Marktindizes
NAS100 Daily Starker impulsiver Anstieg
Breakout über mehrere Widerstände bis in den Bereich 26.650–26.745
Preis läuft gerade in eine rote Supply-/Resistance-Zone
RSI oben deutlich überkauft / nahe Extrembereich → kurzfristig Überhitzung
Bullischer Trend kurzfristig, aber gerade an einem möglichen Umkehrpunkt
Entry 26.730 - 26900
SL 26.800–26.880
TP 23086
Wenn 1D Candle unter 26.620 schließt:
26.560
26.430
26.130
25.800
25.350
24000
DAX🇩🇪 - Ausblick KW17/2026Hallo Trader,
beim DAX sind wir noch nicht so weit wie z.b. beim Nasdaq (ATH), aber wir haben eine weitere Widerstandszone durchbrochen. Ich erwarte dennoch vorerst eine Korrektur bis zu dieser Zone zurück.
Von dort aus muss man dann schauen, ob wir wieder ein Long Reversal bekommen.
Aktuell drängt sich für mich kein Trade auf und ich bleibe flat.
Widerstände:
- Zone ums ATH
Unterstützungen:
- Zone bei 24.400 - 24.200
- Zone bei 23.000 - 23.100
- Zone rund um 22.200
- Zone bei 21.500
- Runde Marke von 20.000
Happy Pips,
Michael - Team PimYourTrading
Wochenrückblick DAX – Der Kanal ist offen, Dax dreht durchFundamentale Lage & Technischer Überblick
Die vergangene Woche wurde deutlich stärker von Geopolitik als von klassischen Wirtschaftsdaten bewegt (erneut). Das dominante Thema war ganz klar der Nahostkonflikt rund um Iran, die Straße von Hormus, die US-Blockade sowie die Entwicklungen zwischen Israel, Libanon und Hezbollah.
Die Sorge um einen möglichen Angebotsschock im Energiesektor, insbesondere durch eine mögliche erneute Schließung der Straße von Hormus, hat den Markt über weite Strecken stark beeinflusst. Entsprechend sahen wir hohe Volatilität in Öl, starke Bewegungen im Dollar, ein aggressives Repricing bei den Zinserwartungen sowie deutliche Umschichtungen zwischen Risk-Off und Risk-On.
Zu Beginn der Woche lag der Fokus zunächst noch auf den klassischen Makrodaten.
Überblick:
Der US PPI fiel mit 0,5 % deutlich niedriger aus als erwartet (Forecast 1,1 %), was zunächst für etwas Entspannung auf der Inflationsseite sorgte.
Die Crude Oil Inventories kamen mit -0,913 Mio. ebenfalls deutlich unter den Erwartungen von +2,1 Mio., was auf eine stabile Nachfrage und weiterhin relevante Angebotsdynamik hindeutete.
Am Donnerstag folgten dann weitere wichtige Daten:
Die EU CPI lag mit 2,6 % leicht über den Erwartungen von 2,5 % und deutlich über dem vorherigen Wert von 1,9 %, was weiterhin Inflationsdruck signalisiert.
Der Philadelphia Fed Manufacturing Index überraschte mit 26,7 deutlich positiv gegenüber den Erwartungen von 10,3. Auch die Initial Jobless Claims lagen mit 207.000 unter den Erwartungen von 213.000.
Das Gesamtbild daraus:
Die Wirtschaft zeigt sich weiterhin robust, der Arbeitsmarkt bleibt stark und die Inflation ist noch nicht vollständig unter Kontrolle. Das spricht grundsätzlich eher gegen schnelle Zinssenkungen und ist zunächst eher belastend für Risk Assets.
Der eigentliche Gamechanger kam jedoch am Freitag.
Mit den Meldungen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus und den anschließenden Trump-Statements drehte das Sentiment massiv.
Iran signalisierte, dass kommerzielle Schiffe wieder passieren können, während militärische Durchfahrten weiterhin restriktiver behandelt werden. Kurz darauf folgten die Trump-Aussagen:
– ein Iran-Deal sei sehr nah
– die meisten Punkte seien bereits verhandelt
– ein Deal könne in ein bis zwei Tagen erfolgen
– Iran werde Hormus nicht erneut schließen
– Hauptbedingung bleibe, dass Iran keine Nuklearwaffen besitzt
Zusätzlich signalisierte Trump eine Entspannung in Richtung Libanon und erklärte, Israel werde den Libanon nicht weiter bombardieren.
Damit wechselte der Markt innerhalb weniger Stunden von maximalem Risk-Off zurück in ein starkes Risk-On Umfeld.
Die Reaktion war deutlich:
Öl wurde massiv abverkauft. Allein gestern verlor Öl knapp 10 %, auf Wochensicht rund 12,19 %. Aktuell notiert US Oil nur noch knapp unter 84 Dollar. Der Inflationsdruck nimmt damit spürbar ab.
Auch der VIX fiel weiter auf aktuell 17,47 und signalisiert einen deutlichen Rückgang der Unsicherheit und Volatilität.
Gleichzeitig wurden wieder erste Zinssenkungen für Ende des Jahres bzw. Richtung 2026 eingepreist. Selbst wenn es aktuell nur um kleinere Schritte wie 15 Basispunkte geht, zeigt das klar, wie stark sich das Sentiment gedreht hat.
Wichtig bleibt dennoch:
Ein finaler Deal ist noch nicht abgeschlossen. Auch aus Iran kamen Aussagen, dass weiterhin signifikante Differenzen bestehen, insbesondere bei Nuklearfragen und den Bedingungen rund um Waffenstillstand und Blockade. Das Event Risk ist also noch nicht vollständig vom Tisch und kann auch nächste Woche wieder schnell geändert werden.
Charttechnisch zeigte sich der DAX in dieser Woche extrem stark.
Zum Wochenstart sahen wir zunächst noch ein Gap Down aufgrund der Eskalation im Nahen Osten. Seitdem folgte jedoch keine einzige rote Tageskerze mehr.
Die 24.000er Schlüsselzone konnte nicht nur verteidigt werden, der Markt konnte sich klar darüber stabilisieren und inzwischen sogar die nächste wichtige Zone bei 24.500 nachhaltig zurückerobern.
Die von mir angesprochene Marke wurde gestern vollständig durchbrochen. Das Strukturhoch der Vorwoche bei rund 24.250 Punkten wurde ohne nennenswerte Reaktion überschritten, danach ging es nahezu direkt weiter nach oben. Ich denke hier kamen nicht nur die positiven News aus dem Nahen Osten als Treiber, sondern auch die massive Liquidation von Shot Positionen. Wer den Markt beobachten hat, konnte sehen wie schnell es nach oben ging und wie irrelevant charttechnische Level kurzfristig waren.
Das neue Hoch wurde bei rund 24.793 Punkten markiert, bevor zum Nachmittag ein kleiner Rücksetzer einsetzte. Der DAX schloss letztlich bei 24.645 Punkten.
Auf Wochensicht bedeutet das ein Plus von 3,44 %.
Seit dem klaren Bruch über die 24.500er Marke sind wir für mich auch auf Higher Timeframe wieder bullish.
Wenn man sich den Chart auf Wochenbasis anschaut, sieht man sehr deutlich, dass wir übergeordnet weiterhin ein Higher Low ausgebildet haben. Zwar kam der Rücksetzer bis in den Bereich um 22.000 Punkte, dieser wurde in den vergangenen Wochen jedoch stark aufgekauft.
Auch auf Tagesbasis haben wir inzwischen wieder ein starkes bullisches Leg aufgebaut. Die Struktur ist sauber, Momentum ist vorhanden und der Markt zeigt aktuell klare Stärke.
Für mich sind wir damit wieder klar im Bullen Modus.
Auch wenn Dienstag bis Donnerstag keine außergewöhnlich starken Trendtage vom Volumen her waren, war die Stabilisierung oberhalb der 24.000 bereits ein sehr starkes Signal. Der gestrige Ausbruch bestätigt dieses Bild nun deutlich.
Aktuell bleibt entscheidend, ob die Deeskalation im Nahen Osten Bestand hat, ob die Straße von Hormus nachhaltig offen bleibt und wie sich die kommenden Wirtschaftsdaten im Zusammenspiel mit den Zinserwartungen entwickeln.
Übergeordnet bleibt das Bild vorerst klar bullisch, auch wenn ich mir Gewinnmitnahmen und gesunde Rücksetzer sehr gut vorstellen kann und sogar begrüßen würde.
Den Wochenrückblick habe ich bewusst heute gepostet, da ich die Trump-Speech von gestern Nacht noch mit einfließen lassen wollte.
Den detaillierten Wochenausblick für die kommende Woche poste ich morgen Abend.
Wie siehst du den DAX für kommende Woche?
Schreib es mir gerne in die Kommentare.
Ansonsten wünsche ich euch ein schönes Wochenende!
Nasdaq🇺🇸 - Ausblick KW17/2025Hallo Trader,
fassen wir die Analyse der letzten Woche zusammen: für die Tonne!
Dass wir ein neues ATH sehen, hätte ich defintiv nicht erwartet und lag komplett daneben.
Aber so ist das - Handle das, was du siehst und nicht das, was du denkst.
Dennoch - 4000 Punkte (15% !) Anstieg ohne Korrektur. Mir fehlt da die Fantasie, dass wir da nun so weiterlaufen. Für mich schreit das alles nach einer Korrektur.
Widerstände:
-
Unterstützungen:
- Zone bei 26.200
- Zone bei 24.000
- Zone um 23.000
- Zone bei 21.500
Happy Pips!
Michael - Team PimpYourTrading
SP500🇺🇸 - Ausblick KW17/2025Hallo Trader,
die Indizies am ATH trotz Iran Krieg und hohen Ölpreisen - wenn mir das einer vor 2 Wochen mal so gesagt hätte. Ich hätte es ihm nicht geglaubt...
📆 Fundamentaler Wochenausblick KW17 (21.04.–24.04.)
Die Märkte bleiben auch in KW17 klar im Griff der geopolitischen Lage rund um den Iran-Konflikt. Der Ölmarkt steht weiterhin im Zentrum und sorgt für anhaltenden Inflationsdruck sowie steigende Unsicherheit bezüglich des globalen Wachstums. Jede neue Schlagzeile aus der Region kann aktuell unmittelbare Marktbewegungen auslösen – insbesondere bei Öl, Gold und dem USD. Das übergeordnete Thema bleibt damit bestehen: Inflation durch Energie trifft auf eine sich abschwächende Konjunktur.
Zum Wochenstart rücken mit den ZEW-Konjunkturerwartungen aus Deutschland sowie den US-Einzelhandelsumsätzen direkt zwei wichtige Stimmungs- und Konsumindikatoren in den Fokus. Sie geben Aufschluss darüber, wie stabil Europa und vor allem die US-Wirtschaft aktuell noch sind.
Am Mittwoch steht die Inflation aus Großbritannien im Mittelpunkt, während die US-Rohöllagerbestände kurzfristig den Ölpreis bewegen können. Zusätzlich könnten Aussagen von EZB-Präsidentin Lagarde Einfluss auf die Erwartungen an die Geldpolitik haben.
Der Donnerstag wird dann zum wichtigsten Datentag der Woche: Mit den Einkaufsmanagerindizes (PMIs) aus Deutschland und den USA sowie den US-Arbeitsmarktdaten erhält der Markt ein aktuelles Bild zur wirtschaftlichen Aktivität. Hier zeigt sich, ob sich die Wachstumsschwäche weiter durchsetzt.
Zum Wochenschluss rundet der ifo-Geschäftsklimaindex aus Deutschland das Gesamtbild ab und gibt Einblicke in die Lage der Unternehmen.
📈 Warum steigen die Indizes trotzdem auf All Time Highs?
Auf den ersten Blick wirkt die aktuelle Marktlage widersprüchlich:
Geopolitische Risiken, steigende Ölpreise und Inflationsdruck – und trotzdem markieren vor allem US-Indizes wie der Nasdaq neue Höchststände.
Der Grund liegt in einer extrem selektiven Marktstruktur:
• 💻 AI-Boom & Big Tech dominieren
Einige wenige Mega-Cap-Tech-Unternehmen treiben die Indizes maßgeblich nach oben
• 💰 Kapitalflucht in Qualität
In unsicheren Zeiten fließt Kapital gezielt in starke, margenstarke Unternehmen
• 📉 Zinssenkungen bleiben eingepreist (mittelfristig)
Trotz kurzfristiger Inflationsrisiken erwartet der Markt weiterhin lockerere Geldpolitik
• 🇺🇸 Relative Stärke der USA
Im globalen Vergleich wirkt die US-Wirtschaft robuster → Kapitalzufluss in US-Märkte
Wichtig zu verstehen:
Der Markt ist nicht breit stark, sondern wird von wenigen Aktien getragen.
Fazit:
Die Märkte befinden sich in einem Spannungsfeld aus geopolitischer Eskalation, steigenden Energiepreisen und nachlassender Wachstumsdynamik. Während Öl aktuell der zentrale Makrotreiber bleibt, zeigen die Aktienmärkte – insbesondere der Nasdaq – ein anderes Bild, getrieben von Tech, AI und Kapitalflüssen.
Genau diese Divergenz macht den Markt aktuell anfällig und volatil.
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Chart SP500 🇺🇸
Nun - wir stehen am ATH und haben trotz der aktuellen Lage ohne Korrektur 1000 Punkte zurückgelegt. Also selbst die kühnsten Optimisten dürften nun langsam keine Long Positionen mehr aufbauen.
Wie oben beschrieben ist das Gebilde meiner Meinung nach äußerst fragil und schreit nach einer Korrektur.
Ich eröffne eine erste kleine Short Position. Ziel 1: Support bei etwa 7000 Punkten
Danach kommt es darauf an, wie der Markt an dieser Zone reagiert.
Widerstände
-
Unterstützungen:
- Zone ums ATH bei ca 7000 Punkten
- Zone um 6750
- Tiefs bei 6500
- Tiefs bei 6350
- Zone bei 6150 - 6200
- Zone bei 5770 - 5800
Happy Pips!
Michael - Team PimpYourTrading
Wie Strukturiere ich das FundamentaleMoin zusammen, willkommen zu Tag 22.
Wir haben die Instrumente. Wir haben die Maschinerie. Wir haben die Mathematik. Wir haben die Trades.
Aber eine Frage ist bisher offen geblieben – und es ist die wichtigste Frage überhaupt.
Woher kommen die Zinsen eigentlich?
Wir haben an Tag 18 gesagt: Der Bond-Markt bestimmt den Preis des Geldes. Okay. Aber was bestimmt den Bond-Markt? Woher weiß der Markt, ob die 10-Year bei 3 %, 4 % oder 7 % stehen sollte? Was treibt die Fed, wann sie senkt und wann sie erhöht? Warum invertiert die Kurve überhaupt an einem ganz bestimmten Punkt – und nicht drei Monate früher oder später?
Die Antwort ist nicht Magie. Die Antwort ist nicht Candlestick-Patterns. Die Antwort sind Fundamentaldaten – die harten ökonomischen Zahlen, die jeden Dienstag, Mittwoch und Freitag um 8:30 Uhr Eastern Time auf den Bloomberg-Bildschirmen der Welt aufpoppen. GDP. NFP. CPI. PCE. ISM. Retail Sales. Initial Claims. Sentiment Surveys. Das sind keine akademischen Vokabeln. Das sind die Atemgeräusche der Wirtschaft. Und wer sie lesen kann, sieht Zinsbewegungen Monate bevor sie passieren.
Heute lernen wir genau das. Heute wird aus dem Bond-Trader ein Makro-Ökonom mit Edge. Wir nehmen die trockene Theorie, die in jedem Fixed-Income-Lehrbuch steht, und verwandeln sie in ein operatives Trading-Framework. Kein Uni-Geschwafel. Kein Konferenzraum-BWL. Echte Werkzeuge, die ihr morgen früh um 7 Uhr anwenden könnt.
Das hier wird sehr lang. Das hier wird sehr dicht. Und das hier wird – das verspreche ich euch – euer Verständnis davon, warum der Bond-Markt sich so bewegt, wie er sich bewegt, komplett neu verdrahten. Denn alles, was wir in Tag 18–21 gelernt haben, ist die Sprache. Fundamentaldaten sind die Geschichte, die in dieser Sprache erzählt wird.
Schnallt euch an. Tag 22 ist der Moment, in dem ihr aufhört, auf die Zinsen zu reagieren – und anfangt, sie zu antizipieren.
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Kapitel 1: Warum ihr wie ein Ökonom denken MÜSST – und wie Ökonomen wirklich denken
Die meisten Retail-Trader haben ein zutiefst falsches Bild davon, was Ökonomen tun. Sie denken: Ökonomen sind diese grauen Typen im grauen Anzug, die in grauen Büros graue PowerPoints zusammenklicken und auf CNBC Prognosen abgeben, die zu 50 % daneben liegen.
Das ist – teilweise – richtig. Aber es verfehlt den Punkt.
Die wahren Ökonomen, die in den Research-Teams von Goldman, Morgan Stanley, PIMCO und Bridgewater sitzen, sind keine Prognostiker. Sie sind Detektive. Sie nehmen eine chaotische Welt voller widersprüchlicher Signale und versuchen, daraus ein kohärentes Bild zu bauen, das ihnen eine Wahrscheinlichkeitsverteilung über die Zukunft gibt. Nicht „Die GDP wird nächstes Quartal bei 2,3 % liegen" – sondern: „Gegeben die aktuelle Datenlage, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den nächsten 12 Monaten bei etwa 40 %, mit den folgenden drei Szenarien..."
Das ist der Unterschied zwischen Amateur und Profi. Der Amateur sucht Gewissheit. Der Profi arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten. Und der Bond-Markt ist ein riesiger, kollektiver Wahrscheinlichkeits-Rechner – in dem Milliarden Dollar täglich darauf gewettet werden, welches Szenario am wahrscheinlichsten ist.
Der Kern des ökonomischen Denkens: Knappheit und Wahl
Wenn ihr nur eine einzige Sache heute mitnehmt dann diese: Ökonomie ist die Wissenschaft der Wahl unter Knappheit. Punkt.
Wenn es keine Knappheit gäbe, gäbe es keine Wahl. Wenn es keine Wahl gäbe, gäbe es keine Ökonomie. Wir alle sind durch zwei fundamentale Ressourcen begrenzt: Geld und Zeit. Wir verdienen nicht unendlich viel. Wir leben keine unendliche Zeit. Also müssen wir wählen – was kaufen wir, was nicht. Was tun wir, was nicht.
Ökonomen gehen davon aus, dass wir versuchen, die bestmögliche Wahl zu treffen. Konsumenten maximieren ihren Nutzen unter dem Budgetconstraint. Firmen maximieren ihren Gewinn unter dem Kostenconstraint. Mathematisch sind das constrained optimization problems – Optimierung unter Nebenbedingungen.
Aber – und das ist der Punkt, den die Lehrbücher oft verschweigen – die Rationalitäts-Annahme ist oft falsch. Erinnert euch an Tag 15 (John Bull) und Tag 16 (Whisky der Notenbanken). Menschen verhalten sich emotional, süchtig, gierig, ängstlich. Genau deshalb gibt es Blasen. Genau deshalb gibt es Crashes. Genau deshalb gibt es Edges für Trader, die beides verstehen: Wie sich Menschen verhalten SOLLTEN (Lehrbuch) und wie sie sich tatsächlich verhalten (Realität).
Der Leitspruch, den ihr euch merken müsst: "Never lose sight of the alternative"
Wenn ihr ökonomisch denkt, denkt ihr immer in Alternativen. Jede Entscheidung hat Kosten – aber die wahren Kosten sind nicht nur das, was ihr bezahlt, sondern das, was ihr dafür aufgebt. Das nennt man Opportunitätskosten.
Kleines Beispiel aus der ökonomischen Theorie, das euch das Prinzip für immer einbrennt: Firmen maximieren ihren Gewinn, wenn die Grenzeinnahme gleich den Grenzkosten ist. Klingt nach Lehrbuch, oder? Aber hier ist der Haken: Wenn die optimale Produktion X mit Null-Profit oder negativem Profit verbunden ist, produzieren Firmen gar nichts. Warum? Weil die Alternative (nichts produzieren, Null-Profit) besser ist als X produzieren mit Null-Profit und allen Produktionskosten. Der optimale Punkt ist nicht immer der Punkt, an dem ihr die Formel anwendet. Der optimale Punkt ist der, an dem ihr die beste Alternative wählt.
Übertragen auf den Bond-Markt: Wenn ihr 1 Million in einen 10-Jahres-Treasury zu 4 % investiert, sind die Kosten nicht Null. Die Kosten sind das, was ihr mit dieser 1 Million NICHT machen könnt. Ihr könntet sie in Corporate Bonds stecken (5 %), in Aktien (erwartet 8 %), in Krypto (erwartet völlig unklar, aber hohe Volatilität), oder in Cash (3 % Money Market, aber jederzeit verfügbar).
Jede Alternative hat eine andere Rendite-Erwartung und ein anderes Risiko-Profil. Der Trade ist nicht „Kaufe ich den Bond oder nicht?" – der Trade ist „In welche meiner zehn besten Alternativen stecke ich mein Kapital, gegeben das aktuelle Makro-Regime?"
Das ist der Unterschied zwischen einem Trader, der Trades macht, und einem Portfolio-Manager, der Kapital allokiert. Der Trader fragt: „Geht der Preis hoch oder runter?" Der Portfolio-Manager fragt: „Wo bekomme ich das beste Risiko-adjustierte Return pro investiertem Dollar, gegeben alle Alternativen, die mir zur Verfügung stehen?"
Ab heute denkt ihr wie ein Portfolio-Manager. Auch wenn ihr nur eine kleine Position habt. Denn die Mentalität ist dieselbe – nur die Skalierung ist anders.
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Das Gesetz von Angebot und Nachfrage – und warum Geld ein Gut ist wie jedes andere
Angebot und Nachfrage. Ihr kennt das aus der Schule. Produzenten wollen viel verkaufen zu hohen Preisen. Konsumenten wollen viel kaufen zu niedrigen Preisen. Wo sich die beiden Kurven schneiden, entsteht der Marktpreis. Wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt, fällt der Preis, um mehr Käufer anzulocken. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, steigt der Preis, um Produzenten zu zusätzlicher Produktion zu motivieren.
Aber hier kommt der Gedanke, der für Bond-Trader absolut zentral ist – und den 99 % der Retail-Investoren nie richtig internalisieren:
Geld ist ein Gut wie jedes andere. Es hat ein Angebot. Es hat eine Nachfrage. Und sein „Preis" ist der Zins.
Lest das dreimal. Denn hier beginnt alles
Wenn mehr Geld im System ist als gebraucht wird (Angebot > Nachfrage), fällt der Preis von Geld → Zinsen fallen. Wenn Geld knapp ist, während die Nachfrage hoch bleibt (Angebot < Nachfrage), steigt der Preis von Geld → Zinsen steigen.
Klingt simpel. Ist es auch. Aber die Implikationen sind gewaltig:
- Wenn die Fed Anleihen kauft (QE), pumpt sie Geld ins System → Angebot steigt → Zinsen fallen.
- Wenn die Regierung massiv Schulden aufnimmt (hohe Bond-Emissionen), saugt sie Geld aus dem System → relatives Angebot sinkt → Zinsen steigen.
- Wenn die Wirtschaft boomt, wollen alle investieren, expandieren, konsumieren → Geldnachfrage explodiert → Zinsen steigen.
- Wenn die Wirtschaft einbricht, horten alle Cash, niemand investiert → Geldnachfrage kollabiert → Zinsen fallen.
Das ist der Makro-Kompass. Und ab hier wird es operativ
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Aggregate Demand vs. Aggregate Supply – die Makro-Version des Gesetzes
In der Mikro-Ökonomie geht es um einzelne Güter – Brot, Autos, Smartphones. Jedes Gut hat seine eigene Angebots- und Nachfragekurve. Aber in der Makro-Ökonomie aggregieren wir alles: Alle Konsumenten, alle Firmen, alle Güter und Dienstleistungen. Das Ergebnis sind zwei Kurven, die das gesamte Wirtschaftsschicksal eines Landes bestimmen:
Aggregate Demand (AD) – die Gesamtnachfrage: Die Menge an Gütern und Dienstleistungen, die alle Käufer (Konsumenten, Firmen, Regierung, Ausland) zu einem bestimmten Preisniveau kaufen wollen. AD wird getrieben von vier Komponenten – und jeder einzelne Bond-Trader der Welt muss diese Formel auswendig kennen:
BIP = Konsum + Investitionen + Staatsausgaben + (Exporte − Importe)
Diese vier Komponenten sind die vier Hebel, an denen Regierungen und Zentralbanken ziehen können, um das BIP zu beeinflussen. Und jede Bewegung an einem dieser Hebel hat direkte Konsequenzen für die Zinsen.
1. Konsum fällt → AD fällt → Wachstum schwächt → Zinsen fallen (Zentralbank senkt, um zu stimulieren)
2. Regierung erhöht Staatsausgaben → AD steigt → Wachstum beschleunigt → Zinsen steigen (Inflationsrisiko)
3. Exporte kollabieren (z. B. durch starke Währung) → AD fällt → Wachstum schwächt → Zinsen fallen
4. Investitionen brechen ein (z. B. wegen Unsicherheit) → AD fällt → Zinsen fallen
Aggregate Supply (AS) – das Gesamtangebot: Die Menge an Gütern und Dienstleistungen, die alle Produzenten zu einem bestimmten Preisniveau produzieren können und wollen. AS wird getrieben von: Arbeitsangebot, Kapital, Technologie, Produktivität, Rohstoffpreisen.
Wenn AS nach links verschoben wird (z. B. durch einen Öl-Schock, der die Produktionskosten sprengt), passieren zwei Dinge gleichzeitig: Preise steigen (Inflation) UND Output fällt (Rezession). Das ist Stagflation – der Alptraum der Zentralbanken. Und das ist genau das, was in den 1970ern passierte, als die OPEC den Ölpreis vervierfachte. Die Fed saß damals in der Falle: Zinsen senken, um das Wachstum zu retten? Dann explodiert die Inflation weiter. Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen? Dann stürzt die Wirtschaft tiefer in die Rezession. Volcker wählte später den zweiten Weg – mit brutalen Konsequenzen, aber langfristig richtig
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Die Zeithorizont-Unterscheidung, die alles verändert
Es gibt ein Konzept das für euch als Trader kritisch ist und das die meisten Retail-Investoren komplett falsch verstehen: Kurzfristige vs. langfristige Elastizität der Angebotskurve.
Kurzfristig (6–18 Monate): Die Angebotskurve ist steil (inelastisch). Warum? Weil Firmen auf höhere Nachfrage nur begrenzt reagieren können. Sie können bestehende Arbeiter Überstunden machen lassen. Sie können bestehende Maschinen härter laufen lassen. Aber eine neue Fabrik bauen? Neue Mitarbeiter rekrutieren und ausbilden? Das dauert Jahre.
Langfristig (3+ Jahre): Die Angebotskurve ist flach (elastisch). Langfristig können Firmen alle Ressourcen anpassen – neue Plants, neue Technologien, mehr Mitarbeiter.
Die Implikation für euch: Eine Nachfrage-Ausweitung trifft kurzfristig die PREISE (Inflation), langfristig den OUTPUT (Wachstum). Deshalb sind die Zinsreaktionen auf Makro-Events oft in zwei Phasen:
Phase 1 (erste 6 Monate): Kurze Zinsen steigen, weil Inflation springt. Lange Zinsen steigen auch, aber gebremster.
Phase 2 (12–24 Monate): Kurze Zinsen fallen, weil Fed gesenkt hat. Lange Zinsen fallen stärker, weil langfristig klar wird, dass die Inflation nicht dauerhaft ist.
Das ist die Grundlage für Bull Flattener/Bear Steepener-Setups aus Tag 21. Hier seht ihr, wie die Theorie von Tag 22 direkt in die Trades von Tag 21 fließt.
Das geheime Konzept, das die Fed wirklich antreibt
Ein Konzept, das fast kein Retail-Trader kennt, aber das jede Fed-Entscheidung beeinflusst: die Output-Gap.
Die Output-Gap ist die Differenz zwischen dem tatsächlichen BIP und dem potenziellen BIP (dem BIP, das die Wirtschaft theoretisch bei Vollbeschäftigung und voller Kapazitätsauslastung produzieren könnte). Ist die Gap negativ (tatsächliches BIP < Potenzial), gibt es Slack in der Wirtschaft – Arbeiter ohne Job, Fabriken, die nicht voll laufen. Nachfrage kann stimuliert werden, ohne Inflation zu erzeugen. Ist die Gap positiv (tatsächliches BIP > Potenzial), läuft die Wirtschaft heiß, Engpässe entstehen überall, und zusätzliche Nachfrage erzeugt nur noch Preisdruck.
Die Fed schätzt die Output-Gap ständig. Und ihre Zinsentscheidungen basieren zu einem großen Teil auf dieser Schätzung:
Output-Gap stark negativ (Rezession, viel Slack) → Fed senkt aggressiv, auch bei steigender Inflation (weil Inflation als „vorübergehend" eingestuft wird).
Output-Gap nahe Null (Vollbeschäftigung) → Fed wird nervös bei jedem Inflationssignal.
Output-Gap positiv (Überhitzung) → Fed erhöht aggressiv, auch bei sinkendem Wachstum.
Wer die Output-Gap-Schätzungen des CBO (Congressional Budget Office) und der Fed im Kopf hat, kann Fed-Entscheidungen oft Quartale vorher antizipieren. Das ist ein brutaler Edge.
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Innerhalb der Ökonomie gibt es zwei große Denkschulen, die seit 80 Jahren erbittert streiten – und ihr müsst diesen Streit verstehen, weil er jedes Fed-Meeting, jedes Makro-Research, jede politische Debatte prägt.
Keynesianer (benannt nach John Maynard Keynes, 1936): Glauben, dass die Nachfrage (AD) der dominante Treiber der Wirtschaft ist. In Rezessionen bricht die Nachfrage ein, Firmen entlassen, Konsumenten sparen, eine Abwärtsspirale entsteht. Die Lösung: Staat und Zentralbank MÜSSEN intervenieren. Expansive Fiskalpolitik (Staatsausgaben), expansive Geldpolitik (Zinsen senken). Keynesianer sehen die AS-Kurve kurzfristig als flach (elastisch) – also: Nachfrage stimulieren erhöht Output, ohne viel Inflation zu erzeugen. Die berühmte Phillips-Kurve – der angebliche Trade-off zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit – ist eine klassisch keynesianische Idee.
Monetaristen (benannt nach Milton Friedman, 1960er): Glauben, dass das Geldangebot der dominante Treiber ist. „Inflation is always and everywhere a monetary phenomenon." – Friedmans berühmter Satz. Die Lösung ist: **Zentralbank sollte das Geldangebot stabil und vorhersehbar halten, mehr nicht.** Monetaristen sehen die AS-Kurve als **steil** (inelastisch) – also: Nachfrage stimulieren erzeugt nur Inflation, nicht mehr Output. Langfristig gibt es keinen Trade-off zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit.
Die meisten Ökonomen sind sich heute einig: Langfristig gibt es keinen Trade-off zwischen Output und Inflation. Versuche, die Wirtschaft dauerhaft über das Gleichgewichts-Output-Niveau zu drücken, erzeugen nur Inflation. Aber kurzfristig kann expansive Politik tatsächlich Arbeitslosigkeit senken und Wachstum pushen – für eine Weile.
Die Fed ist in den letzten 40 Jahren zwischen diesen Polen gependelt. Volcker (1979–1987) war stark monetaristisch – er fokussierte auf Money-Supply-Targets. Greenspan und Bernanke waren pragmatische Keynesianer – sie intervenierten aggressiv. Powell heute ist eine Mischung – er fokussiert auf Inflation UND Beschäftigung.
Wenn ihr wissen wollt, wie die Fed reagieren wird, müsst ihr wissen, welche Philosophie gerade dominiert. Und das kann sich ändern – sehr schnell. Erinnert euch an 2022, als Powell plötzlich Volcker-Zitate verwendete, um seine aggressive Zinserhöhungspolitik zu rechtfertigen. Das war ein Signal. Der Markt hat es eingepreist. Die Kurve invertierte. Die klassische Reaktion.
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Der Business Cycle – Das vielleicht wichtigste Konzept der gesamten Makro-Ökonomie
Die Wirtschaft atmet. Sie hat einen Rhythmus. Sie expandiert, erreicht einen Höhepunkt, kontrahiert, erreicht einen Tiefpunkt, expandiert wieder. Dieses Auf und Ab nennt man Business Cycle – den Konjunkturzyklus.
Jede einzelne Asset-Klasse performt in jeder Phase des Zyklus anders. Aktien performen in der frühen Expansion am besten. Rohstoffe in der späten Expansion. Bonds in der Rezession. Cash am Tiefpunkt. Wer den Zyklus liest, rotiert sein Kapital in die Asset-Klasse, die gerade Rückenwind hat. Wer ihn nicht liest, reitet jede Welle zufällig.
Die Self-Reinforcing-Dynamik: Warum Zyklen existieren
Bevor wir die vier Phasen zerlegen, müsst ihr eine fundamentale Wahrheit verstehen: Der Business Cycle ist nicht zufällig. Er ist ein selbstverstärkendes System aus Feedback-Loops.
Stellt euch vor, ihr werft einen Stein in einen ruhigen Teich. Es entstehen konzentrische Ringe, die sich ausbreiten. In der Wirtschaft ist es genauso – nur mit hunderten von Steinen, die ständig geworfen werden. Jede Maßnahme der Fed, jeder Handelsvertrag, jeder Ölpreis-Schock, jeder Geopolitik-Event erzeugt Ripples, die sich durch die Wirtschaft fortpflanzen, auf andere Ripples treffen, sich verstärken oder aufheben.
Das bedeutet auch: Eine ökonomische Variable wie der Zinssatz ist mal die Ursache (die geworfene Stein, die unabhängige Variable) und mal die Wirkung (die entstandene Welle, die abhängige Variable). Die Herausforderung ist, zu wissen, wo man im Zyklus gerade steht – und entsprechend, ob man gerade einen Stein wirft oder eine Welle beobachtet.
Diese Feedback-Loops erzeugen zwei Arten von Zirkeln
Der Virtuous Circle (Aufwärtsspirale):
Ein positives Ereignis – sagen wir, ein großer Handelsvertrag – verschiebt die Nachfragekurve nach außen. Firmen machen mehr Gewinn. Sie investieren mehr und stellen ein. Arbeitslosigkeit fällt, Löhne steigen. Konsumenten haben mehr Geld, konsumieren mehr. Nachfrage steigt weiter. Vertrauen wächst. Der Zyklus wiederholt sich – immer stärker. Preissteigerungen in dieser Phase reflektieren einen Überfluss an Nachfrage relativ zum Angebot – eine gesunde Wirtschaft.
Der Vicious Circle (Abwärtsspirale):
Ein negativer Schock – sagen wir, ein Ölpreis-Schock – verschiebt die Angebotskurve zurück. Firmengewinne fallen. Marginale Unternehmen schließen, andere überleben nur, indem sie Jobs und Investitionen kürzen. Einkommen fallen, Konsum kollabiert. Nachfrage und Vertrauen ziehen sich weiter zurück. Der Zyklus wiederholt sich – immer tiefer. Preissteigerungen in dieser Phase reflektieren die Kosten des Wirtschaftens, nicht Nachfrage. Hohe und volatile Inflation macht die Bewertung von Kosten und Nutzen sehr unsicher.
Das Entscheidende: Diese Spiralen sind selbstverstärkend und schwer zu durchbrechen. Deshalb wirken Fed-Interventionen oft mit Verzögerung – die Fed muss nicht nur den aktuellen Zustand ändern, sondern die Momentum-Dynamik des Zyklus brechen. Das dauert.
Für euch als Trader bedeutet das: Wer den Anfang einer Spirale erkennt, hat einen Edge von mehreren Monaten. Wer erst reagiert, wenn die Spirale schon sichtbar ist, kommt zu spät. Die Fruhindikatoren, die wir gleich besprechen, sind genau das – Werkzeuge, um den Anfang einer Spirale zu erkennen, bevor die Masse es tut.
Die vier Phasen des Zyklus
Phase 1: Early Expansion (Rezession gerade vorbei)
- Makro: Wachstum kehrt zurück, aber langsam. Arbeitslosigkeit hoch, aber fallend. Inflation niedrig. Viel Slack in der Wirtschaft.
- Fed: Zinsen niedrig, oft QE aktiv. Geldpolitik maximal akkommodierend. Fokus liegt weniger auf Inflationssignalen und mehr auf Leading Indicators einer Erholung.
- Yield Curve: Steil (Bull-Steepener-Nachwirkungen). Kurze Zinsen nah Null, lange Zinsen beginnen zu steigen.
- Beste Assets: Aktien (besonders Small Caps, Cyclicals), Credit (High Yield verengt sich), **Rohstoffe** (beginnen zu steigen).
- Schlechteste Assets: Lange Bonds (leiden unter steigenden Langzinsen), Cash (verliert gegen Inflation).
- Bond-Trade aus Tag 21: Bear Steepener via Short 30Y.
- Historisches Beispiel: 2009–2011, 2020–2021.
Phase 2: Mid Expansion (der Sweet Spot)
- Makro: Wachstum solide. Arbeitslosigkeit fällt weiter. Inflation steigt moderat, aber unter Kontrolle. Output-Gap schließt sich.
- Fed: Beginnt vorsichtig zu erhöhen. „Gradual tightening." Kommunikation balanciert – nicht hawkish, nicht dovish.
- Yield Curve: Flacht ab (Bear Flattener). Kurze Zinsen steigen, lange Zinsen bleiben anchored.
- Beste Assets: Aktien (besonders Quality, Tech, Growth), Credit (stabil, Spreads eng).
- Schlechteste Assets: Lange Bonds (noch immer unter Druck).
- Bond-Trade aus Tag 21: Bear Flattener.
- Historisches Beispiel: 2013–2017, 2017–2018.
Phase 3: Late Expansion (der gefährliche Höhepunkt)
- Makro: Wachstum hoch, aber verlangsamt sich. Arbeitslosigkeit niedrig (Vollbeschäftigung). Inflation deutlich über Ziel. Output-Gap positiv. In fortgeschrittenen Phasen des Business Cycle liegt der Fed-Fokus stark auf dem Risiko der Inflation.
- Fed: Aggressiv im Zinserhöhungszyklus. Hawkish-Kommunikation.
- Yield Curve: Wird flach oder invertiert. Inversion = Warnsignal.
- Beste Assets: Rohstoffe (letzte Rally), Defensive Aktien (Healthcare, Utilities), Cash (ansteigende Attraktivität, hohe kurze Zinsen).
- Schlechteste Assets: Cyclische Aktien (beginnen zu drehen), High Yield Credit (Spreads beginnen zu weiten).
- Bond-Trade aus Tag 21: Flattener → Pre-Positioning für Bull Steepene*.
- Historisches Beispiel: 2006–2007, 2018–2019, 2022–2023.
Phase 4: Recession (Contraction)
- Makro: Wachstum negativ. Arbeitslosigkeit steigt rapide. Inflation fällt oder wird negativ (Deflation). Output-Gap wird stark negativ. In der Kontraktionsphase liegt der Fed-Fokus auf dem Risiko weiterer Wirtschaftsverschlechterung.
- Fed: Pivot. Senkt Zinsen aggressiv, oft QE reaktiviert.
- Yield Curve: Bull Steepener. Kurze Zinsen crashen, lange Zinsen fallen auch, aber weniger stark.
- Beste Assets: **Lange Bonds** (Duration-Rally), **Gold** (Safe Haven), **Defensive Aktien**, Cash (Optionalität).
- Schlechteste Assets: Cyclische Aktien, High Yield Credit (Spreads explodieren), m Rohstoffe.
- Bond-Trade aus Tag 21: Bull Steepener (Short 2Y / Long 10Y, duration-neutral).
- Historisches Beispiel: 2008–2009, 2001, 1990, März 2020.
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Die Zerlegung der Bond-Rendite – Das Herzstück des Makro-Tradings
Jetzt kommt das Herzstück. Die eine Formel, die ihr euch einrahmen und aufhängen solltet. Jede Bond-Rendite auf diesem Planeten – egal ob US-Treasury, Bundesanleihe, Apple Corporate Bond oder brasilianische Staatsanleihe – lässt sich in drei Komponenten zerlegen
Bond-Rendite = Risikofreie reale Zinsrate + Erwartete Inflation + Risikoprämie
Der risikofreie nominale Zinssatz (die „nominale risikofreie Rate") setzt sich aus den ersten beiden Komponenten zusammen: reale Rate + erwartete Inflation. Die Risikoprämie ist die dritte, separate Komponente. Und die Arbeit des Makro-Traders besteht darin, jede dieser drei Komponenten separat zu analysieren, zu antizipieren und zu handeln. Denn jede Komponente wird von anderen Kräften getrieben. Jede Komponente bewegt sich unabhängig. Jede Komponente bietet eigene Trade-Setups.
Gehen wir sie durch
Komponente 1: Die risikofreie reale Zinsrate – Der Preis der Zeit
Die risikofreie reale Zinsrate ist der reine Zeitwert des Geldes – befreit von Inflation, befreit von Kreditrisiko, befreit von allem. Sie misst, wie stark die Gesellschaft als Ganzes Konsum heute gegenüber Konsum morgen bevorzugt.
Erinnert euch an Tag 12 – Zeitpräferenz. Wenn die Menschen lieber heute konsumieren wollen (weil sie optimistisch sind, weil die Wirtschaft boomt, weil Investitionen viel Rendite versprechen), müssen Sparer höhere Zinsen bekommen, um zum Verzicht überredet zu werden → reale Zinsen steigen. Eine boomende Wirtschaft = hohe Investitions- und Konsumlust = starke Präferenz für Geld jetzt = steigende Realzinsen.
Wenn die Menschen lieber morgen konsumieren wollen (weil sie Angst haben, weil die Wirtschaft schwächelt, weil niemand investieren will), sind Sparer massenhaft da und die Nachfrage nach Krediten ist gering → reale Zinsen fallen. Eine stagnierende Wirtschaft = Vorsicht = Wunsch, das Ausgeben auf sicherere Zeiten zu verschieben = steigende Sparquote = fallende Realzinsen
Was sind die Treiber der realen Zinsrate
1. Produktivitätswachstum (höhere Produktivität → mehr Investitionsmöglichkeiten → höhere Realzinsen)
2. Demografie (alternde Gesellschaften → mehr Sparer → niedrigere Realzinsen)
3. Risikobereitschaft (Vertrauen hoch → Investitionen hoch → Realzinsen hoch)
4. Globale Kapitalströme (China und Ölstaaten kaufen US-Treasuries → Realzinsen in den USA niedriger)
Wie ihr die reale Zinsrate direkt beobachtet: In Märkten mit inflationsindexierten Bonds (USA: TIPS, UK: Linkers, Eurozone: OATi) ist die reale Zinsrate direkt ablesbar. Der Yield eines 10-jährigen TIPS ist die reale 10-Jahres-Zinsrate. Punkt.
Der 10-jährige TIPS-Yield bewegt sich typischerweise im Bereich von −1 % bis +2 %. Wenn er stark negativ ist (wie 2020–2021), sagt der Markt: „Die Zukunft wird mies, Sparen ist sinnlos." Wenn er stark positiv ist (wie 2023–2024), sagt der Markt: „Die Zukunft sieht produktiv aus, Geld hat wieder einen Preis."
Die reale Zinsrate ist der fundamentalste Barometer der Wirtschaft. Wichtiger als jede Inflationszahl. Wichtiger als jede Fed-Entscheidung. Wenn die realen Zinsen steigen, ist das ein tektonisches Signal – die gesamte Gravitation der Finanzmärkte verschiebt sich.
Komponente 2: Die erwartete Inflation – Das kollektive Gedächtnis der Märkte
Die zweite Komponente ist die erwartete Inflation – die Kompensation, die Investoren für den erwarteten Kaufkraftverlust verlangen. Erinnert euch an Tag 20: Inflation ist der stille Killer eures Vermögens.
Wie Inflationserwartungen entstehen:
Wir leben in einer dynamischen Welt sich ändernder Preise und Output. Basierend auf vergangenen Erfahrungen lernen wir, wie Inflation unsere Kaufkraft erodiert – wie dieselbe Menge Geld weniger Güter kauft. Um unsere Kaufkraft zu erhalten, bauen wir die Erwartung zukünftiger Preissteigerungen in die Preise ein, die wir heute für Arbeit, Kapital, Güter und Dienstleistungen setzen. Dieses Verhalten ist besonders wichtig in Umgebungen mit hoher und volatiler Inflation
Es gibt zwei klassische Ansätze, wie Akteure ihre Inflationserwartungen bilden
Adaptive Erwartungen: Menschen extrapolieren aus der Vergangenheit. Wenn die Inflation 3 Jahre lang bei 5 % war, erwarten sie auch die nächsten 3 Jahre 5 %. Das ist der „Backward-Looking"-Ansatz. Funktioniert in stabilen Regimen, versagt in Turning Points.
Rationale Erwartungen: Menschen benutzen alle verfügbaren Informationen, um die Zukunft möglichst genau zu prognostizieren. Das ist der „Forward-Looking"-Ansatz. Funktioniert in Theorie perfekt, in Praxis nie vollständig.
In der Realität ist es eine Mischung. Und hier kommt der entscheidende Punkt für euch: Inflationserwartungen sind selbstverstärkend. Wenn alle glauben, die Inflation wird steigen, verhalten sie sich so, dass sie tatsächlich steigt – Arbeiter fordern höhere Löhne, Firmen heben Preise, Konsumenten kaufen vorab. Die Prophezeiung erfüllt sich selbst.
Genau deshalb ist die Glaubwürdigkeit der Zentralbank so kritisch. Eine glaubwürdige Zentralbank kann Inflationserwartungen anchored halten – Arbeiter, Firmen, Konsumenten glauben, dass die Inflation langfristig bei 2 % liegt, und verhalten sich entsprechend. Eine unglaubwürdige Zentralbank (Beispiel: Türkei unter Erdogan) verliert die Kontrolle über die Erwartungen, und dann rast die Inflation aus dem Ruder. Die Zentralbank spielt eine Schlüsselrolle bei der Formung dieser Erwartungen – egal ob die Akteure rückwärts oder vorwärts schauen
Wie ihr Inflationserwartungen direkt beobachtet
1. Breakeven Inflation (TIPS-Spread): Differenz zwischen nominalem Treasury-Yield und TIPS-Yield gleicher Laufzeit. Beispiel: 10Y-Nominal = 4,2 %, 10Y-TIPS = 1,9 %. Breakeven = 2,3 %. Das ist die vom Markt eingepreiste 10-Jahres-Durchschnittsinflation.
2. Michigan Consumer Inflation Expectations: Umfrage unter US-Konsumenten zu ihren 1-Jahres- und 5-Jahres-Inflationserwartungen. Monatlich veröffentlicht. Ein wichtiger Frühindikator für die Fed.
3. NY Fed Survey of Consumer Expectations: Detailliertere Umfrage mit 1, 3 und 5-Jahres-Horizonten.
4. 5y5y Forward Breakeven: Die in 5 Jahren erwartete 5-Jahres-Inflation. Der Lieblings-Indikator der Fed, weil er die „long-term anchoring" der Erwartungen misst.
Wenn ihr diese vier Indikatoren trackt, wisst ihr bevor die Fed es weiß, ob die Inflationserwartungen anchored bleiben oder entgleisen.
Komponente 3: Die Risikoprämie – Was für Unsicherheit bezahlt wird
Die dritte Komponente ist die Risikoprämie – die Kompensation für verschiedene Arten von Risiko
1. Duration-Risiko / Term Premium: Das Risiko, langfristige Bonds zu halten. Erinnert euch an Tag 21.
2. Kreditrisiko: Das Risiko, dass der Emittent nicht zurückzahlt. Bei Treasuries theoretisch Null, bei Corporates relevant.
3. Liquiditätsrisiko: Das Risiko, dass ihr den Bond nicht schnell verkaufen könnt. Erinnert euch an Tag 19.
4. Konvexitätsrisiko / Prepayment: Bei MBS und Callables. Erinnert euch an Tag 20.
Die Risikoprämie ist die volatilste Komponente der Bond-Rendite. Sie kann in ruhigen Zeiten bei 50 bps liegen und in Krisen auf 500 bps springen. Und genau hier – in der Volatilität der Risikoprämien – liegen die größten Alpha-Chancen für Bond-Trader. Das ist der Kern des Relative-Value-Tradings aus Tag 21.
Wie man die drei Komponenten gemeinsam nutzt
Hier ist das Framework, das jeden Makro-Trader erfolgreich macht
1. Wenn ihr glaubt, reale Zinsen werden STEIGEN (weil Wachstum und Produktivität beschleunigen): Short Bonds, Long Aktien (besonders Value), Long starke Währungen.
2. Wenn ihr glaubt, Inflationserwartungen werden STEIGEN: Long TIPS, Short Nominal Bonds, Long Rohstoffe, Long Gold.
3. Wenn ihr glaubt, Risikoprämien werden EXPLODIEREN (Krise kommt): Long Treasuries (Safe Haven), Short Credit, Long VIX, Long Cash.
Jede Trade-Kombination adressiert eine andere Komponente. Der Profi kombiniert diese Trades zu einem Portfolio, das in mehreren Szenarien profitiert.
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Die Fed antizipieren – Der operative Leitfaden
Die Fed bewegt den Markt wie kein anderer Akteur. Eine einzige FOMC-Entscheidung kann in Sekunden Billionen an Marktwert verschieben. Das wisst ihr aus Tag 20.
Aber hier ist der Punkt, den die meisten Retail-Trader verpassen: Man verdient NICHT Geld, indem man richtig vorhersagt, was die Fed tut. Man verdient Geld, indem man richtig vorhersagt, wie die Fed-Entscheidung von der Markterwartung abweicht.
Wenn der Markt eine 25-bp-Erhöhung erwartet und die Fed liefert 25 bp → null Bewegung. Wenn der Markt 25 bp erwartet und die Fed liefert 50 bp → Explosion.
Der Trade ist die Überraschung. Und Überraschungen antizipiert ihr, indem ihr die Daten früher lest als der Markt.
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Die Werkzeuge der Zentralbank: Was die Fed wirklich in der Hand hat
Bevor wir Fed-Antizipation machen, muss klar sein, welche Hebel die Zentralbank überhaupt ziehen kann. Die Fed hat drei Haupt-Werkzeuge, mit denen sie das Geldangebot und damit die Zinsen manipuliert emm ich meine steuert:
1. Open Market Operations (OMO): Der wichtigste Hebel. Die Fed kauft oder verkauft Staatsanleihen. Kauft sie Anleihen, pumpt sie Geld ins System → Geldmenge steigt → kurze Zinsen fallen. Verkauft sie Anleihen, zieht sie Geld aus dem System → Geldmenge sinkt → kurze Zinsen steigen. QE (Quantitative Easing) ist nichts anderes als OMO auf Steroiden – massive Anleihenkäufe über Jahre.
2. Reserve Requirements: Die Fed kann festlegen, wie viel Prozent ihrer Einlagen Banken als Reserven halten müssen. Wird der Reserve-Satz gesenkt, können Banken mehr verleihen → Kredit-Multiplikator steigt → effektive Geldmenge steigt → Zinsen fallen. Wird er erhöht, das Gegenteil. In der Praxis wird dieses Werkzeug selten verwendet, weil es zu brutal ist.
3. Discount Rate: Der Zinssatz, den die Fed Banken berechnet, die sich direkt bei ihr Geld leihen (an der „Discount Window"). Wichtiger als der exakte Satz ist das Signal: Wenn die Fed die Discount Rate senkt, signalisiert sie dem Markt, dass sie es mit der Lockerung ernst meint.
Dazu kommt der Fed Funds Rate – der Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander über Nacht Geld leihen. Das ist der Satz, den die meisten Menschen meinen, wenn sie „die Zinsen" sagen. Die Fed steuert ihn indirekt über OMO.
Die Geldmengen-Formel, die ihr im Kopf haben müsst: Geldmenge = Monetary Base × Money Multiplier
Die Monetary Base ist das Geld, das die Fed direkt ausgibt (Bargeld + Bankreserven). Der Money Multiplier ist der Faktor, mit dem Banken dieses Geld durch Kreditvergabe vervielfachen. Die Fed kontrolliert die Base direkt – aber der Multiplier hängt vom Verhalten der Banken ab. Und in Krisen (2008!) kollabiert der Multiplier, selbst wenn die Fed die Base explodieren lässt. Das ist der Grund, warum QE 2008–2015 viel weniger Inflation erzeugt hat, als viele erwarteten – die Banken haben das Geld nicht verliehen, sondern als Reserven gehortet.
Die Zwei Ebenen der Fed-Analyse
Ebene 1: Was sagt die Fed?
- FOMC-Statements (alle 6 Wochen)
- Pressekonferenzen des Fed-Chairmans
- FOMC-Minutes (3 Wochen nach dem Meeting veröffentlicht)
- Reden einzelner Fed-Gouverneure zwischen Meetings
- Summary of Economic Projections (SEP / „Dot Plot")
Der Goldman-Trader liest jede Silbe, jede Betonung, jede Wortänderung. „Considerable period" → „patient" → „data dependent" → jedes dieser Wörter ist ein Signal. Wer sie missversteht, verliert.
Ebene 2: Was sagen die Daten?
Die Fed reagiert auf Daten. Wenn ihr die Daten früher lest, wisst ihr früher, was die Fed tun wird. Das führt uns zum nächsten Kapitel.
Der „Dove vs. Hawk"-Dashboard: Wer im FOMC-Komitee denkt wie
Das FOMC hat 12 stimmberechtigte Mitglieder (in der Praxis 19 Teilnehmer). Jeder hat eine leicht andere Philosophie. Einige sind Hawks (fokussieren auf Inflation, tendieren zu höheren Zinsen). Einige sind Doves (fokussieren auf Beschäftigung, tendieren zu niedrigeren Zinsen).
Die Profis tracken jeden einzelnen Sprecher. Wenn ein traditioneller Dove plötzlich hawkish spricht, ist das ein tektonisches Signal – die Konsens-Meinung im Komitee verschiebt sich. Wenn in einer Woche drei Doves hawkish-klingende Reden halten, ist ein Pivot zu einer hawkischeren Geldpolitik wahrscheinlich. Der Markt braucht oft Tage, um das einzupreisen. Ihr habt einen Vorsprung.
Die zwei Zielfunktionen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung
Die US-Fed hat ein Dual Mandate – sie muss gleichzeitig Preisstabilität (niedrige Inflation) UND Vollbeschäftigung anstreben. Das ist etwas, das die EZB (die primär Preisstabilität hat) nicht in gleicher Form hat.
Dieses Dual Mandate ist ein Balanceakt. In guten Zeiten sind beide Ziele kompatibel. In schlechten Zeiten (Stagflation!) sind sie im Konflikt – niedrige Inflation verlangt hohe Zinsen, Vollbeschäftigung verlangt niedrige Zinsen. Was tut die Fed?
In solchen Momenten zählt die Balance of Risks – die Einschätzung, welches der beiden Risiken (Inflation vs. Rezession) größer ist. Die Fed kommuniziert diese Balance explizit in ihren Statements. „The Committee judges that the risks to employment and inflation remain in balance" – Standard-Text. Wenn sich dieser Satz ändert („risks to inflation are to the upside") → hawkischer Pivot.
Das ist der Text, den ihr Wort für Wort lesen müsst. Buchstäblich. Jede FOMC-Statement-Änderung ist ein Signal
Die Transmission-Lag: Warum die Fed immer vorausschauen MUSS
Ein Fact, der fast kein Retail-Trader versteht: Geldpolitik wirkt mit einer Verzögerung von 12–18 Monaten. Wenn die Fed heute die Zinsen erhöht, spüren Konsumenten und Firmen den vollen Effekt erst in einem Jahr oder später.
Das bedeutet: Die Fed kann nicht auf die aktuelle Wirtschaftslage reagieren. Sie muss vorausschauend handeln – basierend auf dem, was sie in 12–18 Monaten erwartet.
Deshalb fokussiert die Fed so stark auf Leading Indicators – Daten, die die Zukunft zeigen, nicht die Vergangenheit. Und deshalb müsst ihr das auch tun.
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Der Daten-Kalender
Jetzt kommt der operative Teil. Hier ist euer tägliches Daten-Arsenal. Ich gehe jede wichtige Datenveröffentlichung durch – mit Release-Zeitpunkt, Interpretations-Rahmen und Trade-Implikationen.
Direkte Inflations-Indikatoren
1. CPI (Consumer Price Index)
Release: Monatlich, ca. 10. des Folgemonats,
Was es misst: Preisveränderung eines festen Warenkorbs, den typische US-Konsumenten kaufen.
Wichtig: Headline CPI (alles) vs. Core CPI (ohne Food & Energy). Core ist der Fokus der Fed – weil Food & Energy zu volatil sind.
Trade-Implikation: Core CPI höher als erwartet → hawkischer Bias, Bonds fallen, Yields steigen. Lower → dovish, Bonds steigen.
2. PCE (Personal Consumption Expenditures)
Release: Monatlich, letzter Freitag des Folgemonats
Was es misst: Ähnlich CPI, aber mit dynamischem Warenkorb (reflektiert Substitutionsverhalten besser).
Wichtig: Core PCE ist der offizielle Inflations-Indikator, den die Fed für ihr 2 %-Ziel verwendet. Wichtiger als CPI!
Trade-Implikation: Siehe CPI.
3. PPI (Producer Price Index)
Release: Monatlich, ca. 2 Tage nach CPI.
Was es misst: Preisveränderung auf der Produzenten-Ebene
Wichtig: Frühindikator für CPI – Produzentenpreise von heute sind Konsumentenpreise von morgen.
Trade-Implikation: Hoher PPI → erwartet hoher CPI nächsten Monat → preemptive Trade.
4. Wage Growth (Average Hourly Earnings)
Release: Teil des NFP-Reports, 1. Freitag des Monats.
Was es misst: Lohnwachstum.
Wichtig: Lohnwachstum über 4 % ist historisch mit persistenter Inflation assoziiert. Fed fokussiert stark darauf.
Trade-Implikation: Hoch → hawkisch, niedrig → dovish
Aktivitäts-Indikatoren (Wachstum)
1. GDP (Bruttoinlandsprodukt)
Release: Quartalsweise, ca. Ende des Folgemonats (Advance / Preliminary / Final).
Was es misst: Gesamte Wirtschaftsleistung.
Wichtig: Backward-looking, aber der autoritative Wachstumsindikator. Alle Sub-Komponenten (Konsum, Investitionen, Exporte, Staatsausgaben) werden separat analysiert.
Trade-Implikation: Eher Confirmation als Driver – der Markt hat die GDP meist schon eingepreist, bevor sie veröffentlicht wird.
2. ISM Manufacturing PMI
Release: Monatlich, 1. Geschäftstag,
Was es misst: Stimmung im verarbeitenden Gewerbe. Werte über 50 = Expansion, unter 50 = Kontraktion.
Wichtig: Einer der besten Leading Indicators für das BIP. Führt dem BIP um 3–6 Monate voraus
Trade-Implikation: ISM unter 48 → Rezessionsrisiko steigt → Bonds kaufen, Yields fallen.
3. ISM Services PMI
Release: Monatlich, ca. 3. Geschäftstag
Was es misst: Stimmung im Dienstleistungssektor (rund 80 % der US-Wirtschaft).
Wichtig: In modernen Volkswirtschaften oft wichtiger als Manufacturing, weil Services den Großteil der Wirtschaft ausmachen.
Trade-Implikation: Analog zu Manufacturing, aber mit größerem Einfluss
4. Non-Farm Payrolls (NFP)
Release: 1. Freitag des Monats
Was es misst: Anzahl neu geschaffener Jobs außerhalb der Landwirtschaft. Auch: Unemployment Rate, Average Hourly Earnings, Participation Rate.
Wichtig: Der wichtigste Einzel-Release im US-Daten-Kalender. Bewegt den Markt oft um 20–30 bps in Sekunden
Trade-Implikation: NFP viel höher als erwartet → Fed wird hawkischer → Bonds fallen. NFP viel niedriger → dovish → Bonds steigen.
5. Retail Sales
Release: Monatlich, ca. Mitte des Folgemonats.
Was es misst: Konsumausgaben im Einzelhandel.
Wichtig: Konsum = ca. 70 % des US-BIP. Retail Sales sind ein direkter Proxy.
Trade-Implikation: Hoch → Wachstum stark → Bonds unter Druck.
6. Industrial Production
Release: Monatlich, ca. Mitte des Folgemonats.
Was es misst: Output des Manufacturing-Sektors + Mining + Utilities.
Wichtig: Bestätigt oder widerspricht ISM Manufacturing
Arbeitsmarkt-Indikatoren
1. Initial Jobless Claims
Release: Wöchentlich, Donnerstag
Was es misst: Anzahl Menschen, die in der Vorwoche erstmals Arbeitslosengeld beantragt haben.
Wichtig: Der beste wöchentliche Leading Indicator, weil er so häufig veröffentlicht wird. Anstieg von unter 300k auf über 400k → rezessionärer Trend.
Trade-Implikation: Steigende Claims → dovish Bias, fallende Claims → hawkish.
2. Continuing Claims
Release: Mit Initial Claims.
Was es misst: Menschen, die länger als eine Woche arbeitslos sind.
Wichtig: Misst die „Klebrigkeit" der Arbeitslosigkeit. Wenn Continuing Claims steigen, während Initial Claims stabil bleiben → Jobs bleiben aus, Langzeitarbeitslosigkeit wächst.
3. Job Openings (JOLTS)
Release: Monatlich, ca. 6. Geschäftstag
Was es misst: Offene Stellen in der Wirtschaft.
Wichtig: JOLTS/Unemployed Ratio → wenn größer als 1,5 = Arbeitsmarkt überhitzt, wenn kleiner als 1 = Entspannung.
Sentiment- und Expectations-Indikatoren
1. University of Michigan Consumer Sentiment
Release: 2x monatlich (Preliminary + Final).
Was es misst: Konsumentenstimmung. Wichtig: Beinhaltet 1-Jahres-Inflations-Expectations.
Wichtig: Forward-looking, aber anfällig für Stimmungsschwankungen.
2. Conference Board Consumer Confidence
Release: Monatlich, letzter Dienstag.
Was es misst: Ähnlich Michigan, aber andere Methodik.
Wichtig: Besonders die „Expectations"-Komponente ist ein Rezessions-Indikator.
3. NFIB Small Business Optimism
Release: Monatlich
Was es misst: Stimmung kleiner Unternehmen (die rund 50 % der US-Jobs ausmachen).
Wichtig: Sehr granularer Indikator für Main-Street-Wirtschaft
Housing-Indikatoren
1. Housing Starts + Building Permits
Release: Monatlich.
Wichtig: Housing ist extrem zinssensitiv. Hohe Hypothekenzinsen → Housing Starts fallen → Frühindikator für Zins-Overkill.
2. Existing & New Home Sales
Release: Monatlich.
Wichtig: Direkter Nachfrage-Proxy.
3. Case-Shiller Home Price Index
Release: Monatlich, mit ca. 2-Monats-Verzögerung.
Wichtig: Hauspreise sind mit rund 18-Monats-Verzögerung in den CPI eingebaut (Shelter = ca. 35 % des CPI). Hauspreise heute = Inflationsdruck in 18 Monaten.
International & Währung
1. Trade Balance
Release: Monatlich.
Wichtig: Misst Exporte minus Importe. Defizit = Kapital fließt ins Land (stützt Bonds).
2. Dollar Index (DXY)
Realtime
Wichtig: Starker Dollar → importierte Inflation niedrig → dovish für Fed. Schwacher Dollar → importierte Inflation hoch → hawkish.
Die Hierarchie: Was hat wirklich Gewicht?
Nicht alle Daten sind gleich wichtig. Hier die Gewichtung aus Sicht eines Bond-Traders:
Tier 1 (Market-Moving, hoher Focus):
- NFP (inkl. Wages, Unemployment)
- CPI
- Core PCE
- FOMC-Statements + Pressekonferenzen
Tier 2 (Wichtig, oft bewegend):
- ISM Manufacturing + Services
- Retail Sales
- Initial Jobless Claims
- GDP (wenn Überraschung)
Tier 3 (Confirmation/Context):
- PPI, Industrial Production, JOLTS
- Housing-Daten
- Sentiment-Umfragen
Tier 4 (Background):
- Regional Fed Surveys (Empire State, Philly Fed, Dallas Fed) – Frühindikatoren für ISM
- Consumer Credit
- Money Supply Aggregate
Fokussiert eure Zeit auf Tier 1 und 2. Alles andere nur, wenn ihr Zeit habt
Der Trick, den die Profis nutzen: Überraschung schlägt Level
Merkt euch das für immer: Absolute Datenwerte bewegen den Markt nicht. Überraschungen tun es.
Wenn der Markt NFP von 200k erwartet und NFP kommt bei 200k, passiert nichts. Wenn der Markt 200k erwartet und NFP kommt bei 350k, explodiert der Markt. Der Wert ist identisch in der Interpretation der Stärke – aber die Überraschung macht den Trade.
Deshalb müsst ihr zwei Zahlen im Kopf haben: den tatsächlichen Wert und den Konsens-Erwartungswert. Die Differenz ist euer Signal. Bloomberg, Trading Economics und Econoday geben beide Werte an. Schaut euch vor jedem Release den Konsens an, und schaut danach auf die Überraschung.
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Die Transmission der Geldpolitik – Wie Zinsentscheidungen wirklich wirken die Kette, die niemand sieht
Wenn die Fed die Zinsen erhöht, passiert nicht „die Wirtschaft kühlt ab". Es passiert eine **Kette aus Kausalitäten**, die sich über 12–18 Monate durch das System arbeiten. Versteht diese Kette, und ihr versteht, warum die Fed reagiert, wie sie reagiert.
Schritt 1: Fed Funds Rate steigt (durch Open Market Operations)
↓
Schritt 2: Kurzfristige Marktzinsen steigen (Geldmarkt, 1-Monats-Treasury, SOFR)
↓
Schritt 3: Bankzinsen steigen (Kreditkartenzinsen, Autokredite, HELOCs)
↓
Schritt 4: Hypothekenzinsen steigen (indirekt, über 10-Year-Treasury)
↓
Schritt 5: Konsumnachfrage fällt (weniger Kreditaufnahme, weniger Käufe)
↓
Schritt 6: Firmeninvestitionen fallen (CapEx wird teurer, weniger Projekte lohnen)
↓
Schritt 7: Unternehmensgewinne sinken
↓
Schritt 8: Firmen entlassen
↓
Schritt 9: Arbeitslosigkeit steigt, Einkommen fallen
↓
Schritt 10: Gesamtnachfrage kontrahiert, Inflation fällt
Das ist die Transmission. Und jeder Schritt hat eine eigene Verzögerung. Die Hypothekenzinsen reagieren innerhalb von Tagen. Der Housing-Markt innerhalb von 3–6 Monaten. Firmeninvestitionen innerhalb von 6–12 Monaten. Arbeitslosigkeit innerhalb von 9–18 Monaten. Inflation innerhalb von 12–24 Monaten.
Das ist der Grund, warum die Fed niemals „timely" reagieren kann.** Sie muss immer 12–18 Monate vorausschauen. Und wenn sie einmal zu spät dran ist, kommt sie nicht mehr hinterher.
Die zinssensitivsten Sektoren: Euer Frühwarn-Radar
Welche Sektoren reagieren am schnellsten auf Zinsänderungen? Genau diese sind eure Frühindikatoren:
1. Housing (extrem zinssensitiv – Hypotheken)
2. Autos** (zinssensitiv – Finanzierung)
3. Corporate CapEx (zinssensitiv – Finanzierungskosten)
4. Emerging Markets (zinssensitiv – Dollar-Finanzierung)
5. Hochverschuldete Firmen (Zombie-Unternehmen aus Tag 11!)
Wenn eine Fed-Erhöhung wirkt, seht ihr es zuerst in diesen Sektoren. Wenn Housing Starts kollabieren, Auto Sales einbrechen, und High-Yield-Spreads explodieren → die Zinserhöhungen wirken → Fed wird bald pivotieren.
Das ist der Pivot-Detektor. Und er funktioniert fast immer.
Warum die Fed immer Fehler macht – und warum das euer Freund ist
Die Fed hat zwei große Werkzeuge:
Zinsmanipulation emmm steuerung (über Fed Funds Rate und Discount Rate)
Bilanzmanipulation (QE und QT)
Beide wirken über die gleiche Logik: Die Fed kauft oder verkauft Assets, manipuliert damit Zinsniveaus oder Liquidität, und beeinflusst so die gesamte Transmission-Kette.
Aber – und das ist der Punkt, der euch unterscheidet vom Retail-Investor – beide Werkzeuge haben Nebenwirkungen.
Zu niedrige Zinsen zu lange → Asset-Blasen, Zombie-Unternehmen (Tag 11!), Reach for Yield (Tag 15), Whisky-Sucht der Märkte (Tag 16).
Zu hohe Zinsen zu lange → Kredit-Crunch, Rezession, Massenarbeitslosigkeit.
Die Fed muss ständig zwischen diesen Extremen balancieren. Und sie macht oft Fehler. 2021 war „transitory" ein katastrophaler Fehler – zu spät erhöht. 1994 war das Gegenteil – zu schnell erhöht, Mexican Peso-Krise.
Der Elite-Trader wettet darauf, dass die Fed Fehler macht. Nicht weil die Fed dumm ist, sondern weil das Problem unlösbar ist. Die Wirtschaft ist zu komplex, zu dynamisch, zu rückkopplungsgetrieben. Fed-Fehler sind strukturell garantiert. Und jeder Fed-Fehler ist ein Trade.
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Was das alles für euer 1 %-Elite-Mindset bedeutet
Fundamentaldaten sind die Realität, Charts sind die Illusion
Charts zeigen euch, was war. Fundamentaldaten zeigen, was ist. Und Leading Indicators zeigen, was sein wird. Wer nur auf Charts schaut, handelt die Vergangenheit. Wer Daten liest, handelt die Zukunft.
Änderungen schlagen Levels
Ein NFP von 250k ist nichts. Ein NFP von 250k, wenn 150k erwartet waren, ist ein gigantisches Signal. Denkt immer in Überraschungen, Abweichungen, Momentum – nicht in absoluten Zahlen.
Die drei Rendite-Komponenten sind euer Schweizer Taschenmesser
Reale Zinsrate + erwartete Inflation + Risikoprämie. Jede Makro-These, jeder Bond-Trade, jede Asset-Allocation-Entscheidung lässt sich in diese drei Komponenten aufbrechen. Wer die Zerlegung beherrscht, sieht, was andere übersehen.
Regime-Denken schlägt Trend-Denken
„Der Markt ist im Uptrend, also long" ist Kinderkram. „Wir sind in Late Expansion, deshalb rotiere ich von Aktien in Rohstoffe, und meine Bond-Position wird von Bear Flattener zu Pre-Bull-Steepener" ist institutionelles Denken.
Fed-Fehler sind strukturell – und sie sind eure Chancen
Die Fed wird immer zu spät erhöhen oder zu spät senken. Immer. Weil das Problem mathematisch unlösbar ist. Wer die Fehler antizipiert, positioniert sich für die Korrektur.
Ihr sucht keine Gewissheit – ihr sucht asymmetrische Wahrscheinlichkeiten
Kein Trade ist sicher. Kein Indikator ist perfekt. Die Frage ist nie „Habe ich Recht?", sondern „Wie groß ist mein erwarteter Gewinn relativ zu meinem Risiko, gegeben meine Schätzung der Wahrscheinlichkeiten?" Das ist Expected Value Thinking. Das ist, wie Profis wirklich denken.
Das Trading-Playbook für Tag 22
Jeden Morgen 15 Minuten Daten-Routine. Vor dem ersten Trade: Schaut euch den ökonomischen Kalender für den Tag an. Welche Releases kommen? Welche Erwartungen gibt es? Wo stehen TIPS-Yields, Breakevens, Fed Funds Futures?
Regime-Check wöchentlich. Jeden Montag: In welcher Business-Cycle-Phase sind wir? Was haben die wichtigsten Leading Indicators (ISM, Initial Claims, Yield Curve) in der Vorwoche gezeigt? Hat sich mein Regime-Bild geändert?
Fed-Watch konstant. Jede FOMC-Statement lesen. Jede Powell-Pressekonferenz live mitverfolgen. Jede FOMC-Minutes durcharbeiten. Jede wichtige Gouverneursrede der Woche mindestens scannen. Die Zeit zahlt sich hundertfach zurück.
Überraschungen nicht Levels. Vor jedem Tier-1-Release: Konsens aufschreiben. Nach dem Release: Überraschung quantifizieren. Wenn größer als 1,5 Standardabweichungen → Trade-Potenzial.
Die drei Komponenten separat tracken. TIPS-Yields, 10Y-Breakeven, ACM-Term-Premium – alle drei als eigene Charts auf eurem Dashboard. Bewegen sie sich gemeinsam oder divergieren sie? Divergenzen sind Signale.
Niemals blind auf ein Datum wetten. Vor jedem großen Release (NFP, CPI, FOMC): Position reduzieren, wenn ihr keine starke Konviktions-These habt. Die Volatilität kann jeden nicht überzeugten Trade zerstören.
Cross-Check über Asset-Klassen. Wenn Bonds, Aktien und Rohstoffe gemeinsam ein Signal geben, ist es wahrscheinlich. Wenn sie widersprüchlich sind, ist mindestens eine Asset-Klasse falsch gepreist – und das ist wo Profi-Trader ihre Trades finden.
Fehler-Hypothese für die Fed formulieren. Wenn ihr heute Fed-Politik betrachtet – welche Art Fehler macht die Fed wahrscheinlich gerade? Zu hawkish? Zu dovish? Zu früh? Zu spät? Eure Antwort ist die Grundlage eurer nächsten Trade-These.
Ihr habt heute den schwersten Block der gesamten Fixed-Income-Serie abgearbeitet. Das war das Fundament unter allem. Ohne dieses Kapitel bleiben alle vorherigen Tage oberflächlich – Vokabeln ohne Grammatik. Mit diesem Kapitel verwandelt sich alles: Bonds werden lesbar, die Yield Curve wird interpretierbar, die Fed wird antizipierbar, der Markt wird ein kohärentes System.
Wir haben heute gelernt, wie Ökonomen wirklich denken (in Wahrscheinlichkeiten, nicht in Gewissheiten). Wir haben das Gesetz von Angebot und Nachfrage auf Geld angewendet (Zins = Preis des Geldes). Wir haben den Business Cycle in vier Phasen zerlegt und jeder Phase eine Asset-Allocation zugewiesen. Wir haben die Bond-Rendite in drei Komponenten aufgebrochen und jede einzeln operationalisiert. Wir haben die Werkzeuge der Fed verstanden (OMO, Reserve Requirements, Discount Rate) und die Transmission-Kette durchgespielt. Wir haben den Daten-Kalender in Tiers organisiert.
Während 99 % der Retail-Trader auf Twitter/X lesen, was irgendein Influencer zur nächsten Fed-Sitzung meint, ziehen wir CPI-Heatmaps, Breakeven-Charts, ISM-Substrukturen und ACM-Term-Premium-Modelle. Während 99 % den nächsten NFP-Print erraten, rechnen wir mit Konsens-Überraschungen und quantifizieren asymmetrische Payoffs. Während 99 % glauben, die Fed „weicht ab", wissen wir, dass strukturelle Fed-Fehler mathematisch garantiert sind – und bauen Trades, die genau diese Fehler monetarisieren.
Der Bond-Markt ist der Boss (Tag 18). Die Maschinerie ist ein System (Tag 19). Die unsichtbaren Kräfte sind eure Waffen (Tag 20). Die Yield Curve ist euer Schlachtfeld (Tag 21). Und Fundamentaldaten – die Fundamentaldaten – sind ab heute eure Munition.
Ohne Munition ist das größte Gewehr nutzlos. Mit Munition wird selbst das kleinste Gewehr tödlich. Ab heute habt ihr beides
Willkommen in Tag 22. Willkommen im Kopf eines Makro-Ökonomen mit Trader-Instinkt.
Wir sehen uns bei Tag 23
DAX Tagesausblick 17. April – Entscheidung an der 24.000er MarkeDAX Tagesausblick 17. April – Entscheidung an der 24.000er Marke vor dem Wochenende?
Die aktuelle Marktlage bleibt weiterhin stark von der geopolitischen Situation im Nahen Osten geprägt.
Die Nachrichtenlage ist weiterhin widersprüchlich: Einerseits gibt es Meldungen über mögliche Waffenruhen zwischen Israel und dem Libanon, andererseits gleichzeitig Hinweise auf weitere Eskalationen.
➡️ Der Markt scheint aktuell eher eine Deeskalation einzupreisen.
➡️ Risk Assets bleiben stabil, was zeigt, dass das Worst-Case-Szenario vorerst nicht erwartet wird.
📊 Fundamentale Lage
Ein wichtiger Faktor heute:
US-Präsident Trump spricht heute Nacht um 01:00 Uhr (deutsche Zeit)
Auch wenn die Märkte geschlossen sind, könnte das die Richtung für nächste Woche stark beeinflussen, besonders im Hinblick auf den Nahostkonflikt.
Darauf gehe ich im Wochenausblick am Sonntag detailliert ein.
Rückblick auf die gestrigen Daten:
• CPI (Eurozone) leicht über Erwartungen → Markt reagiert kaum
• Philadelphia Fed Index deutlich stärker → robuste Wirtschaft
• Jobless Claims niedriger als erwartet → starker Arbeitsmarkt
➡️ Kurzfristig: bullish für Equities (Relief + Stärke)
➡️ Mittelfristig: bearish für Risk Assets, da:
• Inflation bleibt erhöht
• Wirtschaft & Arbeitsmarkt stabil
→ Weniger Druck auf die Fed, Zinsen zu senken
Marktüberblick
• Öl mit Gap down, aktuell unter $90 → entlastet Inflation
• Dollar stabilisiert sich
• VIX bei ~18 → keine Panik im Markt
• Equities weiterhin stark (Risk-On)
➡️ Insgesamt: Kurzfristig bullish Sentiment, aber fragil
Technische Analyse DAX
Gestern:
• Break über das Weekly High (~24.250)
• Danach starke Rejection (Fakeout auf H4)
Trotzdem:
➡️ Markt konnte sich schnell stabilisieren
➡️ Jetzt erneuter Angriff auf das Strukturhoch zu London Open
🔑 Szenarien für heute
🟢 Bullish Szenario für mich:
• Klarer Break & H4 Close über ~24.250
• → Fortsetzung Richtung 24.370 – 24.400
🔴 Bearish Szenario für mich:
• Erneute Rejection am High bei 24.250
• → Rücklauf Richtung 24.000 Schlüsselzone
• Break unter 24.056 (Tagestief) verstärkt Downside
• → ggf. darunter weitere Schwäche
⚠️ Wichtige Hinweise
• Freitag = Gewinnmitnahmen wahrscheinlich auf Wochenende!
• Starke Woche (~+1.5%) → Pullbacks realistisch!
• Hohe Volatilität an den Highs (Fakeouts!)
• ⚠️ Vorsicht bei Longs & Weekend Holds (Trump Speech)
Fazit
Der DAX steht genau an einem entscheidenden Punkt:
➡️ Break & Hold über 24.250 = Fortsetzung
➡️ Failure = Rücklauf Richtung 24.000 wahrscheinlich
❗️Keine Anlageberatung – nur meine persönliche Marktanalyse
Heute Abend: Wochen-Recap auf TradingView
Sonntag: Detaillierter Wochenausblick (DAX & Makro)
Wie siehst du den DAX aktuell?
Bullische Fortsetzung vor dem Wochenende oder eher Gewinnmitnahmen und Rücklauf zur 24.000? Schreib es mir gerne in die Kommentare
Gute Trades!
DAX Chartanalyse & Prognosen für die neue Woche #16Analyse beim Stand des DAX-Index (Kassa) von 23.855 Punkten
Bitte beachten Sie, dass die dargestellten Szenarien aus meiner persönlichen Einschätzung und Erfahrung entstehen und eine Zusammenfassung der wahrscheinlichsten Kursspanne für die jeweilige Zeiteinheit darstellen.
DAX Index Prognose für Montag
An seine bemerkenswerte 2025er Rallye hat der DAX im Januar mit einem neuen Allzeithoch angeknüpft. Danach ist der Kurs zunächst in eine seitwärts laufende Korrekturphase übergegangen, die mit Bruch der 24.000-Punkte-Marke nach unten verlassen wurde.
In der vergangenen Woche konnte der Markt weitere Verluste abwenden und sein Erholungsstreben bis in den 24.000er-Bereich fortsetzen. Die jüngste Entspannung der geopolitischen Lage könnte den heimischen Aktienmarkt stabilisieren, wobei das Kassa-Gap der vergangenen Woche noch Potenzial für Druck auf den 23.500er-Bereich bietet. Zum Wochenstart am Montag bleiben daher Impulse in beide Richtungen möglich.
Erwartete Tagesspanne: 23.530 bis 24.210
Nächste Widerstände: 24.163 = Vorwochenhoch | 24.272 | 24.771
Wichtige Unterstützungen: 23.476 | 23.051 | 22.842 = Vorwochentief
DAX Index Prognose für Dienstag
Abhängig vom Wochenstart dürfte der Kurs bis Dienstag zeigen, ob sich über 23.500 Punkten eine Stabilisierung mit Aussicht auf weitere Zugewinne durchsetzen kann. Notierungen darunter dürften hingegen eine neue Verlustserie einleiten.
Erwartete Tagesspanne: 23.860 bis 24.340 alternativ 23.250 bis 23.840
DAX Prognose für diese Woche
Ergänzend zum Stundenchart ist der DAX-Index im Zuge des Iran-Konflikts bis unter die 200-Tage-Linie abgetaucht und hat seine Verluste beschleunigt. Nach Bruch naher Unterstützungen sind vorerst Ziele im Bereich von 21.500 Punkten aktiv. Dort liegen sowohl ein offenes Gap als auch die 50 %-Marke der Vorjahresspanne. Zunächst bildet sich aber eine Zwischenerholung, die beim Test der gleitenden Durchschnitte noch bis an das Vorjahreshoch laufen könnte. Sollte der Kurs dort erneut zurückgewiesen werden, beherrscht weiterhin Unsicherheit den Markt.
Erwartete Wochenspanne: 23.140 bis 24.690
Die DAX Prognose für nächste Woche:
Die DAX Prognose für nächste Woche: Abhängig von der geopolitischen Konfliktlage und der Kursentwicklung im 24.500er-Bereich erwarten wir einen Angebotsüberhang vor der Marke von 24.700 Punkten, wo sich erneut Verkaufsdruck bilden dürfte. Daraus lässt sich eine mögliche Wochenspanne zwischen
22.360
und
24.170
Punkten ableiten.
Beste Grüße und gute Trades,
Christian Möhrer
Kagels-Trading
Wie die Yield Curve zur Waffe wird Moin zusammen, willkommen zu Tag 21.
Heute werdet ihr vom Schüler zum Praktiker. Heute lernt ihr, wie die Profis die Yield Curve nicht BEOBACHTEN, sondern HANDELN.
Denn hier ist die brutale Wahrheit, die 99 % der Retail-Trader nie verstehen werden: Die Yield Curve ist nicht nur ein Indikator. Sie ist ein handelbares Instrument. Die Form der Kurve selbst – ihre Steilheit, ihre Krümmung, ihre Wölbung – kann gekauft und verkauft werden. Ihr könnt auf eine steiler werdende Kurve wetten. Auf eine flacher werdende Kurve. Auf eine Verformung in der Mitte. Ohne eine einzige Meinung zum absoluten Zinsniveau zu haben.
Das sind die Relative-Value-Trades – die Trades, mit denen PIMCO, Bridgewater, Citadel und die Fixed-Income-Desks von Goldman tagtäglich Milliarden verdienen. Trades, die isoliert von der generellen Marktrichtung funktionieren. Trades, die in Bullen- UND Bärenmärkten Alpha generieren
Heute lernen wir drei davon. Die drei Klassiker, die jeden Tag an der Wall Street gehandelt werden:
1. Der Steepener – die Wette auf eine steiler werdende Kurve
2. Der Flattener – die Wette auf eine flacher werdende Kurve
3. Der Butterfly – die chirurgische Wette auf Verformungen in der Kurvenmitte
Und wir hören da nicht auf. Wir gehen tiefer. Wir zerlegen die drei fundamentalen Theorien, die erklären, WARUM die Kurve überhaupt eine bestimmte Form hat. Wir sezieren die Term Premium – das verborgene Geld, das die Institutionen für das Halten langer Laufzeiten verlangen. Wir analysieren die Belly der Kurve – den 5-bis-7-Jahres-Bereich, in dem die größten Mispricings stecken. Und wir bauen das Playbook, das euch zeigt, in welchem Makro-Regime welcher Curve-Trade funktioniert.
Das hier wird dicht. Das hier wird lang. Und das hier wird euch einen Edge geben, den kein Aktien-Trader auf TikTok je haben wird.
Schnallt euch an. Tag 21 ist der Moment, in dem ihr aufhört, die Yield Curve zu lesen – und anfangt, sie zu handeln.
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Kapitel 1: Warum die Yield Curve überhaupt eine Form hat Die Frage, die niemand stellt – und die alles verändert
Ihr habt jetzt vier Tage lang die Yield Curve gesehen. Ihr wisst, was sie ist. Ihr wisst, warum sie wichtig ist. Aber habt ihr euch jemals die eigentliche Frage gestellt?
Warum hat die Kurve überhaupt eine Form?
Warum liegen 30-Jahres-Yields normalerweise über 2-Jahres-Yields? Warum nicht umgekehrt? Warum nicht alle gleich? Und warum verändert sich die Form ständig – mal steil, mal flach, mal invertiert?
Die Antwort ist nicht einfach. Sie ist mehrschichtig. Und die akademische Finanzwelt hat drei konkurrierende Theorien entwickelt, die sich über Jahrzehnte ergänzt – und manchmal widersprochen – haben. Der Elite-Trader versteht alle drei. Nicht weil er ein Professor werden will. Sondern weil jede Theorie ihm erklärt, in welchem Szenario welcher Trade funktioniert.
Das ist der entscheidende Punkt: Theorien sind keine Denkgebäude für Seminarräume. Theorien sind Trading-Werkzeuge. Wer die Theorien versteht, weiß, wann er Steepener handelt, wann Flattener, wann er lieber die Finger von der Kurve lässt.
Theorie 1: Expectations Theory – Die Kurve als kollektive Prognose
Die erste und eleganteste Theorie ist die Pure Expectations Theory. Sie sagt: Die Form der Yield Curve ist nichts anderes als die aggregierte Markterwartung über zukünftige kurzfristige Zinsen.
Konkret: Wenn der 2-Jahres-Yield bei 4 % steht und der 10-Jahres-Yield bei 4,5 %, dann sagt der Markt: „Im Durchschnitt erwarten wir, dass die kurzfristigen Zinsen über die nächsten 10 Jahre bei etwa 4,5 % liegen werden – also leicht höher als heute."
Und wenn die Kurve invertiert ist – 2-Jahres bei 5 %, 10-Jahres bei 4 % –, sagt der Markt: „Wir erwarten, dass die Zinsen in den nächsten Jahren FALLEN. Die Fed wird senken müssen."
Das ist die Theorie hinter dem Satz, den ihr an Tag 18 gelernt habt: Jede Rezession der letzten 70 Jahre wurde von einer invertierten Kurve angekündigt. Die Inversion ist nichts anderes als der Markt, der laut sagt: „Die Fed wird bald gezwungen sein, radikal zu senken – weil die Wirtschaft kollabiert."
Wenn ihr einen 10-Jahres-Bond kauft, wettet ihr implizit gegen die Markterwartung über 10 Jahre zukünftiger kurzfristiger Zinsen. Wenn ihr denkt, der Markt liegt falsch, habt ihr einen Trade. Wenn ihr der Marktmeinung zustimmt, habt ihr keinen Edge.
Das ist das Herzstück von Relative-Value-Trading: Ihr tradet nicht die Zinsen selbst – ihr tradet die Differenz zwischen euer Erwartung und der Markterwartung
Theorie 2: Liquidity Preference Theory – Die Angst vor der Zukunft kostet Geld
Aber Expectations Theory allein erklärt nicht alles. Wenn die Theorie perfekt stimmen würde, wäre die Kurve genauso oft invertiert wie normal steigend. In der Realität ist sie aber in etwa 85 % der Zeit steigend. Warum?
Die Antwort liefert die Liquidity Preference Theory von John Hicks: Investoren verlangen eine Extra-Prämie für das Halten längerer Laufzeiten. Nicht weil sie höhere Zinsen erwarten – sondern weil längere Laufzeiten mehr Unsicherheit bedeuten
Erinnert euch an Tag 20: Ein 30-Jahres-Bond kann bei einem Zinsanstieg um 100 bp um 10 % fallen. Das ist pures Mark-to-Market-Risiko. Und die meisten Investoren – Pensionsfonds, Versicherungen, selbst Hedge-Funds – wollen für dieses Risiko entschädigt werden. Diese Entschädigung ist die Term Premium (auch Liquiditätsprämie genannt).
Die Formel lautet
Long-Term Yield = Durchschnitt erwarteter kurzer Zinsen + Term Premium
Die Term Premium ist der Teil des langen Yields, der NICHT durch Erwartungen erklärt wird, sondern durch reine Risikoaversion.
Und hier wird es spannend. Die Term Premium ist NICHT konstant. Sie schwankt dramatisch über Zyklen:
In ruhigen Zeiten (wie 2015–2019): Term Premium schrumpft, manchmal sogar negativ. Investoren sind entspannt. Die Kurve wird flacher – nicht weil Rezession droht, sondern weil die Risikoprämie verschwunden ist
In Krisenzeiten (2008, 2020, 2022): Term Premium explodiert. Investoren wollen massiv mehr für das Halten langer Papiere. Die Kurve wird steiler – unabhängig von Fed-Erwartungen
Das ist ein gigantischer Insight für euch: Wenn die Kurve flach ist, müsst ihr fragen – ist das, weil die Fed senken wird (Expectations), oder weil die Term Premium verschwunden ist (Liquidity)? Die Antwort bestimmt euren Trade komplett
Man kann die Term Premium mit Modellen wie dem Adrian-Crump-Moench (ACM) Model der NY Fed abschätzen. Diese Schätzungen sind öffentlich verfügbar – und sie sind Gold wert. Wenn die ACM-Term-Premium für den 10-Jährigen bei –50 bp steht, wisst ihr: Der Markt unterbewertet das Risiko langer Laufzeiten massiv. Die Prämie wird irgendwann zurückkommen. Das ist ein Setup.
Theorie 3: Market Segmentation Theory – Die Kurve als Summe getrennter Märkte
Die dritte Theorie ist die radikalste und am wenigsten bekannte: Market Segmentation Theory (auch Preferred Habitat genannt, in der weichen Variante).
Sie sagt: Die Yield Curve ist keine einheitliche Preisstruktur, sondern eine Serie segmentierter Märkte, in denen jeweils andere Investoren mit anderen Bedürfnissen agieren. Und diese Segmentierung erzeugt Mispricings, die der kluge Trader ausnutzen kann
Was heißt das
Short End (0–2 Jahre): Dominiert von Geldmarktfonds, Banken (Liquiditätsmanagement) und der Fed. Hochliquide, extrem rational gepreist
Belly (2–10 Jahre): Dominiert von aktiven Asset Managern, Hedge Funds, ausländischen Zentralbanken. Das ist der Kampfplatz – hier wird am aktivsten gehandelt
Long End (10–30 Jahre): Dominiert von Pensionsfonds und Lebensversicherungen – Akteuren, die nicht frei wählen können. Sie MÜSSEN lange Papiere kaufen, um ihre langfristigen Verbindlichkeiten zu matchen (Asset-Liability Matching, kurz ALM).
Beispiel aus der Realität: 2014–2016 kollabierten die 30-Jahres-Yields in Deutschland und Japan auf fast Null. Nicht weil der Markt Deflation erwartete (Expectations). Nicht weil die Term Premium negativ wurde (Liquidity). Sondern weil Pensionsfonds durch regulatorische Änderungen gezwungen waren, noch mehr lange Bonds zu kaufen. Eine reine Segmentierungs-Dynamik. Die drei Theorien gemeinsam haben zwei dieser drei Phänomene nicht erklärt – die Market Segmentation Theory alle drei.
Der Elite-Trader nutzt diesen Effekt: Er weiß, dass das lange Ende der Kurve von technischen Flüssen (ALM-Rebalancing, Pensionsfonds-Regulierung, Zentralbank-Käufe) getrieben wird, die nichts mit Fundamentals zu tun haben. Wenn diese technischen Flüsse temporär die Kurve verzerren, entsteht eine Mean-Reversion-Chance
Wie alle drei Theorien zusammenspielen
Keine der drei Theorien ist allein richtig. Alle drei sind gleichzeitig aktiv. In jedem Moment setzt sich die Form der Kurve zusammen aus
1. Der aggregierten Erwartung zukünftiger kurzer Zinsen (Expectations)
2. Der Term Premium für Unsicherheit (Liquidity)
3. Technischen Flüssen aus segmentierten Märkten (Segmentation)
Wir versuchen JEDEN Tag zu dekomponieren, welche Komponente welche Bewegung erklärt. Wenn die Kurve 10 bp flacher wird, fragen wir: War das wegen veränderter Fed-Erwartungen? Wegen einer Term-Premium-Kompression? Wegen erzwungener Käufe von Pensionsfonds?
Das ist Professionelles Trading. nd darauf bauen die drei Klassiker auf, die wir jetzt zerlegen.
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Kapitel 2: Der Steepener – Die Wette auf eine steiler werdende Kurve
Was ein Steepener mechanisch IST
Ein Curve Steepener ist ein Trade, bei dem ihr darauf wettet, dass sich die Differenz zwischen einem langen und einem kurzen Yield vergrößert. Also: Long-Yield steigt relativ zu Short-Yield. Oder Short-Yield fällt relativ zu Long-Yield. Oder beides gleichzeitig.
Die klassische Ausführung: Short 2-Year Treasury, Long 10-Year Treasury – aber in duration-neutraler Gewichtung.
Was bedeutet duration-neutral? Erinnert euch an Tag 20: Duration misst die Preissensitivität auf Zinsänderungen. Ein 10-Jahres-Bond hat ca. 7–8 mal die Duration eines 2-Jahres-Bonds. Das heißt: Wenn ihr 1 Million $ 2-Jährige und 1 Million $ 10-Jährige handelt, reagiert der 10-Jährige VIEL stärker auf parallele Zinsbewegungen.
Das wollt ihr nicht. Ihr wollt NICHT auf parallele Zinsbewegungen wetten (das wäre eine Directional-Duration-Wette). Ihr wollt auf die Veränderung der Kurvenform wetten. Deshalb müsst ihr die Positionen so skalieren, dass eine parallele Bewegung von 1 bp beide Beine identisch bewegt.
Die Faustformel: Nehmt ca. 7x so viel Notional des 2-Jährigen wie des 10-Jährigen. Dann ist das Paar ungefähr duration-neutral, und ihr tradet reine Kurvenform.
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Die zwei Varianten: Bull Steepener vs. Bear Steepener
Hier wird es entscheidend. Denn „Steepener" ist nicht gleich „Steepener". Es gibt zwei fundamentale Varianten – und sie treten in komplett unterschiedlichen Makro-Regimen auf:
Bull Steepener: Die Kurve wird steiler, weil die kurzen Yields FALLEN. Der lange Yield bleibt relativ stabil. Das passiert klassisch, wenn die Fed aggressiv senkt – entweder weil Rezession droht (Notfall) oder weil die Inflation unter Kontrolle ist und die Fed Spielraum hat.
Beispiel aus der Geschichte: 2008. Lehman kollabiert. Die Fed senkt in Notfall-Meetings von 2 % auf praktisch 0 %. Der 2-Jahres-Yield crasht von 2,5 % auf 0,75 %. Der 10-Jahres-Yield fällt auch – aber weniger stark, von 3,8 % auf 2,2 %. Die Kurve wird steiler, weil das kurze Ende brutaler fällt. Wer einen Steepener auf hatte: Jackpot.
Bear Steepener: Die Kurve wird steiler, weil die langen Yields STEIGEN. Der kurze Yield bleibt relativ stabil. Das passiert klassisch, wenn der Markt Inflation oder steigende Term Premium einpreist – oft bei Rezessions-Ende, wenn Wachstum zurückkommt und Inflation droht.
Beispiel aus der Geschichte: 2021. Die Fed hält die Short Rate bei Null („transitory inflation"). Aber der Markt glaubt nicht mehr dran und fängt an, massive Inflation einzupreisen. Der 10-Jahres-Yield steigt von 0,9 % auf 1,7 %. Der 2-Jahres-Yield bewegt sich kaum. Die Kurve bear-steepened. Wer long 10Y / short 2Y war: hat verloren, weil die Short-Seite gegen ihn lief. Wer stattdessen einen Payer Swap oder einen Short-only-Long-Bond-Trade hatte: hat gewonnen.
Das ist der entscheidende Punkt: Die Struktur eures Steepener-Trades muss zum Regime passen. Ein klassischer Cash-Steepener funktioniert in Bull-Steepener-Phasen. In Bear-Steepener-Phasen wollt ihr oft eher eine direktionale Short-Duration-Position auf dem langen Ende.
Wann die Profis einen Steepener aufziehen. Hier ist das Playbook der Buyside
Nach einer massiven Inversion: Wenn die Kurve extrem invertiert ist (wie 2022–2023), ist der Steepener die Regression-zum-Mittelwert-Wette. Historisch folgt auf jede tiefe Inversion ein Disinvertierungsprozess – entweder durch Fed-Senkungen (Bull Steepener) oder durch Langzins-Anstieg (Bear Steepener). Die Frage ist nicht OB, sondern WANN und WIE.
Am Ende eines Zinserhöhungszyklus: Wenn die Fed signalisiert, dass sie den Höhepunkt erreicht hat (Tag 20: die „Pause-Signale" in FOMC-Statements), beginnt der Markt, Senkungen einzupreisen. Das kurze Ende fällt → Bull Steepener.
Wenn die Term Premium extrem komprimiert ist: Wenn ACM-Term-Premium-Schätzungen extrem negativ sind (wie 2019), ist die Kurve künstlich flach. Jede Normalisierung der Term Premium erzeugt einen Steepener – unabhängig von Fed-Politik.
Die versteckten Kosten: Negative Carry als Killer
Steepener haben einen versteckten Feind – die Carry-Kosten. Wenn ihr Short 2Y / Long 10Y aufzieht, zahlt ihr auf der Short-Seite den 2Y-Yield und kassiert auf der Long-Seite den 10Y-Yield. Wenn die Kurve noch invertiert ist (2Y > 10Y), habt ihr negative Carry. Jeden Tag, an dem sich nichts bewegt, verliert ihr Geld.
In einer stark invertierten Kurve kann die negative Carry 50–100 bp pro Jahr betragen. Das bedeutet: Eure Steepener-Wette muss groß genug ausgehen, um nicht nur Gewinn zu machen, sondern auch die Carry-Kosten zu überbieten. Das ist kein Trade für geduldige Menschen ohne Timing.
Der Goldman-Trader löst das mit Forward-Starting Steepenern: Er positioniert sich nicht heute in der Spot-Kurve, sondern in der 6-Monats-Forward-Kurve. Dort ist die Inversion oft schon eingepreist, und die Carry ist weniger brutal. Das ist chirurgisch – aber dafür haben Profis ihre Bloomberg-Terminals.
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Kapitel 3: Der Flattener – Die Wette auf eine flacher werdende Kurve
Ein Curve Flattener ist das exakte Gegenteil: Ihr wettet darauf, dass die Differenz zwischen langem und kurzem Yield sich verkleinert. Klassische Ausführung: Long 2-Year Treasury, Short 10-Year Treasury – wieder duration-neutral gewichtet.
Aber auch hier: zwei Varianten, zwei Regime
Bull Flattener: Kurve flacht ab, weil die langen Yields FALLEN. Das kurze Ende bleibt stabil. Das passiert klassisch, wenn der Markt Wachstumsschwäche oder Deflation einpreist – Langfristige Wachstumserwartungen kollabieren, die Term Premium verschwindet, Pensionsfonds rennen in lange Papiere.
Beispiel: 2019. Die Fed hatte 2018 vier Mal erhöht. Aber der Markt begann, Rezession einzupreisen. Der 10Y-Yield fiel von 3,2 % auf 1,5 %. Der 2Y-Yield fiel auch, aber weniger stark. Bull Flattener – bis hin zur Inversion im August 2019. Wer long 10Y / short 2Y war: fette Gewinne.
Bear Flattener: Kurve flacht ab, weil die kurzen Yields STEIGEN. Das lange Ende bleibt relativ stabil. Das passiert klassisch, wenn die Fed aggressiv erhöht (wie 2022) und der Markt glaubt, dass die Erhöhungen die Inflation langfristig unter Kontrolle bringen. Kurze Zinsen steigen – lange bleiben „anchored" bei der erwarteten langfristigen neutralen Rate.
Beispiel: 2022. Fed erhöht von 0 auf 4,5 %. Der 2Y-Yield explodiert von 0,8 % auf 4,4 %. Der 10Y-Yield steigt auch, aber nur auf 3,9 %. Bear Flattener – und am Ende Inversion. Wer rechtzeitig einen Flattener aufgezogen hatte, hat einen Jahrhundert-Trade gemacht
Der beste Zeitpunkt für Flattener
Am Anfang eines Zinserhöhungszyklus: Wenn die Fed gerade beginnt zu erhöhen und die Inflation noch nicht klar abflacht, bewegt sich das kurze Ende aggressiv. Das lange Ende reagiert verzögert. Bear Flattener.
Wenn Wachstumserwartungen kollabieren: Wenn Makro-Daten schwächeln (ISM fällt, NFP enttäuscht), rennt der Markt in lange Papiere als „safe haven". Die langen Yields fallen, Bull Flattener.
Wenn die Term Premium extrem hoch ist: Umkehrung des Steepener-Setups. Wenn Term Premium extrem positiv ist und historisch wahrscheinlich komprimiert, wird die Kurve flacher – selbst ohne Fed-Action.
Positiver Carry – der Freund des Flattener-Traders
Und hier kommt die gute Nachricht: In einer normal steigenden Kurve hat ein Flattener positive Carry. Ihr kauft den höher-yieldenden langen Bond und shortet den niedriger-yieldenden kurzen Bond. Die Differenz fließt euch täglich zu.
Das ist der Grund, warum Flattener in „ruhigen" Phasen (wenn die Kurve normal steigt, aber nichts Spektakuläres passiert) als Carry-Trade mit eingebautem Optionswert funktionieren. Ihr kassiert Carry, während ihr auf eine Flattening-Bewegung wartet. Selbst wenn die Flattening-Bewegung nie kommt, verliert ihr kein Geld – ihr verdient nur die Carry.
Das nennt man positiven Erwartungswert mit asymmetrischem Risk/Reward. Und es ist einer der klassischsten Hedge-Fund-Trades überhaupt.
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Kapitel 4: Der Butterfly – Chirurgie an der Kurvenmitte
Die eleganteste Wette im Bond-Markt
Jetzt kommen wir zum Butterfly – dem Trade, den wirklich nur die Profis aufziehen. Weil er am komplexesten ist. Weil er die präziseste Sicht auf die Kurve verlangt. Und weil er, wenn er funktioniert, den höchsten Return pro Risiko-Einheit liefert.
Ein Butterfly ist ein Drei-Bein-Trade auf die Krümmung der Yield Curve. Er wettet darauf, dass sich die mittlere Laufzeit (die „Belly") relativ zu den beiden Enden (den „Wings") verformt.
Die klassische Struktur:
- Short 2-Year (Wing 1)
- Long 5-Year (Belly) – doppelte Gewichtung
- Short 10-Year (Wing 2)
Oder die umgekehrte Variante:
- Long 2-Year (Wing 1)
- Short 5-Year (Belly) – doppelte Gewichtung
- Long 10-Year (Wing 2)
Die Gewichtungen werden so kalibriert, dass der Trade gleichzeitig duration-neutral UND directional-neutral ist. Er reagiert weder auf parallele Zinsbewegungen noch auf einfache Steepening/Flattening-Bewegungen. Er reagiert nur auf eine Veränderung der Krümmung der Kurve.
Was Butterflies ökonomisch ausdrücken
Hier ist die zentrale Einsicht, die den Butterfly-Trade so mächtig macht: Die Belly der Kurve ist der Kampfplatz aktiver Asset Manager. Das ist, wo PIMCO, BlackRock, Citadel und Bridgewater ihre Positionierung konzentrieren. Wenn sich die Belly relativ zu den Wings bewegt, sagt euch das etwas über das Positionierungsungleichgewicht der großen Spieler.
Wenn die Belly reich wird (niedrigere Yields als durch die Wings impliziert), bedeutet das: Zu viele Asset Manager sind long das mittlere Ende. Das ist Overcrowded – und überbewertet
Wenn die Belly billig wird (höhere Yields als durch die Wings impliziert), bedeutet das: Die Asset Manager haben das mittlere Ende gemieden oder verkauft. Das ist unter-owned – und unterbewertet.
Der Elite-Trader kauft billige Bellies und verkauft reiche Bellies. Das ist reines Relative-Value-Trading auf höchstem Niveau. Die Wings dienen als Hedge gegen parallele Zinsbewegungen und einfache Kurven-Rotationen.
Die klassischen Setups
Setup 1 – „Cheapening Belly": Die Belly ist teuer relativ zu den Wings. Der Spread „2s5s10s" (ein Maß für Krümmung) ist extrem niedrig oder negativ. Ihr zieht einen Long Wings / Short Belly Butterfly auf.
Setup 2 – „Richening Belly": Umgekehrter Fall. Die Belly ist billig. 2s5s10s-Spread ist hoch. Ihr zieht einen Long Belly / Short Wings Butterfly auf.
Setup 3 – Event-driven Butterflies: Vor Fed-Meetings, wichtigen CPI-Reports, oder Auktionen kann die Belly kurzfristig durch One-Way-Flüsse verzerrt werden. Der Butterfly-Trade wettet darauf, dass sich die Verzerrung nach dem Event korrigiert.
Warum Butterflies Carry-Könige sind
Butterflies haben oft positive Carry und positive Roll-Down. Roll-Down bedeutet: Wenn sich die Zeit einfach weiterbewegt und nichts an der Kurvenform passiert, rollt der 5-Jahres-Bond zu einem 4,9-Jahres-Bond, und wenn die Kurve steiler ist im Belly-Bereich als in den Wings, verdient ihr allein durch Zeit-Passage Geld.
Der Roll-Down ist einer der am meisten unterschätzten Ertragsquellen im Bond-Markt. Und Butterflies maximieren ihn systematisch.
Kapitel 5: Die Mechanik – Wie ihr einen Curve-Trade ausführt
Ihr könnt Curve-Trades auf drei Wegen ausführen:
Treasury Futures (CME): Die Standardlösung für aktive Trader. 2Y (ZT), 5Y (ZF), 10Y (ZN), 30Y (ZB), Ultra-10Y (TN), Ultra-Long (UB). Vorteile: Extrem liquide, geringe Margin, 24/5 Handel, einfaches Shorting. Nachteile: Cheapest-to-Deliver-Problematik, Basis-Risiko zwischen Future und Underlying-Bond.
Für die allermeisten von euch: Treasury Futures sind der richtige Weg. Liquide genug, günstig genug, und ihr könnt alle drei Trades (Steepener, Flattener, Butterfly) damit abbilden.
Das Makro-Regime-Playbook – Welcher Trade in welchem Umfeld
Jetzt kommt das Herzstück. Das Playbook, das euch zeigt, wann welcher Trade funktioniert. Merkt euch diese Tabelle – tätowiert sie euch notfalls auf den Unterarm.
Regime 1: Späte Expansion, Inflation steigend
- Fed: Im Zinserhöhungszyklus
- Makro: Wachstum solide, aber verlangsamt sich. Inflation über Ziel.
- Kurve: Wird flacher (kurze Yields steigen stärker als lange)
- Der Trade: Bear Flattener (Long 2Y / Short 10Y)
- Warum: Fed-Erhöhungen treiben das kurze Ende. Langes Ende bleibt anchored, weil der Markt glaubt, die Fed bekommt Inflation in den Griff.
- Historisches Beispiel: 2022, 2005–2006, 1994
Regime 2: Rezession-Anfang, Fed beginnt zu senken
- Fed: Pivot-Phase, erste Senkungen
- Makro: Wachstum kollabiert, Arbeitslosigkeit steigt
- Kurve: Wird schnell steiler (Bull Steepener)
- Der Trade: Bull Steepener (Short 2Y / Long 10Y)
- Warum: Fed senkt aggressiv am kurzen Ende. Langes Ende fällt weniger stark, weil Term Premium steigt (Unsicherheit).
- Historisches Beispiel: 2008, 2001, 1990
Regime 3: Rezession-Ende, Reflation beginnt
- Fed: Zinsen nahe Null, QE aktiv
- Makro: Wachstum kehrt zurück, Inflation beginnt zu steigen
- Kurve: Wird steiler am langen Ende (Bear Steepener)
- Der Trade: Bear Steepener via direktionalem Short-30Y
- Warum: Kurzes Ende ist durch Fed verankert. Langes Ende preist Reflation und höhere Term Premium.
- Historisches Beispiel: 2009–2010, 2020–2021, 2003
Regime 4: Mid-Cycle, ruhige Makro-Phase
- Fed: Neutral, keine Veränderung erwartet
- Makro: Stabiles Wachstum, Inflation nahe Ziel
- Kurve: Relativ stabil, aber positioniert sich technisch
- Der Trade: Butterflies auf die Belly (2s5s10s oder 5s10s30s)
- Warum: In ruhigen Phasen dominieren technische Flüsse (Auktionen, Pensionsfonds-Rebalancing). Diese erzeugen temporäre Mispricings in der Kurvenmitte.
- Historisches Beispiel: 2014–2015, 2017, 2019 Q2
Regime 5: Krise, Liquiditätsvakuum
- Fed: Emergency-Modus, unlimited QE
- Makro: Panik, systemisches Risiko
- Kurve: Chaotisch, aber typischerweise extrem steiler am Belly (30Y fällt am brutalsten, weil Forced Buying)
- Der Trade: KEIN Curve-Trade. Stattdessen: Liquidität, Cash, Treasury-Long-Only bis Märkte sich stabilisieren.
- Warum: In echten Krisen brechen Korrelationen zusammen. Spreads verhalten sich irrational. Hebel tötet.
- Historisches Beispiel: März 2020 (erste Woche), Oktober 2008, August 2015 Flash-Crash
Die verbotenen Fehler – Was selbst Profis falsch machen
Viele Retail-Trader werden von positiver Carry angezogen. Sie sehen: „Long 10Y / Short 2Y in steiler Kurve zahlt mir 150 bp pro Jahr. Geil." Und sie ignorieren, dass diese Carry ihnen jeden Cent wieder wegnimmt, wenn die Kurve sich gegen sie bewegt.
Carry ist kein Gewinn. Carry ist Kompensation für Risiko. Wenn ihr positive Carry bekommt, wettet ihr implizit darauf, dass die Forward-Kurve nicht eintritt. Die Forward-Kurve preist bereits die Carry als „erwartete Bewegung" ein. Wer positive Carry kassiert, wettet gegen den implizierten Forward.
Curve-Trades haben eingebettete Convexity. Ein Steepener mit Long 30Y hat massiv positive Convexity am langen Bein und nur moderate am kurzen Bein. Das ist ein versteckter Gewinn bei großen Bewegungen in eine Richtung. Aber ein Flattener mit Short 30Y hat negative Convexity am kurzen Bein – was euch bei großen Rallyes überproportional trifft.
Fed-Meetings können in Minuten Kurven-Bewegungen erzeugen, die sonst Wochen brauchen. Wer einen Curve-Trade durch ein Fed-Meeting trägt, sollte entweder aktiv hedgen (mit Optionen) oder die Position vorher reduzieren. Ein einziges überraschendes FOMC-Statement kann einen sauberen Trade in einen Totalschaden verwandeln.
Die Verbindung zu allem, was ihr bisher gelernt habt
Tag 11 (Zins als Schwerkraft): Die Yield Curve ist die dreidimensionale Karte dieser Schwerkraft. Curve-Trades sind Wetten auf die Verformung des Gravitationsfelds.
Tag 12 (Time Preference): Jede Yield entlang der Kurve ist ein Preis für Zeit. Curve-Trades handeln die Differenz zwischen Zeitpräferenzen für kurze und lange Perioden.
Tag 15 (Reach for Yield): Wenn John Bull in lange Bonds rennt, komprimiert er die Term Premium. Das ist der Vorbote eines Bull Flatteners.
Tag 16 (Whisky der Notenbanken): Wenn die Fed das kurze Ende künstlich niedrig hält, zwingt sie Investoren die Kurve hinunter – und erzeugt strukturelle Bear Steepener am langen Ende, wenn die Realität zurückkehrt.
Tag 17 (Goodharts Gesetz): Die Fed zielt auf 2 % Inflation. Wenn der Markt glaubt, die Fed verfehlt dieses Ziel dauerhaft, explodiert die Term Premium am langen Ende → Bear Steepener.
Tag 18 (Yield Curve als Orakel): Die Invertierung ist das Rezessionssignal. Der Steepener ist der Trade, der diese Rezessions-Prognose monetarisiert.
Tag 19 (Marktstruktur): Die Liquidität der Curve-Trades hängt von der Tiefe der zugrundeliegenden Märkte ab. Futures sind liquide, Swaps sind maßgeschneidert, Cash ist präzise.
Tag 20 (Convexity, Duration): Jedes Bein eures Curve-Trades hat eine eigene Duration und Convexity. Die Kunst ist die Kalibrierung der Gewichte, um reine Form zu isolieren
Ihr seht: Tag 21 ist nicht „noch ein Thema". Tag 21 ist die Synthese aller bisherigen Themen in handelbare Strategien. Alles, was ihr bisher als Theorie gelernt habt, wird hier zu konkreten Trades.
Es gibt keinen universellen „besten" Curve-Trade. Es gibt den richtigen Trade für das aktuelle Makro-Regime. Wer Regime-Erkennung mit Trade-Auswahl kombiniert, hat einen systematischen Edge. 99 % der Trader haben noch nie von Term Premium gehört. Aber jede Curve-Bewegung kann in „Expectations" und „Term Premium" zerlegt werden. Wer diese Dekomposition beherrscht, versteht den Markt auf einer Ebene, auf der sonst nur Fed-Ökonomen und Goldman-Strategen operieren
Ihr habt heute einen fundamentalen Schritt gemacht. Bisher wart ihr **Lerner**. Ab heute seid ihr **Praktiker**. Ihr wisst jetzt nicht nur, was die Yield Curve ist, warum sie wichtig ist, und wie sie funktioniert – ihr wisst, wie ihr sie **handelt**. Ihr versteht die drei Theorien, die die Kurve erklären. Ihr kennt die drei klassischen Trades, die jeden Tag an der Wall Street exekutiert werden. Ihr habt das Regime-Playbook, das euch sagt, welcher Trade wann funktioniert. Und ihr kennt die verbotenen Fehler, die selbst Profis machen.
Während 99 % der Retail-Trader die 10-Year-Yield auf Bloomberg anstarren und sich fragen „geht die hoch oder runter?", fragt ihr euch: Steepener oder Flattener? Bull oder Bear? Expectations oder Term Premium? Belly rich oder belly cheap? In welchem Regime stehen wir? Wie viel Carry? Wie viel Roll-Down? Wie viel Convexity in jedem Bein?
Das sind die Fragen des Top-1-%-Traders. Das sind die Fragen, die an den Fixed-Income-Desks von Goldman, PIMCO und Bridgewater gestellt werden – jeden einzelnen Tag. Ab heute stellt ihr sie auch.
Der Bond-Markt ist der Boss (Tag 18). Die Maschinerie ist ein System (Tag 19). Die unsichtbaren Kräfte sind eure Waffen (Tag 20). Und die Yield Curve – die Kurve selbst – ist ab heute euer **Schlachtfeld**.
Willkommen in Tag 21. Willkommen im Relative-Value-Universum.
Wir sehen uns bei Tag 22.
Kawumm'sche MORGENANALYSE zum Freitag, den 17.04.2026Zum Donnerstag hat unser Dax seit langem mal wieder gut paar Zähne gezeigt.
Guten Morgen :)
Marken mit Wichtigkeit und hoher Reaktionsfreundlichkeit für heute und die nächsten Tage sind meiner Meinung nach: 25635, 25460, 25380, 24830, 24420, 24000, 23760, 23450, 23100, 22800, 22600, 22420, 22235, 21988, 21730, 21440, 21300, 20530
Chartlage: neutral
Tendenz: unter 24000 Rücklauf-Chance zur 23800 / 23760, über 24000 aufwärts
Grundstimmung: neutral
Mit der zunehmend abflachenden Bewegung auf H1 sollte unser Dax unter der 24000 nun mal in Gang kommen müssen, um wieder 23900 und 23800 / 23760 erreichen zu können. Doch galt Vorsicht, falls er sich nur eine Bärenfalle stellen würde und direkt unter der 24000 wieder nach oben schnellt. Dann sollte er es nämlich auf der anderen Seite über der 24120 nochmal probieren. Kommt er dort nachhaltig drüber sind 24240 / 24260, 24400 und auch 24590 erreichbar gewesen. Er sollte es eben nur stehen. Zuckt er aber wieder nur vom neuen Wochenhoch zurück wie die letzten beiden Tage, würde es sonst eben auch nur zurück zur 24000 gehen. So die Zusammenfassung von gestern.
Doch wieder schaffte er es nicht sich unter der 24000 für den Rückwärtsgang zu qualifizieren und ging stattdessen oben den Weg über der 24120 an, schaffte dabei aber auch nur die 24240 / 24260 bevor er vom neuen Monatshoch auch nur wieder in die Tiefe strauchelte. Damit hinterlassen wir nun die erste rote Tageskerze diese Woche, du uns durchaus am Freitag nochmal ein Fenster unter der 24000 öffnet, er muss es nur nutzen. Nimmt er es an, sind 23900 und 23800 / 23760 die ersten Ziele bevor man wieder über tieferes reden kann.
Sollte er aber nur knapp unter der 24000 die gestern ausgelassene Bären-Falle ziehen und nach kurzem Anstechen wieder steil hoch ziehen, müsste man oben auch nur wieder 24120, darüber dann 24240 / 24260 und darüber dann 24360 / 24400 und 24590 anzählen. Beachten sollte man auch den kleinen Verfall 13 Uhr, sowie das Gap-Risiko übers Wochenende wegen mögliche News zur nächste Woche Mittwoch auslaufenden Waffenruhe. Die Scheine bleiben gleich. Für Aufwärtsstrecken der GV4K8Y KO 20790 und für Abwärtsstrecken der MG5189 KO 26410 sowie der GV1VTU KO 28010.
Fazit: Zum Donnerstag hat unser Dax sich mal an einem neuen Monatshoch versucht und sich doch nur wieder gleich zurückgezogen. Sollte er zum Freitag die rote Tageskerze zum Anlass nehmen sich unter die 24000 zu verkriechen, könnte ihn das schon mal zur 23900 und 23800 / 23760 anschieben. Verbockt der das aber oder zieht die Bären-Falle-Karte und reißt unter der 24000 wieder steil nach oben, sind dann wieder 24100 / 24120 und darüber auch wieder 24240 / 24260 anzupeilen und bekommt er die dieses Mal dann ausgehebelt, wären 24360 / 24400 und 24590 die nächsten Stationen oben.
Ist die Fed durch das „Mythos“-Modell von Anthropic gefährdet? Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, erklärte, er gehe davon aus, dass die #Inflation in naher Zukunft „deutlich über“ 3 % bleiben werde. Wie genau „deutlich über“ ist, bleibt jedoch Auslegungssache. Könnte dies einen Wert bedeuten, der leicht über dem #CPI-Wert von 3,3 % vom März liegt? Oder sprechen wir hier von 4 % oder 5 %?
Williams nannte zudem Cyberrisiken als sein größtes systemisches Problem. Letzte Woche trafen sich Finanzminister Scott Bessent und Fed-Chef Jerome Powell Berichten zufolge mit den CEOs großer Banken, um sie vor den Cybersicherheitsrisiken im Zusammenhang mit dem #Mythos-Modell von Anthropic zu warnen. Ob es sich nun um ein echtes Risiko handelt oder nicht – für Anthropic ist es großartiges Marketing.
Auch Fed-Gouverneur Stephen Miran gibt sich mittlerweile weniger #dovish. Miran, der im Grunde genommen in die Fed berufen wurde, um #Trumps Agenda niedrigerer Zinsen zu unterstützen, sagte, er werde seine Prognose für Zinssenkungen möglicherweise zurückschrauben, da sich die Inflationsentwicklung weniger günstig darstelle. #Reuters berichtete, er habe seine Erwartungen von vier auf drei Zinssenkungen in diesem Jahr bereits nach unten korrigiert, aufgrund der Versorgungsschocks, die durch die Sperrung der Straße von #Hormuz verursacht wurden.
"boradening top" beim sp500?Was wir momentan sehen ist ein shortsqueeze in den Marktschwergewichten die in den vergangenen Wochen nicht so gut gelaufen sind. Dieser verhilft dem Markt zu neuen Hochs selbst in Angesicht der Krise.
Möglich ist wir haben eine lange Welle 4 gesehen und ein "broadening top" wo sich der Preis nach unten und oben immer weiter ausdehnt bis er nach unten durchfällt wie eingezeichnet.
Vix immernoch mit höheren Tiefs
SPX/VIX ratio
Energiekrise könnte sich zuspitzen wie die Charts zeigen.
USOIL/SPX ratio
in den beiden massiven Anstiegen der ratio and den Zyklustiefs 1916 und 1968 stieg der Ölpreis daraufhin um ca 1000%, was einen Anstieg auf 500$+ für die kommenden Jahre andeuten könnte. Hoffe ich liege falsch..
natural gas womöglich vor Vollendung eines langen "triangles"
damit einhergehend würde es zu einem Schuldenkollaps kommen, wenn die Renditen der Staatsanleihen stark ansteigen. Das könnte weiter angeheizt werden wenn andere Staaten ihr Vertrauen in die USA verlieren und ihre US- Staatsanleihen verkaufen, was bei Verhalten dieser Administration nicht undenkbar ist.
10year
2year
Wo wir bei Vertrauen sind:
der Dollar droht akut aus dem Channel rauszufallen.
Schiffsverkehr durch Hormus – der entscheidende IndikatorDie militärischen Interventionen der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran seit Samstag, dem 28. Februar, haben die globalen Finanzmärkte tief erschüttert. Besonders betroffen waren Aktien, mit einer deutlichen Korrekturphase von rund 10 %, gefolgt von einer Erholung seit Anfang April.
Insgesamt bleiben Risikoanlagen stark instabil. Diese Nervosität erklärt sich durch ein äußerst dynamisches geopolitisches Umfeld, das ständig zwischen Hoffnung auf Deeskalation und erneuten Spannungen schwankt. Mögliche Waffenruhen, Verhandlungszyklen, diplomatische Brüche, Friedenshypothesen sowie Unsicherheiten bezüglich der Normalisierung des Verkehrs durch die Straße von Hormus: Der Informationsfluss ist äußerst erratisch und teilweise sogar volatiler als die Märkte selbst.
In diesem Umfeld fragen sich viele Investoren, wann der richtige Zeitpunkt für einen erneuten Einstieg auf der Käuferseite ist.
In diesem Kontext sind die wirklich relevanten Indikatoren diejenigen, die geopolitischen Stress und dessen Auswirkungen auf das globale Wachstum widerspiegeln: Energiepreise (Öl, Gas), Inputkosten wie Harnstoff, Zinsniveaus, Inflationserwartungen sowie die Versorgungssicherheit der asiatischen Volkswirtschaften. Angesichts dieser Vielzahl an Faktoren wird es schwierig, die entscheidenden Signale für Anlageentscheidungen zu priorisieren.
Deshalb bevorzuge ich einen gezielteren Ansatz mit zwei besonders aussagekräftigen Indikatoren:
• Technische Konfigurationen am Ölmarkt mit der Erwartung eines klaren bärischen Signals vor einer signifikanten Umschichtung in Risikoanlagen
• Das tatsächliche Volumen der Tanker, die Öl und Gas durch die Straße von Hormus transportieren
Das folgende Histogramm zeigt die Anzahl der Schiffe, die täglich durch die Straße von Hormus fahren. Diese Grafik stammt von Bloomberg, die Quellenangaben sind unten aufgeführt.
Derzeit bestätigt keiner dieser Indikatoren eine Rückkehr zur Normalität. Der Ölmarkt bleibt angespannt und zeigt noch kein ausreichend beruhigendes technisches Signal. Ein Rückgang unter 95 Dollar wäre ein erstes positives Signal, mit einem Zielbereich um 80 Dollar als günstigerem Szenario.
Gleichzeitig bleibt der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stark gestört. Während vor dem 28. Februar täglich etwa 50 Schiffe verkehrten, schwankt diese Zahl nun zwischen 0 und 5. Eine nachhaltige und stabile Erholung dieses Flusses wäre ein entscheidendes Signal für eine Rückkehr in Risikoanlagen.
Die folgende Tabelle zeigt alle verfügbaren Datenquellen zur Erfassung des weltweiten Transports von Rohstoffen auf See. Die Zusammenstellung dieser Daten ermöglicht die Bestimmung der täglich durch die Straße von Hormus fahrenden Schiffe.
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DAX Tagesausblick – 16. April🔎 Fundamentale Lage (seit gestern 09:00)
Die geopolitische Lage bleibt der zentrale Treiber:
➡️ US–Iran Gespräche laufen weiter, aber Fortschritt langsam
➡️ Widersprüchliche Headlines (Ceasefire vs. neue Sanktionen)
➡️ USA drohen mit Secondary Sanctions auf iranisches Öl
➡️ Gleichzeitig Signale für mögliche Deeskalation (Hormuz-Thematik)
→ Fazit: Unsicherheit bleibt hoch, aber Markt preist aktuell eher zukünftige Deeskalation ein
Zusätzlich:
➡️ Öl stabilisiert sich bei ~91$ → Inflationsdruck bleibt, aber nimmt leicht ab
➡️ DXY unter 100 gefallen (~97.9) → Safe Haven Nachfrage sinkt
➡️ VIX unter 20 (~18) → geringe Volatilität
→ Insgesamt: leichtes Risk-On Umfeld, aber fragil
📊 Makrodaten heute (High Impact)
11:00 – CPI (YoY)
Forecast: 2.5% | Previous: 1.9%
➡️ Höher als erwartet → negativ für DAX (Zinssenkungen unwahrscheinlicher, angst vor evtl. Zinserhöhungen)
➡️ Niedriger als erwartet → positiv für DAX (lockerere Geldpolitik möglich)
14:30 – Philadelphia Fed Index
Forecast: 10.3 | Previous: 18.1
➡️ Stärker als erwartet → Wirtschaft robust → kurzfristig bullish
➡️ Schwächer als erwartet → Wachstumssorgen → bearish
14:30 – Initial Jobless Claims
Forecast: 213K | Previous: 219K
➡️ Niedriger → starker Arbeitsmarkt → tendenziell bearish (Zinsdruck)
➡️ Höher → schwächerer Arbeitsmarkt → bullish (Zinssenkungsfantasie)
❗ Morgen keine relevanten Daten → Fokus heute klar auf Makros
📈 Technische Lage
Die gestrige Tageskerze:
➡️ leicht bullish, aber ohne starke Dynamik
➡️ High gebrochen, aber kein starkes Momentum
Marktstruktur:
➡️ Range-Building rund um 24.000 bestätigt
Heute bereits:
➡️ Asia-Session Break über gestriges High (~24.149)
📍 Schlüsselzonen & Szenarien
🟢 Bullish Bias (bevorzugt aktuell):
➡️ Halten über 24.000
➡️ Fortsetzung Richtung 24.250 (Wochenhoch)
➡️ Danach Potenzial auf 24.400 – 24.500
🔴 Bearish Szenario:
➡️ Break & Close unter 24.000
➡️ Momentum-Korrektur Richtung 23.900 oder tiefer
🧠 Fazit
➡️ Markt aktuell leicht Risk-On
➡️ Struktur kurzfristig bullish
➡️ Aber: News & Makrodaten können schnell Volatilität reinbringen
Ich bleibe vorsichtig bullish, solange wir über 24.000 handeln.
Shorts nur mit Bestätigung unter dieser Zone.
Vorsicht auch vor kurzfristigen Abgriffen nach oben, die direkt abverkauft werden.
💬 Wie seht ihr den DAX heute?
Habt ihr Trading-Ideen?
Bullish oder Bearish? Schreibt’s in die Kommentare 👇
Kawumm'sche MORGENANALYSE zum Donnerstag, den 16.04.2026Auch zum Mittwoch zeigte sich unser Dax so ziemlich unbeeindruckt vom US-Handel und verschlief fast den ganzen Tag unter der 200-Tagelinie.
Guten Morgen :)
Marken mit Wichtigkeit und hoher Reaktionsfreundlichkeit für heute und die nächsten Tage sind meiner Meinung nach: 25635, 25460, 25380, 24830, 24420, 24000, 23760, 23450, 23100, 22800, 22600, 22420, 22235, 21988, 21730, 21440, 21300, 20530
Chartlage: neutral
Tendenz: unter 24000 Rücklauf-Chance zur 23800 / 23760, über 24000 aufwärts
Grundstimmung: neutral
Schon zum Dienstag hatte sich unser Dax über 24050 die Zähne ausgebissen. Sollte er nun unter 24000 zurück rudern, könnte das erstmal einen Rücklauf zur 23900 und auch 23800 / 23760 einläuten. Dort hätte er nochmal gut Support um sich wieder aufzudrehen. Beim initialen Unterbieten der 24000 sollte allerdings genauer hingeschaut werden, da sich diese gut als Bärenfalle eignen würde. Zieht unser Dax nach Unterbieten der 24000 wieder steil über 24050 zurück oder kämpft sich schon von Beginn an wieder sichtlich bemüht über 24050 raus wären weiter 24100 / 24120 und 24240 / 24260 als Ziele gültig, mit Option auf Überschuss zur 24400 und 24590. So die Zusammenfassung von gestern.
Unter die 24000 wollte unser Dax zum Mittwoch aber gar nicht, schaffte es oberhalb der 24050 dann aber auch nur nicht weiter als zur 24100 / 24120 und pendelte dann einfach den ganzen Tag dazwischen umher. Das macht nun die gestern schon kritisch gewürdigte Abflachung auf Stundenebene nicht besser. Wären die amerikanischen Indices so gut drauf, würde ich daher fast sagen der dreht sich hier bald wieder runter, aber mit oder ohne Amerikaner braucht er dafür letztendlich so oder so das Unterbieten der 24000. Nur so kommt er zur 23900 und 23800 / 23760 oder auch tiefer.
Allerdings sollte man trotzdem beim direkten ersten Unterbieten aufpassen, das eignet sich schon auch gut als eine Bärenfalle. Schnippst der von dort also nur wieder hoch, würde er wohl über 24120 dann wohl zur 24240 / 24260 aufbrechen und hätte auch weiterhin die Option auf eine Übertreibung hin zur 24400 und 24590. Aber auch bei 24120 / 24150 gilt Obacht hinsichtlich Fehlsignal-Stellung. Der hat nun Dienstag und Mittwoch da nun mehrfach neue Hochs abverkauft. Sieht man also keine Standhaftigkeit oben und doch nur wieder ein direktes Abklappen nach neuem Hoch, dann gehts halt wieder zur 24000 zurück. Die Scheine bleiben gleich. Für Aufwärtsstrecken der GV4K8Y KO 20790 und für Abwärtsstrecken der MG5189 KO 26410 sowie der GV1VTU KO 28010.
Fazit: Auch am Mittwoch wollte unser Dax nicht so richtig oben weiter, aber eben auch nicht unten. Auf Stundenebene flacht der Anstieg damit nun immer weiter ab. Sollte unser Dax also unter der 24000 nun mal in Gang kommen, wären zunächst mal wieder 23900 und 23800 / 23760 erreichbar dann. Doch Obacht, falls er sich nur eine Bärenfalle stellt und direkt knapp unter der 24000 wieder nach oben schnellt. Dann würde er es nämlich auf der anderen Seite über der 24120 nochmal probieren. Kommt er dort nachhaltig drüber sind 24240 / 24260, 24400 und auch 24590 erreichbar. Er muss es nur stehen. Zuckt er wieder nur vom neuen Wochenhoch zurück wie die letzten beiden Tage, gehts sonst eben auch nur zurück zur 24000.
Aktien verzeichnen Rekordlauf… doch die Bestätigung durch WTI...Aktien verzeichnen Rekordlauf… doch die Bestätigung durch WTI fällt schwach aus
Abgesehen von einem einzigen Tag mit Kursverlusten haben die Aktien eine außergewöhnliche 10-Tage-Rally hingelegt und sind nun auf dem besten Weg zu ihrer besten 11-Tage-Phase aller Zeiten.
Trump sagte gestern, dass „der Aktienmarkt boomen wird, er boomt bereits“.
Der NAS100 testet nun die Rekordhöchststände vom Oktober 2025 nahe 26.000. Indikatoren deuten jedoch möglicherweise darauf hin, dass der Markt deutlich überkauft ist. Auch der S&P 500 erreichte am Mittwoch ein neues Allzeithoch.
Aber wurde diese historische 10-Tage-Rallye durch andere Anlageklassen wie Öl bestätigt? Dass sich der Ölpreis unter 90 USD pro Barrel hält, ist wohl ein positives Signal, insbesondere im Vergleich zu den zuvor verzeichneten Höchstständen über 110 USD. Doch ein Rückgang unter 70 USD könnte näher an dem Niveau liegen, das erforderlich ist, um auf eine stärkere Konvergenz zwischen Aktien und Öl hinzuweisen.
Nas100 30 min
Trend: Klarer kurzfristiger Aufwärtstrend
Konsolidierung/Seitwärts nach dem Impuls (mögliche Distribution).
Entry :25.870 - 26000
SL :26100
TP:25.350–25.200
RSI fällt deutlich → Momentum lässt nach (Divergenz möglich).
Preis verliert Stärke nach starkem Push klassische Pullback-/Mean-Reversion-Situation.
Mehrere kleine Ablehnungen am Hoch Widerstand um ~25.900–26.000.
ATR fällt → Bewegung verliert Dynamik → Break nach unten möglich.
Nähe zu lokalem Resistance-Level.
Konsolidierung kann auch Bull-Flag sein → weiterer Ausbruch nach oben möglich.
Wichtige Levels
Resistance: 25.900 – 26.000
Intraday Support: 25.700
Major Support / TP-Zone: 25.350 – 25.400
DAX Tagesausblick – 15. April🌍 Fundamentaler Überblick
Seit meinem gestrigen Update hat sich die Lage im Nahen Osten weiter leicht entspannt – zumindest aus Marktsicht.
Die US–Iran Gespräche bleiben der zentrale Treiber.
Es gibt weiterhin Signale in Richtung Verhandlungen und mögliche Deeskalation, auch wenn parallel militärische Spannungen (Hormuz, Blockade, Schifffahrt) bestehen bleiben.
➡️ Wichtig:
Der Markt fokussiert sich aktuell klar auf die Chance eines Deals, nicht auf die Risiken.
Zusätzlich haben wir gestern:
• schwächere PPI-Daten aus den USA gesehen → weniger Inflationsdruck
• fallende Ölpreise (unter $100, zwischenzeitlich sogar deutlich tiefer)
• sinkende Volatilität (VIX < 20)
• schwächeren Dollar (Safe Haven Demand nimmt ab)
➡️ Das Gesamtbild bleibt damit kurzfristig klar:
Risk-On Sentiment dominiert
⚠️ Trotzdem nicht ignorieren:
• IMF warnt weiterhin vor globalen Risiken (Inflation + Wachstum)
• Situation im Nahen Osten bleibt fragil (Hormuz, Blockade, militärische Präsenz)
• Öl bleibt trotz Rückgang auf erhöhtem Niveau
➡️ Bedeutet:
Der Markt ist aktuell stark Headline-getrieben und anfällig für schnelle Richtungswechsel
🗓️ Wirtschaftsdaten heute
Heute eher ruhiger Tag:
• 16:30 Uhr – US Crude Oil Inventories
Forecast: 2.1M | Previous: 3.081M
➡️ Für den DAX nicht direkt entscheidend, aber relevant für Öl & Inflationserwartungen
📊 Marktumfeld
• VIX: ~18 → ruhiges Umfeld
• DXY: ~98 → schwächerer Dollar
• Öl: deutlich unter den Hochs, aktuell ~90$ Bereich
➡️ Unterstützt aktuell weiter bullisches Sentiment
📈 Charttechnische Analyse
Wir haben gestern einen Daily Close über 24.000 Punkten gesehen – das ist grundsätzlich bullish zu werten.
Allerdings:
• Kein klarer Break über das Hoch von Freitag
• Bewegung wirkt teilweise noch impulsgetrieben (News)
• Markt aktuell eher in einer Range um die 24.000
🟢 Bullisches Szenario
Solange wir uns über der 24.000er Zone halten:
➡️ Möglichkeit für Fortsetzung des Momentums
Nächste Ziele:
• 24.100 (aktueller Bereich / kurzfristiger Widerstand)
• 24.250 (Vorwochenhoch)
• 24.300
• 24.500 (obere Schlüsselzone)
➡️ Voraussetzung:
Stabiles Momentum + weiterhin positive Newslage und Bruch über 24.110
🔴 Bearishes Szenario
Sollten wir unter 24.000 zurückfallen oder dort mehrfach rejected werden:
➡️ Wahrscheinlichkeit für Rücksetzer steigt
Mögliche Ziele:
• ~23.900 (erste Supportzone)
Darunter:
➡️ Erweiterung des Retracements möglich
Wichtig:
Aktuell sehe ich Rücksetzer eher als technische Korrektur im bullischen Umfeld, solange sich fundamental nichts verschlechtert
🔁 Aktuelles Fazit
Die 24.000 bleibt die zentrale Entscheidungszone
➡️ Darüber: Struktur bleibt bullish
➡️ Darunter: kurzfristiger Druck & Pullback möglich
Gleichzeitig gut möglich, dass wir hier erstmal eine Range sehen, bis neue fundamentale Impulse kommen
💬 Eure Meinung
Wie seht ihr den DAX heute?
Hält die 24.000er Zone oder sehen wir nochmal einen Rücksetzer?
Seid ihr aktuell eher bullish oder bearish auf Risk Assets?
Schreibt es gerne in die Kommentare 👇
Kawumm'sche MORGENANALYSE zum Mittwoch, den 15.04.2026Und weiter versuchte sich unser Dax nun oberhalb festzukrallenals gäbe es da noch irgendwas leckeres zu holen.
Guten Morgen :)
Marken mit Wichtigkeit und hoher Reaktionsfreundlichkeit für heute und die nächsten Tage sind meiner Meinung nach: 25635, 25460, 25380, 24830, 24420, 24000, 23760, 23450, 23100, 22800, 22600, 22420, 22235, 21988, 21730, 21440, 21300, 20530
Chartlage: neutral
Tendenz: unter 24000 Rücklauf-Chance zur 23800 / 23760, über 24000 aufwärts
Grundstimmung: neutral
Zum Dienstag sollte wichtig werden ob sich unser Dax von Beginn an, an der erreichten Abwärtstrendlinie abstoßen und wieder unter die 23900 zurück tauchen könne. Drunter hätte er sich nämlich schön am Montag entlang wieder durchhangeln können, zurück über 23830, 23750 und 23690 hin zur 23400 / 23385. Aber es braucht dafür auch ein klares GO. Würde das nicht kommen und unser Dax einfach standhaft über der 23920 / 23900 bleiben, sollte man ihm erstmal die Chance lassen sich wieder an der 24000 / 24050, 24100 / 24120 und 24240 / 24260 zu probieren. So die Zusammenfassung von gestern.
Und er probierte sich nicht unter der 23900, auch so richtig überhaupt gar nicht und blieb stattdessen standhaft auf der 23900 / 23920. Dadurch kein Wunder, dass wir noch 24000 und 24050 abarbeiten konnten. Eher verwunderlich war dann schon fast dass die 24100 / 24120 nicht gleich noch mit bedient wurde, viel verlangt war das an sich ja nicht. Aber unser Dax flachte seinen Anstieg da schon sichtlich ab und tat sich schwer daran die 24050 nachhaltig zu überbieten. Ist das nun Trendschwäche, könnte er unterhalb der 24000 dann zumindest schon mal wieder an die 23900 und 23800 / 23760 zurückgeschoben werden, wenn nicht sogar tiefer. Aber 23900 wie auch 23800 / 23760 sind von hier aus gesehen erstmal gute Supports, die auch nach oben aufdrehen können.
Und beim Unterbieten von 24000 müsste man aufpassen, dass es nicht nachher zur Bären-Falle wird. Würde sich dafür schon auch gut eignen, kurz antäuschen darunter gleich am Morgen, dann schnell wieder über 24050 zurück, das wäre dann vermutlich eher ein GO nach oben, wenn man das Verkaufssignal unter 24000 direkt zum Aufziehen nutzt. Dann sollten auch 24100 / 24120 und 24240 / 24260 folgen und so wie sich das obere Tagesband nach oben auf biegt, würde ich oberhalb davon dann durchaus auch 24400 und 24590 mit auf den Zettel nehmen. Die Scheine bleiben gleich. Für Aufwärtsstrecken der GV4K8Y KO 20790 und für Abwärtsstrecken der MG5189 KO 26410 sowie der GV1VTU KO 28010.
Fazit: Unser Dax hat zwar am Dienstag Verkaufssignale unter 23900 verhindert bekommen, oben dann allerdings keine besonders gute Figur gemacht und sich schon ziemlich stark an der 24050 die Zähne ausgebissen. Sollte man ihn nun unter 24000 zurück drücken, könnte das erstmal einen Rücklauf zur 23900 und auch 23800 / 23760 einläuten. Dort hätte er nochmal gut Support um sich wieder aufzudrehen, tut er das aber nicht, gehts wieder am Montag entlang die Strecke zurück nach unten. Beim initialen Unterbieten der 24000 sollte allerdings genauer hingeschaut werden, die eignet sich gut als Bärenfalle. Zieht unser Dax nach Unterbieten der 24000 wieder steil über 24050 zurück oder kämpft sich schon von Beginn an wieder sichtlich bemühter über 24050 raus wären weiter 24100 / 24120 und 24240 / 24260 als Ziele gültig, mit dem steigenden oberen Tagesband sollte man nun aber wohl dann auch 24400 und 24590 für das positive Szenario mit vormerken.






















