Geopolitische Lage
Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt weiterhin das dominierende Thema an den Finanzmärkten.
Neu hinzugekommen sind vor allem weitere Details zu den laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Beide Seiten bestätigen Fortschritte, gleichzeitig zeigen sich aber weiterhin erhebliche Differenzen bei den zentralen Streitpunkten. Besonders bei den Themen Nuklearprogramm, internationale Inspektionen, eingefrorene Vermögenswerte sowie dem iranischen Raketenprogramm bestehen weiterhin große Meinungsverschiedenheiten.
US-Präsident Donald Trump erklärte in seiner gestrigen Rede erneut, dass die Verhandlungen positiv verlaufen würden und man auf einem guten Weg sei. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass die USA keine dauerhafte Einschränkung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus akzeptieren würden. Laut mehreren Berichten fließt der Schiffsverkehr mittlerweile wieder weitgehend normal durch die Meerenge, nachdem zuvor erhebliche Störungen und Unsicherheiten bestanden hatten.
Auch zwischen Oman und dem Iran wurden neue Vereinbarungen zur Verwaltung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus getroffen. Beide Staaten betonten ihre Zusammenarbeit bei der Sicherstellung eines sicheren und offenen Schifffahrtsweges für den internationalen Handel. Damit verschwindet das Risiko einer unmittelbaren Blockade vorerst deutlich aus dem Fokus der Märkte.
Gleichzeitig bleibt die Situation im Libanon angespannt. Zwar hält der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah grundsätzlich weiter an, dennoch kam es erneut zu gegenseitigen Vorwürfen über Verstöße gegen die Vereinbarungen. Die Hisbollah wirft Israel Angriffe auf Zivilisten im Süden des Landes vor, während Israel weiterhin auf Sicherheitsoperationen entlang der Grenze verweist.
Unterm Strich bewertet der Markt die aktuelle Nachrichtenlage jedoch deutlich positiver als noch vor wenigen Tagen. Das erklärt auch die massive Entspannung am Ölmarkt und den Rückgang vieler geopolitischer Risikoprämien.
Fundamentale Lage
Neben den geopolitischen Entwicklungen standen gestern vor allem die US-Konjunkturdaten im Fokus.
Der S&P Global Services PMI für Juni wurde mit 51,3 Punkten veröffentlicht. Die Erwartungen lagen bei 51,1 Punkten, der vorherige Wert bei 50,7 Punkten. Damit zeigt sich der Dienstleistungssektor weiterhin in Expansion und konnte seine Dynamik sogar leicht ausbauen.
Auch der S&P Global Manufacturing PMI überraschte positiv. Hier wurden 55,7 Punkte gemeldet, während der Konsens lediglich bei 54,6 Punkten lag. Der vorherige Wert lag bei 55,1 Punkten.
Damit senden sowohl der Dienstleistungssektor als auch das verarbeitende Gewerbe weiterhin Signale einer stabilen US-Wirtschaft. Für die Federal Reserve bedeutet dies gleichzeitig, dass der unmittelbare Druck für Zinssenkungen weiter sinkt. Die Daten bestätigen erneut das Bild einer widerstandsfähigen US-Konjunktur, obwohl die Zinsen weiterhin auf historisch hohen Niveaus notieren.
Heute rücken die New Home Sales in den Fokus. Erwartet werden 638.000 neu verkaufte Einfamilienhäuser nach zuvor 622.000. Dieser Indikator gilt als wichtiger Frühindikator für die Entwicklung des US-Immobilienmarktes und besitzt insbesondere dann Relevanz, wenn er vor den bestehenden Hausverkäufen veröffentlicht wird.
Ebenfalls im Blick stehen heute die US-Rohöllagerbestände. Nachdem zuletzt ein massiver Rückgang von 8,263 Millionen Barrel gemeldet wurde, erwartet der Markt nun einen deutlich moderateren Rückgang von 3,9 Millionen Barrel. Sollten die Lagerbestände tatsächlich weniger stark sinken als zuletzt, würde dies die aktuelle Entspannung am Ölmarkt zusätzlich unterstützen.
Hinzu kommt die zunehmende Bedeutung der bevorstehenden Quartalszahlen für Q2. Gerade im Technologie- und KI-Sektor liegen die Erwartungen mittlerweile auf einem extrem hohen Niveau. Nach den starken Kursanstiegen der vergangenen Monate reichen gute Zahlen alleine oftmals nicht mehr aus. Viele Unternehmen müssen die hohen Erwartungen deutlich übertreffen, um weitere Kurssteigerungen zu rechtfertigen.
Zusätzlich sorgte die Meldung über neue Finanzierungsmaßnahmen bei SpaceX für Aufmerksamkeit. Der Markt beobachtet derzeit sehr genau, wie stark Unternehmen im KI- und Technologiesektor ihre Expansion weiterhin über Fremdkapital finanzieren und ob sich diese Investitionen langfristig in entsprechende Gewinne umwandeln lassen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Am Ölmarkt setzt sich die Entspannung fort. Seit Wochenbeginn notiert US Oil rund 4,2 Prozent im Minus und handelt aktuell im Bereich von 72,3 US-Dollar.
Gestern wurde erneut eine bärische Tageskerze von rund 1,4 Prozent ausgebildet. Zudem wurde das Tief des Vortages unterschritten, wodurch die übergeordnete Abwärtsstruktur intakt bleibt.
Aus technischer Sicht bleibt für mich weiterhin die psychologisch wichtige Marke von 70 US-Dollar das nächste übergeordnete Ziel.
Allerdings nimmt das Momentum auf der Unterseite zunehmend ab. Die Wahrscheinlichkeit eines kurzfristigen Squeeze nach oben steigt mit jedem weiteren Abverkauf. Sollte es erneut zu geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormus kommen, könnte der Markt sehr schnell einen Teil der aktuellen Verluste korrigieren.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Renditen sehen wir weiterhin leichte Entspannungstendenzen.
Aktuell notieren die Veränderungen bei:
• 3 Jahre: -0,315 %
• 5 Jahre: -0,33 %
• 10 Jahre: -0,40 %
• 30 Jahre: -0,40 %
Die Renditen bleiben zwar historisch betrachtet weiterhin hoch, dennoch zeigt sich kurzfristig wieder etwas Nachfrage nach Anleihen. Dies unterstützt die These, dass Investoren aktuell vorsichtiger werden und zunehmend auf die Bewertungen bei Risk Assets achten.
US-Dollar Index (DXY)
Der Dollar bleibt einer der stärksten Märkte dieser Woche.
Seit Wochenbeginn konnte der DXY rund 0,8 Prozent zulegen und hat die wichtige Widerstandszone um 101,5 Punkte erfolgreich attackiert.
Damit rückt für mich nun die Zone um 102 Punkte in den Fokus. Diese stellt ein bedeutendes Hoch aus dem Mai 2025 dar. Auf Monatsbasis notiert der Dollar mittlerweile rund 2,6 Prozent im Plus. Das spricht dafür, dass wieder verstärkt Kapital in den US-Dollar fließt. Die Dollar-Dominanz nimmt zu, während viele andere Major-Währungen weiter unter Druck geraten.
Volatilitätsindex (VIX)
Der VIX konnte gestern erneut ansteigen und notiert aktuell bei 19,14 Punkten.
Zwar befindet sich der Index weiterhin unter der wichtigen Marke von 20 Punkten, dennoch zeigt die Entwicklung der vergangenen Tage, dass die Marktteilnehmer wieder verstärkt Absicherungen aufbauen.
Die Wahrscheinlichkeit erhöhter Volatilität bleibt damit für die kommenden Handelstage bestehen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia stand gestern erneut massiv unter Druck und verlor 4,18 Prozent.
Die Aktie notiert aktuell im Bereich von 200 US-Dollar und befindet sich damit an einer technisch sehr wichtigen Unterstützungszone. Entscheidend wird nun sein, ob die Zone zwischen 198 und 200 Dollar verteidigt werden kann. Sollte dieser Bereich brechen, rückt zunächst das Monatstief aus dem Mai bei 194,5 Dollar in den Fokus.
Darunter würde sich die nächste größere Zielzone im Bereich von 190 Dollar eröffnen.
Die aktuelle Schwäche bei Nvidia belastet gleichzeitig den gesamten Technologie- und KI-Sektor sowie die großen US-Indizes aufgrund der enormen Gewichtung der Aktie.
Bitcoin
Auch Bitcoin zeigt weiterhin Schwäche.
Der gestrige Handelstag endete mit einem deutlichen bearishen Close, während gleichzeitig die Tiefs der Vorwoche erneut unterschritten wurden.
Solange Bitcoin unterhalb von 62.000 US-Dollar notiert, bleibt für mich die Unterseite interessant. Das nächste Ziel liegt im Bereich von 60.700 US-Dollar.
Long-Setups bleiben für mich aktuell unattraktiv, da die übergeordnete Marktstruktur weiterhin klar bärisch bleibt.
S&P 500
Der S&P 500 verlor gestern 1,42 Prozent und schloss sowohl unter dem Wochentief der KW24 als auch unter der wichtigen Marke von 7.500 Punkten.
Solange wir nicht nachhaltig über 7.500 Punkte zurückkehren, bleibt die Unterseite favorisiert.
Die nächsten Ziele liegen für mich bei:
• 7.360 Punkten
• 7.250 Punkten
Nasdaq
Der Nasdaq verzeichnete gestern einen der schwächsten Handelstage der vergangenen Wochen.
Mit rund 3 Prozent Verlust wurde nicht nur die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten unterschritten, sondern auch mehrere relevante Wochentiefs.
Kurzfristig bleibt für mich entscheidend, ob wir im Bereich von 29.500 bis 29.600 Punkten erneut Verkäufer finden oder ob es zunächst zu einem technischen Pullback in Richtung 30.000 Punkte kommt.
Unterhalb des gestrigen Tagestiefs sehe ich weiteres Potenzial in Richtung 29.000 Punkte.
US30
Der Dow Jones zeigt sich weiterhin deutlich robuster als Nasdaq und S&P 500.
Sowohl am Montag als auch am Dienstag wurde das Wochentief im Bereich von 51.420 Punkten erfolgreich verteidigt.
Damit befindet sich der Markt weiterhin in einer Range.
Bullishes Szenario:
• Ausbruch über 52.000 Punkte
• Ziel 52.500 Punkte
Bearishes Szenario:
• Bruch von 51.420 Punkten
• Ziel 51.180 Punkte
• anschließend 51.000 Punkte
DAX Tagesausblick
Auch der DAX testete gestern erneut das Wochentief der KW25 bei 24.730 Punkten.
Die Käufer konnten diesen Bereich zunächst verteidigen, allerdings gelang es dem Markt nicht mehr, oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten zu schließen.
Der heutige Handelsstart zeigt bereits wieder deutliche Schwäche.
Für die Unterseite bleibt entscheidend:
• Bruch des gestrigen Tagestiefs bei 24.730 Punkten
• Bruch des Wochentiefs KW25 bei 24.715 Punkten
Sollte dieser Bereich aufgegeben werden, sehe ich zunächst Potenzial bis 24.500 Punkte.
Darunter würden sich weitere Ziele bei:
• 24.400 Punkten
• 24.300 Punkten
eröffnen.
Für die Bullen bleibt entscheidend, dass der Markt wieder über 24.900 Punkte zurückkehrt und idealerweise die Marke von 25.000 Punkten zurückerobert.
Solange dies nicht gelingt, bleibt die kurzfristige Marktstruktur für mich bearish.
Fazit
Durch die deutliche Entspannung im Nahen Osten fallen die Märkte bislang nicht in einen klassischen Flash-Crash-Modus. Stattdessen sehen wir kontrollierte und geordnete Abverkäufe, insbesondere im Technologie- und KI-Sektor.
Die Kombination aus:
• weiterhin hawkischer Federal Reserve,
• starken US-Wirtschaftsdaten,
• hohen Bewertungen im Technologiesektor,
• Quartalsende,
• Monatsende,
• Rebalancing institutioneller Investoren
führt aktuell zu einem Umfeld, in dem Gewinne mitgenommen werden, ohne dass gleichzeitig Panik entsteht.
Kurzfristig bleibe ich daher weiterhin vorsichtig gegenüber Risk Assets positioniert. Besonders Nasdaq, Nvidia und Bitcoin wirken aktuell anfälliger als die klassischen Value-Indizes.
Für den DAX bleibt die Zone um 24.715 bis 24.730 Punkte heute die entscheidende Unterstützung. Solange diese fällt und 25.000 Punkte nicht zurückerobert werden, bleibt für mich die Unterseite das wahrscheinlichere Szenario.
Keine Anlageberatung – lediglich meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch stabile Trades und einen erfolgreichen Handelstag.
Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt weiterhin das dominierende Thema an den Finanzmärkten.
Neu hinzugekommen sind vor allem weitere Details zu den laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Beide Seiten bestätigen Fortschritte, gleichzeitig zeigen sich aber weiterhin erhebliche Differenzen bei den zentralen Streitpunkten. Besonders bei den Themen Nuklearprogramm, internationale Inspektionen, eingefrorene Vermögenswerte sowie dem iranischen Raketenprogramm bestehen weiterhin große Meinungsverschiedenheiten.
US-Präsident Donald Trump erklärte in seiner gestrigen Rede erneut, dass die Verhandlungen positiv verlaufen würden und man auf einem guten Weg sei. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass die USA keine dauerhafte Einschränkung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus akzeptieren würden. Laut mehreren Berichten fließt der Schiffsverkehr mittlerweile wieder weitgehend normal durch die Meerenge, nachdem zuvor erhebliche Störungen und Unsicherheiten bestanden hatten.
Auch zwischen Oman und dem Iran wurden neue Vereinbarungen zur Verwaltung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus getroffen. Beide Staaten betonten ihre Zusammenarbeit bei der Sicherstellung eines sicheren und offenen Schifffahrtsweges für den internationalen Handel. Damit verschwindet das Risiko einer unmittelbaren Blockade vorerst deutlich aus dem Fokus der Märkte.
Gleichzeitig bleibt die Situation im Libanon angespannt. Zwar hält der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah grundsätzlich weiter an, dennoch kam es erneut zu gegenseitigen Vorwürfen über Verstöße gegen die Vereinbarungen. Die Hisbollah wirft Israel Angriffe auf Zivilisten im Süden des Landes vor, während Israel weiterhin auf Sicherheitsoperationen entlang der Grenze verweist.
Unterm Strich bewertet der Markt die aktuelle Nachrichtenlage jedoch deutlich positiver als noch vor wenigen Tagen. Das erklärt auch die massive Entspannung am Ölmarkt und den Rückgang vieler geopolitischer Risikoprämien.
Fundamentale Lage
Neben den geopolitischen Entwicklungen standen gestern vor allem die US-Konjunkturdaten im Fokus.
Der S&P Global Services PMI für Juni wurde mit 51,3 Punkten veröffentlicht. Die Erwartungen lagen bei 51,1 Punkten, der vorherige Wert bei 50,7 Punkten. Damit zeigt sich der Dienstleistungssektor weiterhin in Expansion und konnte seine Dynamik sogar leicht ausbauen.
Auch der S&P Global Manufacturing PMI überraschte positiv. Hier wurden 55,7 Punkte gemeldet, während der Konsens lediglich bei 54,6 Punkten lag. Der vorherige Wert lag bei 55,1 Punkten.
Damit senden sowohl der Dienstleistungssektor als auch das verarbeitende Gewerbe weiterhin Signale einer stabilen US-Wirtschaft. Für die Federal Reserve bedeutet dies gleichzeitig, dass der unmittelbare Druck für Zinssenkungen weiter sinkt. Die Daten bestätigen erneut das Bild einer widerstandsfähigen US-Konjunktur, obwohl die Zinsen weiterhin auf historisch hohen Niveaus notieren.
Heute rücken die New Home Sales in den Fokus. Erwartet werden 638.000 neu verkaufte Einfamilienhäuser nach zuvor 622.000. Dieser Indikator gilt als wichtiger Frühindikator für die Entwicklung des US-Immobilienmarktes und besitzt insbesondere dann Relevanz, wenn er vor den bestehenden Hausverkäufen veröffentlicht wird.
Ebenfalls im Blick stehen heute die US-Rohöllagerbestände. Nachdem zuletzt ein massiver Rückgang von 8,263 Millionen Barrel gemeldet wurde, erwartet der Markt nun einen deutlich moderateren Rückgang von 3,9 Millionen Barrel. Sollten die Lagerbestände tatsächlich weniger stark sinken als zuletzt, würde dies die aktuelle Entspannung am Ölmarkt zusätzlich unterstützen.
Hinzu kommt die zunehmende Bedeutung der bevorstehenden Quartalszahlen für Q2. Gerade im Technologie- und KI-Sektor liegen die Erwartungen mittlerweile auf einem extrem hohen Niveau. Nach den starken Kursanstiegen der vergangenen Monate reichen gute Zahlen alleine oftmals nicht mehr aus. Viele Unternehmen müssen die hohen Erwartungen deutlich übertreffen, um weitere Kurssteigerungen zu rechtfertigen.
Zusätzlich sorgte die Meldung über neue Finanzierungsmaßnahmen bei SpaceX für Aufmerksamkeit. Der Markt beobachtet derzeit sehr genau, wie stark Unternehmen im KI- und Technologiesektor ihre Expansion weiterhin über Fremdkapital finanzieren und ob sich diese Investitionen langfristig in entsprechende Gewinne umwandeln lassen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Am Ölmarkt setzt sich die Entspannung fort. Seit Wochenbeginn notiert US Oil rund 4,2 Prozent im Minus und handelt aktuell im Bereich von 72,3 US-Dollar.
Gestern wurde erneut eine bärische Tageskerze von rund 1,4 Prozent ausgebildet. Zudem wurde das Tief des Vortages unterschritten, wodurch die übergeordnete Abwärtsstruktur intakt bleibt.
Aus technischer Sicht bleibt für mich weiterhin die psychologisch wichtige Marke von 70 US-Dollar das nächste übergeordnete Ziel.
Allerdings nimmt das Momentum auf der Unterseite zunehmend ab. Die Wahrscheinlichkeit eines kurzfristigen Squeeze nach oben steigt mit jedem weiteren Abverkauf. Sollte es erneut zu geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormus kommen, könnte der Markt sehr schnell einen Teil der aktuellen Verluste korrigieren.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Renditen sehen wir weiterhin leichte Entspannungstendenzen.
Aktuell notieren die Veränderungen bei:
• 3 Jahre: -0,315 %
• 5 Jahre: -0,33 %
• 10 Jahre: -0,40 %
• 30 Jahre: -0,40 %
Die Renditen bleiben zwar historisch betrachtet weiterhin hoch, dennoch zeigt sich kurzfristig wieder etwas Nachfrage nach Anleihen. Dies unterstützt die These, dass Investoren aktuell vorsichtiger werden und zunehmend auf die Bewertungen bei Risk Assets achten.
US-Dollar Index (DXY)
Der Dollar bleibt einer der stärksten Märkte dieser Woche.
Seit Wochenbeginn konnte der DXY rund 0,8 Prozent zulegen und hat die wichtige Widerstandszone um 101,5 Punkte erfolgreich attackiert.
Damit rückt für mich nun die Zone um 102 Punkte in den Fokus. Diese stellt ein bedeutendes Hoch aus dem Mai 2025 dar. Auf Monatsbasis notiert der Dollar mittlerweile rund 2,6 Prozent im Plus. Das spricht dafür, dass wieder verstärkt Kapital in den US-Dollar fließt. Die Dollar-Dominanz nimmt zu, während viele andere Major-Währungen weiter unter Druck geraten.
Volatilitätsindex (VIX)
Der VIX konnte gestern erneut ansteigen und notiert aktuell bei 19,14 Punkten.
Zwar befindet sich der Index weiterhin unter der wichtigen Marke von 20 Punkten, dennoch zeigt die Entwicklung der vergangenen Tage, dass die Marktteilnehmer wieder verstärkt Absicherungen aufbauen.
Die Wahrscheinlichkeit erhöhter Volatilität bleibt damit für die kommenden Handelstage bestehen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia stand gestern erneut massiv unter Druck und verlor 4,18 Prozent.
Die Aktie notiert aktuell im Bereich von 200 US-Dollar und befindet sich damit an einer technisch sehr wichtigen Unterstützungszone. Entscheidend wird nun sein, ob die Zone zwischen 198 und 200 Dollar verteidigt werden kann. Sollte dieser Bereich brechen, rückt zunächst das Monatstief aus dem Mai bei 194,5 Dollar in den Fokus.
Darunter würde sich die nächste größere Zielzone im Bereich von 190 Dollar eröffnen.
Die aktuelle Schwäche bei Nvidia belastet gleichzeitig den gesamten Technologie- und KI-Sektor sowie die großen US-Indizes aufgrund der enormen Gewichtung der Aktie.
Bitcoin
Auch Bitcoin zeigt weiterhin Schwäche.
Der gestrige Handelstag endete mit einem deutlichen bearishen Close, während gleichzeitig die Tiefs der Vorwoche erneut unterschritten wurden.
Solange Bitcoin unterhalb von 62.000 US-Dollar notiert, bleibt für mich die Unterseite interessant. Das nächste Ziel liegt im Bereich von 60.700 US-Dollar.
Long-Setups bleiben für mich aktuell unattraktiv, da die übergeordnete Marktstruktur weiterhin klar bärisch bleibt.
S&P 500
Der S&P 500 verlor gestern 1,42 Prozent und schloss sowohl unter dem Wochentief der KW24 als auch unter der wichtigen Marke von 7.500 Punkten.
Solange wir nicht nachhaltig über 7.500 Punkte zurückkehren, bleibt die Unterseite favorisiert.
Die nächsten Ziele liegen für mich bei:
• 7.360 Punkten
• 7.250 Punkten
Nasdaq
Der Nasdaq verzeichnete gestern einen der schwächsten Handelstage der vergangenen Wochen.
Mit rund 3 Prozent Verlust wurde nicht nur die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten unterschritten, sondern auch mehrere relevante Wochentiefs.
Kurzfristig bleibt für mich entscheidend, ob wir im Bereich von 29.500 bis 29.600 Punkten erneut Verkäufer finden oder ob es zunächst zu einem technischen Pullback in Richtung 30.000 Punkte kommt.
Unterhalb des gestrigen Tagestiefs sehe ich weiteres Potenzial in Richtung 29.000 Punkte.
US30
Der Dow Jones zeigt sich weiterhin deutlich robuster als Nasdaq und S&P 500.
Sowohl am Montag als auch am Dienstag wurde das Wochentief im Bereich von 51.420 Punkten erfolgreich verteidigt.
Damit befindet sich der Markt weiterhin in einer Range.
Bullishes Szenario:
• Ausbruch über 52.000 Punkte
• Ziel 52.500 Punkte
Bearishes Szenario:
• Bruch von 51.420 Punkten
• Ziel 51.180 Punkte
• anschließend 51.000 Punkte
DAX Tagesausblick
Auch der DAX testete gestern erneut das Wochentief der KW25 bei 24.730 Punkten.
Die Käufer konnten diesen Bereich zunächst verteidigen, allerdings gelang es dem Markt nicht mehr, oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten zu schließen.
Der heutige Handelsstart zeigt bereits wieder deutliche Schwäche.
Für die Unterseite bleibt entscheidend:
• Bruch des gestrigen Tagestiefs bei 24.730 Punkten
• Bruch des Wochentiefs KW25 bei 24.715 Punkten
Sollte dieser Bereich aufgegeben werden, sehe ich zunächst Potenzial bis 24.500 Punkte.
Darunter würden sich weitere Ziele bei:
• 24.400 Punkten
• 24.300 Punkten
eröffnen.
Für die Bullen bleibt entscheidend, dass der Markt wieder über 24.900 Punkte zurückkehrt und idealerweise die Marke von 25.000 Punkten zurückerobert.
Solange dies nicht gelingt, bleibt die kurzfristige Marktstruktur für mich bearish.
Fazit
Durch die deutliche Entspannung im Nahen Osten fallen die Märkte bislang nicht in einen klassischen Flash-Crash-Modus. Stattdessen sehen wir kontrollierte und geordnete Abverkäufe, insbesondere im Technologie- und KI-Sektor.
Die Kombination aus:
• weiterhin hawkischer Federal Reserve,
• starken US-Wirtschaftsdaten,
• hohen Bewertungen im Technologiesektor,
• Quartalsende,
• Monatsende,
• Rebalancing institutioneller Investoren
führt aktuell zu einem Umfeld, in dem Gewinne mitgenommen werden, ohne dass gleichzeitig Panik entsteht.
Kurzfristig bleibe ich daher weiterhin vorsichtig gegenüber Risk Assets positioniert. Besonders Nasdaq, Nvidia und Bitcoin wirken aktuell anfälliger als die klassischen Value-Indizes.
Für den DAX bleibt die Zone um 24.715 bis 24.730 Punkte heute die entscheidende Unterstützung. Solange diese fällt und 25.000 Punkte nicht zurückerobert werden, bleibt für mich die Unterseite das wahrscheinlichere Szenario.
Keine Anlageberatung – lediglich meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch stabile Trades und einen erfolgreichen Handelstag.
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