Was am Freitag passiert ist
Die US-Wirtschaft hat im Juli 23.000 Stellen verloren statt der
erwarteten 83.000 neuen. Mai und Juni wurden nachträglich um
zusammen 103.000 Stellen nach unten korrigiert.
Und der Markt stieg. Der S&P 500 schloss auf einem Rekordhoch, es
wurde die beste Woche seit April. Der Grund: Bis Freitag rechnete
der Markt mehrheitlich mit einer Zinserhöhung im September. Nach
diesen Zahlen liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Pause bei rund
56 Prozent.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel auf 4,64 Prozent.
Wo wir stehen
7790,75. Das sind 11 Punkte über dem Freitagsschluss von 7779,75.
Übernacht-Spanne: 7763,50 bis 7791,25, also 27,75 Punkte. Und der
Kurs steht am oberen Rand – 0,5 Punkte unter dem Hoch.
Der Kurs liegt über sämtlichen gleitenden Durchschnitten auf allen
Zeitebenen. Auch die beiden Trendfilter im 4-Stunden-Chart, die
letzte Woche noch über dem Preis lagen, sind inzwischen darunter.
Die Zahlen, auf die es ankommt
7820,25 Rekordhoch vom 5. August, Level aus vier Zeiteinheiten
7808 Orderblock, rund 52.000 Kontrakte
7791,25 Tageshoch
7790,75 aktuell
7779,75 Schlusskurs Freitag
7771,40 20er Durchschnitt auf der Stundenebene
7765,50 Trendfilter im 4-Stunden-Chart
7763,50 Tagestief
7757,50 50er Durchschnitt auf der Stundenebene
7756,00 Level aus der 15-Minuten-Ebene
7743,25 Level aus der 15-Minuten-Ebene
7724,25 Tief vom 6. August
Das Regal unter uns
Zwischen 7756,00 und 7765,50 liegen vier Dinge auf knapp
zehn Punkten: das Tagestief, der Trendfilter des 4-Stunden-Charts,
der 50er Durchschnitt der Stundenebene und ein Level aus der
15-Minuten-Ebene.
Und genau dort sitzt der grösste Orderblock im Chart – rund
61.000 Kontrakte.
Ein Orderblock ist der Bereich, in dem vor einer starken Bewegung
zuletzt umfangreich gehandelt wurde. Anders gesagt: Dort haben
grosse Adressen ihre Positionen aufgebaut. Kommt der Kurs zurück,
treffen Verkäufer dort auf Leute, die diesen Preis schon einmal für
attraktiv gehalten haben.
Das heisst nicht, dass es hält. Vergangene Woche ist eine Zone
gebrochen, die zuvor zweimal gehalten hatte. Es heisst nur, dass
dort etwas passiert – in die eine oder die andere Richtung.
Wenn es nach oben geht
Über 7791,25, bestätigt durch zwei Schlusskurse im 2-Minuten-Chart
darüber. Das ist ein halber Punkt vom aktuellen Kurs entfernt.
Darüber liegt bis rund 7808 nichts. Dort sitzt ein Orderblock mit
etwa 52.000 Kontrakten – die erste ernsthafte Station.
Dahinter kommt 7820,25, das Rekordhoch vom 5. August und ein Level
aus vier Zeiteinheiten. Das sind vom Auslöser aus 29 Punkte oder
145 Dollar je Kontrakt.
Über 7820,25 gibt es nichts mehr, und dann gilt wieder, was hier
schon zweimal stand: kein Level heisst kein Kursziel. Wer dort
handelt, braucht eine Ausstiegsregel aus dem Verlauf statt aus dem
Preis – ein 9er und ein 20er Durchschnitt reichen völlig. Solange
der 9er über dem 20er liegt, läuft die Bewegung. Kreuzt er
darunter, ist sie vorbei. Das ist kein Signal, das ist eine
Bremsleuchte.
Ungültig: Rückfall unter 7779,75.
Wenn es nach unten geht
Das ganze Regal muss durch. Bestätigung: zwei Schlusskurse unter
7756,00 – nicht unter 7763,50.
Darunter liegt bei 7743,25 die nächste Marke, danach wird es dünn
bis 7724,25.
Bis zum Auslöser sind es von hier aus 35 Punkte. Das ist weit.
Ungültig: Rückkehr über 7765,50.
Was diese Woche zählt – und was heute nicht
Heute steht nichts an. Keine Konjunkturdaten, keine grossen
Quartalszahlen. Der Kalender ist leer.
Der Termin der Woche ist Mittwoch, 14:30: die
US-Verbraucherpreise für Juli. Erwartet wird ein Anstieg von
0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, die Jahresrate soll von
3,5 auf 3,4 Prozent fallen.
Warum das diesmal besonders wichtig ist: Nach den Arbeitsmarktdaten
vom Freitag rechnet der Markt mehrheitlich damit, dass die
Notenbank die Zinsen unverändert lässt. Ein höher als erwarteter
Inflationswert würde diese Rechnung kippen – und der Ölpreis ist im
Juli zeitweise über 100 Dollar gestiegen, was genau dieses Risiko
real macht.
Donnerstag folgen die Erzeugerpreise, Freitag die Einzelhandels-
umsätze.
Meine Regel bleibt: vor angekündigten Terminen ganz raus oder
halbieren, beim Rest der Stopp auf den Einstieg.
Für die Neuen
Zwei Auslöser stehen oben im Text. Heute steht sonst nichts an –
kein Termin, keine Zahl, nichts.
Und jetzt die schlechte Nachricht für alle, die sich schon einen
Kaffee geholt und den Stuhl zurechtgerückt haben: Du musst da
nicht sitzen bleiben.
TradingView hat eine Alarmfunktion. Rechtsklick aufs Level, Alarm
setzen, Handy klingelt. Das dauert zwanzig Sekunden und erspart dir
sechs Stunden Kerzenglotzen.
Wer glaubt, er müsse dabeisitzen, der handelt irgendwann aus
Langeweile. Und Langeweile ist der teuerste Grund für einen Trade,
den es gibt – teurer als jede falsche Analyse, weil man dafür
wenigstens nachdenken musste.
Der Markt bezahlt keine Anwesenheitsprämie. Setz den Alarm und geh
was anderes machen.
Zu den Linien im Chart
Blau ist der 20er, gelb der 50er, lila der 200er EMA – gleitende
Durchschnitte über verschieden viele Kerzen. Dünn orange und rosa
ist der VWAP mit Bändern: der volumengewichtete Durchschnittspreis
des Tages. Rot ist das Tageshoch, grün das Tagestief.
Der Chart hier ist 15 Minuten, damit man den Zusammenhang sieht.
Meine Bestätigungsregeln beziehen sich auf den 2-Minuten-Chart –
dieselben Level, nur feiner aufgelöst.
Zum Schluss
Das ist mein Plan, kein Signal und keine Empfehlung. Er steht
vorher da, damit man morgen nachlesen kann, ob er getaugt hat.
Auch wenn nicht.
Die US-Wirtschaft hat im Juli 23.000 Stellen verloren statt der
erwarteten 83.000 neuen. Mai und Juni wurden nachträglich um
zusammen 103.000 Stellen nach unten korrigiert.
Und der Markt stieg. Der S&P 500 schloss auf einem Rekordhoch, es
wurde die beste Woche seit April. Der Grund: Bis Freitag rechnete
der Markt mehrheitlich mit einer Zinserhöhung im September. Nach
diesen Zahlen liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Pause bei rund
56 Prozent.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel auf 4,64 Prozent.
Wo wir stehen
7790,75. Das sind 11 Punkte über dem Freitagsschluss von 7779,75.
Übernacht-Spanne: 7763,50 bis 7791,25, also 27,75 Punkte. Und der
Kurs steht am oberen Rand – 0,5 Punkte unter dem Hoch.
Der Kurs liegt über sämtlichen gleitenden Durchschnitten auf allen
Zeitebenen. Auch die beiden Trendfilter im 4-Stunden-Chart, die
letzte Woche noch über dem Preis lagen, sind inzwischen darunter.
Die Zahlen, auf die es ankommt
7820,25 Rekordhoch vom 5. August, Level aus vier Zeiteinheiten
7808 Orderblock, rund 52.000 Kontrakte
7791,25 Tageshoch
7790,75 aktuell
7779,75 Schlusskurs Freitag
7771,40 20er Durchschnitt auf der Stundenebene
7765,50 Trendfilter im 4-Stunden-Chart
7763,50 Tagestief
7757,50 50er Durchschnitt auf der Stundenebene
7756,00 Level aus der 15-Minuten-Ebene
7743,25 Level aus der 15-Minuten-Ebene
7724,25 Tief vom 6. August
Das Regal unter uns
Zwischen 7756,00 und 7765,50 liegen vier Dinge auf knapp
zehn Punkten: das Tagestief, der Trendfilter des 4-Stunden-Charts,
der 50er Durchschnitt der Stundenebene und ein Level aus der
15-Minuten-Ebene.
Und genau dort sitzt der grösste Orderblock im Chart – rund
61.000 Kontrakte.
Ein Orderblock ist der Bereich, in dem vor einer starken Bewegung
zuletzt umfangreich gehandelt wurde. Anders gesagt: Dort haben
grosse Adressen ihre Positionen aufgebaut. Kommt der Kurs zurück,
treffen Verkäufer dort auf Leute, die diesen Preis schon einmal für
attraktiv gehalten haben.
Das heisst nicht, dass es hält. Vergangene Woche ist eine Zone
gebrochen, die zuvor zweimal gehalten hatte. Es heisst nur, dass
dort etwas passiert – in die eine oder die andere Richtung.
Wenn es nach oben geht
Über 7791,25, bestätigt durch zwei Schlusskurse im 2-Minuten-Chart
darüber. Das ist ein halber Punkt vom aktuellen Kurs entfernt.
Darüber liegt bis rund 7808 nichts. Dort sitzt ein Orderblock mit
etwa 52.000 Kontrakten – die erste ernsthafte Station.
Dahinter kommt 7820,25, das Rekordhoch vom 5. August und ein Level
aus vier Zeiteinheiten. Das sind vom Auslöser aus 29 Punkte oder
145 Dollar je Kontrakt.
Über 7820,25 gibt es nichts mehr, und dann gilt wieder, was hier
schon zweimal stand: kein Level heisst kein Kursziel. Wer dort
handelt, braucht eine Ausstiegsregel aus dem Verlauf statt aus dem
Preis – ein 9er und ein 20er Durchschnitt reichen völlig. Solange
der 9er über dem 20er liegt, läuft die Bewegung. Kreuzt er
darunter, ist sie vorbei. Das ist kein Signal, das ist eine
Bremsleuchte.
Ungültig: Rückfall unter 7779,75.
Wenn es nach unten geht
Das ganze Regal muss durch. Bestätigung: zwei Schlusskurse unter
7756,00 – nicht unter 7763,50.
Darunter liegt bei 7743,25 die nächste Marke, danach wird es dünn
bis 7724,25.
Bis zum Auslöser sind es von hier aus 35 Punkte. Das ist weit.
Ungültig: Rückkehr über 7765,50.
Was diese Woche zählt – und was heute nicht
Heute steht nichts an. Keine Konjunkturdaten, keine grossen
Quartalszahlen. Der Kalender ist leer.
Der Termin der Woche ist Mittwoch, 14:30: die
US-Verbraucherpreise für Juli. Erwartet wird ein Anstieg von
0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, die Jahresrate soll von
3,5 auf 3,4 Prozent fallen.
Warum das diesmal besonders wichtig ist: Nach den Arbeitsmarktdaten
vom Freitag rechnet der Markt mehrheitlich damit, dass die
Notenbank die Zinsen unverändert lässt. Ein höher als erwarteter
Inflationswert würde diese Rechnung kippen – und der Ölpreis ist im
Juli zeitweise über 100 Dollar gestiegen, was genau dieses Risiko
real macht.
Donnerstag folgen die Erzeugerpreise, Freitag die Einzelhandels-
umsätze.
Meine Regel bleibt: vor angekündigten Terminen ganz raus oder
halbieren, beim Rest der Stopp auf den Einstieg.
Für die Neuen
Zwei Auslöser stehen oben im Text. Heute steht sonst nichts an –
kein Termin, keine Zahl, nichts.
Und jetzt die schlechte Nachricht für alle, die sich schon einen
Kaffee geholt und den Stuhl zurechtgerückt haben: Du musst da
nicht sitzen bleiben.
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Wer glaubt, er müsse dabeisitzen, der handelt irgendwann aus
Langeweile. Und Langeweile ist der teuerste Grund für einen Trade,
den es gibt – teurer als jede falsche Analyse, weil man dafür
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Durchschnitte über verschieden viele Kerzen. Dünn orange und rosa
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des Tages. Rot ist das Tageshoch, grün das Tagestief.
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