DAX Tagesausblick 13. Juli–Neue Eskalation im Nahen Osten!Die neue Handelswoche startet direkt mit deutlich erhöhter geopolitischer Unsicherheit. Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran verschärft sich erneut, während die Lage an der Straße von Hormus den Ölmarkt unter Druck setzt. Gleichzeitig stehen heute mehrere Notenbanker und das OPEC-Meeting im Fokus, bevor morgen mit CPI und Core CPI die wichtigsten Wirtschaftsdaten der Woche veröffentlicht werden.
Agenda
• Geopolitische Lage
• Fundamentale Wirtschaftsdaten
• Märkte & Korrelationen im Überblick
• Risk Assets im Überblick
• DAX – charttechnischer Ausblick
• Fazit
Geopolitische Lage
Die Lage im Nahen Osten hat sich seit gestern erneut deutlich verschärft. Iran und die USA tauschten weitere Raketen- und Drohnenangriffe aus. Nach iranischen Angaben wurden US-Militäreinrichtungen in Bahrain und Kuwait angegriffen, Radarsysteme im Oman zerstört und Ziele auf der Prince Hassan Air Base in Jordanien getroffen.
Die USA reagierten ihrerseits mit Angriffen auf iranische Luftverteidigungssysteme, Küstenradare sowie Raketen- und Drohnenkapazitäten. Zusätzlich wurden kleinere iranische Boote ins Visier genommen.
Im Zentrum der Eskalation steht weiterhin die Straße von Hormus. Der Iran erklärte erneut, die Meerenge geschlossen zu haben und warnte vor weiteren Zwischenfällen im globalen Öl- und Gassektor. Der Schiffsverkehr ist bereits deutlich eingeschränkt. Zwar eskortierten US-Kräfte zuletzt rund 20 Schiffe durch die Meerenge, Tracking-Daten zeigen jedoch weiterhin nur geringe Verkehrsaktivität.
Damit steigt das Risiko einer nachhaltigen Störung der globalen Energieversorgung. Der Ölmarkt reagierte bereits mit einem deutlichen Gap Up. Sollte sich die Eskalation fortsetzen und der Schiffsverkehr weiter eingeschränkt bleiben, dürfte der Energie- und Inflationsdruck erneut deutlich zunehmen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten
Auch fundamental startet die Woche interessant.
TSMC meldete für das zweite Quartal einen Rekordumsatz. Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um 36 % auf rund 39,6 Milliarden US-Dollar und lagen damit leicht über den Erwartungen. Haupttreiber bleibt die starke Nachfrage nach AI-Anwendungen. Besonders interessant: Allein im Juni stieg der Umsatz um 67,9 % gegenüber dem Vorjahr.
Bei den Earnings bleibt es heute noch relativ ruhig. Mit Progressive und Fastenal stehen lediglich zwei größere Unternehmen im Kalender. Die eigentliche Earnings Season nimmt im weiteren Wochenverlauf deutlich an Fahrt auf.
Heute stehen vor allem die Notenbanker und der Ölmarkt im Fokus:
FOMC-Mitglied Bowman spricht bereits am Vormittag. Anschließend folgt das OPEC-Meeting, welches aufgrund der aktuellen Situation am Ölmarkt besonders relevant ist. Zum Ölmarkt und den Risiken durch die Straße von Hormus habe ich gestern bereits ausführlich ein Video veröffentlicht – schaut dort gerne rein.
Am Abend folgen Fed Waller, EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel und EZB-Präsidentin Christine Lagarde.
Der wichtigste fundamentale Termin der Woche folgt jedoch morgen: die US-Verbraucherpreise mit CPI und Core CPI. Gerade in Verbindung mit den erneut steigenden Ölpreisen dürfte der Inflationsbericht für die weitere Zinserwartung entscheidend werden.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil startet mit einem Gap Up von 3,44 % und notiert aktuell bei rund 73,77 US-Dollar.
Mein Bias bleibt unverändert. Sollte sich die Situation im Nahen Osten weiter verschärfen, sehe ich zunächst 77 US-Dollar und anschließend 79 US-Dollar als realistische Ziele. Bei einer starken und anhaltenden Eskalation wäre sogar der Bereich zwischen 84 und 86 US-Dollar wieder relevant.
Kommt es dagegen zu einer Deeskalation und einem Schlusskurs unter 71 US-Dollar, wäre eine Fortsetzung in Richtung 70 bis 68 US-Dollar wahrscheinlicher.
Die Korrelation bleibt entscheidend:
Steigendes Öl → steigende Energiepreise → höherer Inflationsdruck → restriktivere Fed → schwierigeres Umfeld für Risk Assets.
US-Staatsanleihen
Auch die US-Staatsanleihen starteten zunächst stärker in den Handel, geben aktuell jedoch bereits wieder einen Teil der Bewegung ab.
Die 3-jährigen Staatsanleihen liegen rund 0,26 % im Plus, die 5-jährigen bei +0,30 %, die 10-jährigen bei +0,26 % und die 30-jährigen bei +0,24 %.
Hier bleibt vor allem die Reaktion auf die morgigen Inflationsdaten entscheidend.
DXY
Der US-Dollar zeigte über Nacht ebenfalls zunächst Stärke und der DXY notiert aktuell im Bereich von 101.
Bei einem höheren CPI-Bericht und einer weiteren Eskalation im Nahen Osten sehe ich 101,5 und anschließend 102 als nächste relevante Ziele.
Bei einer Deeskalation und schwächeren Inflationsdaten bleibt der Bereich zwischen 100,6 und 100,5 die zentrale Unterstützung. Sollte dieser brechen, wäre eine Bewegung in Richtung 100 realistisch – wie bereits gestern im Video besprochen.
VIX
Der Volatilitätsindex reagiert deutlich und liegt aktuell rund 9,12 % im Plus bei 16,39 Punkten.
Damit notiert der VIX weiterhin klar unter 20 und befindet sich noch nicht in einem extremen Stressbereich. Die Dynamik sollte aufgrund der geopolitischen Lage dennoch beobachtet werden.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia notiert vorbörslich bei rund 206,50 US-Dollar.
Solange die Aktie über 200 US-Dollar handelt, bleiben 212 und 217 US-Dollar meine nächsten relevanten Ziele, bevor neue Allzeithochs wieder in den Fokus rücken.
Unterhalb von 200 US-Dollar sehe ich dagegen 195 und anschließend 190 US-Dollar als realistische Ziele.
Bitcoin
Bitcoin zeigte über Nacht erneut relative Schwäche. Auf Wochenbasis konnte zwar leicht positiv geschlossen werden, aktuell liegt BTC jedoch bereits wieder rund 1,22 % im Minus.
Solange der Bereich um 65.000 US-Dollar – das Monatstief aus März – und 65.700 US-Dollar – das Monatstief aus April – nicht zurückerobert wird, bleibt Bitcoin mittel- und kurzfristig in einer klaren Short-Struktur.
Die 60.000 US-Dollar bleiben damit weiterhin hochrelevant.
S&P 500
Der SPX zeigt aktuell leichte Schwäche und liegt rund 0,43 % im Minus.
Entscheidend bleibt für mich das Daily Low vom Freitag. Hält dieser Bereich, könnte zur NYSE-Eröffnung und im weiteren Handelsverlauf erneut Stärke aufkommen.
Wird dagegen das Freitagstief gebrochen, bleibt der Bereich um 7.500 das nächste Ziel. Auf der Oberseite würde ein Bruch des letzten Daily Highs die Bereiche um 7.635 und 7.650 sowie neue Allzeithochs in den Fokus rücken.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigt mit aktuell rund -0,8 % etwas deutlichere Schwäche und handelt im Bereich der 29.500er-Zone.
Diese Zone bleibt für mich entscheidend. Wird sie verteidigt, bleibe ich grundsätzlich long orientiert und sehe 30.000 weiterhin als nächste interessante Zielzone.
Unterhalb von 29.500 liegt der nächste relevante Unterstützungsbereich bei 29.000. Sollte anschließend auch das Wochentief der KW28 bei rund 28.700 bis 28.680 brechen, könnte sich eine größere Korrektur entwickeln.
US30
Auch der Dow Jones handelt leicht im Minus.
Die Zone um 52.500 hat bisher jedoch stark gehalten. Solange wir oberhalb handeln, bleiben 53.000 Punkte und neue Allzeithochs realistisch.
Unterhalb sehe ich zunächst 52.292 – das Wochentief der KW28 – und anschließend die 52.000er-Marke als relevante Ziele.
DAX – charttechnischer Ausblick
Der DAX hat den gestern im Video besprochenen Bereich um 24.783 bereits angelaufen und handelt inzwischen wieder oberhalb von 25.000 Punkten.
Mein Szenario bleibt unverändert.
Sollte der DAX das Daily High vom Freitag überwinden, kann ich mir einen stärkeren Squeeze in Richtung 25.500 Punkte vorstellen.
Ohne neuen Impuls halte ich jedoch zunächst eine Range um die 25.000er-Marke bis zu den morgigen CPI-Daten für realistisch.
Unterhalb von 24.760 Punkten würde sich das kurzfristige Bild eintrüben. In diesem Fall sehe ich den Bereich um 24.500 Punkte als nächstes relevantes Ziel.
Fazit
Die neue Handelswoche startet mit einem klaren geopolitischen Risikofaktor. Die erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran sowie die Situation an der Straße von Hormus treiben den Ölpreis nach oben und erhöhen erneut den Inflationsdruck.
Heute stehen mit dem OPEC-Meeting sowie Bowman, Waller, Schnabel und Lagarde mehrere wichtige Termine an. Der entscheidende fundamentale Impuls dürfte jedoch morgen mit CPI und Core CPI folgen.
Für den DAX bleibt die 25.000er-Marke zunächst der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Oberhalb des Freitagshochs wäre ein Squeeze in Richtung 25.500 möglich. Unterhalb von 24.760 rückt dagegen die 24.500 wieder in den Fokus.
Bis zu den morgigen Inflationsdaten bleibt ein volatiler und stark nachrichtengetriebener Handel wahrscheinlich.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch stabile Trades!
Marktindizes
Börsen-Astrologie Und die nächsten Tage würde ich so sehen: 13.07. short, Trendwechsel über Nacht und den 14.07. überwiegend long. Hier gibt es einen Long-Indikator über den DJ (der muss nicht für alle Indizes gelten). Aber dieser ist mit Vorsicht zu genießen, wenn der Abwärtstrend übergeordnet ist. Entsprechend der 15.07. wieder short, wenn der Long-Indikator am 14. gezündet hat. Der 16. dann wieder long - vermutlich. Habe hier keine weiteren Indikatoren. Ebenso nicht mehr für den Rest des Monats. Deswegen gehe ich davon aus, dass hier an den Märkten nur Wischi-Waschi passiert, aber in der Form, dass eben am 04.08.2026 ein Short im M-Dax (ggf. auch Dax) lohnt. So, habe fertig :-)
Kawumm'sche MORGENANALYSE zum Montag, den 13.07.2026Zum Freitag hat unser Dax wohl einfach nur in der Sonne gechilled und ließ sich selbst von ein paar Peitschenhieben nicht zu animieren Kunststücke vorzuführen...
Guten Morgen :)
Marken mit Wichtigkeit und hoher Reaktionsfreundlichkeit für heute und die nächsten Tage sind meiner Meinung nach: 25635, 25460, 25380, 24830, 24420, 24000, 23760, 23450, 23100, 22800, 22600, 22420, 22235, 21988, 21730, 21440, 21300, 20530
Chartlage: positiv
Tendenz: über 25200 aufwärts, drunter noch wackelig
Grundstimmung: neutral
Die Aufgabe der Entscheidungsfindung ging ja schon vom Donnerstag auf den Freitag über wo wir die Flagge denn nun verlassen würden. Über der 25160 / 25200 nachhaltig raus waren 25325 und 25470 die ersten beiden Primärziele, später dann auch wieder höheres bis übers letzte Top hinweg. Unter 24940 aber aus der Flagge raus, wären 24830 anzupeilen gewesen, eher hatte ich aber auf 24775 / 24740 getippt und die beiden Marken darunter bei 24630 und 24550. So die Zusammenfassung der letzten Analyse.
Gesehen haben wir aber auch am Freitag keine Entscheidung, nur ein kleines Abklopfen an den Kanten oben bei 25160 / 25200 wie auch unten bei 24940 um uns zu sagen, dass wir grundsätzlich erstmal alles richtig gezogen haben, nur eben noch die Zeit für einen Ausbruch da war. Nun kommt dann der Montag ins Spiel mit ultra engen Stundenbändern. Sollte er da nun schon nachhaltig unter 25060 ausfallen, könnte das mit jeder weiteren anschließenden roten Stundenkerze Terrain aufmachen zur 24940 runter nochmal und dann vorbei an der 24900 hin zur 24775 / 24740 als erste Station, dann weiter zur 24630 und 24550. Auch 24400 und 24325 bleiben für uns wichtig, bräuchten allerdings deutlich sichtbare Impulskraft nach unten am Montag.
Sehen wir aber genau die eben nicht und der kontert doch nur wieder alles nach oben durch, bleibt die 25160 / 25200 weiter maßgeblich und würde unserem Dax bei Schlusskurs darüber dann auch Raum geben hin zur 25325 / 25350 und vor allem aber hin zur 25470. Zumindest erstmal. Schafft er das am Montag müsste man gewiss dann für Dienstag und Mittwoch oben weitere Anschlussziele auskramen. Die Scheine bleiben gleich. Für Aufwärtsstrecken der GV4K8Y KO 21140 und für Abwärtsstrecken der MG5189 KO 26325 sowie der GV1VTU KO 27880.
Fazit: Unser Dax hat am Freitag nur die Flaggenkanten bei oben 25160 / 25200 und unten 24940 / 24900 gestreichelt. Nun stehen die Stundenbänder aber so eng, dass ein Ausbruch schon regelrecht in der Nase kitzelt. Geht er uns also per Schlusskurs über die 25160 / 25200 drüber, kann das dann 25325 / 25350 und 25470 nach sich ziehen. Fallen wir aber unten raus reicht schon ein Stundenschluss unter 25060 aus um einen kleinen Kick Richtung 24940 / 24900 zu geben und darunter wären dann 24775 / 24740 wichtig, sowie darunter auch 24630 und 24550. Und knackt er die nun mal, könnte man das auch weiter denken Richtung 24400 und 24325.
Pullback-Trading im DAX-Universum – Teil 6Die Anatomie eines gesunden Pullbacks: Wie man normale Rücksetzer von echter Schwäche unterscheidet
Tiefe, Volumen, Tagesranges, gleitende Durchschnitte und Unterstützungsbereiche richtig einordnen
In Teil 5 dieser Serie ging es um den idealen Vorlauf vor einem Pullback.
Die wichtigste Aussage war:
Die Qualität eines Pullbacks wird vor dem Pullback entschieden.
Ein Rücksetzer ist nur dann interessant, wenn vorher Stärke vorhanden war.
Jetzt gehen wir einen Schritt weiter.
Wenn eine Aktie bereits in Stage 2 ist, relative Stärke zeigt und einen dynamischen Vorlauf hatte, stellt sich die nächste Frage:
Ist der aktuelle Rücksetzer gesund – oder beginnt die Aktie bereits zu kippen?
Genau darum geht es in diesem Teil.
Denn nicht jeder Rücksetzer ist ein Kaufsignal.
Ein Pullback kann eine normale Pause innerhalb eines Aufwärtstrends sein.
Er kann aber auch der erste Hinweis sein, dass der Trend an Qualität verliert.
Der Unterschied ist entscheidend.
Ein gesunder Pullback gibt uns eine mögliche Einstiegschance.
Ein schwacher Pullback warnt uns davor, in eine beginnende Distribution hineinzukaufen.
1. EIN PULLBACK IST EIN TEST
Ein Pullback ist nicht einfach ein Kursrückgang.
Ein Pullback ist ein Test.
Der Markt testet, ob die vorherige Stärke Bestand hat.
Die Aktie hatte vorher Käufer.
Sie ist gestiegen.
Sie hat relative Stärke gezeigt.
Sie wurde auf der Watchlist interessant.
Dann kommt der Rücksetzer.
Jetzt zeigt sich:
Bleiben Käufer aktiv?
Trocknet das Verkaufsvolumen aus?
Werden Rücksetzer schnell gekauft?
Hält die Aktie wichtige Unterstützungen?
Bleibt die relative Stärke stabil?
Oder entsteht plötzlich echter Verkaufsdruck?
Genau deshalb ist der Pullback so wichtig.
Er zeigt uns, ob die vorherige Stärke nur kurzfristig war – oder ob die Aktie wirklich weiter akkumuliert wird.
2. DER UNTERSCHIED ZWISCHEN PULLBACK UND SCHWÄCHE
Viele Trader verwechseln einen Pullback mit Schwäche.
Das liegt daran, dass beides auf den ersten Blick gleich aussieht:
Der Kurs fällt.
Aber die Ursache und die Struktur sind unterschiedlich.
Ein gesunder Pullback entsteht nach einem starken Vorlauf.
Die Aktie nimmt eine Pause.
Der Verkaufsdruck bleibt begrenzt.
Das Volumen nimmt ab.
Die Tagesranges werden enger.
Die Aktie bleibt oberhalb wichtiger Unterstützungen.
Relative Stärke bleibt stabil.
Echte Schwäche sieht anders aus.
Die Aktie fällt stärker als der Markt.
Volumen nimmt auf roten Tagen zu.
Wichtige Linien werden gebrochen.
Erholungen scheitern schnell.
Die Aktie verliert relative Stärke.
Der Chart wirkt nicht mehr kontrolliert.
Der Unterschied liegt also nicht darin, ob der Kurs fällt.
Der Unterschied liegt darin, wie der Kurs fällt.
3. DIE IDEALE AUSGANGSLAGE
Bevor ich einen Pullback überhaupt bewerte, muss die Ausgangslage stimmen.
Ein gesunder Pullback braucht vorher:
Stage-2-Aufwärtstrend
Kurs über 50- und 200-Tage-Linie
steigende oder zumindest konstruktive 50-Tage-Linie
stabile oder steigende 200-Tage-Linie
relative Stärke gegenüber dem DAX-Universum
vorherigen dynamischen Impuls
Nähe zum 52-Wochen-Hoch
keinen chaotischen oder komplett überdehnten Vorlauf
ausreichende Liquidität
kein unmittelbares Event-Risiko
Ohne diese Basis ist der Rücksetzer für mich meistens kein hochwertiges Pullback-Setup.
Dann ist es eher eine beliebige Korrektur.
Oder noch schlimmer:
Ein Rücksetzer in einer schwachen Aktie.
4. WIE TIEF DARF EIN GESUNDER PULLBACK SEIN?
Eine der häufigsten Fragen lautet:
Wie weit darf eine Aktie zurückkommen, damit der Pullback noch gesund ist?
Es gibt darauf keine feste Prozentzahl, die immer gilt.
Eine volatile SDAX-Aktie bewegt sich anders als ein liquider DAX-Wert.
Eine TecDAX-Aktie kann größere Schwankungen haben als ein defensiver Dividendentitel.
Trotzdem gibt es eine wichtige Grundregel:
Je stärker und sauberer der Trend, desto weniger tief sollte der Pullback idealerweise sein.
Ein sehr starker Leader muss oft gar nicht weit zurückkommen.
Er konsolidiert vielleicht nur einige Tage seitwärts.
Oder er zieht kontrolliert zur 10- oder 21-Tage-Linie zurück.
Oder er testet einen alten Ausbruchsbereich.
Ein schwächerer Wert fällt dagegen oft deutlich tiefer.
Er verliert die 50-Tage-Linie.
Er fällt stärker als der Markt.
Er wirkt schwer und unkontrolliert.
Das ist kein Qualitätsmerkmal.
5. ORIENTIERUNG AN GLEITENDEN DURCHSCHNITTEN
Für die Pullback-Analyse nutze ich gerne gleitende Durchschnitte als Orientierung.
Nicht als starre Kaufmarken.
Sondern als Zonen, an denen man Verhalten beobachten kann.
Wichtige Linien sind zum Beispiel:
10-Tage-Linie
21-Tage-Linie
50-Tage-Linie
150-Tage-Linie
200-Tage-Linie
Ein sehr starker Pullback endet oft bereits im Bereich der 10- oder 21-Tage-Linie.
Ein normaler, etwas tieferer Pullback kann zur 50-Tage-Linie laufen.
Ein Rücksetzer deutlich unter die 50-Tage-Linie ist dagegen ein Warnsignal, vor allem wenn er mit hohem Volumen passiert.
Für meine Pullback-Logik gilt:
Je näher der Kurs an der 50-Tage-Linie stabilisiert, ohne sie aggressiv zu brechen, desto interessanter kann das Setup werden.
Aber:
Die Linie allein ist kein Kaufsignal.
Entscheidend ist die Reaktion.
6. EIN TOUCH DER 50-TAGE-LINIE IST NICHT AUTOMATISCH EIN KAUF
Viele Trader kaufen automatisch, sobald eine Aktie die 50-Tage-Linie erreicht.
Das ist gefährlich.
Die 50-Tage-Linie ist keine magische Unterstützung.
Sie ist nur ein Referenzpunkt.
Die entscheidenden Fragen lauten:
Wie kommt die Aktie zur Linie zurück?
Fällt sie ruhig oder aggressiv?
Nimmt das Volumen ab oder zu?
Gibt es lange rote Kerzen?
Wird die Linie schnell zurückerobert?
Bleibt relative Stärke vorhanden?
Gibt es einen klaren Pivot?
Ist der Stop sinnvoll definierbar?
Ein kontrollierter Test der 50-Tage-Linie kann interessant sein.
Ein harter Bruch der 50-Tage-Linie mit hohem Volumen ist dagegen oft ein Warnsignal.
Der Unterschied liegt im Verhalten.
Nicht in der Linie selbst.
7. VOLUMEN: WIRD VERKAUFT ODER NUR PAUSIERT?
Volumen ist einer der wichtigsten Hinweise im Pullback.
Ein gesunder Pullback zeigt häufig:
abnehmendes Volumen während des Rücksetzers
keine massiven roten Volumentage
geringere Aktivität an schwachen Tagen
steigendes Volumen bei Erholungstagen
schnelle Nachfrage an Unterstützungszonen
Das deutet darauf hin, dass die Aktie nicht aggressiv verkauft wird.
Sie pausiert eher.
Ein problematischer Pullback zeigt dagegen:
hohes Volumen an roten Tagen
deutliche Verkaufswellen
große rote Kerzen
schwache Erholungen auf geringem Volumen
Bruch wichtiger Linien mit erhöhtem Umsatz
Das deutet auf echten Verkaufsdruck hin.
Für mich ist das einer der wichtigsten Unterschiede.
Ein Pullback mit fallendem Volumen ist potenziell konstruktiv.
Ein Pullback mit steigendem Verkaufsvolumen ist verdächtig.
8. TAGESRANGES: WIRD DIE AKTIE RUHIGER ODER WILDER?
Neben dem Volumen achte ich stark auf die Tagesranges.
Ein gesunder Pullback wird oft mit der Zeit ruhiger.
Die Kerzen werden kleiner.
Die Spanne zwischen Tageshoch und Tagestief nimmt ab.
Der Kurs bewegt sich enger.
Verkäufer verlieren Druck.
Käufer beginnen, Rücksetzer aufzufangen.
Das ist konstruktiv.
Ein schwacher Pullback sieht anders aus:
große rote Tageskerzen
lange untere und obere Dochte
starke Richtungswechsel
viele Gaps
hohe Intraday-Volatilität
keine klare Stabilisierung
Solche Bewegungen zeigen Unsicherheit.
Und Unsicherheit ist für einen engen, risikoarmen Einstieg oft schlecht.
Ein gutes Pullback-Setup fühlt sich im Chart oft enger und kontrollierter an.
Nicht chaotischer.
9. DER PULLBACK SOLLTE STRUKTUR BEHALTEN
Ein gesunder Pullback zerstört die Struktur nicht.
Er kann zurückkommen.
Aber er sollte nicht alles kaputt machen, was vorher aufgebaut wurde.
Konstruktiv ist zum Beispiel:
die Aktie bildet ein höheres Tief
der Kurs bleibt über dem letzten wichtigen Ausbruchsniveau
die 50-Tage-Linie bleibt intakt
die Aktie bleibt nahe am Hoch
der Rücksetzer bleibt innerhalb einer normalen Korrektur
relative Stärke bleibt stabil
Problematisch ist:
die Aktie fällt unter das letzte höhere Tief
der alte Ausbruch wird vollständig negiert
die 50-Tage-Linie wird klar gebrochen
die Aktie fällt stärker als der Markt
die RS-Linie kippt deutlich
der Chart geht zurück in eine alte Seitwärtsrange
Ein Pullback darf atmen.
Aber er sollte den Trend nicht zerstören.
10. RELATIVE STÄRKE WÄHREND DES PULLBACKS
Ein sehr gutes Zeichen ist relative Stärke während des Rücksetzers.
Das bedeutet:
Der Markt fällt vielleicht deutlich.
Die Aktie kommt aber nur leicht zurück.
Oder:
Der DAX korrigiert.
Die Aktie bleibt nahe am Hoch.
Oder:
Das DAX-Universum wird schwächer.
Die Aktie hält ihre 21- oder 50-Tage-Linie.
Das ist interessant.
Denn es zeigt, dass die Aktie weiterhin besser läuft als ihr Umfeld.
Für diese Einschätzung nutze ich meinen Indikator:
DAX Universe IBD-Style Relative Strength
Während eines Pullbacks achte ich besonders darauf:
bleibt die RS-Linie über 0?
bleibt sie über ihrem gleitenden Durchschnitt?
steigt sie sogar, obwohl der Kurs leicht zurückkommt?
fällt sie weniger stark als der Kurs?
bleibt die Aktie stärker als das DAX-Universum?
Ein Pullback mit stabiler relativer Stärke ist deutlich interessanter als ein Pullback, bei dem die relative Stärke sofort zusammenbricht.
11. DER IDEALE PULLBACK IST OFT LANGWEILIG
Viele gute Pullbacks sehen nicht spektakulär aus.
Sie sind eher langweilig.
Das ist positiv.
Ein idealer Pullback wirkt oft so:
wenige Tage bis wenige Wochen Rücksetzer
moderate Tiefe
kleiner werdende Kerzen
abnehmendes Volumen
keine Panik
keine großen Gaps
keine heftigen roten Tage
Kurs bleibt oberhalb wichtiger Durchschnitte
enger Bereich entsteht
Pivot wird erkennbar
Das ist genau die Art von Struktur, die ich sehen möchte.
Denn je enger und kontrollierter der Pullback wird, desto besser lässt sich das Risiko definieren.
Ein chaotischer Pullback macht den Stop schwierig.
Ein enger Pullback macht das Risiko klarer.
12. WIE LANGE DARF EIN PULLBACK DAUERN?
Auch die Dauer ist wichtig.
Ein Pullback darf Zeit brauchen.
Aber wenn er zu lange dauert, kann er seinen Charakter verändern.
Ein kurzer Rücksetzer nach einem starken Impuls kann eine normale Pause sein.
Eine längere Seitwärtsphase kann ebenfalls konstruktiv sein, wenn die Aktie eng bleibt und relative Stärke hält.
Aber eine lange, träge Bewegung mit fallender RS-Linie und schwacher Struktur ist oft kein Pullback mehr.
Dann wird daraus eher:
eine Base
eine Distribution
eine Stage-3-Struktur
oder ein beginnender Abwärtstrend
Die Frage lautet also:
Konsolidiert die Aktie konstruktiv – oder verliert sie langsam ihre Qualität?
Wenn eine Aktie wochenlang nicht mehr nach oben kommt, während der Markt steigt, ist das kein gutes Zeichen.
13. PULLBACK ZUR 10- ODER 21-TAGE-LINIE
Bei sehr starken Aktien findet der Rücksetzer oft nur zur 10- oder 21-Tage-Linie statt.
Das kann ein Zeichen von Stärke sein.
Der Markt gibt der Aktie kaum Zeit, tiefer zu fallen.
Käufer greifen früh zu.
Solche Pullbacks sind oft besonders interessant, wenn:
der Vorlauf stark war
die Aktie nahe am Hoch bleibt
Volumen abnimmt
die RS-Linie stark bleibt
ein kleiner Pivot entsteht
das Risiko eng definierbar ist
Aber auch hier gilt:
Nicht blind kaufen.
Ein Rücksetzer zur 21-Tage-Linie ist nur dann interessant, wenn die Struktur konstruktiv bleibt.
14. PULLBACK ZUR 50-TAGE-LINIE
Ein Pullback zur 50-Tage-Linie ist tiefer.
Er kann trotzdem gesund sein.
Vor allem nach einem stärkeren Anstieg.
Aber hier wird die Analyse wichtiger.
Ich möchte sehen:
der Kurs fällt nicht panisch
die 50-Tage-Linie steigt
das Volumen nimmt im Rücksetzer ab
die Aktie stabilisiert sich im Bereich der Linie
der Kurs erholt sich zügig
relative Stärke bleibt stabil
der Stop ist logisch definierbar
Ein kurzer Unterschuss unter die 50-Tage-Linie kann vorkommen.
Aber wenn die Aktie mehrere Tage darunter bleibt und der Markt gleichzeitig besser läuft, ist Vorsicht angebracht.
Dann ist der Pullback möglicherweise nicht mehr gesund.
15. PULLBACK UNTER DIE 200-TAGE-LINIE
Ein Pullback unter die 200-Tage-Linie ist für meine Strategie meistens kein Pullback-Setup mehr.
Warum?
Weil die 200-Tage-Linie eine wichtige langfristige Orientierung ist.
Wenn eine Aktie in einem angeblichen Pullback unter diese Linie fällt, hat sich die Struktur deutlich verschlechtert.
Es kann später wieder ein neues Setup entstehen.
Aber dann braucht die Aktie Zeit.
Sie muss sich neu aufbauen.
Für kurzfristige Pullback-Trades in Stage 2 ist das meist nicht mehr attraktiv.
Meine Regel:
Ein Pullback unter die 200-Tage-Linie ist meistens kein Pullback mehr, sondern ein Strukturbruch.
16. UNTERSCHIED: NORMALER PULLBACK VS. FAILED BREAKOUT
Ein besonders wichtiger Fall ist der Rücksetzer nach einem Ausbruch.
Die Aktie bricht über ein Hoch aus.
Dann fällt sie zurück.
Jetzt stellt sich die Frage:
Ist das ein normaler Test des Ausbruchsbereichs?
Oder war der Ausbruch ein Fehlsignal?
Ein konstruktiver Test sieht so aus:
der Ausbruchsbereich wird gehalten
Volumen nimmt ab
der Rücksetzer bleibt moderat
die Aktie stabilisiert sich schnell
es entsteht ein neuer kleiner Pivot
relative Stärke bleibt positiv
Ein fehlgeschlagener Ausbruch sieht so aus:
die Aktie fällt klar zurück in die alte Base
hohes Volumen auf dem Rückweg
schnelle Aufgabe des Ausbruchsniveaus
keine Stabilisierung
RS-Linie kippt
andere Aktien im Sektor laufen besser
Ein Pullback nach einem Ausbruch kann sehr interessant sein.
Aber nur, wenn der Ausbruch nicht komplett negiert wird.
17. DER PIVOT ENTSTEHT AUS DER VERENGUNG
Der eigentliche Einstieg entsteht nicht einfach am Tief des Pullbacks.
Er entsteht oft erst, wenn der Pullback enger wird und ein kleiner Pivot sichtbar wird.
Ein Pivot kann zum Beispiel entstehen durch:
Ausbruch über das Hoch der letzten Tage
Bruch einer kleinen Abwärtstrendlinie
Rückeroberung der 10- oder 21-Tage-Linie
enger Seitwärtsbereich nahe am Hoch
Reversal nach kontrolliertem Rücksetzer
neues Kaufinteresse nach Volumentrocknung
Der Pivot ist wichtig, weil er zeigt:
Die Aktie beginnt wieder nach oben zu drehen.
Ohne Pivot kauft man oft nur in fallende Kurse hinein.
Mit Pivot wartet man auf ein erstes Zeichen neuer Stärke.
Das ist der Unterschied zwischen Hoffnung und Bestätigung.
18. WARUM DER TIEFSTE PUNKT NICHT DAS ZIEL IST
Viele Trader wollen den tiefsten Punkt des Pullbacks kaufen.
Das klingt attraktiv.
In der Praxis ist es aber schwierig.
Der tiefste Punkt ist erst im Nachhinein sichtbar.
Während des Rücksetzers weiß niemand, ob die Aktie dort wirklich dreht.
Deshalb ist mein Ziel nicht, den Tiefpunkt zu erwischen.
Mein Ziel ist:
Eine starke Aktie nach einem kontrollierten Rücksetzer zu kaufen, wenn sie wieder Stärke zeigt – mit klar definiertem Risiko.
Das ist etwas völlig anderes.
Der Einstieg ist vielleicht nicht am tiefsten Punkt.
Aber er ist oft besser planbar.
19. WARNZEICHEN: WANN EIN PULLBACK KIPPT
Ein Pullback wird für mich problematisch, wenn mehrere Warnzeichen zusammenkommen.
Dazu gehören:
Bruch der 50-Tage-Linie mit hohem Volumen
mehrere große rote Tageskerzen
stark fallende RS-Linie
Aktie fällt stärker als der Gesamtmarkt
Sektor wird ebenfalls verkauft
Erholungen scheitern sofort
Ausbruchsbereich wird klar unterschritten
altes höheres Tief wird gebrochen
hohe Gaps nach unten
schlechte Reaktion auf Nachrichten
Volumen steigt an Abwärtstagen
Kurs bleibt längere Zeit unter wichtigen Linien
Stage-2-Struktur geht verloren
Ein einzelnes Warnsignal ist nicht immer entscheidend.
Aber mehrere zusammen verändern die Qualität des Setups.
Dann ist es oft besser, die Aktie von der aktiven Watchlist zu nehmen.
20. SPEZIELL IM DAX-UNIVERSUM: GAPS UND EVENT-RISIKEN
Bei deutschen Aktien muss man Pullbacks immer auch im Zusammenhang mit Gaps und Nachrichtenrisiken betrachten.
Gerade bei MDAX-, SDAX- und TecDAX-Werten können einzelne Meldungen starke Bewegungen auslösen.
Deshalb prüfe ich vor einem Einstieg:
Stehen Quartalszahlen an?
Gibt es einen Kapitalmarkttag?
Gab es zuletzt Gewinnwarnungen?
Ist die Aktie stark von Analystenkommentaren abhängig?
Ist der Sektor newsgetrieben?
Hat der Chart viele Gaps?
Ist das Handelsvolumen ausreichend?
Ist der Spread akzeptabel?
Ein technisch schöner Pullback kurz vor Quartalszahlen kann riskant sein.
Dann wird aus einem Chart-Setup schnell ein Event-Trade.
Das muss man bewusst entscheiden.
21. BEISPIEL: GESUNDER PULLBACK
Stellen wir uns eine Aktie aus dem MDAX vor.
Die Ausgangslage:
Stage 2
Kurs über 50- und 200-Tage-Linie
50-Tage-Linie steigt
Aktie nahe am 52-Wochen-Hoch
relative Stärke gegenüber dem DAX-Universum positiv
vorheriger Impuls war dynamisch
Sektor ist konstruktiv
Jetzt kommt die Aktie 6 % zurück.
Der Rücksetzer läuft zur 21-Tage-Linie.
Das Volumen nimmt ab.
Die Tagesranges werden kleiner.
Die Aktie bleibt über dem letzten höheren Tief.
Die RS-Linie bleibt über 0.
Nach einigen Tagen entsteht ein kleiner Pivot.
Das ist ein potenziell gesunder Pullback.
Nicht automatisch ein Kauf.
Aber ein Setup, das auf die Watchlist gehört.
22. BEISPIEL: UNGESUNDER PULLBACK
Jetzt ein anderes Beispiel.
Eine Aktie aus dem SDAX steigt kurzzeitig stark an.
Dann fällt sie zurück.
Auf den ersten Blick sieht es nach Pullback aus.
Aber bei genauerem Hinsehen:
Aktie ist nur knapp über der 200-Tage-Linie
50-Tage-Linie ist flach
relative Stärke ist schwach
Rücksetzer erfolgt mit hohem Volumen
große rote Kerzen
Spread ist groß
Aktie fällt stärker als der Markt
alte Ausbruchszone wird klar unterschritten
Quartalszahlen stehen kurz bevor
Das ist kein A-Setup.
Der Kurs ist zwar zurückgekommen.
Aber die Struktur ist nicht konstruktiv.
Hier ist Vorsicht besser als Aktionismus.
23. MEINE PULLBACK-CHECKLISTE
Bevor ich einen Pullback als potenzielles Setup betrachte, gehe ich folgende Fragen durch:
Befindet sich die Aktie in Stage 2?
War der Vorlauf stark genug?
Zeigt die Aktie relative Stärke gegenüber dem DAX-Universum?
Liegt die RS-Linie über 0?
Bleibt die RS-Linie während des Pullbacks stabil?
Ist der Rücksetzer moderat?
Bleibt die Aktie oberhalb wichtiger gleitender Durchschnitte?
Wird die 50-Tage-Linie gehalten oder schnell zurückerobert?
Nimmt das Volumen im Rücksetzer ab?
Sind die roten Tage kontrolliert?
Werden die Tagesranges enger?
Gibt es keine massiven Gaps nach unten?
Bleibt das letzte höhere Tief intakt?
Wird der Ausbruchsbereich gehalten?
Entsteht ein klarer Pivot?
Ist der Stop logisch definierbar?
Ist die Aktie ausreichend liquide?
Ist der Spread akzeptabel?
Gibt es keine unmittelbaren Quartalszahlen?
Passt das Chance-Risiko-Verhältnis?
Je mehr dieser Fragen mit Ja beantwortet werden, desto interessanter wird das Setup.
Wenn viele Antworten Nein sind, ist der Rücksetzer wahrscheinlich kein gesunder Pullback.
24. WIE ICH MEINE INDIKATOREN DABEI NUTZE
Für meine Analyse nutze ich zwei eigene TradingView-Indikatoren.
Stock Stage Analysis
Dieser Indikator hilft mir, die Marktphase einzuordnen.
Für Pullback-Trades suche ich vor allem Stage 2.
Wenn der Indikator bereits Stage 3 oder Stage 4 zeigt, bin ich vorsichtig.
Dann kann ein Rücksetzer schnell mehr sein als nur eine normale Pause.
DAX Universe IBD-Style Relative Strength
Dieser Indikator zeigt mir, ob die Aktie stärker oder schwächer läuft als das breite deutsche Aktienuniversum.
Während eines Pullbacks ist besonders wichtig:
bleibt die relative Stärke stabil?
bleibt die Linie über 0?
bleibt die Aktie stärker als DAX, MDAX, SDAX und TecDAX im Durchschnitt?
verbessert sich die RS-Linie sogar während der Konsolidierung?
Wenn ja, ist das ein gutes Zeichen.
Wenn nein, verliert das Setup an Qualität.
25. DIE KERNREGEL FÜR BLOG 6
Die wichtigste Regel für diesen Teil lautet:
Ein gesunder Pullback wird mit der Zeit ruhiger – ein schwacher Pullback wird mit der Zeit gefährlicher.
Ein guter Pullback zeigt Kontrolle.
Ein schlechter Pullback zeigt Druck.
Ein guter Pullback hält Struktur.
Ein schlechter Pullback zerstört Struktur.
Ein guter Pullback liefert einen Pivot.
Ein schlechter Pullback liefert Warnsignale.
Deshalb kaufe ich nicht einfach den Rücksetzer.
Ich beobachte, ob der Rücksetzer Qualität zeigt.
26. FAZIT
Ein Pullback ist nur dann interessant, wenn er gesund ist.
Gesund bedeutet nicht, dass die Aktie gar nicht fallen darf.
Gesund bedeutet:
der Rücksetzer bleibt kontrolliert
Volumen nimmt eher ab
Tagesranges werden enger
wichtige Linien halten
relative Stärke bleibt stabil
der Trend bleibt intakt
ein klarer Pivot entsteht
das Risiko ist definierbar
Ein schwacher Pullback sieht anders aus:
hohes Verkaufsvolumen
große rote Kerzen
Bruch wichtiger Linien
fallende relative Stärke
starke Schwäche gegenüber dem Markt
keine Stabilisierung
kein sauberer Pivot
Die wichtigste Erkenntnis lautet:
Der Pullback ist ein Qualitätstest.
Nicht jeder Rücksetzer besteht diesen Test.
Für Pullback-Trading im DAX-Universum suche ich nicht einfach gefallene Aktien.
Ich suche starke Aktien, die kontrolliert pausieren und danach wieder Stärke zeigen.
Die Reihenfolge bleibt:
Stage 2.
Relative Stärke.
Starker Vorlauf.
Gesunder Pullback.
Klarer Pivot.
Definiertes Risiko.
Im nächsten Teil geht es tiefer in ein besonders wichtiges Thema:
Volumen, Verkaufsdruck und trocknendes Angebot.
Denn oft entscheidet nicht nur der Preisverlauf, sondern vor allem das Verhältnis von Preis und Volumen darüber, ob ein Pullback wirklich konstruktiv ist.
HILFREICHE TOOLS AUF TRADINGVIEW
Für diese Serie nutze ich unter anderem meine eigenen TradingView-Indikatoren:
Stock Stage Analysis
zur Einordnung der Marktphase in Stage 1, Stage 2, Stage 3 oder Stage 4.
DAX Universe IBD-Style Relative Strength
zur Messung relativer Stärke gegenüber einem gleichgewichteten Benchmark aus DAX, MDAX, SDAX und TecDAX.
Wichtig:
Diese Indikatoren sind keine Kaufsignale.
Sie sind Filter.
Der eigentliche Einstieg entsteht erst durch Pullback, Pivot und definiertes Risiko.
DISCLAIMER
Diese Analyse dient ausschließlich der Weiterbildung und stellt keine Anlageberatung, Kaufempfehlung oder Verkaufsempfehlung dar. Jeder Trader ist für seine eigenen Entscheidungen, sein Risikomanagement und seine Positionsgröße selbst verantwortlich.
Wochenausblick KW29–Fundamental,Makro und technischer Ausblick!Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für die Handelswoche KW29
Die Märkte starten in eine der fundamental spannendsten Handelswochen der vergangenen Monate. Während S&P 500 und Nasdaq weiterhin in unmittelbarer Nähe ihrer Allzeithochs notieren, bleiben die geopolitischen Risiken im Nahen Osten hoch und der Ölmarkt reagiert zunehmend sensibel auf jede neue Entwicklung rund um Iran und die Straße von Hormuz.
Gleichzeitig startet die Q2-Earnings-Season mit den großen US-Banken, ASML und Netflix in ihre erste wichtige Phase. Auf der makroökonomischen Seite stehen mit den US-Verbraucherpreisen, den Produzentenpreisen, den Einzelhandelsumsätzen und den Inflationserwartungen der US-Verbraucher gleich mehrere potenzielle Markttrigger an.
Der aktuelle Monetary Policy Report der Federal Reserve bestätigt zudem, dass die Inflation weiterhin das zentrale Risiko für die US-Notenbank bleibt. Parallel zeigt der aktuelle WASDE-Report zunehmende Angebotsrisiken bei mehreren wichtigen Agrarrohstoffen.
Damit treffen in KW29 geopolitische Risiken, Inflationsdaten, Fed-Kommunikation und Unternehmenszahlen unmittelbar auf historisch hoch bewertete Aktienmärkte.
Agenda
• Geopolitische Lage
• Earnings Season Q2
• Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW29 im Überblick
• Fed Monetary Policy Report und WASDE
• Märkte und Korrelationen im Überblick
• Risk Assets im Überblick
• DAX charttechnischer Ausblick
• Fazit
Geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch in KW29 einer der wichtigsten externen Risikofaktoren für die Finanzmärkte.
Im Mittelpunkt steht weiterhin der Konflikt im Nahen Osten und insbesondere die Situation zwischen Iran, den USA und Israel. Nach dem zwischenzeitlichen Interim-Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran hatte sich die Lage am Ölmarkt zunächst deutlich entspannt. Die Ölströme durch die Straße von Hormuz konnten sich teilweise erholen und die Risikoprämie im Ölpreis wurde erheblich reduziert.
Die erneuten Feindseligkeiten und Angriffe vom 7. und 8. Juli zeigen jedoch, wie fragil diese Stabilisierung weiterhin ist.
Die Straße von Hormuz bleibt dabei der zentrale geopolitische Risikofaktor für den globalen Energiemarkt. Rund 25 % des weltweiten seegestützten Ölhandels liefen 2025 durch diese Meerenge. Gleichzeitig passierten mehr als 110 Milliarden Kubikmeter LNG die Straße von Hormuz.
Besonders problematisch ist, dass es nur begrenzte alternative Transportwege gibt. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen zwar über Pipelines, mit denen Teile der Ölströme umgeleitet werden können. Die verfügbaren Kapazitäten von schätzungsweise 3,5 bis 5,5 Millionen Barrel pro Tag reichen jedoch nicht aus, um die regulären Transporte durch die Straße von Hormuz vollständig zu ersetzen.
Für Länder wie Iran, Irak, Kuwait, Katar und Bahrain ist die Meerenge weiterhin von zentraler Bedeutung.
Die IEA bezeichnete die Auswirkungen des Konflikts bereits als eine der größten Bedrohungen für die globale Energiesicherheit ihrer Geschichte. Die ursprünglichen Störungen führten zur größten Angebotsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes.
Als Reaktion darauf stellten die 32 Mitgliedstaaten der IEA insgesamt 400 Millionen Barrel aus strategischen Notfallreserven zur Verfügung – die größte koordinierte Freigabe in der Geschichte der Organisation.
Diese Maßnahmen haben gemeinsam mit einer teilweisen Erholung der Transporte durch Hormuz erheblich dazu beigetragen, den Ölpreis zu stabilisieren.
Die globale Ölversorgung erholte sich im Juni um rund 4,1 Millionen Barrel pro Tag auf 98,8 Millionen Barrel. Gleichzeitig lagen die weltweiten Produktionsmengen allerdings weiterhin rund 9,4 Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorkriegsniveau.
Die Exporte aus der Golfregion stiegen im Juni um rund 6,5 Millionen Barrel pro Tag auf 16,1 Millionen Barrel. Vor Beginn des Konflikts lagen sie jedoch bei durchschnittlich rund 24 Millionen Barrel pro Tag.
Genau hier liegt das Risiko für die kommende Handelswoche.
Der aktuelle Ausblick auf den Ölmarkt basiert maßgeblich auf der Annahme, dass sich die Transporte durch die Straße von Hormuz weiter normalisieren und Produzenten sowie Raffinerien ihre Produktion wieder hochfahren können.
Eine erneute militärische Eskalation würde dieses Basisszenario unmittelbar infrage stellen.
Besonders interessant ist aktuell die Diskrepanz zwischen dem Rohölmarkt und den Märkten für raffinierte Ölprodukte. Während sich die Versorgung mit Rohöl teilweise verbessert hat, bleiben Diesel, Benzin und andere raffinierte Produkte knapp.
Raffineriemargen erreichten Anfang Juli den höchsten Stand seit vier Jahren.
Der Grund dafür ist relativ einfach: Rohöl kann wieder verstärkt transportiert werden, die Raffineriekapazitäten in der Golfregion sind jedoch weiterhin erheblich eingeschränkt. Fast drei Millionen Barrel Raffineriekapazität pro Tag waren aufgrund von Angriffen und fehlenden Exportmöglichkeiten zeitweise nicht verfügbar.
Zusätzlich belasten ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien und Energieinfrastruktur die globalen Produktmärkte.
Damit bleibt der Energiemarkt ein potenzieller Inflationstreiber.
Das gilt nicht nur für Öl.
Auch der globale Gasmarkt bleibt angespannt. Rund 20 % des weltweiten LNG-Angebots liefen 2025 durch die Straße von Hormuz. Die Einschränkungen bei Lieferungen aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten haben die verfügbaren LNG-Mengen deutlich reduziert.
Der niederländische TTF-Gaspreis notierte zuletzt rund 35 % über seinem Vorkriegsniveau.
Für Europa ist diese Entwicklung besonders relevant.
Steigende Energiepreise könnten den europäischen Inflationsprozess erneut verlangsamen und gleichzeitig die ohnehin schwächere europäische Konjunktur belasten.
Mein Fokus liegt deshalb in KW29 weiterhin ganz klar auf Iran, Israel, den USA und der Straße von Hormuz.
Eine weitere Eskalation wäre kurzfristig bullish für Öl und Gas, gleichzeitig aber potenziell bearish für Risk Assets. Eine nachhaltige Deeskalation würde dagegen die Risikoprämie im Ölpreis weiter reduzieren und könnte insbesondere Aktienmärkte unterstützen.
China und Taiwan
Auch die Situation zwischen China und Taiwan bleibt ein geopolitischer Risikofaktor.
Hier gab es zuletzt keine vergleichbare Eskalation wie im Nahen Osten. Trotzdem bleiben die militärischen Aktivitäten Chinas rund um Taiwan und die strategischen Spannungen zwischen China und den USA ein Thema für die Märkte.
Besonders relevant ist dabei weiterhin der globale Halbleitermarkt.
Taiwan bleibt ein zentraler Standort für die Produktion modernster Halbleiter. Eine Eskalation hätte deshalb unmittelbare Auswirkungen auf globale Lieferketten, KI-Infrastruktur und große US-Technologiekonzerne.
Genau deshalb bleiben sämtliche Entwicklungen rund um China, Taiwan und mögliche Exportbeschränkungen für Chips relevant.
Auch Apple steht dabei im Fokus.
Der Konzern ist weiterhin stark von asiatischen Produktions- und Lieferketten abhängig. Gleichzeitig bleiben Zölle und Handelsbeschränkungen ein wichtiger Faktor für Importpreise in den USA.
Der aktuelle Monetary Policy Report der Fed verweist ausdrücklich darauf, dass frühere Zollerhöhungen auf Importgüter zu den bestehenden Inflationsrisiken beigetragen haben.
Damit ist der Handelskonflikt längst nicht nur ein geopolitisches Thema.
Zölle, Halbleiterrestriktionen und gestörte Lieferketten können direkt auf die Inflation wirken – und damit indirekt die Geldpolitik der Federal Reserve beeinflussen.
Earnings Season Q2
Neben den Inflationsdaten steht in KW29 vor allem der Start der Q2-Earnings-Season im Fokus.
Die Aktienmärkte befinden sich auf historisch hohen Bewertungsniveaus. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Monetary Policy Report der Fed, dass ein wesentlicher Teil der wirtschaftlichen Stärke weiterhin durch Unternehmensinvestitionen und insbesondere durch den Technologiesektor getragen wird.
Die Earnings müssen diese Erwartungen jetzt bestätigen.
Am Montag stehen unter anderem Progressive und Fastenal im Kalender.
Das eigentliche Highlight beginnt jedoch am Dienstag mit den großen US-Banken.
JPMorgan, Bank of America, Goldman Sachs, Wells Fargo und Citigroup veröffentlichen ihre Quartalszahlen.
Damit erhalten wir einen sehr frühen Einblick in den Zustand des amerikanischen Finanzsystems und der US-Wirtschaft.
Im Fokus stehen die Entwicklung der Nettozinserträge, Kreditnachfrage, Kreditqualität und mögliche Veränderungen bei Kreditausfällen. Gleichzeitig dürften die Kapitalmarktaktivitäten und das Investmentbanking insbesondere bei JPMorgan und Goldman Sachs interessant werden.
Der Monetary Policy Report beschreibt das US-Finanzsystem grundsätzlich als stabil und widerstandsfähig.
Die Bankzahlen werden zeigen, ob sich dieses Bild auch in den Unternehmensdaten widerspiegelt.
Am Mittwoch folgen unter anderem ASML, Johnson & Johnson, Morgan Stanley, BlackRock und Bank of New York Mellon.
ASML dürfte dabei eine der wichtigsten Veröffentlichungen der gesamten Woche werden.
Der globale Technologiesektor wird aktuell massiv durch Investitionen in KI-Infrastruktur getragen. Die Nachfrage nach modernsten Chips und Produktionskapazitäten ist ein zentraler Bestandteil der aktuellen Investmentstory.
ASML steht mit seinen Lithografiesystemen direkt im Zentrum dieser Entwicklung.
Für mich wird deshalb weniger das vergangene Quartal entscheidend sein, sondern der Ausblick des Unternehmens.
Wie entwickelt sich die Nachfrage?
Wie sehen die Auftragseingänge aus?
Bleiben Investitionen in modernste Chipproduktion hoch?
Und gibt es Auswirkungen durch Exportbeschränkungen gegenüber China?
Diese Aussagen könnten unmittelbar auf den gesamten Halbleitersektor und damit auch auf Nvidia wirken.
Am Donnerstag folgen UnitedHealth, GE Aerospace, Netflix, Seagate, Abbott Laboratories und Intuitive Surgical.
Netflix dürfte dabei insbesondere für den Nasdaq und den Kommunikationssektor interessant werden.
Auch hier steht die Guidance im Mittelpunkt.
Die Märkte haben in den vergangenen Monaten bereits sehr viel positives Wachstum eingepreist. Gute Zahlen allein könnten deshalb teilweise nicht mehr ausreichen.
Entscheidend ist, ob Unternehmen ihre Prognosen bestätigen oder erhöhen können.
Genau das ist für mich das zentrale Thema dieser Earnings Season:
Die Erwartungen sind hoch.
Der S&P 500 notiert nahe seinem Allzeithoch. Nvidia hat eine extrem starke Woche hinter sich. Der Technologiesektor bleibt strukturell bullish.
Damit steigt gleichzeitig die Fallhöhe.
Schwächere Guidance, sinkende Margen oder Hinweise auf nachlassende Nachfrage könnten bei einzelnen Unternehmen zu erheblichen Gewinnmitnahmen führen.
Für KW29 bleiben deshalb die großen US-Banken, ASML und Netflix meine wichtigsten Earnings.
Aus dem DAX selbst stehen in KW29 keine großen Quartalsberichte an. Der Fokus liegt daher klar auf den internationalen Earnings, insbesondere den US-Banken, ASML und Netflix. Die deutsche Berichtssaison nimmt erst ab der folgenden Woche deutlich Fahrt auf.
Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW29 im Überblick
Die kommende Woche ist aus makroökonomischer Sicht extrem stark gefüllt.
Montag – OPEC und Notenbanksprecher
Bereits am Montag steht das OPEC-Meeting im Fokus.
Aufgrund der aktuellen Situation am Ölmarkt bekommt dieses Treffen eine deutlich höhere Bedeutung.
Im Mittelpunkt stehen die Produktionspolitik und die Frage, wie die OPEC auf die weiterhin eingeschränkten Fördermengen und die geopolitischen Risiken reagieren wird.
Die OPEC+-Produktion lag im Juni weiterhin deutlich unter den implizierten Zielmengen. Besonders Saudi-Arabien, Irak und Kuwait produzierten erheblich unter den entsprechenden Zielwerten.
Gleichzeitig bleibt die verfügbare kurzfristige Reservekapazität begrenzt.
Damit dürfte jede Aussage zur Produktionsentwicklung, zu möglichen Förderanpassungen und zur Situation am globalen Ölmarkt genau beobachtet werden.
Zusätzlich sprechen FOMC-Mitglied Bowman, Fed-Mitglied Waller, EZB-Direktorin Isabel Schnabel und EZB-Präsidentin Christine Lagarde.
Nach dem aktuellen Monetary Policy Report dürfte insbesondere die Kommunikation der Fed interessant werden.
Die zentrale Frage lautet:
Bleibt die Fed klar restriktiv oder öffnen einzelne Mitglieder langsam die Tür für eine spätere Lockerung?
Dienstag – CPI als Highlight der Woche
Am Dienstag folgen die wichtigsten Wirtschaftsdaten der KW29.
Die US-Verbraucherpreise stehen im Fokus.
Für den CPI auf Monatsbasis wird aktuell ein Rückgang von 0,1 % erwartet. Im Vormonat lag die Inflation noch bei +0,5 %.
Das wäre eine erhebliche Verlangsamung.
Bei der Kerninflation wird dagegen ein Anstieg von 0,3 % erwartet. Im Vormonat lag der Core CPI bei +0,2 %.
Die jährliche Gesamtinflation lag zuletzt bei 4,2 %. Bei der Kerninflation werden erneut 2,9 % erwartet.
Warum sind diese Zahlen aktuell so wichtig?
Der Monetary Policy Report der Fed zeigt deutlich, dass die Inflation weiterhin das zentrale geldpolitische Problem ist.
Die PCE-Gesamtinflation liegt aktuell bei 4,1 %, die Kerninflation bei 3,4 %.
Beide Werte liegen weiterhin deutlich über dem Inflationsziel von 2 %.
Die Fed führt die höheren Inflationsrisiken insbesondere auf gestiegene Energiepreise, frühere Zollerhöhungen und die starke Nachfrage im Technologiesektor zurück.
Gleichzeitig bleiben die langfristigen Inflationserwartungen bislang stabil.
Genau deshalb besitzt die Fed aktuell noch Zeit.
Der Arbeitsmarkt ist robust, die Wirtschaft wächst und die Inflationserwartungen sind nicht entankert.
Die Fed muss die Zinsen aktuell nicht senken.
Für die Aktienmärkte wäre deshalb ein deutlich schwächerer Inflationsbericht positiv.
Besonders wichtig ist die Kerninflation.
Ein niedrigerer Core CPI würde die Hoffnung stärken, dass der zugrunde liegende Inflationsdruck tatsächlich nachlässt.
In diesem Szenario könnten die Renditen der US-Staatsanleihen sinken, der Dollar schwächer reagieren und Risk Assets weiter steigen.
Ein deutlich höherer CPI wäre dagegen problematisch.
Steigende Inflation in Verbindung mit einem robusten Arbeitsmarkt und einer weiterhin soliden Wirtschaft würde der Fed kaum Spielraum für Zinssenkungen geben.
Im Gegenteil:
Der Markt könnte erneut ein noch länger erhöhtes Zinsniveau oder weitere restriktive Maßnahmen einpreisen.
Das wäre grundsätzlich positiv für den Dollar und potenziell negativ für hoch bewertete Risk Assets.
Nach den CPI-Daten spricht erneut EZB-Präsidentin Lagarde.
Zusätzlich stehen Reden von Fed Vice Chair for Supervision Barr und FOMC-Mitglied Bowman an.
Auch die TIC Net Long-Term Transactions werden veröffentlicht.
Diese Daten zeigen die langfristigen Kapitalströme in US-Wertpapiere. Vereinfacht gesagt sehen wir hier, wie stark ausländische Investoren langfristig Kapital in US-Aktien und US-Anleihen investieren oder Kapital abziehen.
Gerade in einem Umfeld hoher Staatsverschuldung und hoher Treasury-Renditen können diese Kapitalströme interessant werden.
Mittwoch – PPI und Beige Book
Am Mittwoch folgen direkt die nächsten Inflationsdaten.
Der US Producer Price Index steht an.
Für den PPI auf Monatsbasis wird aktuell ein Wert von 0,0 % erwartet. Im Vormonat lag der Anstieg noch bei 1,1 %.
Beim Core PPI wird ein Anstieg von 0,3 % erwartet, nach 0,4 % im Vormonat.
Der PPI misst die Preisentwicklung auf Produzentenebene.
Damit kann er Hinweise darauf liefern, welcher Kostendruck innerhalb der Unternehmen besteht und möglicherweise später an Verbraucher weitergegeben wird.
Ein deutlich höherer PPI könnte deshalb die Inflationssorgen erneut verstärken.
Neben den Produzentenpreisen sprechen FOMC-Mitglied Williams und Bundesbankpräsident Nagel.
Zusätzlich werden die US-Rohöllagerbestände veröffentlicht.
Am Abend folgt das Beige Book der Federal Reserve.
Das Beige Book wird achtmal pro Jahr veröffentlicht und fasst die aktuelle wirtschaftliche Lage in den zwölf Federal-Reserve-Distrikten zusammen.
Der Bericht erscheint üblicherweise rund zwei Wochen vor einer FOMC-Sitzung.
Im Fokus stehen wirtschaftliche Aktivität, Arbeitsmarkt, Preise und regionale Entwicklungen.
Nach dem aktuellen Monetary Policy Report wird besonders interessant, ob sich die robuste Wirtschaft weiterhin bestätigt.
Die Fed sieht den Arbeitsmarkt aktuell weder als inflationstreibende Gefahr noch als konjunkturelle Schwachstelle.
Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,2 %. Entlassungen bleiben gering und die Zahl offener Stellen stabil.
Gleichzeitig wird das Lohnwachstum zunehmend durch Produktivitätssteigerungen begleitet.
Sollte das Beige Book dieses Bild bestätigen, hätte die Fed weiterhin wenig Druck, kurzfristig die Zinsen zu senken.
Donnerstag – Retail Sales und Arbeitsmarkt
Am Donnerstag folgen die US-Einzelhandelsumsätze.
Für die Retail Sales wird ein Anstieg von 0,3 % erwartet. Im Vormonat lagen die Umsätze bei +0,9 %.
Bei den Core Retail Sales wird dagegen ein Rückgang von 0,1 % erwartet, nach +0,8 % im Vormonat.
Die Daten sind besonders interessant, weil der Monetary Policy Report bereits auf ein moderateres Konsumwachstum hinweist.
Die US-Wirtschaft wuchs im ersten Quartal annualisiert um 2,1 %.
Unternehmensinvestitionen entwickelten sich stark, insbesondere im Technologiesektor und bei KI-Infrastruktur.
Der private Konsum wächst dagegen nur moderat.
Schwächere Retail Sales würden dieses Bild bestätigen.
Das wäre allerdings nicht automatisch negativ für die Aktienmärkte.
Eine moderate Abkühlung des Konsums könnte den Inflationsdruck reduzieren und damit langfristig die Fed entlasten.
Ein massiver Einbruch wäre dagegen ein Konjunkturrisiko.
Zusätzlich wird der Philadelphia Fed Manufacturing Index veröffentlicht.
Der Index misst die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe im Fed-Distrikt Philadelphia und liefert einen frühen Hinweis auf die Entwicklung des US-Industriesektors.
Erwartet wird aktuell ein Wert von 12,1 nach 10,3.
Auch die Initial Jobless Claims stehen an.
Hier werden erneut rund 215.000 Erstanträge erwartet.
Der Arbeitsmarkt bleibt damit ein zentraler Bestandteil des Fed-Mandats.
Solange die Arbeitslosigkeit niedrig bleibt und Entlassungen nicht deutlich zunehmen, kann sich die Federal Reserve weiterhin primär auf die Inflation konzentrieren.
Freitag – Eurozone CPI und Michigan-Daten
Am Freitag richtet sich der Blick zunächst nach Europa.
Für die jährliche Inflation in der Eurozone werden 2,8 % erwartet.
Die Kerninflation soll bei 2,4 % bleiben.
Auf Monatsbasis wird ein Rückgang der Verbraucherpreise von 0,1 % erwartet, nach +0,1 % im Vormonat.
Für die EZB bleibt die Situation damit kompliziert.
Die Inflation liegt weiterhin über dem Zielbereich. Gleichzeitig ist die europäische Wirtschaft deutlich anfälliger für hohe Energiepreise als die US-Wirtschaft.
Die Entwicklungen am Gas- und Ölmarkt bekommen deshalb zusätzliche Bedeutung.
Sollten die Energiepreise aufgrund einer erneuten Eskalation im Nahen Osten steigen, könnte sich der europäische Inflationsprozess erneut verzögern.
Am Nachmittag folgen die Michigan-Daten aus den USA.
Im Fokus stehen das Consumer Sentiment, die Consumer Expectations sowie die einjährigen und fünfjährigen Inflationserwartungen.
Besonders die Inflationserwartungen sind aktuell extrem wichtig.
Die Fed betont im Monetary Policy Report ausdrücklich, dass die langfristigen Inflationserwartungen bislang stabil geblieben sind.
Genau das stärkt die Glaubwürdigkeit der Notenbank.
Sollten die langfristigen Inflationserwartungen deutlich steigen, wäre das ein Warnsignal.
In diesem Fall könnte die Fed gezwungen sein, noch länger restriktiv zu bleiben.
Monetary Policy Report und WASDE – Was sagen die Berichte?
Die beiden am Freitag veröffentlichten Berichte liefern für mich ein sehr interessantes Gesamtbild.
Die US-Wirtschaft bleibt widerstandsfähig.
Das reale BIP wuchs im ersten Quartal annualisiert um 2,1 %. Der Arbeitsmarkt bleibt robust und die Arbeitslosenquote liegt bei 4,2 %.
Gleichzeitig bleiben Unternehmensinvestitionen stark.
Besonders der Ausbau der KI-Infrastruktur sorgt weiterhin für hohe Investitionen im Technologiesektor.
Das erklärt teilweise, warum sich die Aktienmärkte trotz hoher Renditen so robust entwickeln.
Das Problem bleibt die Inflation.
Mit einer PCE-Inflation von 4,1 % und einer Kerninflation von 3,4 % ist die Fed weiterhin deutlich von ihrem Inflationsziel entfernt.
Deshalb bleibt der Leitzinskorridor bei 3,50 % bis 3,75 %.
Der Bericht signalisiert keine unmittelbare Eile für Zinssenkungen.
Die Fed kann abwarten.
Das ist für die Märkte entscheidend.
Wir befinden uns aktuell nicht in einem klassischen Umfeld, in dem die Wirtschaft einbricht und die Fed schnell mit Zinssenkungen reagieren muss.
Die Wirtschaft wächst.
Der Arbeitsmarkt funktioniert.
Das Finanzsystem ist stabil.
Damit bleibt Preisstabilität die oberste Priorität.
Parallel zeigt der WASDE-Report neue Risiken auf der Rohstoffseite.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Weizen.
Die US-Weizenernte fällt auf den niedrigsten Stand seit der Saison 1970/71. Gleichzeitig sinken die Lagerbestände in den USA und weltweit, während der globale Verbrauch steigt.
Auch bei Mais fallen die US-Vorräte niedriger aus als erwartet.
Die Exportprognosen steigen aufgrund der starken globalen Nachfrage und die Endbestände werden reduziert.
Weltweit werden die Maisbestände ebenfalls nach unten korrigiert, unter anderem aufgrund schwächerer Ernten in Europa.
Bei Reis sorgen geringere US-Anbauflächen für niedrigere Ernten, sinkende Lagerbestände und höhere Preisprognosen.
Der globale Reisverbrauch steigt gleichzeitig auf ein Rekordniveau.
Bei Sojabohnen bleibt die Situation ausgeglichener.
Die US-Produktion steigt leicht, gleichzeitig bleiben die Exportaussichten aufgrund der starken chinesischen Nachfrage robust.
Warum ist der WASDE für die allgemeine Marktanalyse relevant?
Weil Energie nicht das einzige Inflationsrisiko ist.
Wenn Öl und Gas aufgrund geopolitischer Risiken steigen und gleichzeitig wichtige Agrarrohstoffe aufgrund sinkender Lagerbestände teurer werden, könnte der Disinflationsprozess erneut erschwert werden.
Genau deshalb sind die CPI- und PPI-Daten in KW29 so wichtig.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Öl konnte die vergangene Woche mit einem Plus von rund 4,5 % abschließen und notiert aktuell bei rund 71,50 US-Dollar.
Damit befinden wir uns erneut unmittelbar unter dem wichtigen Key Level bei 72 US-Dollar.
Aufgrund der erneuten Eskalation im Nahen Osten rechne ich zum Wochenstart grundsätzlich mit einem erhöhten Gap-Risiko.
Sollte sich die Situation weiter verschärfen und Öl die 72 US-Dollar nachhaltig überwinden, liegt mein nächster Zielbereich bei 77 US-Dollar.
Darüber folgen 79 US-Dollar.
Bei einer stärkeren Eskalation rund um Iran und die Straße von Hormuz halte ich diese Bereiche für realistisch.
Sollte dagegen erneut eine Deeskalation einsetzen und Öl unter 72 US-Dollar bleiben, sehe ich zunächst 69 US-Dollar.
Darunter folgen 68 bis 68,60 US-Dollar mit dem Juni- beziehungsweise Q2-Tief.
Bei einer nachhaltigen politischen Entspannung wären anschließend auch 65 und 64 US-Dollar wieder mögliche Ziele.
US-Staatsanleihen
US-Staatsanleihen zeigten eine starke Woche.
Die dreijährigen Anleihen stiegen rund 2 %, die fünfjährigen rund 1,71 %, die zehnjährigen rund 1,72 % und die 30-jährigen rund 1,49 %.
Die Renditen bleiben insgesamt auf einem hohen Niveau.
Für Risk Assets ist das grundsätzlich ein Belastungsfaktor.
Hohe risikofreie Renditen erhöhen die Opportunitätskosten für Aktieninvestments. Gleichzeitig werden zukünftige Unternehmensgewinne mit einem höheren Zinssatz diskontiert.
Besonders hoch bewertete Wachstumsunternehmen reagieren deshalb sensibel auf steigende Renditen.
Dass die Aktienmärkte trotzdem nahe ihren Allzeithochs notieren, zeigt die aktuelle Stärke des Marktes.
Es erhöht aber gleichzeitig die Bedeutung der CPI-Daten.
DXY
Der US-Dollar-Index beendete die Woche mit einem kleinen Plus von rund 0,08 % nahezu am Wocheneröffnungskurs.
Der Bereich um 100,50 bis 100,60 konnte erneut verteidigt werden.
Ein nachhaltiger Anstieg über 101 würde für mich zunächst das Vorwochenhoch bei 101,28 aktivieren.
Darüber folgen 101,50 und anschließend 102.
Ein höherer CPI und eine restriktivere Fed-Kommunikation könnten den Dollar unterstützen.
Sollten die Inflationsdaten dagegen deutlich schwächer ausfallen und die Fed dovisher kommunizieren, sehe ich unterhalb von 100,50 zunächst die 100 und anschließend 99,50.
VIX
Der VIX ist in der vergangenen Woche erneut deutlich gefallen.
Nach einem kurzfristigen Anstieg in Richtung 19 aufgrund der Eskalation im Nahen Osten notiert der Volatilitätsindex aktuell wieder bei rund 15.
Auf Wochenbasis entspricht das einem Rückgang von etwa 7 %.
Damit befindet sich die implizite Volatilität weiterhin in einem normalen bis niedrigen Bereich.
Der Markt preist aktuell keine unmittelbare Panik ein.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia zeigte eine extrem starke Woche und legte rund 8,5 % zu.
Allein am Freitag stieg die Aktie rund 4 %.
Aktuell notiert Nvidia bei knapp 211 US-Dollar.
Der Bereich um 200 US-Dollar wurde damit erneut als wichtige Unterstützung bestätigt.
Mein nächster Fokus liegt auf 212 bis 214 US-Dollar.
Kann Nvidia diesen Bereich nachhaltig überwinden, folgt für mich 217 US-Dollar.
Darüber wären erneut neue Allzeithochs das primäre Szenario.
Fundamental bleibt die KI-Story intakt.
Der Monetary Policy Report zeigt ausdrücklich die Stärke der Investitionen in KI-Infrastruktur.
Gleichzeitig werden die ASML-Zahlen in dieser Woche einen wichtigen Einblick in die globale Chipnachfrage liefern.
Solange Nvidia über 200 US-Dollar bleibt, bleibt mein übergeordnetes Bild bullish.
Bitcoin
Bitcoin zeigte ebenfalls relative Stärke.
Nach einem erneuten Test des Bereichs um 61.300 US-Dollar notiert Bitcoin aktuell bei knapp 64.000 US-Dollar.
Entscheidend bleibt für mich zunächst die Zone um 65.000 bis 65.700 US-Dollar.
Dort liegen wichtige technische Referenzbereiche aus März und April.
Kann Bitcoin diese Zone überwinden, folgt die 67.000.
Erst oberhalb dieser Bereiche würde sich das mittelfristige technische Bild für mich deutlich verbessern.
Solange das nicht gelingt, bleibt der übergeordnete Abwärtstrend bestehen und ein erneuter Test der 60.000 US-Dollar möglich.
S&P 500
Der S&P 500 konnte rund 1,3 % zulegen und bei etwa 7.620 Punkten schließen.
Die 7.500 wurden erneut als Unterstützung bestätigt.
Der Markt notiert damit unmittelbar an seinen Allzeithochs.
Für die kommende Woche liegt mein erster Fokus auf dem Vorwochenhoch um 7.630.
Darüber folgt das Allzeithoch bei rund 7.651 Punkten.
Grundsätzlich bleibt mein Bild bullish.
Allerdings sehe ich bei höher als erwarteten Inflationsdaten ein erhebliches Risiko für Gewinnmitnahmen.
Der Markt ist hoch bewertet und die Renditen bleiben hoch.
Ein CPI-Schock könnte deshalb eine stärkere Reaktion auslösen.
Solange die 7.500 halten, bleibt mein übergeordnetes Sentiment jedoch long.
Nasdaq
Der Nasdaq legte in der vergangenen Woche rund 0,47 % zu.
Interessant war insbesondere der starke Abgriff im Bereich um 28.700 Punkte, der vollständig aufgekauft wurde.
Aktuell notiert der Markt bei rund 29.851 Punkten.
Für KW29 bleibt die 30.000 die erste wichtige Marke.
Darüber folgen das Strukturhoch bei 30.255 und anschließend die Allzeithochbereiche bei 30.500 und 30.770.
Unterhalb von 29.000 würde sich das technische Bild für mich deutlich verschlechtern.
Solange der Markt darüber bleibt und die 30.000 zurückerobern kann, bleibt mein Szenario bullish.
Die Earnings von ASML und Netflix sowie die CPI-Daten dürften hier die wichtigsten Trigger darstellen.
US30
Der Dow Jones beziehungsweise US30 beendete die Woche mit einem Minus von rund 0,35 %.
Nach neuen Allzeithochs am Dienstag folgten zunächst Gewinnmitnahmen.
Ein Teil dieser Verluste wurde im weiteren Wochenverlauf wieder aufgekauft.
Der Schlusskurs lag bei rund 52.758 Punkten.
Für mich bleibt die 52.500 entscheidend.
Unterhalb dieser Marke sehe ich zunächst 52.000 und anschließend 51.500 als mögliche Unterstützungen.
Kann sich der Markt dagegen oberhalb von 52.500 stabilisieren, bleiben 53.000 und 53.500 meine nächsten Ziele.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX zeigte im Vergleich zu den US-Indizes eine deutlich schwächere Woche.
Nach den neuen Allzeithochs der Vorwoche folgte ein Wochenverlust von rund 2,8 %.
Der DAX schloss bei 25.114 Punkten.
Besonders seit Dienstag entwickelte sich ein starkes Abwärtsmomentum. Auch zum Ende der Woche gelang keine nachhaltige Erholung.
Trotzdem notiert der Markt weiterhin oberhalb der psychologisch und charttechnisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke.
Genau diese Zone bleibt für mich in KW29 entscheidend.
Solange sich der DAX oberhalb von 25.000 Punkten halten kann, bleibe ich zunächst bullish.
In diesem Szenario sehe ich zunächst die 25.500 und anschließend erneut die Allzeithochbereiche als mögliche Ziele.
Bricht der DAX dagegen nachhaltig unter 25.000 Punkte, rückt die Zone um 24.800 in den Fokus.
Dieser Bereich besitzt aufgrund mehrerer technischer Referenzpunkte eine hohe Relevanz.
Dort befinden sich wichtige Tiefbereiche aus der Vergangenheit sowie das Vorwochentief der KW28.
Sollten auch die 24.800 brechen, sehe ich die nächste größere Unterstützung im Bereich um 24.500 Punkte.
Grundsätzlich bleibt mein übergeordnetes Bild im DAX weiterhin bullish.
Die Gewinnmitnahmen der vergangenen Woche kommen für mich nicht vollständig überraschend.
Nach starken Anstiegen und neuen Allzeithochs sind technische Korrekturen grundsätzlich normal.
Entscheidend ist jetzt, ob Käufer im Bereich um 25.000 beziehungsweise 24.800 erneut in den Markt kommen.
Fundamental besitzt der DAX allerdings zusätzliche Risiken.
Steigende Öl- und Gaspreise treffen die europäische Wirtschaft stärker als die USA. Gleichzeitig bleibt die europäische Inflation mit erwarteten 2,8 % erhöht.
Die Entwicklungen im Nahen Osten und die europäischen Inflationsdaten dürften deshalb neben der allgemeinen Risk-on-/Risk-off-Stimmung wichtige Treiber für den DAX bleiben.
Fazit
Die KW29 bringt aus meiner Sicht eine außergewöhnlich hohe Dichte an potenziellen Markttriggern.
Geopolitisch bleibt die Straße von Hormuz das zentrale Risiko. Eine weitere Eskalation zwischen Iran, Israel und den USA könnte Öl und Gas erneut deutlich nach oben treiben und damit die globalen Inflationsrisiken erhöhen.
Gleichzeitig zeigt der aktuelle WASDE-Report Angebotsrisiken bei Weizen, Mais und Reis.
Damit kommen mögliche Inflationsimpulse aktuell sowohl vom Energie- als auch vom Agrarrohstoffmarkt.
Die Federal Reserve befindet sich deshalb weiterhin in einer schwierigen Situation.
Die US-Wirtschaft wächst, der Arbeitsmarkt bleibt robust und Unternehmensinvestitionen entwickeln sich insbesondere im Technologiesektor stark.
Die Fed besitzt aktuell keinen unmittelbaren wirtschaftlichen Zwang, die Zinsen zu senken.
Mit einer PCE-Inflation von 4,1 % und einer Kerninflation von 3,4 % bleibt die Preisstabilität das zentrale Thema.
Genau deshalb werden die CPI-Daten am Dienstag zum wichtigsten Makroereignis der Woche.
Ein deutlich schwächerer Inflationsbericht könnte die Renditen belasten, den Dollar schwächen und Risk Assets weiter in Richtung neuer Allzeithochs treiben.
Ein höher als erwarteter CPI würde dagegen das Higher-for-Longer-Szenario bestätigen und könnte gerade bei den aktuell hohen Aktienbewertungen stärkere Gewinnmitnahmen auslösen.
Parallel startet die Q2-Earnings-Season.
JPMorgan, Bank of America, Goldman Sachs, Wells Fargo und Citigroup liefern einen ersten Einblick in den US-Finanzsektor.
ASML wird für die Halbleiter- und KI-Story extrem wichtig.
Netflix liefert einen weiteren wichtigen Test für die hohen Erwartungen an US-Growth-Aktien.
Für mich ist die Ausgangslage damit relativ klar:
Das übergeordnete Sentiment in den Risk Assets bleibt bullish.
S&P 500 und Nasdaq notieren nahe ihren Allzeithochs. Nvidia zeigt enorme relative Stärke. Der VIX notiert bei rund 15 und der Markt kauft Rücksetzer weiterhin aggressiv auf.
Gleichzeitig steigt jedoch die fundamentale Fallhöhe.
Hohe Inflation, hohe Treasury-Renditen, geopolitische Risiken und hohe Aktienbewertungen treffen jetzt auf eine entscheidende Woche für Wirtschaftsdaten und Unternehmenszahlen.
Im DAX bleibt die 25.000-Punkte-Marke meine zentrale Schlüsselzone.
Oberhalb davon sehe ich weiterhin Potenzial in Richtung 25.500 und anschließend erneut in Richtung der Allzeithochs.
Unterhalb von 25.000 rücken 24.800 und anschließend 24.500 in den Fokus.
Für KW29 gilt deshalb mehr denn je:
Inflation, Öl und Earnings werden die Richtung bestimmen.
Die technische Struktur der großen Aktienindizes bleibt bullish – fundamental steht diese Struktur in der kommenden Woche jedoch vor einem der wichtigsten Tests des Sommers.
Ich wünsche euch einen guten Start in die kommende Woche und stabile Trades.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
S&P 500 (blau) zusammen mit dem Verhältnis VIX/COR1MDer S&P 500 liegt nahe seinem Hoch, während das VIX/COR1M-Verhältnis zuletzt stark auf etwa 4,37 gestiegen ist – der höchste Bereich seit Mitte 2024. Das ist eine auffällige Divergenz: Trotz steigender Aktienkurse nimmt die relative Absicherungs- beziehungsweise Volatilitätsnachfrage deutlich zu.
Interpretation: Der Markt ist äußerlich weiterhin bullish, unter der Oberfläche wächst aber die Nervosität. Das kann auf größere erwartete Einzelaktienbewegungen, stärkere Dispersion oder zunehmende Nachfrage nach Indexabsicherung hindeuten. Noch ist es kein Verkaufssignal, aber ein klares Warnzeichen für erhöhte Rückschlaggefahr
DAX🇩🇪 - Ausblick KW29/2026Hallo Trader,
wie gewonnen, so zeronnen. Nach einem mini Move am Montag, wurden ab Dienstag Gewinne mitgenommen und wir befinden uns wieder auf dem Niveau von vor 2 Wochen (vor dem Move zum ATH).
So richtig schlau werde ich aus dem Chart aktuell auch nicht. Ich könnte mir aber aufgrund des H1 Chartbildes einen weiteren Short Move vorstellen.
Ein Trigger wäre bzw Setup wäre z.b. eine Pending Order unter dem Wochentief.
Chart H1:
Widerstände:
- All-Time-High
- Bereich bei 25.500
Unterstützungen:
- Tief bei 23.950 - 24.000
- Zone bei 23.000 - 23.100
- Zone rund um 22.200
- Zone bei 21.500
- Runde Marke von 20.000
Happy Pips,
Michael - Team PimYourTrading
Nasdaq🇺🇸 - Ausblick KW29/2025Hallo Trader,
auch beim Nasdaq dürften die US Inflationsdaten am Dienstag enorm wichtig sein.
Gameplay:
Inflation niedriger als erwartet -> Long
Inflation höher als erwartet -> Short
Charttechnisch wäre ein Break der abwärts gerichteten Linie ein Kaufsignal. Ich würde aber ungern vor den CPIs einen größeren Trade offen haben. Wenn dann mit verringertem Risiko
Chart H1:
Widerstände:
- Zone ums ATH bei ca 30.700
Unterstützungen:
- Tief bei ca 28.300
- Zone bei 26.200
- Zone bei 24.000
Happy Pips!
Michael - Team PimpYourTrading
SP500🇺🇸 - Ausblick KW29/2025Hallo Trader,
beginnen wir mit dem fundamentalen Ausblick.
📊 Fundamentaler Ausblick KW29 (13.07. – 17.07.2026)
Nach der vergleichsweise ruhigen Vorwoche rückt in KW29 wieder das dominierende Thema der vergangenen Monate in den Mittelpunkt: Inflation und Geldpolitik. Vor allem die US-Verbraucherpreise🇺🇸 am Dienstag dürften den Takt für die gesamte Handelswoche vorgeben. Nachdem die FED zuletzt ihren datenabhängigen Kurs bestätigt hat, werden Anleger genau beobachten, ob sich der Inflationsdruck weiter abschwächt oder neue Zinssorgen aufkommen.
Den Auftakt macht am Dienstag der US-Verbraucherpreisindex (CPI)🇺🇸. Erwartet wird ein leichter monatlicher Rückgang der Gesamtinflation, während die Kerninflation weiterhin auf einem erhöhten Niveau verharren dürfte. Genau diese Kerninflation steht im Fokus der FED. Sollten die Daten höher ausfallen als erwartet, könnten sich die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen erneut verschieben. Schwächere Inflationszahlen würden dagegen die Spekulationen auf eine lockerere Geldpolitik wieder anheizen und insbesondere Technologie- und Wachstumswerte unterstützen.
Bereits in der Nacht zum Mittwoch richtet sich der Blick nach China🇨🇳. Die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal liefert wichtige Hinweise auf die Dynamik der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Schwächere Wachstumszahlen könnten erneut Sorgen über die globale Nachfrage und den Rohstoffsektor auslösen.
Am Mittwochnachmittag folgen die US-Erzeugerpreise (PPI🇺🇸), die häufig als Frühindikator für die weitere Inflationsentwicklung gelten. Zusätzlich entscheidet die Bank of Canada🇨🇦 über ihren Leitzins. Anleger werden genau verfolgen, ob sich auch dort erste Hinweise auf eine lockerere Geldpolitik ergeben.
Der Donnerstag steht ganz im Zeichen der US-Konjunktur🇺🇸. Neben den Einzelhandelsumsätzen werden der Philly-Fed-Index sowie die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Die Konsumausgaben gelten als tragende Säule der US-Wirtschaft. Bleiben die Einzelhandelsumsätze robust, dürfte dies die Einschätzung einer widerstandsfähigen Wirtschaft bestätigen und der FED weiteren Spielraum geben, ihren restriktiven Kurs beizubehalten.
Zum Wochenausklang werden schließlich die Verbraucherpreise der Eurozone veröffentlicht. Nachdem die EZB 🇪🇺zuletzt erste Zinssenkungen vorgenommen hat, dürfte insbesondere interessant werden, ob sich der Inflationsrückgang wie erwartet fortsetzt.
Die wichtigsten Termine der Woche:
🔹 Dienstag 14:30 Uhr – US Verbraucherpreisindex (CPI) ⚠️ 🇺🇸
🔹 Mittwoch 04:00 Uhr – China BIP (Q2) 🇨🇳
🔹 Mittwoch 14:30 Uhr – US Erzeugerpreise (PPI) 🇺🇸
🔹 Mittwoch 15:45 Uhr – Zinsentscheidung der Bank of Canada 🇨🇦
🔹 Mittwoch 16:30 Uhr – US Rohöllagerbestände 🇺🇸
🔹 Donnerstag 08:00 Uhr – BIP Großbritannien 🇬🇧
🔹 Donnerstag 14:30 Uhr – US Einzelhandelsumsätze 🇺🇸
🔹 Donnerstag 14:30 Uhr – Philly Fed Herstellungsindex 🇺🇸
🔹 Donnerstag 14:30 Uhr – US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe 🇺🇸
🔹 Freitag 11:00 Uhr – Verbraucherpreise Eurozone 🇪🇺
Fazit:
KW29 dürfte vor allem durch die US-Inflationsdaten geprägt werden. Sie könnten die Zinserwartungen für die kommenden FED-Sitzungen maßgeblich beeinflussen und damit erneut starke Bewegungen an den Aktien-, Anleihe- und Devisenmärkten auslösen. Ergänzt durch das chinesische Wirtschaftswachstum, die US-Einzelhandelsumsätze und die Erzeugerpreise ergibt sich eine Woche mit zahlreichen wichtigen Konjunktursignalen. Trader sollten insbesondere rund um die CPI-Veröffentlichung am Dienstag und die US-Daten am Donnerstag mit erhöhter Volatilität rechnen.
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Chart SP500 🇺🇸
Vieles wird natürlich von den US Inflationsdaten am Dienstag abhängen. Fallen diese aber z.b. niedriger als erwartet aus, könnte das kurzfristig den Turbo zünden. Dann sehen wir defintiv ein neues ATH. Ein mögliches Setup wäre ein Breakout Trade am ATH.
Sollten die Inflationsdaten allerdings höher als erwartet ausfallen, würde das den Markt belasten.
Rein charttechnisch sieht jedenfalls alles nach einem Long Move aus.
Widerstände
- ATH bei 7600 Punkte
Unterstützungen:
- Tief bei 7240 Punkte
- Zone ums ATH bei ca 7000 Punkten
Happy Pips!
Michael - Team PimpYourTrading
SPX / S&P 500 - The end is near, friends...Meines Erachtens ist die Luft bei den amerikanischen Indizes aktuell dünn. Ich persönlich baue genau deshalb meine Positionen ab und halte mein Cash bereit, um weiter unten wieder einzusteigen. Wieso? Because I love to buy great stocks for a great price!
Meine analytische Einschätzung zur Lage:
Das Risiko-Profil: Eine grosse Korrektur ist jederzeit möglich. Wir befinden uns in einer Marktposition, in der das Abwärtspotenzial das verbleibende Aufwärtspotenzial bei Weitem übersteigt.
Der Blick aus der Praxis: Rein aus meinen rund 12 Jahren Börsenerfahrung vermute ich, dass es ein unvorhersehbares „Black Swan Event“ geben wird. Etwas, das aktuell noch absolut niemand auf dem Schirm hat und den Markt mit Wucht nach unten reissen könnte.
Passt gut auf euch auf, schützt euer Kapital und macht euch immer ein eigenes Bild über die gesamte Lage.
👇 Was denkt ihr: Seid ihr aktuell noch optimistisch gestimmt oder agiert ihr auch eher vorsichtig?
(Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Marktmeinung)
DXY 2h - mögliche Erschöpfung der AufwärtsbewegungVorangegangene Analysen...
Der DXY befindet sich seit dem Tief im April in einem sauberen Aufwärtskanal.
Die Bewegungen lassen sich aktuell als mögliche Impulsstruktur zwischen einer ABC Korrektur nach Elliott interpretieren.
Wobei die mögliche Welle C ein Ending Diagonal sein kann.
Der letzte Anstieg wirkt nicht mehr so impulsiv wie die vorherige Bewegung.
Auch hier gilt wieder
🟢 Über dem Kanal und oberhalb des 50er Bereich im Momentum bleibt der Long-Bias bestehen.
🔴 Unter dem Kanal und unterhalb des 50er Bereich im Momentum wechselt der Bias auf Short.
Erst wenn Preis und Momentum dieselbe Richtung bestätigen, steigt für mich die Wahrscheinlichkeit, dass die nächste größere Bewegung begonnen hat.
DAX Tagesausblick 10.Juli - Nahost bleibt im Fokus!Nahost bleibt im Fokus – Inflation, Öl und FED bestimmen weiter die Richtung
Die Märkte bleiben auch zum Wochenausklang vollständig von zwei Themen dominiert: Zum einen entwickelt sich der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran weiter dynamisch, wodurch insbesondere der Ölmarkt jederzeit neue Impulse erhalten kann. Zum anderen richten Anleger den Blick zunehmend wieder auf makroökonomische Daten und die bevorstehende Earnings Season. Obwohl geopolitisch weiterhin erhebliche Risiken bestehen, zeigen sich Aktienmärkte bislang erstaunlich robust und konnten die Rücksetzer der vergangenen Tage bereits wieder größtenteils aufholen.
Agenda
• Geopolitische Lage
• Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
• Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
• Märkte & Korrelationen im Überblick
• Risk Assets im Überblick
• DAX charttechnischer Ausblick
• Fazit
Geopolitische Lage
Die geopolitische Situation im Nahen Osten bleibt unverändert der wichtigste makroökonomische Risikofaktor für die Finanzmärkte.
Gestern setzte sich die Eskalation zwischen den USA und dem Iran weiter fort. Nachdem die USA nach eigenen Angaben rund 90 iranische militärische Ziele angegriffen hatten, reagierte der Iran mit Angriffen auf amerikanische Militärstandorte in Bahrain, Kuwait sowie Katar. Mehrere Raketen und Drohnen konnten zwar abgefangen werden, dennoch zeigt sich deutlich, dass die fragile Waffenruhe inzwischen praktisch als beendet angesehen wird.
Parallel dazu fanden im Iran die Beisetzungszeremonien für den getöteten Revolutionsführer Ali Khamenei statt. Die politischen Aussagen beider Seiten bleiben äußerst aggressiv. Donald Trump erklärte erneut, dass weitere iranische Angriffe eine deutlich härtere amerikanische Antwort nach sich ziehen würden. Gleichzeitig betonte Washington jedoch, dass die technischen Gespräche mit Teheran fortgesetzt werden und weiterhin eine diplomatische Lösung angestrebt werde.
Besonders relevant bleibt die Situation rund um die Straße von Hormus.
Die USA haben zuletzt ihre temporäre Ausnahmeregelung für iranische Ölexporte widerrufen und die Sanktionen wieder vollständig aktiviert. Gleichzeitig zeigen aktuelle Schifffahrtsdaten, dass mehrere iranische Tanker ihre AIS-Signale deaktiviert haben und sich im Bereich der Vereinigten Arabischen Emirate bewegen. Weitere Tanker wurden beim Umladen von Öl für chinesische Abnehmer identifiziert.
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus läuft aktuell zwar weiter, allerdings unter deutlich höheren Sicherheitsmaßnahmen. Die Zahl sogenannter “Dark Ships”, also Schiffe ohne aktive Positionsübertragung, bleibt erhöht. Gleichzeitig stauen sich Tanker vor der Insel Kharg, einem der wichtigsten iranischen Exportterminals.
Für die Märkte bleibt der Zusammenhang unverändert:
Weitere militärische Eskalationen oder Einschränkungen der Ölversorgung würden den Ölpreis erneut deutlich steigen lassen. Höhere Energiepreise erhöhen den Inflationsdruck weltweit, erschweren der FED Zinssenkungen beziehungsweise erhöhen sogar die Wahrscheinlichkeit weiterer restriktiver Maßnahmen und belasten damit klassische Risk Assets wie Aktien oder Kryptowährungen.
Sollte dagegen eine diplomatische Lösung gefunden werden und sich die Lage im Nahen Osten beruhigen, dürfte insbesondere der Ölpreis deutlich nachgeben. Dadurch würde auch der Inflationsdruck sinken und den Zentralbanken wieder mehr Spielraum für eine lockerere Geldpolitik verschaffen. Dieses Szenario wäre grundsätzlich positiv für Aktienmärkte, Kryptowährungen und andere Risikoanlagen.
Der Markt scheint aktuell trotz der Eskalation davon auszugehen, dass es kurzfristig nicht zu einer vollständigen Unterbrechung der Ölversorgung kommt. Genau deshalb konnten die großen US-Indizes bereits wieder deutlich zulegen. Dieses Vertrauen bleibt jedoch äußerst fragil und kann sich jederzeit durch neue Schlagzeilen ändern.
Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
Gestern standen sowohl Europa als auch die USA im Fokus.
Bereits am Nachmittag veröffentlichte die EZB das Protokoll ihrer letzten geldpolitischen Sitzung. Insgesamt bestätigte sich erneut ein eher neutral bis leicht restriktiver Grundton. Die Währungshüter sehen zwar Fortschritte bei der Inflation, gleichzeitig bestehen jedoch weiterhin erhebliche Unsicherheiten durch Energiepreise, geopolitische Risiken sowie den weiterhin robusten Arbeitsmarkt.
Eine schnelle Serie an Zinssenkungen bleibt damit vorerst unwahrscheinlich. Für europäische Aktien bedeutet dies kurzfristig leicht belastende Rahmenbedingungen, gleichzeitig unterstützt die insgesamt rückläufige Inflation weiterhin die Hoffnung auf weitere Lockerungen im Jahresverlauf.
Aus den USA standen anschließend die Arbeitsmarktdaten im Mittelpunkt.
Die Initial Jobless Claims messen die Anzahl der Personen, die erstmals Arbeitslosenunterstützung beantragen und gelten als einer der frühesten Indikatoren für die Entwicklung des amerikanischen Arbeitsmarktes.
Veröffentlicht wurden:
• Actual: 215.000
• Forecast: 218.000
• Previous: 217.000
Damit lagen die Erstanträge sowohl unter den Erwartungen als auch unter dem Vorwochenwert. Der amerikanische Arbeitsmarkt präsentiert sich damit weiterhin robust, diese Daten sind sehr wichtig, auf Grund der zuletzt sehr schwachen NFP Daten.
Auch die Continuing Jobless Claims entwickelten sich insgesamt solide.
• Actual: 1,814 Mio.
• Forecast: 1,820 Mio.
• Previous: 1,806 Mio.
Zwar stieg die Zahl der Personen, die dauerhaft Arbeitslosenhilfe beziehen, leicht gegenüber der Vorwoche an, insgesamt fiel der Wert jedoch geringer aus als von den Analysten erwartet. Reuters verweist hierbei zusätzlich auf saisonale Effekte rund um die Sommerferien und den Bildungssektor. Insgesamt bleibt der Arbeitsmarkt weiterhin stabil.
FED-Mitglied John Williams äußerte sich anschließend ebenfalls zur wirtschaftlichen Entwicklung. Seine Aussagen bestätigten weitgehend das bekannte Bild der US-Notenbank. Inflation und geopolitische Risiken bleiben die größten Unsicherheitsfaktoren, während der Arbeitsmarkt bislang weiterhin Stärke signalisiert. Insgesamt wurden seine Aussagen vom Markt eher als neutral interpretiert.
Für Aufmerksamkeit sorgten anschließend die Existing Home Sales.
Veröffentlicht wurden:
• Actual: 4,09 Mio.
• Forecast: 4,19 Mio.
• Previous: 4,19 Mio.
Damit fielen die Verkäufe bestehender Häuser überraschend schwächer aus als erwartet.
Reuters führt dies vor allem auf weiterhin hohe Hypothekenzinsen sowie die angespannte Erschwinglichkeit am US-Immobilienmarkt zurück. Gleichzeitig erreichten die durchschnittlichen Hauspreise erneut ein Rekordniveau. Obwohl der Immobiliensektor kurzfristig schwächelt, erwarten viele Volkswirte weiterhin einen positiven Beitrag zum US-Wachstum im zweiten Quartal.
Abgerundet wurde der Tag durch die Auktion der 30-jährigen US-Staatsanleihen.
Die Rendite lag bei 5,058 % nach zuvor 5,050 %.
Die Auktion dient dazu, die Nachfrage institutioneller Investoren nach langfristigen US-Staatsanleihen einzuschätzen. Höhere Renditen bedeuten grundsätzlich sinkende Anleihekurse und können insbesondere wachstumsorientierte Aktien kurzfristig belasten, da zukünftige Unternehmensgewinne stärker abdiskontiert werden.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute stehen zwar deutlich weniger Konjunkturdaten auf dem Kalender als noch gestern, dennoch könnten insbesondere die Inflationsdaten aus Deutschland sowie zwei wichtige Rohstoffberichte nochmals Bewegung in die Märkte bringen.
Bereits am Morgen wurden die deutschen Verbraucherpreisdaten veröffentlicht.
Der German CPI (MoM) misst die monatliche Veränderung der Verbraucherpreise und gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Inflation innerhalb der Eurozone.
Veröffentlicht wurden:
• Actual: -0,3 %
• Forecast: -0,3 %
• Previous: -0,2 %
Damit entsprach die Inflation exakt den Erwartungen und zeigt erneut einen rückläufigen Preisdruck gegenüber dem Vormonat. Für die EZB ist dies grundsätzlich positiv, da sich der Inflationspfad weiter normalisiert. Kurzfristig ist diese Entwicklung leicht unterstützend für europäische Risk Assets, da sie den Spielraum für weitere Zinssenkungen im späteren Jahresverlauf erhöht.
Im weiteren Tagesverlauf richtet sich der Fokus auf den IEA Monthly Oil Market Report.
Die International Energy Agency veröffentlicht darin ihre Einschätzung zur weltweiten Ölproduktion, Nachfrageentwicklung sowie zu den globalen Lagerbeständen. Aufgrund der angespannten geopolitischen Lage im Nahen Osten dürfte dieser Bericht heute besonders aufmerksam verfolgt werden. Jede Anpassung der Nachfrage- oder Angebotsprognosen könnte unmittelbar Einfluss auf den Ölpreis und damit auf Inflationserwartungen sowie Zinserwartungen haben.
Am Abend folgt zusätzlich der WASDE Report des US-Landwirtschaftsministeriums. Dieser Bericht analysiert Angebot und Nachfrage wichtiger Agrarrohstoffe weltweit und liefert wichtige Hinweise auf die Entwicklung der Lebensmittelpreise. Auch wenn der direkte Einfluss auf die Aktienmärkte meist begrenzt ist, kann der Bericht Auswirkungen auf die Inflationserwartungen und Rohstoffmärkte haben.
Bei den Unternehmenszahlen bleibt der heutige Tag noch vergleichsweise ruhig. Gestern legte PepsiCo Zahlen vor, die insgesamt leicht unter den Erwartungen lagen. Heute richtet sich der Blick unter anderem auf Delta Air Lines. Insgesamt bleibt dies jedoch lediglich der Auftakt, bevor ab kommender Woche mit den großen US-Banken die eigentliche Earnings Season beginnt.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt bleibt weiterhin der wichtigste geopolitische Indikator.
Nachdem US Oil im Zuge der erneuten Eskalation kurzfristig bis an die Marke von 76 US-Dollar ansteigen konnte, folgte gestern eine deutliche Gegenbewegung. Der Markt wurde im Bereich der Hochs massiv verkauft und schloss letztlich mit einem Minus von rund 4,18 % wieder knapp oberhalb von 72 US-Dollar.
Charttechnisch bleibt die Lage damit spannend.
Das Tagestief vom Donnerstag wurde bereits unterschritten. Entscheidend wird nun sein, ob sich der Markt nachhaltig unterhalb von 72 US-Dollar etablieren kann. Gelingt dies, öffnet sich aus meiner Sicht weiteres Potenzial bis in den Bereich von 69 beziehungsweise 68,50 US-Dollar, wo sich die markanten Monatstiefs aus März und Juni befinden.
Sollte sich die geopolitische Lage dagegen erneut verschärfen und der Ölpreis wieder über 72 beziehungsweise anschließend über 76 bis 77 US-Dollar ansteigen, wäre jederzeit eine neue Aufwärtsdynamik möglich. Gerade im Ölmarkt können Schlagzeilen aktuell innerhalb weniger Minuten erhebliche Kursbewegungen auslösen.
US-Staatsanleihen
Auch am Anleihemarkt setzte sich zuletzt die Schwäche fort.
Seit Mittwoch verzeichnen wir:
• 3-jährige Staatsanleihen: -1,60 %
• 5-jährige Staatsanleihen: -1,56 %
• 10-jährige Staatsanleihen: -1,16 %
• 30-jährige Staatsanleihen: -0,56 %
Fallende Anleihekurse bedeuten gleichzeitig steigende Renditen. Ursache hierfür bleiben vor allem die höheren Inflationserwartungen infolge steigender Energiepreise sowie die weiterhin robuste Entwicklung des US-Arbeitsmarktes.
Steigende Renditen wirken grundsätzlich belastend auf Wachstumswerte und erhöhen die Finanzierungskosten für Unternehmen. Gleichzeitig stützen sie den US-Dollar und sprechen eher für eine restriktive Geldpolitik der FED.
US-Dollar (DXY)
Beim US-Dollar zeigte sich dagegen erneut relative Schwäche.
Der DXY konnte sich gestern nicht nachhaltig oberhalb der Marke von 101 Punkten etablieren und schloss erneut darunter. Auch heute wurde das gestrige Tagestief bereits unterschritten und der Bereich um 100,60 Punkte angelaufen.
Charttechnisch bleibt das Bild unverändert.
Solange sich der Dollar oberhalb von 100,50 bis 100,60 stabilisieren kann, besteht weiterhin die Chance auf eine Erholung in Richtung 101 beziehungsweise 101,50 Punkte.
Sollte diese Unterstützungszone jedoch nachhaltig aufgegeben werden, öffnet sich aus meiner Sicht weiteres Potenzial bis zur psychologisch wichtigen Marke von 100 Punkten.
Ein schwächerer Dollar wirkt grundsätzlich unterstützend für Rohstoffe, Gold, Bitcoin sowie internationale Aktienmärkte.
Volatilitätsindex (VIX)
Der VIX setzte seine Korrektur ebenfalls fort und verlor gestern rund 6,16 %.
Mit einem Schlusskurs bei 15,85 Punkten notiert der Volatilitätsindex weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau.
Das zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer aktuell trotz der geopolitischen Risiken keine nachhaltige Panik einpreisen. Solange der VIX unterhalb von 20 Punkten bleibt, spricht dies grundsätzlich für ein weiterhin konstruktives Umfeld an den Aktienmärkten.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia verzeichnete gestern zwar einen leichten Rückgang von rund 0,69 %, allerdings wurden sämtliche Abgaben erneut sehr konsequent gekauft.
Besonders wichtig bleibt dabei die Marke von 200 US-Dollar, welche erneut erfolgreich verteidigt werden konnte.
Solange Nvidia oberhalb dieser Zone notiert, bleibt mein kurzfristiger Bias bullisch. Die nächsten Zielbereiche liegen für mich bei 208 bis 212 US-Dollar.
Sollte die Aktie dagegen wieder nachhaltig unter 200 US-Dollar zurückfallen, würden für mich zunächst die Bereiche um 198, 195 sowie 190 US-Dollar interessant werden.
Bitcoin
Auch Bitcoin präsentierte sich zuletzt deutlich stabiler.
Das Tagestief vom Dienstag konnte erfolgreich verteidigt werden. Bereits gestern entstand eine bullische Tageskerze mit einem Plus von rund 1,56 %. Heute wurden zusätzlich die Hochs vom Mittwoch und Donnerstag überschritten.
Kurzfristig bleibt der Fokus nun auf folgenden Widerständen:
• 65.000 US-Dollar
• 65.700 US-Dollar
• 67.000 US-Dollar
Bis in diese Bereiche hinein bleibe ich kurzfristig konstruktiv eingestellt.
Mittel- und langfristig befindet sich Bitcoin aus meiner Sicht jedoch weiterhin in einem übergeordneten Abwärtstrend. Erst oberhalb der genannten Widerstände würde sich das technische Bild deutlich verbessern.
S&P 500
Der S&P 500 zeigte gestern erneut enorme Stärke.
Die wichtige Unterstützung bei 7.500 Punkten hielt souverän und der Index konnte den Handel mit einem Plus von rund 0,8 % bei etwa 7.588 Punkten beenden.
Sollte heute das gestrige Tageshoch überwunden werden, sehe ich weiteres Potenzial bis in den Bereich von 7.630 Punkten sowie anschließend an das bisherige Allzeithoch im Bereich von 7.650 Punkten.
Nasdaq
Auch der Nasdaq setzte seine beeindruckende Aufwärtsbewegung fort.
Nach den geopolitisch bedingten Rücksetzern zu Wochenbeginn wurde der Markt erneut aggressiv gekauft. Gestern schloss der Nasdaq mit einem Plus von rund 1,73 %.
Kurzfristig bleiben folgende Marken entscheidend:
• Retest 29.500 Punkte
• Break über 29.790 Punkte
• Psychologische Marke bei 30.000 Punkten
Erst oberhalb von 30.000 Punkten würde sich weiteres Potenzial bis an das Juli-Hoch bei rund 30.240 Punkten eröffnen.
Dow Jones (US30)
Auch der Dow Jones konnte sich nach den Rücksetzern stabilisieren.
Mit einem Tagesplus von rund 0,33 % gelang erneut ein Schlusskurs oberhalb von 52.500 Punkten.
Solange diese Zone verteidigt wird, bleibt für mich ein Anstieg bis in den Bereich von 53.000 Punkten möglich.
Sollte dagegen das gestrige Tagestief unterschritten werden, rücken zunächst 52.278 sowie anschließend 52.113 Punkte wieder in den Fokus.
DAX charttechnischer Ausblick
Auch der DAX zeigte gestern erneut relative Stärke.
Nach dem erfolgreichen Test des Mittwoch-Tiefs konnte sich der Index wieder oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten etablieren und schloss den Handel mit einem Plus von rund 0,51 %.
Heute richtet sich der Fokus zunächst auf das gestrige Tageshoch.
Kann dieses überwunden werden, sehe ich als erstes Kursziel den Bereich um 25.185 Punkte. Wird auch dieser Widerstand überwunden, eröffnet sich weiteres Potenzial bis in den Bereich von 25.500 Punkten.
Dort dürfte aus meiner Sicht zunächst wieder verstärkt Verkaufsinteresse auftreten.
Sollte der Markt dagegen an den aktuellen Widerständen scheitern, halte ich einen erneuten Rücksetzer auf 25.000 Punkte für das wahrscheinlichste Szenario.
Fällt anschließend auch das gestrige Tagestief bei rund 24.865 Punkten, würde sich das kurzfristige Chartbild deutlich eintrüben. In diesem Fall könnte sich weiteres Short-Momentum bis in den Bereich von 24.800 Punkten entwickeln.
Insgesamt bleibe ich kurzfristig leicht bullisch für die großen Aktienindizes. Trotz der geopolitischen Unsicherheiten wurden sämtliche Rücksetzer der vergangenen Tage bislang konsequent gekauft. Entscheidend wird nun sein, ob die Märkte auch auf weitere Schlagzeilen aus dem Nahen Osten mit derselben Gelassenheit reagieren oder ob eine erneute Eskalation zu einer zweiten Verkaufswelle führt.
Fazit
Der Wochenausklang steht weiterhin vollständig im Zeichen des Nahen Ostens. Die geopolitische Lage bleibt angespannt und kann jederzeit zu erhöhter Volatilität führen. Gleichzeitig zeigen die Finanzmärkte bislang eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Der Ölpreis hat einen Großteil seines jüngsten Anstiegs bereits wieder abgegeben, der VIX bleibt niedrig und die großen US-Indizes notieren erneut in unmittelbarer Nähe ihrer Allzeithochs.
Fundamental sprechen die robusten US-Arbeitsmarktdaten weiterhin gegen eine schnelle Lockerung der Geldpolitik, während die rückläufige Inflation in Deutschland den EZB-Mitgliedern etwas mehr Spielraum verschafft. Mit dem IEA-Report, dem WASDE-Bericht und dem Beginn der Earnings Season rücken nun wieder verstärkt klassische makroökonomische Themen in den Vordergrund.
Kurzfristig bleibe ich daher vorsichtig optimistisch für die Aktienmärkte. Solange keine weitere deutliche Eskalation im Nahen Osten erfolgt und die Unterstützungszonen in den großen Indizes verteidigt werden, spricht das aktuelle Momentum weiterhin eher für steigende Kurse als für eine nachhaltige Trendwende. Das Wochenende war in der Vergangenheit immer wichtig, hier hat sich entschieden, ob es zu weiteren Eskalationen im Nahen Osten kommt, oder ob es diplomatische Bemühungen gibt
Keine Anlageberatung. Alle dargestellten Szenarien spiegeln ausschließlich meine persönliche Marktanalyse wider und dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Ich wünsche euch allen einen erfolgreichen Handelstag und stets diszipliniertes Risikomanagement
Wünsche euch stabile Trades und ein schönes Wochenende!
SPX500 H1: Die Käufer bleiben am DrückerMarktentwicklung:
Der SPX500 hält seinen Aufwärtstrend im H1-Zeitrahmen aufrecht und bildet weiterhin höhere Tiefs, während sich der Kurs innerhalb eines steigenden Kanals bewegt. Nach der starken Erholung vom Bereich um 7.420 ist der Index in die Widerstandszone zwischen 7.520 und 7.540 zurückgekehrt und konsolidiert derzeit direkt unter diesem wichtigen Widerstand.
(Aktueller Kurs: 7.534)
Handelsplan:
Der Fokus liegt weiterhin auf Long-Positionen im Einklang mit dem übergeordneten Trend. Ein Einstieg wird bevorzugt, wenn der Kurs auf den Bereich 7.520 zurücksetzt und diese Zone als neue Unterstützung bestätigt. Bleibt die Kaufdynamik bestehen, liegt das nächste Kursziel im Bereich von 7.600.
Damit das bullische Szenario gültig bleibt, sollte der Kurs oberhalb der Unterstützungszone zwischen 7.500 und 7.520 bleiben. Ein kurzfristiger Rücksetzer in diesen Unterstützungsbereich, bevor der Aufwärtstrend fortgesetzt wird, würde die Marktstruktur weiter stärken. Es empfiehlt sich, auf eine klare Bestätigung des Kaufsignals zu warten und Käufe direkt unterhalb des Widerstands zu vermeiden.
Kawumm'sche MORGENANALYSE zum Freitag, den 10.07.2026Na unser Dax wird doch wohl nicht schon wieder?!?
Guten Morgen :)
Marken mit Wichtigkeit und hoher Reaktionsfreundlichkeit für heute und die nächsten Tage sind meiner Meinung nach: 25635, 25460, 25380, 24830, 24420, 24000, 23760, 23450, 23100, 22800, 22600, 22420, 22235, 21988, 21730, 21440, 21300, 20530
Chartlage: positiv
Tendenz: über 25200 aufwärts, drunter noch wackelig
Grundstimmung: neutral
Nach der zurückhaltenden Erholung vom Mittwoch sollte unser Dax am Donnerstag nun zeigen, ob er die noch ausgebaut bekommt, oder wieder unter 24900 wegrutscht. Denn das sollte schon ein Indiz sein, dass er nochmal tiefer zur 24740, 24630 oder auch 24550 will. Die waren auch alle schön geeignet um nach oben nochmal richtig Ballett zu machen. Außer er würde einfach durchrasseln, dann wäre im Worstcase sogar noch 24325 machbar gewesen. Oberhalb spielte für mich die 25160 / 25200 nun die entscheidende Rolle, bis zu der er den begonnenen Rücklauf noch etwas ausdehnen sollte. Und entweder würden sie ihn von dort dann bis zur 24900 zurück verhauen, oder sie lassen ihn durch und er darf darüber 25325, 25400 und 25470 wieder angehen. So die Zusammenfassung von gestern.
Unten hat er am Donnerstag nun an der 24900 gekratzt hat sie aber gehalten, oben knapp vor der 25160 Stellung bezogen, aber auch nicht drüber, damit sind wir ohne neue Signale raus aus dem Donnerstag und stehen noch immer mit ziemlich schwacher Wochenperformance im Rennen. Da dürfte nun spannend werden, ob man versucht das noch etwas zu fixen und unseren Dax nun über der 25160 / 25200 rausschiebt, denn so mit Blick auf Stunden- und Tageschart, würde dem das durchaus Raum bis hoch in die 25325, 25470 und eigentlich dann auch deutlich höher wieder frei räumen. Er muss es nur machen.
Macht er es nämlich nicht, wird er auf kurz oder lang dann aus der bearishen Flagge unten rausfallen und sich unterhalb von 24940 wieder nach unten probieren. Dann dürfte man nochmal die 24830 anzählen und drunter dann auch 24775 / 24740, 24630 und auch die 24550 und haut er richtig auf den Putz, wäre sogar eine 24325 machbar. Dafür müsste er sich eigentlich nur richtig schön einrennen zum Freitag, den Rest bringen dann die roten Kerzen im Nacken mit sich. Die Scheine bleiben gleich. Für Aufwärtsstrecken der GV4K8Y KO 21140 und für Abwärtsstrecken der MG5189 KO 26325 sowie der GV1VTU KO 27880.
Fazit: Zum Donnerstag hat unser Dax eigentlich nur die Flaggenkanten gestreichelt aber weder unter 24900 den Weg in die Trendfortsetzung gesucht, noch über 25200 den Konter angetreten. Damit geht die Aufgabe der Entscheidungsfindung nun auf den Freitag über. Steigt er über der 25160 / 25200 nachhaltig raus, sind 25325 und 25470 die ersten beiden primärziele, später dann auch wieder höheres bis übers letzte Top hinweg. Rutscht er uns unter 24940 aber aus der Flagge raus, wären 24830 nochmal anzupeilen, eher aber würde ich auf 24775 / 24740 tippen und die beiden Marken darunter bei 24630 und 24550. Alles gute Supports, die aber auch Zugkraft dann nach oben entwickeln müssen. Flacht er jegliche Anstiegsversuche von dort weg auch nur ab und dreht weiter runter, wäre sogar 24325 / 24280 keine große Überraschung.
Die ICT-Methode – Ein Blick hinter den Handelsansatz Teil 2DTFX und ICT – Was sind die Unterschiede?
Die DTFX-Methode orientiert sich in weiten Teilen an den Konzepten des Inner Circle Trader (ICT), verfolgt jedoch das Ziel, diese zu vereinfachen und objektiver anzuwenden. Während der ICT-Ansatz auf zahlreichen Konzepten basiert und einen hohen Interpretationsspielraum lässt, bietet DTFX einen strukturierteren Prozess mit klar definierten und weitgehend mechanischen Einstiegsregeln.
Gemeinsamkeiten
Beide Ansätze basieren auf denselben Grundprinzipien:
• Analyse der Marktstruktur
• Identifikation von Liquidität
• Break of Structure (BOS)
• Change of Character (CHoCH)
• Retracements vor einer Positionseröffnung
• Berücksichtigung des Marktumfelds sowie konsequentes Risikomanagement
DTFX stellt die grundlegenden Konzepte von ICT somit nicht infrage, sondern ordnet sie neu und vereinfacht ihre praktische Anwendung.
Der wesentliche Unterschied
Die Philosophie von ICT besteht darin, den Markt aus der Perspektive institutioneller Marktteilnehmer zu analysieren.
Dabei sucht der Trader nach Liquidität, identifiziert Order Blocks, Fair Value Gaps (FVG), Optimal Trade Entries (OTE) und Veränderungen der Marktstruktur. Anschließend kombiniert er diese Faktoren zu einem Handelsszenario. Dieser Ansatz bietet erfahrenen Tradern viel Flexibilität, setzt jedoch ein hohes Maß an Erfahrung und Interpretation voraus.
DTFX verfolgt dagegen einen stärker standardisierten Ansatz. Statt viele verschiedene Konzepte miteinander zu kombinieren, konzentriert sich die Methode vor allem auf:
• die Markt-Struktur,
• klar definierte Retracement-Zonen (häufig auf Basis der Fibonacci-Niveaus 30 %, 50 % und 70 %),
• einheitliche Einstiegsregeln,
• eine möglichst objektive Signalbestätigung.
Die DTFX-Zonen
Ein zentrales Merkmal der DTFX-Methode ist die Verwendung automatisch definierter Retracement-Zonen nach einem bestätigten Strukturbruch.
Sobald ein Break of Structure (BOS) oder ein Change of Character (CHoCH) erkannt wurde, wird der Bereich zwischen dem Ausgangspunkt der Bewegung und ihrem Hoch beziehungsweise Tief in mehrere Retracement-Zonen unterteilt – typischerweise bei 30 %, 50 % und 70 %.
Das Grundprinzip besteht darin, auf eine Rückkehr des Kurses in diese Zone zu warten und anschließend einen Einstieg in Richtung des übergeordneten Trends zu suchen.
Dieser Ansatz ersetzt teilweise die subjektive Auswahl von Order Blocks oder Fair Value Gaps und schafft einen einheitlicheren Rahmen für die Analyse.
Der Einstiegsansatz
Beim ICT-Ansatz können zwei erfahrene Trader auf demselben Chart unterschiedliche Order Blocks oder Fair Value Gaps identifizieren.
DTFX versucht, diese Subjektivität zu reduzieren, indem die Kriterien für interessante Kursbereiche und Retracements klar definiert werden.
Dadurch soll die Analyse besser reproduzierbar werden – insbesondere für Einsteiger oder Trader, die ihre Strategien systematisch backtesten möchten.
Welche Methode ist die bessere?
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht.
ICT ermöglicht ein sehr tiefes Verständnis der Marktstruktur und bietet erfahrenen Tradern große Flexibilität. Gleichzeitig ist der Lernaufwand hoch, und viele Konzepte lassen Raum für unterschiedliche Interpretationen.
DTFX setzt dagegen auf einen einfacheren und stärker regelbasierten Ansatz. Die standardisierten Prozesse können das Lernen erleichtern und die Disziplin fördern, garantieren jedoch keine besseren Handelsergebnisse.
In der Praxis kombinieren viele Trader heute beide Methoden. Sie nutzen die grundlegenden ICT-Konzepte wie Marktstruktur und Liquiditätsanalyse und ergänzen diese durch die klareren und mechanischeren Einstiegsregeln von DTFX.
Fazit
Sowohl ICT als auch DTFX gehören zu den diskretionären Handelsansätzen und verfügen über keine wissenschaftliche oder akademische Validierung, die einen dauerhaften statistischen Vorteil nachweist. Der langfristige Erfolg hängt daher nicht allein von der gewählten Methode ab, sondern vor allem von einer konsequenten Umsetzung, einem soliden Risikomanagement und der Disziplin des Traders.
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NAS100 – Bärischer Kanal-Ausbruch mit Erholungschance 📉 NAS100 – Bärischer Kanal-Ausbruch mit Erholungschance 🎯📊
Der NASDAQ (US100) bleibt unter starkem bärischen Druck und bewegt sich weiterhin innerhalb eines fallenden Kanals. Nach einem klaren Change of Character (ChoCH) und Break of Structure (BOS) bestätigt die Marktstruktur den Abwärtstrend. Der jüngste Kursrückgang hat den Preis an die untere Kanalbegrenzung geführt, wo eine kurzfristige Erholung möglich ist.
🔍 Technischer Ausblick
📉 Der übergeordnete Trend bleibt bärisch.
✅ Der Kurs hat eine wichtige Unterstützungszone im unteren Kanal erreicht.
🔄 Eine technische Gegenbewegung bis zur oberen Trendlinie ist möglich, sofern die Käufer aktiv werden.
🎯 Kursziel: Bereich 29.350–29.450 (Kanalwiderstand).
⚠️ Ein klarer Bruch unter die Kanalunterstützung könnte weiteren Abwärtsdruck auslösen.
💡 Trading-Idee
Warte auf eine bullische Bestätigung an der Unterstützung, bevor Long-Positionen in Betracht gezogen werden. Solange der Kurs unter dem fallenden Kanal bleibt, dominiert der bärische Trend. 📊🔥
DAX Tagesausblick 09. Juli – Öl fällt trotz Nahost-Eskalationder gestrige Handelstag stand nahezu vollständig im Zeichen der geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Während sich die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran weiter verschärfte, veröffentlichten die US-Notenbank gestern Abend zusätzlich die FOMC Meeting Minutes. Gleichzeitig überraschten deutlich gestiegene US-Rohöllagerbestände und sorgten dafür, dass der Ölpreis trotz der geopolitischen Risiken wieder einen Teil seiner Gewinne abgab.
Heute richtet sich der Fokus neben der weiteren Entwicklung im Nahen Osten vor allem auf die US-Arbeitsmarktdaten sowie das EZB-Sitzungsprotokoll.
Agenda
• Geopolitische Lage
• Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
• Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
• Märkte & Korrelationen
• Risk Assets im Überblick
• DAX charttechnischer Ausblick
• Fazit
Geopolitische Lage
Die geopolitische Situation bleibt aktuell der wichtigste Einflussfaktor für die Finanzmärkte.
Nach den Angriffen auf mehrere Handelsschiffe in der Straße von Hormus führten die USA gestern weitere Luftangriffe auf iranische Ziele entlang der Südküste durch. Ziel war laut US-Regierung die Sicherung der internationalen Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus.
Der Iran reagierte darauf mit weiteren Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Militärbasen in Bahrain und Kuwait. Gleichzeitig kündigte Teheran an, dass eine dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus künftig nur noch unter iranischen Bedingungen erfolgen könne. Donald Trump erklärte parallel, dass das zwischenzeitliche Waffenstillstandsabkommen faktisch beendet sei.
Besonders wichtig bleibt die Situation rund um die Straße von Hormus. Mehrere Tanker wurden in den vergangenen Tagen beschädigt, Schiffe weichen teilweise auf alternative Routen aus und die Unsicherheit für den weltweiten Energiehandel bleibt hoch. Zwar läuft der Schiffsverkehr aktuell weiter, allerdings mit reduzierter Auslastung und deutlich erhöhtem Risiko.
Für die Märkte bleibt der Zusammenhang unverändert:
Weitere Eskalation → steigende Ölpreise → höhere Inflation → restriktivere Geldpolitik → Risk-Off.
Kommt es dagegen kurzfristig wieder zu diplomatischen Gesprächen oder einer Waffenruhe, dürfte insbesondere der Ölpreis deutlich nachgeben und den Risikoanlagen wieder Auftrieb verleihen.
Die geopolitische Entwicklung bleibt damit aktuell der mit Abstand wichtigste Kurstreiber.
Fundamentale Wirtschaftsdaten – Gestern
US Rohöllagerbestände
Die größte Überraschung lieferten gestern die US-Rohöllagerbestände.
Actual: +2,998 Mio. Barrel
Forecast: -1,900 Mio.
Previous: -3,775 Mio.
Damit stiegen die Lagerbestände deutlich stärker als erwartet und verzeichneten erstmals seit Monaten wieder einen klar positiven Aufbau.
Das spricht kurzfristig für eine etwas entspanntere Versorgungslage und erklärt, weshalb der Ölpreis trotz der geopolitischen Eskalation im weiteren Handelsverlauf wieder deutlich zurückkam.
10-Year Treasury Auction
Die Auktion der zehnjährigen US-Staatsanleihen lag bei 4,580 % nach zuvor 4,538 %.
Die Nachfrage fiel damit etwas schwächer aus, wodurch die Renditen leicht anzogen.
EZB-Mitglied Schnabel
EZB-Direktorin Isabel Schnabel betonte erneut, dass die Inflation zwar zurückgegangen sei, die EZB jedoch weiterhin vorsichtig bleiben müsse. Aussagen über einen schnellen Zinssenkungszyklus blieben aus.
FOMC Meeting Minutes
Im Mittelpunkt stand gestern Abend eindeutig das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank.
Die Minutes zeigten insgesamt einen eher restriktiven Grundton .
Mehrere Mitglieder verwiesen weiterhin auf erhöhte Inflationsrisiken. Einige Teilnehmer hätten bereits auf der Juni-Sitzung eine weitere Zinserhöhung befürworten können, während andere betonten, dass zusätzliche Zinsschritte notwendig werden könnten, falls sich die Inflation erneut beschleunigt. Gleichzeitig wurden steigende Energiepreise, geopolitische Risiken sowie anhaltend robuste Investitionen im KI-Sektor als mögliche Inflationsrisiken genannt.
Die Minutes waren damit insgesamt keineswegs klar dovish, sondern unterstreichen, dass die Fed derzeit weiter datenabhängig agiert und bei einem erneuten Inflationsanstieg durchaus bereit wäre, die Geldpolitik erneut zu verschärfen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten – Heute
Heute stehen erneut mehrere wichtige Termine auf der Agenda.
Deutschland Handelsbilanz
Die deutsche Handelsbilanz überraschte positiv.
Actual: 19,1 Mrd. Euro
Forecast: 14,9 Mrd.
Previous: 14,7 Mrd.
Auch die Exporte entwickelten sich besser als erwartet und liefern damit ein positives Signal für die deutsche Wirtschaft.
Eurogruppe
Heute treffen sich die Finanzminister der Eurozone.
Neue Aussagen zur europäischen Fiskalpolitik oder zur wirtschaftlichen Entwicklung könnten insbesondere den Euro bewegen.
EZB Sitzungsprotokoll
Am Nachmittag veröffentlicht die EZB das Protokoll ihrer letzten Zinssitzung.
Hier achten Marktteilnehmer insbesondere auf Hinweise, wie geschlossen der EZB-Rat aktuell hinsichtlich möglicher weiterer Zinsschritte beziehungsweise Zinssenkungen ist.
US Arbeitsmarkt
Hier stehen die Initial Jobless Claims im Fokus.
Forecast:
• Initial Claims: 218.000
• Continuing Claims: 1,820 Mio.
Da der US-Arbeitsmarkt aktuell einer der wichtigsten Faktoren für die Fed bleibt, dürfte dieser Termin entsprechend hohe Marktbewegungen auslösen.
FOMC Mitglied Williams
Ebenfalls am Nachmittag spricht New York Fed Präsident John Williams.
Nach Veröffentlichung der FOMC Minutes könnten Aussagen zur weiteren Zinspolitik heute zusätzlich für Volatilität sorgen.
Existing Home Sales
Abgerundet wird der Nachmittag durch die Verkäufe bestehender Häuser.
Der Immobilienmarkt bleibt ein wichtiger Frühindikator für die US-Konjunktur.
Märkte & Korrelationen
US Oil
Der Ölpreis bleibt derzeit der wichtigste Marktindikator.
Seit Wochenbeginn stieg WTI zeitweise um rund 11 % bis in den Bereich um 76 Dollar.
Aktuell handelt Öl allerdings bereits wieder deutlich tiefer bei rund 73,4 Dollar.
Der Rückgang dürfte vor allem auf die überraschend hohen US-Rohöllagerbestände zurückzuführen sein sowie auf die Hoffnung, dass sich die geopolitische Lage kurzfristig wieder etwas beruhigen könnte.
Charttechnisch bleibt für mich entscheidend:
• Unter 71,70 Dollar würde sich das kurzfristige Bild wieder deutlich eintrüben.
• Oberhalb bleiben 77 Dollar und anschließend 79 Dollar die nächsten Ziele, sofern sich die Lage im Nahen Osten weiter verschärft.
US Staatsanleihen
Gestern stiegen sämtliche Laufzeiten.
• 2Y: +1,15 %
• 5Y: +0,94 %
• 10Y: +0,66 %
• 30Y: +0,39 %
Heute Morgen geben die Renditen bereits wieder leicht nach.
Sollte Öl weiter fallen und sich die geopolitische Lage entspannen, dürfte sich dieser Rückgang fortsetzen.
US-Dollar Index (DXY)
Der Dollar konnte gestern zunächst über die Marke von 101 Punkten ansteigen.
Heute Morgen sehen wir allerdings bereits deutliche Gewinnmitnahmen.
Für mich bleibt die Zone um 100,5 bis 100,6 Punkte entscheidend.
Hält dieser Bereich als Unterstützung, bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend intakt.
Ein Bruch darunter würde dagegen weiteres Abwärtspotenzial bis rund 100 Punkte eröffnen.
VIX
Der Volatilitätsindex sprang gestern zeitweise bis auf 18,85 Punkte, beruhigte sich im weiteren Verlauf jedoch schnell wieder und schloss bei rund 16,9 Punkten.
Damit signalisiert der Markt aktuell zwar erhöhte Unsicherheit, aber noch keine ausgeprägte Panik.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia zeigte erneut enorme relative Stärke.
Mit einem Schlusskurs oberhalb der wichtigen 200-Dollar-Marke bleibt das technische Bild klar bullisch.
Oberhalb von 200 Dollar bleiben für mich die Bereiche um 208 Dollar und anschließend 212 Dollar die nächsten Ziele.
Unterhalb von 200 Dollar würden zunächst wieder 197 bis 195 Dollar interessant werden.
Bitcoin
Bitcoin zeigte gestern erneut Schwäche.
Kurzfristig bleibt die Seitwärtsrange bestehen.
Nach oben bleiben für mich:
• 65.000 Dollar
• 65.700 Dollar
• 67.000 Dollar
die entscheidenden Widerstände.
Unterhalb von 60.000 Dollar würde sich das Bild dagegen deutlich eintrüben und Raum bis etwa 55.000 Dollar eröffnen.
S&P 500
Nach den Gewinnmitnahmen vom Dienstag stabilisierte sich der Index gestern deutlich.
Trotz zwischenzeitlicher Schwäche blieb der Bereich um 7.500 Punkte verteidigt.
Oberhalb von 7.565 Punkten sehe ich weiterhin Chancen auf einen erneuten Angriff Richtung 7.600 bis 7.650 Punkte.
Unterhalb von 7.500 steigt dagegen das Risiko einer Ausweitung der Korrektur.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigte erneut enorme relative Stärke.
Nach zwischenzeitlichen Verlusten wurde der gesamte Rücksetzer fast vollständig zurückgekauft.
Solange der Bereich um 29.000 Punkte hält, bleibt der Aufwärtstrend aus meiner Sicht vollständig intakt.
Ein Ausbruch über 29.500 Punkte könnte den Weg Richtung 30.000 Punkte freimachen.
Unterhalb von 29.000 würden dagegen 28.500 beziehungsweise 28.200 Punkte wieder in den Fokus rücken.
Dow Jones
Der Dow Jones bleibt aktuell der schwächste der großen US-Indizes.
Nach dem gestrigen Rückgang um rund 1,16 % rückt nun die Zone um 52.500 Punkte in den Mittelpunkt.
Ein Anstieg darüber könnte nochmals Potenzial Richtung 53.000 Punkte eröffnen.
Bleibt der Index darunter, steigt das Risiko einer Ausweitung der Korrektur bis 52.000 beziehungsweise 51.500 Punkte.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX verlor gestern 1,87 % und notiert damit seit Wochenbeginn bereits rund 3,3 % im Minus.
Dabei wurde die Unterstützung bei 25.500 Punkten dynamisch unterschritten.
Im Anschluss testete der Markt den Bereich um 24.800 Punkte, welcher gleichzeitig das ehemalige Jahreshoch 2025 sowie ein wichtiges Cluster darstellt.
Von dort setzte unmittelbar eine technische Gegenbewegung ein.
Heute Morgen notiert der DAX bereits wieder etwas fester.
Für den heutigen Handel bleibt entscheidend:
Bullishes Szenario
• Verteidigung der 25.000 Punkte
• Ausbruch über 25.185 Punkte
• Anschließend Potenzial bis 25.500 Punkte
Bearishes Szenario
Fällt der DAX erneut unter 24.800 Punkte, rückt für mich die Zone um 24.500 Punkte als nächstes größeres Unterstützungsniveau in den Fokus.
Übergeordnet bleibe ich trotz der laufenden Korrektur weiterhin konstruktiv. Solange der Bereich um 24.500 Punkte hält, werte ich die aktuelle Bewegung zunächst als gesunde Korrektur innerhalb eines weiterhin intakten Aufwärtstrends.
Fazit
Die heutige Richtung der Märkte dürfte erneut maßgeblich von der geopolitischen Entwicklung im Nahen Osten abhängen.
Die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran überschattet derzeit nahezu alle fundamentalen Daten. Gleichzeitig zeigen die überraschend gestiegenen US-Rohöllagerbestände, dass kurzfristig auch Angebots- und Nachfrageseite Einfluss auf den Ölpreis nehmen können.
Aus fundamentaler Sicht rücken heute insbesondere die US-Arbeitsmarktdaten, das EZB-Sitzungsprotokoll sowie die Rede von Fed-Präsident Williams in den Fokus.
Charttechnisch bleibt der DAX oberhalb von 25.000 Punkten kurzfristig stabil. Ein nachhaltiger Bruch der 24.800 Punkte würde dagegen das Korrekturrisiko deutlich erhöhen. Entscheidend bleibt jedoch die Entwicklung im Nahen Osten – denn sie beeinflusst derzeit Ölpreis, Inflationserwartungen, Geldpolitik und damit letztlich die Richtung nahezu aller Risikoanlagen.
Keine Anlageberatung, nur meine Persönliche Markteinschätzung!
Wüsche euch stabile Trades!
Kawumm'sche MORGENANALYSE zum Donnerstag, den 09.07.2026Stellt sich die Frage, wer hier nun die Sauerei weg macht, die unser Dax die letzten beiden Tage angerichtet hat?!
Guten Morgen :)
Marken mit Wichtigkeit und hoher Reaktionsfreundlichkeit für heute und die nächsten Tage sind meiner Meinung nach: 25635, 25460, 25380, 24830, 24420, 24000, 23760, 23450, 23100, 22800, 22600, 22420, 22235, 21988, 21730, 21440, 21300, 20530
Chartlage: positiv
Tendenz: unter 25200 aufwärts, drunter noch wackelig
Grundstimmung: neutral
Sollte unser Dax zum Mittwoch nun unter der 25470 weiter raus arbeiten, wären auch 25200 / 25160 und 25000 dadurch erreichbar gewesen mit Zwischenstationen bei 25400 / 25380, 25325 und 25080. Alles was er dafür tun müsste, wäre weiter unter der 25470 in die Tiefe auszustrahlen. Sollte er sich aber standhaft oberhalb der 25470 präsentieren waren über 25550 wieder 25635 anzupeilen und drüber auch 25700 und 25815. So die Zusammenfassung von gestern.
Doch unser Dax nutzte die Gunst der Stunde und drückte von Beginn an unter der 25470 in die Tiefe und erreichte letztendlich alle angegebenen Ziele und sogar noch einen Schwapp mehr hin zur 24830 von wo er eine Erholung ansetzte. Die ist nun allerdings eher so la la gewesen und auch noch nicht mal am Ziel. Sollte unser Dax die also am Donnerstag erwürgen und unten weiter durchrennen, würde ich unterhalb von 24900 dann wieder auf 24830 zielen, dann weiter zur 24740, 24630 und 24550 und im Extrem sogar bis hin zur 24325 wenn der richtig unter die Räder kommt, allerdings muss man schon sagen, dass der Bereich um 24740, 24630 und 24550 schon gut geeignet wäre um erstmal eine Pause und Erholung reinzuschlagen.
Sehen wir dann von unten schöne grüne Stundenkerzen empor steigen, dürfte man nochmal 25000 anpeilen, drüber dann 25100 und 25160 / 25200 und alles was über 25200 geht, würde ich dann sogar wieder auf 25325, 25400 und 25470 hin anstellen. Schmiert der uns aber von der 25160 / 25200 mit schöner einleitender roter Stundenkerze wieder ab, müsste man auch von dort dann nochmal 24900 anpeilen und rutscht er dort durch gilt das gleiche wie im Absatz zuvor beschrieben, dann sind genauso die dort genannten Ziele erstmal erreichbar. Die Scheine bleiben gleich. Für Aufwärtsstrecken der GV4K8Y KO 21140 und für Abwärtsstrecken der MG5189 KO 26325 sowie der GV1VTU KO 27880.
Fazit: Unser Dax hat am Mittwoch alle Ziele unter der 25470 abgearbeitet und sich aber in der Erholung erstmal recht schüchtern gezeigt. Sollte der nun wieder unter 24900 wegrutschen, könnte das ein Indiz gewesen sein, dass er nochmal tiefer will. Dafür bieten sich 24740, 24630 und 24550 an. Die sind alle auch schön geeignet um nach oben nochmal richtig Ballett zu machen. Aber Vorsicht, dafür braucht es dann ein klares Umkehrsignal, am besten in Form einer grünen Stundenkerze. Rasselt der nämlich einfach durch, wäre im Worstcase sogar unten noch die 24325 machbar. Oberhalb spielt für mich die 25160 / 25200 nun die entscheidende Rolle. Dehnt er den begonnenen Rücklauf doch noch etwas aus, dann vermutlich erstmal bis dort. Entweder verhauen sie ihn von dort dann bis zur 24900 zurück, oder sie lassen ihn durch und er darf darüber 25325, 25400 und 25470 wieder angehen.
Nasdaq – letzte Short-Chance# Nasdaq – Vielleicht die letzte Möglichkeit, noch einmal short zu gehen
## Aktuelle Marktlage
Ist das vielleicht die letzte Gelegenheit, den Nasdaq noch einmal auf der Short-Seite zu handeln?
Unsere Short-Position vom **Donnerstag, den 2. Juli**, ist weiterhin aktiv. Der Take Profit wurde bislang noch nicht erreicht, weshalb die Position unverändert bestehen bleibt.
Heute haben wir erneut starkes Abwärtsmomentum gesehen. Auslöser waren unter anderem die aktuellen Nachrichten rund um Donald Trump und den geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Die deutlichen Abverkäufe sprechen weiterhin für Schwäche im Markt.
## Zweite Short-Chance
Durch die aktuelle Kursstruktur ergibt sich nun möglicherweise eine zweite Gelegenheit, die bestehende Short-Position aufzustocken.
Idealerweise läuft der Kurs noch einmal in den oberen Bereich des Trendkanals. Dort befindet sich bei **29.145,8 Punkten** ein interessanter Bereich für einen weiteren Short-Einstieg. Aus heutiger Sicht könnte dies die letzte attraktive Möglichkeit sein, bevor der Markt seine Abwärtsbewegung fortsetzt.
## Kursziel
Mein erstes Ziel auf der Unterseite bleibt unverändert bei **26.600 Punkten**. Der Take Profit der ursprünglichen Short-Position vom Donnerstag bleibt bestehen und wird aktuell nicht verändert.
## Worauf ich jetzt achte
Für das bärische Szenario möchte ich nun eine Bestätigung in Form einer **Bärenflagge** sehen. Die Formation ist bereits in der Chartanalyse eingezeichnet.
Das ideale Szenario wäre zunächst ein Rücklauf in den Bereich von **29.046,6 Punkten**. Von dort aus könnte der Markt noch einmal bis an unseren geplanten Short-Entry ansteigen, bevor die eigentliche Abwärtsbewegung startet.
Sollte sich diese Bärenflagge vollständig ausbilden, ergeben sich neben dem aktuellen Short-Setup voraussichtlich noch **zwei weitere attraktive Short-Einstiege** im Verlauf der Bewegung.
Diese Daytrading-Setups werde ich – sofern sie bestätigt werden – entweder als **TradingView-Gedanke** oder als separate Analyse veröffentlichen.
www.tradingview.com
ChartupdatesMeine aktuellen Charts für euch, mal schauen was der Markt dazu sagt :)
Nasdaq100
Junk Bonds vs SP500
SPX/VIX ratio
USOIL/SPX ratio
VIX
SMH semis
bei den Renditen für Staatsanleihen bin ich ratlos. Sehe einen Fall für steigend und fallend.
Die Wirtschaft könnte in der zweiten Hälfte des Jahres anfangen zu ächzen -> fallende Renditen.
Oder wieder steigende Ölpreise -> höhere Renditen. Oder beides?
Vielleicht sehen wir das kurze Ende also die zweijährigen stark fallen und die längeren wie zehnjährig relativ konstant bis leicht fallend. Dann hätten wir endlich die steigende Zinskurve
-> Rezession
2 Jahre
10 Jahre
GER40 muss jetzt stabil bleiben. Keil in Ausbildung.Liebe Trader und Investoren,
sehr geehrte Damen und Herren,
herzlich Willkommen zu einem weiteren Update zum DAX (GER40 CFD) von Pepperstone. Ich analysiere den CFD auf Tagesbasis.
Seit meinem letzten Update hier konnte sich der Leitindex unter Schwankungen behaupten. Obwohl einige Schwergewichte (Telekom, SAP, VW etc..) in größeren Rücksetzern steckte, blieb der DAX stabil.
Im Moment muss der DAX ein neues Rekordhoch verdauen. Dabei kommt es auch aufgrund neuer geopolitischer Entwicklungen zu etwas höherer Volatilität.
Charttechnische Einordnung Tageschart (Chart oben)
Der DAX / GER40 konnte ein neues Rekordhoch erzielen. Damit hat sich der Leitindex weiteres Aufwärtspotenzial freigeklemmt, das bis vorerst 26.200 bzw. 26.400 Punkte reicht. Ein doppelter Linienwiderstand wartet bei 26.436 Punkten und stellt die Oberkante zweier Keilformationen dar.
Jeglicher Block in dieser Region kann das Ende der Rally bedeuten. Auf der Unterseite muss der GER40 den Bereich zwischen 24.741 und rund 24.000 Zählern halten.
Im Vorfeld war ein schönes Dreieck nach oben getriggert worden. Achten Sie auf den aktuell laufenden Re-Test dieser Formation.
Markttechnische Einordnung (Chart unten)
Bei den Basisindikatoren im Daily ist die Lage gemischt. In Summe verlaufen die meisten Indikatoren eher „flat" ohne klare Impulsivität zu zeigen. Negative Divergenzen sind nicht stark ausgeprägt.
Solange die beiden Glättungslinien um 24.300 Punkte verteidigt werden können, sehe ich den Markt als stabil an.
Volumentechnische Einordnung (Chart unten)
Haben wir es dieses Mal mit einem nachhaltigen Ausbruch aus der Range zu tun? Das ist die Gretchenfrage! Denn de facto handelt der Index seit Frühjahr 2025 weitestgehend in der bekannten Handelsspanne zwischen 24.926 (oben) und 23.241 (unten).
Sollte der GER40 jetzt oberhalb der upper rejection area (24.648 - 24.926) stabil bleiben, werte ich das auf jeden Fall als Stärkebeweis.
Auf der Oberseite bleiben meine beiden roten VWAP-Projektionen weiter Trumpf. Hier ist der jüngste Rallyschub ausgelaufen.
Im Fazit...
...muss der DAX / GER40 jetzt zeigen, was Sache ist. Die Verteidigung der Zone 25.200 bis 25.000 Punkte ist enorm wichtig. Nur wenn der DAX oberhalb dieser Rangeoberkante verbleibt, sind weitere Rallyversuche über den Sommer möglich.
Jeden Rückgang unter 24.000 Punkte werte ich daher sehr kritisch.
Ich freue mich über Kommentare und Diskussionen zu dieser Analyse.
Bitte achten Sie auf ein solides Positions- und Risikomanagement.
Wenn Ihnen die Idee gefällt, geben Sie uns für diese Analyse bitte einen Boost und folgen Sie uns, um immer auf dem Laufenden zu sein...
Herzliche Grüße,
Thomas Jansen
DAX Tagesausblick 09.Juli-Neue Eskalation im Iran- Risk Off?Nach den starken US-Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche verschiebt sich der Fokus der Marktteilnehmer nun vollständig auf die Geopolitik und die Geldpolitik. Die erneute Eskalation im Nahen Osten hat den Ölpreis innerhalb kürzester Zeit wieder deutlich ansteigen lassen und sorgt für neue Inflationssorgen. Gleichzeitig richtet sich heute Abend der Blick auf die FOMC Meeting Minutes, die Hinweise auf den weiteren Zinspfad der US-Notenbank liefern könnten. Die Kombination aus steigenden Energiepreisen, robustem Arbeitsmarkt und einer weiterhin restriktiven Federal Reserve könnte den Druck auf Risk Assets kurzfristig deutlich erhöhen.
Agenda
• Geopolitische Lage
• Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern und heute
• Märkte und Korrelationen im Überblick
• Risk Assets im Überblick
• DAX charttechnischer Ausblick
• Fazit
Geopolitische Lage
Nachdem sich die Lage zwischen den USA und dem Iran in den vergangenen Wochen zunächst deutlich entspannt hatte, ist die Situation innerhalb weniger Stunden erneut eskaliert.
Auslöser waren mehrere Angriffe auf kommerzielle Tanker in der Straße von Hormus. Nach Angaben westlicher Sicherheitsbehörden wurden mindestens drei Schiffe beschädigt. Besonders brisant ist dabei, dass auch ein großer LNG-Tanker betroffen gewesen sein soll. Die USA machen den Iran für die Angriffe verantwortlich.
Washington reagierte darauf unmittelbar. Die zuvor erteilte Sondergenehmigung, welche dem Iran trotz Sanktionen den Verkauf von Rohöl auf den Weltmarkt erlaubte, wurde wieder aufgehoben. Zusätzlich wurden erneut militärische Angriffe auf iranische Ziele durchgeführt. Der Iran wiederum sprach von einem Bruch der bisherigen Waffenstillstandsvereinbarung und kündigte an, alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz seiner nationalen Interessen zu ergreifen.
Damit gerät der erst vor wenigen Wochen vereinbarte Waffenstillstand massiv unter Druck.
Besonders kritisch bleibt dabei die Straße von Hormus. Rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels sowie ein erheblicher Teil des globalen LNG-Transports laufen täglich durch diese Meerenge. Bereits kleinere militärische Zwischenfälle reichen aus, um die Risikoaufschläge am Energiemarkt deutlich steigen zu lassen.
Genau das sehen wir aktuell.
Der Ölpreis konnte innerhalb kürzester Zeit wieder deutlich zulegen und preist erneut geopolitische Risiken ein. Sollte sich die Lage weiter verschärfen oder sogar die Schifffahrt beeinträchtigt werden, dürfte sich dieser Aufwärtsdruck fortsetzen.
Für die Finanzmärkte entsteht daraus ein sehr problematisches Szenario.
Steigende Energiepreise wirken direkt inflationstreibend. Genau in einer Phase, in der sich die Inflation zuletzt langsam stabilisierte und viele Marktteilnehmer wieder auf eine dovishere Fed und keine Zinserhöhungen hofften.
Hinzu kommt der überraschend schwache US-Arbeitsmarktbericht (NFP) aus der vergangenen Woche.
Genau deshalb rückt der heutige Abend so stark in den Fokus.
Sollten die FOMC Minutes einen weiterhin restriktiven oder sogar hawkischen Ton bestätigen, könnte sich der Markt erneut auf einen längeren Zeitraum hoher Zinsen einstellen. Das wäre kurzfristig belastend für Aktien, Kryptowährungen und andere Risk Assets.
Fundamentale Wirtschaftsdaten
Rückblick auf Dienstag
Der Dienstag verlief aus makroökonomischer Sicht insgesamt vergleichsweise ruhig.
Fed-Gouverneurin Bowman sprach erneut und bekräftigte ihre grundsätzlich restriktive Haltung. Neue geldpolitische Impulse blieben allerdings aus.
Die ADP-Daten sowie die Handelsbilanz standen zwar auf der Agenda, sorgten jedoch kaum für nachhaltige Marktbewegungen.
Interessanter war dagegen die Entwicklung der Inflationserwartungen der New York Fed.
Die One-Year Consumer Inflation Expectations stiegen von 3,5 % auf 3,7 %.
Damit rechnen Verbraucher mittlerweile wieder mit einer höheren Inflation in den kommenden zwölf Monaten. In Verbindung mit den steigenden Energiepreisen ist dies ein Faktor, den die Federal Reserve sehr genau beobachten dürfte.
Auch der erfolgreiche Börsenstart von SpaceX sorgte zunächst für Aufmerksamkeit. Nach dem starken Auftakt setzten jedoch erste Gewinnmitnahmen ein. Der Nasdaq geriet dadurch zusätzlich unter Druck.
Ausblick auf Mittwoch
Heute steht deutlich mehr auf der Agenda.
Nachmittags erscheinen zunächst die US-Rohöllagerbestände.
Die Erwartungen liegen bei einem Rückgang um 1,9 Millionen Barrel nach zuletzt -3,775 Millionen Barrel.
Gerade vor dem Hintergrund der erneuten Nahost-Eskalation dürften diese Daten heute eine besonders hohe Aufmerksamkeit erhalten. Sollten die Lagerbestände erneut stärker fallen als erwartet, könnte dies die Sorge über eine knapper werdende Versorgung zusätzlich verstärken und den Ölpreis weiter antreiben.
Am frühen Abend folgt anschließend EZB-Direktorin Isabel Schnabel.
Da sich die Inflation in Europa zuletzt etwas beruhigt hatte, dürfte insbesondere interessant werden, ob die jüngsten Entwicklungen am Energiemarkt ihre Einschätzung verändern.
Später folgt die Auktion zehnjähriger US-Staatsanleihen.
Diese Auktionen liefern wichtige Hinweise auf die Nachfrage institutioneller Investoren nach langfristigen Staatsanleihen und geben Rückschlüsse auf die Einschätzung des Kapitalmarktes hinsichtlich Inflation und Zinspffad.
Das absolute Highlight des Tages folgt jedoch um 20:00 Uhr.
Mit den FOMC Meeting Minutes erhalten die Marktteilnehmer detaillierte Einblicke in die Diskussionen der letzten Sitzung der Federal Reserve.
Entscheidend wird sein, ob innerhalb des Offenmarktausschusses bereits Hinweise auf zukünftige Zinsschritte oder veränderte Inflationsrisiken diskutiert wurden.
Nach den schwachen Arbeitsmarktdaten und der neuen Eskalation im Nahen Osten besitzen diese Minutes heute erhebliches Marktpotenzial.
Zusätzlich startet heute offiziell die Berichtssaison. Nach US-Börsenschluss veröffentlicht PepsiCo seine Quartalszahlen und eröffnet damit die Earnings Season.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil konnte infolge der geopolitischen Eskalation innerhalb kurzer Zeit rund sechs Prozent zulegen.
Wie bereits mehrfach in den vergangenen Analysen angesprochen, war der Bereich um 72 US-Dollar die entscheidende Widerstandszone.
Diese wurde nun dynamisch überwunden.
Damit rücken für mich kurzfristig zunächst die Bereiche um 77 Dollar sowie anschließend das Apriltief bei rund 79 Dollar in den Fokus.
Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter verschärfen oder keine schnelle diplomatische Lösung gefunden werden, halte ich mittelfristig sogar einen erneuten Anstieg in Richtung 90 Dollar für möglich.
Erst wenn der Bereich um 72 Dollar nachhaltig zurückerobert und anschließend wieder unterschritten wird, würde sich das bullische Bild im Ölpreis vorerst wieder eintrüben.
US-Staatsanleihen
Auch am Anleihemarkt war die Entwicklung eindeutig.
Die Renditen stiegen über sämtliche Laufzeiten deutlich an.
Dreijährige Staatsanleihen legten knapp zwei Prozent zu.
Fünfjährige Staatsanleihen stiegen ebenfalls rund zwei Prozent.
Zehnjährige Renditen gewannen etwa 1,85 Prozent.
Selbst die 30-jährigen US-Staatsanleihen konnten nochmals rund 1,45 Prozent zulegen.
Die Erklärung bleibt dieselbe.
Steigende Energiepreise erhöhen die Inflationsrisiken.
Steigende Inflation reduziert die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Zinssenkungen.
Damit bleiben die Finanzierungsbedingungen restriktiv und das Umfeld belastet insbesondere Wachstumswerte und andere Risk Assets.
US-Dollar (DXY)
Auch der Dollar profitierte erneut.
Der DXY konnte sich oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 101 Punkten etablieren.
Solange wir oberhalb von 100,5 bis 100,6 Punkten handeln, bleibt das kurzfristige Bild konstruktiv.
Die nächsten Zielzonen liegen für mich bei 101,5 sowie anschließend im Bereich von 102 Punkten.
Gerade in geopolitischen Unsicherheitsphasen profitiert der Dollar regelmäßig von seiner Rolle als sicherer Hafen.
Volatilitätsindex (VIX)
Der VIX stieg gestern um knapp vier Prozent an.
Mit aktuell rund 16 Punkten bleibt das Niveau allerdings weiterhin deutlich unter der kritischen Marke von 20 Punkten.
Das zeigt, dass die Marktteilnehmer zwar Risiko reduzieren, bislang aber noch keine ausgeprägte Panik eingepreist wird.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia konnte den Handelstag trotz der allgemeinen Marktschwäche leicht positiv abschließen.
Dennoch bleibt die Zone um 200 Dollar weiterhin der entscheidende Widerstand.
Solange dieser Bereich nicht nachhaltig überwunden wird, bleiben für mich zunächst die Unterstützungen bei 190 sowie anschließend 186 Dollar wahrscheinlicher.
Erst oberhalb von 200 Dollar würde sich das technische Bild wieder deutlich aufhellen und Raum bis 208 beziehungsweise 212 Dollar eröffnen.
Bitcoin
Bitcoin zeigte erneut relative Schwäche.
Nach dem starken Abverkauf am Montag konnte sich der Markt zwar kurzfristig stabilisieren.
Das gestrige Minus von rund 1,2 Prozent sowie das heutige Unterschreiten des gestrigen Tagestiefs bestätigen zunächst das bearish geprägte Gesamtbild.
Auf der Oberseite bleiben die Bereiche um 65.000, 65.700 sowie 67.000 Dollar die entscheidenden Widerstände.
Solange diese Marken nicht zurückerobert werden, bleibe ich auf der Short-Seite positioniert.
S&P 500
Der S&P 500 scheiterte erneut im Bereich der Allzeithochs.
Bereits zum dritten Mal in Folge gelang kein neues Rekordhoch.
Sollte sich die geopolitische Lage weiter verschlechtern und gleichzeitig die FOMC Minutes restriktiv ausfallen, sehe ich zunächst Potenzial bis 7.500 Punkte.
Unterhalb von 7.475 Punkten würde sich die Korrektur in Richtung 7.400 Punkte ausweiten.
Erst oberhalb von 7.600 Punkten würde sich das bullische Szenario wieder deutlich verbessern.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigte gestern ebenfalls deutliche Schwäche.
Nach dem Bruch der wichtigen Unterstützung um 29.500 Punkte fiel der Index bis in den Bereich von 29.000 Punkten zurück.
Fundamental spricht aktuell wenig für aggressive Long-Positionen.
Sollte das Wochentief bei rund 28.860 Punkten unterschritten werden, rücken 28.500 sowie anschließend 28.175 Punkte in den Fokus.
Erst oberhalb von 29.500 Punkten beziehungsweise nach einer deutlichen Stabilisierung im Bereich um 29.000 Punkte würde sich das kurzfristige Bild wieder verbessern.
Dow Jones
Auch der Dow Jones notierte nach dem neuen Allzeithoch wieder schwächer.
Kurzfristig bleibt für mich zunächst die Unterstützung bei 52.500 Punkten entscheidend.
Darunter rückt der Bereich um 52.000 Punkte in den Fokus.
Für neue Long-Positionen möchte ich zunächst wieder eine Stabilisierung oberhalb von 53.000 Punkten sehen.
DAX charttechnischer Ausblick
Auch der DAX geriet gestern massiv unter Druck.
Mit einem Tagesverlust von rund 1,4 Prozent wurde die wichtige Unterstützungszone um 25.500 Punkte dynamisch unterschritten.
Heute konnte der Markt diesen Bereich zwar nochmals testen, wurde dort jedoch erneut verkauft.
Aktuell notiert der DAX bereits im Bereich von rund 25.200 Punkten.
Aus technischer Sicht wird nun insbesondere die psychologisch wichtige Marke bei 25.000 Punkten entscheidend.
Sollte dort eine Stabilisierung einsetzen, könnte dies eine interessante Gelegenheit darstellen, um sich wieder in den übergeordneten Aufwärtstrend einzukaufen.
Bricht allerdings auch diese Unterstützung, dürfte sich die Korrektur zunächst weiter ausdehnen.
Für neue Long-Positionen würde ich aktuell Geduld bewahren.
Eine nachhaltige Rückeroberung der 25.500 Punkte oder eine deutliche Entspannung im Nahen Osten wären für mich die ersten Voraussetzungen, um wieder offensiver auf der Long-Seite aktiv zu werden.
Fazit
Die Märkte stehen aktuell an einem äußerst sensiblen Punkt.
Noch vor wenigen Tagen dominierte die Hoffnung auf eine allmählich lockerere Geldpolitik nach den zuletzt rückläufigen Inflationsdaten und schwachen NFP daten.
Mit der erneuten Eskalation im Nahen Osten kommt nun ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu.
Steigende Ölpreise erhöhen das Risiko einer wieder anziehenden Inflation. Genau das wäre das ungünstigste Szenario für die Federal Reserve.
Sollte sich dieser Trend bestätigen, könnten Zinserhöhungen erneut nach vorne verschoben werden und die Notenbank einen restriktiveren Kurs beibehalten als vom Markt aktuell eingepreist wird.
Entsprechend hoch ist heute Abend die Bedeutung der FOMC Meeting Minutes.
Sollten diese einen weiterhin hawkischen Grundton erkennen lassen, während gleichzeitig die geopolitischen Spannungen bestehen bleiben, dürfte das kurzfristig zusätzlichen Druck auf Aktien, Kryptowährungen und andere Risk Assets ausüben.
Entspannt sich die Lage hingegen schnell und liefern die Minutes keine neuen restriktiven Überraschungen, könnte sich die aktuelle Korrektur ebenso schnell wieder auflösen.
Bis dahin bleibt Vorsicht jedoch das oberste Gebot. Die nächsten 24 bis 48 Stunden könnten richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Märkte in den kommenden Wochen werden.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wünsche euch stabile Trades!
Kawumm'sche MORGENANALYSE zum Mittwoch, den 08.07.2026Nach der Katerstimmung vom Montag, lösten sich im Dax nun schon die ersten Brocken unten raus. Darf man halt nicht so feste feiern, wenn man nichts verträgt...
Guten Morgen :)
Marken mit Wichtigkeit und hoher Reaktionsfreundlichkeit für heute und die nächsten Tage sind meiner Meinung nach: 25635, 25460, 25380, 24830, 24420, 24000, 23760, 23450, 23100, 22800, 22600, 22420, 22235, 21988, 21730, 21440, 21300, 20530
Chartlage: positiv
Tendenz: unter 25470 weiter abwärts, oberhalb Erholungsspielraum
Grundstimmung: neutral
Das Rundendrehen vom Montag um der 25800 war zwar noch keine Umkehr, sollte aber zur Vorsicht mahnen, wenn er sich am Dienstag wieder unter der 25800 abgleiten lässt und erneut unter 25700 zurückfällt. Dann sollten nämlich nicht nur 25600 sondern auch gleich wieder 25470 folgen können. Solange er aber über der 25800 bleiben würde, wären seine Chancen es nochmal oben zu probieren weiter gültig und aktiv gewesen. Wäre er dann oben sogar durch gekommen waren 26000 und 26200 seine nächsten Ziele. So die Zusammenfassung von gestern.
Eröffnet hatte unser Dax dann direkt gleich unter der 25800 und scheiterte gleich mehrfach dabei sich über die 25800 zurück zu kämpfen. Als er es dann aufgab und mit Druck runter ging, folgten dann 25635 / 25600 und wie schon vermutet auch die 25470 wo er dann erstmal ein markierte und in die Stabilisierung ging, die aber so nicht richtig fruchten konnte. Damit können wir ihn zum Mittwoch eigentlich weiter nach unten anzählen, solange er unter der 25470 bleibt. Die darf man nun wie gestern die 25800 als Richtungsweiser heranziehen. Arbeitet er darunter weiter in die Tiefe folgen 25400 / 25380, dann 25325 bis nachher hin zur 25200 / 25160 und selbst der 25080 die so nun auch schon wieder erreichbar wäre.
Will er das verhindern muss er sich zum Mittwoch standhaft über 25470 präsentieren und sich über die 25550 zurück kämpfen. Das würde ihm dann zumindest mal ein Fenster zur 25635 öffnen, die allerdings dann auch nochmal gut nach unten den Erholungsversuch umschubsen kann. Bekommt er die 25365 aber nach oben raus, darf man dann auch wieder über 25700 und darüber über 25815 reden. Muss er dann aber auch erstmal hinbekommen, sind ja einige Stellen an denen ein solches Unterfangen schon vorzeitig scheitern kann. Die Scheine bleiben gleich. Für Aufwärtsstrecken der GV4K8Y KO 21140 und für Abwärtsstrecken der MG5189 KO 26325 sowie der GV1VTU KO 27880.
Fazit: Am Dienstag hat sich unser Dax wieder zur 25470 zurück fallen lassen und damit das Doji vom Dienstag im Tageschart nun zur Umkehr genutzt. Arbeitet er unter der 25470 nun weiter raus, wären auch 25200 / 25160 und 25000 dadurch nun wieder ableitbar mit Zwischenstationen bei 25400 / 25380, 25325 und 25080. Alles was er dafür tun müsste, wäre weiter unter der 25470 in die Tiefe auszustrahlen. Sollte der sich aber eher standhaft oberhalb der 25470 präsentieren müsste er über die 25550 wieder drüber um sich die 25635 erneut vorzulegen. Die kann ihn allerdings auch nochmal ordentlich nach unten einpeitschen. Kommt er aber durch und kämpft sich auch über die hinweg, sind 25700 und 25815 wieder auf den Plan zu ziehen.






















