FED, noch eine allerletzte Zinserhöhung? Nicht unbedingt.

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Nun ist es also geschehen: Die Fed unter Kevin Warsh hat den Leitzins für die Federal Funds von 3,75 % auf 4 % angehoben, ihren neuen geldpolitischen Ausblick veröffentlicht und ihre makroökonomischen Prognosen aktualisiert. Der Fed-Vorsitzende erinnerte erneut daran, dass die Zentralbank weiterhin „data dependent“ bleiben werde und nach wie vor die Funktionsfähigkeit des Interbankenmarktes unterstützen wolle.

Sind die neuen geldpolitischen Perspektiven der Fed ein Belastungsfaktor oder eine relative Entlastung für die Finanzmärkte, die zuletzt durch den starken Anstieg der Anleiherenditen sowie der Öl- und Erdgaspreise unter Druck geraten sind?

Gehen wir 4 zentrale Dimensionen durch, die aktualisiert wurden, und ziehen wir daraus eine Diagnose.

1) Die DOT PLOTS und das Kräfteverhältnis innerhalb der 12 stimmberechtigten Mitglieder des FOMC

Seit Kevin Warsh die Führung der Fed übernommen hat, ist das Kräfteverhältnis innerhalb des FOMC einer der wichtigsten Aspekte, die es zu beobachten gilt. Wird es weitere Zinserhöhungen geben? Könnte sich der Status quo schnell wieder durchsetzen? Das FOMC besteht aus 12 Mitgliedern, und für eine geldpolitische Entscheidung ist eine Mehrheit erforderlich. Bei einem Gleichstand (6 VS 6) gibt Kevin Warsh den Ausschlag.
Am Mittwoch, dem 16. September, stimmten alle 12 von 12 Mitgliedern für eine Zinserhöhung. Die Übereinstimmung unter den stimmberechtigten FOMC-Mitgliedern war damit vollständig.
Die aktualisierten DOT PLOTS zeigen, dass die mediane Projektion des FOMC nun bei einem Zinssatz von 4,1 % liegt. Damit bleibt eine letzte Zinserhöhung bis zum Jahresende oder im Jahr 2027 möglich.
syot kilat


2) Die Inflations- und Beschäftigungserwartungen der Fed

Die Fed steht vor derselben Unsicherheit wie die ganze Welt: Wann wird die Straße von Hormus wieder geöffnet, und wann werden die Öl- und Gaspreise kein Faktor mehr sein, der die Gesamtinflation nach oben treibt?
Die Fed hat ihr Vertrauen darin bekundet, dass die Kerninflation bis Ende 2027/2028 auf das Ziel von 2 % zurückkehren wird. Dafür muss jedoch ein anhaltender geopolitischer Schock vermieden werden. Die Kerninflation bleibt insgesamt unter Kontrolle, und der Anstieg der Ölpreise hat die zugrunde liegende Inflation bislang noch nicht erreicht. Das ist an sich ein optimistischer Faktor für die Fed.
syot kilat


3) Wie sich der Markt (die Hochfinanz) hinsichtlich des Fed-Zinsausblicks positioniert – über Futures-Kontrakte auf den Federal-Funds-Zinssatz


Die Preise der an der Chicago Mercantile Exchange (CME) gehandelten Futures auf den Federal-Funds-Zinssatz ermöglichen es, zu verstehen, wie institutionelle Anleger die zukünftige Entwicklung des Fed-Zinssatzes einschätzen. Nach der geldpolitischen Entscheidung der Fed geht der Markt davon aus, dass bis zum Jahresende noch eine letzte Zinserhöhung erfolgen könnte. Je nach Entwicklung der Ölpreise und der Kerninflation könnte sich jedoch wieder der Status quo durchsetzen.
syot kilat


4) Die technischen Signale der US-Anleiherendite mit 2 Jahren Laufzeit

Die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihe ist der Indikator, der die zukünftige Entwicklung des US-Federal-Funds-Zinssatzes am besten vorwegnimmt. Liegt sie über dem Fed-Leitzins, bedeutet dies, dass der Markt eine Zinserhöhung erwartet – und umgekehrt.
Der Fed-Leitzins liegt nun bei 4 %, während die Rendite der US-2-Jahresanleihe nach der geldpolitischen Entscheidung der Fed bei 4,70 % liegt. Der Markt hält es daher für wahrscheinlich, dass die Fed ihren Leitzins bis zum Jahresende erneut anheben wird.
syot kilat






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