Geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt weiterhin das dominierende Thema an den Finanzmärkten. Nach den zahlreichen Meldungen vom Wochenende halten die Märkte an der Erwartung fest, dass die USA und der Iran den eingeschlagenen Deeskalationskurs fortsetzen und die Straße von Hormus schrittweise wieder geöffnet wird.
Neue Details zum Memorandum zwischen beiden Seiten wurden zuletzt nur vereinzelt bekannt. Während die tatsächliche Umsetzung des Deals weiterhin Zeit benötigen dürfte, preisen die Märkte aktuell vor allem die sinkende Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation ein. Entsprechend bleibt der Einfluss auf Öl, Staatsanleihen und Risk Assets vorerst positiv. Solange keine negativen Überraschungen folgen, bleibt das fundamentale Umfeld für Aktienmärkte grundsätzlich unterstützend.
Fundamentale Wirtschaftsdaten
Aus fundamentaler Sicht dürfte der heutige Handelstag vergleichsweise ruhig verlaufen. Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich bereits auf die morgigen US-Daten sowie die FED-Zinsentscheidung.
In der asiatischen Sitzung sorgte vor allem die Bank of Japan für Aufmerksamkeit. Die BOJ erhöhte ihren Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte auf 1,00 % und setzt damit ihren historischen Kurswechsel fort. Höhere japanische Zinsen können mittelfristig Auswirkungen auf globale Liquiditätsströme und Carry Trades haben, kurzfristig wurde die Entscheidung allerdings weitgehend erwartet und bislang gut vom Markt aufgenommen.
Heute stehen in Europa unter anderem die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone auf dem Kalender. Zusätzlich wird EZB-Mitglied Philip Lane sprechen. Marktteilnehmer achten weiterhin darauf, wie die Europäische Zentralbank die zuletzt rückläufigen Inflationsdaten und die Entwicklung der Energiepreise bewertet.
Aus den USA folgen am Nachmittag unter anderem die Daten zu den Housing Starts, Building Permits sowie Import- und Exportpreisen. Größere Marktbewegungen werden hiervon aktuell allerdings nicht erwartet.
Der eigentliche Fokus bleibt klar auf Mittwoch gerichtet. Dann stehen die US-Retail-Sales, die Core Retail Sales sowie die FOMC-Zinsentscheidung inklusive Pressekonferenz von Jerome Powell an. Diese Termine dürften die Richtung für die zweite Wochenhälfte maßgeblich bestimmen.
Ein weiterer wichtiger Faktor bleibt der Ölmarkt. Nach dem massiven Rückgang der geopolitischen Risikoprämie notierte Öl zuletzt auf dem tiefsten Niveau seit mehreren Wochen. Die Märkte handeln aktuell die Erwartung einer verbesserten Versorgungslage und sinkender Inflationsrisiken, was Risk Assets zusätzlich unterstützt.
Interessant bleibt zudem die Meldung, dass die strategischen Ölreserven der USA auf den niedrigsten Stand seit 43 Jahren gefallen sind. Grundsätzlich wäre dies ein bullisher Faktor für den Ölmarkt, da die USA im Falle neuer Angebotsschocks deutlich weniger Puffer besitzen. Aktuell wird diese Entwicklung jedoch von der geopolitischen Entspannung rund um den Iran-Deal überlagert, weshalb der Markt den Fokus weiterhin auf die mögliche Wiederöffnung der Straße von Hormus und eine Verbesserung der globalen Ölversorgung legt.
Wichtig ist aber zu verstehen, sollten wir doch keinen Deal bekommen, oder weitere Eskalation im Nahen Osten enstehen, könnte all das wieder eingepreist werden und die schnellen Anstiege in Risk Assets abverkauft werden.
Kapitalflüsse & Risikobereitschaft der Märkte
Ein weiterer wichtiger Punkt bleibt die anhaltend hohe Risikoaffinität der Investoren. Besonders deutlich zeigt sich das aktuell am Beispiel von SpaceX. Seit dem IPO ist die Aktie um rund 59 % gestiegen und notiert inzwischen bei einer Marktkapitalisierung von rund 2,5 Billionen US-Dollar. Allein in den vergangenen Handelstagen flossen enorme Kapitalmengen in das Unternehmen, obwohl die Bewertung gemessen an klassischen Fundamentaldaten weiterhin extrem ambitioniert erscheint. Der Markt fokussiert sich aktuell deutlich stärker auf zukünftiges Wachstum, Marktführerschaft und Visionen als auf kurzfristige Gewinne oder Bewertungskennzahlen.
Auch bei Nvidia bleibt die Risikobereitschaft der Anleger sichtbar. Das Unternehmen konnte laut aktuellen Berichten eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach seiner jüngsten Anleiheemission verzeichnen. Investoren signalisierten dabei Interesse im Volumen von rund 85 Milliarden US-Dollar. Dies zeigt, dass Liquidität weiterhin reichlich vorhanden ist und große Technologieunternehmen nach wie vor nahezu unbegrenzten Zugang zu Kapital haben.
Insgesamt unterstreichen diese Entwicklungen das aktuell sehr konstruktive Umfeld für Risk Assets. Trotz geopolitischer Unsicherheiten, hoher Bewertungen und der bevorstehenden FED-Sitzung bleibt die Kapitalzufuhr in wachstumsstarke Technologie- und KI-Unternehmen ungebrochen. Das spricht weiterhin für ein grundsätzlich bullisches Sentiment an den Aktienmärkten.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
Im Ölmarkt bleibt das Bild für mich weiterhin bearish. Trotz der massiven geopolitischen Schlagzeilen konnte sich der Markt nicht nachhaltig oberhalb der Hochs etablieren. Gestern schloss WTI bereits bei rund 81,10 Dollar und notiert aktuell im Bereich von 80,45 Dollar.
Mit der Entspannung im Nahen Osten verschwindet ein wesentlicher Teil der geopolitischen Risikoprämie. Entsprechend bleiben für mich die nächsten relevanten Ziele die Bereiche um 79 Dollar sowie anschließend 77 Dollar. Kurzfristig könnte es zwar jederzeit noch zu einem Rücklauf in Richtung 84 Dollar kommen, insbesondere falls neue Schlagzeilen zur Umsetzung des Iran-Deals erscheinen. Übergeordnet bleibt mein Bias jedoch klar bearish.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Bonds konnten die gestrigen Gap-Downs überraschend schnell wieder aufgeholt werden. Die Anleihemärkte zeigen weiterhin Kaufinteresse, während die Renditen auf erhöhtem Niveau verbleiben.
Entscheidend dürfte nun die morgige FED-Sitzung werden. Vor allem die Aussagen Warshs werden darüber entscheiden, ob die Märkte wieder stärker auf Zinssenkungen setzen oder ob die höheren Renditen vorerst Bestand haben.
Dollar Index (DXY)
Im Dollar bleibt die Lage weiterhin spannend. Der Bereich um 99,50 Punkte wurde erneut erfolgreich verteidigt. Gleichzeitig konnte das gestrige Tageshoch bereits überschritten werden.
Für mich bleibt die aktuelle Range zwischen 99,50 und 100 Punkten entscheidend. Ein Ausbruch über 100 Punkte könnte den Dollar kurzfristig stärken. Ein Bruch unter 99,50 würde dagegen weiteres Abwärtspotenzial eröffnen. Die morgige FED dürfte auch hier die Richtung vorgeben.
VIX
Der Volatilitätsindex setzte seinen Rückgang gestern konsequent fort und verlor erneut über 8 %. Aktuell notiert der VIX bei rund 16,20 Punkten.
Das zeigt sehr deutlich, wie stark die Risikoaversion zuletzt zurückgegangen ist. Für die Aktienmärkte bleibt dies ein klar unterstützender Faktor.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt weiterhin eines der stärksten Assets am Markt. Nachdem die Unterstützung im Bereich von 200 Dollar erfolgreich verteidigt wurde, notiert die Aktie inzwischen wieder bei rund 212 Dollar.
Solange wir oberhalb dieser Zone bleiben, bleibt mein Bias klar bullish. Der KI-Boom zeigt weiterhin keinerlei Schwächeanzeichen und Nvidia bleibt das Aushängeschild dieses gesamten Trends. Zusätzlich sorgt die enorme Euphorie rund um den erfolgreichen SpaceX-Börsengang weiterhin für positives Sentiment im Technologie- und KI-Sektor.
Neue Allzeithochs bleiben aus meiner Sicht weiterhin das wahrscheinlichere Szenario, solange die Fundamentalen und Geopolitischen Daten dieses Bild stützen.
Bitcoin
Bitcoin konnte sich ebenfalls stabilisieren und zeigte zuletzt wieder leichte Stärke. Die geopolitische Entspannung wurde grundsätzlich positiv aufgenommen, dennoch bleibt Bitcoin aktuell eher im Fahrwasser der allgemeinen Risk-On-Bewegung.
Eine größere Richtungsentscheidung bleibt hier erstmal aus, ich sehe übergeordnet weiterhin einen sehr intakten Abwärtstrend.
S&P 500
Der S&P 500 bleibt beeindruckend stark. Gestern wurde erneut ein neues Allzeithoch markiert und die 7.500-Punkte-Marke erfolgreich verteidigt.
Für mich ergeben sich aktuell zwei interessante Szenarien. Entweder wir sehen weitere Fortsetzungskäufe über dem gestrigen Tageshoch oder wir erhalten noch einmal einen Rücksetzer in Richtung 7.500 Punkte, der anschließend neue Long-Chancen eröffnet.
Das übergeordnete Bild bleibt klar bullish.
Nasdaq
Auch der Nasdaq präsentiert sich weiterhin extrem stark. Der Index konnte direkt über die psychologisch wichtige 30.000-Punkte-Marke springen und notiert inzwischen nur noch knapp unter seinen Allzeithochs.
Aktuell fehlen lediglich rund 0,8 % bis zu neuen Rekordständen. Über dem gestrigen Tageshoch bleibe ich klar auf der Long-Seite. Alternativ wäre ein Rücklauf in Richtung 30.000 Punkte ebenfalls eine interessante Kaufzone.
Dow Jones
Der Dow Jones konnte gestern ebenfalls neue Allzeithochs markieren. Die 52.000-Punkte-Zone wurde nahezu punktgenau angelaufen und bestätigt.
Für weitere Long-Einstiege bleiben die Bereiche um 51.500 Punkte sowie ein möglicher Ausbruch über 52.000 Punkte besonders interessant.
DAX – 25.000er Marke im Fokus
Im DAX zeigte sich gestern ein etwas anderes Bild als in den amerikanischen Indizes. Zwar eröffnete der Markt mit einem starken Gap-Up, allerdings konnten die Käufer die Dynamik im Tagesverlauf nicht vollständig verteidigen.
Im Bereich von 25.000 Punkten wurde der Markt erstmal abverkauft. Dennoch bleibt die übergeordnete Struktur konstruktiv.
Besonders wichtig war die Reaktion auf die bereits gestern angesprochene Unterstützungszone zwischen 24.800 und 24.850 Punkten. Hier treffen aktuell das Wochenhoch der KW24, das Monatshoch April sowie das ehemalige Jahreshoch 2025 aufeinander. Der Markt reagierte dort nahezu punktgenau mit Käufen.
Für den heutigen Handel sehe ich zwei zentrale Szenarien.
Bullisches Szenario:
Sollten die Käufer die 25.000-Punkte-Marke erneut überwinden und bestätigen können, wären weitere Anstiege in Richtung 25.200 bis 25.400 Punkte durchaus denkbar.
Vorsichtiges Szenario:
Sollte die 25.000er Marke erneut als Widerstand fungieren und wir dort wieder deutliche Verkäufe sehen, wäre zunächst Vorsicht angebracht. In diesem Fall könnte eine größere Korrektur bis in den Bereich von 24.600 bis 24.650 Punkten folgen, bevor der nächste Anlauf nach oben startet.
Trotzdem bleibt mein übergeordnetes Bild weiterhin bullish. Die geopolitische Entspannung, der Rückgang der Volatilität und die starke Entwicklung der US-Märkte sprechen aktuell weiterhin für Risk Assets.
Fazit
Der Markt bleibt klar im Risk-On-Modus. Die geopolitische Entspannung rund um den Iran-Deal sorgt weiterhin für Rückenwind, während gleichzeitig die Volatilität deutlich zurückgeht und die Aktienmärkte neue Höchststände markieren.
Heute könnte es vor dem morgigen FOMC-Entscheid durchaus etwas ruhiger werden. Die Marktteilnehmer dürften sich zunehmend auf die US-Retail-Sales und die Zinsentscheidung der FED fokussieren.
Für den DAX bleibt die 25.000er Marke der zentrale Bereich. Ein Ausbruch darüber könnte weitere Dynamik freisetzen. Scheitert der Markt erneut an dieser Zone, wären kurzfristige Rücksetzer zunächst nicht überraschend.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch allen einen erfolgreichen Handelstag und stabile Trades!
Die geopolitische Lage bleibt weiterhin das dominierende Thema an den Finanzmärkten. Nach den zahlreichen Meldungen vom Wochenende halten die Märkte an der Erwartung fest, dass die USA und der Iran den eingeschlagenen Deeskalationskurs fortsetzen und die Straße von Hormus schrittweise wieder geöffnet wird.
Neue Details zum Memorandum zwischen beiden Seiten wurden zuletzt nur vereinzelt bekannt. Während die tatsächliche Umsetzung des Deals weiterhin Zeit benötigen dürfte, preisen die Märkte aktuell vor allem die sinkende Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation ein. Entsprechend bleibt der Einfluss auf Öl, Staatsanleihen und Risk Assets vorerst positiv. Solange keine negativen Überraschungen folgen, bleibt das fundamentale Umfeld für Aktienmärkte grundsätzlich unterstützend.
Fundamentale Wirtschaftsdaten
Aus fundamentaler Sicht dürfte der heutige Handelstag vergleichsweise ruhig verlaufen. Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich bereits auf die morgigen US-Daten sowie die FED-Zinsentscheidung.
In der asiatischen Sitzung sorgte vor allem die Bank of Japan für Aufmerksamkeit. Die BOJ erhöhte ihren Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte auf 1,00 % und setzt damit ihren historischen Kurswechsel fort. Höhere japanische Zinsen können mittelfristig Auswirkungen auf globale Liquiditätsströme und Carry Trades haben, kurzfristig wurde die Entscheidung allerdings weitgehend erwartet und bislang gut vom Markt aufgenommen.
Heute stehen in Europa unter anderem die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone auf dem Kalender. Zusätzlich wird EZB-Mitglied Philip Lane sprechen. Marktteilnehmer achten weiterhin darauf, wie die Europäische Zentralbank die zuletzt rückläufigen Inflationsdaten und die Entwicklung der Energiepreise bewertet.
Aus den USA folgen am Nachmittag unter anderem die Daten zu den Housing Starts, Building Permits sowie Import- und Exportpreisen. Größere Marktbewegungen werden hiervon aktuell allerdings nicht erwartet.
Der eigentliche Fokus bleibt klar auf Mittwoch gerichtet. Dann stehen die US-Retail-Sales, die Core Retail Sales sowie die FOMC-Zinsentscheidung inklusive Pressekonferenz von Jerome Powell an. Diese Termine dürften die Richtung für die zweite Wochenhälfte maßgeblich bestimmen.
Ein weiterer wichtiger Faktor bleibt der Ölmarkt. Nach dem massiven Rückgang der geopolitischen Risikoprämie notierte Öl zuletzt auf dem tiefsten Niveau seit mehreren Wochen. Die Märkte handeln aktuell die Erwartung einer verbesserten Versorgungslage und sinkender Inflationsrisiken, was Risk Assets zusätzlich unterstützt.
Interessant bleibt zudem die Meldung, dass die strategischen Ölreserven der USA auf den niedrigsten Stand seit 43 Jahren gefallen sind. Grundsätzlich wäre dies ein bullisher Faktor für den Ölmarkt, da die USA im Falle neuer Angebotsschocks deutlich weniger Puffer besitzen. Aktuell wird diese Entwicklung jedoch von der geopolitischen Entspannung rund um den Iran-Deal überlagert, weshalb der Markt den Fokus weiterhin auf die mögliche Wiederöffnung der Straße von Hormus und eine Verbesserung der globalen Ölversorgung legt.
Wichtig ist aber zu verstehen, sollten wir doch keinen Deal bekommen, oder weitere Eskalation im Nahen Osten enstehen, könnte all das wieder eingepreist werden und die schnellen Anstiege in Risk Assets abverkauft werden.
Kapitalflüsse & Risikobereitschaft der Märkte
Ein weiterer wichtiger Punkt bleibt die anhaltend hohe Risikoaffinität der Investoren. Besonders deutlich zeigt sich das aktuell am Beispiel von SpaceX. Seit dem IPO ist die Aktie um rund 59 % gestiegen und notiert inzwischen bei einer Marktkapitalisierung von rund 2,5 Billionen US-Dollar. Allein in den vergangenen Handelstagen flossen enorme Kapitalmengen in das Unternehmen, obwohl die Bewertung gemessen an klassischen Fundamentaldaten weiterhin extrem ambitioniert erscheint. Der Markt fokussiert sich aktuell deutlich stärker auf zukünftiges Wachstum, Marktführerschaft und Visionen als auf kurzfristige Gewinne oder Bewertungskennzahlen.
Auch bei Nvidia bleibt die Risikobereitschaft der Anleger sichtbar. Das Unternehmen konnte laut aktuellen Berichten eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach seiner jüngsten Anleiheemission verzeichnen. Investoren signalisierten dabei Interesse im Volumen von rund 85 Milliarden US-Dollar. Dies zeigt, dass Liquidität weiterhin reichlich vorhanden ist und große Technologieunternehmen nach wie vor nahezu unbegrenzten Zugang zu Kapital haben.
Insgesamt unterstreichen diese Entwicklungen das aktuell sehr konstruktive Umfeld für Risk Assets. Trotz geopolitischer Unsicherheiten, hoher Bewertungen und der bevorstehenden FED-Sitzung bleibt die Kapitalzufuhr in wachstumsstarke Technologie- und KI-Unternehmen ungebrochen. Das spricht weiterhin für ein grundsätzlich bullisches Sentiment an den Aktienmärkten.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
Im Ölmarkt bleibt das Bild für mich weiterhin bearish. Trotz der massiven geopolitischen Schlagzeilen konnte sich der Markt nicht nachhaltig oberhalb der Hochs etablieren. Gestern schloss WTI bereits bei rund 81,10 Dollar und notiert aktuell im Bereich von 80,45 Dollar.
Mit der Entspannung im Nahen Osten verschwindet ein wesentlicher Teil der geopolitischen Risikoprämie. Entsprechend bleiben für mich die nächsten relevanten Ziele die Bereiche um 79 Dollar sowie anschließend 77 Dollar. Kurzfristig könnte es zwar jederzeit noch zu einem Rücklauf in Richtung 84 Dollar kommen, insbesondere falls neue Schlagzeilen zur Umsetzung des Iran-Deals erscheinen. Übergeordnet bleibt mein Bias jedoch klar bearish.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Bonds konnten die gestrigen Gap-Downs überraschend schnell wieder aufgeholt werden. Die Anleihemärkte zeigen weiterhin Kaufinteresse, während die Renditen auf erhöhtem Niveau verbleiben.
Entscheidend dürfte nun die morgige FED-Sitzung werden. Vor allem die Aussagen Warshs werden darüber entscheiden, ob die Märkte wieder stärker auf Zinssenkungen setzen oder ob die höheren Renditen vorerst Bestand haben.
Dollar Index (DXY)
Im Dollar bleibt die Lage weiterhin spannend. Der Bereich um 99,50 Punkte wurde erneut erfolgreich verteidigt. Gleichzeitig konnte das gestrige Tageshoch bereits überschritten werden.
Für mich bleibt die aktuelle Range zwischen 99,50 und 100 Punkten entscheidend. Ein Ausbruch über 100 Punkte könnte den Dollar kurzfristig stärken. Ein Bruch unter 99,50 würde dagegen weiteres Abwärtspotenzial eröffnen. Die morgige FED dürfte auch hier die Richtung vorgeben.
VIX
Der Volatilitätsindex setzte seinen Rückgang gestern konsequent fort und verlor erneut über 8 %. Aktuell notiert der VIX bei rund 16,20 Punkten.
Das zeigt sehr deutlich, wie stark die Risikoaversion zuletzt zurückgegangen ist. Für die Aktienmärkte bleibt dies ein klar unterstützender Faktor.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt weiterhin eines der stärksten Assets am Markt. Nachdem die Unterstützung im Bereich von 200 Dollar erfolgreich verteidigt wurde, notiert die Aktie inzwischen wieder bei rund 212 Dollar.
Solange wir oberhalb dieser Zone bleiben, bleibt mein Bias klar bullish. Der KI-Boom zeigt weiterhin keinerlei Schwächeanzeichen und Nvidia bleibt das Aushängeschild dieses gesamten Trends. Zusätzlich sorgt die enorme Euphorie rund um den erfolgreichen SpaceX-Börsengang weiterhin für positives Sentiment im Technologie- und KI-Sektor.
Neue Allzeithochs bleiben aus meiner Sicht weiterhin das wahrscheinlichere Szenario, solange die Fundamentalen und Geopolitischen Daten dieses Bild stützen.
Bitcoin
Bitcoin konnte sich ebenfalls stabilisieren und zeigte zuletzt wieder leichte Stärke. Die geopolitische Entspannung wurde grundsätzlich positiv aufgenommen, dennoch bleibt Bitcoin aktuell eher im Fahrwasser der allgemeinen Risk-On-Bewegung.
Eine größere Richtungsentscheidung bleibt hier erstmal aus, ich sehe übergeordnet weiterhin einen sehr intakten Abwärtstrend.
S&P 500
Der S&P 500 bleibt beeindruckend stark. Gestern wurde erneut ein neues Allzeithoch markiert und die 7.500-Punkte-Marke erfolgreich verteidigt.
Für mich ergeben sich aktuell zwei interessante Szenarien. Entweder wir sehen weitere Fortsetzungskäufe über dem gestrigen Tageshoch oder wir erhalten noch einmal einen Rücksetzer in Richtung 7.500 Punkte, der anschließend neue Long-Chancen eröffnet.
Das übergeordnete Bild bleibt klar bullish.
Nasdaq
Auch der Nasdaq präsentiert sich weiterhin extrem stark. Der Index konnte direkt über die psychologisch wichtige 30.000-Punkte-Marke springen und notiert inzwischen nur noch knapp unter seinen Allzeithochs.
Aktuell fehlen lediglich rund 0,8 % bis zu neuen Rekordständen. Über dem gestrigen Tageshoch bleibe ich klar auf der Long-Seite. Alternativ wäre ein Rücklauf in Richtung 30.000 Punkte ebenfalls eine interessante Kaufzone.
Dow Jones
Der Dow Jones konnte gestern ebenfalls neue Allzeithochs markieren. Die 52.000-Punkte-Zone wurde nahezu punktgenau angelaufen und bestätigt.
Für weitere Long-Einstiege bleiben die Bereiche um 51.500 Punkte sowie ein möglicher Ausbruch über 52.000 Punkte besonders interessant.
DAX – 25.000er Marke im Fokus
Im DAX zeigte sich gestern ein etwas anderes Bild als in den amerikanischen Indizes. Zwar eröffnete der Markt mit einem starken Gap-Up, allerdings konnten die Käufer die Dynamik im Tagesverlauf nicht vollständig verteidigen.
Im Bereich von 25.000 Punkten wurde der Markt erstmal abverkauft. Dennoch bleibt die übergeordnete Struktur konstruktiv.
Besonders wichtig war die Reaktion auf die bereits gestern angesprochene Unterstützungszone zwischen 24.800 und 24.850 Punkten. Hier treffen aktuell das Wochenhoch der KW24, das Monatshoch April sowie das ehemalige Jahreshoch 2025 aufeinander. Der Markt reagierte dort nahezu punktgenau mit Käufen.
Für den heutigen Handel sehe ich zwei zentrale Szenarien.
Bullisches Szenario:
Sollten die Käufer die 25.000-Punkte-Marke erneut überwinden und bestätigen können, wären weitere Anstiege in Richtung 25.200 bis 25.400 Punkte durchaus denkbar.
Vorsichtiges Szenario:
Sollte die 25.000er Marke erneut als Widerstand fungieren und wir dort wieder deutliche Verkäufe sehen, wäre zunächst Vorsicht angebracht. In diesem Fall könnte eine größere Korrektur bis in den Bereich von 24.600 bis 24.650 Punkten folgen, bevor der nächste Anlauf nach oben startet.
Trotzdem bleibt mein übergeordnetes Bild weiterhin bullish. Die geopolitische Entspannung, der Rückgang der Volatilität und die starke Entwicklung der US-Märkte sprechen aktuell weiterhin für Risk Assets.
Fazit
Der Markt bleibt klar im Risk-On-Modus. Die geopolitische Entspannung rund um den Iran-Deal sorgt weiterhin für Rückenwind, während gleichzeitig die Volatilität deutlich zurückgeht und die Aktienmärkte neue Höchststände markieren.
Heute könnte es vor dem morgigen FOMC-Entscheid durchaus etwas ruhiger werden. Die Marktteilnehmer dürften sich zunehmend auf die US-Retail-Sales und die Zinsentscheidung der FED fokussieren.
Für den DAX bleibt die 25.000er Marke der zentrale Bereich. Ein Ausbruch darüber könnte weitere Dynamik freisetzen. Scheitert der Markt erneut an dieser Zone, wären kurzfristige Rücksetzer zunächst nicht überraschend.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch allen einen erfolgreichen Handelstag und stabile Trades!
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