Marktüberblick zwischen Geopolitik, FED und KI-Euphorie
Die Märkte starten heute weiterhin in einem insgesamt klaren Risk-on-Umfeld, allerdings bleibt die Lage gleichzeitig extrem sensibel und stark abhängig von geopolitischen Schlagzeilen, der zukünftigen FED-Politik sowie der Entwicklung rund um den KI-Sektor. Vor allem die Kombination aus geopolitischer Entspannung im Nahen Osten, den starken NVIDIA-Earnings und gleichzeitig weiterhin robusten US-Wirtschaftsdaten sorgt aktuell dafür, dass die Aktienmärkte weiter Stärke zeigen und erneut Richtung Allzeithochs tendieren.
Geopolitisch standen zuletzt erneut die Entwicklungen rund um den Iran und die Straße von Hormus im Fokus. Donald Trump äußerte sich zuletzt erneut vergleichsweise optimistisch und sprach von Fortschritten bei möglichen Verhandlungen sowie laufenden Gesprächen hinter den Kulissen. Genau diese Aussagen sorgten gestern dafür, dass sich die Märkte etwas beruhigen konnten und insbesondere der Ölpreis deutlicher zurückkam. Der Markt interpretiert das aktuell als Zeichen dafür, dass zumindest kurzfristig keine vollständige Eskalation im Nahen Osten bevorsteht.
Trotzdem bleibt die Lage weiterhin fragil. Vor allem die Straße von Hormus bleibt für die Märkte extrem relevant, da dort ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports abgewickelt wird. Sollte es dort erneut zu stärkeren Spannungen oder Einschränkungen kommen, könnte der Ölpreis sehr schnell wieder deutlich steigen, was wiederum direkten Einfluss auf Inflation, FED-Erwartungen und die gesamte Marktstimmung hätte. Zusätzlich bleiben auch geopolitische Themen wie NATO-Spannungen, die Situation zwischen China und Taiwan sowie allgemein die Unsicherheit rund um globale Lieferketten weiterhin Risikofaktoren für die Märkte.
Vor allem China und Taiwan bleiben für den Technologiesektor extrem wichtig. Eine weitere Eskalation dort hätte direkte Auswirkungen auf Halbleiterproduktion, Lieferketten und die gesamte KI-Industrie. Aktuell bleibt es dort zwar vergleichsweise ruhig, allerdings reicht bereits eine einzige neue Schlagzeile aus, um die Volatilität kurzfristig deutlich ansteigen zu lassen.
FED, Inflation und Kevin Warsh im Fokus
Neben der Geopolitik stand gestern erneut die US-Notenbank im Mittelpunkt. Die veröffentlichten FOMC-Meeting-Minutes wurden insgesamt klar hawkish interpretiert und haben gezeigt, dass die FED weiterhin erhebliche Inflationsrisiken sieht. Besonders auffällig war, dass mehrere Mitglieder offen darüber gesprochen haben, dass Zinserhöhungen erneut notwendig werden könnten, falls die Inflation nicht nachhaltig zurückkommt oder durch geopolitische Entwicklungen erneut angeheizt wird.
Vor allem die Kombination aus steigenden Energiepreisen, robustem Konsum, stabiler Wirtschaft und weiterhin starken AI-Investitionen sorgt dafür, dass die FED aktuell nur sehr wenig Spielraum für schnelle Zinssenkungen hat. In den Minutes wurde mehrfach betont, dass insbesondere die Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf Ölpreise und Inflation genau beobachtet werden. Gleichzeitig bleibt die Sorge bestehen, dass sich höhere Energiepreise über Lieferketten und Produktionskosten weiter auf die Gesamtinflation übertragen könnten.
Zusätzlich rückt jetzt Kevin Warsh immer stärker in den Mittelpunkt. Der neue FED-Chairman soll am Freitag offiziell vereidigt werden und genau das sorgt aktuell ebenfalls für Unsicherheit am Markt. Ursprünglich wurde von vielen Marktteilnehmern erwartet, dass unter Warsh möglicherweise schneller Zinssenkungen kommen könnten. Mittlerweile preist der Markt jedoch zunehmend ein, dass die FED länger hawkish bleiben könnte.
Besonders interessant war gestern außerdem, dass mittlerweile sogar wieder Wahrscheinlichkeiten für mögliche Zinserhöhungen im Jahr 2026 diskutiert werden. Noch vor einigen Monaten war der Markt fast ausschließlich auf Zinssenkungen fokussiert. Genau dieser Shift zeigt aktuell sehr deutlich, wie stark sich die Inflationsthematik durch Energiepreise und geopolitische Risiken wieder verschärft hat.
Gleichzeitig bleibt aber auch wichtig: Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter entspannen und Öl wieder deutlicher Richtung 90 Dollar oder tiefer fallen, könnte sich auch der Inflationsdruck wieder schneller abschwächen. Genau deshalb bleiben geopolitische Schlagzeilen aktuell einer der wichtigsten kurzfristigen Markttreiber überhaupt.
NVIDIA Earnings als Schlüsselereignis für den Gesamtmarkt
Das absolute Schlüsselereignis für die Märkte waren gestern die NVIDIA-Earnings – und die Zahlen waren erneut extrem stark.
NVIDIA konnte erneut zeigen, dass die Nachfrage nach AI-Infrastruktur, Data-Centern und Hochleistungschips weiterhin massiv bleibt. Besonders beeindruckend waren dabei vor allem die Gewinnmargen, die weiterhin auf außergewöhnlich hohem Niveau liegen. Die Gross Margin bewegt sich weiterhin bei rund 75 %, was extrem stark ist und deutlich zeigt, wie dominant NVIDIA aktuell im gesamten KI-Sektor positioniert ist.
Zusätzlich bleibt auch der Free Cash Flow enorm stark. Das Unternehmen generiert weiterhin gigantische Cashflows und nutzt diese unter anderem für aggressive Aktienrückkäufe. Besonders wichtig für die Märkte war außerdem die starke Guidance beziehungsweise der positive Outlook für die kommenden Quartale. NVIDIA geht weiterhin von extrem hoher Nachfrage nach AI-Infrastruktur aus und bestätigte damit im Prinzip erneut die gesamte KI-Euphorie, die aktuell den Markt antreibt.
Genau das ist für den Gesamtmarkt aktuell entscheidend. NVIDIA ist mittlerweile weit mehr als nur eine einzelne Aktie. Das Unternehmen gilt inzwischen als eine Art Gradmesser für die gesamte KI-Thematik und damit auch für einen großen Teil des aktuellen Markt-Momentums im Technologiesektor.
Besonders positiv ist aktuell außerdem, dass wir trotz der starken Zahlen bislang noch keine völlig übertriebene Nachbörsenreaktion sehen. Die Aktie zeigt zwar Stärke, allerdings ohne komplett parabolisch zu eskalieren. Das wirkt momentan eher gesund und spricht dafür, dass der Markt die Zahlen zwar klar positiv interpretiert, gleichzeitig aber nicht komplett irrational euphorisch wird.
Für den Gesamtmarkt bleibt damit aktuell klar: Solange die KI-Thematik intakt bleibt und Unternehmen wie NVIDIA weiterhin solche Zahlen liefern, bleibt das Umfeld grundsätzlich positiv für Risk Assets und insbesondere für den Technologiesektor.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute stehen erneut mehrere wichtige US-Wirtschaftsdaten an, die insbesondere für die kurzfristige Marktbewegung relevant werden dürften.
Um 14:30 Uhr wird zunächst der Philadelphia Fed Manufacturing Index veröffentlicht. Der Forecast liegt bei 17,6 nach zuvor 26,7 Punkten. Auch wenn ein Rückgang erwartet wird, bleibt der Index weiterhin deutlich im positiven Bereich. Wichtig dabei: Werte über 0 signalisieren grundsätzlich weiterhin Wachstum beziehungsweise verbesserte wirtschaftliche Bedingungen im verarbeitenden Gewerbe. Der Markt wird heute vor allem darauf achten, wie stark die tatsächlichen Daten vom Forecast abweichen. Sollten die Daten deutlich stärker ausfallen, könnte das erneut als Zeichen einer robusten US-Wirtschaft interpretiert werden. Schwächere Daten dagegen könnten kurzfristig Rezessionsängste oder Zinssenkungshoffnungen verstärken.
Ebenfalls um 14:30 Uhr folgen die Initial Jobless Claims. Hier liegt der Forecast bei 210K nach zuvor 211K. Diese Daten gelten als früher Indikator für die Lage am US-Arbeitsmarkt. Der Arbeitsmarkt bleibt aktuell einer der wichtigsten Faktoren für die FED, da ein weiterhin robuster Arbeitsmarkt Inflationsdruck aufrechterhalten kann. Besonders starke Marktreaktionen entstehen hier meistens dann, wenn die Zahlen deutlich vom Forecast abweichen.
Später um 15:45 Uhr folgen außerdem die S&P Global PMI-Daten für den Manufacturing- und den Servicesektor. Beim Manufacturing PMI liegt der Forecast bei 53,8 nach zuvor 54,5. Zwar wird also ein leichter Rückgang erwartet, allerdings signalisiert alles über 50 weiterhin wirtschaftliche Expansion. Ähnlich sieht es auch beim Services PMI aus, der mit 51,1 leicht über dem vorherigen Wert von 51,0 erwartet wird.
Gerade diese PMI-Daten dürften heute wichtig werden, um besser einschätzen zu können, ob die US-Wirtschaft weiterhin stark genug bleibt, um höhere Zinsen länger auszuhalten oder ob erste deutliche Abkühlungssignale sichtbar werden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
Die Marktstruktur bleibt aktuell insgesamt klar Risk-on.
Bei NVIDIA sehen wir trotz der starken Earnings bislang noch keine völlig eskalierende Marktreaktion. Die Aktie zeigt Stärke, bleibt aber bislang vergleichsweise kontrolliert. Das ist grundsätzlich eher positiv zu bewerten, da übertriebene Euphorie kurzfristig oft auch ein Warnsignal wäre.
Am Bondmarkt sahen wir gestern dagegen Schwäche bei den Bondpreisen beziehungsweise steigende Renditen. Das passt insgesamt zum hawkish interpretierten FED-Protokoll und der weiterhin robusten Wirtschaftslage. Gleichzeitig zeigte sich beim US-Dollar erneut Schwäche. Der Dollar Index reagierte zuletzt erneut im Bereich der 99,5er Zone und befindet sich aktuell weiter in einer Range. Entscheidend bleibt jetzt, ob wir nachhaltig unter die 99 fallen oder ob der Dollar wieder Stärke Richtung 100 aufbauen kann.
Der VIX ist gestern deutlich zurückgekommen und notiert aktuell bei rund 17,43 Punkten. Damit bleibt die Volatilität weiterhin auf relativ entspanntem Niveau. Solange der VIX unter 20 bleibt, spricht das grundsätzlich eher für stabile Marktbedingungen und ein weiterhin positives Umfeld für Risk Assets.
Beim Ölpreis sahen wir gestern dagegen einen deutlichen Rücksetzer von knapp 5 %. Hintergrund waren vor allem Hoffnungen auf Entspannung im Nahen Osten. Trotzdem bleibt Öl weiterhin hoch und notiert weiterhin nahe der wichtigen 100-Dollar-Marke. Für die Inflation wäre eine nachhaltige Bewegung zurück Richtung 90 Dollar oder tiefer extrem wichtig. Genau deshalb bleibt der Ölmarkt aktuell einer der entscheidenden Faktoren für Inflation und FED-Erwartungen.
Risk Assets bleiben stark
Bitcoin zeigt weiterhin Stärke. Ich hatte bereits darauf hingewiesen, dass ein Bruch über das Weekly High bei 77.500 weiteres Momentum auslösen könnte. Genau das sehen wir aktuell. Die heutige Daily-Kerze konnte bereits das gestrige Hoch brechen. Solange das allgemeine Risk-on-Umfeld stabil bleibt, halte ich einen weiteren Anlauf Richtung 82.500 durchaus für realistisch. Wichtig bleibt allerdings, dass wir nicht wieder nachhaltig unter die 77.400 zurückfallen.
Auch der S&P 500 zeigte gestern erneut stark bullisches Momentum. Nach dem kurzfristigen Rücksetzer kam es zu einem sehr starken Daily Close von rund +1,17 %. Vor allem die Kombination aus geopolitischer Entspannung und starken NVIDIA-Earnings unterstützte die Märkte deutlich.
Der NASDAQ bleibt ebenfalls extrem stark. Die psychologisch wichtige 30.000er Marke rückt zunehmend in den Fokus. Solange wir nicht nachhaltig unter 28.500 fallen, bleibe ich persönlich weiterhin vorsichtig mit Shorts. Das aktuelle Umfeld bleibt klar von AI-Euphorie und Risk-on-Momentum geprägt.
Beim Dow Jones konnten wir uns erneut klar über der 49.500er Zone stabilisieren und anschließend sogar die 50.000er Marke zurückerobern. Jetzt wird entscheidend, ob das gestrige Tageshoch bei rund 50.120 Punkten nachhaltig gebrochen werden kann. Sollte das passieren, halte ich einen weiteren Lauf Richtung Allzeithoch durchaus für realistisch.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Auch der DAX bleibt für mich übergeordnet weiterhin bullisch. Trotz der starken Rejection vom Dienstag konnten wir die wichtige 24.500er Zone erfolgreich verteidigen und anschließend erneut stark nach oben drehen. Der Markt arbeitete zunächst noch einmal das Tagestief ab und zeigte danach sehr bullisches Momentum bis in den Bereich rund um 24.900 Punkte.
Besonders wichtig bleibt jetzt die Zone rund um:
• Wochenhoch,
• Jahreshoch 2025,
• sowie das Monatshoch aus April.
Genau dort sehen wir aktuell weiterhin Widerstand. Der gestrige Daily Close lag bei rund 24.741 Punkten und damit weiterhin knapp unter diesen entscheidenden Bereichen.
Für heute kann ich mir gut vorstellen, dass wir zunächst noch einmal einen kleineren Rücksetzer Richtung 24.620 oder sogar 24.500 sehen, bevor ein erneuter Angriff auf die 25.000er Marke startet. Solange wir nicht nachhaltig unter 24.500 schließen, bleibt das bullische Gesamtbild für mich weiterhin intakt.
Sollten wir dagegen direkt weiteres Momentum sehen und das gestrige Tageshoch bei rund 24.900 Punkten brechen, halte ich auch einen direkten Angriff auf die psychologisch extrem wichtige 25.000er Marke für absolut realistisch.
Übergeordnet bleibe ich weiterhin bullish gestimmt. Ich hatte bereits im Wochenausblick darauf hingewiesen, dass ich insgesamt eher mit einem erneuten Angriff Richtung neue Hochs rechne und dass Long-Setups aktuell weiterhin deutlich mehr Sinn ergeben als aggressive Shorts gegen das Momentum.
Später folgt noch ein ausführlicheres Fundamental- und Makro-Video auf YouTube mit noch tieferer Analyse zu:
• FED,
• Inflation,
• Bonds,
• NVIDIA,
• AI,
• Geopolitik
• und den aktuellen Marktstrukturen.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch allen einen guten Start in den Trading-Tag und erfolgreiche Trades!
Die Märkte starten heute weiterhin in einem insgesamt klaren Risk-on-Umfeld, allerdings bleibt die Lage gleichzeitig extrem sensibel und stark abhängig von geopolitischen Schlagzeilen, der zukünftigen FED-Politik sowie der Entwicklung rund um den KI-Sektor. Vor allem die Kombination aus geopolitischer Entspannung im Nahen Osten, den starken NVIDIA-Earnings und gleichzeitig weiterhin robusten US-Wirtschaftsdaten sorgt aktuell dafür, dass die Aktienmärkte weiter Stärke zeigen und erneut Richtung Allzeithochs tendieren.
Geopolitisch standen zuletzt erneut die Entwicklungen rund um den Iran und die Straße von Hormus im Fokus. Donald Trump äußerte sich zuletzt erneut vergleichsweise optimistisch und sprach von Fortschritten bei möglichen Verhandlungen sowie laufenden Gesprächen hinter den Kulissen. Genau diese Aussagen sorgten gestern dafür, dass sich die Märkte etwas beruhigen konnten und insbesondere der Ölpreis deutlicher zurückkam. Der Markt interpretiert das aktuell als Zeichen dafür, dass zumindest kurzfristig keine vollständige Eskalation im Nahen Osten bevorsteht.
Trotzdem bleibt die Lage weiterhin fragil. Vor allem die Straße von Hormus bleibt für die Märkte extrem relevant, da dort ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports abgewickelt wird. Sollte es dort erneut zu stärkeren Spannungen oder Einschränkungen kommen, könnte der Ölpreis sehr schnell wieder deutlich steigen, was wiederum direkten Einfluss auf Inflation, FED-Erwartungen und die gesamte Marktstimmung hätte. Zusätzlich bleiben auch geopolitische Themen wie NATO-Spannungen, die Situation zwischen China und Taiwan sowie allgemein die Unsicherheit rund um globale Lieferketten weiterhin Risikofaktoren für die Märkte.
Vor allem China und Taiwan bleiben für den Technologiesektor extrem wichtig. Eine weitere Eskalation dort hätte direkte Auswirkungen auf Halbleiterproduktion, Lieferketten und die gesamte KI-Industrie. Aktuell bleibt es dort zwar vergleichsweise ruhig, allerdings reicht bereits eine einzige neue Schlagzeile aus, um die Volatilität kurzfristig deutlich ansteigen zu lassen.
FED, Inflation und Kevin Warsh im Fokus
Neben der Geopolitik stand gestern erneut die US-Notenbank im Mittelpunkt. Die veröffentlichten FOMC-Meeting-Minutes wurden insgesamt klar hawkish interpretiert und haben gezeigt, dass die FED weiterhin erhebliche Inflationsrisiken sieht. Besonders auffällig war, dass mehrere Mitglieder offen darüber gesprochen haben, dass Zinserhöhungen erneut notwendig werden könnten, falls die Inflation nicht nachhaltig zurückkommt oder durch geopolitische Entwicklungen erneut angeheizt wird.
Vor allem die Kombination aus steigenden Energiepreisen, robustem Konsum, stabiler Wirtschaft und weiterhin starken AI-Investitionen sorgt dafür, dass die FED aktuell nur sehr wenig Spielraum für schnelle Zinssenkungen hat. In den Minutes wurde mehrfach betont, dass insbesondere die Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf Ölpreise und Inflation genau beobachtet werden. Gleichzeitig bleibt die Sorge bestehen, dass sich höhere Energiepreise über Lieferketten und Produktionskosten weiter auf die Gesamtinflation übertragen könnten.
Zusätzlich rückt jetzt Kevin Warsh immer stärker in den Mittelpunkt. Der neue FED-Chairman soll am Freitag offiziell vereidigt werden und genau das sorgt aktuell ebenfalls für Unsicherheit am Markt. Ursprünglich wurde von vielen Marktteilnehmern erwartet, dass unter Warsh möglicherweise schneller Zinssenkungen kommen könnten. Mittlerweile preist der Markt jedoch zunehmend ein, dass die FED länger hawkish bleiben könnte.
Besonders interessant war gestern außerdem, dass mittlerweile sogar wieder Wahrscheinlichkeiten für mögliche Zinserhöhungen im Jahr 2026 diskutiert werden. Noch vor einigen Monaten war der Markt fast ausschließlich auf Zinssenkungen fokussiert. Genau dieser Shift zeigt aktuell sehr deutlich, wie stark sich die Inflationsthematik durch Energiepreise und geopolitische Risiken wieder verschärft hat.
Gleichzeitig bleibt aber auch wichtig: Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter entspannen und Öl wieder deutlicher Richtung 90 Dollar oder tiefer fallen, könnte sich auch der Inflationsdruck wieder schneller abschwächen. Genau deshalb bleiben geopolitische Schlagzeilen aktuell einer der wichtigsten kurzfristigen Markttreiber überhaupt.
NVIDIA Earnings als Schlüsselereignis für den Gesamtmarkt
Das absolute Schlüsselereignis für die Märkte waren gestern die NVIDIA-Earnings – und die Zahlen waren erneut extrem stark.
NVIDIA konnte erneut zeigen, dass die Nachfrage nach AI-Infrastruktur, Data-Centern und Hochleistungschips weiterhin massiv bleibt. Besonders beeindruckend waren dabei vor allem die Gewinnmargen, die weiterhin auf außergewöhnlich hohem Niveau liegen. Die Gross Margin bewegt sich weiterhin bei rund 75 %, was extrem stark ist und deutlich zeigt, wie dominant NVIDIA aktuell im gesamten KI-Sektor positioniert ist.
Zusätzlich bleibt auch der Free Cash Flow enorm stark. Das Unternehmen generiert weiterhin gigantische Cashflows und nutzt diese unter anderem für aggressive Aktienrückkäufe. Besonders wichtig für die Märkte war außerdem die starke Guidance beziehungsweise der positive Outlook für die kommenden Quartale. NVIDIA geht weiterhin von extrem hoher Nachfrage nach AI-Infrastruktur aus und bestätigte damit im Prinzip erneut die gesamte KI-Euphorie, die aktuell den Markt antreibt.
Genau das ist für den Gesamtmarkt aktuell entscheidend. NVIDIA ist mittlerweile weit mehr als nur eine einzelne Aktie. Das Unternehmen gilt inzwischen als eine Art Gradmesser für die gesamte KI-Thematik und damit auch für einen großen Teil des aktuellen Markt-Momentums im Technologiesektor.
Besonders positiv ist aktuell außerdem, dass wir trotz der starken Zahlen bislang noch keine völlig übertriebene Nachbörsenreaktion sehen. Die Aktie zeigt zwar Stärke, allerdings ohne komplett parabolisch zu eskalieren. Das wirkt momentan eher gesund und spricht dafür, dass der Markt die Zahlen zwar klar positiv interpretiert, gleichzeitig aber nicht komplett irrational euphorisch wird.
Für den Gesamtmarkt bleibt damit aktuell klar: Solange die KI-Thematik intakt bleibt und Unternehmen wie NVIDIA weiterhin solche Zahlen liefern, bleibt das Umfeld grundsätzlich positiv für Risk Assets und insbesondere für den Technologiesektor.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute stehen erneut mehrere wichtige US-Wirtschaftsdaten an, die insbesondere für die kurzfristige Marktbewegung relevant werden dürften.
Um 14:30 Uhr wird zunächst der Philadelphia Fed Manufacturing Index veröffentlicht. Der Forecast liegt bei 17,6 nach zuvor 26,7 Punkten. Auch wenn ein Rückgang erwartet wird, bleibt der Index weiterhin deutlich im positiven Bereich. Wichtig dabei: Werte über 0 signalisieren grundsätzlich weiterhin Wachstum beziehungsweise verbesserte wirtschaftliche Bedingungen im verarbeitenden Gewerbe. Der Markt wird heute vor allem darauf achten, wie stark die tatsächlichen Daten vom Forecast abweichen. Sollten die Daten deutlich stärker ausfallen, könnte das erneut als Zeichen einer robusten US-Wirtschaft interpretiert werden. Schwächere Daten dagegen könnten kurzfristig Rezessionsängste oder Zinssenkungshoffnungen verstärken.
Ebenfalls um 14:30 Uhr folgen die Initial Jobless Claims. Hier liegt der Forecast bei 210K nach zuvor 211K. Diese Daten gelten als früher Indikator für die Lage am US-Arbeitsmarkt. Der Arbeitsmarkt bleibt aktuell einer der wichtigsten Faktoren für die FED, da ein weiterhin robuster Arbeitsmarkt Inflationsdruck aufrechterhalten kann. Besonders starke Marktreaktionen entstehen hier meistens dann, wenn die Zahlen deutlich vom Forecast abweichen.
Später um 15:45 Uhr folgen außerdem die S&P Global PMI-Daten für den Manufacturing- und den Servicesektor. Beim Manufacturing PMI liegt der Forecast bei 53,8 nach zuvor 54,5. Zwar wird also ein leichter Rückgang erwartet, allerdings signalisiert alles über 50 weiterhin wirtschaftliche Expansion. Ähnlich sieht es auch beim Services PMI aus, der mit 51,1 leicht über dem vorherigen Wert von 51,0 erwartet wird.
Gerade diese PMI-Daten dürften heute wichtig werden, um besser einschätzen zu können, ob die US-Wirtschaft weiterhin stark genug bleibt, um höhere Zinsen länger auszuhalten oder ob erste deutliche Abkühlungssignale sichtbar werden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
Die Marktstruktur bleibt aktuell insgesamt klar Risk-on.
Bei NVIDIA sehen wir trotz der starken Earnings bislang noch keine völlig eskalierende Marktreaktion. Die Aktie zeigt Stärke, bleibt aber bislang vergleichsweise kontrolliert. Das ist grundsätzlich eher positiv zu bewerten, da übertriebene Euphorie kurzfristig oft auch ein Warnsignal wäre.
Am Bondmarkt sahen wir gestern dagegen Schwäche bei den Bondpreisen beziehungsweise steigende Renditen. Das passt insgesamt zum hawkish interpretierten FED-Protokoll und der weiterhin robusten Wirtschaftslage. Gleichzeitig zeigte sich beim US-Dollar erneut Schwäche. Der Dollar Index reagierte zuletzt erneut im Bereich der 99,5er Zone und befindet sich aktuell weiter in einer Range. Entscheidend bleibt jetzt, ob wir nachhaltig unter die 99 fallen oder ob der Dollar wieder Stärke Richtung 100 aufbauen kann.
Der VIX ist gestern deutlich zurückgekommen und notiert aktuell bei rund 17,43 Punkten. Damit bleibt die Volatilität weiterhin auf relativ entspanntem Niveau. Solange der VIX unter 20 bleibt, spricht das grundsätzlich eher für stabile Marktbedingungen und ein weiterhin positives Umfeld für Risk Assets.
Beim Ölpreis sahen wir gestern dagegen einen deutlichen Rücksetzer von knapp 5 %. Hintergrund waren vor allem Hoffnungen auf Entspannung im Nahen Osten. Trotzdem bleibt Öl weiterhin hoch und notiert weiterhin nahe der wichtigen 100-Dollar-Marke. Für die Inflation wäre eine nachhaltige Bewegung zurück Richtung 90 Dollar oder tiefer extrem wichtig. Genau deshalb bleibt der Ölmarkt aktuell einer der entscheidenden Faktoren für Inflation und FED-Erwartungen.
Risk Assets bleiben stark
Bitcoin zeigt weiterhin Stärke. Ich hatte bereits darauf hingewiesen, dass ein Bruch über das Weekly High bei 77.500 weiteres Momentum auslösen könnte. Genau das sehen wir aktuell. Die heutige Daily-Kerze konnte bereits das gestrige Hoch brechen. Solange das allgemeine Risk-on-Umfeld stabil bleibt, halte ich einen weiteren Anlauf Richtung 82.500 durchaus für realistisch. Wichtig bleibt allerdings, dass wir nicht wieder nachhaltig unter die 77.400 zurückfallen.
Auch der S&P 500 zeigte gestern erneut stark bullisches Momentum. Nach dem kurzfristigen Rücksetzer kam es zu einem sehr starken Daily Close von rund +1,17 %. Vor allem die Kombination aus geopolitischer Entspannung und starken NVIDIA-Earnings unterstützte die Märkte deutlich.
Der NASDAQ bleibt ebenfalls extrem stark. Die psychologisch wichtige 30.000er Marke rückt zunehmend in den Fokus. Solange wir nicht nachhaltig unter 28.500 fallen, bleibe ich persönlich weiterhin vorsichtig mit Shorts. Das aktuelle Umfeld bleibt klar von AI-Euphorie und Risk-on-Momentum geprägt.
Beim Dow Jones konnten wir uns erneut klar über der 49.500er Zone stabilisieren und anschließend sogar die 50.000er Marke zurückerobern. Jetzt wird entscheidend, ob das gestrige Tageshoch bei rund 50.120 Punkten nachhaltig gebrochen werden kann. Sollte das passieren, halte ich einen weiteren Lauf Richtung Allzeithoch durchaus für realistisch.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Auch der DAX bleibt für mich übergeordnet weiterhin bullisch. Trotz der starken Rejection vom Dienstag konnten wir die wichtige 24.500er Zone erfolgreich verteidigen und anschließend erneut stark nach oben drehen. Der Markt arbeitete zunächst noch einmal das Tagestief ab und zeigte danach sehr bullisches Momentum bis in den Bereich rund um 24.900 Punkte.
Besonders wichtig bleibt jetzt die Zone rund um:
• Wochenhoch,
• Jahreshoch 2025,
• sowie das Monatshoch aus April.
Genau dort sehen wir aktuell weiterhin Widerstand. Der gestrige Daily Close lag bei rund 24.741 Punkten und damit weiterhin knapp unter diesen entscheidenden Bereichen.
Für heute kann ich mir gut vorstellen, dass wir zunächst noch einmal einen kleineren Rücksetzer Richtung 24.620 oder sogar 24.500 sehen, bevor ein erneuter Angriff auf die 25.000er Marke startet. Solange wir nicht nachhaltig unter 24.500 schließen, bleibt das bullische Gesamtbild für mich weiterhin intakt.
Sollten wir dagegen direkt weiteres Momentum sehen und das gestrige Tageshoch bei rund 24.900 Punkten brechen, halte ich auch einen direkten Angriff auf die psychologisch extrem wichtige 25.000er Marke für absolut realistisch.
Übergeordnet bleibe ich weiterhin bullish gestimmt. Ich hatte bereits im Wochenausblick darauf hingewiesen, dass ich insgesamt eher mit einem erneuten Angriff Richtung neue Hochs rechne und dass Long-Setups aktuell weiterhin deutlich mehr Sinn ergeben als aggressive Shorts gegen das Momentum.
Später folgt noch ein ausführlicheres Fundamental- und Makro-Video auf YouTube mit noch tieferer Analyse zu:
• FED,
• Inflation,
• Bonds,
• NVIDIA,
• AI,
• Geopolitik
• und den aktuellen Marktstrukturen.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch allen einen guten Start in den Trading-Tag und erfolgreiche Trades!
액티브 트레이드
Kleines Update zum heutigen Tagesausblick:Die NVIDIA Earnings waren deutlich stärker als erwartet und aktuell bleibt das gesamte Risk-On-Momentum weiterhin intakt.
Zusätzlich habe ich eben noch ein ausführlicheres YT Video hochgeladen, wo ich die gesamte Lage detailliert bespreche:
- NVIDIA Earnings
- FED & FOMC Minutes
- Kevin Warsh
- Iran / Öl / Geopolitik
- DAX, NASDAQ, SPX, Bitcoin & Bonds
Außerdem gehe ich dort noch deutlich tiefer auf die aktuellen Marktstrukturen und mögliche Szenarien für die nächsten Tage ein.
Link zum Video:
youtu.be/GWfFBVLQTgo
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