Goldanalyse für den nächsten MontagGold befindet sich derzeit in einem langfristig schwachen Trend mit kurzfristigen Unterstützungen.
Der Kerngrund ist die nach wie vor bestehende Möglichkeit von Zinserhöhungen der Fed in diesem Jahr; ein Umfeld hoher Zinsen begrenzt durchgehend jede Erholung des Goldpreises. Gleichzeitig sorgen schwächere US-Arbeitsmarktdaten, ständige Goldkäufe durch Zentralbanken weltweit bei niedrigen Preisen sowie immer wieder auftretende geopolitische Spannungen im Nahen Osten für kurzfristige Aufwärtsimpulse durch den Sicherheitsaspekt. Daraus ergibt sich die aktuelle Seitwärtsbewegung mit häufigen Ausbrüchen nach beiden Seiten – der Preis kann weder stark steigen noch fallen.
Der oberste Widerstandsbereich liegt bei 4130–4140. Jede Erholung bis in diesen Bereich am Montag führt in der Regel zu einem Rückgang und stellt eine gute Gelegenheit für kurzfristige Short-Positionen dar. 4160 ist ein starker Widerstand; solange dieses Niveau nicht überwunden wird, ist ein nachhaltiger Aufwärtstrend der Bullen ausgeschlossen.
Die untere Unterstützung befindet sich bei 4090–4100, eine starke Verteidigungslinie für kurzfristige Bullen. Ein Bruch darunter führt zu einem weiteren Test der starken Unterstützung um 4060. Die Marke von 4000 stellt eine entscheidende Jahresuntergrenze dar. Solange diese nicht unterschritten wird, bleibt Gold in einer breiten Seitwärtsspanne gefangen.
Für den nächsten Montag sind keine wichtigen Wirtschaftsdaten geplant. Daher sind keine großen Kursbewegungen zu erwarten – es erwartet uns eine ruhige Seitwärtsbewegung mit häufigen Preisschwankungen.
Man muss nicht täglich handeln. Bei den schwachen Marktverhältnissen am Montag ist Abwarten, wenn die Lage unklar ist, bereits eine profitable Strategie. Handeln Sie nicht nur, um eine Position eröffnet zu haben. Bewahren Sie eine gelassene Handelsmentalität – damit handeln Sie langfristig erfolgreich und treffen auf mehr gute Handelsgelegenheiten.
📌 Ich teile täglich meine persönlichen Handelsstrategien.
Harmonisches Muster
Pullback-Trading im DAX-Universum – Teil 6Die Anatomie eines gesunden Pullbacks: Wie man normale Rücksetzer von echter Schwäche unterscheidet
Tiefe, Volumen, Tagesranges, gleitende Durchschnitte und Unterstützungsbereiche richtig einordnen
In Teil 5 dieser Serie ging es um den idealen Vorlauf vor einem Pullback.
Die wichtigste Aussage war:
Die Qualität eines Pullbacks wird vor dem Pullback entschieden.
Ein Rücksetzer ist nur dann interessant, wenn vorher Stärke vorhanden war.
Jetzt gehen wir einen Schritt weiter.
Wenn eine Aktie bereits in Stage 2 ist, relative Stärke zeigt und einen dynamischen Vorlauf hatte, stellt sich die nächste Frage:
Ist der aktuelle Rücksetzer gesund – oder beginnt die Aktie bereits zu kippen?
Genau darum geht es in diesem Teil.
Denn nicht jeder Rücksetzer ist ein Kaufsignal.
Ein Pullback kann eine normale Pause innerhalb eines Aufwärtstrends sein.
Er kann aber auch der erste Hinweis sein, dass der Trend an Qualität verliert.
Der Unterschied ist entscheidend.
Ein gesunder Pullback gibt uns eine mögliche Einstiegschance.
Ein schwacher Pullback warnt uns davor, in eine beginnende Distribution hineinzukaufen.
1. EIN PULLBACK IST EIN TEST
Ein Pullback ist nicht einfach ein Kursrückgang.
Ein Pullback ist ein Test.
Der Markt testet, ob die vorherige Stärke Bestand hat.
Die Aktie hatte vorher Käufer.
Sie ist gestiegen.
Sie hat relative Stärke gezeigt.
Sie wurde auf der Watchlist interessant.
Dann kommt der Rücksetzer.
Jetzt zeigt sich:
Bleiben Käufer aktiv?
Trocknet das Verkaufsvolumen aus?
Werden Rücksetzer schnell gekauft?
Hält die Aktie wichtige Unterstützungen?
Bleibt die relative Stärke stabil?
Oder entsteht plötzlich echter Verkaufsdruck?
Genau deshalb ist der Pullback so wichtig.
Er zeigt uns, ob die vorherige Stärke nur kurzfristig war – oder ob die Aktie wirklich weiter akkumuliert wird.
2. DER UNTERSCHIED ZWISCHEN PULLBACK UND SCHWÄCHE
Viele Trader verwechseln einen Pullback mit Schwäche.
Das liegt daran, dass beides auf den ersten Blick gleich aussieht:
Der Kurs fällt.
Aber die Ursache und die Struktur sind unterschiedlich.
Ein gesunder Pullback entsteht nach einem starken Vorlauf.
Die Aktie nimmt eine Pause.
Der Verkaufsdruck bleibt begrenzt.
Das Volumen nimmt ab.
Die Tagesranges werden enger.
Die Aktie bleibt oberhalb wichtiger Unterstützungen.
Relative Stärke bleibt stabil.
Echte Schwäche sieht anders aus.
Die Aktie fällt stärker als der Markt.
Volumen nimmt auf roten Tagen zu.
Wichtige Linien werden gebrochen.
Erholungen scheitern schnell.
Die Aktie verliert relative Stärke.
Der Chart wirkt nicht mehr kontrolliert.
Der Unterschied liegt also nicht darin, ob der Kurs fällt.
Der Unterschied liegt darin, wie der Kurs fällt.
3. DIE IDEALE AUSGANGSLAGE
Bevor ich einen Pullback überhaupt bewerte, muss die Ausgangslage stimmen.
Ein gesunder Pullback braucht vorher:
Stage-2-Aufwärtstrend
Kurs über 50- und 200-Tage-Linie
steigende oder zumindest konstruktive 50-Tage-Linie
stabile oder steigende 200-Tage-Linie
relative Stärke gegenüber dem DAX-Universum
vorherigen dynamischen Impuls
Nähe zum 52-Wochen-Hoch
keinen chaotischen oder komplett überdehnten Vorlauf
ausreichende Liquidität
kein unmittelbares Event-Risiko
Ohne diese Basis ist der Rücksetzer für mich meistens kein hochwertiges Pullback-Setup.
Dann ist es eher eine beliebige Korrektur.
Oder noch schlimmer:
Ein Rücksetzer in einer schwachen Aktie.
4. WIE TIEF DARF EIN GESUNDER PULLBACK SEIN?
Eine der häufigsten Fragen lautet:
Wie weit darf eine Aktie zurückkommen, damit der Pullback noch gesund ist?
Es gibt darauf keine feste Prozentzahl, die immer gilt.
Eine volatile SDAX-Aktie bewegt sich anders als ein liquider DAX-Wert.
Eine TecDAX-Aktie kann größere Schwankungen haben als ein defensiver Dividendentitel.
Trotzdem gibt es eine wichtige Grundregel:
Je stärker und sauberer der Trend, desto weniger tief sollte der Pullback idealerweise sein.
Ein sehr starker Leader muss oft gar nicht weit zurückkommen.
Er konsolidiert vielleicht nur einige Tage seitwärts.
Oder er zieht kontrolliert zur 10- oder 21-Tage-Linie zurück.
Oder er testet einen alten Ausbruchsbereich.
Ein schwächerer Wert fällt dagegen oft deutlich tiefer.
Er verliert die 50-Tage-Linie.
Er fällt stärker als der Markt.
Er wirkt schwer und unkontrolliert.
Das ist kein Qualitätsmerkmal.
5. ORIENTIERUNG AN GLEITENDEN DURCHSCHNITTEN
Für die Pullback-Analyse nutze ich gerne gleitende Durchschnitte als Orientierung.
Nicht als starre Kaufmarken.
Sondern als Zonen, an denen man Verhalten beobachten kann.
Wichtige Linien sind zum Beispiel:
10-Tage-Linie
21-Tage-Linie
50-Tage-Linie
150-Tage-Linie
200-Tage-Linie
Ein sehr starker Pullback endet oft bereits im Bereich der 10- oder 21-Tage-Linie.
Ein normaler, etwas tieferer Pullback kann zur 50-Tage-Linie laufen.
Ein Rücksetzer deutlich unter die 50-Tage-Linie ist dagegen ein Warnsignal, vor allem wenn er mit hohem Volumen passiert.
Für meine Pullback-Logik gilt:
Je näher der Kurs an der 50-Tage-Linie stabilisiert, ohne sie aggressiv zu brechen, desto interessanter kann das Setup werden.
Aber:
Die Linie allein ist kein Kaufsignal.
Entscheidend ist die Reaktion.
6. EIN TOUCH DER 50-TAGE-LINIE IST NICHT AUTOMATISCH EIN KAUF
Viele Trader kaufen automatisch, sobald eine Aktie die 50-Tage-Linie erreicht.
Das ist gefährlich.
Die 50-Tage-Linie ist keine magische Unterstützung.
Sie ist nur ein Referenzpunkt.
Die entscheidenden Fragen lauten:
Wie kommt die Aktie zur Linie zurück?
Fällt sie ruhig oder aggressiv?
Nimmt das Volumen ab oder zu?
Gibt es lange rote Kerzen?
Wird die Linie schnell zurückerobert?
Bleibt relative Stärke vorhanden?
Gibt es einen klaren Pivot?
Ist der Stop sinnvoll definierbar?
Ein kontrollierter Test der 50-Tage-Linie kann interessant sein.
Ein harter Bruch der 50-Tage-Linie mit hohem Volumen ist dagegen oft ein Warnsignal.
Der Unterschied liegt im Verhalten.
Nicht in der Linie selbst.
7. VOLUMEN: WIRD VERKAUFT ODER NUR PAUSIERT?
Volumen ist einer der wichtigsten Hinweise im Pullback.
Ein gesunder Pullback zeigt häufig:
abnehmendes Volumen während des Rücksetzers
keine massiven roten Volumentage
geringere Aktivität an schwachen Tagen
steigendes Volumen bei Erholungstagen
schnelle Nachfrage an Unterstützungszonen
Das deutet darauf hin, dass die Aktie nicht aggressiv verkauft wird.
Sie pausiert eher.
Ein problematischer Pullback zeigt dagegen:
hohes Volumen an roten Tagen
deutliche Verkaufswellen
große rote Kerzen
schwache Erholungen auf geringem Volumen
Bruch wichtiger Linien mit erhöhtem Umsatz
Das deutet auf echten Verkaufsdruck hin.
Für mich ist das einer der wichtigsten Unterschiede.
Ein Pullback mit fallendem Volumen ist potenziell konstruktiv.
Ein Pullback mit steigendem Verkaufsvolumen ist verdächtig.
8. TAGESRANGES: WIRD DIE AKTIE RUHIGER ODER WILDER?
Neben dem Volumen achte ich stark auf die Tagesranges.
Ein gesunder Pullback wird oft mit der Zeit ruhiger.
Die Kerzen werden kleiner.
Die Spanne zwischen Tageshoch und Tagestief nimmt ab.
Der Kurs bewegt sich enger.
Verkäufer verlieren Druck.
Käufer beginnen, Rücksetzer aufzufangen.
Das ist konstruktiv.
Ein schwacher Pullback sieht anders aus:
große rote Tageskerzen
lange untere und obere Dochte
starke Richtungswechsel
viele Gaps
hohe Intraday-Volatilität
keine klare Stabilisierung
Solche Bewegungen zeigen Unsicherheit.
Und Unsicherheit ist für einen engen, risikoarmen Einstieg oft schlecht.
Ein gutes Pullback-Setup fühlt sich im Chart oft enger und kontrollierter an.
Nicht chaotischer.
9. DER PULLBACK SOLLTE STRUKTUR BEHALTEN
Ein gesunder Pullback zerstört die Struktur nicht.
Er kann zurückkommen.
Aber er sollte nicht alles kaputt machen, was vorher aufgebaut wurde.
Konstruktiv ist zum Beispiel:
die Aktie bildet ein höheres Tief
der Kurs bleibt über dem letzten wichtigen Ausbruchsniveau
die 50-Tage-Linie bleibt intakt
die Aktie bleibt nahe am Hoch
der Rücksetzer bleibt innerhalb einer normalen Korrektur
relative Stärke bleibt stabil
Problematisch ist:
die Aktie fällt unter das letzte höhere Tief
der alte Ausbruch wird vollständig negiert
die 50-Tage-Linie wird klar gebrochen
die Aktie fällt stärker als der Markt
die RS-Linie kippt deutlich
der Chart geht zurück in eine alte Seitwärtsrange
Ein Pullback darf atmen.
Aber er sollte den Trend nicht zerstören.
10. RELATIVE STÄRKE WÄHREND DES PULLBACKS
Ein sehr gutes Zeichen ist relative Stärke während des Rücksetzers.
Das bedeutet:
Der Markt fällt vielleicht deutlich.
Die Aktie kommt aber nur leicht zurück.
Oder:
Der DAX korrigiert.
Die Aktie bleibt nahe am Hoch.
Oder:
Das DAX-Universum wird schwächer.
Die Aktie hält ihre 21- oder 50-Tage-Linie.
Das ist interessant.
Denn es zeigt, dass die Aktie weiterhin besser läuft als ihr Umfeld.
Für diese Einschätzung nutze ich meinen Indikator:
DAX Universe IBD-Style Relative Strength
Während eines Pullbacks achte ich besonders darauf:
bleibt die RS-Linie über 0?
bleibt sie über ihrem gleitenden Durchschnitt?
steigt sie sogar, obwohl der Kurs leicht zurückkommt?
fällt sie weniger stark als der Kurs?
bleibt die Aktie stärker als das DAX-Universum?
Ein Pullback mit stabiler relativer Stärke ist deutlich interessanter als ein Pullback, bei dem die relative Stärke sofort zusammenbricht.
11. DER IDEALE PULLBACK IST OFT LANGWEILIG
Viele gute Pullbacks sehen nicht spektakulär aus.
Sie sind eher langweilig.
Das ist positiv.
Ein idealer Pullback wirkt oft so:
wenige Tage bis wenige Wochen Rücksetzer
moderate Tiefe
kleiner werdende Kerzen
abnehmendes Volumen
keine Panik
keine großen Gaps
keine heftigen roten Tage
Kurs bleibt oberhalb wichtiger Durchschnitte
enger Bereich entsteht
Pivot wird erkennbar
Das ist genau die Art von Struktur, die ich sehen möchte.
Denn je enger und kontrollierter der Pullback wird, desto besser lässt sich das Risiko definieren.
Ein chaotischer Pullback macht den Stop schwierig.
Ein enger Pullback macht das Risiko klarer.
12. WIE LANGE DARF EIN PULLBACK DAUERN?
Auch die Dauer ist wichtig.
Ein Pullback darf Zeit brauchen.
Aber wenn er zu lange dauert, kann er seinen Charakter verändern.
Ein kurzer Rücksetzer nach einem starken Impuls kann eine normale Pause sein.
Eine längere Seitwärtsphase kann ebenfalls konstruktiv sein, wenn die Aktie eng bleibt und relative Stärke hält.
Aber eine lange, träge Bewegung mit fallender RS-Linie und schwacher Struktur ist oft kein Pullback mehr.
Dann wird daraus eher:
eine Base
eine Distribution
eine Stage-3-Struktur
oder ein beginnender Abwärtstrend
Die Frage lautet also:
Konsolidiert die Aktie konstruktiv – oder verliert sie langsam ihre Qualität?
Wenn eine Aktie wochenlang nicht mehr nach oben kommt, während der Markt steigt, ist das kein gutes Zeichen.
13. PULLBACK ZUR 10- ODER 21-TAGE-LINIE
Bei sehr starken Aktien findet der Rücksetzer oft nur zur 10- oder 21-Tage-Linie statt.
Das kann ein Zeichen von Stärke sein.
Der Markt gibt der Aktie kaum Zeit, tiefer zu fallen.
Käufer greifen früh zu.
Solche Pullbacks sind oft besonders interessant, wenn:
der Vorlauf stark war
die Aktie nahe am Hoch bleibt
Volumen abnimmt
die RS-Linie stark bleibt
ein kleiner Pivot entsteht
das Risiko eng definierbar ist
Aber auch hier gilt:
Nicht blind kaufen.
Ein Rücksetzer zur 21-Tage-Linie ist nur dann interessant, wenn die Struktur konstruktiv bleibt.
14. PULLBACK ZUR 50-TAGE-LINIE
Ein Pullback zur 50-Tage-Linie ist tiefer.
Er kann trotzdem gesund sein.
Vor allem nach einem stärkeren Anstieg.
Aber hier wird die Analyse wichtiger.
Ich möchte sehen:
der Kurs fällt nicht panisch
die 50-Tage-Linie steigt
das Volumen nimmt im Rücksetzer ab
die Aktie stabilisiert sich im Bereich der Linie
der Kurs erholt sich zügig
relative Stärke bleibt stabil
der Stop ist logisch definierbar
Ein kurzer Unterschuss unter die 50-Tage-Linie kann vorkommen.
Aber wenn die Aktie mehrere Tage darunter bleibt und der Markt gleichzeitig besser läuft, ist Vorsicht angebracht.
Dann ist der Pullback möglicherweise nicht mehr gesund.
15. PULLBACK UNTER DIE 200-TAGE-LINIE
Ein Pullback unter die 200-Tage-Linie ist für meine Strategie meistens kein Pullback-Setup mehr.
Warum?
Weil die 200-Tage-Linie eine wichtige langfristige Orientierung ist.
Wenn eine Aktie in einem angeblichen Pullback unter diese Linie fällt, hat sich die Struktur deutlich verschlechtert.
Es kann später wieder ein neues Setup entstehen.
Aber dann braucht die Aktie Zeit.
Sie muss sich neu aufbauen.
Für kurzfristige Pullback-Trades in Stage 2 ist das meist nicht mehr attraktiv.
Meine Regel:
Ein Pullback unter die 200-Tage-Linie ist meistens kein Pullback mehr, sondern ein Strukturbruch.
16. UNTERSCHIED: NORMALER PULLBACK VS. FAILED BREAKOUT
Ein besonders wichtiger Fall ist der Rücksetzer nach einem Ausbruch.
Die Aktie bricht über ein Hoch aus.
Dann fällt sie zurück.
Jetzt stellt sich die Frage:
Ist das ein normaler Test des Ausbruchsbereichs?
Oder war der Ausbruch ein Fehlsignal?
Ein konstruktiver Test sieht so aus:
der Ausbruchsbereich wird gehalten
Volumen nimmt ab
der Rücksetzer bleibt moderat
die Aktie stabilisiert sich schnell
es entsteht ein neuer kleiner Pivot
relative Stärke bleibt positiv
Ein fehlgeschlagener Ausbruch sieht so aus:
die Aktie fällt klar zurück in die alte Base
hohes Volumen auf dem Rückweg
schnelle Aufgabe des Ausbruchsniveaus
keine Stabilisierung
RS-Linie kippt
andere Aktien im Sektor laufen besser
Ein Pullback nach einem Ausbruch kann sehr interessant sein.
Aber nur, wenn der Ausbruch nicht komplett negiert wird.
17. DER PIVOT ENTSTEHT AUS DER VERENGUNG
Der eigentliche Einstieg entsteht nicht einfach am Tief des Pullbacks.
Er entsteht oft erst, wenn der Pullback enger wird und ein kleiner Pivot sichtbar wird.
Ein Pivot kann zum Beispiel entstehen durch:
Ausbruch über das Hoch der letzten Tage
Bruch einer kleinen Abwärtstrendlinie
Rückeroberung der 10- oder 21-Tage-Linie
enger Seitwärtsbereich nahe am Hoch
Reversal nach kontrolliertem Rücksetzer
neues Kaufinteresse nach Volumentrocknung
Der Pivot ist wichtig, weil er zeigt:
Die Aktie beginnt wieder nach oben zu drehen.
Ohne Pivot kauft man oft nur in fallende Kurse hinein.
Mit Pivot wartet man auf ein erstes Zeichen neuer Stärke.
Das ist der Unterschied zwischen Hoffnung und Bestätigung.
18. WARUM DER TIEFSTE PUNKT NICHT DAS ZIEL IST
Viele Trader wollen den tiefsten Punkt des Pullbacks kaufen.
Das klingt attraktiv.
In der Praxis ist es aber schwierig.
Der tiefste Punkt ist erst im Nachhinein sichtbar.
Während des Rücksetzers weiß niemand, ob die Aktie dort wirklich dreht.
Deshalb ist mein Ziel nicht, den Tiefpunkt zu erwischen.
Mein Ziel ist:
Eine starke Aktie nach einem kontrollierten Rücksetzer zu kaufen, wenn sie wieder Stärke zeigt – mit klar definiertem Risiko.
Das ist etwas völlig anderes.
Der Einstieg ist vielleicht nicht am tiefsten Punkt.
Aber er ist oft besser planbar.
19. WARNZEICHEN: WANN EIN PULLBACK KIPPT
Ein Pullback wird für mich problematisch, wenn mehrere Warnzeichen zusammenkommen.
Dazu gehören:
Bruch der 50-Tage-Linie mit hohem Volumen
mehrere große rote Tageskerzen
stark fallende RS-Linie
Aktie fällt stärker als der Gesamtmarkt
Sektor wird ebenfalls verkauft
Erholungen scheitern sofort
Ausbruchsbereich wird klar unterschritten
altes höheres Tief wird gebrochen
hohe Gaps nach unten
schlechte Reaktion auf Nachrichten
Volumen steigt an Abwärtstagen
Kurs bleibt längere Zeit unter wichtigen Linien
Stage-2-Struktur geht verloren
Ein einzelnes Warnsignal ist nicht immer entscheidend.
Aber mehrere zusammen verändern die Qualität des Setups.
Dann ist es oft besser, die Aktie von der aktiven Watchlist zu nehmen.
20. SPEZIELL IM DAX-UNIVERSUM: GAPS UND EVENT-RISIKEN
Bei deutschen Aktien muss man Pullbacks immer auch im Zusammenhang mit Gaps und Nachrichtenrisiken betrachten.
Gerade bei MDAX-, SDAX- und TecDAX-Werten können einzelne Meldungen starke Bewegungen auslösen.
Deshalb prüfe ich vor einem Einstieg:
Stehen Quartalszahlen an?
Gibt es einen Kapitalmarkttag?
Gab es zuletzt Gewinnwarnungen?
Ist die Aktie stark von Analystenkommentaren abhängig?
Ist der Sektor newsgetrieben?
Hat der Chart viele Gaps?
Ist das Handelsvolumen ausreichend?
Ist der Spread akzeptabel?
Ein technisch schöner Pullback kurz vor Quartalszahlen kann riskant sein.
Dann wird aus einem Chart-Setup schnell ein Event-Trade.
Das muss man bewusst entscheiden.
21. BEISPIEL: GESUNDER PULLBACK
Stellen wir uns eine Aktie aus dem MDAX vor.
Die Ausgangslage:
Stage 2
Kurs über 50- und 200-Tage-Linie
50-Tage-Linie steigt
Aktie nahe am 52-Wochen-Hoch
relative Stärke gegenüber dem DAX-Universum positiv
vorheriger Impuls war dynamisch
Sektor ist konstruktiv
Jetzt kommt die Aktie 6 % zurück.
Der Rücksetzer läuft zur 21-Tage-Linie.
Das Volumen nimmt ab.
Die Tagesranges werden kleiner.
Die Aktie bleibt über dem letzten höheren Tief.
Die RS-Linie bleibt über 0.
Nach einigen Tagen entsteht ein kleiner Pivot.
Das ist ein potenziell gesunder Pullback.
Nicht automatisch ein Kauf.
Aber ein Setup, das auf die Watchlist gehört.
22. BEISPIEL: UNGESUNDER PULLBACK
Jetzt ein anderes Beispiel.
Eine Aktie aus dem SDAX steigt kurzzeitig stark an.
Dann fällt sie zurück.
Auf den ersten Blick sieht es nach Pullback aus.
Aber bei genauerem Hinsehen:
Aktie ist nur knapp über der 200-Tage-Linie
50-Tage-Linie ist flach
relative Stärke ist schwach
Rücksetzer erfolgt mit hohem Volumen
große rote Kerzen
Spread ist groß
Aktie fällt stärker als der Markt
alte Ausbruchszone wird klar unterschritten
Quartalszahlen stehen kurz bevor
Das ist kein A-Setup.
Der Kurs ist zwar zurückgekommen.
Aber die Struktur ist nicht konstruktiv.
Hier ist Vorsicht besser als Aktionismus.
23. MEINE PULLBACK-CHECKLISTE
Bevor ich einen Pullback als potenzielles Setup betrachte, gehe ich folgende Fragen durch:
Befindet sich die Aktie in Stage 2?
War der Vorlauf stark genug?
Zeigt die Aktie relative Stärke gegenüber dem DAX-Universum?
Liegt die RS-Linie über 0?
Bleibt die RS-Linie während des Pullbacks stabil?
Ist der Rücksetzer moderat?
Bleibt die Aktie oberhalb wichtiger gleitender Durchschnitte?
Wird die 50-Tage-Linie gehalten oder schnell zurückerobert?
Nimmt das Volumen im Rücksetzer ab?
Sind die roten Tage kontrolliert?
Werden die Tagesranges enger?
Gibt es keine massiven Gaps nach unten?
Bleibt das letzte höhere Tief intakt?
Wird der Ausbruchsbereich gehalten?
Entsteht ein klarer Pivot?
Ist der Stop logisch definierbar?
Ist die Aktie ausreichend liquide?
Ist der Spread akzeptabel?
Gibt es keine unmittelbaren Quartalszahlen?
Passt das Chance-Risiko-Verhältnis?
Je mehr dieser Fragen mit Ja beantwortet werden, desto interessanter wird das Setup.
Wenn viele Antworten Nein sind, ist der Rücksetzer wahrscheinlich kein gesunder Pullback.
24. WIE ICH MEINE INDIKATOREN DABEI NUTZE
Für meine Analyse nutze ich zwei eigene TradingView-Indikatoren.
Stock Stage Analysis
Dieser Indikator hilft mir, die Marktphase einzuordnen.
Für Pullback-Trades suche ich vor allem Stage 2.
Wenn der Indikator bereits Stage 3 oder Stage 4 zeigt, bin ich vorsichtig.
Dann kann ein Rücksetzer schnell mehr sein als nur eine normale Pause.
DAX Universe IBD-Style Relative Strength
Dieser Indikator zeigt mir, ob die Aktie stärker oder schwächer läuft als das breite deutsche Aktienuniversum.
Während eines Pullbacks ist besonders wichtig:
bleibt die relative Stärke stabil?
bleibt die Linie über 0?
bleibt die Aktie stärker als DAX, MDAX, SDAX und TecDAX im Durchschnitt?
verbessert sich die RS-Linie sogar während der Konsolidierung?
Wenn ja, ist das ein gutes Zeichen.
Wenn nein, verliert das Setup an Qualität.
25. DIE KERNREGEL FÜR BLOG 6
Die wichtigste Regel für diesen Teil lautet:
Ein gesunder Pullback wird mit der Zeit ruhiger – ein schwacher Pullback wird mit der Zeit gefährlicher.
Ein guter Pullback zeigt Kontrolle.
Ein schlechter Pullback zeigt Druck.
Ein guter Pullback hält Struktur.
Ein schlechter Pullback zerstört Struktur.
Ein guter Pullback liefert einen Pivot.
Ein schlechter Pullback liefert Warnsignale.
Deshalb kaufe ich nicht einfach den Rücksetzer.
Ich beobachte, ob der Rücksetzer Qualität zeigt.
26. FAZIT
Ein Pullback ist nur dann interessant, wenn er gesund ist.
Gesund bedeutet nicht, dass die Aktie gar nicht fallen darf.
Gesund bedeutet:
der Rücksetzer bleibt kontrolliert
Volumen nimmt eher ab
Tagesranges werden enger
wichtige Linien halten
relative Stärke bleibt stabil
der Trend bleibt intakt
ein klarer Pivot entsteht
das Risiko ist definierbar
Ein schwacher Pullback sieht anders aus:
hohes Verkaufsvolumen
große rote Kerzen
Bruch wichtiger Linien
fallende relative Stärke
starke Schwäche gegenüber dem Markt
keine Stabilisierung
kein sauberer Pivot
Die wichtigste Erkenntnis lautet:
Der Pullback ist ein Qualitätstest.
Nicht jeder Rücksetzer besteht diesen Test.
Für Pullback-Trading im DAX-Universum suche ich nicht einfach gefallene Aktien.
Ich suche starke Aktien, die kontrolliert pausieren und danach wieder Stärke zeigen.
Die Reihenfolge bleibt:
Stage 2.
Relative Stärke.
Starker Vorlauf.
Gesunder Pullback.
Klarer Pivot.
Definiertes Risiko.
Im nächsten Teil geht es tiefer in ein besonders wichtiges Thema:
Volumen, Verkaufsdruck und trocknendes Angebot.
Denn oft entscheidet nicht nur der Preisverlauf, sondern vor allem das Verhältnis von Preis und Volumen darüber, ob ein Pullback wirklich konstruktiv ist.
HILFREICHE TOOLS AUF TRADINGVIEW
Für diese Serie nutze ich unter anderem meine eigenen TradingView-Indikatoren:
Stock Stage Analysis
zur Einordnung der Marktphase in Stage 1, Stage 2, Stage 3 oder Stage 4.
DAX Universe IBD-Style Relative Strength
zur Messung relativer Stärke gegenüber einem gleichgewichteten Benchmark aus DAX, MDAX, SDAX und TecDAX.
Wichtig:
Diese Indikatoren sind keine Kaufsignale.
Sie sind Filter.
Der eigentliche Einstieg entsteht erst durch Pullback, Pivot und definiertes Risiko.
DISCLAIMER
Diese Analyse dient ausschließlich der Weiterbildung und stellt keine Anlageberatung, Kaufempfehlung oder Verkaufsempfehlung dar. Jeder Trader ist für seine eigenen Entscheidungen, sein Risikomanagement und seine Positionsgröße selbst verantwortlich.
Wochenausblick KW29–Fundamental,Makro und technischer Ausblick!Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für die Handelswoche KW29
Die Märkte starten in eine der fundamental spannendsten Handelswochen der vergangenen Monate. Während S&P 500 und Nasdaq weiterhin in unmittelbarer Nähe ihrer Allzeithochs notieren, bleiben die geopolitischen Risiken im Nahen Osten hoch und der Ölmarkt reagiert zunehmend sensibel auf jede neue Entwicklung rund um Iran und die Straße von Hormuz.
Gleichzeitig startet die Q2-Earnings-Season mit den großen US-Banken, ASML und Netflix in ihre erste wichtige Phase. Auf der makroökonomischen Seite stehen mit den US-Verbraucherpreisen, den Produzentenpreisen, den Einzelhandelsumsätzen und den Inflationserwartungen der US-Verbraucher gleich mehrere potenzielle Markttrigger an.
Der aktuelle Monetary Policy Report der Federal Reserve bestätigt zudem, dass die Inflation weiterhin das zentrale Risiko für die US-Notenbank bleibt. Parallel zeigt der aktuelle WASDE-Report zunehmende Angebotsrisiken bei mehreren wichtigen Agrarrohstoffen.
Damit treffen in KW29 geopolitische Risiken, Inflationsdaten, Fed-Kommunikation und Unternehmenszahlen unmittelbar auf historisch hoch bewertete Aktienmärkte.
Agenda
• Geopolitische Lage
• Earnings Season Q2
• Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW29 im Überblick
• Fed Monetary Policy Report und WASDE
• Märkte und Korrelationen im Überblick
• Risk Assets im Überblick
• DAX charttechnischer Ausblick
• Fazit
Geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch in KW29 einer der wichtigsten externen Risikofaktoren für die Finanzmärkte.
Im Mittelpunkt steht weiterhin der Konflikt im Nahen Osten und insbesondere die Situation zwischen Iran, den USA und Israel. Nach dem zwischenzeitlichen Interim-Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran hatte sich die Lage am Ölmarkt zunächst deutlich entspannt. Die Ölströme durch die Straße von Hormuz konnten sich teilweise erholen und die Risikoprämie im Ölpreis wurde erheblich reduziert.
Die erneuten Feindseligkeiten und Angriffe vom 7. und 8. Juli zeigen jedoch, wie fragil diese Stabilisierung weiterhin ist.
Die Straße von Hormuz bleibt dabei der zentrale geopolitische Risikofaktor für den globalen Energiemarkt. Rund 25 % des weltweiten seegestützten Ölhandels liefen 2025 durch diese Meerenge. Gleichzeitig passierten mehr als 110 Milliarden Kubikmeter LNG die Straße von Hormuz.
Besonders problematisch ist, dass es nur begrenzte alternative Transportwege gibt. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen zwar über Pipelines, mit denen Teile der Ölströme umgeleitet werden können. Die verfügbaren Kapazitäten von schätzungsweise 3,5 bis 5,5 Millionen Barrel pro Tag reichen jedoch nicht aus, um die regulären Transporte durch die Straße von Hormuz vollständig zu ersetzen.
Für Länder wie Iran, Irak, Kuwait, Katar und Bahrain ist die Meerenge weiterhin von zentraler Bedeutung.
Die IEA bezeichnete die Auswirkungen des Konflikts bereits als eine der größten Bedrohungen für die globale Energiesicherheit ihrer Geschichte. Die ursprünglichen Störungen führten zur größten Angebotsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes.
Als Reaktion darauf stellten die 32 Mitgliedstaaten der IEA insgesamt 400 Millionen Barrel aus strategischen Notfallreserven zur Verfügung – die größte koordinierte Freigabe in der Geschichte der Organisation.
Diese Maßnahmen haben gemeinsam mit einer teilweisen Erholung der Transporte durch Hormuz erheblich dazu beigetragen, den Ölpreis zu stabilisieren.
Die globale Ölversorgung erholte sich im Juni um rund 4,1 Millionen Barrel pro Tag auf 98,8 Millionen Barrel. Gleichzeitig lagen die weltweiten Produktionsmengen allerdings weiterhin rund 9,4 Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorkriegsniveau.
Die Exporte aus der Golfregion stiegen im Juni um rund 6,5 Millionen Barrel pro Tag auf 16,1 Millionen Barrel. Vor Beginn des Konflikts lagen sie jedoch bei durchschnittlich rund 24 Millionen Barrel pro Tag.
Genau hier liegt das Risiko für die kommende Handelswoche.
Der aktuelle Ausblick auf den Ölmarkt basiert maßgeblich auf der Annahme, dass sich die Transporte durch die Straße von Hormuz weiter normalisieren und Produzenten sowie Raffinerien ihre Produktion wieder hochfahren können.
Eine erneute militärische Eskalation würde dieses Basisszenario unmittelbar infrage stellen.
Besonders interessant ist aktuell die Diskrepanz zwischen dem Rohölmarkt und den Märkten für raffinierte Ölprodukte. Während sich die Versorgung mit Rohöl teilweise verbessert hat, bleiben Diesel, Benzin und andere raffinierte Produkte knapp.
Raffineriemargen erreichten Anfang Juli den höchsten Stand seit vier Jahren.
Der Grund dafür ist relativ einfach: Rohöl kann wieder verstärkt transportiert werden, die Raffineriekapazitäten in der Golfregion sind jedoch weiterhin erheblich eingeschränkt. Fast drei Millionen Barrel Raffineriekapazität pro Tag waren aufgrund von Angriffen und fehlenden Exportmöglichkeiten zeitweise nicht verfügbar.
Zusätzlich belasten ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien und Energieinfrastruktur die globalen Produktmärkte.
Damit bleibt der Energiemarkt ein potenzieller Inflationstreiber.
Das gilt nicht nur für Öl.
Auch der globale Gasmarkt bleibt angespannt. Rund 20 % des weltweiten LNG-Angebots liefen 2025 durch die Straße von Hormuz. Die Einschränkungen bei Lieferungen aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten haben die verfügbaren LNG-Mengen deutlich reduziert.
Der niederländische TTF-Gaspreis notierte zuletzt rund 35 % über seinem Vorkriegsniveau.
Für Europa ist diese Entwicklung besonders relevant.
Steigende Energiepreise könnten den europäischen Inflationsprozess erneut verlangsamen und gleichzeitig die ohnehin schwächere europäische Konjunktur belasten.
Mein Fokus liegt deshalb in KW29 weiterhin ganz klar auf Iran, Israel, den USA und der Straße von Hormuz.
Eine weitere Eskalation wäre kurzfristig bullish für Öl und Gas, gleichzeitig aber potenziell bearish für Risk Assets. Eine nachhaltige Deeskalation würde dagegen die Risikoprämie im Ölpreis weiter reduzieren und könnte insbesondere Aktienmärkte unterstützen.
China und Taiwan
Auch die Situation zwischen China und Taiwan bleibt ein geopolitischer Risikofaktor.
Hier gab es zuletzt keine vergleichbare Eskalation wie im Nahen Osten. Trotzdem bleiben die militärischen Aktivitäten Chinas rund um Taiwan und die strategischen Spannungen zwischen China und den USA ein Thema für die Märkte.
Besonders relevant ist dabei weiterhin der globale Halbleitermarkt.
Taiwan bleibt ein zentraler Standort für die Produktion modernster Halbleiter. Eine Eskalation hätte deshalb unmittelbare Auswirkungen auf globale Lieferketten, KI-Infrastruktur und große US-Technologiekonzerne.
Genau deshalb bleiben sämtliche Entwicklungen rund um China, Taiwan und mögliche Exportbeschränkungen für Chips relevant.
Auch Apple steht dabei im Fokus.
Der Konzern ist weiterhin stark von asiatischen Produktions- und Lieferketten abhängig. Gleichzeitig bleiben Zölle und Handelsbeschränkungen ein wichtiger Faktor für Importpreise in den USA.
Der aktuelle Monetary Policy Report der Fed verweist ausdrücklich darauf, dass frühere Zollerhöhungen auf Importgüter zu den bestehenden Inflationsrisiken beigetragen haben.
Damit ist der Handelskonflikt längst nicht nur ein geopolitisches Thema.
Zölle, Halbleiterrestriktionen und gestörte Lieferketten können direkt auf die Inflation wirken – und damit indirekt die Geldpolitik der Federal Reserve beeinflussen.
Earnings Season Q2
Neben den Inflationsdaten steht in KW29 vor allem der Start der Q2-Earnings-Season im Fokus.
Die Aktienmärkte befinden sich auf historisch hohen Bewertungsniveaus. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Monetary Policy Report der Fed, dass ein wesentlicher Teil der wirtschaftlichen Stärke weiterhin durch Unternehmensinvestitionen und insbesondere durch den Technologiesektor getragen wird.
Die Earnings müssen diese Erwartungen jetzt bestätigen.
Am Montag stehen unter anderem Progressive und Fastenal im Kalender.
Das eigentliche Highlight beginnt jedoch am Dienstag mit den großen US-Banken.
JPMorgan, Bank of America, Goldman Sachs, Wells Fargo und Citigroup veröffentlichen ihre Quartalszahlen.
Damit erhalten wir einen sehr frühen Einblick in den Zustand des amerikanischen Finanzsystems und der US-Wirtschaft.
Im Fokus stehen die Entwicklung der Nettozinserträge, Kreditnachfrage, Kreditqualität und mögliche Veränderungen bei Kreditausfällen. Gleichzeitig dürften die Kapitalmarktaktivitäten und das Investmentbanking insbesondere bei JPMorgan und Goldman Sachs interessant werden.
Der Monetary Policy Report beschreibt das US-Finanzsystem grundsätzlich als stabil und widerstandsfähig.
Die Bankzahlen werden zeigen, ob sich dieses Bild auch in den Unternehmensdaten widerspiegelt.
Am Mittwoch folgen unter anderem ASML, Johnson & Johnson, Morgan Stanley, BlackRock und Bank of New York Mellon.
ASML dürfte dabei eine der wichtigsten Veröffentlichungen der gesamten Woche werden.
Der globale Technologiesektor wird aktuell massiv durch Investitionen in KI-Infrastruktur getragen. Die Nachfrage nach modernsten Chips und Produktionskapazitäten ist ein zentraler Bestandteil der aktuellen Investmentstory.
ASML steht mit seinen Lithografiesystemen direkt im Zentrum dieser Entwicklung.
Für mich wird deshalb weniger das vergangene Quartal entscheidend sein, sondern der Ausblick des Unternehmens.
Wie entwickelt sich die Nachfrage?
Wie sehen die Auftragseingänge aus?
Bleiben Investitionen in modernste Chipproduktion hoch?
Und gibt es Auswirkungen durch Exportbeschränkungen gegenüber China?
Diese Aussagen könnten unmittelbar auf den gesamten Halbleitersektor und damit auch auf Nvidia wirken.
Am Donnerstag folgen UnitedHealth, GE Aerospace, Netflix, Seagate, Abbott Laboratories und Intuitive Surgical.
Netflix dürfte dabei insbesondere für den Nasdaq und den Kommunikationssektor interessant werden.
Auch hier steht die Guidance im Mittelpunkt.
Die Märkte haben in den vergangenen Monaten bereits sehr viel positives Wachstum eingepreist. Gute Zahlen allein könnten deshalb teilweise nicht mehr ausreichen.
Entscheidend ist, ob Unternehmen ihre Prognosen bestätigen oder erhöhen können.
Genau das ist für mich das zentrale Thema dieser Earnings Season:
Die Erwartungen sind hoch.
Der S&P 500 notiert nahe seinem Allzeithoch. Nvidia hat eine extrem starke Woche hinter sich. Der Technologiesektor bleibt strukturell bullish.
Damit steigt gleichzeitig die Fallhöhe.
Schwächere Guidance, sinkende Margen oder Hinweise auf nachlassende Nachfrage könnten bei einzelnen Unternehmen zu erheblichen Gewinnmitnahmen führen.
Für KW29 bleiben deshalb die großen US-Banken, ASML und Netflix meine wichtigsten Earnings.
Aus dem DAX selbst stehen in KW29 keine großen Quartalsberichte an. Der Fokus liegt daher klar auf den internationalen Earnings, insbesondere den US-Banken, ASML und Netflix. Die deutsche Berichtssaison nimmt erst ab der folgenden Woche deutlich Fahrt auf.
Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW29 im Überblick
Die kommende Woche ist aus makroökonomischer Sicht extrem stark gefüllt.
Montag – OPEC und Notenbanksprecher
Bereits am Montag steht das OPEC-Meeting im Fokus.
Aufgrund der aktuellen Situation am Ölmarkt bekommt dieses Treffen eine deutlich höhere Bedeutung.
Im Mittelpunkt stehen die Produktionspolitik und die Frage, wie die OPEC auf die weiterhin eingeschränkten Fördermengen und die geopolitischen Risiken reagieren wird.
Die OPEC+-Produktion lag im Juni weiterhin deutlich unter den implizierten Zielmengen. Besonders Saudi-Arabien, Irak und Kuwait produzierten erheblich unter den entsprechenden Zielwerten.
Gleichzeitig bleibt die verfügbare kurzfristige Reservekapazität begrenzt.
Damit dürfte jede Aussage zur Produktionsentwicklung, zu möglichen Förderanpassungen und zur Situation am globalen Ölmarkt genau beobachtet werden.
Zusätzlich sprechen FOMC-Mitglied Bowman, Fed-Mitglied Waller, EZB-Direktorin Isabel Schnabel und EZB-Präsidentin Christine Lagarde.
Nach dem aktuellen Monetary Policy Report dürfte insbesondere die Kommunikation der Fed interessant werden.
Die zentrale Frage lautet:
Bleibt die Fed klar restriktiv oder öffnen einzelne Mitglieder langsam die Tür für eine spätere Lockerung?
Dienstag – CPI als Highlight der Woche
Am Dienstag folgen die wichtigsten Wirtschaftsdaten der KW29.
Die US-Verbraucherpreise stehen im Fokus.
Für den CPI auf Monatsbasis wird aktuell ein Rückgang von 0,1 % erwartet. Im Vormonat lag die Inflation noch bei +0,5 %.
Das wäre eine erhebliche Verlangsamung.
Bei der Kerninflation wird dagegen ein Anstieg von 0,3 % erwartet. Im Vormonat lag der Core CPI bei +0,2 %.
Die jährliche Gesamtinflation lag zuletzt bei 4,2 %. Bei der Kerninflation werden erneut 2,9 % erwartet.
Warum sind diese Zahlen aktuell so wichtig?
Der Monetary Policy Report der Fed zeigt deutlich, dass die Inflation weiterhin das zentrale geldpolitische Problem ist.
Die PCE-Gesamtinflation liegt aktuell bei 4,1 %, die Kerninflation bei 3,4 %.
Beide Werte liegen weiterhin deutlich über dem Inflationsziel von 2 %.
Die Fed führt die höheren Inflationsrisiken insbesondere auf gestiegene Energiepreise, frühere Zollerhöhungen und die starke Nachfrage im Technologiesektor zurück.
Gleichzeitig bleiben die langfristigen Inflationserwartungen bislang stabil.
Genau deshalb besitzt die Fed aktuell noch Zeit.
Der Arbeitsmarkt ist robust, die Wirtschaft wächst und die Inflationserwartungen sind nicht entankert.
Die Fed muss die Zinsen aktuell nicht senken.
Für die Aktienmärkte wäre deshalb ein deutlich schwächerer Inflationsbericht positiv.
Besonders wichtig ist die Kerninflation.
Ein niedrigerer Core CPI würde die Hoffnung stärken, dass der zugrunde liegende Inflationsdruck tatsächlich nachlässt.
In diesem Szenario könnten die Renditen der US-Staatsanleihen sinken, der Dollar schwächer reagieren und Risk Assets weiter steigen.
Ein deutlich höherer CPI wäre dagegen problematisch.
Steigende Inflation in Verbindung mit einem robusten Arbeitsmarkt und einer weiterhin soliden Wirtschaft würde der Fed kaum Spielraum für Zinssenkungen geben.
Im Gegenteil:
Der Markt könnte erneut ein noch länger erhöhtes Zinsniveau oder weitere restriktive Maßnahmen einpreisen.
Das wäre grundsätzlich positiv für den Dollar und potenziell negativ für hoch bewertete Risk Assets.
Nach den CPI-Daten spricht erneut EZB-Präsidentin Lagarde.
Zusätzlich stehen Reden von Fed Vice Chair for Supervision Barr und FOMC-Mitglied Bowman an.
Auch die TIC Net Long-Term Transactions werden veröffentlicht.
Diese Daten zeigen die langfristigen Kapitalströme in US-Wertpapiere. Vereinfacht gesagt sehen wir hier, wie stark ausländische Investoren langfristig Kapital in US-Aktien und US-Anleihen investieren oder Kapital abziehen.
Gerade in einem Umfeld hoher Staatsverschuldung und hoher Treasury-Renditen können diese Kapitalströme interessant werden.
Mittwoch – PPI und Beige Book
Am Mittwoch folgen direkt die nächsten Inflationsdaten.
Der US Producer Price Index steht an.
Für den PPI auf Monatsbasis wird aktuell ein Wert von 0,0 % erwartet. Im Vormonat lag der Anstieg noch bei 1,1 %.
Beim Core PPI wird ein Anstieg von 0,3 % erwartet, nach 0,4 % im Vormonat.
Der PPI misst die Preisentwicklung auf Produzentenebene.
Damit kann er Hinweise darauf liefern, welcher Kostendruck innerhalb der Unternehmen besteht und möglicherweise später an Verbraucher weitergegeben wird.
Ein deutlich höherer PPI könnte deshalb die Inflationssorgen erneut verstärken.
Neben den Produzentenpreisen sprechen FOMC-Mitglied Williams und Bundesbankpräsident Nagel.
Zusätzlich werden die US-Rohöllagerbestände veröffentlicht.
Am Abend folgt das Beige Book der Federal Reserve.
Das Beige Book wird achtmal pro Jahr veröffentlicht und fasst die aktuelle wirtschaftliche Lage in den zwölf Federal-Reserve-Distrikten zusammen.
Der Bericht erscheint üblicherweise rund zwei Wochen vor einer FOMC-Sitzung.
Im Fokus stehen wirtschaftliche Aktivität, Arbeitsmarkt, Preise und regionale Entwicklungen.
Nach dem aktuellen Monetary Policy Report wird besonders interessant, ob sich die robuste Wirtschaft weiterhin bestätigt.
Die Fed sieht den Arbeitsmarkt aktuell weder als inflationstreibende Gefahr noch als konjunkturelle Schwachstelle.
Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,2 %. Entlassungen bleiben gering und die Zahl offener Stellen stabil.
Gleichzeitig wird das Lohnwachstum zunehmend durch Produktivitätssteigerungen begleitet.
Sollte das Beige Book dieses Bild bestätigen, hätte die Fed weiterhin wenig Druck, kurzfristig die Zinsen zu senken.
Donnerstag – Retail Sales und Arbeitsmarkt
Am Donnerstag folgen die US-Einzelhandelsumsätze.
Für die Retail Sales wird ein Anstieg von 0,3 % erwartet. Im Vormonat lagen die Umsätze bei +0,9 %.
Bei den Core Retail Sales wird dagegen ein Rückgang von 0,1 % erwartet, nach +0,8 % im Vormonat.
Die Daten sind besonders interessant, weil der Monetary Policy Report bereits auf ein moderateres Konsumwachstum hinweist.
Die US-Wirtschaft wuchs im ersten Quartal annualisiert um 2,1 %.
Unternehmensinvestitionen entwickelten sich stark, insbesondere im Technologiesektor und bei KI-Infrastruktur.
Der private Konsum wächst dagegen nur moderat.
Schwächere Retail Sales würden dieses Bild bestätigen.
Das wäre allerdings nicht automatisch negativ für die Aktienmärkte.
Eine moderate Abkühlung des Konsums könnte den Inflationsdruck reduzieren und damit langfristig die Fed entlasten.
Ein massiver Einbruch wäre dagegen ein Konjunkturrisiko.
Zusätzlich wird der Philadelphia Fed Manufacturing Index veröffentlicht.
Der Index misst die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe im Fed-Distrikt Philadelphia und liefert einen frühen Hinweis auf die Entwicklung des US-Industriesektors.
Erwartet wird aktuell ein Wert von 12,1 nach 10,3.
Auch die Initial Jobless Claims stehen an.
Hier werden erneut rund 215.000 Erstanträge erwartet.
Der Arbeitsmarkt bleibt damit ein zentraler Bestandteil des Fed-Mandats.
Solange die Arbeitslosigkeit niedrig bleibt und Entlassungen nicht deutlich zunehmen, kann sich die Federal Reserve weiterhin primär auf die Inflation konzentrieren.
Freitag – Eurozone CPI und Michigan-Daten
Am Freitag richtet sich der Blick zunächst nach Europa.
Für die jährliche Inflation in der Eurozone werden 2,8 % erwartet.
Die Kerninflation soll bei 2,4 % bleiben.
Auf Monatsbasis wird ein Rückgang der Verbraucherpreise von 0,1 % erwartet, nach +0,1 % im Vormonat.
Für die EZB bleibt die Situation damit kompliziert.
Die Inflation liegt weiterhin über dem Zielbereich. Gleichzeitig ist die europäische Wirtschaft deutlich anfälliger für hohe Energiepreise als die US-Wirtschaft.
Die Entwicklungen am Gas- und Ölmarkt bekommen deshalb zusätzliche Bedeutung.
Sollten die Energiepreise aufgrund einer erneuten Eskalation im Nahen Osten steigen, könnte sich der europäische Inflationsprozess erneut verzögern.
Am Nachmittag folgen die Michigan-Daten aus den USA.
Im Fokus stehen das Consumer Sentiment, die Consumer Expectations sowie die einjährigen und fünfjährigen Inflationserwartungen.
Besonders die Inflationserwartungen sind aktuell extrem wichtig.
Die Fed betont im Monetary Policy Report ausdrücklich, dass die langfristigen Inflationserwartungen bislang stabil geblieben sind.
Genau das stärkt die Glaubwürdigkeit der Notenbank.
Sollten die langfristigen Inflationserwartungen deutlich steigen, wäre das ein Warnsignal.
In diesem Fall könnte die Fed gezwungen sein, noch länger restriktiv zu bleiben.
Monetary Policy Report und WASDE – Was sagen die Berichte?
Die beiden am Freitag veröffentlichten Berichte liefern für mich ein sehr interessantes Gesamtbild.
Die US-Wirtschaft bleibt widerstandsfähig.
Das reale BIP wuchs im ersten Quartal annualisiert um 2,1 %. Der Arbeitsmarkt bleibt robust und die Arbeitslosenquote liegt bei 4,2 %.
Gleichzeitig bleiben Unternehmensinvestitionen stark.
Besonders der Ausbau der KI-Infrastruktur sorgt weiterhin für hohe Investitionen im Technologiesektor.
Das erklärt teilweise, warum sich die Aktienmärkte trotz hoher Renditen so robust entwickeln.
Das Problem bleibt die Inflation.
Mit einer PCE-Inflation von 4,1 % und einer Kerninflation von 3,4 % ist die Fed weiterhin deutlich von ihrem Inflationsziel entfernt.
Deshalb bleibt der Leitzinskorridor bei 3,50 % bis 3,75 %.
Der Bericht signalisiert keine unmittelbare Eile für Zinssenkungen.
Die Fed kann abwarten.
Das ist für die Märkte entscheidend.
Wir befinden uns aktuell nicht in einem klassischen Umfeld, in dem die Wirtschaft einbricht und die Fed schnell mit Zinssenkungen reagieren muss.
Die Wirtschaft wächst.
Der Arbeitsmarkt funktioniert.
Das Finanzsystem ist stabil.
Damit bleibt Preisstabilität die oberste Priorität.
Parallel zeigt der WASDE-Report neue Risiken auf der Rohstoffseite.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Weizen.
Die US-Weizenernte fällt auf den niedrigsten Stand seit der Saison 1970/71. Gleichzeitig sinken die Lagerbestände in den USA und weltweit, während der globale Verbrauch steigt.
Auch bei Mais fallen die US-Vorräte niedriger aus als erwartet.
Die Exportprognosen steigen aufgrund der starken globalen Nachfrage und die Endbestände werden reduziert.
Weltweit werden die Maisbestände ebenfalls nach unten korrigiert, unter anderem aufgrund schwächerer Ernten in Europa.
Bei Reis sorgen geringere US-Anbauflächen für niedrigere Ernten, sinkende Lagerbestände und höhere Preisprognosen.
Der globale Reisverbrauch steigt gleichzeitig auf ein Rekordniveau.
Bei Sojabohnen bleibt die Situation ausgeglichener.
Die US-Produktion steigt leicht, gleichzeitig bleiben die Exportaussichten aufgrund der starken chinesischen Nachfrage robust.
Warum ist der WASDE für die allgemeine Marktanalyse relevant?
Weil Energie nicht das einzige Inflationsrisiko ist.
Wenn Öl und Gas aufgrund geopolitischer Risiken steigen und gleichzeitig wichtige Agrarrohstoffe aufgrund sinkender Lagerbestände teurer werden, könnte der Disinflationsprozess erneut erschwert werden.
Genau deshalb sind die CPI- und PPI-Daten in KW29 so wichtig.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Öl konnte die vergangene Woche mit einem Plus von rund 4,5 % abschließen und notiert aktuell bei rund 71,50 US-Dollar.
Damit befinden wir uns erneut unmittelbar unter dem wichtigen Key Level bei 72 US-Dollar.
Aufgrund der erneuten Eskalation im Nahen Osten rechne ich zum Wochenstart grundsätzlich mit einem erhöhten Gap-Risiko.
Sollte sich die Situation weiter verschärfen und Öl die 72 US-Dollar nachhaltig überwinden, liegt mein nächster Zielbereich bei 77 US-Dollar.
Darüber folgen 79 US-Dollar.
Bei einer stärkeren Eskalation rund um Iran und die Straße von Hormuz halte ich diese Bereiche für realistisch.
Sollte dagegen erneut eine Deeskalation einsetzen und Öl unter 72 US-Dollar bleiben, sehe ich zunächst 69 US-Dollar.
Darunter folgen 68 bis 68,60 US-Dollar mit dem Juni- beziehungsweise Q2-Tief.
Bei einer nachhaltigen politischen Entspannung wären anschließend auch 65 und 64 US-Dollar wieder mögliche Ziele.
US-Staatsanleihen
US-Staatsanleihen zeigten eine starke Woche.
Die dreijährigen Anleihen stiegen rund 2 %, die fünfjährigen rund 1,71 %, die zehnjährigen rund 1,72 % und die 30-jährigen rund 1,49 %.
Die Renditen bleiben insgesamt auf einem hohen Niveau.
Für Risk Assets ist das grundsätzlich ein Belastungsfaktor.
Hohe risikofreie Renditen erhöhen die Opportunitätskosten für Aktieninvestments. Gleichzeitig werden zukünftige Unternehmensgewinne mit einem höheren Zinssatz diskontiert.
Besonders hoch bewertete Wachstumsunternehmen reagieren deshalb sensibel auf steigende Renditen.
Dass die Aktienmärkte trotzdem nahe ihren Allzeithochs notieren, zeigt die aktuelle Stärke des Marktes.
Es erhöht aber gleichzeitig die Bedeutung der CPI-Daten.
DXY
Der US-Dollar-Index beendete die Woche mit einem kleinen Plus von rund 0,08 % nahezu am Wocheneröffnungskurs.
Der Bereich um 100,50 bis 100,60 konnte erneut verteidigt werden.
Ein nachhaltiger Anstieg über 101 würde für mich zunächst das Vorwochenhoch bei 101,28 aktivieren.
Darüber folgen 101,50 und anschließend 102.
Ein höherer CPI und eine restriktivere Fed-Kommunikation könnten den Dollar unterstützen.
Sollten die Inflationsdaten dagegen deutlich schwächer ausfallen und die Fed dovisher kommunizieren, sehe ich unterhalb von 100,50 zunächst die 100 und anschließend 99,50.
VIX
Der VIX ist in der vergangenen Woche erneut deutlich gefallen.
Nach einem kurzfristigen Anstieg in Richtung 19 aufgrund der Eskalation im Nahen Osten notiert der Volatilitätsindex aktuell wieder bei rund 15.
Auf Wochenbasis entspricht das einem Rückgang von etwa 7 %.
Damit befindet sich die implizite Volatilität weiterhin in einem normalen bis niedrigen Bereich.
Der Markt preist aktuell keine unmittelbare Panik ein.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia zeigte eine extrem starke Woche und legte rund 8,5 % zu.
Allein am Freitag stieg die Aktie rund 4 %.
Aktuell notiert Nvidia bei knapp 211 US-Dollar.
Der Bereich um 200 US-Dollar wurde damit erneut als wichtige Unterstützung bestätigt.
Mein nächster Fokus liegt auf 212 bis 214 US-Dollar.
Kann Nvidia diesen Bereich nachhaltig überwinden, folgt für mich 217 US-Dollar.
Darüber wären erneut neue Allzeithochs das primäre Szenario.
Fundamental bleibt die KI-Story intakt.
Der Monetary Policy Report zeigt ausdrücklich die Stärke der Investitionen in KI-Infrastruktur.
Gleichzeitig werden die ASML-Zahlen in dieser Woche einen wichtigen Einblick in die globale Chipnachfrage liefern.
Solange Nvidia über 200 US-Dollar bleibt, bleibt mein übergeordnetes Bild bullish.
Bitcoin
Bitcoin zeigte ebenfalls relative Stärke.
Nach einem erneuten Test des Bereichs um 61.300 US-Dollar notiert Bitcoin aktuell bei knapp 64.000 US-Dollar.
Entscheidend bleibt für mich zunächst die Zone um 65.000 bis 65.700 US-Dollar.
Dort liegen wichtige technische Referenzbereiche aus März und April.
Kann Bitcoin diese Zone überwinden, folgt die 67.000.
Erst oberhalb dieser Bereiche würde sich das mittelfristige technische Bild für mich deutlich verbessern.
Solange das nicht gelingt, bleibt der übergeordnete Abwärtstrend bestehen und ein erneuter Test der 60.000 US-Dollar möglich.
S&P 500
Der S&P 500 konnte rund 1,3 % zulegen und bei etwa 7.620 Punkten schließen.
Die 7.500 wurden erneut als Unterstützung bestätigt.
Der Markt notiert damit unmittelbar an seinen Allzeithochs.
Für die kommende Woche liegt mein erster Fokus auf dem Vorwochenhoch um 7.630.
Darüber folgt das Allzeithoch bei rund 7.651 Punkten.
Grundsätzlich bleibt mein Bild bullish.
Allerdings sehe ich bei höher als erwarteten Inflationsdaten ein erhebliches Risiko für Gewinnmitnahmen.
Der Markt ist hoch bewertet und die Renditen bleiben hoch.
Ein CPI-Schock könnte deshalb eine stärkere Reaktion auslösen.
Solange die 7.500 halten, bleibt mein übergeordnetes Sentiment jedoch long.
Nasdaq
Der Nasdaq legte in der vergangenen Woche rund 0,47 % zu.
Interessant war insbesondere der starke Abgriff im Bereich um 28.700 Punkte, der vollständig aufgekauft wurde.
Aktuell notiert der Markt bei rund 29.851 Punkten.
Für KW29 bleibt die 30.000 die erste wichtige Marke.
Darüber folgen das Strukturhoch bei 30.255 und anschließend die Allzeithochbereiche bei 30.500 und 30.770.
Unterhalb von 29.000 würde sich das technische Bild für mich deutlich verschlechtern.
Solange der Markt darüber bleibt und die 30.000 zurückerobern kann, bleibt mein Szenario bullish.
Die Earnings von ASML und Netflix sowie die CPI-Daten dürften hier die wichtigsten Trigger darstellen.
US30
Der Dow Jones beziehungsweise US30 beendete die Woche mit einem Minus von rund 0,35 %.
Nach neuen Allzeithochs am Dienstag folgten zunächst Gewinnmitnahmen.
Ein Teil dieser Verluste wurde im weiteren Wochenverlauf wieder aufgekauft.
Der Schlusskurs lag bei rund 52.758 Punkten.
Für mich bleibt die 52.500 entscheidend.
Unterhalb dieser Marke sehe ich zunächst 52.000 und anschließend 51.500 als mögliche Unterstützungen.
Kann sich der Markt dagegen oberhalb von 52.500 stabilisieren, bleiben 53.000 und 53.500 meine nächsten Ziele.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX zeigte im Vergleich zu den US-Indizes eine deutlich schwächere Woche.
Nach den neuen Allzeithochs der Vorwoche folgte ein Wochenverlust von rund 2,8 %.
Der DAX schloss bei 25.114 Punkten.
Besonders seit Dienstag entwickelte sich ein starkes Abwärtsmomentum. Auch zum Ende der Woche gelang keine nachhaltige Erholung.
Trotzdem notiert der Markt weiterhin oberhalb der psychologisch und charttechnisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke.
Genau diese Zone bleibt für mich in KW29 entscheidend.
Solange sich der DAX oberhalb von 25.000 Punkten halten kann, bleibe ich zunächst bullish.
In diesem Szenario sehe ich zunächst die 25.500 und anschließend erneut die Allzeithochbereiche als mögliche Ziele.
Bricht der DAX dagegen nachhaltig unter 25.000 Punkte, rückt die Zone um 24.800 in den Fokus.
Dieser Bereich besitzt aufgrund mehrerer technischer Referenzpunkte eine hohe Relevanz.
Dort befinden sich wichtige Tiefbereiche aus der Vergangenheit sowie das Vorwochentief der KW28.
Sollten auch die 24.800 brechen, sehe ich die nächste größere Unterstützung im Bereich um 24.500 Punkte.
Grundsätzlich bleibt mein übergeordnetes Bild im DAX weiterhin bullish.
Die Gewinnmitnahmen der vergangenen Woche kommen für mich nicht vollständig überraschend.
Nach starken Anstiegen und neuen Allzeithochs sind technische Korrekturen grundsätzlich normal.
Entscheidend ist jetzt, ob Käufer im Bereich um 25.000 beziehungsweise 24.800 erneut in den Markt kommen.
Fundamental besitzt der DAX allerdings zusätzliche Risiken.
Steigende Öl- und Gaspreise treffen die europäische Wirtschaft stärker als die USA. Gleichzeitig bleibt die europäische Inflation mit erwarteten 2,8 % erhöht.
Die Entwicklungen im Nahen Osten und die europäischen Inflationsdaten dürften deshalb neben der allgemeinen Risk-on-/Risk-off-Stimmung wichtige Treiber für den DAX bleiben.
Fazit
Die KW29 bringt aus meiner Sicht eine außergewöhnlich hohe Dichte an potenziellen Markttriggern.
Geopolitisch bleibt die Straße von Hormuz das zentrale Risiko. Eine weitere Eskalation zwischen Iran, Israel und den USA könnte Öl und Gas erneut deutlich nach oben treiben und damit die globalen Inflationsrisiken erhöhen.
Gleichzeitig zeigt der aktuelle WASDE-Report Angebotsrisiken bei Weizen, Mais und Reis.
Damit kommen mögliche Inflationsimpulse aktuell sowohl vom Energie- als auch vom Agrarrohstoffmarkt.
Die Federal Reserve befindet sich deshalb weiterhin in einer schwierigen Situation.
Die US-Wirtschaft wächst, der Arbeitsmarkt bleibt robust und Unternehmensinvestitionen entwickeln sich insbesondere im Technologiesektor stark.
Die Fed besitzt aktuell keinen unmittelbaren wirtschaftlichen Zwang, die Zinsen zu senken.
Mit einer PCE-Inflation von 4,1 % und einer Kerninflation von 3,4 % bleibt die Preisstabilität das zentrale Thema.
Genau deshalb werden die CPI-Daten am Dienstag zum wichtigsten Makroereignis der Woche.
Ein deutlich schwächerer Inflationsbericht könnte die Renditen belasten, den Dollar schwächen und Risk Assets weiter in Richtung neuer Allzeithochs treiben.
Ein höher als erwarteter CPI würde dagegen das Higher-for-Longer-Szenario bestätigen und könnte gerade bei den aktuell hohen Aktienbewertungen stärkere Gewinnmitnahmen auslösen.
Parallel startet die Q2-Earnings-Season.
JPMorgan, Bank of America, Goldman Sachs, Wells Fargo und Citigroup liefern einen ersten Einblick in den US-Finanzsektor.
ASML wird für die Halbleiter- und KI-Story extrem wichtig.
Netflix liefert einen weiteren wichtigen Test für die hohen Erwartungen an US-Growth-Aktien.
Für mich ist die Ausgangslage damit relativ klar:
Das übergeordnete Sentiment in den Risk Assets bleibt bullish.
S&P 500 und Nasdaq notieren nahe ihren Allzeithochs. Nvidia zeigt enorme relative Stärke. Der VIX notiert bei rund 15 und der Markt kauft Rücksetzer weiterhin aggressiv auf.
Gleichzeitig steigt jedoch die fundamentale Fallhöhe.
Hohe Inflation, hohe Treasury-Renditen, geopolitische Risiken und hohe Aktienbewertungen treffen jetzt auf eine entscheidende Woche für Wirtschaftsdaten und Unternehmenszahlen.
Im DAX bleibt die 25.000-Punkte-Marke meine zentrale Schlüsselzone.
Oberhalb davon sehe ich weiterhin Potenzial in Richtung 25.500 und anschließend erneut in Richtung der Allzeithochs.
Unterhalb von 25.000 rücken 24.800 und anschließend 24.500 in den Fokus.
Für KW29 gilt deshalb mehr denn je:
Inflation, Öl und Earnings werden die Richtung bestimmen.
Die technische Struktur der großen Aktienindizes bleibt bullish – fundamental steht diese Struktur in der kommenden Woche jedoch vor einem der wichtigsten Tests des Sommers.
Ich wünsche euch einen guten Start in die kommende Woche und stabile Trades.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Ausführliche Analyse der bärischen TheseAusführliche Analyse der bärischen These
(Dominanter mittelfristiger Trend; Hauptgrund für Short-Positionen bei Erholungshochs)
🔶1. Fundamentale Bewertungslogik: Die Realrenditen US-amerikanischer Staatsanleihen bleiben hoch, wodurch verzinsliche Anleihen deutlich attraktiver sind als zinsloses Gold. Langfristiges institutionelles Kapital fließt weiterhin aus Gold-ETFs ab – mit nur kurzfristigen, zaghaften Käufen bei Tiefständen –, was auf einen anhaltenden Kapitalabfluss aus dem Edelmetallsektor hindeutet.
💲2. Dreifacher Verkaufsdruck: Reduzierungen langfristiger ETF-Positionen, algorithmische Verkäufe aufgrund der Auflösung von Yen-Carry-Trades und Ausstiege von Anlegern, die auf hohen Niveaus gefangen sind. Unter diesem dreifachen Druck löst jede Erholung konzentrierte Verkäufe aus, was zu einer geringen Nachhaltigkeit des Aufwärtstrends führt; jede Rallye ohne frische langfristige Kapitalzuflüsse ist lediglich eine „Bullenfalle“.
🔻3. Unumkehrbare Trendstruktur: Der bei 5598 begonnene Abwärtstrendkanal bleibt intakt. Die Preise stoßen unterhalb der mittel- bis langfristigen gleitenden Durchschnitte, die eine bärische Konstellation bilden, auf anhaltenden Widerstand. Der MACD hat kein „Golden Cross“ gebildet, das eine Trendwende signalisieren würde, und die technischen Indikatoren deuten nicht auf ein Ende des Bärenmarktes hin.
📧4. Datenbasierte Einschränkungen: Das jährliche Lohnwachstum von 3,5 % übersteigt konstant das mit den Inflationszielen der Federal Reserve vereinbare Niveau. Da die Inflationsrisiken weiterhin bestehen, gibt es keine Grundlage für eine Lockerung der Geldpolitik durch die Fed; die Erwartungen an Zinserhöhungen werden weiterhin zu intermittierenden Kursschwankungen führen, anstatt vollständig zu verschwinden, und begrenzen damit das Aufwärtspotenzial der Goldpreise deutlich.
XAUUSD — Die Woche endet in der Fibo-Falle XAUUSD — Die Woche endet in der Fibo-Falle
Gold hat die ganze Woche über eine chaotische, aber nützliche Geschichte erzählt, und je mehr ich es betrachte, desto mehr fühlt sich diese Bewegung wie ein Markt an, der beide Seiten bereinigen musste, bevor er eine Richtung wählt.
Früher in der Woche fungierte der Bereich um 4.100 als erste Falle. Der Preis fegte die niedrigere Liquidität hinweg, prallte ab und gab den Käufern einen Grund zur Verteidigung. Dann sahen wir die Erholung in das obere FVG, aber diese Bewegung konnte sich nicht vollständig ausdehnen, was den Verkäufern die Tür öffnete, den Preis wieder nach unten zu ziehen. Das war die Schlüssellektion aus der Mitte der Woche: Die Käufer waren lebendig, aber sie waren noch nicht stark genug, um die gesamte Spanne zu kontrollieren.
Jetzt ist das neue Diagramm interessant, weil der Preis in die Fibo-Zone um 4.050 - 4.075 zurückgekehrt ist, und hier denke ich, dass die nächste Geschichte beginnt. Für neuere Händler ist diese Zone wichtig, weil sie sich in der Nähe des 0,5 - 0,618 Retracement-Bereichs befindet, wo der Preis oft zurückkommt, um zu testen, ob die vorherige Erholung real war oder nur Lärm.
Meine Hauptansicht neigt sich bullisch aus dieser Fibo-Zone, solange Gold über 4.023,870 bleibt. Der Markt hat bereits tief genug gefegt, und wenn die Käufer diesen Bereich verteidigen können, könnte der nächste Schritt ein Anstieg zurück in Richtung des Orderblocks um 4.246,715 - 4.300 sein. Diese Zone ist wichtig, weil dort die Verkäufer zuvor den Rückgang kontrollierten, also wenn der Preis dorthin zurückkehrt, werden wir sehen, ob das Angebot noch stark ist oder zu schwächen beginnt.
Die klare Bestätigung für mich wäre, dass der Preis über der Zone 4.050 - 4.075 hält und dann wieder durch 4.100 - 4.125 drückt. Wenn das passiert, sieht das Diagramm weniger wie ein schwacher Abprall und mehr wie eine Liquiditätserholung aus.
Diese bullische Idee wird schwach, wenn Gold deutlich unter 4.023,870 schließt und sich nicht erholt. Wenn das passiert, verliert die Fibo-Zone ihre Bedeutung, und der Preis muss möglicherweise zurück in Richtung 3.942,100 suchen, bevor eine stärkere Reaktion entstehen kann.
🔑 Wichtige Preiszonen, die zu beobachten sind
📌 Aktueller Reaktionsbereich: 4.050 - 4.100
📌 Hauptnachfrage / Fibo-Zone: 4.050 - 4.075
📌 Bullische Bestätigungszone: 4.100 - 4.125
📌 Hauptziel des Aufwärts-Orderblocks: 4.246,715 - 4.300
📌 Nächstes Aufwärts-Liquiditätsziel: 4.382,615
📌 Untere Unterstützung, wenn Käufer scheitern: 4.023,870
📌 Größere untere Liquidität: 3.942,100
📌 Ungültigkeit: sauberes Schließen unter 4.023,870
Nach dieser vollen Woche der Fallen, glauben Sie, dass Gold eine echte Erholung aus der Fibo-Zone aufbaut, oder ist dies immer noch nur ein weiterer Abprall, bevor die Verkäufer zurückkehren?
Price Action oder Indikatoren: Was schafft wirklich den Vorteil?Im Trading glauben viele Anfänger, dass mehr Indikatoren auch präzisere Signale bedeuten. Der EMA zur Trendbestätigung, der RSI für Überkauft-/Überverkauft-Zonen, der MACD für das Momentum und die Bollinger Bänder zur Volatilitätsmessung… Doch nach einer Weile ist der Chart völlig überladen und die Handelsentscheidungen werden immer unklarer.
Das Problem ist: Indikatoren sagen die Zukunft nicht voraus. Die meisten von ihnen basieren auf mathematischen Berechnungen von Vergangenheitsdaten. Das bedeutet, sie spiegeln nur wider, was der Markt bereits getan hat, garantieren aber nicht, was als Nächstes passiert. Wenn Trader Indikatoren als absolutes Kauf- oder Verkaufs-Signal betrachten, steigen sie oft zu spät ein oder werden bei einem plötzlichen Trendwechsel auf dem falschen Fuß erwischt.
Price Action hingegen ermöglicht es Tradern, das Marktverhalten direkt zu lesen. Statt nur auf das Kreuzen zweier Linien zu warten, beobachten sie die Marktstruktur, den übergeordneten Trend, Support- und Resistance-Zonen, Candlestick-Muster und das Kräfteverhältnis zwischen Käufern und Verkäufern. Das ist der Grund, warum viele erfahrene Trader einen "cleanen" (sauberen) Chart bevorzugen: Sie wollen die Geschichte sehen, die der Markt erzählt, anstatt sie hinter unzähligen Werkzeugen zu verstecken.
Das bedeutet jedoch nicht, dass man Indikatoren komplett verbannen muss. Ein guter Indikator hat durchaus seinen Wert, wenn er richtig eingesetzt wird: als Bestätigung, nicht als Ersatz für das eigene Denken. Zum Beispiel kann Price Action den genauen Einstieg (Entry) bestimmen, während ein EMA den Trend filtert, der RSI das Momentum bewertet oder der ATR bei der Berechnung des Stop-Loss basierend auf der Volatilität hilft. Selektiv eingesetzt, bringen Indikatoren Klarheit in ein System, anstatt eine Abhängigkeit zu schaffen.
Am Ende ist die Frage nicht, ob Price Action oder Indikatoren besser sind. Entscheidend ist, ob Sie ein klares System haben: Wann steigen Sie ein? Wann bleiben Sie an der Seitenlinie? Wo liegt der Stop-Loss? Ist das Risk-Reward-Ratio (CRV) sinnvoll und unter welchen Bedingungen ist das Setup ungültig?
Fazit:
Price Action liefert Ihnen den Kontext. Indikatoren geben Ihnen die Bestätigung. Aber Disziplin, Risikomanagement und Beständigkeit sind es, die über den langfristigen Erfolg entscheiden. Professionelle Trader wählen ihre Werkzeuge nicht, um komplexer zu wirken, sondern um ihre Entscheidungen klarer zu machen.
S&P im EndgameHallo liebe Glücksritter und Investoren,
hier mal einen typischen Hockeystick der sich über das letzte Jahrzehnt in einem der wichtigsten Indizies, im S&P, entwickelt hat, analysiert.
Wir ihr sehen könnt, wurde von drawdown zu drawdown nicht nur der prozentuale Preisrückgang, sondern auch die "verlorene Investitionszeit" kürzer.
Also sich ein stetig beschleunigender Prozess. Nun die Preisfrage. Wohin tendiert diese Funktion.
A) Gegen eine Grade die einfach senkrecht nach oben geht? Dies wäre mathematisch korrekt, praktisch würde das immer steigende Preise ohne jeglichen Rücksetzer bedeuten.
B) In einem Zusammenbruch, wenn der Hockeystick eine gewisse Steigung erreicht hat?
Option B) kann dann eine sehr starke Preiskorrektur oder eine Korrektur über die Zeit sein.
Die Frage, die ihr mir gerne beantworten könnt, ist für mich nun folgende: Da ich von Option B) ausgehe, was sagt uns das für den Bärenmarkt in Krypto? Zum allerersten Mal in der Geschichte haben wir so eine Konstellation. In den letzten Bärenmärkten korrigierte das große Geld immer mit.
a) Dauert der Bärenmarkt für Krypto diesmal einfach länger als 1 Jahr?
b) Erleben wir einen massiven Einbruch unter den "realized price" bis tief in die 20k Regionen?
c) Decoupling? ^^
Ich bin gespannt auf euren Input.
Euer Werki
Argumente für eine kurzfristige bullische Untergrenze**Argumente für eine kurzfristige bullische Untergrenze (Begrenzung des Abwärtspotenzials und Verhinderung eines freien Falls)**
🏞1. **US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) und ADP-Bericht für Juni enttäuschen deutlich; Markterwartungen hinsichtlich mittel- bis langfristiger Zinserhöhungen werden weiter nach unten korrigiert**
Im Juni entstanden in den USA außerhalb der Landwirtschaft lediglich 57.000 neue Stellen – weit unter der Markterwartung von 113.000 –, während die kombinierten Zahlen für April und Mai um 74.000 nach unten revidiert wurden; auch der Beschäftigungszuwachs im Privatsektor (laut ADP-Bericht: 98.000) blieb deutlich hinter den Prognosen zurück. Der Rückgang der Arbeitslosenquote war nicht auf eine wirtschaftliche Erholung zurückzuführen, sondern auf ein Absinken der Erwerbsquote auf den niedrigsten Stand seit 2021 (da Menschen freiwillig aus dem Erwerbsleben ausschieden); gleichzeitig entsprach der Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne um 3,5 % im Jahresvergleich exakt den Erwartungen, was gegen das Risiko einer Lohn-Preis-Spirale spricht.
Das CME-FedWatch-Tool zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September von 63 % auf 42 % gesunken ist; zudem beginnt der Markt, die Möglichkeit einer Zinssenkung im vierten Quartal einzupreisen. Dies entzieht der Notwendigkeit einer weiteren, grundlosen Straffung der Geldpolitik durch die Fed die Basis. Auch wenn die Kurse diese Woche aufgrund eines restriktiven Sitzungsprotokolls nachgaben, bleibt der zugrundeliegende Trend eines sich abschwächenden Arbeitsmarktes bestehen, was dem Abwärtspotenzial eine feste Untergrenze setzt.
🚀2. **Eskalation der Luftangriffe zwischen den USA und dem Iran; geopolitisch bedingte Nachfrage nach sicheren Häfen stützt zeitweise den Goldkauf**
US-Streitkräfte griffen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen fast 170 militärische Ziele im Iran an; der Iran reagierte umgehend mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait, zudem wurde ein Handelsschiff in der Straße von Hormus von einer Rakete getroffen. Die Risiken für die Schifffahrt in der Meerenge sind erneut stark gestiegen, und das Abkommen über einen 60-tägigen Waffenstillstand steht vor dem Scheitern.
Geopolitische Konflikte wirken sich zweifach aus: Kurzfristig treiben sie die Rohölpreise in die Höhe – was die Inflationserwartungen anheizt und sich negativ auf das zinslose Gold auswirkt. Eskaliert der Konflikt jedoch, entsteht eine weltweite Nachfrage nach sicheren Häfen, die Kapital in Gold lenkt, um sich gegen geopolitische „Black Swan“-Ereignisse abzusichern. Die Erholung um über 100 Punkte nach dem Tiefststand von 4021 Punkten am Donnerstag – getrieben durch Käufe von in sichere Häfen investiertem Kapital – spiegelt diesen geopolitischen Kaufdruck direkt wider.
🎉3. Die OPEC+-Produktionserhöhung für August ist erfolgt; die Ölpreise stiegen zunächst stark an, gaben dann aber schnell wieder nach. Dies dämpfte vorübergehend die Sorgen, dass eine energiebedingte Inflation die US-Notenbank (Fed) zu Zinserhöhungen zwingen könnte. Zuvor hatten geopolitische Konflikte den Preis für WTI-Rohöl über die Marke von 75 US-Dollar getrieben und damit die Befürchtung geschürt, steigende Ölpreise würden die Inflation anheizen und die Fed zu Zinserhöhungen veranlassen. Eine Gewinnmitnahmewelle der Rohölkäufer am Donnerstag führte jedoch zu einem deutlichen Rückgang – Brent-Rohöl fiel wieder auf etwa 72 US-Dollar – wodurch die geopolitische Risikoprämie rasch schwand und die Inflationserwartungen sich dämpften. Infolgedessen gerieten die Renditen von US-Staatsanleihen unter Druck, was indirekt als Puffer für die Goldbewertung diente.
Wie handelt man in einer Seitwärtsbewegung?Der wichtigste Faktor, der Gold belastet, sind die Zinserhöhungserwartungen der Federal Reserve. Der Markt geht davon aus, dass die Fed in diesem Jahr weitere Zinsen anheben könnte. Ein starker US-Dollar und hohe Renditen von US-Staatsanleihen drücken den goldlosen Rohstoff Gold, sodass er kaum steigen kann.
Stützende Käufe auf der Bullenseite sichern den Boden – das ist mein zentraler Punkt: Zentralbanken weltweit kaufen fortlaufend Gold. Bei jedem Kursrückgang treten massiv Kaufaufträge zur Ausnutzung tiefer Kurse auf. Deshalb gab es zuletzt nur kleine Korrekturen und Marktbereinigungen, keine einseitigen starken Kursstürze.
Meine Gesamtbeurteilung: Gold befindet sich derzeit in einer schwachen seitwärts gerichteten Bewegung mit leicht bärischer Tendenz. Aufwärtsreaktionen sind lediglich technische Erholungen, keine Trendwenden; Kursrückgänge dienen lediglich der Marktbereinigung durch große Marktteilnehmer, keinen dauerhaften Abwärtstrend.
Hauptwiderstand: 4130–4140. Solange dieser Bereich nicht stabil durchbrochen wird, stellt jede Aufwärtsbewegung eine Gelegenheit zum Leerverkauf dar. Der sekundäre Widerstand liegt bei 4160; erst ein Durchbruch darüber würde kurzfristig eine bullische Verschiebung bedeuten – ein Szenario, das derzeit unwahrscheinlich ist.
Unterstützungsniveaus im Überblick
Kurzfristige Unterstützung: 4090–4100
Kritische Unterstützung: 4070–4080 (Sicherer Bereich für Kaufpositionen bei Korrekturen)
Absoluter Boden: 4040. Solange dieser Wert nicht fällt, bleibt der Seitwärtskanal erhalten; ein Bruch darunter löst einen tiefgreifenden Abverkauf aus.
Praktische Handelsstrategie: Zuerst Leerverkäufe platzieren
Gehen Sie short, wenn der Kurs zwischen 4120 und 4135 unter Druck gerät, und zielen Sie nicht auf überhöhte Gewinne ab.
Nehmen Sie Gewinne bei 4100 sowie 4090 mit.
Solange 4140 ungebrochen bleibt, handeln Sie vorrangig mit Short-Positionen.
Lassen Sie sich bei marktbereinigenden Seitwärtsschwankungen nicht aus Ihrem Handelsrhythmus bringen. Meiden Sie risikoreiche Bereiche und konzentrieren Sie sich auf Transaktionen in sicheren Preisspannen. Die Erhaltung Ihres Handelskapitals hat oberste Priorität – nur mit intaktem Grundkapital können Sie künftig weitere Gewinne erzielen.
Bärische Goldanalyse Grundlegende Gegenkräfte
Die jüngsten Protokolle der FOMC zeigen eine durchgängig hawkishe Ausrichtung. Die meisten Entscheidungsträger schließen Zinssenkungen aus und halten weitere Zinserhöhungen für dieses Jahr für möglich. Der steigende US-Dollar-Index und die Realrenditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen erhöhen die Opportunitätskosten für das zinslose Gold. Verschärfte Spannungen zwischen den USA und dem Iran treiben die Rohölpreise nach oben, schüren anhaltende Inflationsängste und festigen das Umfeld hoher Zinssätze. Risikoscheues Kapital fließt nun bevorzugt in Dollar-Anlagen statt in Gold, während Spekulanten ihre Long-Positionen in Gold schnell auflösen.
Technische Ausgangslage
Gold verzeichnet vier aufeinanderfolgende bärische Tageskerzen und handelt dauerhaft unter allen kurzfristigen gleitenden Durchschnitten. Die Momentum-Indikatoren schwächen sich stetig ab, der starke Widerstandsbereich liegt zwischen 4120 und 4140. Ein klarer Bruch unter die wichtige Unterstützung bei 4030 löst massenweise Stop-Loss-Verkäufe aus und beschleunigt die Abwärtsbewegungen.
Kurzfristige Einschätzung
Bärische Impulse dominieren den Markt. Das Eingehen von Short-Positionen bei jeder korrigierenden Erholung bleibt die zentrale Handelsstrategie.
- Verkauf: 4140 - 4120
- Gewinnziele: 4100 - 4080 - 4060
EURUSDEURUSD ist aus dem fallenden Kanal ausgebrochen. Das zeigt, dass die Käufer nach einer längeren Phase des Verkaufsdrucks allmählich wieder die Kontrolle übernehmen.
Nach dem Anstieg kehrt der Kurs nun zurück, um die frühere Widerstandslinie des Kanals zu testen. Dieser Bereich ist besonders wichtig, da er bei erfolgreicher Verteidigung zu einer neuen Unterstützung werden könnte.
Wenn der Kaufdruck zurückkehrt und die Retest-Zone hält, könnte EURUSD seinen Anstieg in Richtung 1,1470 fortsetzen.
Fällt der Kurs hingegen wieder in den fallenden Kanal zurück, würde das Ausbruchssignal an Stärke verlieren und das Risiko einer tieferen Korrektur zunehmen.
Im Moment ist es entscheidend, eine klare Reaktion in der Retest-Zone abzuwarten.
XAUUSD: Angebotszone bei 4.193 könnte die Erholung stoppen.Der H3-Chart zeigt, dass sich der Kurs über der kurzfristigen bullischen Trendlinie hält; allerdings existiert im Bereich von 4.180 bis 4.220 eine ausgeprägte Angebotszone. Diese Zone sorgte bereits in der Vergangenheit für starken Verkaufsdruck und markierte den Punkt, an dem der jüngste Erholungsversuch ins Stocken geriet.
Ein mögliches Szenario ist, dass XAUUSD den Anstieg fortsetzt und die Marke von 4.193 testet – wobei Liquidität oberhalb kurzfristiger Höchststände abgefischt wird –, bevor eine Umkehr nach unten in Richtung der Unterstützungszone bei etwa 4.079 erfolgt. Dieses Muster entspricht einer korrektiven Rallye innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends mit starkem Abwärtsdruck.
Solange der Kurs nicht deutlich über der Angebotszone schließt, ist es ratsam, an der Widerstandszone auf Schwächesignale zu warten, anstatt dem Kurs bei weiterem Anstieg hinterherzulaufen.
Empfohlene Strategie:
Einstieg: Verkauf im Bereich 4.185–4.195 bei Auftreten eines Ablehnungssignals
TP : 4.079
SL : Oberhalb von 4.225
DAX Tagesausblick 10.Juli - Nahost bleibt im Fokus!Nahost bleibt im Fokus – Inflation, Öl und FED bestimmen weiter die Richtung
Die Märkte bleiben auch zum Wochenausklang vollständig von zwei Themen dominiert: Zum einen entwickelt sich der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran weiter dynamisch, wodurch insbesondere der Ölmarkt jederzeit neue Impulse erhalten kann. Zum anderen richten Anleger den Blick zunehmend wieder auf makroökonomische Daten und die bevorstehende Earnings Season. Obwohl geopolitisch weiterhin erhebliche Risiken bestehen, zeigen sich Aktienmärkte bislang erstaunlich robust und konnten die Rücksetzer der vergangenen Tage bereits wieder größtenteils aufholen.
Agenda
• Geopolitische Lage
• Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
• Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
• Märkte & Korrelationen im Überblick
• Risk Assets im Überblick
• DAX charttechnischer Ausblick
• Fazit
Geopolitische Lage
Die geopolitische Situation im Nahen Osten bleibt unverändert der wichtigste makroökonomische Risikofaktor für die Finanzmärkte.
Gestern setzte sich die Eskalation zwischen den USA und dem Iran weiter fort. Nachdem die USA nach eigenen Angaben rund 90 iranische militärische Ziele angegriffen hatten, reagierte der Iran mit Angriffen auf amerikanische Militärstandorte in Bahrain, Kuwait sowie Katar. Mehrere Raketen und Drohnen konnten zwar abgefangen werden, dennoch zeigt sich deutlich, dass die fragile Waffenruhe inzwischen praktisch als beendet angesehen wird.
Parallel dazu fanden im Iran die Beisetzungszeremonien für den getöteten Revolutionsführer Ali Khamenei statt. Die politischen Aussagen beider Seiten bleiben äußerst aggressiv. Donald Trump erklärte erneut, dass weitere iranische Angriffe eine deutlich härtere amerikanische Antwort nach sich ziehen würden. Gleichzeitig betonte Washington jedoch, dass die technischen Gespräche mit Teheran fortgesetzt werden und weiterhin eine diplomatische Lösung angestrebt werde.
Besonders relevant bleibt die Situation rund um die Straße von Hormus.
Die USA haben zuletzt ihre temporäre Ausnahmeregelung für iranische Ölexporte widerrufen und die Sanktionen wieder vollständig aktiviert. Gleichzeitig zeigen aktuelle Schifffahrtsdaten, dass mehrere iranische Tanker ihre AIS-Signale deaktiviert haben und sich im Bereich der Vereinigten Arabischen Emirate bewegen. Weitere Tanker wurden beim Umladen von Öl für chinesische Abnehmer identifiziert.
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus läuft aktuell zwar weiter, allerdings unter deutlich höheren Sicherheitsmaßnahmen. Die Zahl sogenannter “Dark Ships”, also Schiffe ohne aktive Positionsübertragung, bleibt erhöht. Gleichzeitig stauen sich Tanker vor der Insel Kharg, einem der wichtigsten iranischen Exportterminals.
Für die Märkte bleibt der Zusammenhang unverändert:
Weitere militärische Eskalationen oder Einschränkungen der Ölversorgung würden den Ölpreis erneut deutlich steigen lassen. Höhere Energiepreise erhöhen den Inflationsdruck weltweit, erschweren der FED Zinssenkungen beziehungsweise erhöhen sogar die Wahrscheinlichkeit weiterer restriktiver Maßnahmen und belasten damit klassische Risk Assets wie Aktien oder Kryptowährungen.
Sollte dagegen eine diplomatische Lösung gefunden werden und sich die Lage im Nahen Osten beruhigen, dürfte insbesondere der Ölpreis deutlich nachgeben. Dadurch würde auch der Inflationsdruck sinken und den Zentralbanken wieder mehr Spielraum für eine lockerere Geldpolitik verschaffen. Dieses Szenario wäre grundsätzlich positiv für Aktienmärkte, Kryptowährungen und andere Risikoanlagen.
Der Markt scheint aktuell trotz der Eskalation davon auszugehen, dass es kurzfristig nicht zu einer vollständigen Unterbrechung der Ölversorgung kommt. Genau deshalb konnten die großen US-Indizes bereits wieder deutlich zulegen. Dieses Vertrauen bleibt jedoch äußerst fragil und kann sich jederzeit durch neue Schlagzeilen ändern.
Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
Gestern standen sowohl Europa als auch die USA im Fokus.
Bereits am Nachmittag veröffentlichte die EZB das Protokoll ihrer letzten geldpolitischen Sitzung. Insgesamt bestätigte sich erneut ein eher neutral bis leicht restriktiver Grundton. Die Währungshüter sehen zwar Fortschritte bei der Inflation, gleichzeitig bestehen jedoch weiterhin erhebliche Unsicherheiten durch Energiepreise, geopolitische Risiken sowie den weiterhin robusten Arbeitsmarkt.
Eine schnelle Serie an Zinssenkungen bleibt damit vorerst unwahrscheinlich. Für europäische Aktien bedeutet dies kurzfristig leicht belastende Rahmenbedingungen, gleichzeitig unterstützt die insgesamt rückläufige Inflation weiterhin die Hoffnung auf weitere Lockerungen im Jahresverlauf.
Aus den USA standen anschließend die Arbeitsmarktdaten im Mittelpunkt.
Die Initial Jobless Claims messen die Anzahl der Personen, die erstmals Arbeitslosenunterstützung beantragen und gelten als einer der frühesten Indikatoren für die Entwicklung des amerikanischen Arbeitsmarktes.
Veröffentlicht wurden:
• Actual: 215.000
• Forecast: 218.000
• Previous: 217.000
Damit lagen die Erstanträge sowohl unter den Erwartungen als auch unter dem Vorwochenwert. Der amerikanische Arbeitsmarkt präsentiert sich damit weiterhin robust, diese Daten sind sehr wichtig, auf Grund der zuletzt sehr schwachen NFP Daten.
Auch die Continuing Jobless Claims entwickelten sich insgesamt solide.
• Actual: 1,814 Mio.
• Forecast: 1,820 Mio.
• Previous: 1,806 Mio.
Zwar stieg die Zahl der Personen, die dauerhaft Arbeitslosenhilfe beziehen, leicht gegenüber der Vorwoche an, insgesamt fiel der Wert jedoch geringer aus als von den Analysten erwartet. Reuters verweist hierbei zusätzlich auf saisonale Effekte rund um die Sommerferien und den Bildungssektor. Insgesamt bleibt der Arbeitsmarkt weiterhin stabil.
FED-Mitglied John Williams äußerte sich anschließend ebenfalls zur wirtschaftlichen Entwicklung. Seine Aussagen bestätigten weitgehend das bekannte Bild der US-Notenbank. Inflation und geopolitische Risiken bleiben die größten Unsicherheitsfaktoren, während der Arbeitsmarkt bislang weiterhin Stärke signalisiert. Insgesamt wurden seine Aussagen vom Markt eher als neutral interpretiert.
Für Aufmerksamkeit sorgten anschließend die Existing Home Sales.
Veröffentlicht wurden:
• Actual: 4,09 Mio.
• Forecast: 4,19 Mio.
• Previous: 4,19 Mio.
Damit fielen die Verkäufe bestehender Häuser überraschend schwächer aus als erwartet.
Reuters führt dies vor allem auf weiterhin hohe Hypothekenzinsen sowie die angespannte Erschwinglichkeit am US-Immobilienmarkt zurück. Gleichzeitig erreichten die durchschnittlichen Hauspreise erneut ein Rekordniveau. Obwohl der Immobiliensektor kurzfristig schwächelt, erwarten viele Volkswirte weiterhin einen positiven Beitrag zum US-Wachstum im zweiten Quartal.
Abgerundet wurde der Tag durch die Auktion der 30-jährigen US-Staatsanleihen.
Die Rendite lag bei 5,058 % nach zuvor 5,050 %.
Die Auktion dient dazu, die Nachfrage institutioneller Investoren nach langfristigen US-Staatsanleihen einzuschätzen. Höhere Renditen bedeuten grundsätzlich sinkende Anleihekurse und können insbesondere wachstumsorientierte Aktien kurzfristig belasten, da zukünftige Unternehmensgewinne stärker abdiskontiert werden.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute stehen zwar deutlich weniger Konjunkturdaten auf dem Kalender als noch gestern, dennoch könnten insbesondere die Inflationsdaten aus Deutschland sowie zwei wichtige Rohstoffberichte nochmals Bewegung in die Märkte bringen.
Bereits am Morgen wurden die deutschen Verbraucherpreisdaten veröffentlicht.
Der German CPI (MoM) misst die monatliche Veränderung der Verbraucherpreise und gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Inflation innerhalb der Eurozone.
Veröffentlicht wurden:
• Actual: -0,3 %
• Forecast: -0,3 %
• Previous: -0,2 %
Damit entsprach die Inflation exakt den Erwartungen und zeigt erneut einen rückläufigen Preisdruck gegenüber dem Vormonat. Für die EZB ist dies grundsätzlich positiv, da sich der Inflationspfad weiter normalisiert. Kurzfristig ist diese Entwicklung leicht unterstützend für europäische Risk Assets, da sie den Spielraum für weitere Zinssenkungen im späteren Jahresverlauf erhöht.
Im weiteren Tagesverlauf richtet sich der Fokus auf den IEA Monthly Oil Market Report.
Die International Energy Agency veröffentlicht darin ihre Einschätzung zur weltweiten Ölproduktion, Nachfrageentwicklung sowie zu den globalen Lagerbeständen. Aufgrund der angespannten geopolitischen Lage im Nahen Osten dürfte dieser Bericht heute besonders aufmerksam verfolgt werden. Jede Anpassung der Nachfrage- oder Angebotsprognosen könnte unmittelbar Einfluss auf den Ölpreis und damit auf Inflationserwartungen sowie Zinserwartungen haben.
Am Abend folgt zusätzlich der WASDE Report des US-Landwirtschaftsministeriums. Dieser Bericht analysiert Angebot und Nachfrage wichtiger Agrarrohstoffe weltweit und liefert wichtige Hinweise auf die Entwicklung der Lebensmittelpreise. Auch wenn der direkte Einfluss auf die Aktienmärkte meist begrenzt ist, kann der Bericht Auswirkungen auf die Inflationserwartungen und Rohstoffmärkte haben.
Bei den Unternehmenszahlen bleibt der heutige Tag noch vergleichsweise ruhig. Gestern legte PepsiCo Zahlen vor, die insgesamt leicht unter den Erwartungen lagen. Heute richtet sich der Blick unter anderem auf Delta Air Lines. Insgesamt bleibt dies jedoch lediglich der Auftakt, bevor ab kommender Woche mit den großen US-Banken die eigentliche Earnings Season beginnt.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt bleibt weiterhin der wichtigste geopolitische Indikator.
Nachdem US Oil im Zuge der erneuten Eskalation kurzfristig bis an die Marke von 76 US-Dollar ansteigen konnte, folgte gestern eine deutliche Gegenbewegung. Der Markt wurde im Bereich der Hochs massiv verkauft und schloss letztlich mit einem Minus von rund 4,18 % wieder knapp oberhalb von 72 US-Dollar.
Charttechnisch bleibt die Lage damit spannend.
Das Tagestief vom Donnerstag wurde bereits unterschritten. Entscheidend wird nun sein, ob sich der Markt nachhaltig unterhalb von 72 US-Dollar etablieren kann. Gelingt dies, öffnet sich aus meiner Sicht weiteres Potenzial bis in den Bereich von 69 beziehungsweise 68,50 US-Dollar, wo sich die markanten Monatstiefs aus März und Juni befinden.
Sollte sich die geopolitische Lage dagegen erneut verschärfen und der Ölpreis wieder über 72 beziehungsweise anschließend über 76 bis 77 US-Dollar ansteigen, wäre jederzeit eine neue Aufwärtsdynamik möglich. Gerade im Ölmarkt können Schlagzeilen aktuell innerhalb weniger Minuten erhebliche Kursbewegungen auslösen.
US-Staatsanleihen
Auch am Anleihemarkt setzte sich zuletzt die Schwäche fort.
Seit Mittwoch verzeichnen wir:
• 3-jährige Staatsanleihen: -1,60 %
• 5-jährige Staatsanleihen: -1,56 %
• 10-jährige Staatsanleihen: -1,16 %
• 30-jährige Staatsanleihen: -0,56 %
Fallende Anleihekurse bedeuten gleichzeitig steigende Renditen. Ursache hierfür bleiben vor allem die höheren Inflationserwartungen infolge steigender Energiepreise sowie die weiterhin robuste Entwicklung des US-Arbeitsmarktes.
Steigende Renditen wirken grundsätzlich belastend auf Wachstumswerte und erhöhen die Finanzierungskosten für Unternehmen. Gleichzeitig stützen sie den US-Dollar und sprechen eher für eine restriktive Geldpolitik der FED.
US-Dollar (DXY)
Beim US-Dollar zeigte sich dagegen erneut relative Schwäche.
Der DXY konnte sich gestern nicht nachhaltig oberhalb der Marke von 101 Punkten etablieren und schloss erneut darunter. Auch heute wurde das gestrige Tagestief bereits unterschritten und der Bereich um 100,60 Punkte angelaufen.
Charttechnisch bleibt das Bild unverändert.
Solange sich der Dollar oberhalb von 100,50 bis 100,60 stabilisieren kann, besteht weiterhin die Chance auf eine Erholung in Richtung 101 beziehungsweise 101,50 Punkte.
Sollte diese Unterstützungszone jedoch nachhaltig aufgegeben werden, öffnet sich aus meiner Sicht weiteres Potenzial bis zur psychologisch wichtigen Marke von 100 Punkten.
Ein schwächerer Dollar wirkt grundsätzlich unterstützend für Rohstoffe, Gold, Bitcoin sowie internationale Aktienmärkte.
Volatilitätsindex (VIX)
Der VIX setzte seine Korrektur ebenfalls fort und verlor gestern rund 6,16 %.
Mit einem Schlusskurs bei 15,85 Punkten notiert der Volatilitätsindex weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau.
Das zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer aktuell trotz der geopolitischen Risiken keine nachhaltige Panik einpreisen. Solange der VIX unterhalb von 20 Punkten bleibt, spricht dies grundsätzlich für ein weiterhin konstruktives Umfeld an den Aktienmärkten.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia verzeichnete gestern zwar einen leichten Rückgang von rund 0,69 %, allerdings wurden sämtliche Abgaben erneut sehr konsequent gekauft.
Besonders wichtig bleibt dabei die Marke von 200 US-Dollar, welche erneut erfolgreich verteidigt werden konnte.
Solange Nvidia oberhalb dieser Zone notiert, bleibt mein kurzfristiger Bias bullisch. Die nächsten Zielbereiche liegen für mich bei 208 bis 212 US-Dollar.
Sollte die Aktie dagegen wieder nachhaltig unter 200 US-Dollar zurückfallen, würden für mich zunächst die Bereiche um 198, 195 sowie 190 US-Dollar interessant werden.
Bitcoin
Auch Bitcoin präsentierte sich zuletzt deutlich stabiler.
Das Tagestief vom Dienstag konnte erfolgreich verteidigt werden. Bereits gestern entstand eine bullische Tageskerze mit einem Plus von rund 1,56 %. Heute wurden zusätzlich die Hochs vom Mittwoch und Donnerstag überschritten.
Kurzfristig bleibt der Fokus nun auf folgenden Widerständen:
• 65.000 US-Dollar
• 65.700 US-Dollar
• 67.000 US-Dollar
Bis in diese Bereiche hinein bleibe ich kurzfristig konstruktiv eingestellt.
Mittel- und langfristig befindet sich Bitcoin aus meiner Sicht jedoch weiterhin in einem übergeordneten Abwärtstrend. Erst oberhalb der genannten Widerstände würde sich das technische Bild deutlich verbessern.
S&P 500
Der S&P 500 zeigte gestern erneut enorme Stärke.
Die wichtige Unterstützung bei 7.500 Punkten hielt souverän und der Index konnte den Handel mit einem Plus von rund 0,8 % bei etwa 7.588 Punkten beenden.
Sollte heute das gestrige Tageshoch überwunden werden, sehe ich weiteres Potenzial bis in den Bereich von 7.630 Punkten sowie anschließend an das bisherige Allzeithoch im Bereich von 7.650 Punkten.
Nasdaq
Auch der Nasdaq setzte seine beeindruckende Aufwärtsbewegung fort.
Nach den geopolitisch bedingten Rücksetzern zu Wochenbeginn wurde der Markt erneut aggressiv gekauft. Gestern schloss der Nasdaq mit einem Plus von rund 1,73 %.
Kurzfristig bleiben folgende Marken entscheidend:
• Retest 29.500 Punkte
• Break über 29.790 Punkte
• Psychologische Marke bei 30.000 Punkten
Erst oberhalb von 30.000 Punkten würde sich weiteres Potenzial bis an das Juli-Hoch bei rund 30.240 Punkten eröffnen.
Dow Jones (US30)
Auch der Dow Jones konnte sich nach den Rücksetzern stabilisieren.
Mit einem Tagesplus von rund 0,33 % gelang erneut ein Schlusskurs oberhalb von 52.500 Punkten.
Solange diese Zone verteidigt wird, bleibt für mich ein Anstieg bis in den Bereich von 53.000 Punkten möglich.
Sollte dagegen das gestrige Tagestief unterschritten werden, rücken zunächst 52.278 sowie anschließend 52.113 Punkte wieder in den Fokus.
DAX charttechnischer Ausblick
Auch der DAX zeigte gestern erneut relative Stärke.
Nach dem erfolgreichen Test des Mittwoch-Tiefs konnte sich der Index wieder oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten etablieren und schloss den Handel mit einem Plus von rund 0,51 %.
Heute richtet sich der Fokus zunächst auf das gestrige Tageshoch.
Kann dieses überwunden werden, sehe ich als erstes Kursziel den Bereich um 25.185 Punkte. Wird auch dieser Widerstand überwunden, eröffnet sich weiteres Potenzial bis in den Bereich von 25.500 Punkten.
Dort dürfte aus meiner Sicht zunächst wieder verstärkt Verkaufsinteresse auftreten.
Sollte der Markt dagegen an den aktuellen Widerständen scheitern, halte ich einen erneuten Rücksetzer auf 25.000 Punkte für das wahrscheinlichste Szenario.
Fällt anschließend auch das gestrige Tagestief bei rund 24.865 Punkten, würde sich das kurzfristige Chartbild deutlich eintrüben. In diesem Fall könnte sich weiteres Short-Momentum bis in den Bereich von 24.800 Punkten entwickeln.
Insgesamt bleibe ich kurzfristig leicht bullisch für die großen Aktienindizes. Trotz der geopolitischen Unsicherheiten wurden sämtliche Rücksetzer der vergangenen Tage bislang konsequent gekauft. Entscheidend wird nun sein, ob die Märkte auch auf weitere Schlagzeilen aus dem Nahen Osten mit derselben Gelassenheit reagieren oder ob eine erneute Eskalation zu einer zweiten Verkaufswelle führt.
Fazit
Der Wochenausklang steht weiterhin vollständig im Zeichen des Nahen Ostens. Die geopolitische Lage bleibt angespannt und kann jederzeit zu erhöhter Volatilität führen. Gleichzeitig zeigen die Finanzmärkte bislang eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Der Ölpreis hat einen Großteil seines jüngsten Anstiegs bereits wieder abgegeben, der VIX bleibt niedrig und die großen US-Indizes notieren erneut in unmittelbarer Nähe ihrer Allzeithochs.
Fundamental sprechen die robusten US-Arbeitsmarktdaten weiterhin gegen eine schnelle Lockerung der Geldpolitik, während die rückläufige Inflation in Deutschland den EZB-Mitgliedern etwas mehr Spielraum verschafft. Mit dem IEA-Report, dem WASDE-Bericht und dem Beginn der Earnings Season rücken nun wieder verstärkt klassische makroökonomische Themen in den Vordergrund.
Kurzfristig bleibe ich daher vorsichtig optimistisch für die Aktienmärkte. Solange keine weitere deutliche Eskalation im Nahen Osten erfolgt und die Unterstützungszonen in den großen Indizes verteidigt werden, spricht das aktuelle Momentum weiterhin eher für steigende Kurse als für eine nachhaltige Trendwende. Das Wochenende war in der Vergangenheit immer wichtig, hier hat sich entschieden, ob es zu weiteren Eskalationen im Nahen Osten kommt, oder ob es diplomatische Bemühungen gibt
Keine Anlageberatung. Alle dargestellten Szenarien spiegeln ausschließlich meine persönliche Marktanalyse wider und dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Ich wünsche euch allen einen erfolgreichen Handelstag und stets diszipliniertes Risikomanagement
Wünsche euch stabile Trades und ein schönes Wochenende!
Bitcoin vor weiterem Anstieg?Bitcoin bildet nach dem starken Rückgang weiterhin höhere Tiefs, was darauf hindeutet, dass der Kaufdruck allmählich in den Markt zurückkehrt. Gleichzeitig lässt der Verkaufsdruck nach, da die fallende Trendlinie mehrfach getestet wurde und den Kurs nicht mehr so stark zurückhalten kann wie zuvor.
Schließlich gelang den Käufern ein klarer Ausbruch über die fallende Trendlinie, was auf eine deutliche Verbesserung des Aufwärtsmomentums hinweist. Dieser Ausbruch zeigt, dass die Käufer zunehmend wieder die Kontrolle übernehmen, und eröffnet Bitcoin die Möglichkeit, den Anstieg in Richtung 80.500 USD fortzusetzen, sofern das aktuelle Momentum anhält.
SPX500 H1: Die Käufer bleiben am DrückerMarktentwicklung:
Der SPX500 hält seinen Aufwärtstrend im H1-Zeitrahmen aufrecht und bildet weiterhin höhere Tiefs, während sich der Kurs innerhalb eines steigenden Kanals bewegt. Nach der starken Erholung vom Bereich um 7.420 ist der Index in die Widerstandszone zwischen 7.520 und 7.540 zurückgekehrt und konsolidiert derzeit direkt unter diesem wichtigen Widerstand.
(Aktueller Kurs: 7.534)
Handelsplan:
Der Fokus liegt weiterhin auf Long-Positionen im Einklang mit dem übergeordneten Trend. Ein Einstieg wird bevorzugt, wenn der Kurs auf den Bereich 7.520 zurücksetzt und diese Zone als neue Unterstützung bestätigt. Bleibt die Kaufdynamik bestehen, liegt das nächste Kursziel im Bereich von 7.600.
Damit das bullische Szenario gültig bleibt, sollte der Kurs oberhalb der Unterstützungszone zwischen 7.500 und 7.520 bleiben. Ein kurzfristiger Rücksetzer in diesen Unterstützungsbereich, bevor der Aufwärtstrend fortgesetzt wird, würde die Marktstruktur weiter stärken. Es empfiehlt sich, auf eine klare Bestätigung des Kaufsignals zu warten und Käufe direkt unterhalb des Widerstands zu vermeiden.
USDJPY H2: Der Widerstand übt weiterhin Druck ausUSDJPY reagiert aktuell direkt unter der Widerstandszone bei 162.70–162.80, wo der Kurs in den letzten Sitzungen mehrfach abgewiesen wurde. Obwohl die Käufer die Erholung noch halten, verliert das Aufwärtsmomentum beim Anlaufen dieser Angebotszone an Stärke.
Wenn der Widerstand weiterhin respektiert wird, könnte USDJPY in Richtung 162.00 korrigieren. Dieser Bereich entspricht einer kurzfristigen Unterstützung und zugleich dem Ziel der aktuellen Abwärtsbewegung. Erst ein klarer Schlusskurs über 162.80 würde den Verkaufsdruck abschwächen.
Aktuell bevorzuge ich weiterhin das Szenario einer Abwärtskorrektur von dieser Widerstandszone aus.
EURUSD H2: Priorität für SELL im AbwärtstrendMarktentwicklung:
Der EURUSD verzeichnete zuvor einen starken Rückgang und etablierte einen klaren Abwärtstrend mit einer Reihe von tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Nach dieser aggressiven Verkaufswelle hat sich der Verkaufsdruck vorübergehend abgeschwächt. Der Kurs ist in eine Seitwärtskonsolidierung innerhalb einer engen Spanne direkt unter den EMA-Linien übergegangen. Dies deutet darauf hin, dass die Käuferseite noch nicht stark genug ist, um den Trend umzukehren, während die Verkäufer auf eine Gelegenheit warten, die Kontrolle wieder zu übernehmen.
(Aktueller Kurs: 1.1437)
Handelsausrichtung:
Es wird empfohlen, Short-Positionen (SELL) in Richtung des Haupttrends zu suchen, sobald der Kurs die Unterstützung der Konsolidierungsbox um 1.1410 – 1.1420 nachhaltig nach unten durchbricht. Wird dieses Breakout-Signal bestätigt, könnte der EURUSD seine Abwärtsbewegung bis in den Bereich von 1.1330 ausweiten.
Das bärische Szenario bleibt intakt, solange der Kurs unterhalb der Widerstandszone von 1.1455 – 1.1460 handelt. In der aktuellen Konsolidierungsphase ist es ratsam, geduldig auf ein Bestätigungssignal zu warten, anstatt vorzeitig Positionen zu eröffnen, um das Risiko von Fehlausbrüchen (Fakeouts) zu minimieren.
XAUUSD: Gold erholt sich, aber der Abwärtstrend bleibt aktivGold erholt sich nach dem starken Rückgang, doch 4.120–4.130 USD bleibt auf H4 eine wichtige Widerstandszone.
Solange der Preis darunter bleibt, wirkt die aktuelle Bewegung eher wie eine technische Erholung. Das bevorzugte Szenario bleibt eine Ablehnung in diesem Bereich und ein Rücklauf Richtung 4.000 USD.
DAX Tagesausblick 09. Juli – Öl fällt trotz Nahost-Eskalationder gestrige Handelstag stand nahezu vollständig im Zeichen der geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Während sich die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran weiter verschärfte, veröffentlichten die US-Notenbank gestern Abend zusätzlich die FOMC Meeting Minutes. Gleichzeitig überraschten deutlich gestiegene US-Rohöllagerbestände und sorgten dafür, dass der Ölpreis trotz der geopolitischen Risiken wieder einen Teil seiner Gewinne abgab.
Heute richtet sich der Fokus neben der weiteren Entwicklung im Nahen Osten vor allem auf die US-Arbeitsmarktdaten sowie das EZB-Sitzungsprotokoll.
Agenda
• Geopolitische Lage
• Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
• Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
• Märkte & Korrelationen
• Risk Assets im Überblick
• DAX charttechnischer Ausblick
• Fazit
Geopolitische Lage
Die geopolitische Situation bleibt aktuell der wichtigste Einflussfaktor für die Finanzmärkte.
Nach den Angriffen auf mehrere Handelsschiffe in der Straße von Hormus führten die USA gestern weitere Luftangriffe auf iranische Ziele entlang der Südküste durch. Ziel war laut US-Regierung die Sicherung der internationalen Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus.
Der Iran reagierte darauf mit weiteren Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Militärbasen in Bahrain und Kuwait. Gleichzeitig kündigte Teheran an, dass eine dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus künftig nur noch unter iranischen Bedingungen erfolgen könne. Donald Trump erklärte parallel, dass das zwischenzeitliche Waffenstillstandsabkommen faktisch beendet sei.
Besonders wichtig bleibt die Situation rund um die Straße von Hormus. Mehrere Tanker wurden in den vergangenen Tagen beschädigt, Schiffe weichen teilweise auf alternative Routen aus und die Unsicherheit für den weltweiten Energiehandel bleibt hoch. Zwar läuft der Schiffsverkehr aktuell weiter, allerdings mit reduzierter Auslastung und deutlich erhöhtem Risiko.
Für die Märkte bleibt der Zusammenhang unverändert:
Weitere Eskalation → steigende Ölpreise → höhere Inflation → restriktivere Geldpolitik → Risk-Off.
Kommt es dagegen kurzfristig wieder zu diplomatischen Gesprächen oder einer Waffenruhe, dürfte insbesondere der Ölpreis deutlich nachgeben und den Risikoanlagen wieder Auftrieb verleihen.
Die geopolitische Entwicklung bleibt damit aktuell der mit Abstand wichtigste Kurstreiber.
Fundamentale Wirtschaftsdaten – Gestern
US Rohöllagerbestände
Die größte Überraschung lieferten gestern die US-Rohöllagerbestände.
Actual: +2,998 Mio. Barrel
Forecast: -1,900 Mio.
Previous: -3,775 Mio.
Damit stiegen die Lagerbestände deutlich stärker als erwartet und verzeichneten erstmals seit Monaten wieder einen klar positiven Aufbau.
Das spricht kurzfristig für eine etwas entspanntere Versorgungslage und erklärt, weshalb der Ölpreis trotz der geopolitischen Eskalation im weiteren Handelsverlauf wieder deutlich zurückkam.
10-Year Treasury Auction
Die Auktion der zehnjährigen US-Staatsanleihen lag bei 4,580 % nach zuvor 4,538 %.
Die Nachfrage fiel damit etwas schwächer aus, wodurch die Renditen leicht anzogen.
EZB-Mitglied Schnabel
EZB-Direktorin Isabel Schnabel betonte erneut, dass die Inflation zwar zurückgegangen sei, die EZB jedoch weiterhin vorsichtig bleiben müsse. Aussagen über einen schnellen Zinssenkungszyklus blieben aus.
FOMC Meeting Minutes
Im Mittelpunkt stand gestern Abend eindeutig das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank.
Die Minutes zeigten insgesamt einen eher restriktiven Grundton .
Mehrere Mitglieder verwiesen weiterhin auf erhöhte Inflationsrisiken. Einige Teilnehmer hätten bereits auf der Juni-Sitzung eine weitere Zinserhöhung befürworten können, während andere betonten, dass zusätzliche Zinsschritte notwendig werden könnten, falls sich die Inflation erneut beschleunigt. Gleichzeitig wurden steigende Energiepreise, geopolitische Risiken sowie anhaltend robuste Investitionen im KI-Sektor als mögliche Inflationsrisiken genannt.
Die Minutes waren damit insgesamt keineswegs klar dovish, sondern unterstreichen, dass die Fed derzeit weiter datenabhängig agiert und bei einem erneuten Inflationsanstieg durchaus bereit wäre, die Geldpolitik erneut zu verschärfen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten – Heute
Heute stehen erneut mehrere wichtige Termine auf der Agenda.
Deutschland Handelsbilanz
Die deutsche Handelsbilanz überraschte positiv.
Actual: 19,1 Mrd. Euro
Forecast: 14,9 Mrd.
Previous: 14,7 Mrd.
Auch die Exporte entwickelten sich besser als erwartet und liefern damit ein positives Signal für die deutsche Wirtschaft.
Eurogruppe
Heute treffen sich die Finanzminister der Eurozone.
Neue Aussagen zur europäischen Fiskalpolitik oder zur wirtschaftlichen Entwicklung könnten insbesondere den Euro bewegen.
EZB Sitzungsprotokoll
Am Nachmittag veröffentlicht die EZB das Protokoll ihrer letzten Zinssitzung.
Hier achten Marktteilnehmer insbesondere auf Hinweise, wie geschlossen der EZB-Rat aktuell hinsichtlich möglicher weiterer Zinsschritte beziehungsweise Zinssenkungen ist.
US Arbeitsmarkt
Hier stehen die Initial Jobless Claims im Fokus.
Forecast:
• Initial Claims: 218.000
• Continuing Claims: 1,820 Mio.
Da der US-Arbeitsmarkt aktuell einer der wichtigsten Faktoren für die Fed bleibt, dürfte dieser Termin entsprechend hohe Marktbewegungen auslösen.
FOMC Mitglied Williams
Ebenfalls am Nachmittag spricht New York Fed Präsident John Williams.
Nach Veröffentlichung der FOMC Minutes könnten Aussagen zur weiteren Zinspolitik heute zusätzlich für Volatilität sorgen.
Existing Home Sales
Abgerundet wird der Nachmittag durch die Verkäufe bestehender Häuser.
Der Immobilienmarkt bleibt ein wichtiger Frühindikator für die US-Konjunktur.
Märkte & Korrelationen
US Oil
Der Ölpreis bleibt derzeit der wichtigste Marktindikator.
Seit Wochenbeginn stieg WTI zeitweise um rund 11 % bis in den Bereich um 76 Dollar.
Aktuell handelt Öl allerdings bereits wieder deutlich tiefer bei rund 73,4 Dollar.
Der Rückgang dürfte vor allem auf die überraschend hohen US-Rohöllagerbestände zurückzuführen sein sowie auf die Hoffnung, dass sich die geopolitische Lage kurzfristig wieder etwas beruhigen könnte.
Charttechnisch bleibt für mich entscheidend:
• Unter 71,70 Dollar würde sich das kurzfristige Bild wieder deutlich eintrüben.
• Oberhalb bleiben 77 Dollar und anschließend 79 Dollar die nächsten Ziele, sofern sich die Lage im Nahen Osten weiter verschärft.
US Staatsanleihen
Gestern stiegen sämtliche Laufzeiten.
• 2Y: +1,15 %
• 5Y: +0,94 %
• 10Y: +0,66 %
• 30Y: +0,39 %
Heute Morgen geben die Renditen bereits wieder leicht nach.
Sollte Öl weiter fallen und sich die geopolitische Lage entspannen, dürfte sich dieser Rückgang fortsetzen.
US-Dollar Index (DXY)
Der Dollar konnte gestern zunächst über die Marke von 101 Punkten ansteigen.
Heute Morgen sehen wir allerdings bereits deutliche Gewinnmitnahmen.
Für mich bleibt die Zone um 100,5 bis 100,6 Punkte entscheidend.
Hält dieser Bereich als Unterstützung, bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend intakt.
Ein Bruch darunter würde dagegen weiteres Abwärtspotenzial bis rund 100 Punkte eröffnen.
VIX
Der Volatilitätsindex sprang gestern zeitweise bis auf 18,85 Punkte, beruhigte sich im weiteren Verlauf jedoch schnell wieder und schloss bei rund 16,9 Punkten.
Damit signalisiert der Markt aktuell zwar erhöhte Unsicherheit, aber noch keine ausgeprägte Panik.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia zeigte erneut enorme relative Stärke.
Mit einem Schlusskurs oberhalb der wichtigen 200-Dollar-Marke bleibt das technische Bild klar bullisch.
Oberhalb von 200 Dollar bleiben für mich die Bereiche um 208 Dollar und anschließend 212 Dollar die nächsten Ziele.
Unterhalb von 200 Dollar würden zunächst wieder 197 bis 195 Dollar interessant werden.
Bitcoin
Bitcoin zeigte gestern erneut Schwäche.
Kurzfristig bleibt die Seitwärtsrange bestehen.
Nach oben bleiben für mich:
• 65.000 Dollar
• 65.700 Dollar
• 67.000 Dollar
die entscheidenden Widerstände.
Unterhalb von 60.000 Dollar würde sich das Bild dagegen deutlich eintrüben und Raum bis etwa 55.000 Dollar eröffnen.
S&P 500
Nach den Gewinnmitnahmen vom Dienstag stabilisierte sich der Index gestern deutlich.
Trotz zwischenzeitlicher Schwäche blieb der Bereich um 7.500 Punkte verteidigt.
Oberhalb von 7.565 Punkten sehe ich weiterhin Chancen auf einen erneuten Angriff Richtung 7.600 bis 7.650 Punkte.
Unterhalb von 7.500 steigt dagegen das Risiko einer Ausweitung der Korrektur.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigte erneut enorme relative Stärke.
Nach zwischenzeitlichen Verlusten wurde der gesamte Rücksetzer fast vollständig zurückgekauft.
Solange der Bereich um 29.000 Punkte hält, bleibt der Aufwärtstrend aus meiner Sicht vollständig intakt.
Ein Ausbruch über 29.500 Punkte könnte den Weg Richtung 30.000 Punkte freimachen.
Unterhalb von 29.000 würden dagegen 28.500 beziehungsweise 28.200 Punkte wieder in den Fokus rücken.
Dow Jones
Der Dow Jones bleibt aktuell der schwächste der großen US-Indizes.
Nach dem gestrigen Rückgang um rund 1,16 % rückt nun die Zone um 52.500 Punkte in den Mittelpunkt.
Ein Anstieg darüber könnte nochmals Potenzial Richtung 53.000 Punkte eröffnen.
Bleibt der Index darunter, steigt das Risiko einer Ausweitung der Korrektur bis 52.000 beziehungsweise 51.500 Punkte.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX verlor gestern 1,87 % und notiert damit seit Wochenbeginn bereits rund 3,3 % im Minus.
Dabei wurde die Unterstützung bei 25.500 Punkten dynamisch unterschritten.
Im Anschluss testete der Markt den Bereich um 24.800 Punkte, welcher gleichzeitig das ehemalige Jahreshoch 2025 sowie ein wichtiges Cluster darstellt.
Von dort setzte unmittelbar eine technische Gegenbewegung ein.
Heute Morgen notiert der DAX bereits wieder etwas fester.
Für den heutigen Handel bleibt entscheidend:
Bullishes Szenario
• Verteidigung der 25.000 Punkte
• Ausbruch über 25.185 Punkte
• Anschließend Potenzial bis 25.500 Punkte
Bearishes Szenario
Fällt der DAX erneut unter 24.800 Punkte, rückt für mich die Zone um 24.500 Punkte als nächstes größeres Unterstützungsniveau in den Fokus.
Übergeordnet bleibe ich trotz der laufenden Korrektur weiterhin konstruktiv. Solange der Bereich um 24.500 Punkte hält, werte ich die aktuelle Bewegung zunächst als gesunde Korrektur innerhalb eines weiterhin intakten Aufwärtstrends.
Fazit
Die heutige Richtung der Märkte dürfte erneut maßgeblich von der geopolitischen Entwicklung im Nahen Osten abhängen.
Die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran überschattet derzeit nahezu alle fundamentalen Daten. Gleichzeitig zeigen die überraschend gestiegenen US-Rohöllagerbestände, dass kurzfristig auch Angebots- und Nachfrageseite Einfluss auf den Ölpreis nehmen können.
Aus fundamentaler Sicht rücken heute insbesondere die US-Arbeitsmarktdaten, das EZB-Sitzungsprotokoll sowie die Rede von Fed-Präsident Williams in den Fokus.
Charttechnisch bleibt der DAX oberhalb von 25.000 Punkten kurzfristig stabil. Ein nachhaltiger Bruch der 24.800 Punkte würde dagegen das Korrekturrisiko deutlich erhöhen. Entscheidend bleibt jedoch die Entwicklung im Nahen Osten – denn sie beeinflusst derzeit Ölpreis, Inflationserwartungen, Geldpolitik und damit letztlich die Richtung nahezu aller Risikoanlagen.
Keine Anlageberatung, nur meine Persönliche Markteinschätzung!
Wüsche euch stabile Trades!
Goldanalyse und StrategieViele Beamte erklärten im Protokoll der Fed-Sitzung, dass weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr nicht ausgeschlossen sind. Dadurch wurden die Markterwartungen auf rasche Zinssenkungen deutlich gedämpft. Infolgedessen stieg der US-Dollar-Index, die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg ebenfalls an, der Goldpreis fiel stark zurück und befindet sich kurzfristig in einer korrigierenden Konsolidierungsphase.
Jeder geringfügige Aufwärtstrend des Goldpreises stößt auf Verkaufsdruck der Bären, es handelt sich um eine zwischenzeitliche Erholung im Abwärtstrend. Solange der Preis dauerhaft unter 4200 notiert, bleibt die bärische Marktlage erhalten.
Kurzfristige Handelsstrategie
Verkauf bei Erholung zwischen 4090 und 4110
Stop-Loss oberhalb von 4120
Zielkurse: 4050 sowie 4030
GBPUSD H4: Widerstand bei 1.3400 sorgt erneut für VerkaufsdruckGBPUSD notiert derzeit um 1.3393, nach einer starken Erholung vom Tiefststand bei 1.3150. Der Kurs hat nun jedoch eine wichtige Widerstandszone zwischen 1.3370 und 1.3400 erreicht, an der zuvor bereits mehrfach deutlicher Verkaufsdruck aufkam.
Technisch gesehen hat eine Rounded Bottom-Erholung (rundes Tief) dazu geführt, dass GBPUSD den Großteil der vorherigen Verluste wieder wettmachen konnte. Dennoch steht ein nachhaltiger Ausbruch über den oberen Widerstand noch aus. Sollte die Kaufkraft in diesem Bereich weiter nachlassen, könnte ein Korrekturdrang einsetzen und den Kurs zurück in Richtung 1.3300 drücken – das nächste Ziel gemäß der aktuellen Chartstruktur.
Einstiegsfokus (Entry Focus):
Priorität für VERKAUF (SELL), wenn GBPUSD im Bereich von 1.3370 – 1.3400 abgelehnt wird und sich ein bärisches Bestätigungssignal formiert.
Kursziel (Take Profit): 1.3300.
Ungültigkeit (Invalidation):
Das bärische Szenario wird hinfällig, wenn GBPUSD auf dem H4-Chart über 1.3440 schließt.
Viel Erfolg bei Ihren Trades!
AUDUSDAUDUSD bewegt sich aktuell in einer kurzen Erholungsphase nach dem vorherigen starken Abwärtstrend. Die derzeitige Struktur zeigt jedoch noch kein klares Signal für eine Trendumkehr, sondern ähnelt eher einem Bearish-Flag-Muster — der Kurs steigt leicht innerhalb eines kleinen Kanals, bleibt aber weiterhin unter starkem Verkaufsdruck.
Wenn der Preis weiter schwächer wird und die untere Begrenzung des Musters nach unten durchbricht, könnte der Abwärtsdruck erneut aktiviert werden. In diesem Fall hätte AUDUSD die Möglichkeit, den übergeordneten Abwärtstrend fortzusetzen, mit einem wichtigen Zielbereich um 0,68500.
Der entscheidende Punkt ist, dass Trader auf ein klares Breakout-Signal warten sollten, anstatt dem Kurs innerhalb der Konsolidierungszone hinterher zu verkaufen. Ein Durchbruch mit anschließendem fehlgeschlagenem Retest an der unteren Begrenzung der Flagge würde das bärische Szenario deutlich zuverlässiger machen.
Risikomanagement bleibt weiterhin sehr wichtig, denn wenn der Preis wieder in das Muster zurückkehrt und über den kurzfristigen Widerstandsbereich steigt, könnte das bärische Signal an Stärke verlieren.
XAUUSD: Abwärtskanal bleibt intaktDer Kurs bewegt sich innerhalb eines Abwärtskanals, der durch eine Reihe tieferer Hochs gekennzeichnet ist. Nachdem der Ausbruch über die obere Begrenzung des Kanals misslungen ist, hat XAUUSD nachgegeben und steuert nun auf die untere Begrenzung im Bereich von 3.935 $ zu.
Solange der Kurs unter der dynamischen Widerstandslinie verbleibt, ist das bärische Szenario das bevorzugte. Etwaige technische Erholungen dürften Verkäufern lediglich die Gelegenheit bieten, erneut in den Markt einzusteigen.
Einstieg: Verkauf bei einer Erholung.
TP (Take Profit): 3.935 $.
SL (Stop-Loss): Oberhalb des jüngsten Hochs.






















