Geopolitische Lage
Bevor wir auf die eigentliche Analyse eingehen, zunächst ein Blick auf die geopolitische Lage. Diese bleibt weiterhin einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Rohstoff-, Anleihe- und Aktienmärkte.
Nachdem in den vergangenen Tagen Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten aufgekommen waren, gab es gestern und heute erneut gemischte Signale. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt mehrfach betont, dass eine diplomatische Lösung mit dem Iran weiterhin möglich sei und dass Fortschritte bei den Verhandlungen erzielt würden. Gleichzeitig kamen jedoch Berichte auf, wonach die Hisbollah einen neuen Waffenruhe-Vorschlag ablehnt und Israel weiterhin auf Sicherheitsgarantien besteht. Dadurch bleibt die Situation äußerst fragil.
Der Markt beobachtet insbesondere weiterhin die Entwicklungen rund um den Iran, Israel, den Libanon sowie die Straße von Hormus. Zwar hat sich die unmittelbare Eskalationsangst im Vergleich zu Beginn der Woche etwas reduziert, von einer nachhaltigen Entspannung kann jedoch noch keine Rede sein. Entsprechend bleiben Ölpreis und Risikoaufschläge weiterhin stark von neuen Schlagzeilen abhängig.
Zusätzlich sorgten heute Nacht Aussagen von Nvidia CEO Jensen Huang für Aufmerksamkeit. Huang betonte erneut die starke Dynamik der KI-Industrie, sprach von einer beschleunigten AI-Expansion und bezeichnete Robotik als einen der nächsten großen Wachstumsmärkte. Darüber hinaus kündigte Nvidia weitere Investitionen und eine stärkere Präsenz in Südkorea an. Fundamental bleiben die Aussagen klar positiv für den Technologiesektor.
Auch von Seiten der Zentralbanken standen gestern mehrere Reden auf der Agenda. Sowohl FOMC-Mitglied Bowman als auch FOMC-Mitglied Daly äußerten sich weiterhin vorsichtig hinsichtlich möglicher Zinssenkungen. Die Aussagen änderten jedoch nichts am übergeordneten Bild: Die FED bleibt datenabhängig und richtet ihren Fokus weiterhin stark auf Inflation und Arbeitsmarkt.
Wirtschaftsdaten gestern
Kurzer Hinweis vorab: Gestern habe ich ein sehr ausführliches YouTube-Video hochgeladen. Dort gehe ich die verschiedenen NFP-Szenarien detailliert durch, bespreche Best-Case-, Worst-Case- sowie mein bevorzugtes Szenario und zeige konkrete Trading-Setups für die heutigen Daten. Wer sich auf die Veröffentlichung vorbereiten möchte, findet dort die vollständige Analyse.
Die wichtigsten Wirtschaftsdaten des gestrigen Tages kamen erneut vom US-Arbeitsmarkt.
Besonders auffällig waren die Initial Jobless Claims. Diese stiegen auf 225.000, während lediglich 214.000 erwartet wurden. Gleichzeitig wurde der Vormonatswert von 215.000 auf 212.000 nach unten revidiert. Die Kennzahl misst die Anzahl der Personen, die erstmals Arbeitslosenhilfe beantragen, und gilt als einer der frühesten Indikatoren für Veränderungen am Arbeitsmarkt.
Der deutliche Anstieg spricht dafür, dass sich erste Schwächesignale im US-Arbeitsmarkt zeigen könnten. Da die Initial Jobless Claims häufig als Vorläufer der Non-Farm Payrolls betrachtet werden, bleibt abzuwarten, ob sich diese Tendenz heute in den offiziellen Arbeitsmarktdaten bestätigt.
Etwas widersprüchlich fielen dagegen die Continuing Jobless Claims aus. Diese lagen bei 1,777 Millionen gegenüber erwarteten 1,780 Millionen und einem vorherigen Wert von 1,785 Millionen. Hier zeigt sich also weiterhin eine gewisse Stabilität.
Zusätzlich wurden gestern die Daten zur Produktivität und zu den Lohnkosten veröffentlicht. Die Produktivität fiel mit 0,3 % deutlich schwächer aus als erwartet, während die Unit Labor Costs mit 1,8 % ebenfalls unter den Prognosen lagen. Dies spricht grundsätzlich für nachlassenden Inflationsdruck und erhöht die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Zinssenkungen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute richtet sich der Fokus zunächst auf die finalen BIP-Daten der Eurozone. Erwartet wird ein Wachstum von 0,8 % gegenüber 1,2 % im Vorquartal. Die Zahlen liefern wichtige Hinweise darauf, wie stark sich die europäische Wirtschaft aktuell entwickelt.
Der absolute Schwerpunkt des Tages liegt jedoch auf den US-Arbeitsmarktdaten!
Veröffentlicht werden:
• Average Hourly Earnings (Forecast: 0,3 %, Previous: 0,2 %)
• Non-Farm Payrolls (Forecast: 85K, Previous: 115K)
• Unemployment Rate (Forecast: 4,3 %, Previous: 4,3 %)
Mein bevorzugtes Szenario:
Die Non-Farm Payrolls kommen leicht unter den Erwartungen im Bereich von etwa 85K bis 105K, die Arbeitslosenquote bleibt stabil bei 4,3 % und die Lohnentwicklung bewegt sich zwischen 0,2 % und 0,3 %.
Dieses Szenario wäre ideal, da der Arbeitsmarkt weiterhin stabil erscheint, gleichzeitig aber kein zusätzlicher Inflationsdruck entsteht. Die FED würde dadurch Spielraum für spätere Zinssenkungen gewinnen, ohne dass sofort Rezessionsängste aufkommen.
Ein deutlich schwächerer Arbeitsmarkt mit Payrolls unter 95K, steigender Arbeitslosenquote und schwachen Löhnen wäre kurzfristig ebenfalls positiv für Risk Assets, würde jedoch gleichzeitig Rezessionsängste verstärken.
Das bearishste Szenario wäre dagegen ein deutlich stärkerer Arbeitsmarkt mit Payrolls von 130K bis 150K+, einer fallenden Arbeitslosenquote und einem Lohnwachstum von 0,3 % oder höher. In diesem Fall könnten Zinssenkungserwartungen erneut nach hinten verschoben werden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt zeigte gestern eine sehr wichtige Entwicklung. US Oil verlor auf Tagesbasis rund 3,5 % und schloss deutlich schwächer.
Besonders wichtig war dabei, dass wir unter dem Tief der Mittwochskerze schließen konnten. Gleichzeitig notiert Öl inzwischen wieder unter der Marke von 95 US-Dollar und aktuell im Bereich von rund 93 US-Dollar.
Für das bullische Gesamtbild an den Aktienmärkten bleibt entscheidend, dass das gestrige Tagestief nach unten durchbrochen wird und Öl vor Wochenschluss wieder in Richtung 90 US-Dollar läuft. Dies würde den Inflationsdruck weiter reduzieren und insbesondere die Zinssenkungsfantasie unterstützen.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Staatsanleihen konnten wir gestern erneut leicht fallende Renditen beobachten. Auch heute zeigen sich die Renditen zunächst etwas schwächer.
Auf Wochenbasis befinden sich die Renditen allerdings weiterhin im Plus, da wir zu Wochenbeginn ein starkes Gap-Up gesehen hatten. Für die kommende Handelswoche bleibt entscheidend, wie hoch der Weekly-Gain der Renditen tatsächlich ausfällt und welche Signale die heutigen NFP-Daten liefern.
DXY
Der US-Dollar-Index zeigte gestern erneut eine Doji-Kerze und testete nochmals das Tagestief der Mittwochskerze.
Für mich bleibt hier entscheidend, ob wir die Zone um 99,50 nach oben durchbrechen und wieder Richtung 100 laufen oder ob wir weiterhin innerhalb der seit Mitte Mai bestehenden Range bleiben.
VIX
Der Volatilitätsindex fiel gestern erneut deutlich und verlor knapp 4 %. Mit einem aktuellen Stand von rund 15,39 Punkten bleibt die implizite Volatilität im S&P 500 weiterhin sehr niedrig und signalisiert aktuell keine größere Marktpanik.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt weiterhin einer der wichtigsten Marktführer für den Technologiesektor.
Die wichtige Supportzone zwischen 212 und 208 US-Dollar konnte erfolgreich verteidigt werden. Gestern legte die Aktie erneut knapp 2 % zu und notiert aktuell wieder über dem wichtigen April-Monatshoch bei rund 217 US-Dollar.
Für das bullische Gesamtbild wäre nun entscheidend, dass Nvidia die Woche über dem Hoch der Vorwoche sowie über dem Monatshoch abschließt. Ein Wochenschlusskurs oberhalb von 218 US-Dollar würde die bullische Struktur deutlich stärken.
Bitcoin
Bei Bitcoin fehlt weiterhin die relative Stärke. Auf die detaillierte Analyse bin ich bereits ausführlich im gestrigen YouTube-Video eingegangen. Aktuell ergeben sich hier für mich keine neuen kurzfristigen Trade-Setups.
S&P 500
Der S&P 500 konnte nach den Gewinnmitnahmen vom Mittwoch bereits gestern wieder rund 0,4 % zulegen.
Für die Oberseite bleibt der Bereich um 7.613 bis 7.614 Punkte entscheidend. Ein Bruch dieser Zone könnte den Weg in Richtung neuer Allzeithochs freimachen.
Auf der Unterseite bleibt die Zone zwischen 7.530 und 7.500 Punkten weiterhin die wichtigste Unterstützung. Sollte diese durch den NFP Trigger brechen, sehe ich bei 7.400 Punkte den nächsten Support.
Nasdaq
Auch der Nasdaq zeigte die erwartete Reaktion. Die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten wurde nahezu punktgenau getestet.
Für die Bullen bleibt nun entscheidend, dass dieser Bereich verteidigt werden kann. Sollte die Marke von 30.000 Punkten brechen, könnte eine Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich um 29.700 Punkte folgen.
Für neue Hochs benötigen wir zunächst einen Ausbruch über das aktuelle Tageshoch bei rund 30.315 Punkten.
US30
Der Dow Jones gehörte gestern mit einem Tagesgewinn von rund 1,8 % zu den stärksten Indizes.
Die starke Performance dürfte vor allem auf die Rotation aus Technologie- und KI-Werten in klassische Value-Titel zurückzuführen sein. Gleichzeitig unterstützten die schwächeren Wirtschaftsdaten die Hoffnung auf zukünftige Zinssenkungen.
Der Index notiert inzwischen deutlich über der Zone um 51.500 Punkte und befindet sich in der Nähe neuer Allzeithochs. Aufgrund der starken Rally sind vor dem Wochenende jedoch weitere Gewinnmitnahmen nicht auszuschließen.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX konnte gestern um rund 0,85 % zulegen und schloss bei 24.888 Punkten.
Positiv bleibt vor allem, dass wir oberhalb der wichtigen Zone um 24.800 Punkte schließen konnten. Dieser Bereich markiert sowohl das April-Monatshoch als auch das bisherige Jahreshoch 2025 und bleibt damit die zentrale Schlüsselzone.
Bearishes Szenario
Sollten die heutigen NFP-Daten negativ aufgenommen werden und der DAX erneut unter 24.800 Punkte fallen, wäre zunächst das aktuelle Tagestief bei 24.760 Punkten entscheidend.
Unterhalb dieser Marke sehe ich weiteres Potenzial bis zum Donnerstagstief bei 24.645 Punkten.
Sollte auch dort kein Halt gefunden werden, rückt die zentrale Unterstützungszone bei 24.500 Punkten in den Fokus.
Ein Szenario mit deutlich stärkeren NFP-Daten, steigenden Löhnen und einer fallenden Arbeitslosenquote könnte genau diesen Abverkauf auslösen.
Wichtig bleibt aber ebenfalls die Nahost Thematik, diese Szenarien erläutere ich im YT Video genauer!
Bullishes Szenario
Auf der Oberseite bleibt das Wochenhoch aus KW22 entscheidend, welches gleichzeitig das aktuelle Tageshoch markiert.
Ein nachhaltiger Schlusskurs oberhalb von 24.920 Punkten würde zunächst einen erneuten Angriff auf die psychologische Marke von 25.000 Punkten ermöglichen.
Darüber hinaus wäre anschließend das Tageshoch vom Mittwoch das nächste relevante Kursziel.
Für dieses bullische Szenario wären leicht schwächere NFP-Daten, stabile Arbeitslosigkeit und moderate Lohnzuwächse die ideale Grundlage.
Da es Freitag ist, steht auch der Wochenschlusskurs heute an, für das bullische Bild, wäre es sehr gut, wenn der DAX heute über 25.050 Punkten schließt und somit eine bullische Wochenkerze ausbildet.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch viel Erfolg bei den heutigen NFP-Daten und schon einmal ein schönes Wochenende!
Was glaubt ihr: Fallen die Non-Farm Payrolls heute eher bullish oder bearish aus?
Morgen folgt wie gewohnt mein DAX-Wochenrückblick und am Sonntag der ausführliche Wochenausblick für die KW24.
Bevor wir auf die eigentliche Analyse eingehen, zunächst ein Blick auf die geopolitische Lage. Diese bleibt weiterhin einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Rohstoff-, Anleihe- und Aktienmärkte.
Nachdem in den vergangenen Tagen Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten aufgekommen waren, gab es gestern und heute erneut gemischte Signale. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt mehrfach betont, dass eine diplomatische Lösung mit dem Iran weiterhin möglich sei und dass Fortschritte bei den Verhandlungen erzielt würden. Gleichzeitig kamen jedoch Berichte auf, wonach die Hisbollah einen neuen Waffenruhe-Vorschlag ablehnt und Israel weiterhin auf Sicherheitsgarantien besteht. Dadurch bleibt die Situation äußerst fragil.
Der Markt beobachtet insbesondere weiterhin die Entwicklungen rund um den Iran, Israel, den Libanon sowie die Straße von Hormus. Zwar hat sich die unmittelbare Eskalationsangst im Vergleich zu Beginn der Woche etwas reduziert, von einer nachhaltigen Entspannung kann jedoch noch keine Rede sein. Entsprechend bleiben Ölpreis und Risikoaufschläge weiterhin stark von neuen Schlagzeilen abhängig.
Zusätzlich sorgten heute Nacht Aussagen von Nvidia CEO Jensen Huang für Aufmerksamkeit. Huang betonte erneut die starke Dynamik der KI-Industrie, sprach von einer beschleunigten AI-Expansion und bezeichnete Robotik als einen der nächsten großen Wachstumsmärkte. Darüber hinaus kündigte Nvidia weitere Investitionen und eine stärkere Präsenz in Südkorea an. Fundamental bleiben die Aussagen klar positiv für den Technologiesektor.
Auch von Seiten der Zentralbanken standen gestern mehrere Reden auf der Agenda. Sowohl FOMC-Mitglied Bowman als auch FOMC-Mitglied Daly äußerten sich weiterhin vorsichtig hinsichtlich möglicher Zinssenkungen. Die Aussagen änderten jedoch nichts am übergeordneten Bild: Die FED bleibt datenabhängig und richtet ihren Fokus weiterhin stark auf Inflation und Arbeitsmarkt.
Wirtschaftsdaten gestern
Kurzer Hinweis vorab: Gestern habe ich ein sehr ausführliches YouTube-Video hochgeladen. Dort gehe ich die verschiedenen NFP-Szenarien detailliert durch, bespreche Best-Case-, Worst-Case- sowie mein bevorzugtes Szenario und zeige konkrete Trading-Setups für die heutigen Daten. Wer sich auf die Veröffentlichung vorbereiten möchte, findet dort die vollständige Analyse.
Die wichtigsten Wirtschaftsdaten des gestrigen Tages kamen erneut vom US-Arbeitsmarkt.
Besonders auffällig waren die Initial Jobless Claims. Diese stiegen auf 225.000, während lediglich 214.000 erwartet wurden. Gleichzeitig wurde der Vormonatswert von 215.000 auf 212.000 nach unten revidiert. Die Kennzahl misst die Anzahl der Personen, die erstmals Arbeitslosenhilfe beantragen, und gilt als einer der frühesten Indikatoren für Veränderungen am Arbeitsmarkt.
Der deutliche Anstieg spricht dafür, dass sich erste Schwächesignale im US-Arbeitsmarkt zeigen könnten. Da die Initial Jobless Claims häufig als Vorläufer der Non-Farm Payrolls betrachtet werden, bleibt abzuwarten, ob sich diese Tendenz heute in den offiziellen Arbeitsmarktdaten bestätigt.
Etwas widersprüchlich fielen dagegen die Continuing Jobless Claims aus. Diese lagen bei 1,777 Millionen gegenüber erwarteten 1,780 Millionen und einem vorherigen Wert von 1,785 Millionen. Hier zeigt sich also weiterhin eine gewisse Stabilität.
Zusätzlich wurden gestern die Daten zur Produktivität und zu den Lohnkosten veröffentlicht. Die Produktivität fiel mit 0,3 % deutlich schwächer aus als erwartet, während die Unit Labor Costs mit 1,8 % ebenfalls unter den Prognosen lagen. Dies spricht grundsätzlich für nachlassenden Inflationsdruck und erhöht die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Zinssenkungen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute richtet sich der Fokus zunächst auf die finalen BIP-Daten der Eurozone. Erwartet wird ein Wachstum von 0,8 % gegenüber 1,2 % im Vorquartal. Die Zahlen liefern wichtige Hinweise darauf, wie stark sich die europäische Wirtschaft aktuell entwickelt.
Der absolute Schwerpunkt des Tages liegt jedoch auf den US-Arbeitsmarktdaten!
Veröffentlicht werden:
• Average Hourly Earnings (Forecast: 0,3 %, Previous: 0,2 %)
• Non-Farm Payrolls (Forecast: 85K, Previous: 115K)
• Unemployment Rate (Forecast: 4,3 %, Previous: 4,3 %)
Mein bevorzugtes Szenario:
Die Non-Farm Payrolls kommen leicht unter den Erwartungen im Bereich von etwa 85K bis 105K, die Arbeitslosenquote bleibt stabil bei 4,3 % und die Lohnentwicklung bewegt sich zwischen 0,2 % und 0,3 %.
Dieses Szenario wäre ideal, da der Arbeitsmarkt weiterhin stabil erscheint, gleichzeitig aber kein zusätzlicher Inflationsdruck entsteht. Die FED würde dadurch Spielraum für spätere Zinssenkungen gewinnen, ohne dass sofort Rezessionsängste aufkommen.
Ein deutlich schwächerer Arbeitsmarkt mit Payrolls unter 95K, steigender Arbeitslosenquote und schwachen Löhnen wäre kurzfristig ebenfalls positiv für Risk Assets, würde jedoch gleichzeitig Rezessionsängste verstärken.
Das bearishste Szenario wäre dagegen ein deutlich stärkerer Arbeitsmarkt mit Payrolls von 130K bis 150K+, einer fallenden Arbeitslosenquote und einem Lohnwachstum von 0,3 % oder höher. In diesem Fall könnten Zinssenkungserwartungen erneut nach hinten verschoben werden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt zeigte gestern eine sehr wichtige Entwicklung. US Oil verlor auf Tagesbasis rund 3,5 % und schloss deutlich schwächer.
Besonders wichtig war dabei, dass wir unter dem Tief der Mittwochskerze schließen konnten. Gleichzeitig notiert Öl inzwischen wieder unter der Marke von 95 US-Dollar und aktuell im Bereich von rund 93 US-Dollar.
Für das bullische Gesamtbild an den Aktienmärkten bleibt entscheidend, dass das gestrige Tagestief nach unten durchbrochen wird und Öl vor Wochenschluss wieder in Richtung 90 US-Dollar läuft. Dies würde den Inflationsdruck weiter reduzieren und insbesondere die Zinssenkungsfantasie unterstützen.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Staatsanleihen konnten wir gestern erneut leicht fallende Renditen beobachten. Auch heute zeigen sich die Renditen zunächst etwas schwächer.
Auf Wochenbasis befinden sich die Renditen allerdings weiterhin im Plus, da wir zu Wochenbeginn ein starkes Gap-Up gesehen hatten. Für die kommende Handelswoche bleibt entscheidend, wie hoch der Weekly-Gain der Renditen tatsächlich ausfällt und welche Signale die heutigen NFP-Daten liefern.
DXY
Der US-Dollar-Index zeigte gestern erneut eine Doji-Kerze und testete nochmals das Tagestief der Mittwochskerze.
Für mich bleibt hier entscheidend, ob wir die Zone um 99,50 nach oben durchbrechen und wieder Richtung 100 laufen oder ob wir weiterhin innerhalb der seit Mitte Mai bestehenden Range bleiben.
VIX
Der Volatilitätsindex fiel gestern erneut deutlich und verlor knapp 4 %. Mit einem aktuellen Stand von rund 15,39 Punkten bleibt die implizite Volatilität im S&P 500 weiterhin sehr niedrig und signalisiert aktuell keine größere Marktpanik.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt weiterhin einer der wichtigsten Marktführer für den Technologiesektor.
Die wichtige Supportzone zwischen 212 und 208 US-Dollar konnte erfolgreich verteidigt werden. Gestern legte die Aktie erneut knapp 2 % zu und notiert aktuell wieder über dem wichtigen April-Monatshoch bei rund 217 US-Dollar.
Für das bullische Gesamtbild wäre nun entscheidend, dass Nvidia die Woche über dem Hoch der Vorwoche sowie über dem Monatshoch abschließt. Ein Wochenschlusskurs oberhalb von 218 US-Dollar würde die bullische Struktur deutlich stärken.
Bitcoin
Bei Bitcoin fehlt weiterhin die relative Stärke. Auf die detaillierte Analyse bin ich bereits ausführlich im gestrigen YouTube-Video eingegangen. Aktuell ergeben sich hier für mich keine neuen kurzfristigen Trade-Setups.
S&P 500
Der S&P 500 konnte nach den Gewinnmitnahmen vom Mittwoch bereits gestern wieder rund 0,4 % zulegen.
Für die Oberseite bleibt der Bereich um 7.613 bis 7.614 Punkte entscheidend. Ein Bruch dieser Zone könnte den Weg in Richtung neuer Allzeithochs freimachen.
Auf der Unterseite bleibt die Zone zwischen 7.530 und 7.500 Punkten weiterhin die wichtigste Unterstützung. Sollte diese durch den NFP Trigger brechen, sehe ich bei 7.400 Punkte den nächsten Support.
Nasdaq
Auch der Nasdaq zeigte die erwartete Reaktion. Die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten wurde nahezu punktgenau getestet.
Für die Bullen bleibt nun entscheidend, dass dieser Bereich verteidigt werden kann. Sollte die Marke von 30.000 Punkten brechen, könnte eine Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich um 29.700 Punkte folgen.
Für neue Hochs benötigen wir zunächst einen Ausbruch über das aktuelle Tageshoch bei rund 30.315 Punkten.
US30
Der Dow Jones gehörte gestern mit einem Tagesgewinn von rund 1,8 % zu den stärksten Indizes.
Die starke Performance dürfte vor allem auf die Rotation aus Technologie- und KI-Werten in klassische Value-Titel zurückzuführen sein. Gleichzeitig unterstützten die schwächeren Wirtschaftsdaten die Hoffnung auf zukünftige Zinssenkungen.
Der Index notiert inzwischen deutlich über der Zone um 51.500 Punkte und befindet sich in der Nähe neuer Allzeithochs. Aufgrund der starken Rally sind vor dem Wochenende jedoch weitere Gewinnmitnahmen nicht auszuschließen.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX konnte gestern um rund 0,85 % zulegen und schloss bei 24.888 Punkten.
Positiv bleibt vor allem, dass wir oberhalb der wichtigen Zone um 24.800 Punkte schließen konnten. Dieser Bereich markiert sowohl das April-Monatshoch als auch das bisherige Jahreshoch 2025 und bleibt damit die zentrale Schlüsselzone.
Bearishes Szenario
Sollten die heutigen NFP-Daten negativ aufgenommen werden und der DAX erneut unter 24.800 Punkte fallen, wäre zunächst das aktuelle Tagestief bei 24.760 Punkten entscheidend.
Unterhalb dieser Marke sehe ich weiteres Potenzial bis zum Donnerstagstief bei 24.645 Punkten.
Sollte auch dort kein Halt gefunden werden, rückt die zentrale Unterstützungszone bei 24.500 Punkten in den Fokus.
Ein Szenario mit deutlich stärkeren NFP-Daten, steigenden Löhnen und einer fallenden Arbeitslosenquote könnte genau diesen Abverkauf auslösen.
Wichtig bleibt aber ebenfalls die Nahost Thematik, diese Szenarien erläutere ich im YT Video genauer!
Bullishes Szenario
Auf der Oberseite bleibt das Wochenhoch aus KW22 entscheidend, welches gleichzeitig das aktuelle Tageshoch markiert.
Ein nachhaltiger Schlusskurs oberhalb von 24.920 Punkten würde zunächst einen erneuten Angriff auf die psychologische Marke von 25.000 Punkten ermöglichen.
Darüber hinaus wäre anschließend das Tageshoch vom Mittwoch das nächste relevante Kursziel.
Für dieses bullische Szenario wären leicht schwächere NFP-Daten, stabile Arbeitslosigkeit und moderate Lohnzuwächse die ideale Grundlage.
Da es Freitag ist, steht auch der Wochenschlusskurs heute an, für das bullische Bild, wäre es sehr gut, wenn der DAX heute über 25.050 Punkten schließt und somit eine bullische Wochenkerze ausbildet.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch viel Erfolg bei den heutigen NFP-Daten und schon einmal ein schönes Wochenende!
Was glaubt ihr: Fallen die Non-Farm Payrolls heute eher bullish oder bearish aus?
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