Wichtige bärische Widerstandszonen **Wichtige bärische Widerstandszonen (zentrale Risikofaktoren für die kommende Woche)**
💦 **1. Massive Anhäufung von „gefangenen“ Positionen im Bereich 64.800–65.500**
Während des jüngsten Rückgangs von 82.850 markierte die Zone zwischen 64.500 und 65.500 den Ausgangspunkt des ersten, volumenstarken Kurssturzes. Hier konzentriert sich ein großes Volumen an Positionen, die aktuell im Minus liegen („underwater“); jede Rallye mit geringem Handelsvolumen dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit massenhafte Gewinnmitnahmen und Verkäufe auslösen, was diesen Bereich zu einer kritischen Zone starken Widerstands macht.
**Druck durch Erwartungen einer restriktiven („hawkish“) Fed-Politik**
🔷 **2. Die Markterwartungen signalisieren eine Wahrscheinlichkeit von 70 % für die Beibehaltung der hohen Zinsen bei der Sitzung am 29. Juli, bei gleichzeitigem Restrisiko einer geringfügigen Zinserhöhung**
Sollten Vertreter der Notenbank im Vorfeld der Sitzung geschlossen eine restriktive Haltung signalisieren, würde ein erneuter Anstieg der US-Staatsanleiherenditen risikoreiche Anlagen wie Bitcoin direkt belasten und Kapitalabflüsse auslösen.
🔼 **3. Die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung des Krypto-Gesetzentwurfs „CLARITY“ ist deutlich gesunken**
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz noch in diesem Jahr verabschiedet wird, ist von 74 % auf 40 % gefallen. Da bis zur Senatspause nur noch 20 Arbeitstage verbleiben, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich das Gesetzgebungsverfahren bis 2027 verzögern wird. Dies dämpft die Erwartungen hinsichtlich des einst bedeutendsten regulatorischen Rückenwinds für diesen Bullenmarkt, schwächt das mittel- bis langfristige bullische Narrativ und begrenzt das Erholungspotenzial.
🔴 **4. Die Erholung wird durch einen Short-Squeeze getrieben; die fundamentale Unterstützung bleibt schwach**
Die jüngste Rallye stützte sich maßgeblich auf passive Käufe, die durch das Eindecken von Short-Positionen seitens kurzfristiger Händler ausgelöst wurden. Während Privatanleger dem Kursanstieg hinterherlaufen, bleibt das Kaufvolumen institutioneller Investoren begrenzt. Es handelt sich hierbei um eine klassische „Dead-Cat-Bounce“-Situation (kurzzeitige Erholung im Abwärtstrend); sobald gehebelte Long-Positionen massenhaft liquidiert werden, dürfte der Markt rasch in einen schwachen Abwärtstrend zurückfallen.
Harmonisches Muster
Wichtige bärische Faktoren, die heute für Marktschwäche sorgen:Wichtige bärische Faktoren, die heute für Marktschwäche sorgen:
💠1. Massive Eskalation des US-iranischen Konflikts: Der Iran kündigte eine Blockade der Straße von Hormus an, wodurch der Schiffsverkehr fast zum Erliegen kam; der daraus resultierende Ölpreisanstieg verstärkte die Erwartungen hinsichtlich Inflation und Zinserhöhungen.
Am 12. Juli kündigte die iranische Revolutionsgarde offiziell die Schließung der Straße von Hormus für internationale Handelsschiffe an, bis die USA ihre Militärschläge im Nahen Osten einstellen. Da in den letzten 24 Stunden nur elf Schiffe die Meerenge passierten – eine Route, über die 30 % des weltweiten Rohöls transportiert werden –, schnellten die internationalen Ölpreise kurzfristig in die Höhe. Der Markt preiste umgehend ein Wiederaufleben der energiebedingten Inflation ein, was zu der Einschätzung führte, dass die Federal Reserve ihre straffe Geldpolitik nicht vorzeitig beenden werde; die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September stieg auf 58 %.
🌎2. Als unverzinslicher Vermögenswert steht Gold aufgrund steigender Zinserwartungen unter Abwärtsdruck. Dies führte zu einer deutlichen Divergenz: Während geopolitische Krisen die Ölpreise und den US-Dollar in die Höhe trieben, drückten sie gleichzeitig den Goldpreis nach unten – der Hauptauslöser für den frühen Kurseinbruch von Gold von 4119 auf 4070. Das US-Militär erklärte daraufhin, die Meerenge sei weiterhin geöffnet; die widersprüchlichen Informationen beider Seiten verstärkten die Marktvolatilität und die Unsicherheit.
🚩3. Erwartung starker US-Verbraucherpreisdaten (CPI) für Juni vor Handelsbeginn in den USA.
Obwohl Bloomberg und Goldman Sachs einen leichten Rückgang des Gesamt-CPI gegenüber dem Vormonat prognostizierten, wurde für den Kern-CPI weiterhin ein Anstieg von 0,17 % im Monatsvergleich erwartet – womit dieser über dem Inflationsziel der Fed von 2 % bliebe. Angesichts eines Kern-CPI von 2,9 % im Jahresvergleich und eines Kern-PCE von 4,1 % im Mai erweist sich die Inflation als äußerst hartnäckig.
Sollten sowohl der Gesamt- als auch der Kern-CPI die Erwartungen übertreffen, würden der US-Dollar und die Renditen von Staatsanleihen stark ansteigen. Dies könnte dazu führen, dass der Goldpreis die Unterstützungslinie des „Doppelbodens“ bei 4021 durchbricht und die Erholungsrallye nach dem Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls) beendet wird. Selbst wenn die Daten den Erwartungen entsprechen, dürften bestehende Long-Positionen zur Risikominimierung reduziert werden, was zu vorzeitigem Verkaufsdruck führt.
🔻4. Fed-Chef Warsh eröffnet heute die Anhörungen im Repräsentantenhaus; geldpolitischer Kurs stellt Inflationsbekämpfung in den Vordergrund
Heute beginnt die halbjährliche Anhörung von Fed-Chef Warsh zur Geldpolitik. Der vorab veröffentlichte geldpolitische Bericht der Fed benennt Preisstabilität und die Eindämmung der Inflation eindeutig als vorrangige Ziele; zudem hebt er die Inflationsprognosen an und senkt die Schätzungen zur Arbeitslosigkeit für 2026. Dies deutet auf eine widerstandsfähige Wirtschaft und eine Haltung hin, die keine raschen Zinssenkungen erforderlich macht.
Warsh hat bereits eine Strategie der „konstruktiven Unbestimmtheit“ hinsichtlich der geldpolitischen Kommunikation signalisiert und damit zu verstehen gegeben, dass er sich nicht vorab auf einen bestimmten Zinspfad festlegen wird. Sollte sich in der Fragerunde eine restriktive Haltung („hawkish“) abzeichnen, würde dies die optimistische Stimmung für Gold weiter dämpfen. Da der Markt derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 24 % für eine Zinserhöhung im Juli einpreist, könnten restriktive Aussagen die Erwartungen hinsichtlich Zinserhöhungen rasch in die Höhe treiben und somit den Goldpreis drücken.
Analyse und Strategien für eine SeitwärtsbewegungHeute werden keine bedeutenden Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Gold ist leicht gefallen und befindet sich insgesamt in einer schwachen Konsolidierung nach einem Abwärtstrend.
Der erste wichtige Widerstandsbereich oberhalb liegt zwischen 4090 und 4110. Bei einem Kursanstieg in diesen Bereich treten starke Verkaufsaufträge auf. Der mittelfristige Wendepunkt befindet sich bei 4130 bis 4140. Die kurzfristige schwache Tendenz kann nur umgekehrt werden, wenn der Kurs diesen Bereich dauerhaft überwindet.
Die kurzfristige Unterstützung unterhalb liegt bei 4060–4070, dem heutigen Tagestief. Bei einem nachhaltigen Bruch dieses Bereichs fällt Gold direkt zur psychologischen Marke von 4000. Die Marke von 4000 stellt eine zentrale mittelfristige Absicherungslinie dar; ein Bruch öffnet weiteren Abwärtspotenzial.
Short-Strategie
Einstieg: Short gehen bei einem Rebound zwischen 4090 und 4110
Stop-Loss: Oberhalb von 4125
Ziele: 4070 – 4060 – 4040
SPX500 H1: Käufer verteidigen den AufwärtskanalMarktentwicklung:
Nach einer kurzen Korrektur hat der SPX500 positiv an der unteren Begrenzung des Aufwärtskanals reagiert, was zeigt, dass die Käufer die Trendstruktur weiterhin verteidigen. Solange der Preis diese Zone hält, bleibt der zinsbullische Ausblick (bullish outlook) intakt.
Wenn die Käufer weiterhin die Kontrolle behalten und der Preis innerhalb des Kanals bleibt, besteht für den Index das Potenzial, die Erholung bis in den Bereich von 7.625,73 auszuweiten. Umgekehrt wäre das Verlassen der unteren Kanalbegrenzung das erste Signal dafür, dass das Aufwärtsmomentum nachlässt.
Fokus Einstieg (Entry): Priorität für Buy (Long), wenn der Preis die untere Kanalbegrenzung hält und ein bullisches Bestätigungssignal auftritt.
Ziel (TP): 7.625,73.
Invalidierung: Der Preis bricht aus und schließt (per H1-Kerze) unter der unteren Begrenzung des Aufwärtskanals.
ETHUSDT: Ethereum testet eine wichtige UnterstützungszoneHallo zusammen, was denkt ihr über ETH/USDT?
Ethereum wird derzeit bei rund 1.790 USDT gehandelt, nachdem der Kurs im Zuge kurzfristiger Gewinnmitnahmen am Kryptomarkt deutlich korrigiert hat. Dennoch bleibt die allgemeine Stimmung vergleichsweise positiv, da die Erwartung einer künftig lockereren Geldpolitik der Fed weiterhin risikoreiche Anlagen unterstützt. Gleichzeitig warten Anleger auf neue US-Konjunkturdaten, um die nächste Marktrichtung besser einschätzen zu können.
Technisch reagiert ETH im H1-Chart aktuell an einer wichtigen Konfluenz aus aufsteigender Trendlinie und der horizontalen Unterstützungszone bei 1.770–1.780 USDT. Dieser Bereich hatte bereits zuvor Kaufinteresse ausgelöst und wird weiterhin verteidigt. Solange die Unterstützung hält, könnte Ethereum wieder Aufwärtsdynamik entwickeln und die Widerstandszone bei 1.850 USDT anvisieren, wo die obere Trendlinie verläuft.
Stimmt ihr dieser Einschätzung zu?
XAUUSD im ÜberblickHallo zusammen, was denkt ihr über XAU/USD?
Gold wird aktuell bei etwa 4.075 USD gehandelt, nachdem der Preis von einer kurzfristigen Unterstützungszone nach oben abgeprallt ist. Die Erholung erfolgt in einem Umfeld, in dem der Markt weiterhin auf neue US-Inflationsdaten und Aussagen von Fed-Vertretern wartet, um den möglichen Zeitpunkt künftiger Zinssenkungen besser einschätzen zu können. Solange der geldpolitische Ausblick unklar bleibt, fehlt dem US-Dollar zusätzlicher Aufwärtsdruck, was Gold nach der jüngsten Korrektur stabilisiert.
Technisch bildet sich im H1-Chart ein symmetrisches Dreieck mit steigenden Tiefs und einer fallenden Widerstandslinie. Die Handelsspanne wird damit zunehmend enger, was auf eine Konsolidierung vor einem möglichen Ausbruch hindeutet. Sollte der Kurs die obere Begrenzung durchbrechen und sich darüber halten, könnte XAU/USD zunächst die Widerstandszone bei 4.120–4.130 USD und anschließend den Bereich von 4.180–4.200 USD anvisieren.
Stimmt ihr dieser Einschätzung zu?
EUR/USD: Aufwärtstrendkanal schwächelt durch Rückkehr der VerkäuAuf den ersten Blick bewegt sich EUR/USD weiterhin innerhalb eines Aufwärtstrendkanals. Auffällig ist jedoch, dass jeder Anstieg in Richtung der oberen Kanalbegrenzung rasch abgewiesen wird; dies deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck früher einsetzt als zuvor.
Die gleitenden Durchschnitte EMA34 und EMA89 verlaufen weiterhin knapp oberhalb des Kurses, während das Niveau bei 1,1455 eine wichtige Angebotszone darstellt. Diese Konstellation spiegelt den nachlassenden Schwung der Käufer bei Annäherung an den Widerstand wider.
Auch fundamental spricht derzeit wenig für den Euro. Die Stärke des US-Dollars wird durch die Erwartung gestützt, dass die Fed die Zinsen hoch halten wird, was es für EUR/USD schwierig macht, die Erholungsdynamik aufrechtzuerhalten.
Sollte der Kurs an der aktuellen Widerstandszone weiterhin abgewiesen werden, bleibt ein Rücklauf zur unteren Kanalbegrenzung im Bereich von 1,1400 das wahrscheinlichere Szenario.
Empfohlene Strategie:
Einstieg: Verkauf im Bereich 1,1445–1,1455
Take-Profit (TP): 1,1400
Stop-Loss (SL): Über 1,1475
DAX Tagesausblick 13. Juli–Neue Eskalation im Nahen Osten!Die neue Handelswoche startet direkt mit deutlich erhöhter geopolitischer Unsicherheit. Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran verschärft sich erneut, während die Lage an der Straße von Hormus den Ölmarkt unter Druck setzt. Gleichzeitig stehen heute mehrere Notenbanker und das OPEC-Meeting im Fokus, bevor morgen mit CPI und Core CPI die wichtigsten Wirtschaftsdaten der Woche veröffentlicht werden.
Agenda
• Geopolitische Lage
• Fundamentale Wirtschaftsdaten
• Märkte & Korrelationen im Überblick
• Risk Assets im Überblick
• DAX – charttechnischer Ausblick
• Fazit
Geopolitische Lage
Die Lage im Nahen Osten hat sich seit gestern erneut deutlich verschärft. Iran und die USA tauschten weitere Raketen- und Drohnenangriffe aus. Nach iranischen Angaben wurden US-Militäreinrichtungen in Bahrain und Kuwait angegriffen, Radarsysteme im Oman zerstört und Ziele auf der Prince Hassan Air Base in Jordanien getroffen.
Die USA reagierten ihrerseits mit Angriffen auf iranische Luftverteidigungssysteme, Küstenradare sowie Raketen- und Drohnenkapazitäten. Zusätzlich wurden kleinere iranische Boote ins Visier genommen.
Im Zentrum der Eskalation steht weiterhin die Straße von Hormus. Der Iran erklärte erneut, die Meerenge geschlossen zu haben und warnte vor weiteren Zwischenfällen im globalen Öl- und Gassektor. Der Schiffsverkehr ist bereits deutlich eingeschränkt. Zwar eskortierten US-Kräfte zuletzt rund 20 Schiffe durch die Meerenge, Tracking-Daten zeigen jedoch weiterhin nur geringe Verkehrsaktivität.
Damit steigt das Risiko einer nachhaltigen Störung der globalen Energieversorgung. Der Ölmarkt reagierte bereits mit einem deutlichen Gap Up. Sollte sich die Eskalation fortsetzen und der Schiffsverkehr weiter eingeschränkt bleiben, dürfte der Energie- und Inflationsdruck erneut deutlich zunehmen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten
Auch fundamental startet die Woche interessant.
TSMC meldete für das zweite Quartal einen Rekordumsatz. Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um 36 % auf rund 39,6 Milliarden US-Dollar und lagen damit leicht über den Erwartungen. Haupttreiber bleibt die starke Nachfrage nach AI-Anwendungen. Besonders interessant: Allein im Juni stieg der Umsatz um 67,9 % gegenüber dem Vorjahr.
Bei den Earnings bleibt es heute noch relativ ruhig. Mit Progressive und Fastenal stehen lediglich zwei größere Unternehmen im Kalender. Die eigentliche Earnings Season nimmt im weiteren Wochenverlauf deutlich an Fahrt auf.
Heute stehen vor allem die Notenbanker und der Ölmarkt im Fokus:
FOMC-Mitglied Bowman spricht bereits am Vormittag. Anschließend folgt das OPEC-Meeting, welches aufgrund der aktuellen Situation am Ölmarkt besonders relevant ist. Zum Ölmarkt und den Risiken durch die Straße von Hormus habe ich gestern bereits ausführlich ein Video veröffentlicht – schaut dort gerne rein.
Am Abend folgen Fed Waller, EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel und EZB-Präsidentin Christine Lagarde.
Der wichtigste fundamentale Termin der Woche folgt jedoch morgen: die US-Verbraucherpreise mit CPI und Core CPI. Gerade in Verbindung mit den erneut steigenden Ölpreisen dürfte der Inflationsbericht für die weitere Zinserwartung entscheidend werden.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil startet mit einem Gap Up von 3,44 % und notiert aktuell bei rund 73,77 US-Dollar.
Mein Bias bleibt unverändert. Sollte sich die Situation im Nahen Osten weiter verschärfen, sehe ich zunächst 77 US-Dollar und anschließend 79 US-Dollar als realistische Ziele. Bei einer starken und anhaltenden Eskalation wäre sogar der Bereich zwischen 84 und 86 US-Dollar wieder relevant.
Kommt es dagegen zu einer Deeskalation und einem Schlusskurs unter 71 US-Dollar, wäre eine Fortsetzung in Richtung 70 bis 68 US-Dollar wahrscheinlicher.
Die Korrelation bleibt entscheidend:
Steigendes Öl → steigende Energiepreise → höherer Inflationsdruck → restriktivere Fed → schwierigeres Umfeld für Risk Assets.
US-Staatsanleihen
Auch die US-Staatsanleihen starteten zunächst stärker in den Handel, geben aktuell jedoch bereits wieder einen Teil der Bewegung ab.
Die 3-jährigen Staatsanleihen liegen rund 0,26 % im Plus, die 5-jährigen bei +0,30 %, die 10-jährigen bei +0,26 % und die 30-jährigen bei +0,24 %.
Hier bleibt vor allem die Reaktion auf die morgigen Inflationsdaten entscheidend.
DXY
Der US-Dollar zeigte über Nacht ebenfalls zunächst Stärke und der DXY notiert aktuell im Bereich von 101.
Bei einem höheren CPI-Bericht und einer weiteren Eskalation im Nahen Osten sehe ich 101,5 und anschließend 102 als nächste relevante Ziele.
Bei einer Deeskalation und schwächeren Inflationsdaten bleibt der Bereich zwischen 100,6 und 100,5 die zentrale Unterstützung. Sollte dieser brechen, wäre eine Bewegung in Richtung 100 realistisch – wie bereits gestern im Video besprochen.
VIX
Der Volatilitätsindex reagiert deutlich und liegt aktuell rund 9,12 % im Plus bei 16,39 Punkten.
Damit notiert der VIX weiterhin klar unter 20 und befindet sich noch nicht in einem extremen Stressbereich. Die Dynamik sollte aufgrund der geopolitischen Lage dennoch beobachtet werden.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia notiert vorbörslich bei rund 206,50 US-Dollar.
Solange die Aktie über 200 US-Dollar handelt, bleiben 212 und 217 US-Dollar meine nächsten relevanten Ziele, bevor neue Allzeithochs wieder in den Fokus rücken.
Unterhalb von 200 US-Dollar sehe ich dagegen 195 und anschließend 190 US-Dollar als realistische Ziele.
Bitcoin
Bitcoin zeigte über Nacht erneut relative Schwäche. Auf Wochenbasis konnte zwar leicht positiv geschlossen werden, aktuell liegt BTC jedoch bereits wieder rund 1,22 % im Minus.
Solange der Bereich um 65.000 US-Dollar – das Monatstief aus März – und 65.700 US-Dollar – das Monatstief aus April – nicht zurückerobert wird, bleibt Bitcoin mittel- und kurzfristig in einer klaren Short-Struktur.
Die 60.000 US-Dollar bleiben damit weiterhin hochrelevant.
S&P 500
Der SPX zeigt aktuell leichte Schwäche und liegt rund 0,43 % im Minus.
Entscheidend bleibt für mich das Daily Low vom Freitag. Hält dieser Bereich, könnte zur NYSE-Eröffnung und im weiteren Handelsverlauf erneut Stärke aufkommen.
Wird dagegen das Freitagstief gebrochen, bleibt der Bereich um 7.500 das nächste Ziel. Auf der Oberseite würde ein Bruch des letzten Daily Highs die Bereiche um 7.635 und 7.650 sowie neue Allzeithochs in den Fokus rücken.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigt mit aktuell rund -0,8 % etwas deutlichere Schwäche und handelt im Bereich der 29.500er-Zone.
Diese Zone bleibt für mich entscheidend. Wird sie verteidigt, bleibe ich grundsätzlich long orientiert und sehe 30.000 weiterhin als nächste interessante Zielzone.
Unterhalb von 29.500 liegt der nächste relevante Unterstützungsbereich bei 29.000. Sollte anschließend auch das Wochentief der KW28 bei rund 28.700 bis 28.680 brechen, könnte sich eine größere Korrektur entwickeln.
US30
Auch der Dow Jones handelt leicht im Minus.
Die Zone um 52.500 hat bisher jedoch stark gehalten. Solange wir oberhalb handeln, bleiben 53.000 Punkte und neue Allzeithochs realistisch.
Unterhalb sehe ich zunächst 52.292 – das Wochentief der KW28 – und anschließend die 52.000er-Marke als relevante Ziele.
DAX – charttechnischer Ausblick
Der DAX hat den gestern im Video besprochenen Bereich um 24.783 bereits angelaufen und handelt inzwischen wieder oberhalb von 25.000 Punkten.
Mein Szenario bleibt unverändert.
Sollte der DAX das Daily High vom Freitag überwinden, kann ich mir einen stärkeren Squeeze in Richtung 25.500 Punkte vorstellen.
Ohne neuen Impuls halte ich jedoch zunächst eine Range um die 25.000er-Marke bis zu den morgigen CPI-Daten für realistisch.
Unterhalb von 24.760 Punkten würde sich das kurzfristige Bild eintrüben. In diesem Fall sehe ich den Bereich um 24.500 Punkte als nächstes relevantes Ziel.
Fazit
Die neue Handelswoche startet mit einem klaren geopolitischen Risikofaktor. Die erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran sowie die Situation an der Straße von Hormus treiben den Ölpreis nach oben und erhöhen erneut den Inflationsdruck.
Heute stehen mit dem OPEC-Meeting sowie Bowman, Waller, Schnabel und Lagarde mehrere wichtige Termine an. Der entscheidende fundamentale Impuls dürfte jedoch morgen mit CPI und Core CPI folgen.
Für den DAX bleibt die 25.000er-Marke zunächst der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Oberhalb des Freitagshochs wäre ein Squeeze in Richtung 25.500 möglich. Unterhalb von 24.760 rückt dagegen die 24.500 wieder in den Fokus.
Bis zu den morgigen Inflationsdaten bleibt ein volatiler und stark nachrichtengetriebener Handel wahrscheinlich.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch stabile Trades!
XAUUSD: Ein letzter Rebound vor dem Abwärtstrend?Das Auffällige an diesem Chart ist nicht der aktuelle Rückgang an sich, sondern vielmehr die Tatsache, dass der Kurs innerhalb eines mehrwöchigen Abwärtskanals immer wieder niedrigere Hochs bildet.
Jedes Mal, wenn sich der Kurs der oberen Kanalbegrenzung näherte, entstand starker Verkaufsdruck, und auch diesmal ist das nicht anders. Der Kurs notiert unterhalb des EMA34 und EMA89, während sich die Marke von 4.118 zu einer starken dynamischen Widerstandsbarriere entwickelt hat.
Makroökonomisch betrachtet bleibt die Stärke des US-Dollars der Hauptgrund für den Gegenwind auf Gold, da der Markt auf die US-Inflationsdaten wartet. Sollte der USD seine Aufwärtsdynamik beibehalten, dürfte sich der Verkaufsdruck auf Gold verstärken.
Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass der Kurs einen technischen Rebound in Richtung der Widerstandszone vollzieht, bevor der Verkaufsdruck zurückkehrt und XAUUSD in die Nachfragezone um 3.914 drückt – ein Bereich, der in der Vergangenheit bereits signifikante Marktreaktionen ausgelöst hat.
Entry: Sell quanh 4,110–4,118
TP: 3,914
SL: Trên 4,145
XAUUSD: Auf dem Weg zu höheren KurszielenDer Preis bewegt sich weiterhin innerhalb einer übergeordneten Aufwärtsstruktur. Nach dem jüngsten kurzfristigen Anstieg deutet der Markt jedoch auf die Möglichkeit einer technischen Korrektur hin, bevor sich die nächste Richtung klarer herausbildet.
Die von mir beobachtete Zone liegt ungefähr bei der 50%-Fibonacci-Korrektur des vorherigen kurzfristigen Aufwärtsimpulses. Dieser Bereich könnte erneut Kaufinteresse anziehen, sofern der Preis dorthin zurückkehrt und eine deutliche Reaktion zeigt.
Wird diese Zone erfolgreich verteidigt, könnte sich eine bullische Umkehr entwickeln und der Preis den jüngsten Hochbereich um 4.135 erneut testen.
Fällt der Preis jedoch unter den Fibonacci-Bereich und setzt seine Schwäche fort, wird die tiefer liegende Unterstützungszone zum nächsten wichtigen Reaktionsbereich.
Bis dahin bevorzuge ich es, den Abschluss der Korrektur und ein klares Bestätigungssignal abzuwarten, bevor ich eine Fortsetzung des Aufwärtstrends in Betracht ziehe.
XAUUSD-Analyse – Können die Käufer den Preis auf 4.220 treiben?Nach einem starken Rückgang verloren die Verkäufer zunehmend an Schwung. Man sieht, dass der Preis keine neuen Tiefs mehr bildete und sich vom unteren Bereich erholte.
Dann kehrten die Käufer zurück und bildeten ein höheres Tief, wodurch die rechte Seite des Umkehrmusters vervollständigt wurde.
Die entscheidende Veränderung erfolgt, wenn der Preis die Nackenlinie mit Stärke durchbricht. Dadurch könnten späte Verkäufer unter Druck geraten und die Käufer die Kontrolle übernehmen.
Wenn das passiert, könnte der Ausbruch eine stärkere Aufwärtsbewegung auslösen, mit dem nächsten Ziel bei 4.220.
Gold: Schwankt zwischen 4075 und 4145Gold: Schwankt zwischen 4075 und 4145
Nach einem Tiefststand von 4021 erholte sich der Goldpreis in einer V-förmigen Aufwärtsbewegung und stieg auf 4120. Aktuell konsolidiert er sich zwischen 4075 (Unterstützung) und 4145 (Widerstand) und zeigt kurzfristig keinen klaren Trend.
Die endgültige Ausbruchsrichtung hängt von den diese Woche veröffentlichten Verbraucherpreisdaten und der Anhörung zur Bestätigung von Warshs Nominierung ab. Die Handelsstrategie zu Wochenbeginn sollte sich auf „günstig kaufen und teuer verkaufen“ innerhalb dieser Spanne konzentrieren, wobei vor der Datenveröffentlichung ein umsichtiges Positionsmanagement beibehalten werden sollte.
Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse der letzten Zeit
Woche 6–10: Einem starken Anstieg folgte eine Korrektur mit erheblicher Volatilität.
Montag–Dienstag: Der Goldpreis setzte seinen Aufwärtstrend fort und erreichte kurzzeitig die Marke von 4200 US-Dollar.
Mittwoch/Donnerstag: Trotz der Meldung über die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran stiegen die Goldpreise nicht. Im Gegenteil: Die Sorge am Markt, dass steigende Ölpreise die Inflation anheizen und die Erwartungen an Zinserhöhungen verstärken würden, führte zu einem stetigen Rückgang der Goldpreise von über 4.200 US-Dollar.
Freitag: Die Goldpreise fielen kurzzeitig auf ein Tief von rund 4.021 US-Dollar, doch anschließende Käufe lösten eine V-förmige Erholung aus, sodass der Preis schließlich bei etwa 4.120 US-Dollar schloss. Die Goldpreise gaben in der Woche um etwa 1,2 % nach.
Wochenende (11./12. Juli): Die geopolitischen Spannungen eskalierten, doch die Reaktion des Goldpreises fiel verhalten aus.
12. Juli (Sonntag): Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) gaben offiziell die Schließung der Straße von Hormus bekannt und verboten die Durchfahrt für alle Schiffe bis auf Weiteres. NYMEX-Rohöl stieg im nachbörslichen Handel um mehr als 3 %, während Brent-Rohöl in der Woche um 5,39 % zulegte und damit den größten Wochengewinn seit acht Wochen verzeichnete.
Marktreaktion: Der Goldpreis fiel lediglich um 0,11 %, ohne dass es zu einer dramatischen Rallye als sicherer Hafen kam.
Die zugrunde liegende Logik lautet: „Steigende Ölpreise → Steigende Inflationserwartungen → Erhöhte Erwartungen einer Zinserhöhung der Fed → Abwärtsdruck auf Gold.“ Daher werden positive Faktoren für die Nachfrage nach sicheren Anlagen durch negative makroökonomische Faktoren kompensiert. Wichtige Zeitpunkte (ab 13. Juli):
Montag (heute): Der Markt verarbeitet die Nachrichten vom Wochenende; der Handel konzentriert sich hauptsächlich um die Spanne von 4120 Punkten.
Dienstag: Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten für Juni – die wichtigste Variable dieser Woche, die die Richtung der Zinserhöhungserwartungen bestimmt. Mittwoch: Veröffentlichung der US-Erzeugerpreisdaten für Juni; Fed-Gouverneurin Warsh wird vor dem Repräsentantenhaus aussagen.
Donnerstag: Warsh wird vor dem Senat aussagen; Veröffentlichung der US-Einzelhandelsumsätze für Juni.
Handelsstrategie:
Grundlagenprognose: Der Goldpreis bewegt sich aktuell in einer Seitwärtsbewegung mit einem Widerstand bei 4145 $ und einer Unterstützung bei 4075 $. Die am Dienstag veröffentlichten Verbraucherpreisdaten und Warshs Aussage sind wichtige Impulsgeber für die weitere Entwicklung. Der Markt dürfte sich am Montag weiterhin in einer Seitwärtsbewegung bewegen. Der Fokus sollte innerhalb dieser Spanne auf dem Prinzip „niedrig kaufen und hoch verkaufen“ liegen, ergänzt durch ein striktes Positionsmanagement.
Long-Strategie:
Sobald der Goldpreis in den Bereich von 4075 $ bis 4085 $ zurückfällt und Anzeichen einer Stabilisierung zeigt (z. B. ein langer unterer Schatten auf der Stundenchart oder ein bullisches Engulfing-Muster), sollte eine kleine Long-Position eröffnet werden. Der Stop-Loss sollte unter 4065 $ platziert werden. Das erste Kursziel liegt bei 4120 $. Wird dieses Niveau unterschritten, sollte die Position gehalten und der Bereich von 4135 $ bis 4145 $ anvisiert werden.
Wenn der Kurs im Bereich von 4090–4100 $ Unterstützung findet und auf dem 15-Minuten-Chart mehrere kleine Aufwärtskerzen bildet, kann eine kleine Long-Position zum Testen eröffnet werden. Der Stop-Loss muss jedoch unter 4075 $ nachgezogen werden.
Short-Strategie:
Sobald der Goldpreis in den Bereich von 4135–4145 $ fällt und deutliche Widerstandszeichen zeigt (z. B. einen langen oberen Schatten oder ein bärisches Engulfing-Muster), eröffnen Sie eine kleine Short-Position zum Testen. Platzieren Sie einen Stop-Loss über 4160 $ mit Kurszielen zwischen 4100 und 4085 $. Sollte der Kurs mit einem starken Anstieg des Handelsvolumens die Marke von 4145 $ durchbrechen, schließen Sie Ihre Position sofort; halten Sie nicht stur an Verlustpositionen fest. Zusammenfassung:
Verwenden Sie am Montag eine „Kauf günstig, Verkauf teuer“-Strategie im Bereich von 4075–4145 $. Vermeiden Sie vor der Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten spekulative Wetten und warten Sie auf einen Kursausbruch, bevor Sie in Trendrichtung handeln.
Goldanalyse für den nächsten MontagGold befindet sich derzeit in einem langfristig schwachen Trend mit kurzfristigen Unterstützungen.
Der Kerngrund ist die nach wie vor bestehende Möglichkeit von Zinserhöhungen der Fed in diesem Jahr; ein Umfeld hoher Zinsen begrenzt durchgehend jede Erholung des Goldpreises. Gleichzeitig sorgen schwächere US-Arbeitsmarktdaten, ständige Goldkäufe durch Zentralbanken weltweit bei niedrigen Preisen sowie immer wieder auftretende geopolitische Spannungen im Nahen Osten für kurzfristige Aufwärtsimpulse durch den Sicherheitsaspekt. Daraus ergibt sich die aktuelle Seitwärtsbewegung mit häufigen Ausbrüchen nach beiden Seiten – der Preis kann weder stark steigen noch fallen.
Der oberste Widerstandsbereich liegt bei 4130–4140. Jede Erholung bis in diesen Bereich am Montag führt in der Regel zu einem Rückgang und stellt eine gute Gelegenheit für kurzfristige Short-Positionen dar. 4160 ist ein starker Widerstand; solange dieses Niveau nicht überwunden wird, ist ein nachhaltiger Aufwärtstrend der Bullen ausgeschlossen.
Die untere Unterstützung befindet sich bei 4090–4100, eine starke Verteidigungslinie für kurzfristige Bullen. Ein Bruch darunter führt zu einem weiteren Test der starken Unterstützung um 4060. Die Marke von 4000 stellt eine entscheidende Jahresuntergrenze dar. Solange diese nicht unterschritten wird, bleibt Gold in einer breiten Seitwärtsspanne gefangen.
Für den nächsten Montag sind keine wichtigen Wirtschaftsdaten geplant. Daher sind keine großen Kursbewegungen zu erwarten – es erwartet uns eine ruhige Seitwärtsbewegung mit häufigen Preisschwankungen.
Man muss nicht täglich handeln. Bei den schwachen Marktverhältnissen am Montag ist Abwarten, wenn die Lage unklar ist, bereits eine profitable Strategie. Handeln Sie nicht nur, um eine Position eröffnet zu haben. Bewahren Sie eine gelassene Handelsmentalität – damit handeln Sie langfristig erfolgreich und treffen auf mehr gute Handelsgelegenheiten.
📌 Ich teile täglich meine persönlichen Handelsstrategien.
Pullback-Trading im DAX-Universum – Teil 6Die Anatomie eines gesunden Pullbacks: Wie man normale Rücksetzer von echter Schwäche unterscheidet
Tiefe, Volumen, Tagesranges, gleitende Durchschnitte und Unterstützungsbereiche richtig einordnen
In Teil 5 dieser Serie ging es um den idealen Vorlauf vor einem Pullback.
Die wichtigste Aussage war:
Die Qualität eines Pullbacks wird vor dem Pullback entschieden.
Ein Rücksetzer ist nur dann interessant, wenn vorher Stärke vorhanden war.
Jetzt gehen wir einen Schritt weiter.
Wenn eine Aktie bereits in Stage 2 ist, relative Stärke zeigt und einen dynamischen Vorlauf hatte, stellt sich die nächste Frage:
Ist der aktuelle Rücksetzer gesund – oder beginnt die Aktie bereits zu kippen?
Genau darum geht es in diesem Teil.
Denn nicht jeder Rücksetzer ist ein Kaufsignal.
Ein Pullback kann eine normale Pause innerhalb eines Aufwärtstrends sein.
Er kann aber auch der erste Hinweis sein, dass der Trend an Qualität verliert.
Der Unterschied ist entscheidend.
Ein gesunder Pullback gibt uns eine mögliche Einstiegschance.
Ein schwacher Pullback warnt uns davor, in eine beginnende Distribution hineinzukaufen.
1. EIN PULLBACK IST EIN TEST
Ein Pullback ist nicht einfach ein Kursrückgang.
Ein Pullback ist ein Test.
Der Markt testet, ob die vorherige Stärke Bestand hat.
Die Aktie hatte vorher Käufer.
Sie ist gestiegen.
Sie hat relative Stärke gezeigt.
Sie wurde auf der Watchlist interessant.
Dann kommt der Rücksetzer.
Jetzt zeigt sich:
Bleiben Käufer aktiv?
Trocknet das Verkaufsvolumen aus?
Werden Rücksetzer schnell gekauft?
Hält die Aktie wichtige Unterstützungen?
Bleibt die relative Stärke stabil?
Oder entsteht plötzlich echter Verkaufsdruck?
Genau deshalb ist der Pullback so wichtig.
Er zeigt uns, ob die vorherige Stärke nur kurzfristig war – oder ob die Aktie wirklich weiter akkumuliert wird.
2. DER UNTERSCHIED ZWISCHEN PULLBACK UND SCHWÄCHE
Viele Trader verwechseln einen Pullback mit Schwäche.
Das liegt daran, dass beides auf den ersten Blick gleich aussieht:
Der Kurs fällt.
Aber die Ursache und die Struktur sind unterschiedlich.
Ein gesunder Pullback entsteht nach einem starken Vorlauf.
Die Aktie nimmt eine Pause.
Der Verkaufsdruck bleibt begrenzt.
Das Volumen nimmt ab.
Die Tagesranges werden enger.
Die Aktie bleibt oberhalb wichtiger Unterstützungen.
Relative Stärke bleibt stabil.
Echte Schwäche sieht anders aus.
Die Aktie fällt stärker als der Markt.
Volumen nimmt auf roten Tagen zu.
Wichtige Linien werden gebrochen.
Erholungen scheitern schnell.
Die Aktie verliert relative Stärke.
Der Chart wirkt nicht mehr kontrolliert.
Der Unterschied liegt also nicht darin, ob der Kurs fällt.
Der Unterschied liegt darin, wie der Kurs fällt.
3. DIE IDEALE AUSGANGSLAGE
Bevor ich einen Pullback überhaupt bewerte, muss die Ausgangslage stimmen.
Ein gesunder Pullback braucht vorher:
Stage-2-Aufwärtstrend
Kurs über 50- und 200-Tage-Linie
steigende oder zumindest konstruktive 50-Tage-Linie
stabile oder steigende 200-Tage-Linie
relative Stärke gegenüber dem DAX-Universum
vorherigen dynamischen Impuls
Nähe zum 52-Wochen-Hoch
keinen chaotischen oder komplett überdehnten Vorlauf
ausreichende Liquidität
kein unmittelbares Event-Risiko
Ohne diese Basis ist der Rücksetzer für mich meistens kein hochwertiges Pullback-Setup.
Dann ist es eher eine beliebige Korrektur.
Oder noch schlimmer:
Ein Rücksetzer in einer schwachen Aktie.
4. WIE TIEF DARF EIN GESUNDER PULLBACK SEIN?
Eine der häufigsten Fragen lautet:
Wie weit darf eine Aktie zurückkommen, damit der Pullback noch gesund ist?
Es gibt darauf keine feste Prozentzahl, die immer gilt.
Eine volatile SDAX-Aktie bewegt sich anders als ein liquider DAX-Wert.
Eine TecDAX-Aktie kann größere Schwankungen haben als ein defensiver Dividendentitel.
Trotzdem gibt es eine wichtige Grundregel:
Je stärker und sauberer der Trend, desto weniger tief sollte der Pullback idealerweise sein.
Ein sehr starker Leader muss oft gar nicht weit zurückkommen.
Er konsolidiert vielleicht nur einige Tage seitwärts.
Oder er zieht kontrolliert zur 10- oder 21-Tage-Linie zurück.
Oder er testet einen alten Ausbruchsbereich.
Ein schwächerer Wert fällt dagegen oft deutlich tiefer.
Er verliert die 50-Tage-Linie.
Er fällt stärker als der Markt.
Er wirkt schwer und unkontrolliert.
Das ist kein Qualitätsmerkmal.
5. ORIENTIERUNG AN GLEITENDEN DURCHSCHNITTEN
Für die Pullback-Analyse nutze ich gerne gleitende Durchschnitte als Orientierung.
Nicht als starre Kaufmarken.
Sondern als Zonen, an denen man Verhalten beobachten kann.
Wichtige Linien sind zum Beispiel:
10-Tage-Linie
21-Tage-Linie
50-Tage-Linie
150-Tage-Linie
200-Tage-Linie
Ein sehr starker Pullback endet oft bereits im Bereich der 10- oder 21-Tage-Linie.
Ein normaler, etwas tieferer Pullback kann zur 50-Tage-Linie laufen.
Ein Rücksetzer deutlich unter die 50-Tage-Linie ist dagegen ein Warnsignal, vor allem wenn er mit hohem Volumen passiert.
Für meine Pullback-Logik gilt:
Je näher der Kurs an der 50-Tage-Linie stabilisiert, ohne sie aggressiv zu brechen, desto interessanter kann das Setup werden.
Aber:
Die Linie allein ist kein Kaufsignal.
Entscheidend ist die Reaktion.
6. EIN TOUCH DER 50-TAGE-LINIE IST NICHT AUTOMATISCH EIN KAUF
Viele Trader kaufen automatisch, sobald eine Aktie die 50-Tage-Linie erreicht.
Das ist gefährlich.
Die 50-Tage-Linie ist keine magische Unterstützung.
Sie ist nur ein Referenzpunkt.
Die entscheidenden Fragen lauten:
Wie kommt die Aktie zur Linie zurück?
Fällt sie ruhig oder aggressiv?
Nimmt das Volumen ab oder zu?
Gibt es lange rote Kerzen?
Wird die Linie schnell zurückerobert?
Bleibt relative Stärke vorhanden?
Gibt es einen klaren Pivot?
Ist der Stop sinnvoll definierbar?
Ein kontrollierter Test der 50-Tage-Linie kann interessant sein.
Ein harter Bruch der 50-Tage-Linie mit hohem Volumen ist dagegen oft ein Warnsignal.
Der Unterschied liegt im Verhalten.
Nicht in der Linie selbst.
7. VOLUMEN: WIRD VERKAUFT ODER NUR PAUSIERT?
Volumen ist einer der wichtigsten Hinweise im Pullback.
Ein gesunder Pullback zeigt häufig:
abnehmendes Volumen während des Rücksetzers
keine massiven roten Volumentage
geringere Aktivität an schwachen Tagen
steigendes Volumen bei Erholungstagen
schnelle Nachfrage an Unterstützungszonen
Das deutet darauf hin, dass die Aktie nicht aggressiv verkauft wird.
Sie pausiert eher.
Ein problematischer Pullback zeigt dagegen:
hohes Volumen an roten Tagen
deutliche Verkaufswellen
große rote Kerzen
schwache Erholungen auf geringem Volumen
Bruch wichtiger Linien mit erhöhtem Umsatz
Das deutet auf echten Verkaufsdruck hin.
Für mich ist das einer der wichtigsten Unterschiede.
Ein Pullback mit fallendem Volumen ist potenziell konstruktiv.
Ein Pullback mit steigendem Verkaufsvolumen ist verdächtig.
8. TAGESRANGES: WIRD DIE AKTIE RUHIGER ODER WILDER?
Neben dem Volumen achte ich stark auf die Tagesranges.
Ein gesunder Pullback wird oft mit der Zeit ruhiger.
Die Kerzen werden kleiner.
Die Spanne zwischen Tageshoch und Tagestief nimmt ab.
Der Kurs bewegt sich enger.
Verkäufer verlieren Druck.
Käufer beginnen, Rücksetzer aufzufangen.
Das ist konstruktiv.
Ein schwacher Pullback sieht anders aus:
große rote Tageskerzen
lange untere und obere Dochte
starke Richtungswechsel
viele Gaps
hohe Intraday-Volatilität
keine klare Stabilisierung
Solche Bewegungen zeigen Unsicherheit.
Und Unsicherheit ist für einen engen, risikoarmen Einstieg oft schlecht.
Ein gutes Pullback-Setup fühlt sich im Chart oft enger und kontrollierter an.
Nicht chaotischer.
9. DER PULLBACK SOLLTE STRUKTUR BEHALTEN
Ein gesunder Pullback zerstört die Struktur nicht.
Er kann zurückkommen.
Aber er sollte nicht alles kaputt machen, was vorher aufgebaut wurde.
Konstruktiv ist zum Beispiel:
die Aktie bildet ein höheres Tief
der Kurs bleibt über dem letzten wichtigen Ausbruchsniveau
die 50-Tage-Linie bleibt intakt
die Aktie bleibt nahe am Hoch
der Rücksetzer bleibt innerhalb einer normalen Korrektur
relative Stärke bleibt stabil
Problematisch ist:
die Aktie fällt unter das letzte höhere Tief
der alte Ausbruch wird vollständig negiert
die 50-Tage-Linie wird klar gebrochen
die Aktie fällt stärker als der Markt
die RS-Linie kippt deutlich
der Chart geht zurück in eine alte Seitwärtsrange
Ein Pullback darf atmen.
Aber er sollte den Trend nicht zerstören.
10. RELATIVE STÄRKE WÄHREND DES PULLBACKS
Ein sehr gutes Zeichen ist relative Stärke während des Rücksetzers.
Das bedeutet:
Der Markt fällt vielleicht deutlich.
Die Aktie kommt aber nur leicht zurück.
Oder:
Der DAX korrigiert.
Die Aktie bleibt nahe am Hoch.
Oder:
Das DAX-Universum wird schwächer.
Die Aktie hält ihre 21- oder 50-Tage-Linie.
Das ist interessant.
Denn es zeigt, dass die Aktie weiterhin besser läuft als ihr Umfeld.
Für diese Einschätzung nutze ich meinen Indikator:
DAX Universe IBD-Style Relative Strength
Während eines Pullbacks achte ich besonders darauf:
bleibt die RS-Linie über 0?
bleibt sie über ihrem gleitenden Durchschnitt?
steigt sie sogar, obwohl der Kurs leicht zurückkommt?
fällt sie weniger stark als der Kurs?
bleibt die Aktie stärker als das DAX-Universum?
Ein Pullback mit stabiler relativer Stärke ist deutlich interessanter als ein Pullback, bei dem die relative Stärke sofort zusammenbricht.
11. DER IDEALE PULLBACK IST OFT LANGWEILIG
Viele gute Pullbacks sehen nicht spektakulär aus.
Sie sind eher langweilig.
Das ist positiv.
Ein idealer Pullback wirkt oft so:
wenige Tage bis wenige Wochen Rücksetzer
moderate Tiefe
kleiner werdende Kerzen
abnehmendes Volumen
keine Panik
keine großen Gaps
keine heftigen roten Tage
Kurs bleibt oberhalb wichtiger Durchschnitte
enger Bereich entsteht
Pivot wird erkennbar
Das ist genau die Art von Struktur, die ich sehen möchte.
Denn je enger und kontrollierter der Pullback wird, desto besser lässt sich das Risiko definieren.
Ein chaotischer Pullback macht den Stop schwierig.
Ein enger Pullback macht das Risiko klarer.
12. WIE LANGE DARF EIN PULLBACK DAUERN?
Auch die Dauer ist wichtig.
Ein Pullback darf Zeit brauchen.
Aber wenn er zu lange dauert, kann er seinen Charakter verändern.
Ein kurzer Rücksetzer nach einem starken Impuls kann eine normale Pause sein.
Eine längere Seitwärtsphase kann ebenfalls konstruktiv sein, wenn die Aktie eng bleibt und relative Stärke hält.
Aber eine lange, träge Bewegung mit fallender RS-Linie und schwacher Struktur ist oft kein Pullback mehr.
Dann wird daraus eher:
eine Base
eine Distribution
eine Stage-3-Struktur
oder ein beginnender Abwärtstrend
Die Frage lautet also:
Konsolidiert die Aktie konstruktiv – oder verliert sie langsam ihre Qualität?
Wenn eine Aktie wochenlang nicht mehr nach oben kommt, während der Markt steigt, ist das kein gutes Zeichen.
13. PULLBACK ZUR 10- ODER 21-TAGE-LINIE
Bei sehr starken Aktien findet der Rücksetzer oft nur zur 10- oder 21-Tage-Linie statt.
Das kann ein Zeichen von Stärke sein.
Der Markt gibt der Aktie kaum Zeit, tiefer zu fallen.
Käufer greifen früh zu.
Solche Pullbacks sind oft besonders interessant, wenn:
der Vorlauf stark war
die Aktie nahe am Hoch bleibt
Volumen abnimmt
die RS-Linie stark bleibt
ein kleiner Pivot entsteht
das Risiko eng definierbar ist
Aber auch hier gilt:
Nicht blind kaufen.
Ein Rücksetzer zur 21-Tage-Linie ist nur dann interessant, wenn die Struktur konstruktiv bleibt.
14. PULLBACK ZUR 50-TAGE-LINIE
Ein Pullback zur 50-Tage-Linie ist tiefer.
Er kann trotzdem gesund sein.
Vor allem nach einem stärkeren Anstieg.
Aber hier wird die Analyse wichtiger.
Ich möchte sehen:
der Kurs fällt nicht panisch
die 50-Tage-Linie steigt
das Volumen nimmt im Rücksetzer ab
die Aktie stabilisiert sich im Bereich der Linie
der Kurs erholt sich zügig
relative Stärke bleibt stabil
der Stop ist logisch definierbar
Ein kurzer Unterschuss unter die 50-Tage-Linie kann vorkommen.
Aber wenn die Aktie mehrere Tage darunter bleibt und der Markt gleichzeitig besser läuft, ist Vorsicht angebracht.
Dann ist der Pullback möglicherweise nicht mehr gesund.
15. PULLBACK UNTER DIE 200-TAGE-LINIE
Ein Pullback unter die 200-Tage-Linie ist für meine Strategie meistens kein Pullback-Setup mehr.
Warum?
Weil die 200-Tage-Linie eine wichtige langfristige Orientierung ist.
Wenn eine Aktie in einem angeblichen Pullback unter diese Linie fällt, hat sich die Struktur deutlich verschlechtert.
Es kann später wieder ein neues Setup entstehen.
Aber dann braucht die Aktie Zeit.
Sie muss sich neu aufbauen.
Für kurzfristige Pullback-Trades in Stage 2 ist das meist nicht mehr attraktiv.
Meine Regel:
Ein Pullback unter die 200-Tage-Linie ist meistens kein Pullback mehr, sondern ein Strukturbruch.
16. UNTERSCHIED: NORMALER PULLBACK VS. FAILED BREAKOUT
Ein besonders wichtiger Fall ist der Rücksetzer nach einem Ausbruch.
Die Aktie bricht über ein Hoch aus.
Dann fällt sie zurück.
Jetzt stellt sich die Frage:
Ist das ein normaler Test des Ausbruchsbereichs?
Oder war der Ausbruch ein Fehlsignal?
Ein konstruktiver Test sieht so aus:
der Ausbruchsbereich wird gehalten
Volumen nimmt ab
der Rücksetzer bleibt moderat
die Aktie stabilisiert sich schnell
es entsteht ein neuer kleiner Pivot
relative Stärke bleibt positiv
Ein fehlgeschlagener Ausbruch sieht so aus:
die Aktie fällt klar zurück in die alte Base
hohes Volumen auf dem Rückweg
schnelle Aufgabe des Ausbruchsniveaus
keine Stabilisierung
RS-Linie kippt
andere Aktien im Sektor laufen besser
Ein Pullback nach einem Ausbruch kann sehr interessant sein.
Aber nur, wenn der Ausbruch nicht komplett negiert wird.
17. DER PIVOT ENTSTEHT AUS DER VERENGUNG
Der eigentliche Einstieg entsteht nicht einfach am Tief des Pullbacks.
Er entsteht oft erst, wenn der Pullback enger wird und ein kleiner Pivot sichtbar wird.
Ein Pivot kann zum Beispiel entstehen durch:
Ausbruch über das Hoch der letzten Tage
Bruch einer kleinen Abwärtstrendlinie
Rückeroberung der 10- oder 21-Tage-Linie
enger Seitwärtsbereich nahe am Hoch
Reversal nach kontrolliertem Rücksetzer
neues Kaufinteresse nach Volumentrocknung
Der Pivot ist wichtig, weil er zeigt:
Die Aktie beginnt wieder nach oben zu drehen.
Ohne Pivot kauft man oft nur in fallende Kurse hinein.
Mit Pivot wartet man auf ein erstes Zeichen neuer Stärke.
Das ist der Unterschied zwischen Hoffnung und Bestätigung.
18. WARUM DER TIEFSTE PUNKT NICHT DAS ZIEL IST
Viele Trader wollen den tiefsten Punkt des Pullbacks kaufen.
Das klingt attraktiv.
In der Praxis ist es aber schwierig.
Der tiefste Punkt ist erst im Nachhinein sichtbar.
Während des Rücksetzers weiß niemand, ob die Aktie dort wirklich dreht.
Deshalb ist mein Ziel nicht, den Tiefpunkt zu erwischen.
Mein Ziel ist:
Eine starke Aktie nach einem kontrollierten Rücksetzer zu kaufen, wenn sie wieder Stärke zeigt – mit klar definiertem Risiko.
Das ist etwas völlig anderes.
Der Einstieg ist vielleicht nicht am tiefsten Punkt.
Aber er ist oft besser planbar.
19. WARNZEICHEN: WANN EIN PULLBACK KIPPT
Ein Pullback wird für mich problematisch, wenn mehrere Warnzeichen zusammenkommen.
Dazu gehören:
Bruch der 50-Tage-Linie mit hohem Volumen
mehrere große rote Tageskerzen
stark fallende RS-Linie
Aktie fällt stärker als der Gesamtmarkt
Sektor wird ebenfalls verkauft
Erholungen scheitern sofort
Ausbruchsbereich wird klar unterschritten
altes höheres Tief wird gebrochen
hohe Gaps nach unten
schlechte Reaktion auf Nachrichten
Volumen steigt an Abwärtstagen
Kurs bleibt längere Zeit unter wichtigen Linien
Stage-2-Struktur geht verloren
Ein einzelnes Warnsignal ist nicht immer entscheidend.
Aber mehrere zusammen verändern die Qualität des Setups.
Dann ist es oft besser, die Aktie von der aktiven Watchlist zu nehmen.
20. SPEZIELL IM DAX-UNIVERSUM: GAPS UND EVENT-RISIKEN
Bei deutschen Aktien muss man Pullbacks immer auch im Zusammenhang mit Gaps und Nachrichtenrisiken betrachten.
Gerade bei MDAX-, SDAX- und TecDAX-Werten können einzelne Meldungen starke Bewegungen auslösen.
Deshalb prüfe ich vor einem Einstieg:
Stehen Quartalszahlen an?
Gibt es einen Kapitalmarkttag?
Gab es zuletzt Gewinnwarnungen?
Ist die Aktie stark von Analystenkommentaren abhängig?
Ist der Sektor newsgetrieben?
Hat der Chart viele Gaps?
Ist das Handelsvolumen ausreichend?
Ist der Spread akzeptabel?
Ein technisch schöner Pullback kurz vor Quartalszahlen kann riskant sein.
Dann wird aus einem Chart-Setup schnell ein Event-Trade.
Das muss man bewusst entscheiden.
21. BEISPIEL: GESUNDER PULLBACK
Stellen wir uns eine Aktie aus dem MDAX vor.
Die Ausgangslage:
Stage 2
Kurs über 50- und 200-Tage-Linie
50-Tage-Linie steigt
Aktie nahe am 52-Wochen-Hoch
relative Stärke gegenüber dem DAX-Universum positiv
vorheriger Impuls war dynamisch
Sektor ist konstruktiv
Jetzt kommt die Aktie 6 % zurück.
Der Rücksetzer läuft zur 21-Tage-Linie.
Das Volumen nimmt ab.
Die Tagesranges werden kleiner.
Die Aktie bleibt über dem letzten höheren Tief.
Die RS-Linie bleibt über 0.
Nach einigen Tagen entsteht ein kleiner Pivot.
Das ist ein potenziell gesunder Pullback.
Nicht automatisch ein Kauf.
Aber ein Setup, das auf die Watchlist gehört.
22. BEISPIEL: UNGESUNDER PULLBACK
Jetzt ein anderes Beispiel.
Eine Aktie aus dem SDAX steigt kurzzeitig stark an.
Dann fällt sie zurück.
Auf den ersten Blick sieht es nach Pullback aus.
Aber bei genauerem Hinsehen:
Aktie ist nur knapp über der 200-Tage-Linie
50-Tage-Linie ist flach
relative Stärke ist schwach
Rücksetzer erfolgt mit hohem Volumen
große rote Kerzen
Spread ist groß
Aktie fällt stärker als der Markt
alte Ausbruchszone wird klar unterschritten
Quartalszahlen stehen kurz bevor
Das ist kein A-Setup.
Der Kurs ist zwar zurückgekommen.
Aber die Struktur ist nicht konstruktiv.
Hier ist Vorsicht besser als Aktionismus.
23. MEINE PULLBACK-CHECKLISTE
Bevor ich einen Pullback als potenzielles Setup betrachte, gehe ich folgende Fragen durch:
Befindet sich die Aktie in Stage 2?
War der Vorlauf stark genug?
Zeigt die Aktie relative Stärke gegenüber dem DAX-Universum?
Liegt die RS-Linie über 0?
Bleibt die RS-Linie während des Pullbacks stabil?
Ist der Rücksetzer moderat?
Bleibt die Aktie oberhalb wichtiger gleitender Durchschnitte?
Wird die 50-Tage-Linie gehalten oder schnell zurückerobert?
Nimmt das Volumen im Rücksetzer ab?
Sind die roten Tage kontrolliert?
Werden die Tagesranges enger?
Gibt es keine massiven Gaps nach unten?
Bleibt das letzte höhere Tief intakt?
Wird der Ausbruchsbereich gehalten?
Entsteht ein klarer Pivot?
Ist der Stop logisch definierbar?
Ist die Aktie ausreichend liquide?
Ist der Spread akzeptabel?
Gibt es keine unmittelbaren Quartalszahlen?
Passt das Chance-Risiko-Verhältnis?
Je mehr dieser Fragen mit Ja beantwortet werden, desto interessanter wird das Setup.
Wenn viele Antworten Nein sind, ist der Rücksetzer wahrscheinlich kein gesunder Pullback.
24. WIE ICH MEINE INDIKATOREN DABEI NUTZE
Für meine Analyse nutze ich zwei eigene TradingView-Indikatoren.
Stock Stage Analysis
Dieser Indikator hilft mir, die Marktphase einzuordnen.
Für Pullback-Trades suche ich vor allem Stage 2.
Wenn der Indikator bereits Stage 3 oder Stage 4 zeigt, bin ich vorsichtig.
Dann kann ein Rücksetzer schnell mehr sein als nur eine normale Pause.
DAX Universe IBD-Style Relative Strength
Dieser Indikator zeigt mir, ob die Aktie stärker oder schwächer läuft als das breite deutsche Aktienuniversum.
Während eines Pullbacks ist besonders wichtig:
bleibt die relative Stärke stabil?
bleibt die Linie über 0?
bleibt die Aktie stärker als DAX, MDAX, SDAX und TecDAX im Durchschnitt?
verbessert sich die RS-Linie sogar während der Konsolidierung?
Wenn ja, ist das ein gutes Zeichen.
Wenn nein, verliert das Setup an Qualität.
25. DIE KERNREGEL FÜR BLOG 6
Die wichtigste Regel für diesen Teil lautet:
Ein gesunder Pullback wird mit der Zeit ruhiger – ein schwacher Pullback wird mit der Zeit gefährlicher.
Ein guter Pullback zeigt Kontrolle.
Ein schlechter Pullback zeigt Druck.
Ein guter Pullback hält Struktur.
Ein schlechter Pullback zerstört Struktur.
Ein guter Pullback liefert einen Pivot.
Ein schlechter Pullback liefert Warnsignale.
Deshalb kaufe ich nicht einfach den Rücksetzer.
Ich beobachte, ob der Rücksetzer Qualität zeigt.
26. FAZIT
Ein Pullback ist nur dann interessant, wenn er gesund ist.
Gesund bedeutet nicht, dass die Aktie gar nicht fallen darf.
Gesund bedeutet:
der Rücksetzer bleibt kontrolliert
Volumen nimmt eher ab
Tagesranges werden enger
wichtige Linien halten
relative Stärke bleibt stabil
der Trend bleibt intakt
ein klarer Pivot entsteht
das Risiko ist definierbar
Ein schwacher Pullback sieht anders aus:
hohes Verkaufsvolumen
große rote Kerzen
Bruch wichtiger Linien
fallende relative Stärke
starke Schwäche gegenüber dem Markt
keine Stabilisierung
kein sauberer Pivot
Die wichtigste Erkenntnis lautet:
Der Pullback ist ein Qualitätstest.
Nicht jeder Rücksetzer besteht diesen Test.
Für Pullback-Trading im DAX-Universum suche ich nicht einfach gefallene Aktien.
Ich suche starke Aktien, die kontrolliert pausieren und danach wieder Stärke zeigen.
Die Reihenfolge bleibt:
Stage 2.
Relative Stärke.
Starker Vorlauf.
Gesunder Pullback.
Klarer Pivot.
Definiertes Risiko.
Im nächsten Teil geht es tiefer in ein besonders wichtiges Thema:
Volumen, Verkaufsdruck und trocknendes Angebot.
Denn oft entscheidet nicht nur der Preisverlauf, sondern vor allem das Verhältnis von Preis und Volumen darüber, ob ein Pullback wirklich konstruktiv ist.
HILFREICHE TOOLS AUF TRADINGVIEW
Für diese Serie nutze ich unter anderem meine eigenen TradingView-Indikatoren:
Stock Stage Analysis
zur Einordnung der Marktphase in Stage 1, Stage 2, Stage 3 oder Stage 4.
DAX Universe IBD-Style Relative Strength
zur Messung relativer Stärke gegenüber einem gleichgewichteten Benchmark aus DAX, MDAX, SDAX und TecDAX.
Wichtig:
Diese Indikatoren sind keine Kaufsignale.
Sie sind Filter.
Der eigentliche Einstieg entsteht erst durch Pullback, Pivot und definiertes Risiko.
DISCLAIMER
Diese Analyse dient ausschließlich der Weiterbildung und stellt keine Anlageberatung, Kaufempfehlung oder Verkaufsempfehlung dar. Jeder Trader ist für seine eigenen Entscheidungen, sein Risikomanagement und seine Positionsgröße selbst verantwortlich.
Wochenausblick KW29–Fundamental,Makro und technischer Ausblick!Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für die Handelswoche KW29
Die Märkte starten in eine der fundamental spannendsten Handelswochen der vergangenen Monate. Während S&P 500 und Nasdaq weiterhin in unmittelbarer Nähe ihrer Allzeithochs notieren, bleiben die geopolitischen Risiken im Nahen Osten hoch und der Ölmarkt reagiert zunehmend sensibel auf jede neue Entwicklung rund um Iran und die Straße von Hormuz.
Gleichzeitig startet die Q2-Earnings-Season mit den großen US-Banken, ASML und Netflix in ihre erste wichtige Phase. Auf der makroökonomischen Seite stehen mit den US-Verbraucherpreisen, den Produzentenpreisen, den Einzelhandelsumsätzen und den Inflationserwartungen der US-Verbraucher gleich mehrere potenzielle Markttrigger an.
Der aktuelle Monetary Policy Report der Federal Reserve bestätigt zudem, dass die Inflation weiterhin das zentrale Risiko für die US-Notenbank bleibt. Parallel zeigt der aktuelle WASDE-Report zunehmende Angebotsrisiken bei mehreren wichtigen Agrarrohstoffen.
Damit treffen in KW29 geopolitische Risiken, Inflationsdaten, Fed-Kommunikation und Unternehmenszahlen unmittelbar auf historisch hoch bewertete Aktienmärkte.
Agenda
• Geopolitische Lage
• Earnings Season Q2
• Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW29 im Überblick
• Fed Monetary Policy Report und WASDE
• Märkte und Korrelationen im Überblick
• Risk Assets im Überblick
• DAX charttechnischer Ausblick
• Fazit
Geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch in KW29 einer der wichtigsten externen Risikofaktoren für die Finanzmärkte.
Im Mittelpunkt steht weiterhin der Konflikt im Nahen Osten und insbesondere die Situation zwischen Iran, den USA und Israel. Nach dem zwischenzeitlichen Interim-Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran hatte sich die Lage am Ölmarkt zunächst deutlich entspannt. Die Ölströme durch die Straße von Hormuz konnten sich teilweise erholen und die Risikoprämie im Ölpreis wurde erheblich reduziert.
Die erneuten Feindseligkeiten und Angriffe vom 7. und 8. Juli zeigen jedoch, wie fragil diese Stabilisierung weiterhin ist.
Die Straße von Hormuz bleibt dabei der zentrale geopolitische Risikofaktor für den globalen Energiemarkt. Rund 25 % des weltweiten seegestützten Ölhandels liefen 2025 durch diese Meerenge. Gleichzeitig passierten mehr als 110 Milliarden Kubikmeter LNG die Straße von Hormuz.
Besonders problematisch ist, dass es nur begrenzte alternative Transportwege gibt. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen zwar über Pipelines, mit denen Teile der Ölströme umgeleitet werden können. Die verfügbaren Kapazitäten von schätzungsweise 3,5 bis 5,5 Millionen Barrel pro Tag reichen jedoch nicht aus, um die regulären Transporte durch die Straße von Hormuz vollständig zu ersetzen.
Für Länder wie Iran, Irak, Kuwait, Katar und Bahrain ist die Meerenge weiterhin von zentraler Bedeutung.
Die IEA bezeichnete die Auswirkungen des Konflikts bereits als eine der größten Bedrohungen für die globale Energiesicherheit ihrer Geschichte. Die ursprünglichen Störungen führten zur größten Angebotsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes.
Als Reaktion darauf stellten die 32 Mitgliedstaaten der IEA insgesamt 400 Millionen Barrel aus strategischen Notfallreserven zur Verfügung – die größte koordinierte Freigabe in der Geschichte der Organisation.
Diese Maßnahmen haben gemeinsam mit einer teilweisen Erholung der Transporte durch Hormuz erheblich dazu beigetragen, den Ölpreis zu stabilisieren.
Die globale Ölversorgung erholte sich im Juni um rund 4,1 Millionen Barrel pro Tag auf 98,8 Millionen Barrel. Gleichzeitig lagen die weltweiten Produktionsmengen allerdings weiterhin rund 9,4 Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorkriegsniveau.
Die Exporte aus der Golfregion stiegen im Juni um rund 6,5 Millionen Barrel pro Tag auf 16,1 Millionen Barrel. Vor Beginn des Konflikts lagen sie jedoch bei durchschnittlich rund 24 Millionen Barrel pro Tag.
Genau hier liegt das Risiko für die kommende Handelswoche.
Der aktuelle Ausblick auf den Ölmarkt basiert maßgeblich auf der Annahme, dass sich die Transporte durch die Straße von Hormuz weiter normalisieren und Produzenten sowie Raffinerien ihre Produktion wieder hochfahren können.
Eine erneute militärische Eskalation würde dieses Basisszenario unmittelbar infrage stellen.
Besonders interessant ist aktuell die Diskrepanz zwischen dem Rohölmarkt und den Märkten für raffinierte Ölprodukte. Während sich die Versorgung mit Rohöl teilweise verbessert hat, bleiben Diesel, Benzin und andere raffinierte Produkte knapp.
Raffineriemargen erreichten Anfang Juli den höchsten Stand seit vier Jahren.
Der Grund dafür ist relativ einfach: Rohöl kann wieder verstärkt transportiert werden, die Raffineriekapazitäten in der Golfregion sind jedoch weiterhin erheblich eingeschränkt. Fast drei Millionen Barrel Raffineriekapazität pro Tag waren aufgrund von Angriffen und fehlenden Exportmöglichkeiten zeitweise nicht verfügbar.
Zusätzlich belasten ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien und Energieinfrastruktur die globalen Produktmärkte.
Damit bleibt der Energiemarkt ein potenzieller Inflationstreiber.
Das gilt nicht nur für Öl.
Auch der globale Gasmarkt bleibt angespannt. Rund 20 % des weltweiten LNG-Angebots liefen 2025 durch die Straße von Hormuz. Die Einschränkungen bei Lieferungen aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten haben die verfügbaren LNG-Mengen deutlich reduziert.
Der niederländische TTF-Gaspreis notierte zuletzt rund 35 % über seinem Vorkriegsniveau.
Für Europa ist diese Entwicklung besonders relevant.
Steigende Energiepreise könnten den europäischen Inflationsprozess erneut verlangsamen und gleichzeitig die ohnehin schwächere europäische Konjunktur belasten.
Mein Fokus liegt deshalb in KW29 weiterhin ganz klar auf Iran, Israel, den USA und der Straße von Hormuz.
Eine weitere Eskalation wäre kurzfristig bullish für Öl und Gas, gleichzeitig aber potenziell bearish für Risk Assets. Eine nachhaltige Deeskalation würde dagegen die Risikoprämie im Ölpreis weiter reduzieren und könnte insbesondere Aktienmärkte unterstützen.
China und Taiwan
Auch die Situation zwischen China und Taiwan bleibt ein geopolitischer Risikofaktor.
Hier gab es zuletzt keine vergleichbare Eskalation wie im Nahen Osten. Trotzdem bleiben die militärischen Aktivitäten Chinas rund um Taiwan und die strategischen Spannungen zwischen China und den USA ein Thema für die Märkte.
Besonders relevant ist dabei weiterhin der globale Halbleitermarkt.
Taiwan bleibt ein zentraler Standort für die Produktion modernster Halbleiter. Eine Eskalation hätte deshalb unmittelbare Auswirkungen auf globale Lieferketten, KI-Infrastruktur und große US-Technologiekonzerne.
Genau deshalb bleiben sämtliche Entwicklungen rund um China, Taiwan und mögliche Exportbeschränkungen für Chips relevant.
Auch Apple steht dabei im Fokus.
Der Konzern ist weiterhin stark von asiatischen Produktions- und Lieferketten abhängig. Gleichzeitig bleiben Zölle und Handelsbeschränkungen ein wichtiger Faktor für Importpreise in den USA.
Der aktuelle Monetary Policy Report der Fed verweist ausdrücklich darauf, dass frühere Zollerhöhungen auf Importgüter zu den bestehenden Inflationsrisiken beigetragen haben.
Damit ist der Handelskonflikt längst nicht nur ein geopolitisches Thema.
Zölle, Halbleiterrestriktionen und gestörte Lieferketten können direkt auf die Inflation wirken – und damit indirekt die Geldpolitik der Federal Reserve beeinflussen.
Earnings Season Q2
Neben den Inflationsdaten steht in KW29 vor allem der Start der Q2-Earnings-Season im Fokus.
Die Aktienmärkte befinden sich auf historisch hohen Bewertungsniveaus. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Monetary Policy Report der Fed, dass ein wesentlicher Teil der wirtschaftlichen Stärke weiterhin durch Unternehmensinvestitionen und insbesondere durch den Technologiesektor getragen wird.
Die Earnings müssen diese Erwartungen jetzt bestätigen.
Am Montag stehen unter anderem Progressive und Fastenal im Kalender.
Das eigentliche Highlight beginnt jedoch am Dienstag mit den großen US-Banken.
JPMorgan, Bank of America, Goldman Sachs, Wells Fargo und Citigroup veröffentlichen ihre Quartalszahlen.
Damit erhalten wir einen sehr frühen Einblick in den Zustand des amerikanischen Finanzsystems und der US-Wirtschaft.
Im Fokus stehen die Entwicklung der Nettozinserträge, Kreditnachfrage, Kreditqualität und mögliche Veränderungen bei Kreditausfällen. Gleichzeitig dürften die Kapitalmarktaktivitäten und das Investmentbanking insbesondere bei JPMorgan und Goldman Sachs interessant werden.
Der Monetary Policy Report beschreibt das US-Finanzsystem grundsätzlich als stabil und widerstandsfähig.
Die Bankzahlen werden zeigen, ob sich dieses Bild auch in den Unternehmensdaten widerspiegelt.
Am Mittwoch folgen unter anderem ASML, Johnson & Johnson, Morgan Stanley, BlackRock und Bank of New York Mellon.
ASML dürfte dabei eine der wichtigsten Veröffentlichungen der gesamten Woche werden.
Der globale Technologiesektor wird aktuell massiv durch Investitionen in KI-Infrastruktur getragen. Die Nachfrage nach modernsten Chips und Produktionskapazitäten ist ein zentraler Bestandteil der aktuellen Investmentstory.
ASML steht mit seinen Lithografiesystemen direkt im Zentrum dieser Entwicklung.
Für mich wird deshalb weniger das vergangene Quartal entscheidend sein, sondern der Ausblick des Unternehmens.
Wie entwickelt sich die Nachfrage?
Wie sehen die Auftragseingänge aus?
Bleiben Investitionen in modernste Chipproduktion hoch?
Und gibt es Auswirkungen durch Exportbeschränkungen gegenüber China?
Diese Aussagen könnten unmittelbar auf den gesamten Halbleitersektor und damit auch auf Nvidia wirken.
Am Donnerstag folgen UnitedHealth, GE Aerospace, Netflix, Seagate, Abbott Laboratories und Intuitive Surgical.
Netflix dürfte dabei insbesondere für den Nasdaq und den Kommunikationssektor interessant werden.
Auch hier steht die Guidance im Mittelpunkt.
Die Märkte haben in den vergangenen Monaten bereits sehr viel positives Wachstum eingepreist. Gute Zahlen allein könnten deshalb teilweise nicht mehr ausreichen.
Entscheidend ist, ob Unternehmen ihre Prognosen bestätigen oder erhöhen können.
Genau das ist für mich das zentrale Thema dieser Earnings Season:
Die Erwartungen sind hoch.
Der S&P 500 notiert nahe seinem Allzeithoch. Nvidia hat eine extrem starke Woche hinter sich. Der Technologiesektor bleibt strukturell bullish.
Damit steigt gleichzeitig die Fallhöhe.
Schwächere Guidance, sinkende Margen oder Hinweise auf nachlassende Nachfrage könnten bei einzelnen Unternehmen zu erheblichen Gewinnmitnahmen führen.
Für KW29 bleiben deshalb die großen US-Banken, ASML und Netflix meine wichtigsten Earnings.
Aus dem DAX selbst stehen in KW29 keine großen Quartalsberichte an. Der Fokus liegt daher klar auf den internationalen Earnings, insbesondere den US-Banken, ASML und Netflix. Die deutsche Berichtssaison nimmt erst ab der folgenden Woche deutlich Fahrt auf.
Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW29 im Überblick
Die kommende Woche ist aus makroökonomischer Sicht extrem stark gefüllt.
Montag – OPEC und Notenbanksprecher
Bereits am Montag steht das OPEC-Meeting im Fokus.
Aufgrund der aktuellen Situation am Ölmarkt bekommt dieses Treffen eine deutlich höhere Bedeutung.
Im Mittelpunkt stehen die Produktionspolitik und die Frage, wie die OPEC auf die weiterhin eingeschränkten Fördermengen und die geopolitischen Risiken reagieren wird.
Die OPEC+-Produktion lag im Juni weiterhin deutlich unter den implizierten Zielmengen. Besonders Saudi-Arabien, Irak und Kuwait produzierten erheblich unter den entsprechenden Zielwerten.
Gleichzeitig bleibt die verfügbare kurzfristige Reservekapazität begrenzt.
Damit dürfte jede Aussage zur Produktionsentwicklung, zu möglichen Förderanpassungen und zur Situation am globalen Ölmarkt genau beobachtet werden.
Zusätzlich sprechen FOMC-Mitglied Bowman, Fed-Mitglied Waller, EZB-Direktorin Isabel Schnabel und EZB-Präsidentin Christine Lagarde.
Nach dem aktuellen Monetary Policy Report dürfte insbesondere die Kommunikation der Fed interessant werden.
Die zentrale Frage lautet:
Bleibt die Fed klar restriktiv oder öffnen einzelne Mitglieder langsam die Tür für eine spätere Lockerung?
Dienstag – CPI als Highlight der Woche
Am Dienstag folgen die wichtigsten Wirtschaftsdaten der KW29.
Die US-Verbraucherpreise stehen im Fokus.
Für den CPI auf Monatsbasis wird aktuell ein Rückgang von 0,1 % erwartet. Im Vormonat lag die Inflation noch bei +0,5 %.
Das wäre eine erhebliche Verlangsamung.
Bei der Kerninflation wird dagegen ein Anstieg von 0,3 % erwartet. Im Vormonat lag der Core CPI bei +0,2 %.
Die jährliche Gesamtinflation lag zuletzt bei 4,2 %. Bei der Kerninflation werden erneut 2,9 % erwartet.
Warum sind diese Zahlen aktuell so wichtig?
Der Monetary Policy Report der Fed zeigt deutlich, dass die Inflation weiterhin das zentrale geldpolitische Problem ist.
Die PCE-Gesamtinflation liegt aktuell bei 4,1 %, die Kerninflation bei 3,4 %.
Beide Werte liegen weiterhin deutlich über dem Inflationsziel von 2 %.
Die Fed führt die höheren Inflationsrisiken insbesondere auf gestiegene Energiepreise, frühere Zollerhöhungen und die starke Nachfrage im Technologiesektor zurück.
Gleichzeitig bleiben die langfristigen Inflationserwartungen bislang stabil.
Genau deshalb besitzt die Fed aktuell noch Zeit.
Der Arbeitsmarkt ist robust, die Wirtschaft wächst und die Inflationserwartungen sind nicht entankert.
Die Fed muss die Zinsen aktuell nicht senken.
Für die Aktienmärkte wäre deshalb ein deutlich schwächerer Inflationsbericht positiv.
Besonders wichtig ist die Kerninflation.
Ein niedrigerer Core CPI würde die Hoffnung stärken, dass der zugrunde liegende Inflationsdruck tatsächlich nachlässt.
In diesem Szenario könnten die Renditen der US-Staatsanleihen sinken, der Dollar schwächer reagieren und Risk Assets weiter steigen.
Ein deutlich höherer CPI wäre dagegen problematisch.
Steigende Inflation in Verbindung mit einem robusten Arbeitsmarkt und einer weiterhin soliden Wirtschaft würde der Fed kaum Spielraum für Zinssenkungen geben.
Im Gegenteil:
Der Markt könnte erneut ein noch länger erhöhtes Zinsniveau oder weitere restriktive Maßnahmen einpreisen.
Das wäre grundsätzlich positiv für den Dollar und potenziell negativ für hoch bewertete Risk Assets.
Nach den CPI-Daten spricht erneut EZB-Präsidentin Lagarde.
Zusätzlich stehen Reden von Fed Vice Chair for Supervision Barr und FOMC-Mitglied Bowman an.
Auch die TIC Net Long-Term Transactions werden veröffentlicht.
Diese Daten zeigen die langfristigen Kapitalströme in US-Wertpapiere. Vereinfacht gesagt sehen wir hier, wie stark ausländische Investoren langfristig Kapital in US-Aktien und US-Anleihen investieren oder Kapital abziehen.
Gerade in einem Umfeld hoher Staatsverschuldung und hoher Treasury-Renditen können diese Kapitalströme interessant werden.
Mittwoch – PPI und Beige Book
Am Mittwoch folgen direkt die nächsten Inflationsdaten.
Der US Producer Price Index steht an.
Für den PPI auf Monatsbasis wird aktuell ein Wert von 0,0 % erwartet. Im Vormonat lag der Anstieg noch bei 1,1 %.
Beim Core PPI wird ein Anstieg von 0,3 % erwartet, nach 0,4 % im Vormonat.
Der PPI misst die Preisentwicklung auf Produzentenebene.
Damit kann er Hinweise darauf liefern, welcher Kostendruck innerhalb der Unternehmen besteht und möglicherweise später an Verbraucher weitergegeben wird.
Ein deutlich höherer PPI könnte deshalb die Inflationssorgen erneut verstärken.
Neben den Produzentenpreisen sprechen FOMC-Mitglied Williams und Bundesbankpräsident Nagel.
Zusätzlich werden die US-Rohöllagerbestände veröffentlicht.
Am Abend folgt das Beige Book der Federal Reserve.
Das Beige Book wird achtmal pro Jahr veröffentlicht und fasst die aktuelle wirtschaftliche Lage in den zwölf Federal-Reserve-Distrikten zusammen.
Der Bericht erscheint üblicherweise rund zwei Wochen vor einer FOMC-Sitzung.
Im Fokus stehen wirtschaftliche Aktivität, Arbeitsmarkt, Preise und regionale Entwicklungen.
Nach dem aktuellen Monetary Policy Report wird besonders interessant, ob sich die robuste Wirtschaft weiterhin bestätigt.
Die Fed sieht den Arbeitsmarkt aktuell weder als inflationstreibende Gefahr noch als konjunkturelle Schwachstelle.
Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,2 %. Entlassungen bleiben gering und die Zahl offener Stellen stabil.
Gleichzeitig wird das Lohnwachstum zunehmend durch Produktivitätssteigerungen begleitet.
Sollte das Beige Book dieses Bild bestätigen, hätte die Fed weiterhin wenig Druck, kurzfristig die Zinsen zu senken.
Donnerstag – Retail Sales und Arbeitsmarkt
Am Donnerstag folgen die US-Einzelhandelsumsätze.
Für die Retail Sales wird ein Anstieg von 0,3 % erwartet. Im Vormonat lagen die Umsätze bei +0,9 %.
Bei den Core Retail Sales wird dagegen ein Rückgang von 0,1 % erwartet, nach +0,8 % im Vormonat.
Die Daten sind besonders interessant, weil der Monetary Policy Report bereits auf ein moderateres Konsumwachstum hinweist.
Die US-Wirtschaft wuchs im ersten Quartal annualisiert um 2,1 %.
Unternehmensinvestitionen entwickelten sich stark, insbesondere im Technologiesektor und bei KI-Infrastruktur.
Der private Konsum wächst dagegen nur moderat.
Schwächere Retail Sales würden dieses Bild bestätigen.
Das wäre allerdings nicht automatisch negativ für die Aktienmärkte.
Eine moderate Abkühlung des Konsums könnte den Inflationsdruck reduzieren und damit langfristig die Fed entlasten.
Ein massiver Einbruch wäre dagegen ein Konjunkturrisiko.
Zusätzlich wird der Philadelphia Fed Manufacturing Index veröffentlicht.
Der Index misst die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe im Fed-Distrikt Philadelphia und liefert einen frühen Hinweis auf die Entwicklung des US-Industriesektors.
Erwartet wird aktuell ein Wert von 12,1 nach 10,3.
Auch die Initial Jobless Claims stehen an.
Hier werden erneut rund 215.000 Erstanträge erwartet.
Der Arbeitsmarkt bleibt damit ein zentraler Bestandteil des Fed-Mandats.
Solange die Arbeitslosigkeit niedrig bleibt und Entlassungen nicht deutlich zunehmen, kann sich die Federal Reserve weiterhin primär auf die Inflation konzentrieren.
Freitag – Eurozone CPI und Michigan-Daten
Am Freitag richtet sich der Blick zunächst nach Europa.
Für die jährliche Inflation in der Eurozone werden 2,8 % erwartet.
Die Kerninflation soll bei 2,4 % bleiben.
Auf Monatsbasis wird ein Rückgang der Verbraucherpreise von 0,1 % erwartet, nach +0,1 % im Vormonat.
Für die EZB bleibt die Situation damit kompliziert.
Die Inflation liegt weiterhin über dem Zielbereich. Gleichzeitig ist die europäische Wirtschaft deutlich anfälliger für hohe Energiepreise als die US-Wirtschaft.
Die Entwicklungen am Gas- und Ölmarkt bekommen deshalb zusätzliche Bedeutung.
Sollten die Energiepreise aufgrund einer erneuten Eskalation im Nahen Osten steigen, könnte sich der europäische Inflationsprozess erneut verzögern.
Am Nachmittag folgen die Michigan-Daten aus den USA.
Im Fokus stehen das Consumer Sentiment, die Consumer Expectations sowie die einjährigen und fünfjährigen Inflationserwartungen.
Besonders die Inflationserwartungen sind aktuell extrem wichtig.
Die Fed betont im Monetary Policy Report ausdrücklich, dass die langfristigen Inflationserwartungen bislang stabil geblieben sind.
Genau das stärkt die Glaubwürdigkeit der Notenbank.
Sollten die langfristigen Inflationserwartungen deutlich steigen, wäre das ein Warnsignal.
In diesem Fall könnte die Fed gezwungen sein, noch länger restriktiv zu bleiben.
Monetary Policy Report und WASDE – Was sagen die Berichte?
Die beiden am Freitag veröffentlichten Berichte liefern für mich ein sehr interessantes Gesamtbild.
Die US-Wirtschaft bleibt widerstandsfähig.
Das reale BIP wuchs im ersten Quartal annualisiert um 2,1 %. Der Arbeitsmarkt bleibt robust und die Arbeitslosenquote liegt bei 4,2 %.
Gleichzeitig bleiben Unternehmensinvestitionen stark.
Besonders der Ausbau der KI-Infrastruktur sorgt weiterhin für hohe Investitionen im Technologiesektor.
Das erklärt teilweise, warum sich die Aktienmärkte trotz hoher Renditen so robust entwickeln.
Das Problem bleibt die Inflation.
Mit einer PCE-Inflation von 4,1 % und einer Kerninflation von 3,4 % ist die Fed weiterhin deutlich von ihrem Inflationsziel entfernt.
Deshalb bleibt der Leitzinskorridor bei 3,50 % bis 3,75 %.
Der Bericht signalisiert keine unmittelbare Eile für Zinssenkungen.
Die Fed kann abwarten.
Das ist für die Märkte entscheidend.
Wir befinden uns aktuell nicht in einem klassischen Umfeld, in dem die Wirtschaft einbricht und die Fed schnell mit Zinssenkungen reagieren muss.
Die Wirtschaft wächst.
Der Arbeitsmarkt funktioniert.
Das Finanzsystem ist stabil.
Damit bleibt Preisstabilität die oberste Priorität.
Parallel zeigt der WASDE-Report neue Risiken auf der Rohstoffseite.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Weizen.
Die US-Weizenernte fällt auf den niedrigsten Stand seit der Saison 1970/71. Gleichzeitig sinken die Lagerbestände in den USA und weltweit, während der globale Verbrauch steigt.
Auch bei Mais fallen die US-Vorräte niedriger aus als erwartet.
Die Exportprognosen steigen aufgrund der starken globalen Nachfrage und die Endbestände werden reduziert.
Weltweit werden die Maisbestände ebenfalls nach unten korrigiert, unter anderem aufgrund schwächerer Ernten in Europa.
Bei Reis sorgen geringere US-Anbauflächen für niedrigere Ernten, sinkende Lagerbestände und höhere Preisprognosen.
Der globale Reisverbrauch steigt gleichzeitig auf ein Rekordniveau.
Bei Sojabohnen bleibt die Situation ausgeglichener.
Die US-Produktion steigt leicht, gleichzeitig bleiben die Exportaussichten aufgrund der starken chinesischen Nachfrage robust.
Warum ist der WASDE für die allgemeine Marktanalyse relevant?
Weil Energie nicht das einzige Inflationsrisiko ist.
Wenn Öl und Gas aufgrund geopolitischer Risiken steigen und gleichzeitig wichtige Agrarrohstoffe aufgrund sinkender Lagerbestände teurer werden, könnte der Disinflationsprozess erneut erschwert werden.
Genau deshalb sind die CPI- und PPI-Daten in KW29 so wichtig.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Öl konnte die vergangene Woche mit einem Plus von rund 4,5 % abschließen und notiert aktuell bei rund 71,50 US-Dollar.
Damit befinden wir uns erneut unmittelbar unter dem wichtigen Key Level bei 72 US-Dollar.
Aufgrund der erneuten Eskalation im Nahen Osten rechne ich zum Wochenstart grundsätzlich mit einem erhöhten Gap-Risiko.
Sollte sich die Situation weiter verschärfen und Öl die 72 US-Dollar nachhaltig überwinden, liegt mein nächster Zielbereich bei 77 US-Dollar.
Darüber folgen 79 US-Dollar.
Bei einer stärkeren Eskalation rund um Iran und die Straße von Hormuz halte ich diese Bereiche für realistisch.
Sollte dagegen erneut eine Deeskalation einsetzen und Öl unter 72 US-Dollar bleiben, sehe ich zunächst 69 US-Dollar.
Darunter folgen 68 bis 68,60 US-Dollar mit dem Juni- beziehungsweise Q2-Tief.
Bei einer nachhaltigen politischen Entspannung wären anschließend auch 65 und 64 US-Dollar wieder mögliche Ziele.
US-Staatsanleihen
US-Staatsanleihen zeigten eine starke Woche.
Die dreijährigen Anleihen stiegen rund 2 %, die fünfjährigen rund 1,71 %, die zehnjährigen rund 1,72 % und die 30-jährigen rund 1,49 %.
Die Renditen bleiben insgesamt auf einem hohen Niveau.
Für Risk Assets ist das grundsätzlich ein Belastungsfaktor.
Hohe risikofreie Renditen erhöhen die Opportunitätskosten für Aktieninvestments. Gleichzeitig werden zukünftige Unternehmensgewinne mit einem höheren Zinssatz diskontiert.
Besonders hoch bewertete Wachstumsunternehmen reagieren deshalb sensibel auf steigende Renditen.
Dass die Aktienmärkte trotzdem nahe ihren Allzeithochs notieren, zeigt die aktuelle Stärke des Marktes.
Es erhöht aber gleichzeitig die Bedeutung der CPI-Daten.
DXY
Der US-Dollar-Index beendete die Woche mit einem kleinen Plus von rund 0,08 % nahezu am Wocheneröffnungskurs.
Der Bereich um 100,50 bis 100,60 konnte erneut verteidigt werden.
Ein nachhaltiger Anstieg über 101 würde für mich zunächst das Vorwochenhoch bei 101,28 aktivieren.
Darüber folgen 101,50 und anschließend 102.
Ein höherer CPI und eine restriktivere Fed-Kommunikation könnten den Dollar unterstützen.
Sollten die Inflationsdaten dagegen deutlich schwächer ausfallen und die Fed dovisher kommunizieren, sehe ich unterhalb von 100,50 zunächst die 100 und anschließend 99,50.
VIX
Der VIX ist in der vergangenen Woche erneut deutlich gefallen.
Nach einem kurzfristigen Anstieg in Richtung 19 aufgrund der Eskalation im Nahen Osten notiert der Volatilitätsindex aktuell wieder bei rund 15.
Auf Wochenbasis entspricht das einem Rückgang von etwa 7 %.
Damit befindet sich die implizite Volatilität weiterhin in einem normalen bis niedrigen Bereich.
Der Markt preist aktuell keine unmittelbare Panik ein.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia zeigte eine extrem starke Woche und legte rund 8,5 % zu.
Allein am Freitag stieg die Aktie rund 4 %.
Aktuell notiert Nvidia bei knapp 211 US-Dollar.
Der Bereich um 200 US-Dollar wurde damit erneut als wichtige Unterstützung bestätigt.
Mein nächster Fokus liegt auf 212 bis 214 US-Dollar.
Kann Nvidia diesen Bereich nachhaltig überwinden, folgt für mich 217 US-Dollar.
Darüber wären erneut neue Allzeithochs das primäre Szenario.
Fundamental bleibt die KI-Story intakt.
Der Monetary Policy Report zeigt ausdrücklich die Stärke der Investitionen in KI-Infrastruktur.
Gleichzeitig werden die ASML-Zahlen in dieser Woche einen wichtigen Einblick in die globale Chipnachfrage liefern.
Solange Nvidia über 200 US-Dollar bleibt, bleibt mein übergeordnetes Bild bullish.
Bitcoin
Bitcoin zeigte ebenfalls relative Stärke.
Nach einem erneuten Test des Bereichs um 61.300 US-Dollar notiert Bitcoin aktuell bei knapp 64.000 US-Dollar.
Entscheidend bleibt für mich zunächst die Zone um 65.000 bis 65.700 US-Dollar.
Dort liegen wichtige technische Referenzbereiche aus März und April.
Kann Bitcoin diese Zone überwinden, folgt die 67.000.
Erst oberhalb dieser Bereiche würde sich das mittelfristige technische Bild für mich deutlich verbessern.
Solange das nicht gelingt, bleibt der übergeordnete Abwärtstrend bestehen und ein erneuter Test der 60.000 US-Dollar möglich.
S&P 500
Der S&P 500 konnte rund 1,3 % zulegen und bei etwa 7.620 Punkten schließen.
Die 7.500 wurden erneut als Unterstützung bestätigt.
Der Markt notiert damit unmittelbar an seinen Allzeithochs.
Für die kommende Woche liegt mein erster Fokus auf dem Vorwochenhoch um 7.630.
Darüber folgt das Allzeithoch bei rund 7.651 Punkten.
Grundsätzlich bleibt mein Bild bullish.
Allerdings sehe ich bei höher als erwarteten Inflationsdaten ein erhebliches Risiko für Gewinnmitnahmen.
Der Markt ist hoch bewertet und die Renditen bleiben hoch.
Ein CPI-Schock könnte deshalb eine stärkere Reaktion auslösen.
Solange die 7.500 halten, bleibt mein übergeordnetes Sentiment jedoch long.
Nasdaq
Der Nasdaq legte in der vergangenen Woche rund 0,47 % zu.
Interessant war insbesondere der starke Abgriff im Bereich um 28.700 Punkte, der vollständig aufgekauft wurde.
Aktuell notiert der Markt bei rund 29.851 Punkten.
Für KW29 bleibt die 30.000 die erste wichtige Marke.
Darüber folgen das Strukturhoch bei 30.255 und anschließend die Allzeithochbereiche bei 30.500 und 30.770.
Unterhalb von 29.000 würde sich das technische Bild für mich deutlich verschlechtern.
Solange der Markt darüber bleibt und die 30.000 zurückerobern kann, bleibt mein Szenario bullish.
Die Earnings von ASML und Netflix sowie die CPI-Daten dürften hier die wichtigsten Trigger darstellen.
US30
Der Dow Jones beziehungsweise US30 beendete die Woche mit einem Minus von rund 0,35 %.
Nach neuen Allzeithochs am Dienstag folgten zunächst Gewinnmitnahmen.
Ein Teil dieser Verluste wurde im weiteren Wochenverlauf wieder aufgekauft.
Der Schlusskurs lag bei rund 52.758 Punkten.
Für mich bleibt die 52.500 entscheidend.
Unterhalb dieser Marke sehe ich zunächst 52.000 und anschließend 51.500 als mögliche Unterstützungen.
Kann sich der Markt dagegen oberhalb von 52.500 stabilisieren, bleiben 53.000 und 53.500 meine nächsten Ziele.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX zeigte im Vergleich zu den US-Indizes eine deutlich schwächere Woche.
Nach den neuen Allzeithochs der Vorwoche folgte ein Wochenverlust von rund 2,8 %.
Der DAX schloss bei 25.114 Punkten.
Besonders seit Dienstag entwickelte sich ein starkes Abwärtsmomentum. Auch zum Ende der Woche gelang keine nachhaltige Erholung.
Trotzdem notiert der Markt weiterhin oberhalb der psychologisch und charttechnisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke.
Genau diese Zone bleibt für mich in KW29 entscheidend.
Solange sich der DAX oberhalb von 25.000 Punkten halten kann, bleibe ich zunächst bullish.
In diesem Szenario sehe ich zunächst die 25.500 und anschließend erneut die Allzeithochbereiche als mögliche Ziele.
Bricht der DAX dagegen nachhaltig unter 25.000 Punkte, rückt die Zone um 24.800 in den Fokus.
Dieser Bereich besitzt aufgrund mehrerer technischer Referenzpunkte eine hohe Relevanz.
Dort befinden sich wichtige Tiefbereiche aus der Vergangenheit sowie das Vorwochentief der KW28.
Sollten auch die 24.800 brechen, sehe ich die nächste größere Unterstützung im Bereich um 24.500 Punkte.
Grundsätzlich bleibt mein übergeordnetes Bild im DAX weiterhin bullish.
Die Gewinnmitnahmen der vergangenen Woche kommen für mich nicht vollständig überraschend.
Nach starken Anstiegen und neuen Allzeithochs sind technische Korrekturen grundsätzlich normal.
Entscheidend ist jetzt, ob Käufer im Bereich um 25.000 beziehungsweise 24.800 erneut in den Markt kommen.
Fundamental besitzt der DAX allerdings zusätzliche Risiken.
Steigende Öl- und Gaspreise treffen die europäische Wirtschaft stärker als die USA. Gleichzeitig bleibt die europäische Inflation mit erwarteten 2,8 % erhöht.
Die Entwicklungen im Nahen Osten und die europäischen Inflationsdaten dürften deshalb neben der allgemeinen Risk-on-/Risk-off-Stimmung wichtige Treiber für den DAX bleiben.
Fazit
Die KW29 bringt aus meiner Sicht eine außergewöhnlich hohe Dichte an potenziellen Markttriggern.
Geopolitisch bleibt die Straße von Hormuz das zentrale Risiko. Eine weitere Eskalation zwischen Iran, Israel und den USA könnte Öl und Gas erneut deutlich nach oben treiben und damit die globalen Inflationsrisiken erhöhen.
Gleichzeitig zeigt der aktuelle WASDE-Report Angebotsrisiken bei Weizen, Mais und Reis.
Damit kommen mögliche Inflationsimpulse aktuell sowohl vom Energie- als auch vom Agrarrohstoffmarkt.
Die Federal Reserve befindet sich deshalb weiterhin in einer schwierigen Situation.
Die US-Wirtschaft wächst, der Arbeitsmarkt bleibt robust und Unternehmensinvestitionen entwickeln sich insbesondere im Technologiesektor stark.
Die Fed besitzt aktuell keinen unmittelbaren wirtschaftlichen Zwang, die Zinsen zu senken.
Mit einer PCE-Inflation von 4,1 % und einer Kerninflation von 3,4 % bleibt die Preisstabilität das zentrale Thema.
Genau deshalb werden die CPI-Daten am Dienstag zum wichtigsten Makroereignis der Woche.
Ein deutlich schwächerer Inflationsbericht könnte die Renditen belasten, den Dollar schwächen und Risk Assets weiter in Richtung neuer Allzeithochs treiben.
Ein höher als erwarteter CPI würde dagegen das Higher-for-Longer-Szenario bestätigen und könnte gerade bei den aktuell hohen Aktienbewertungen stärkere Gewinnmitnahmen auslösen.
Parallel startet die Q2-Earnings-Season.
JPMorgan, Bank of America, Goldman Sachs, Wells Fargo und Citigroup liefern einen ersten Einblick in den US-Finanzsektor.
ASML wird für die Halbleiter- und KI-Story extrem wichtig.
Netflix liefert einen weiteren wichtigen Test für die hohen Erwartungen an US-Growth-Aktien.
Für mich ist die Ausgangslage damit relativ klar:
Das übergeordnete Sentiment in den Risk Assets bleibt bullish.
S&P 500 und Nasdaq notieren nahe ihren Allzeithochs. Nvidia zeigt enorme relative Stärke. Der VIX notiert bei rund 15 und der Markt kauft Rücksetzer weiterhin aggressiv auf.
Gleichzeitig steigt jedoch die fundamentale Fallhöhe.
Hohe Inflation, hohe Treasury-Renditen, geopolitische Risiken und hohe Aktienbewertungen treffen jetzt auf eine entscheidende Woche für Wirtschaftsdaten und Unternehmenszahlen.
Im DAX bleibt die 25.000-Punkte-Marke meine zentrale Schlüsselzone.
Oberhalb davon sehe ich weiterhin Potenzial in Richtung 25.500 und anschließend erneut in Richtung der Allzeithochs.
Unterhalb von 25.000 rücken 24.800 und anschließend 24.500 in den Fokus.
Für KW29 gilt deshalb mehr denn je:
Inflation, Öl und Earnings werden die Richtung bestimmen.
Die technische Struktur der großen Aktienindizes bleibt bullish – fundamental steht diese Struktur in der kommenden Woche jedoch vor einem der wichtigsten Tests des Sommers.
Ich wünsche euch einen guten Start in die kommende Woche und stabile Trades.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Ausführliche Analyse der bärischen TheseAusführliche Analyse der bärischen These
(Dominanter mittelfristiger Trend; Hauptgrund für Short-Positionen bei Erholungshochs)
🔶1. Fundamentale Bewertungslogik: Die Realrenditen US-amerikanischer Staatsanleihen bleiben hoch, wodurch verzinsliche Anleihen deutlich attraktiver sind als zinsloses Gold. Langfristiges institutionelles Kapital fließt weiterhin aus Gold-ETFs ab – mit nur kurzfristigen, zaghaften Käufen bei Tiefständen –, was auf einen anhaltenden Kapitalabfluss aus dem Edelmetallsektor hindeutet.
💲2. Dreifacher Verkaufsdruck: Reduzierungen langfristiger ETF-Positionen, algorithmische Verkäufe aufgrund der Auflösung von Yen-Carry-Trades und Ausstiege von Anlegern, die auf hohen Niveaus gefangen sind. Unter diesem dreifachen Druck löst jede Erholung konzentrierte Verkäufe aus, was zu einer geringen Nachhaltigkeit des Aufwärtstrends führt; jede Rallye ohne frische langfristige Kapitalzuflüsse ist lediglich eine „Bullenfalle“.
🔻3. Unumkehrbare Trendstruktur: Der bei 5598 begonnene Abwärtstrendkanal bleibt intakt. Die Preise stoßen unterhalb der mittel- bis langfristigen gleitenden Durchschnitte, die eine bärische Konstellation bilden, auf anhaltenden Widerstand. Der MACD hat kein „Golden Cross“ gebildet, das eine Trendwende signalisieren würde, und die technischen Indikatoren deuten nicht auf ein Ende des Bärenmarktes hin.
📧4. Datenbasierte Einschränkungen: Das jährliche Lohnwachstum von 3,5 % übersteigt konstant das mit den Inflationszielen der Federal Reserve vereinbare Niveau. Da die Inflationsrisiken weiterhin bestehen, gibt es keine Grundlage für eine Lockerung der Geldpolitik durch die Fed; die Erwartungen an Zinserhöhungen werden weiterhin zu intermittierenden Kursschwankungen führen, anstatt vollständig zu verschwinden, und begrenzen damit das Aufwärtspotenzial der Goldpreise deutlich.
XAUUSD — Die Woche endet in der Fibo-Falle XAUUSD — Die Woche endet in der Fibo-Falle
Gold hat die ganze Woche über eine chaotische, aber nützliche Geschichte erzählt, und je mehr ich es betrachte, desto mehr fühlt sich diese Bewegung wie ein Markt an, der beide Seiten bereinigen musste, bevor er eine Richtung wählt.
Früher in der Woche fungierte der Bereich um 4.100 als erste Falle. Der Preis fegte die niedrigere Liquidität hinweg, prallte ab und gab den Käufern einen Grund zur Verteidigung. Dann sahen wir die Erholung in das obere FVG, aber diese Bewegung konnte sich nicht vollständig ausdehnen, was den Verkäufern die Tür öffnete, den Preis wieder nach unten zu ziehen. Das war die Schlüssellektion aus der Mitte der Woche: Die Käufer waren lebendig, aber sie waren noch nicht stark genug, um die gesamte Spanne zu kontrollieren.
Jetzt ist das neue Diagramm interessant, weil der Preis in die Fibo-Zone um 4.050 - 4.075 zurückgekehrt ist, und hier denke ich, dass die nächste Geschichte beginnt. Für neuere Händler ist diese Zone wichtig, weil sie sich in der Nähe des 0,5 - 0,618 Retracement-Bereichs befindet, wo der Preis oft zurückkommt, um zu testen, ob die vorherige Erholung real war oder nur Lärm.
Meine Hauptansicht neigt sich bullisch aus dieser Fibo-Zone, solange Gold über 4.023,870 bleibt. Der Markt hat bereits tief genug gefegt, und wenn die Käufer diesen Bereich verteidigen können, könnte der nächste Schritt ein Anstieg zurück in Richtung des Orderblocks um 4.246,715 - 4.300 sein. Diese Zone ist wichtig, weil dort die Verkäufer zuvor den Rückgang kontrollierten, also wenn der Preis dorthin zurückkehrt, werden wir sehen, ob das Angebot noch stark ist oder zu schwächen beginnt.
Die klare Bestätigung für mich wäre, dass der Preis über der Zone 4.050 - 4.075 hält und dann wieder durch 4.100 - 4.125 drückt. Wenn das passiert, sieht das Diagramm weniger wie ein schwacher Abprall und mehr wie eine Liquiditätserholung aus.
Diese bullische Idee wird schwach, wenn Gold deutlich unter 4.023,870 schließt und sich nicht erholt. Wenn das passiert, verliert die Fibo-Zone ihre Bedeutung, und der Preis muss möglicherweise zurück in Richtung 3.942,100 suchen, bevor eine stärkere Reaktion entstehen kann.
🔑 Wichtige Preiszonen, die zu beobachten sind
📌 Aktueller Reaktionsbereich: 4.050 - 4.100
📌 Hauptnachfrage / Fibo-Zone: 4.050 - 4.075
📌 Bullische Bestätigungszone: 4.100 - 4.125
📌 Hauptziel des Aufwärts-Orderblocks: 4.246,715 - 4.300
📌 Nächstes Aufwärts-Liquiditätsziel: 4.382,615
📌 Untere Unterstützung, wenn Käufer scheitern: 4.023,870
📌 Größere untere Liquidität: 3.942,100
📌 Ungültigkeit: sauberes Schließen unter 4.023,870
Nach dieser vollen Woche der Fallen, glauben Sie, dass Gold eine echte Erholung aus der Fibo-Zone aufbaut, oder ist dies immer noch nur ein weiterer Abprall, bevor die Verkäufer zurückkehren?
Price Action oder Indikatoren: Was schafft wirklich den Vorteil?Im Trading glauben viele Anfänger, dass mehr Indikatoren auch präzisere Signale bedeuten. Der EMA zur Trendbestätigung, der RSI für Überkauft-/Überverkauft-Zonen, der MACD für das Momentum und die Bollinger Bänder zur Volatilitätsmessung… Doch nach einer Weile ist der Chart völlig überladen und die Handelsentscheidungen werden immer unklarer.
Das Problem ist: Indikatoren sagen die Zukunft nicht voraus. Die meisten von ihnen basieren auf mathematischen Berechnungen von Vergangenheitsdaten. Das bedeutet, sie spiegeln nur wider, was der Markt bereits getan hat, garantieren aber nicht, was als Nächstes passiert. Wenn Trader Indikatoren als absolutes Kauf- oder Verkaufs-Signal betrachten, steigen sie oft zu spät ein oder werden bei einem plötzlichen Trendwechsel auf dem falschen Fuß erwischt.
Price Action hingegen ermöglicht es Tradern, das Marktverhalten direkt zu lesen. Statt nur auf das Kreuzen zweier Linien zu warten, beobachten sie die Marktstruktur, den übergeordneten Trend, Support- und Resistance-Zonen, Candlestick-Muster und das Kräfteverhältnis zwischen Käufern und Verkäufern. Das ist der Grund, warum viele erfahrene Trader einen "cleanen" (sauberen) Chart bevorzugen: Sie wollen die Geschichte sehen, die der Markt erzählt, anstatt sie hinter unzähligen Werkzeugen zu verstecken.
Das bedeutet jedoch nicht, dass man Indikatoren komplett verbannen muss. Ein guter Indikator hat durchaus seinen Wert, wenn er richtig eingesetzt wird: als Bestätigung, nicht als Ersatz für das eigene Denken. Zum Beispiel kann Price Action den genauen Einstieg (Entry) bestimmen, während ein EMA den Trend filtert, der RSI das Momentum bewertet oder der ATR bei der Berechnung des Stop-Loss basierend auf der Volatilität hilft. Selektiv eingesetzt, bringen Indikatoren Klarheit in ein System, anstatt eine Abhängigkeit zu schaffen.
Am Ende ist die Frage nicht, ob Price Action oder Indikatoren besser sind. Entscheidend ist, ob Sie ein klares System haben: Wann steigen Sie ein? Wann bleiben Sie an der Seitenlinie? Wo liegt der Stop-Loss? Ist das Risk-Reward-Ratio (CRV) sinnvoll und unter welchen Bedingungen ist das Setup ungültig?
Fazit:
Price Action liefert Ihnen den Kontext. Indikatoren geben Ihnen die Bestätigung. Aber Disziplin, Risikomanagement und Beständigkeit sind es, die über den langfristigen Erfolg entscheiden. Professionelle Trader wählen ihre Werkzeuge nicht, um komplexer zu wirken, sondern um ihre Entscheidungen klarer zu machen.
S&P im EndgameHallo liebe Glücksritter und Investoren,
hier mal einen typischen Hockeystick der sich über das letzte Jahrzehnt in einem der wichtigsten Indizies, im S&P, entwickelt hat, analysiert.
Wir ihr sehen könnt, wurde von drawdown zu drawdown nicht nur der prozentuale Preisrückgang, sondern auch die "verlorene Investitionszeit" kürzer.
Also sich ein stetig beschleunigender Prozess. Nun die Preisfrage. Wohin tendiert diese Funktion.
A) Gegen eine Grade die einfach senkrecht nach oben geht? Dies wäre mathematisch korrekt, praktisch würde das immer steigende Preise ohne jeglichen Rücksetzer bedeuten.
B) In einem Zusammenbruch, wenn der Hockeystick eine gewisse Steigung erreicht hat?
Option B) kann dann eine sehr starke Preiskorrektur oder eine Korrektur über die Zeit sein.
Die Frage, die ihr mir gerne beantworten könnt, ist für mich nun folgende: Da ich von Option B) ausgehe, was sagt uns das für den Bärenmarkt in Krypto? Zum allerersten Mal in der Geschichte haben wir so eine Konstellation. In den letzten Bärenmärkten korrigierte das große Geld immer mit.
a) Dauert der Bärenmarkt für Krypto diesmal einfach länger als 1 Jahr?
b) Erleben wir einen massiven Einbruch unter den "realized price" bis tief in die 20k Regionen?
c) Decoupling? ^^
Ich bin gespannt auf euren Input.
Euer Werki
Argumente für eine kurzfristige bullische Untergrenze**Argumente für eine kurzfristige bullische Untergrenze (Begrenzung des Abwärtspotenzials und Verhinderung eines freien Falls)**
🏞1. **US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) und ADP-Bericht für Juni enttäuschen deutlich; Markterwartungen hinsichtlich mittel- bis langfristiger Zinserhöhungen werden weiter nach unten korrigiert**
Im Juni entstanden in den USA außerhalb der Landwirtschaft lediglich 57.000 neue Stellen – weit unter der Markterwartung von 113.000 –, während die kombinierten Zahlen für April und Mai um 74.000 nach unten revidiert wurden; auch der Beschäftigungszuwachs im Privatsektor (laut ADP-Bericht: 98.000) blieb deutlich hinter den Prognosen zurück. Der Rückgang der Arbeitslosenquote war nicht auf eine wirtschaftliche Erholung zurückzuführen, sondern auf ein Absinken der Erwerbsquote auf den niedrigsten Stand seit 2021 (da Menschen freiwillig aus dem Erwerbsleben ausschieden); gleichzeitig entsprach der Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne um 3,5 % im Jahresvergleich exakt den Erwartungen, was gegen das Risiko einer Lohn-Preis-Spirale spricht.
Das CME-FedWatch-Tool zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September von 63 % auf 42 % gesunken ist; zudem beginnt der Markt, die Möglichkeit einer Zinssenkung im vierten Quartal einzupreisen. Dies entzieht der Notwendigkeit einer weiteren, grundlosen Straffung der Geldpolitik durch die Fed die Basis. Auch wenn die Kurse diese Woche aufgrund eines restriktiven Sitzungsprotokolls nachgaben, bleibt der zugrundeliegende Trend eines sich abschwächenden Arbeitsmarktes bestehen, was dem Abwärtspotenzial eine feste Untergrenze setzt.
🚀2. **Eskalation der Luftangriffe zwischen den USA und dem Iran; geopolitisch bedingte Nachfrage nach sicheren Häfen stützt zeitweise den Goldkauf**
US-Streitkräfte griffen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen fast 170 militärische Ziele im Iran an; der Iran reagierte umgehend mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait, zudem wurde ein Handelsschiff in der Straße von Hormus von einer Rakete getroffen. Die Risiken für die Schifffahrt in der Meerenge sind erneut stark gestiegen, und das Abkommen über einen 60-tägigen Waffenstillstand steht vor dem Scheitern.
Geopolitische Konflikte wirken sich zweifach aus: Kurzfristig treiben sie die Rohölpreise in die Höhe – was die Inflationserwartungen anheizt und sich negativ auf das zinslose Gold auswirkt. Eskaliert der Konflikt jedoch, entsteht eine weltweite Nachfrage nach sicheren Häfen, die Kapital in Gold lenkt, um sich gegen geopolitische „Black Swan“-Ereignisse abzusichern. Die Erholung um über 100 Punkte nach dem Tiefststand von 4021 Punkten am Donnerstag – getrieben durch Käufe von in sichere Häfen investiertem Kapital – spiegelt diesen geopolitischen Kaufdruck direkt wider.
🎉3. Die OPEC+-Produktionserhöhung für August ist erfolgt; die Ölpreise stiegen zunächst stark an, gaben dann aber schnell wieder nach. Dies dämpfte vorübergehend die Sorgen, dass eine energiebedingte Inflation die US-Notenbank (Fed) zu Zinserhöhungen zwingen könnte. Zuvor hatten geopolitische Konflikte den Preis für WTI-Rohöl über die Marke von 75 US-Dollar getrieben und damit die Befürchtung geschürt, steigende Ölpreise würden die Inflation anheizen und die Fed zu Zinserhöhungen veranlassen. Eine Gewinnmitnahmewelle der Rohölkäufer am Donnerstag führte jedoch zu einem deutlichen Rückgang – Brent-Rohöl fiel wieder auf etwa 72 US-Dollar – wodurch die geopolitische Risikoprämie rasch schwand und die Inflationserwartungen sich dämpften. Infolgedessen gerieten die Renditen von US-Staatsanleihen unter Druck, was indirekt als Puffer für die Goldbewertung diente.
Wie handelt man in einer Seitwärtsbewegung?Der wichtigste Faktor, der Gold belastet, sind die Zinserhöhungserwartungen der Federal Reserve. Der Markt geht davon aus, dass die Fed in diesem Jahr weitere Zinsen anheben könnte. Ein starker US-Dollar und hohe Renditen von US-Staatsanleihen drücken den goldlosen Rohstoff Gold, sodass er kaum steigen kann.
Stützende Käufe auf der Bullenseite sichern den Boden – das ist mein zentraler Punkt: Zentralbanken weltweit kaufen fortlaufend Gold. Bei jedem Kursrückgang treten massiv Kaufaufträge zur Ausnutzung tiefer Kurse auf. Deshalb gab es zuletzt nur kleine Korrekturen und Marktbereinigungen, keine einseitigen starken Kursstürze.
Meine Gesamtbeurteilung: Gold befindet sich derzeit in einer schwachen seitwärts gerichteten Bewegung mit leicht bärischer Tendenz. Aufwärtsreaktionen sind lediglich technische Erholungen, keine Trendwenden; Kursrückgänge dienen lediglich der Marktbereinigung durch große Marktteilnehmer, keinen dauerhaften Abwärtstrend.
Hauptwiderstand: 4130–4140. Solange dieser Bereich nicht stabil durchbrochen wird, stellt jede Aufwärtsbewegung eine Gelegenheit zum Leerverkauf dar. Der sekundäre Widerstand liegt bei 4160; erst ein Durchbruch darüber würde kurzfristig eine bullische Verschiebung bedeuten – ein Szenario, das derzeit unwahrscheinlich ist.
Unterstützungsniveaus im Überblick
Kurzfristige Unterstützung: 4090–4100
Kritische Unterstützung: 4070–4080 (Sicherer Bereich für Kaufpositionen bei Korrekturen)
Absoluter Boden: 4040. Solange dieser Wert nicht fällt, bleibt der Seitwärtskanal erhalten; ein Bruch darunter löst einen tiefgreifenden Abverkauf aus.
Praktische Handelsstrategie: Zuerst Leerverkäufe platzieren
Gehen Sie short, wenn der Kurs zwischen 4120 und 4135 unter Druck gerät, und zielen Sie nicht auf überhöhte Gewinne ab.
Nehmen Sie Gewinne bei 4100 sowie 4090 mit.
Solange 4140 ungebrochen bleibt, handeln Sie vorrangig mit Short-Positionen.
Lassen Sie sich bei marktbereinigenden Seitwärtsschwankungen nicht aus Ihrem Handelsrhythmus bringen. Meiden Sie risikoreiche Bereiche und konzentrieren Sie sich auf Transaktionen in sicheren Preisspannen. Die Erhaltung Ihres Handelskapitals hat oberste Priorität – nur mit intaktem Grundkapital können Sie künftig weitere Gewinne erzielen.
Bärische Goldanalyse Grundlegende Gegenkräfte
Die jüngsten Protokolle der FOMC zeigen eine durchgängig hawkishe Ausrichtung. Die meisten Entscheidungsträger schließen Zinssenkungen aus und halten weitere Zinserhöhungen für dieses Jahr für möglich. Der steigende US-Dollar-Index und die Realrenditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen erhöhen die Opportunitätskosten für das zinslose Gold. Verschärfte Spannungen zwischen den USA und dem Iran treiben die Rohölpreise nach oben, schüren anhaltende Inflationsängste und festigen das Umfeld hoher Zinssätze. Risikoscheues Kapital fließt nun bevorzugt in Dollar-Anlagen statt in Gold, während Spekulanten ihre Long-Positionen in Gold schnell auflösen.
Technische Ausgangslage
Gold verzeichnet vier aufeinanderfolgende bärische Tageskerzen und handelt dauerhaft unter allen kurzfristigen gleitenden Durchschnitten. Die Momentum-Indikatoren schwächen sich stetig ab, der starke Widerstandsbereich liegt zwischen 4120 und 4140. Ein klarer Bruch unter die wichtige Unterstützung bei 4030 löst massenweise Stop-Loss-Verkäufe aus und beschleunigt die Abwärtsbewegungen.
Kurzfristige Einschätzung
Bärische Impulse dominieren den Markt. Das Eingehen von Short-Positionen bei jeder korrigierenden Erholung bleibt die zentrale Handelsstrategie.
- Verkauf: 4140 - 4120
- Gewinnziele: 4100 - 4080 - 4060
EURUSDEURUSD ist aus dem fallenden Kanal ausgebrochen. Das zeigt, dass die Käufer nach einer längeren Phase des Verkaufsdrucks allmählich wieder die Kontrolle übernehmen.
Nach dem Anstieg kehrt der Kurs nun zurück, um die frühere Widerstandslinie des Kanals zu testen. Dieser Bereich ist besonders wichtig, da er bei erfolgreicher Verteidigung zu einer neuen Unterstützung werden könnte.
Wenn der Kaufdruck zurückkehrt und die Retest-Zone hält, könnte EURUSD seinen Anstieg in Richtung 1,1470 fortsetzen.
Fällt der Kurs hingegen wieder in den fallenden Kanal zurück, würde das Ausbruchssignal an Stärke verlieren und das Risiko einer tieferen Korrektur zunehmen.
Im Moment ist es entscheidend, eine klare Reaktion in der Retest-Zone abzuwarten.






















