgeblich von den kommenden Inflations- und Arbeitsmarktdaten sowie der Kommunikation der Federal Reserve abhängen.
Volatilitätsindex (VIX)
Auch der Volatilitätsindex setzte seine Abwärtsbewegung fort.
Mit aktuell rund 16 Punkten bleibt die implizite Volatilität auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Der Markt preist derzeit keine außergewöhnlichen kurzfristigen Risiken ein und signalisiert weiterhin ein konstruktives Umfeld für Risk Assets.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia verlor gestern weitere 1,48 % und schloss bei 194,83 US-Dollar.
Das technische Bild bleibt kurzfristig angeschlagen.
Solange der Bereich um 200 US-Dollar nicht nachhaltig überwunden wird, halte ich einen Rücksetzer in Richtung 189 bis 186 US-Dollar weiterhin für wahrscheinlicher.
Erst oberhalb von 200 US-Dollar würde sich das Chartbild wieder deutlich aufhellen und Potenzial bis in den Bereich um 208 US-Dollar eröffnen.
Bitcoin
Bitcoin zeigte gestern erneut relative Stärke.
Mit einem Tagesplus von rund 2,6 % konnten erstmals seit längerer Zeit wieder zwei starke Tageskerzen in Folge ausgebildet werden.
Besonders wichtig war dabei der Schlusskurs oberhalb der entscheidenden Unterstützung von 61.000$.
Solange Bitcoin nun oberhalb dieses Bereiches bleibt und zusätzlich das gestrige Tageshoch überschreiten kann, sehe ich kurzfristig weiteres Potenzial in Richtung 63.000 bis 64.000 US-Dollar.
S&P 500
Der S&P 500 verlor nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten zunächst deutlich an Wert, konnte sich im Bereich um 7.500 Punkte jedoch stabilisieren.
Das Tagestief vom Dienstag wurde erfolgreich verteidigt.
Bereits heute Morgen notieren die Futures wieder freundlich und bestätigen damit, dass die NFP-Daten vom Markt insgesamt positiv interpretiert wurden.
Aufgrund des heutigen US-Feiertages rechne ich allerdings mit einem sehr ruhigen Handelsverlauf.
Das übergeordnete bullische Marktumfeld bleibt für mich unverändert intakt.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigte sich gestern deutlich schwächer als die übrigen US-Indizes.
Mit einem Minus von rund 1,64 % wurde der Bereich um 30.000 Punkte erneut klar abverkauft.
Der Index schloss unterhalb von 29.500 Punkten und testet aktuell erneut die Unterstützung im Bereich um 29.000 Punkte.
Entscheidend wird nun sein, ob sich diese Zone erneut als Unterstützung behaupten kann oder ob die 29.500 Punkte künftig als Widerstand fungieren.
Kurzfristig bleibt der Nasdaq damit der technisch schwächste der großen US-Indizes.
KI/Tech-Werte geraten aktuell weiter unter Druck und ziehen den Nasdaq mit sich nach unten.
US30 (Dow Jones)
Der Dow Jones präsentierte sich dagegen erneut äußerst stark.
Mit einem Tagesplus von über 1 % wurden neue Allzeithochs markiert und erstmals auch die Marke von 53.000 Punkten überschritten.
Bereits im gestrigen Video hatte ich oberhalb von 52.500 Punkten weiteres Potenzial in Richtung 53.000 Punkte angesprochen.
Kurzfristig bleibe ich hier konstruktiv und rechne weiterhin mit neuen Allzeithochs.
Nichtsdestotrotz sind nach einem derart dynamischen Anstieg jederzeit kurzfristige Gewinnmitnahmen möglich. Genau diese Rücksetzer werde ich kommende Woche gezielt nach neuen Long-Setups beobachten.
Charttechnischer DAX-Ausblick
Der DAX zeigte gestern erneut enorme Stärke.
Mit einem Tagesplus von rund 2,35 % wurde nahezu der gesamte Widerstandsbereich inklusive der Marke von 25.500 Punkten sowie sämtlicher Allzeithochs dynamisch überschritten.
Besonders beeindruckend war dabei das Momentum. Ohne nennenswerte Schwäche setzte sich der Markt direkt über alle relevanten Widerstände hinweg und markierte sowohl auf Monats- als auch auf Quartalsbasis neue Rekordstände.
Genau dieses starke Momentum spricht zunächst für eine Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends.
Dennoch sollte man an dieser Stelle vorsichtig bleiben.
Historisch kam es nach neuen Allzeithochs im DAX häufig zu schnellen und teilweise sehr deutlichen Gewinnmitnahmen. Das muss sich dieses Mal selbstverständlich nicht wiederholen, dennoch sollte dieses Risiko aktuell jedem Marktteilnehmer bewusst sein.
Ich persönlich warte nun bevorzugt auf einen Rücklauf an die ehemaligen Allzeithochs beziehungsweise an den Bereich um 25.500 Punkte. Gelingt dort eine erfolgreiche Stabilisierung, würde dies den Ausbruch zusätzlich bestätigen.
Insgesamt überwiegt für mich aufgrund des starken Momentums aktuell jedoch weiterhin das bullische Szenario.
Fazit
Die gestrigen Arbeitsmarktdaten zeigen eine weitere Abschwächung des US-Arbeitsmarktes, ohne dass gleichzeitig neuer Inflationsdruck entsteht. Genau diese Kombination wurde von den Märkten insgesamt positiv aufgenommen.
Auch geopolitisch bleibt die Lage sowohl im Nahen Osten als auch rund um Taiwan angespannt. Solange es jedoch zu keiner weiteren Eskalation kommt, dürfte der Fokus der Märkte zunächst wieder stärker auf Konjunktur- und Notenbankdaten liegen.
Mit dem heutigen US-Feiertag rechne ich insgesamt mit einem sehr ruhigen Handelstag und entsprechend geringer Volatilität. Nach einer ereignisreichen Woche steht für mich heute deshalb klar der Kapitalerhalt im Vordergrund.
Ich wünsche euch allen bereits jetzt ein schönes und erholsames Wochenende. Nutzt die Zeit, um die vergangene Handelswoche aufzuarbeiten und mit voller Konzentration in die kommende Woche zu starten.
Keine Anlageberatung – ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung.
Agenda
* Geopolitische Lage
* Fundamentaldaten gestern – NFP im Fokus
* Was bedeuten die Daten für die Fed?
* Heute im Fokus
* Märkte & Korrelationen
* Risk Assets im Überblick
* Charttechnischer DAX-Ausblick
* Fazit
Geopolitische Lage
Naher Osten
Die Lage zwischen Iran, Israel und den USA bleibt trotz ausbleibender neuer militärischer Eskalationen äußerst angespannt.
Im Mittelpunkt steht derzeit die Beisetzung des iranischen Obersten Führers. Die iranische Führung nutzt die landesweiten Trauerveranstaltungen gezielt zur Demonstration von Stärke und Geschlossenheit. Millionen Menschen werden zu Prozessionen erwartet, während Sicherheitskräfte im ganzen Land massiv präsent sind.
Gleichzeitig bekräftigte Teheran erneut, auf mögliche weitere Angriffe der USA oder Israels entschlossen reagieren zu wollen. Damit bleibt das Risiko einer erneuten Eskalation bestehen.
Auch die Straße von Hormus bleibt einer der wichtigsten Unsicherheitsfaktoren für den Ölmarkt. Bislang gibt es jedoch keinerlei Hinweise auf eine Blockade oder Einschränkungen des Schiffsverkehrs. Entsprechend blieb auch die Reaktion am Ölmarkt zuletzt vergleichsweise ruhig. Mehrere Europäische Nationen sehen zukünftig kein Ausweg mehr, an Iran und den Oman Zoll ähnliche Gebühren für den Transport der Tanker durch die Straße von Hormus zu bezahlen.
Für die Märkte bedeutet dies, dass die geopolitische Risikoprämie bestehen bleibt, aktuell jedoch nicht weiter zunimmt.
China & Taiwan
Auch in Asien bleiben die Spannungen hoch.
Taiwan führte in dieser Woche groß angelegte Zivilschutz- und Verteidigungsübungen durch. Erstmals wurden dabei nicht nur militärische Szenarien, sondern auch Cyberangriffe, Sabotage kritischer Infrastruktur, Desinformation sowie wirtschaftliche Krisenszenarien simuliert.
Parallel dazu setzte China seine Militärpräsenz rund um Taiwan fort und entsandte erneut Kriegsschiffe sowie Kampfflugzeuge in die Region.
Kurzfristig bleibt die Lage zwar stabil, dennoch zeigt sich immer deutlicher, dass beide Seiten ihre Vorbereitungen auf einen möglichen Krisenfall weiter intensivieren.
Für die Finanzmärkte ist dies vor allem hinsichtlich der globalen Halbleiterindustrie und internationaler Lieferketten ein wichtiger Risikofaktor.
Fundamentaldaten gestern – NFP im Fokus
Der gestrige US-Arbeitsmarktbericht lieferte insgesamt ein gemischtes Bild.
Non-Farm Payrolls
57.000
(Erwartung: 114.000 | Vormonat: 172.000 → auf 129.000 nach unten revidiert)
Die Beschäftigung fiel damit deutlich schwächer aus als erwartet.
Besonders wichtig war jedoch die Revision der Vormonate. Zusammen wurden April und Mai um insgesamt 74.000 Stellen nach unten korrigiert, wodurch sich das Bild eines sich weiter abschwächenden US-Arbeitsmarktes nochmals bestätigt.
Arbeitslosenquote
4,2 %
(Erwartung: 4,3 % | Vormonat: 4,3 %)
Auf den ersten Blick wirkt dieser Wert überraschend stark.
Allerdings sank gleichzeitig die Erwerbsquote (Participation Rate) von 61,8 % auf 61,5 %. Weniger Menschen nehmen aktuell am Arbeitsmarkt teil, wodurch die Arbeitslosenquote trotz schwächerer Beschäftigung sinken kann. Das relativiert den positiven Eindruck deutlich.
Durchschnittliche Stundenlöhne
+0,3 %
(genau im Rahmen der Erwartungen)
Die Lohnentwicklung bleibt stabil und signalisiert aktuell keinen neuen Inflationsdruck über den Arbeitsmarkt.
Initial Jobless Claims
215.000
(Erwartung: 219.000 | Vorwoche: 216.000)
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gingen leicht zurück und bestätigen weiterhin keinen abrupten Einbruch des Arbeitsmarktes.
Was bedeuten die Daten für die Fed?
Unter dem Strich ergibt sich ein insgesamt leicht dovishes Bild.
Der Arbeitsmarkt verliert weiter an Dynamik, gleichzeitig bleibt der Lohndruck unter Kontrolle. Genau diese Kombination interpretierten die Märkte letztlich positiv.
Besonders interessant war die Reaktion der Zinserwartungen. Nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten verschoben Marktteilnehmer den nächsten erwarteten Zinsschritt der Fed leicht nach hinten. Während zuvor ein weiterer Zinsschritt bereits verstärkt für September diskutiert wurde, verlagerte sich diese Erwartung nach den Daten auf einen späteren Zeitpunkt. Damit nahm der kurzfristige Zinserhöhungsdruck etwas ab.
Insgesamt bestätigen die Daten somit eher eine graduelle Abschwächung des Arbeitsmarktes, ohne gleichzeitig neuen Inflationsdruck entstehen zu lassen.
Rückblick auf meine NFP-Szenarien
Im gestrigen Spezialvideo hatte ich drei mögliche Szenarien vorgestellt.
Eingetreten ist letztlich überwiegend das bullische Szenario.
Zwar fiel die Arbeitslosenquote überraschend auf 4,2 %, allerdings wurden die schwachen Non-Farm Payrolls, die deutlichen Abwärtsrevisionen sowie die stabile Lohnentwicklung vom Markt insgesamt stärker gewichtet.
Genau deshalb konnten sich Risk Assets nach der ersten Reaktion stabilisieren und die Zinserwartungen verschoben sich leicht nach hinten.
Heute im Fokus
Nach den gestrigen NFP-Daten steht heute ein deutlich ruhigerer Handelstag bevor.
In den USA wird aufgrund des Independence Day kaum regulär gehandelt. Entsprechend dürfte das Handelsvolumen insbesondere am Nachmittag deutlich geringer ausfallen.
Fundamental stehen heute lediglich die europäischen Einkaufsmanagerindizes (PMIs) sowie einige Reden von Notenbankvertretern im Fokus. Insgesamt dürfte der gestrige Arbeitsmarktbericht jedoch das wichtigste Ereignis dieser Handelswoche bleiben.
Märkte & Korrelationen
US Oil
Am Ölmarkt kam es gestern zunächst zu einem deutlichen Abverkauf bis auf rund 67 US-Dollar je Barrel. Dieses Niveau wurde jedoch konsequent gekauft, wodurch Öl den Handelstag sogar leicht mit rund 0,55 % im Plus beenden konnte.
Heute wurde bereits das Tageshoch überschritten und der Markt testet aktuell den Bereich um 69 US-Dollar.
Aus charttechnischer Sicht bleibt diese Marke kurzfristig entscheidend. Erst oberhalb von 69 US-Dollar würde sich weiteres Potenzial in Richtung 72 US-Dollar eröffnen.
Sollte sich der Markt hingegen erneut unterhalb dieser Zone etablieren, halte ich weiterhin einen Rücksetzer bis in den Bereich um 65 US-Dollar für möglich.
Grundsätzlich bleibt Öl trotz der geopolitischen Risiken weiterhin unter der psychologisch wichtigen Marke von 70 US-Dollar. Damit haben sich die Energiepreise zuletzt deutlich entspannt, was auch aus Sicht der zukünftigen Inflation zunächst ein positives Signal darstellt.
Gleichzeitig bleibe ich jedoch dabei: Sollte sich die geopolitische Lage kurzfristig wieder verschärfen, kann es aufgrund der aktuell eingepreisten Deeskalation jederzeit zu einem sehr dynamischen Short Squeeze am Ölmarkt kommen.
US-Staatsanleihen
Am US-Anleihemarkt kam es nach den NFP-Daten zunächst zu fallenden Renditen. Ein Großteil dieser Bewegung wurde jedoch im weiteren Handelsverlauf bereits wieder ausgeglichen.
Da der US-Anleihemarkt aufgrund des heutigen Feiertages bereits seit gestern Abend geschlossen ist, lassen sich daraus aktuell nur begrenzt neue Rückschlüsse ziehen.
Unter dem Strich notieren die Renditen nahezu auf dem Niveau vor Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten.
US-Dollar (DXY)
Auch beim US-Dollar ist das im gestrigen Video beschriebene Szenario eingetreten.
Der Dollar-Index ist unter die Marke von 101 Punkten gefallen und testet aktuell den wichtigen Unterstützungsbereich um 100,5 bis 100,6 Punkte.
Hier dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden, ob der Dollar wieder innerhalb seiner langfristigen Jahresrange Stärke aufbauen kann oder ob der Ausbruch nach unten Bestand hat.
Die weitere Entwicklung dürfte maßgeblich von den kommenden Inflations- und Arbeitsmarktdaten sowie der Kommunikation der Federal Reserve abhängen.
Volatilitätsindex (VIX)
Auch der Volatilitätsindex setzte seine Abwärtsbewegung fort.
Mit aktuell rund 16 Punkten bleibt die implizite Volatilität auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Der Markt preist derzeit keine außergewöhnlichen kurzfristigen Risiken ein und signalisiert weiterhin ein konstruktives Umfeld für Risk Assets.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia verlor gestern weitere 1,48 % und schloss bei 194,83 US-Dollar.
Das technische Bild bleibt kurzfristig angeschlagen.
Solange der Bereich um 200 US-Dollar nicht nachhaltig überwunden wird, halte ich einen Rücksetzer in Richtung 189 bis 186 US-Dollar weiterhin für wahrscheinlicher.
Erst oberhalb von 200 US-Dollar würde sich das Chartbild wieder deutlich aufhellen und Potenzial bis in den Bereich um 208 US-Dollar eröffnen.
Bitcoin
Bitcoin zeigte gestern erneut relative Stärke.
Mit einem Tagesplus von rund 2,6 % konnten erstmals seit längerer Zeit wieder zwei starke Tageskerzen in Folge ausgebildet werden.
Besonders wichtig war dabei der Schlusskurs oberhalb der entscheidenden Unterstützung von 61.000$.
Solange Bitcoin nun oberhalb dieses Bereiches bleibt und zusätzlich das gestrige Tageshoch überschreiten kann, sehe ich kurzfristig weiteres Potenzial in Richtung 63.000 bis 64.000 US-Dollar.
S&P 500
Der S&P 500 verlor nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten zunächst deutlich an Wert, konnte sich im Bereich um 7.500 Punkte jedoch stabilisieren.
Das Tagestief vom Dienstag wurde erfolgreich verteidigt.
Bereits heute Morgen notieren die Futures wieder freundlich und bestätigen damit, dass die NFP-Daten vom Markt insgesamt positiv interpretiert wurden.
Aufgrund des heutigen US-Feiertages rechne ich allerdings mit einem sehr ruhigen Handelsverlauf.
Das übergeordnete bullische Marktumfeld bleibt für mich unverändert intakt.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigte sich gestern deutlich schwächer als die übrigen US-Indizes.
Mit einem Minus von rund 1,64 % wurde der Bereich um 30.000 Punkte erneut klar abverkauft.
Der Index schloss unterhalb von 29.500 Punkten und testet aktuell erneut die Unterstützung im Bereich um 29.000 Punkte.
Entscheidend wird nun sein, ob sich diese Zone erneut als Unterstützung behaupten kann oder ob die 29.500 Punkte künftig als Widerstand fungieren.
Kurzfristig bleibt der Nasdaq damit der technisch schwächste der großen US-Indizes.
KI/Tech-Werte geraten aktuell weiter unter Druck und ziehen den Nasdaq mit sich nach unten.
US30 (Dow Jones)
Der Dow Jones präsentierte sich dagegen erneut äußerst stark.
Mit einem Tagesplus von über 1 % wurden neue Allzeithochs markiert und erstmals auch die Marke von 53.000 Punkten überschritten.
Bereits im gestrigen Video hatte ich oberhalb von 52.500 Punkten weiteres Potenzial in Richtung 53.000 Punkte angesprochen.
Kurzfristig bleibe ich hier konstruktiv und rechne weiterhin mit neuen Allzeithochs.
Nichtsdestotrotz sind nach einem derart dynamischen Anstieg jederzeit kurzfristige Gewinnmitnahmen möglich. Genau diese Rücksetzer werde ich kommende Woche gezielt nach neuen Long-Setups beobachten.
Charttechnischer DAX-Ausblick
Der DAX zeigte gestern erneut enorme Stärke.
Mit einem Tagesplus von rund 2,35 % wurde nahezu der gesamte Widerstandsbereich inklusive der Marke von 25.500 Punkten sowie sämtlicher Allzeithochs dynamisch überschritten.
Besonders beeindruckend war dabei das Momentum. Ohne nennenswerte Schwäche setzte sich der Markt direkt über alle relevanten Widerstände hinweg und markierte sowohl auf Monats- als auch auf Quartalsbasis neue Rekordstände.
Genau dieses starke Momentum spricht zunächst für eine Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends.
Dennoch sollte man an dieser Stelle vorsichtig bleiben.
Historisch kam es nach neuen Allzeithochs im DAX häufig zu schnellen und teilweise sehr deutlichen Gewinnmitnahmen. Das muss sich dieses Mal selbstverständlich nicht wiederholen, dennoch sollte dieses Risiko aktuell jedem Marktteilnehmer bewusst sein.
Ich persönlich warte nun bevorzugt auf einen Rücklauf an die ehemaligen Allzeithochs beziehungsweise an den Bereich um 25.500 Punkte. Gelingt dort eine erfolgreiche Stabilisierung, würde dies den Ausbruch zusätzlich bestätigen.
Insgesamt überwiegt für mich aufgrund des starken Momentums aktuell jedoch weiterhin das bullische Szenario.
Fazit
Die gestrigen Arbeitsmarktdaten zeigen eine weitere Abschwächung des US-Arbeitsmarktes, ohne dass gleichzeitig neuer Inflationsdruck entsteht. Genau diese Kombination wurde von den Märkten insgesamt positiv aufgenommen.
Auch geopolitisch bleibt die Lage sowohl im Nahen Osten als auch rund um Taiwan angespannt. Solange es jedoch zu keiner weiteren Eskalation kommt, dürfte der Fokus der Märkte zunächst wieder stärker auf Konjunktur- und Notenbankdaten liegen.
Mit dem heutigen US-Feiertag rechne ich insgesamt mit einem sehr ruhigen Handelstag und entsprechend geringer Volatilität. Nach einer ereignisreichen Woche steht für mich heute deshalb klar der Kapitalerhalt im Vordergrund.
Ich wünsche euch allen bereits jetzt ein schönes und erholsames Wochenende. Nutzt die Zeit, um die vergangene Handelswoche aufzuarbeiten und mit voller Konzentration in die kommende Woche zu starten.
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