Guten Morgen zusammen,
die neue Handelswoche startet mit einem spannenden Mix aus geopolitischer Entspannung, nachlassenden Ölpreisen und gleichzeitig einer der wichtigsten Börsenwochen des gesamten Quartals. Während sich die Lage zwischen den USA und dem Iran kurzfristig etwas beruhigt hat und dadurch Risk-On-Stimmung zurückkehrt, richten sich die Blicke der Märkte bereits auf die nächsten großen Ereignisse. Im Fokus stehen heute das OPEC-Meeting, das Verbrauchervertrauen in den USA sowie zahlreiche Quartalszahlen namhafter Unternehmen. Der eigentliche Höhepunkt folgt jedoch morgen mit dem Zinsentscheid der US-Notenbank sowie den Quartalszahlen von Microsoft und Meta. Die Volatilität dürfte deshalb bis Ende der Woche deutlich anziehen.
Agenda
* Geopolitische Lage
* Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
* Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
* Earnings im Überblick
* Märkte & Korrelationen
* Risk Assets im Überblick
* DAX charttechnischer Ausblick
* Fazit
Geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt angespannt, entwickelt sich kurzfristig jedoch in eine konstruktivere Richtung. Nachdem Donald Trump zuletzt überraschend eine Pause der Luftangriffe gegen den Iran angekündigt hatte, laufen aktuell weitere diplomatische Gespräche zwischen beiden Seiten. Trump sprach erneut von “guten Gesprächen” und betonte, dass eine diplomatische Lösung weiterhin möglich sei. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass die USA ihre Militärschläge jederzeit wieder aufnehmen könnten, falls die Verhandlungen scheitern.
Auch der Iran signalisiert grundsätzlich Gesprächsbereitschaft, hält jedoch weiterhin an seiner Kontrolle über die Straße von Hormus fest. Gleichzeitig bleibt der Schiffsverkehr deutlich unter Normalniveau, wodurch die Versorgungslage am Ölmarkt trotz fallender Ölpreise weiterhin angespannt bleibt.
Insgesamt überwiegt aktuell dennoch leicht die Risk-On-Stimmung. Der deutliche Rückgang beim Ölpreis zeigt, dass die Märkte momentan eher auf eine diplomatische Lösung als auf eine weitere Eskalation setzen. Dennoch bleibt die geopolitische Lage der wichtigste externe Risikofaktor für diese Handelswoche.
Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
Gestern standen vor allem die langlebigen Wirtschaftsgüter (Durable Goods Orders) sowie eine Rede von Donald Trump im Fokus.
Die Durable Goods Orders für Juni stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,3 %. Erwartet wurden 1,6 %, nachdem der Vormonat auf -4,0 % nach oben revidiert wurde.
Die Daten fielen damit zwar schwächer als erwartet aus, zeigen im Vergleich zum stark negativen Vormonat jedoch eine deutliche Stabilisierung. Die Durable Goods Orders messen den Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter wie Maschinen, Fahrzeuge oder Industrieanlagen und gelten als wichtiger Frühindikator für die Investitionsbereitschaft der Unternehmen.
Auch wenn die Zahlen kurzfristig etwas enttäuschten, signalisieren sie bislang keine deutliche Eintrübung der US-Wirtschaft. Gerade vor dem morgigen FED-Zinsentscheid dürfte die US-Notenbank diese Daten deshalb eher als neutral bewerten.
Zusätzlich sprach Donald Trump erneut über die geopolitische Lage im Nahen Osten. Er betonte, dass die Gespräche mit dem Iran konstruktiv verlaufen würden, machte aber gleichzeitig klar, dass militärische Maßnahmen jederzeit wieder aufgenommen werden könnten, sollte es keine Fortschritte geben. Insgesamt wurden seine Aussagen von den Märkten leicht positiv aufgenommen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute richtet sich der Fokus zunächst auf das OPEC-Meeting.
Angesichts der zuletzt deutlich gefallenen Ölpreise dürfte insbesondere interessant werden, wie die OPEC die aktuelle geopolitische Entwicklung bewertet. Sollten Produktionskürzungen verlängert oder weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Ölmarktes diskutiert werden, könnte dies den Ölpreis kurzfristig wieder unterstützen. Bleibt die geopolitische Entspannung bestehen, dürfte der Ölmarkt dagegen weiter unter Druck bleiben.
Am Nachmittag folgen dann die CB Consumer Confidence Daten.
Erwartet wird ein Wert von 92,4 Punkten, nach zuletzt 91,2 Punkten.
Das Conference Board Consumer Confidence misst das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung und gilt als wichtiger Frühindikator für den privaten Konsum, welcher rund zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaftsleistung ausmacht.
Ein höherer Wert spricht für optimistischere Verbraucher und steigende Konsumausgaben. Schwächere Daten würden dagegen auf eine nachlassende Nachfrage hindeuten und könnten die Zinserwartungen etwas dämpfen.
Gerade unmittelbar vor dem morgigen FED-Zinsentscheid dürften diese Daten daher nochmals erhöhte Aufmerksamkeit erhalten.
Der eigentliche Höhepunkt der Woche folgt allerdings erst morgen. Dann entscheidet die US-Notenbank über den Leitzins. Neben dem eigentlichen Zinsentscheid stehen vor allem das FOMC Statement sowie die anschließende Pressekonferenz von Kevin Warsh im Mittelpunkt. Direkt nach Börsenschluss veröffentlichen außerdem Microsoft und Meta ihre Quartalszahlen und läuten damit die wichtigste Phase der Earnings Season ein.
Sowohl zum FED-Szenario als auch zur aktuellen Earnings Season habe ich bereits ausführliche Videos veröffentlicht. Wer sich auf die morgigen Ereignisse vorbereiten möchte, sollte sich diese gerne nochmals anschauen.
Earnings im Überblick
Die gestrigen Quartalszahlen lieferten insgesamt ein gemischtes Bild. Größere positive oder negative Überraschungen blieben aus. Die Märkte warten derzeit vielmehr auf die Schwergewichte der kommenden Tage.
Heute veröffentlichen unter anderem:
* Visa
* Coca-Cola
* Boeing
* PayPal
* Ford Motor
* Mondelez
* Mercedes-Benz
* Xylem
* FirstEnergy
* Enphase
Gerade Mercedes-Benz dürfte auch für den DAX von besonderer Bedeutung sein.
Der eigentliche Fokus liegt jedoch bereits auf morgen. Dann veröffentlichen Microsoft und Meta ihre Zahlen, bevor am Donnerstag Apple und Amazon folgen. Damit stehen innerhalb weniger Tage vier der sieben größten US-Unternehmen auf dem Prüfstand.
Märkte & Korrelationen
Beim Ölmarkt setzte sich die Entspannung gestern deutlich fort. US Oil verlor rund 9,5 % und fiel unter die gestern noch diskutierte Unterstützungszone im Bereich von 82 US-Dollar. Damit bestätigt der Markt aktuell das Szenario einer geopolitischen Deeskalation.
Sollte diese Entwicklung anhalten, rücken für mich zunächst die 79 US-Dollar sowie anschließend 76,80 US-Dollar als nächste Kursziele in den Fokus.
Kommt es dagegen erneut zu einer Eskalation im Nahen Osten, könnte der Ölpreis sehr schnell wieder das offene Gap im Bereich von 86,41 US-Dollar sowie anschließend 87,75 US-Dollar schließen.
US Bonds
Auch die US-Staatsanleihen zeigen erste Anzeichen einer Entspannung. Die Renditen gaben gestern über nahezu alle Laufzeiten leicht nach.
DXY/USD
Der US-Dollar konnte sich dagegen weiterhin oberhalb der Marke von 101,5 Punkten behaupten. Solange dieser Bereich verteidigt wird, bleibt für mich die 102 das nächste übergeordnete Ziel. Sollte der Dollar dagegen wieder unter 101,5 zurückfallen, rückt zunächst die 101 in den Fokus.
VIX
Der VIX notiert aktuell bei rund 19,6 Punkten und bleibt damit knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 20 Punkten. Gerade mit Blick auf den morgigen FED-Zinsentscheid sowie die anstehenden Mega-Cap-Earnings dürfte dieser Bereich besonders interessant werden. Ein nachhaltiger Anstieg über 20 Punkte würde auf deutlich steigende Unsicherheit und erhöhte Volatilität hindeuten.
Risk Assets im Überblick
NVDA
Nvidia setzte die Korrektur gestern mit einem Minus von rund 5 % fort.
Neben allgemeinen Gewinnmitnahmen belasteten vor allem Berichte über zunehmenden Wettbewerb aus China den Halbleitersektor. Reuters berichtet unter anderem, dass China inzwischen mit der Produktion eigener Lithografiesysteme begonnen hat und Investoren zunehmend hinterfragen, wie schnell sich die enormen Investitionen in Künstliche Intelligenz tatsächlich auszahlen werden.
Charttechnisch bleibt die Lage ebenfalls angeschlagen. Die Aktie schloss im Bereich von 196,50 US-Dollar und damit erneut unter der wichtigen 200-Dollar-Marke.
Solange sich Nvidia nicht nachhaltig über 200 US-Dollar stabilisieren kann, bleiben für mich zunächst die Unterstützungen bei 195, 190 sowie anschließend 186,60 US-Dollar relevant.
BTC
Beim Bitcoin hat sich das gestern besprochene Szenario ebenfalls bestätigt.
Der Bereich zwischen dem Monatstief März sowie April konnte erneut nicht zurückerobert werden. Stattdessen schloss Bitcoin deutlich darunter bei 63.722 US-Dollar und unterschritt heute bereits das gestrige Tagestief.
Solange Bitcoin unter den Widerständen im Bereich von 65.000 bis 65.700 US-Dollar notiert, bleibe ich mittelfristig eher bearish und sehe zunächst Kursziele im Bereich zwischen 61.000 und 62.000 US-Dollar. Erst eine nachhaltige Rückeroberung dieser Widerstandszone würde das kurzfristige Chartbild wieder aufhellen.
SPX
Auch der S&P 500 zeigte sich gestern schwächer. Nach dem positiven Handelsstart wurde das Gap nahezu vollständig abverkauft. Der Index schloss erneut unter 7.500 Punkten und bildete gleichzeitig ein neues kurzfristiges Tief aus.
Bleiben wir heute unter den Wochentiefs der vergangenen Wochen, rücken zunächst 7.409, anschließend 7.397 sowie 7.358 Punkte in den Fokus. Insgesamt rechne ich kurzfristig mit einem leicht erhöhten Risk-Off-Szenario vor der morgigen FED-Sitzung und den anstehenden Mega-Cap-Earnings.
NASDAQ
Auch der Nasdaq präsentierte sich deutlich schwächer. Die wichtige Unterstützung bei 28.500 Punkten konnte nicht verteidigt werden. Stattdessen schloss der Index unter 28.000 Punkten und markierte bereits heute ein neues Tagestief.
Solange der Nasdaq unter 28.175 Punkten notiert, bleibt das kurzfristige Chartbild angeschlagen. Die nächsten Ziele liegen für mich zunächst im Bereich von 27.500 beziehungsweise 27.429 Punkten. Erst eine nachhaltige Rückeroberung der 28.175 Punkte würde das bullische Szenario wieder aktivieren.
US30
Der Dow Jones zeigte sich dagegen vergleichsweise robust und schloss trotz zwischenzeitlicher Schwäche leicht im Plus. Entscheidend bleibt nun der Bereich um 52.333 Punkte. Gelingt hier der Ausbruch, könnten 52.500 sowie anschließend 53.010 Punkte in den Fokus rücken. Andernfalls wäre ein Rücklauf in Richtung 52.000 Punkte durchaus denkbar.
DAX charttechnischer Ausblick
Der DAX präsentierte sich gestern weiterhin robust und konnte sich trotz der Unsicherheiten am Gesamtmarkt oberhalb wichtiger Unterstützungen behaupten.
Für den heutigen Handel bleibt zunächst entscheidend, ob das gestrige Tageshoch bei rund 25.560 Punkten überwunden werden kann. Gelingt dieser Ausbruch, dürfte das Allzeithoch im Bereich von 25.900 Punkten wieder in den Fokus rücken.
Sollte der DAX dagegen auf Vier-Stunden-Basis wieder unter 25.500 Punkte zurückfallen, könnte zunächst das Wochenhoch der Kalenderwoche 30 im Bereich von 25.280 Punkten getestet werden. Darunter würden das offene Gap bei 25.112 Punkten sowie anschließend die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke in den Fokus rücken.
Die verschiedenen Szenarien für den weiteren Wochenverlauf habe ich bereits ausführlich in meinen aktuellen Videos zum FED-Zinsentscheid sowie zum Wochenausblick besprochen.
Fazit
Die Märkte starten mit leicht positiver Stimmung in den Handelstag. Die geopolitische Lage hat sich kurzfristig entspannt und sorgt für deutlichen Druck auf den Ölpreis. Gleichzeitig bleiben die Risiken jedoch hoch. Bereits morgen stehen mit dem FED-Zinsentscheid, der Pressekonferenz von Jerome Powell sowie den Quartalszahlen von Microsoft und Meta gleich mehrere marktbewegende Ereignisse an.
Heute dürften insbesondere das OPEC-Meeting, das US-Verbrauchervertrauen sowie die zahlreichen Quartalszahlen den Takt vorgeben. Insgesamt rechne ich bis zum FED-Entscheid eher mit einer vorsichtigen Positionierung der Marktteilnehmer und einer weiter steigenden Volatilität.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Ich wünsche euch stabile Trades und einen guten Handelstag.
die neue Handelswoche startet mit einem spannenden Mix aus geopolitischer Entspannung, nachlassenden Ölpreisen und gleichzeitig einer der wichtigsten Börsenwochen des gesamten Quartals. Während sich die Lage zwischen den USA und dem Iran kurzfristig etwas beruhigt hat und dadurch Risk-On-Stimmung zurückkehrt, richten sich die Blicke der Märkte bereits auf die nächsten großen Ereignisse. Im Fokus stehen heute das OPEC-Meeting, das Verbrauchervertrauen in den USA sowie zahlreiche Quartalszahlen namhafter Unternehmen. Der eigentliche Höhepunkt folgt jedoch morgen mit dem Zinsentscheid der US-Notenbank sowie den Quartalszahlen von Microsoft und Meta. Die Volatilität dürfte deshalb bis Ende der Woche deutlich anziehen.
Agenda
* Geopolitische Lage
* Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
* Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
* Earnings im Überblick
* Märkte & Korrelationen
* Risk Assets im Überblick
* DAX charttechnischer Ausblick
* Fazit
Geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt angespannt, entwickelt sich kurzfristig jedoch in eine konstruktivere Richtung. Nachdem Donald Trump zuletzt überraschend eine Pause der Luftangriffe gegen den Iran angekündigt hatte, laufen aktuell weitere diplomatische Gespräche zwischen beiden Seiten. Trump sprach erneut von “guten Gesprächen” und betonte, dass eine diplomatische Lösung weiterhin möglich sei. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass die USA ihre Militärschläge jederzeit wieder aufnehmen könnten, falls die Verhandlungen scheitern.
Auch der Iran signalisiert grundsätzlich Gesprächsbereitschaft, hält jedoch weiterhin an seiner Kontrolle über die Straße von Hormus fest. Gleichzeitig bleibt der Schiffsverkehr deutlich unter Normalniveau, wodurch die Versorgungslage am Ölmarkt trotz fallender Ölpreise weiterhin angespannt bleibt.
Insgesamt überwiegt aktuell dennoch leicht die Risk-On-Stimmung. Der deutliche Rückgang beim Ölpreis zeigt, dass die Märkte momentan eher auf eine diplomatische Lösung als auf eine weitere Eskalation setzen. Dennoch bleibt die geopolitische Lage der wichtigste externe Risikofaktor für diese Handelswoche.
Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
Gestern standen vor allem die langlebigen Wirtschaftsgüter (Durable Goods Orders) sowie eine Rede von Donald Trump im Fokus.
Die Durable Goods Orders für Juni stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,3 %. Erwartet wurden 1,6 %, nachdem der Vormonat auf -4,0 % nach oben revidiert wurde.
Die Daten fielen damit zwar schwächer als erwartet aus, zeigen im Vergleich zum stark negativen Vormonat jedoch eine deutliche Stabilisierung. Die Durable Goods Orders messen den Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter wie Maschinen, Fahrzeuge oder Industrieanlagen und gelten als wichtiger Frühindikator für die Investitionsbereitschaft der Unternehmen.
Auch wenn die Zahlen kurzfristig etwas enttäuschten, signalisieren sie bislang keine deutliche Eintrübung der US-Wirtschaft. Gerade vor dem morgigen FED-Zinsentscheid dürfte die US-Notenbank diese Daten deshalb eher als neutral bewerten.
Zusätzlich sprach Donald Trump erneut über die geopolitische Lage im Nahen Osten. Er betonte, dass die Gespräche mit dem Iran konstruktiv verlaufen würden, machte aber gleichzeitig klar, dass militärische Maßnahmen jederzeit wieder aufgenommen werden könnten, sollte es keine Fortschritte geben. Insgesamt wurden seine Aussagen von den Märkten leicht positiv aufgenommen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute richtet sich der Fokus zunächst auf das OPEC-Meeting.
Angesichts der zuletzt deutlich gefallenen Ölpreise dürfte insbesondere interessant werden, wie die OPEC die aktuelle geopolitische Entwicklung bewertet. Sollten Produktionskürzungen verlängert oder weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Ölmarktes diskutiert werden, könnte dies den Ölpreis kurzfristig wieder unterstützen. Bleibt die geopolitische Entspannung bestehen, dürfte der Ölmarkt dagegen weiter unter Druck bleiben.
Am Nachmittag folgen dann die CB Consumer Confidence Daten.
Erwartet wird ein Wert von 92,4 Punkten, nach zuletzt 91,2 Punkten.
Das Conference Board Consumer Confidence misst das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung und gilt als wichtiger Frühindikator für den privaten Konsum, welcher rund zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaftsleistung ausmacht.
Ein höherer Wert spricht für optimistischere Verbraucher und steigende Konsumausgaben. Schwächere Daten würden dagegen auf eine nachlassende Nachfrage hindeuten und könnten die Zinserwartungen etwas dämpfen.
Gerade unmittelbar vor dem morgigen FED-Zinsentscheid dürften diese Daten daher nochmals erhöhte Aufmerksamkeit erhalten.
Der eigentliche Höhepunkt der Woche folgt allerdings erst morgen. Dann entscheidet die US-Notenbank über den Leitzins. Neben dem eigentlichen Zinsentscheid stehen vor allem das FOMC Statement sowie die anschließende Pressekonferenz von Kevin Warsh im Mittelpunkt. Direkt nach Börsenschluss veröffentlichen außerdem Microsoft und Meta ihre Quartalszahlen und läuten damit die wichtigste Phase der Earnings Season ein.
Sowohl zum FED-Szenario als auch zur aktuellen Earnings Season habe ich bereits ausführliche Videos veröffentlicht. Wer sich auf die morgigen Ereignisse vorbereiten möchte, sollte sich diese gerne nochmals anschauen.
Earnings im Überblick
Die gestrigen Quartalszahlen lieferten insgesamt ein gemischtes Bild. Größere positive oder negative Überraschungen blieben aus. Die Märkte warten derzeit vielmehr auf die Schwergewichte der kommenden Tage.
Heute veröffentlichen unter anderem:
* Visa
* Coca-Cola
* Boeing
* PayPal
* Ford Motor
* Mondelez
* Mercedes-Benz
* Xylem
* FirstEnergy
* Enphase
Gerade Mercedes-Benz dürfte auch für den DAX von besonderer Bedeutung sein.
Der eigentliche Fokus liegt jedoch bereits auf morgen. Dann veröffentlichen Microsoft und Meta ihre Zahlen, bevor am Donnerstag Apple und Amazon folgen. Damit stehen innerhalb weniger Tage vier der sieben größten US-Unternehmen auf dem Prüfstand.
Märkte & Korrelationen
Beim Ölmarkt setzte sich die Entspannung gestern deutlich fort. US Oil verlor rund 9,5 % und fiel unter die gestern noch diskutierte Unterstützungszone im Bereich von 82 US-Dollar. Damit bestätigt der Markt aktuell das Szenario einer geopolitischen Deeskalation.
Sollte diese Entwicklung anhalten, rücken für mich zunächst die 79 US-Dollar sowie anschließend 76,80 US-Dollar als nächste Kursziele in den Fokus.
Kommt es dagegen erneut zu einer Eskalation im Nahen Osten, könnte der Ölpreis sehr schnell wieder das offene Gap im Bereich von 86,41 US-Dollar sowie anschließend 87,75 US-Dollar schließen.
US Bonds
Auch die US-Staatsanleihen zeigen erste Anzeichen einer Entspannung. Die Renditen gaben gestern über nahezu alle Laufzeiten leicht nach.
DXY/USD
Der US-Dollar konnte sich dagegen weiterhin oberhalb der Marke von 101,5 Punkten behaupten. Solange dieser Bereich verteidigt wird, bleibt für mich die 102 das nächste übergeordnete Ziel. Sollte der Dollar dagegen wieder unter 101,5 zurückfallen, rückt zunächst die 101 in den Fokus.
VIX
Der VIX notiert aktuell bei rund 19,6 Punkten und bleibt damit knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 20 Punkten. Gerade mit Blick auf den morgigen FED-Zinsentscheid sowie die anstehenden Mega-Cap-Earnings dürfte dieser Bereich besonders interessant werden. Ein nachhaltiger Anstieg über 20 Punkte würde auf deutlich steigende Unsicherheit und erhöhte Volatilität hindeuten.
Risk Assets im Überblick
NVDA
Nvidia setzte die Korrektur gestern mit einem Minus von rund 5 % fort.
Neben allgemeinen Gewinnmitnahmen belasteten vor allem Berichte über zunehmenden Wettbewerb aus China den Halbleitersektor. Reuters berichtet unter anderem, dass China inzwischen mit der Produktion eigener Lithografiesysteme begonnen hat und Investoren zunehmend hinterfragen, wie schnell sich die enormen Investitionen in Künstliche Intelligenz tatsächlich auszahlen werden.
Charttechnisch bleibt die Lage ebenfalls angeschlagen. Die Aktie schloss im Bereich von 196,50 US-Dollar und damit erneut unter der wichtigen 200-Dollar-Marke.
Solange sich Nvidia nicht nachhaltig über 200 US-Dollar stabilisieren kann, bleiben für mich zunächst die Unterstützungen bei 195, 190 sowie anschließend 186,60 US-Dollar relevant.
BTC
Beim Bitcoin hat sich das gestern besprochene Szenario ebenfalls bestätigt.
Der Bereich zwischen dem Monatstief März sowie April konnte erneut nicht zurückerobert werden. Stattdessen schloss Bitcoin deutlich darunter bei 63.722 US-Dollar und unterschritt heute bereits das gestrige Tagestief.
Solange Bitcoin unter den Widerständen im Bereich von 65.000 bis 65.700 US-Dollar notiert, bleibe ich mittelfristig eher bearish und sehe zunächst Kursziele im Bereich zwischen 61.000 und 62.000 US-Dollar. Erst eine nachhaltige Rückeroberung dieser Widerstandszone würde das kurzfristige Chartbild wieder aufhellen.
SPX
Auch der S&P 500 zeigte sich gestern schwächer. Nach dem positiven Handelsstart wurde das Gap nahezu vollständig abverkauft. Der Index schloss erneut unter 7.500 Punkten und bildete gleichzeitig ein neues kurzfristiges Tief aus.
Bleiben wir heute unter den Wochentiefs der vergangenen Wochen, rücken zunächst 7.409, anschließend 7.397 sowie 7.358 Punkte in den Fokus. Insgesamt rechne ich kurzfristig mit einem leicht erhöhten Risk-Off-Szenario vor der morgigen FED-Sitzung und den anstehenden Mega-Cap-Earnings.
NASDAQ
Auch der Nasdaq präsentierte sich deutlich schwächer. Die wichtige Unterstützung bei 28.500 Punkten konnte nicht verteidigt werden. Stattdessen schloss der Index unter 28.000 Punkten und markierte bereits heute ein neues Tagestief.
Solange der Nasdaq unter 28.175 Punkten notiert, bleibt das kurzfristige Chartbild angeschlagen. Die nächsten Ziele liegen für mich zunächst im Bereich von 27.500 beziehungsweise 27.429 Punkten. Erst eine nachhaltige Rückeroberung der 28.175 Punkte würde das bullische Szenario wieder aktivieren.
US30
Der Dow Jones zeigte sich dagegen vergleichsweise robust und schloss trotz zwischenzeitlicher Schwäche leicht im Plus. Entscheidend bleibt nun der Bereich um 52.333 Punkte. Gelingt hier der Ausbruch, könnten 52.500 sowie anschließend 53.010 Punkte in den Fokus rücken. Andernfalls wäre ein Rücklauf in Richtung 52.000 Punkte durchaus denkbar.
DAX charttechnischer Ausblick
Der DAX präsentierte sich gestern weiterhin robust und konnte sich trotz der Unsicherheiten am Gesamtmarkt oberhalb wichtiger Unterstützungen behaupten.
Für den heutigen Handel bleibt zunächst entscheidend, ob das gestrige Tageshoch bei rund 25.560 Punkten überwunden werden kann. Gelingt dieser Ausbruch, dürfte das Allzeithoch im Bereich von 25.900 Punkten wieder in den Fokus rücken.
Sollte der DAX dagegen auf Vier-Stunden-Basis wieder unter 25.500 Punkte zurückfallen, könnte zunächst das Wochenhoch der Kalenderwoche 30 im Bereich von 25.280 Punkten getestet werden. Darunter würden das offene Gap bei 25.112 Punkten sowie anschließend die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke in den Fokus rücken.
Die verschiedenen Szenarien für den weiteren Wochenverlauf habe ich bereits ausführlich in meinen aktuellen Videos zum FED-Zinsentscheid sowie zum Wochenausblick besprochen.
Fazit
Die Märkte starten mit leicht positiver Stimmung in den Handelstag. Die geopolitische Lage hat sich kurzfristig entspannt und sorgt für deutlichen Druck auf den Ölpreis. Gleichzeitig bleiben die Risiken jedoch hoch. Bereits morgen stehen mit dem FED-Zinsentscheid, der Pressekonferenz von Jerome Powell sowie den Quartalszahlen von Microsoft und Meta gleich mehrere marktbewegende Ereignisse an.
Heute dürften insbesondere das OPEC-Meeting, das US-Verbrauchervertrauen sowie die zahlreichen Quartalszahlen den Takt vorgeben. Insgesamt rechne ich bis zum FED-Entscheid eher mit einer vorsichtigen Positionierung der Marktteilnehmer und einer weiter steigenden Volatilität.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Ich wünsche euch stabile Trades und einen guten Handelstag.
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