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DAX Wochenrückblick KW23 – Die wichtigsten Erkenntnisse!

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Fundamentale & geopolitische Lage

Die KW23 stand ganz klar unter zwei großen Themen: der zunehmenden Unsicherheit im Nahen Osten und den überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten zum Wochenschluss. Während wir nach KW22 noch gesehen hatten, dass die Märkte zunehmend auf eine Deeskalation zwischen Israel, Iran und den beteiligten Akteuren gesetzt haben, wurde diese Hoffnung im Verlauf der aktuellen Woche immer stärker ausgepreist.

Zu Wochenbeginn war die Stimmung noch vergleichsweise optimistisch. Die Marktteilnehmer gingen davon aus, dass weitere diplomatische Fortschritte möglich sind und die Lage kontrollierbar bleibt. Mit jedem weiteren Tag wurden die Schlagzeilen jedoch negativer. Statt weiterer positiver Entwicklungen häuften sich Berichte über militärische Zwischenfälle, neue Angriffe, Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah, Angriffe im Libanon sowie eine zunehmend angespannte Situation rund um den Iran.

Besonders wichtig dabei: Die Märkte hatten bereits sehr viel Positives eingepreist. Deshalb reichten schon weniger optimistische Nachrichten aus, um erste Gewinnmitnahmen auszulösen. Man darf nicht vergessen, dass wir seit Monaten eine außergewöhnlich starke Rally in nahezu allen Risk Assets gesehen haben. Entsprechend sensibel reagieren die Märkte aktuell auf jede Form von Unsicherheit.

Auch auf politischer Ebene blieb es spannend. Gleichzeitig liefen weiterhin Diskussionen über mögliche neue US-Zölle und Handelsmaßnahmen. Mehrere Berichte deuteten darauf hin, dass die US-Regierung weitere Schritte gegen verschiedene Handelspartner prüft. Das spielte zwar kurzfristig nicht die Hauptrolle, bleibt aber ein zusätzlicher Belastungsfaktor für die kommenden Wochen.

Insgesamt kann man festhalten, dass sich die geopolitische Lage gegenüber der Vorwoche eher verschlechtert als verbessert hat. Die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung wurde zurückgenommen und genau das war einer der Hauptgründe für die zunehmende Vorsicht der Marktteilnehmer.

Fundamentaldaten der Woche – Überblick

Auch auf der fundamentalen Seite war die Woche vollgepackt mit wichtigen Daten und Notenbank Kommentaren.

Zu Beginn der Woche standen verschiedene FED-Mitglieder sowie Jerome Powell im Fokus. Die Botschaft blieb weitgehend unverändert. Die Inflation liegt weiterhin oberhalb der Zielmarke. Gleichzeitig zeigt sich die US-Wirtschaft weiterhin robust und der Arbeitsmarkt bleibt erstaunlich stabil. Entsprechend sehen die FED-Mitglieder aktuell keinen Grund für schnelle oder aggressive Zinssenkungen.

Auch von Seiten der EZB kamen ähnliche Signale. Zwar befindet sich Europa grundsätzlich auf einem Zinssenkungspfad, gleichzeitig betonen die Verantwortlichen aber weiterhin die Risiken durch steigende Energiepreise und mögliche Inflationsrückschläge.

Am Montag standen zunächst die S&P Global Manufacturing PMI-Daten, die ISM Manufacturing PMI-Daten sowie die ISM Manufacturing Prices im Fokus. Die Daten zeigten insgesamt weiterhin eine solide Wirtschaft, während gleichzeitig die Preiskomponenten erhöht blieben.

Am Dienstag folgten die Inflationsdaten der Eurozone sowie die JOLTS Job Openings aus den USA. Die Stellenangebote zeigten erneut, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin hoch bleibt und der Arbeitsmarkt keine größeren Schwächesignale sendet.

Am Mittwoch rückten dann die ADP Non-Farm Employment Daten, die S&P Global Services PMI-Daten, die ISM Non-Manufacturing Prices, die ISM Non-Manufacturing PMI-Daten sowie die Rohöllagerbestände in den Mittelpunkt. Gerade die Dienstleistungsdaten bestätigten erneut die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft.

Am Donnerstag standen die Initial Jobless Claims sowie weitere Aussagen von Donald Trump im Fokus. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lieferten ebenfalls keine Hinweise auf einen deutlich schwächer werdenden Arbeitsmarkt.

Der absolute Höhepunkt der Woche folgte jedoch am Freitag mit den Average Hourly Earnings, den Non-Farm Payrolls und der Unemployment Rate.

Noch wichtiger wird nun die kommende Handelswoche. Bereits am Mittwoch stehen die US-CPI-Daten an, welche aktuell wahrscheinlich neben den tatsächlichen Zinsentscheiden, die wichtigste Veröffentlichung des gesamten Monats darstellen. Am Donnerstag folgt anschließend die EZB-Zinsentscheidung inklusive Pressekonferenz. Beide Termine werden entscheidend dafür sein, ob die Märkte weitere Zinssenkungen einpreisen oder ob sich die aktuelle Neubewertung fortsetzt.


Gesamtbild Wirtschaft, Inflation & Arbeitsmarkt

Wenn man sämtliche Daten der Woche zusammennimmt, ergibt sich ein relativ klares Gesamtbild.

Die Wirtschaft zeigt sich weiterhin erstaunlich robust. Sowohl die Manufacturing-Daten als auch die Services-Daten signalisieren weiterhin Wachstum. Von einer Rezession ist aktuell wenig zu sehen. Besonders der Dienstleistungssektor bleibt ein wichtiger Stabilitätsfaktor.

Die S&P Global Manufacturing PMI-Daten sowie die ISM Manufacturing PMI-Daten zeigten eine weiterhin stabile Aktivität in der Industrie. Gleichzeitig signalisierten die Manufacturing Prices aber weiterhin bestehenden Preisdruck.

Noch stärker zeigte sich die Wirtschaft bei den Dienstleistungsdaten. Sowohl die S&P Global Services PMI-Daten als auch die ISM Non-Manufacturing PMI-Daten bestätigten eine weiterhin starke Aktivität im Servicesektor.

Bei den Inflationsdaten waren vor allem die ISM Manufacturing Prices und die ISM Non-Manufacturing Prices wichtig. Beide zeigten, dass Unternehmen weiterhin steigende Kosten melden. Das bedeutet, dass der Inflationsdruck zwar nicht explodiert, aber weiterhin vorhanden bleibt.

Zusätzlich kommt die Entwicklung am Ölmarkt hinzu. Öl notiert weiterhin oberhalb der wichtigen 90-Dollar-Marke und stellt damit einen potenziellen Inflationsfaktor für die kommenden Monate dar.

Das Gesamtbild lautet daher aktuell: Die Wirtschaft bleibt stark, der Arbeitsmarkt bleibt stark und die Inflation geht zwar zurück, aber deutlich langsamer als von vielen Marktteilnehmern gewünscht.

Genau diese Kombination ist problematisch für schnelle Zinssenkungen.

NFP-Special Freitag

Der Freitag war ohne Zweifel der wichtigste Handelstag der Woche.

Die Average Hourly Earnings lagen mit 0,3 % exakt auf den Erwartungen. Gleichzeitig blieb die Jahresrate bei 3,4 %. Das bedeutet weiterhin steigende Löhne und damit grundsätzlich weiterhin Inflationsdruck. Höhere Löhne bedeuten mehr Kaufkraft, gleichzeitig steigen aber auch die Kosten der Unternehmen. Diese Kosten werden langfristig häufig an die Verbraucher weitergegeben.

Die größte Überraschung kam anschließend bei den Non-Farm Payrolls. Erwartet wurden lediglich 85.000 neue Stellen. Gemeldet wurden dagegen 172.000 neue Stellen. Zwar wurde der Vormonat nach oben revidiert, trotzdem lag der aktuelle Wert deutlich über den Erwartungen und bestätigte erneut die Stärke des US-Arbeitsmarktes.

Zusätzlich blieb die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,3 %. Das bedeutet, dass trotz zusätzlicher Beschäftigung keine Verschlechterung des Arbeitsmarktes sichtbar wurde.

Zusammengefasst erhielten die Märkte damit genau die Datenkombination, die sie aktuell eigentlich nicht sehen wollten: starke Wirtschaft, starker Arbeitsmarkt und weiterhin bestehender Inflationsdruck.

Die Folge war eindeutig. Zinssenkungen wurden unmittelbar ausgepreist. Die Renditen stiegen stark an, der US-Dollar legte deutlich zu und Risk Assets gerieten unter Druck.

Dazu blieb die erhoffte Deeskalation mit Deal zwischen USA und Iran im Nahen Osten aus und wurde erstmal wieder auf Eis gelegt, daraus ergibt sich ein starkes short Momentum.

Die Kombination aus diesem bisher sehr starken Q2 2026, in dem nahe zu alle Indizes auf ATH stehen und den nun ernüchternden Fundamentaldaten triggert natürlich Gewinnmitnahmen von Rekordständen.

Charttechnik & Märkte im Überblick

Beim Ölmarkt sahen wir erneut eine äußerst volatile Woche. Nach einem starken Wochenstart konnte WTI zunächst deutlich zulegen und zwischenzeitlich sogar die wichtige 95-Dollar-Zone überschreiten. Dabei wurde das offene Gap im Bereich von rund 97 Dollar geschlossen. Anschließend setzte jedoch eine deutliche Gegenbewegung ein. Die Woche endete bei rund 90,94 Dollar und damit dennoch rund 2,8 % höher als in der Vorwoche. Besonders wichtig bleibt die Tatsache, dass Öl weiterhin oberhalb der psychologisch extrem wichtigen 90-Dollar-Marke notiert. Die Märkte preisen aktuell keine vollständige Eskalation im Nahen Osten ein, gleichzeitig aber auch keine nachhaltige Entspannung.

Am Anleihemarkt wurde die Neubewertung besonders deutlich sichtbar. Zu Wochenbeginn waren die Bewegungen noch relativ ruhig. Am Freitag kam es jedoch zu einem starken Renditeanstieg über die gesamte Kurve hinweg. Die Renditen der 3-jährigen US-Staatsanleihen stiegen um rund 2,5 %, die 5-jährigen um rund 2 %, die 10-jährigen um 1,27 % und die 30-jährigen um 0,42 %. Die Märkte preisen damit zunehmend aus, dass kurzfristig mehrere Zinssenkungen folgen könnten. Höhere Renditen bedeuten gleichzeitig Gegenwind für Aktienmärkte und Risk Assets.

Der DXY profitierte direkt von dieser Entwicklung. Bis Freitag bewegte sich der Dollar weitgehend seitwärts, ehe die NFP-Daten den Ausbruch lieferten. Der Dollarindex konnte die wichtige 100-Punkte-Marke zurückerobern und schloss die Woche mit einem Plus von rund 1,16 %. Damit befindet sich der DXY erneut an der Oberseite seiner seit April 2025 bestehenden Range. Entscheidend wird nun sein, ob die Zone um 100,5 nachhaltig überwunden werden kann. Sollte die Wirtschaft weiterhin stark bleiben und Zinssenkungen weiter nach hinten verschoben werden, könnte sich die Dollarstärke fortsetzen.

Auch der VIX zeigte die zunehmende Nervosität der Marktteilnehmer. Während die Woche zunächst relativ ruhig verlief, explodierte die Volatilität am Freitag regelrecht. Der VIX legte um knapp 40 % zu und schloss wieder oberhalb der wichtigen 20-Punkte-Marke bei rund 21,5 Punkten. Damit signalisiert der Markt erstmals seit längerer Zeit wieder deutlich steigende Unsicherheit.

Risk Assets im Überblick

Nvidia

Bei Nvidia sahen wir eine äußerst turbulente Handelswoche. Nach einem starken Wochenstart und neuen Hochs kam es ab Dienstag zu massiven Gewinnmitnahmen. Vom Hoch bei rund 232 Dollar fiel die Aktie bis Freitag um rund 12 %. Allein am Freitag verlor Nvidia rund 6,3 %. Besonders kritisch ist dabei, dass die Unterstützungszone zwischen 208 und 212 Dollar unterschritten wurde. Damit rückt nun der Bereich zwischen 198 und 200 Dollar als nächster relevanter Support in den Fokus.

Bitcoin

Auch Bitcoin setzte seine Schwäche fort. Die Kryptowährung verlor auf Wochenbasis rund 17,85 % und fiel sogar zeitweise unter die Marke von 60.000 Dollar. Besonders auffällig war die fehlende Kaufdynamik. Praktisch die gesamte Woche war von Verkaufsdruck geprägt. Nun wird entscheidend sein, ob sich im Bereich um 60.000 Dollar eine neue Range etablieren kann oder ob die Korrektur weiter in Richtung 50.000 Dollar läuft.

SPX

Der S&P 500 markierte zu Wochenbeginn zunächst noch neue Allzeithochs. Die Dynamik ließ jedoch von Tag zu Tag nach. Bereits am Mittwoch kamen die ersten stärkeren Gewinnmitnahmen auf. Nach einer kurzfristigen Stabilisierung am Donnerstag folgte am Freitag der eigentliche Abverkauf. Der Index verlor rund 2,7 % und schloss bei etwa 7.384 Punkten. Besonders bemerkenswert ist, dass wir hier die erste wirklich bärische Wochenkerze seit rund neun Wochen gesehen haben.

NASDAQ

Ein ähnliches Bild zeigte sich im Nasdaq. Zu Wochenbeginn wurden ebenfalls neue Allzeithochs erreicht. Danach folgten zunehmende Gewinnmitnahmen, die am Freitag in einen deutlichen Abverkauf übergingen. Die Woche endete mit einem Minus von rund 5,5 %. Trotz dieser Schwäche muss die Bewegung jedoch eingeordnet werden. Seit Anfang April war der Nasdaq zuvor rund 35 % gestiegen. Im Verhältnis dazu handelt es sich aktuell noch um eine normale Korrektur innerhalb eines weiterhin intakten Aufwärtstrends.

US30

Auch der Dow Jones zeigte zunächst neue Allzeithochs. Besonders interessant war hier der starke Donnerstag, an dem der Index um rund 1,8 % zulegen konnte und neue Höchststände markierte. Am Freitag wurde diese Bewegung jedoch nahezu vollständig wieder abverkauft. Die Woche endete leicht negativ bei rund 50.740 Punkten und damit wieder unterhalb der wichtigen 51.000-Punkte-Marke.


DAX charttechnischer Rückblick

Der DAX zeigte in KW23 ebenfalls deutliche Schwächesignale. Bereits in der Vorwoche hatten wir erste Rejections im Bereich der Hochs gesehen. Diese Schwäche setzte sich nun fort. Auf Wochenbasis verlor der deutsche Leitindex rund 2,4 %.

Besonders auffällig war, dass der DAX die wichtige Zone um 25.000 Punkte nicht zurückerobern konnte. Bereits am Mittwoch wurde die Marke unterschritten. Die anschließenden Erholungsversuche am Donnerstag und Freitag scheiterten. Die Woche endete schließlich bei rund 24.437 Punkten.

Damit notiert der DAX nun unterhalb einer technisch äußerst wichtigen Zone. In diesem Bereich befinden sich mehrere Quartals- und Jahresschlusskurse, darunter der Jahresschlusskurs 2025, der Eröffnungskurs des aktuellen Jahres sowie weitere wichtige Referenzpunkte aus den vergangenen Quartalen. Genau deshalb besitzt die Zone um 24.500 Punkte aktuell eine besonders hohe Bedeutung.

Entscheidend wird nun sein, ob die Käufer diese Marke schnell zurückerobern können oder ob die Korrektur zunächst in Richtung 24.000 Punkte ausgeweitet wird.

Fazit

Insgesamt haben wir in KW23 erstmals seit langer Zeit wieder spürbare Gewinnmitnahmen in nahezu allen großen Risk Assets gesehen. Besonders betroffen waren Nvidia, Bitcoin, Nasdaq, S&P 500, Dow Jones und auch der DAX. Der Auslöser war dabei nicht nur die zunehmende Unsicherheit im Nahen Osten, sondern vor allem die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Diese führten zu steigenden Renditen, einem deutlich stärkeren US-Dollar und einer Neubewertung der Zinssenkungserwartungen.

Trotzdem bleibt wichtig festzuhalten, dass sich die großen Indizes weiterhin in übergeordneten Aufwärtstrends befinden. Seit März beziehungsweise April haben wir im Nasdaq einen Anstieg von rund 35 % und im S&P 500 einen Anstieg von rund 20 % gesehen – nahezu ohne nachhaltige Korrektur. Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Rücksetzer zunächst normale Gewinnmitnahmen und noch kein Beweis für einen größeren Trendwechsel.

Die kommende Woche dürfte nun entscheidend werden. Mit den CPI-Daten am Mittwoch und der EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag stehen zwei Ereignisse an, die den weiteren Kursverlauf maßgeblich beeinflussen können.

Wie seht ihr die aktuelle Situation? Weitet sich die Korrektur in der kommenden Woche weiter aus oder sehen wir bereits rund um die CPI-Daten die Rückkehr der Bullen?

Morgen folgt mein ausführlicher Wochenausblick für die KW24 inklusive detaillierter YouTube-Analyse, konkreter Trading-Setups und aller wichtigen Zonen und Fundamental Daten für die kommende Handelswoche.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

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