Top schon drin? Gar Abschluss des Grand Supercycle?

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Guten Abend, liebe Händler, Trader und Marktbeobachter,

es ist wieder Wochenende und damit Zeit für eine neue Analyse. Heute steht der S&P 500 im Fokus. Im Vergleich zum Nasdaq hat sich hier eine abweichende Struktur entwickelt. Die zentrale Frage bleibt jedoch dieselbe: Ist die aktuelle Aufwärtsbewegung bereits weitgehend ausgereizt?

Wie immer freue ich mich über sachliches Feedback und konstruktive Kritik. Viel Spaß mit der Analyse.

Übergeordnete Struktur

Zunächst möchte ich auf die übergeordnete Struktur eingehen. Hier lassen sich drei mögliche Varianten ableiten, wobei zwei unterschiedliche Zählweisen innerhalb der letzten Welle keinen wesentlichen Einfluss auf die übergeordnete Einschätzung haben.

Meine Primärzählung, dargestellt im oberen Chart, geht davon aus, dass die übergeordnete Welle (I) bis zum Jahr 2000 ausgebildet wurde. Darauf folgte eine Korrektur bis in den Bereich des 61,8-%-Fibonacci-Retracements, bevor die Welle (II) im Jahr 2009 abgeschlossen wurde.

Anschließend entwickelte sich Welle (III) bis nahezu exakt an das 261,8-%-Fibonacci-Niveau. Die darauffolgende Welle (IV) fiel im Verhältnis zur zeitlich deutlich ausgedehnteren Welle (II) wesentlich kürzer aus und entwickelte sich als Zigzag-Korrektur. Die anschließende Trendwende in Richtung der Welle (V) erfolgte zwischen dem 23,6-%- und dem 38,2-%-Fibonacci-Retracement.

Variante zwei

Eine alternative Zählweise würde vorsehen, dass die Welle (I) bereits im Jahr 1929 abgeschlossen wurde und die anschließende Große Depression die Welle (II) darstellte.

In diesem Szenario wären die von mir zwischen 2000 und 2009 als Wellen (I) und (II) eingeordneten Bewegungen entsprechend als Wellen (III) und (IV) zu zählen.

Da es sich beim S&P 500 jedoch um einen kapitalgewichteten Index mit sehr großer Marktkapitalisierung handelt, halte ich eine deutliche Überschreitung regulärer Korrekturzielzonen auf dieser Zeitebene für weniger wahrscheinlich. Da die angenommene Welle (IV) in diesem Szenario das 50-%-Fibonacci-Retracement überschritten hat, stufe ich diese Variante derzeit als weniger wahrscheinlich ein.

Unterstruktur der Welle (V)

Für die detailliertere Betrachtung der Welle (V) wechsle ich nun in den linken unteren Chart, in dem die aktuelle Unterstruktur dargestellt ist.

Unabhängig von kleineren Abweichungen in der Zählung zeigt sich, dass sich die übergeordnete Welle (V) bereits in einem weit fortgeschrittenen Stadium befindet.

Die Wellen I und II sind vergleichsweise kurz ausgefallen, während Welle III eine klar gedehnte Struktur zeigt. Auch Welle V weist Merkmale einer Extension auf. Innerhalb dieser Welle V erscheint wiederum die Unterwelle 5 gedehnt. Diese Verschachtelung spricht dafür, dass sich die laufende Impulsstruktur ihrem Abschluss nähert.

Ist das Top bereits ausgebildet?

Nach der Einordnung der aktuellen Wellenstruktur stellt sich nun die entscheidende Frage, ob das Hoch bereits erreicht wurde.

Übergeordnete Zielzone

Im oberen Chart habe ich die Fibonacci-Verhältnisse der gesamten Aufwärtsbewegung angelegt. Daraus ergibt sich ein übergeordnetes Kursziel von rund 7.797 Punkten.

Wie bereits in meiner Nasdaq-Analyse nutze ich die Verhältnisanalyse ergänzend zur eigentlichen Elliott-Wellen-Zählung, um Zielbereiche zu bestätigen oder mögliche Invalidierungen frühzeitig zu erkennen.

Im Tageschart unten links ist zusätzlich zu sehen, dass die graue Zielzone der übergeordneten Welle (V) das 100-%-Fibonacci-Niveau erreicht hat. Damit wurde ein typischer Zielbereich für eine fünfte Welle angelaufen.

Bestätigung durch die Unterstruktur

Auch innerhalb der Unterstruktur verdichten sich die Hinweise auf ein mögliches Hoch.

Auf Tagesbasis hat sich inzwischen die erste bärische Divergenz im MACD ausgebildet. Gleichzeitig fügt sich die aktuelle Bewegung auch aus Sicht der Verhältnisanalyse sauber in die Struktur ein. Welle III liegt am 61,8-%-Fibonacci-Verhältnis, während Welle IV am 38,2-%-Fibonacci-Verhältnis liegt.

Aus dieser Konstellation ergibt sich ein Kursziel von etwa 7.789 Punkten. Dieses liegt nahezu exakt im Bereich des aktuellen Hochs und deckt sich damit auffällig gut mit dem übergeordneten Ziel von 7.797 Punkten.

Betrachtung des 4-Stunden-Charts

Im rechten unteren 4-Stunden-Chart zeigt sich auch innerhalb der kleineren Unterstruktur ein vergleichbares Bild.

Die grüne Zielzone der Primärstruktur hat das 127,2-%-Ziel der Welle V erreicht. Innerhalb der nochmals kleineren Struktur wurde gleichzeitig das 78,6-%-Fibonacci-Ziel angelaufen.

Beide Zielbereiche liegen nahezu deckungsgleich übereinander und verstärken dadurch die Relevanz dieser Kurszone.

Zusätzlich weist der MACD im 4-Stunden-Chart eine deutlich erkennbare bärische Divergenz auf. Da sich diese bereits nahe der Nulllinie ausgebildet hat, passt sie ebenfalls zu der Annahme, dass zumindest ein lokales Hoch erreicht worden sein könnte.

Fazit

Insgesamt spricht die aktuelle Struktur dafür, dass sich die laufende Aufwärtsbewegung ihrem Ende genähert hat oder dieses bereits erreicht wurde.

Sowohl auf übergeordneter Ebene als auch innerhalb der untergeordneten Wellenstrukturen häufen sich die Hinweise auf eine abgeschlossene Bewegung. Ein weiteres Hoch kann selbstverständlich nicht ausgeschlossen werden. Auch die kleineren Fibonacci-Zielbereiche lassen noch einen begrenzten Spielraum auf der Oberseite zu.

Entscheidend ist jedoch die Konfluenz der verschiedenen Zielzonen und Verhältnisse. Mehrere voneinander unabhängige Berechnungen führen in den Bereich zwischen 7.600 und 7.800 Punkten. Dieser Zielkorridor wurde inzwischen sehr präzise erreicht.

Aus diesem Grund gehe ich aktuell davon aus, dass das Top ausgebildet wurde.

Nach meiner Primärzählung würde dies den Beginn einer größeren Korrektur bedeuten, die sowohl preislich als auch zeitlich ausgedehnt ausfallen sollte.

An dieser Stelle kommt jedoch meine dritte Variante ins Spiel. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, dass seit dem Jahr 2009 lediglich an der übergeordneten Welle (III) gearbeitet wurde. In diesem Szenario würde die kommende Korrektur eine Welle (IV) darstellen und entsprechend weniger tief ausfallen.

Da Welle (II) in diesem Fall bereits eine zeitlich stark ausgedehnte Korrektur dargestellt hätte, wäre nach dem Prinzip der Alternation eine vergleichsweise kürzere Welle (IV) denkbar.

Mögliche Position: Short bis mindestens 6.129 Punkten?

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ich hoffe, die Analyse bietet einen nachvollziehbaren Einblick in meine aktuelle Einschätzung des S&P 500.

PS: Nicht das gewünschte Szenario entscheidet – sondern die Struktur, die uns der Markt tatsächlich zeigt.

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